Blackview ist bislang vor allem für preiswerte und robuste Outdoor Smartphones bekannt, hat sein Portfolio zuletzt aber zunehmend um Mini PCs und auch Notebooks erweitert, wobei auch hier der Fokus bislang eher auf günstigeren Geräten lag. Nach dem AceBook 10 und dem kompakteren GamiBook 6 stellt der chinesische Hersteller mit dem GamiBook 16 nun ein größeres Gaming Notebook vor, das erstmals mit einer dedizierten Grafikkarte von NVIDIA ausgestattet ist. Zusammen mit einem Intel Core i7 Prozessor der Raptor Lake HX Reihe und einem 300Hz Display richtet sich das Gerät an Spieler, die auch anspruchsvollere Titel in höheren Detailstufen betreiben möchten, dürfte aufgrund der Anschlussvielfalt aber auch für andere leistungsintensive Anwendungen interessant sein.
Das Blackview GamiBook 16 setzt auf ein 16 Zoll IPS Panel mit 2560x1600 Pixel im Seitenverhältnis 16:10 und einer Bildwiederholrate von 300Hz. Blackview nennt eine Spitzenhelligkeit von 500cd/m², eine entspiegelte Oberfläche sowie eine TÜV SÜD Zertifizierung für reduzierten Blaulichtanteil. Ebenfalls laut Hersteller deckt das Panel den sRGB Farbraum vollständig ab und wurde werkseitig mit einem X-Rite Verfahren auf einen Delta E Wert unter 1 kalibriert. Eine unabhängige Überprüfung dieser Werte liegt aktuell nicht vor.
Das Gehäuse besteht aus einem Aluminium Deckel in mattem Grau mit gebürsteter Oberfläche, bei Abmessungen von 357 x 264 x 26,9mm und einem Gewicht von 2,5kg. Das Scharnier lässt sich laut Blackview bis 160 Grad öffnen und wurde für 20.000 Öffnungs- und Schließzyklen ausgelegt. Die Tastatur bietet ein vollständiges Layout inklusive Nummernblock und separaten Pfeiltasten, einen Tastenhub von 1,4mm sowie eine Hintergrundbeleuchtung mit individuell ansteuerbaren Tasten, 16,7 Millionen Farben und mehreren Lichteffekten, darunter eine Hervorhebung der WASD und Pfeiltasten für Shooter. Ein QWERZ-Layout scheint es aber nicht zu geben. Das Touchpad misst 121,2 x 74,9mm und unterstützt Multitouch Gesten mit bis zu vier Fingern. Für Videotelefonie ist eine 2MP Webcam mit Full HD Auflösung und Infrarot Sensor für Windows Hello verbaut, ergänzt durch zwei digitale Mikrofone.
Als Prozessor kommt der Intel Core i7-13650HX zum Einsatz, eine Raptor Lake HX CPU, die seit Anfang 2023 verfügbar ist. Sie kombiniert 6 Performance Kerne mit Hyperthreading, die von 2,6GHz Basistakt bis 4,9GHz im Einzelkern Boost takten, mit 8 Effizienzkernen ohne Hyperthreading im Bereich von 1,9 bis 3,6GHz. Insgesamt stehen 14 Kerne und 20 Threads sowie 24MB L3 Cache zur Verfügung, gefertigt wird der Chip im 10nm Verfahren von Intel. Zusätzlich ist eine integrierte Intel UHD Graphics Xe mit 16 Ausführungseinheiten vorhanden, die vor allem für den Akkubetrieb ohne dedizierte Grafikkarte relevant ist.
Für die Gaming, Rendering oder KI Grafikleistung ist eine NVIDIA GeForce RTX 5060 Mobile GPU zuständig, die auf der Blackwell Architektur basiert und seit Mai 2025 in Notebooks verbaut wird. Der GB206 Chip bietet 3328 CUDA Kerne, 104 Tensor Kerne und 26 Raytracing Einheiten, dazu 8GB GDDR7 Speicher über ein 128-Bit Interface. Unterstützt werden unter anderem DLSS4, Reflex 2 sowie Hardware Raytracing. Laut technischen Chip Datenbanken bewegt sich die Leistung der RTX 5060 Mobile in synthetischen Benchmarks knapp oberhalb der Vorgänger GPU RTX 4070 Mobile, in praktischen Spieletests soll die ältere Karte teils noch leicht vorne liegen.
Bei der Leistungsaufnahme gibt es eine Diskrepanz zwischen den Angaben: Blackview nennt für die RTX 5060 im GamiBook 16 eine maximale Leistungsaufnahme von bis zu 115W über Dynamic Boost, zusammen mit der CPU ergibt sich laut Hersteller eine Systemleistung von bis zu 170W. Unabhängige Chip Datenbanken spezifizieren die RTX 5060 Laptop GPU jedoch mit einem TGP Bereich von 45 bis 100W, die Herstellerangabe liegt damit über diesem Rahmen. Anscheinend betreibt Blackview die GPU also mit höherem Power Budget.
Für die Kühlung nennt Blackview eine Kühlfläche von 97.156mm², realisiert über zwei Lüfter mit je 101 Lüfterblättern, drei Kupfer Heatpipes und ein Phasenwechselmaterial für den Wärmetransport. Während des Spielens soll die Oberflächentemperatur laut Hersteller bei 44,8°C liegen, die Lautstärke bei unter 43dB im Turbo Modus und unter 35dB im Office Modus. Diese Werte stammen ausschließlich aus Herstellertests und wurden nicht unabhängig nachgeprüft. Über eine Software lassen sich vier Leistungsprofile (Turbo, Balance, Office, Custom) sowie die Grafikumschaltung zwischen dedizierter GPU, integrierter GPU und einem Hybridmodus steuern.
Der Arbeitsspeicher besteht aus 16GB DDR5 im Dual Channel Modus (2x8GB) mit 4800MT/s. Laut Blackview lässt sich das Modul auf bis zu 64GB erweitern. Beim Massenspeicher ist eine 1TB PCIe Gen4 SSD verbaut, über zwei M.2 Steckplätze soll eine Erweiterung auf bis zu 4TB möglich sein.
Bei den Anschlüssen bietet das GamiBook 16 insgesamt zehn Ports: drei USB-A nach Standard 3.2 Gen1 mit 5Gbit/s, zwei USB-C nach Standard 3.2 Gen2 mit 10Gbit/s, DisplayPort 1.4 und Power Delivery, dazu HDMI 2.1, Mini DisplayPort 2.1a, ein 2,5GbE LAN Anschluss, eine 3,5mm Klinkenbuchse, ein Kensington Lock Steckplatz sowie ein separater Stromanschluss. Über die verbauten Videoausgänge lassen sich laut Hersteller gleichzeitig bis zu fünf Bildschirme betreiben, wobei HDMI 2.1 maximal 4096x2304 Pixel bei 60Hz und Mini DisplayPort 2.1a maximal 7680x4320 Pixel bei 60Hz ausgeben soll. Drahtlos ist das Notebook mit WiFi 6 und Bluetooth 5.2 ausgestattet.
Der Akku fasst 80Wh, verteilt auf 4 Zellen mit 15,4V und 5200mAh Kapazität. Laden lässt sich das GamiBook 16 mit bis zu 100W, laut Blackview dauert eine vollständige Ladung von 0 auf 100 Prozent rund 100 Minuten. Konkrete Angaben zur Akkulaufzeit im Alltag oder beim Spielen liegen bislang nicht vor. Als Betriebssystem ist Windows 11 Pro vorinstalliert, inklusive einer dedizierten Taste für den Zugriff auf Microsoft Copilot.
Auf der deutschen Blackview Shopseite* wird das GamiBook 16 aktuell mit einem Verkaufspreis von 2.195,95€ gelistet, als regulärer Preis werden 2.898,95€ angegeben. Zum Zeitpunkt des Beitrags ist das Modell dort als ausverkauft markiert, es steht jedoch eine Benachrichtigungsfunktion zur Verfügung, wenn das Modell verfügbar ist. Eine Angabe für den voraussichtlichen Zeitraum lässt sich bisher nicht finden.
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