Die Blackview-Tochtermarke Oscal erweitert ihr Tablet-Portfolio um das Oscal Pad 200, das ab sofort auch über Amazon Deutschland erhältlich ist. Das Gerät positioniert sich mit einem recht großen Display und umfangreichen Softwarefunktionen im Einstiegssegment. Der Prozessor ist allerdings relativ leistungsschwach.
Das auffälligste Merkmal des Oscal Pad 200 ist sicherlich das 13,4 Zoll Display, welches allerdings nur mit einer Auflösung von 1920x1200 Pixeln arbeitet. Das IPS-Panel liefert immerhin eine Bildwiederholrate von 120Hz und erreicht laut Hersteller ein Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis von 90 Prozent. Die Touchsampling-Rate liegt bei 240Hz. Das Display verfügt über eine TÜV SÜD Zertifizierung für reduzierten Blaulichtanteil und bietet fünf verschiedene Augenschutzmodi.
Mit Abmessungen von 309,41 x 201,49 x 7,9mm und einem Gewicht von 750g fällt das Tablet durch die große Bildschirmdiagonale etwas größer und auch schwerer aus, bleibt aber angenehm schlank. Das Gehäuse besteht aus Metall und ist in den Farben Space Grey und Glacier Blue verfügbar. Für Streaming-Dienste unterstützt das Gerät Widevine L1, was die Wiedergabe von Full-HD-Inhalten auf Plattformen wie Netflix oder Amazon Prime Video ermöglicht.
Als Prozessor kommt der Unisoc Tiger T7280 zum Einsatz, welcher ursprünglich mal als T620 bezeichnet wurde. Hierbei handelt es sich um ein Octacore-Chip im 12nm-Verfahren. Der SoC kombiniert zwei ARM Cortex-A75 Kerne mit bis zu 2,2GHz und sechs Cortex-A55 Kerne mit bis zu 1,8GHz. Die integrierte Mali-G57 MP1 Grafik taktet mit 850MHz. Damit siedelt sich der Chip im unteren Leistungssegment an.
Das Tablet ist mit 6GB RAM ausgestattet, die sich durch virtuellen Speicher um bis zu 18GB erweitern lassen sollen, was eine Gesamtkapazität von 24GB ergibt. Praktisch wird das aber wenig Nutzen haben. Für die relativ geringe Leistung werden die 6GB RAM allerdings im Regelfall ausreichen. Beim internen Speicher stehen zwei Varianten zur Auswahl: 128GB oder 256GB, jeweils per MicroSD Karte um bis zu 2TB erweiterbar. Der Dual-SIM-Slot nimmt allerdings nur entweder zwei Nano SIM Karten oder eine Nano SIM und eine MicroSD Karte auf.
Die Konnektivität umfasst WiFi 5, Bluetooth 5.0 sowie LTE mit Unterstützung für die Frequenzbänder 1, 3, 7, 8, 19, 20, 28A, 28B, 40 und 41. Für die Navigation stehen GPS, GLONASS, Galileo und Beidou (BDS) zur Verfügung. Auf der Rückseite verbaut Oscal eine 16MP Kamera, die Frontkamera löst mit 8MP auf. Beide Kameras ermöglichen Videoaufnahmen in Full HD Auflösung. Die Software bietet Funktionen wie Gesichtserkennung, Gesichtsaufhellung und Face Unlock. Für den Ton sorgen zwei Lautsprecher, die laut Hersteller für einen räumlichen Klang sorgen sollen. Eine 3,5mm Klinkenbuchse ist vorhanden.
Die Stromversorgung übernimmt ein 8300mAh Akku, der mit 18W geladen wird. Oscal nennt Laufzeiten von bis zu 1056 Stunden im Standby, 5 Stunden Videowiedergabe und 4,5 Stunden Gaming. Diese Werte wurden unter Laborbedingungen ermittelt und dürften im Alltag variieren. Das System bietet einen Nachtenergiesparmodus und einen erweiterten Stromsparmodus, die den Energieverbrauch bei Nichtnutzung reduzieren sollen.
Das Oscal Pad 200 läuft mit dem neuesten hauseigenen DokeOS 5.0, welches erfreulicherweise auf Android 16 basiert. Die Benutzeroberfläche bringt einige Anpassungen mit, darunter den PC Mode 3.0, der eine Desktop-ähnliche Arbeitsumgebung mit frei in der Größe anpassbaren Fenstern, einer Taskleiste und einem App Drawer bietet. Die Taskleiste kann bis zu acht Apps aufnehmen und zeigt bis zu zehn aktive Anwendungen an.
Zum Lieferumfang gehören eine Bluetooth-Tastatur und eine Maus, um den PC-Modus zu nutzen, was den etwas höheren Preis wieder relativiert. Das System enthält zudem vorinstallierte Apps wie WPS Office, eine Notiz-App namens Notebook 2.0 und den Surfline-Browser. Oscal gibt an, dass DokeOS 5.0 gegenüber der Vorgängerversion verschiedene Leistungsverbesserungen mitbringt, darunter schnellere App-Starts und eine verlängerte Standby-Zeit. Die konkreten Prozentwerte stammen allerdings aus herstellereigenen Tests und lassen sich ohne unabhängige Überprüfung nicht einordnen.
Ein Schwerpunkt liegt immer noch auf den KI-Funktionen, die Oscal unter dem Namen Doke AI 2.0 zusammenfasst. Die Software integriert drei verschiedene KI-Modelle: DeepSeek-R1, ChatGPT-4o mini und Gemini. Die Sprachassistenz reagiert auf Sprachbefehle und bietet kontextbasierte Hilfe basierend auf den aktuell angezeigten Bildschirminhalten. Aus der Produktseite geht allerdings auch hervor, dass es sich dabei nach wie vor um die gewohnten eigenständigen Apps handelt und nicht um eine echte Integration ins System. Für die KI Apps war bisher immer ein kostenpflichtiges Abo pro App nötig, was auch hier wieder so sein dürfte.
Das Oscal Pad 200 ist ab sofort über Amazon Deutschland erhältlich. Zum Start bietet der Hersteller Rabattcodes an: Die Variante mit 128GB Speicher kostet mit dem Code "LA8FRJAL" 238,69 Euro*, die 256GB-Version mit dem Code "JWJSOWKS" 263,99 Euro*. Zum Lieferumfang gehören neben Tablet, Netzteil und Kabel auch eine Schutzhülle, ein Displayschutz aus Gehärtetem Glas, die bereits erwähnte Bluetooth-Tastatur und Maus sowie ein passiver Eingabestift und kabelgebundene Kopfhörer.
Angesichts des eingesetzten Prozessors richtet sich das Gerät primär an Nutzer mit grundlegenden Anforderungen wie Webbrowsing, Videowiedergabe und Office-Anwendungen. Für anspruchsvolle Spiele oder rechenintensive Aufgaben sind Tablets mit leistungsstärkeren Chips die bessere Wahl. Der Vorteil des Oscal Pad 200 liegt vor allem in der Kombination aus großem Display, umfangreichem Speicher und vergleichsweise niedrigem Preis im Zusammenspiel mit Tastatur und Maus im Lieferumfang.
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