Blackview hat mit dem Fort 5 ein neues Outdoor-Smartphone angekündigt, das sich durch ein vergleichsweise schlankes Design von der Konkurrenz abhebt. Das Gerät kombiniert die Robustheit eines klassischen Outdoor-Handys mit Designelementen, die an Gaming-Smartphones erinnern. Während Preis und Verfügbarkeit noch nicht bekannt gegeben wurden, hat der Hersteller bereits die vollständigen technischen Daten veröffentlicht.
Das Blackview Fort 5 fällt mit Abmessungen von 178,4 x 83 x 10,7mm und einem Gewicht von 248g deutlich schlanker aus als die meisten anderen Outdoor-Smartphones. Mit einer Dicke von nur 10,7mm ist es nach Herstellerangaben rund ein Drittel dünner als vergleichbare Geräte in diesem Segment. Das Smartphone wird in zwei Farbvarianten angeboten: Cyber Yellow, eine auffällige gelbe Gestaltung, und Warrior Black in dezentem Schwarz.
Die Robustheit wird durch die Zertifizierungen nach MIL-STD-810H sowie IP68 und IP69K gewährleistet. Das Gerät soll Stürze aus bis zu 6m Höhe überstehen und ist für den Einsatz bei Temperaturen zwischen -20°C und +55°C ausgelegt. Die Wasserdichtigkeit ist für Tiefen bis 2m über 30 Minuten spezifiziert, zusätzlich schützt die IP69K-Zertifizierung vor Hochdruckwasserstrahlen mit bis zu 10.000kPa und heißem Wasser bis 80°C.
Auf einer Gehäuseseite findet sich eine programmierbare Taste, die mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann, darunter Taschenlampe, Screenshot oder Unterwasser-Kamera. Ein Infrarot-Sender ermöglicht die Nutzung als Universalfernbedienung für Klimaanlagen, Fernseher und andere Geräte. Einen dedizierten Fingerabdrucksensor hat Blackview nicht verbaut.
Als Prozessor kommt der Mediatek Helio G100 zum Einsatz, ein Octa Core Chip gefertigt im 6nm Verfahren mit zwei Cortex A76 Kernen bei bis zu 2,2GHz und sechs Cortex A55 Kernen bei 2,0GHz. Die Mali-G57 GPU übernimmt die Grafikberechnungen. Der Chip unterstützt ausschließlich 4G Netze, 5G ist nicht verfügbar. Der Arbeitsspeicher beträgt solide 12GB LPDDR4X und kann durch RAM-Erweiterung virtuell auf bis zu 36GB aufgestockt werden. Als interner Speicher stehen 256GB UFS 2.2 zur Verfügung, erweiterbar per MicroSD-Karte um bis zu 2TB. Der Hybrid-Slot erlaubt wahlweise zwei SIM-Karten oder eine SIM-Karte plus microSD-Karte.
Das 6,78 Zoll große IPS-Display löst mit 2460 x 1080 Pixeln auf und erreicht eine Bildwiederholrate von 120Hz. Die Spitzenhelligkeit gibt der Hersteller mit immerhin 700 Nits an, was die Ablesbarkeit bei direkter Sonneneinstrahlung verbessern soll. Mit einem Bildschirm-zu-Gehäuse-Verhältnis von 86% bleiben die Displayränder deutlich sichtbar, trotzdem ist die 50MP Frontkamera in einer Aussparung im Display untergebracht. Das Panel unterstützt verschiedene Anzeigemodi, darunter einen Lesemodus, ein Nachtlicht mit anpassbarer Farbtemperatur und einen Dunkelmodus. Ein Handschuhmodus ermöglicht die Bedienung mit Handschuhen, was bei einem Outdoor-Gerät durchaus praktisch sein kann.
Die Hauptkamera verwendet einen 108MP Samsung HM6 Sensor mit 1/1.67 Zoll Größe und f/1.9 Blende. Der Sensor nutzt Nonapixel-Plus-Technologie zum Pixel-Binning und verfügt über ein 6-Element-Objektiv. Ein digitaler 8-fach Zoom ist verfügbar, zudem kann das System Videos in 1080p aufzeichnen. Ein Pro-Modus erlaubt manuelle Einstellungen für fortgeschrittene Nutzer. Die Frontkamera basiert auf einem 50MP Samsung JN1 Sensor. Als Besonderheit bietet das Fort 5 eine 13MP Nachtsichtkamera, die für Beobachtungen bei Dunkelheit oder Such- und Rettungseinsätze gedacht ist.
Das Blackview Fort 5 läuft mit DokeOS 5.0, welches auf Android 16 basiert. Blackview integriert verschiedene Werkzeuge für Outdoor-Aktivitäten, darunter Kompass, Höhenmesser, Wasserwaage, Schallpegelmesser und weitere Funktionen. Die Unterwasser-Kamera kann über die Seitentaste direkt gestartet werden.
Bei der Konnektivität bietet das Gerät WLAN nach 802.11ac (WiFi 5), Bluetooth 5.2, NFC und fünf Satellitennavigationssysteme (GPS, GLONASS, Galileo, BDS, QZSS). Der USB-C-Anschluss dient zum Laden und für Datenübertragungen.
Die Akkukapazität liegt bei 5.000mAh, was für ein Outdoor-Smartphone eher bescheiden ausfällt. Viele Konkurrenzmodelle setzen auf deutlich größere Batterien im Bereich von 10.000mAh oder mehr. Das Blackview Fort 5 ist zwar schlanker gebaut, allerdings ist das im Zeitalter von Silizium-Kohlenstoff-Akkus keine Ausrede mehr für eine derart kleine Kapazität. Das gilt insbesondere unter dem Aspekt, dass das Fort 5 ja immer noch deutlich dicker gebaut ist als ein "normales" Smartphone. Aufgeladen wird das Blackview Fort 5 über 33W Schnellladen per Kabel oder 15W kabelloses Laden. Zusätzlich gibt es 5W Reverse Wireless Charging.
Das Blackview Fort 5 positioniert sich als kompaktes Outdoor-Smartphone für Nutzer, die Robustheit suchen, aber auf extreme Akkulaufzeiten und zusätzliche Features wie besonders helle Taschenlampen verzichten können. Das vergleichsweise schlanke Design mit 10,7mm Dicke und 248g Gewicht unterscheidet es deutlich von der Masse der Outdoor-Handys. Ganz ohne Konkurrenz ist das Modell mit dem Ansatz aber auch nicht.
Die Ausstattung bewegt sich im Mittelklasse-Segment, wobei einige Entscheidungen kritisch zu sehen sind. Der Mediatek Helio G100 bietet solide Leistung für alltägliche Aufgaben, verzichtet jedoch auf 5G-Unterstützung. Der Akku mit 5.000mAh fällt für die Geräteklasse klein aus, moderne Silizium-Kohlenstoff-Akkus würden bei ähnlichen Abmessungen deutlich mehr Kapazität ermöglichen. Hier hat Blackview offensichtlich gespart.
Positiv hervorzuheben sind die umfangreichen Zertifizierungen, das 120Hz Display mit 700 Nits Helligkeit und die ungewöhnliche Ausstattung mit kabellosem Laden in dieser voraussichtlich eher geringeren Preisklasse. Die Kameras mit 108MP Hauptsensor und Nachtsichtfunktion bieten auf dem Papier gute Voraussetzungen, müssen sich aber in der Praxis noch beweisen.
Der Erfolg des Blackview Fort 5 dürfte maßgeblich vom noch unbekannten Preis abhängen. Vergleichbare schlanke Outdoor-Smartphones bewegen sich um die 300 Euro Marke. Um wirklich attraktiv zu werden, sollte das Fort 5 deutlich darunter liegen. Sollte Blackview einen "Schnäppchen-Preis" ansetzen, könnte das Modell für einige durchaus interessant werden.
Quelle(n): Blackview
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