Auch Vivo hat im März mit dem Vivo X300 Ultra sein neues Kamera-Flaggschiff mit Zeiss-Kooperation vorgestellt. Kurze Zeit später im April kam das Smartphone sogar erstmals nach Deutschland, nachdem die Vorgängermodelle immer China-exklusiv blieben. Damit gibt es in diesem Jahr endlich mehr Konkurrenz bei den Ultra-Modellen für den europäischen Markt. Am attraktivsten bleibt aus preislicher Sicht jedoch weiterhin der Import, denn mit einer UVP von 1999€* ist das Vivo X300 Ultra in Europa alles andere als günstig. Beim Import ist man hingegen schon ab unter 1000€ dabei.
Nachdem das Vivo X300 Ultra in den letzten zwei Monaten Zeit zum Reifen hatte, haben wir nun ein Testgerät erhalten und werden dieses in den nächsten Tagen ausführlich im Alltag unter die Lupe nehmen. An dieser Stelle soll es wie gewohnt ein Unboxing und auch ein paar erste Eindrücke zum Vivo X300 Ultra geben. Getestet wird übrigens die China Version des Vivo X300 Ultra, also ein Importgerät, welches freundlicherweise von TradingShenzhen zur Verfügung gestellt wurde.
Während es in Europa mit Grün und Schwarz sowie 16GB RAM und 1TB Speicher nur zwei Farbvarianten und eine Speichervariante für 1999€ gibt, bekommt man beim Import die größere Auswahl. Neben einer zusätzlichen weißen Farbvariante kann man hier auch aus deutlich mehr Speichervarianten wählen. Bei TradingShenzhen angeboten werden:
- 12+256GB für 927€*
- 12+512GB für 1.017€*
- 16+512GB für 1097€*
- 16GB+1TB für 1.257€*
- Photographer Edition mit 16GB+1TB inklusive Kamera Kit für 1.847€*
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Ausstattung des Vivo X300 Ultra
Das Vivo X300 Ultra setzt beim Prozessor wenig überraschend auf einen Oberklasse Chip, wobei im Gegensatz zum Pro Modell auf Qualcomm statt Mediatek gesetzt wird. Konkret wird ein Snapdragon 8 Elite Gen 5 verbaut, der im 3nm Verfahren gefertigt wird und mit einem Achtkernverbund aus zwei Kernen mit 4,6GHz sowie sechs Kernen mit 3,62GHz arbeitet. Das AMOLED Display misst 6,82 Zoll bei einer Auflösung von 3168 x 1440 Pixeln und bietet eine variable Bildwiederholrate zwischen 1 und 144Hz. Vivo gibt eine lokale Spitzenhelligkeit von 4500 Nits an, der P3 Farbraum wird abgedeckt. Bei der Panel Technologie gibt der Hersteller "Q10 Plus AMOLED" an.
Den Schwerpunkt legt das Vivo X300 Ultra wie schon der Vorgänger (zum Test) auf sein Kamerasystem, das in Kooperation mit Zeiss entwickelt wurde. Herzstück ist eine 200MP Hauptkamera mit 35mm Äquivalentbrennweite, hinter der der Sony LYTIA 901 Sensor mit 1/1,12 Zoll Größe und einer Blende von f/1.85 sitzt. Das Teleobjektiv mit 85mm Brennweite nutzt den Samsung ISOCELL HP0 Sensor, ebenfalls mit 200MP Auflösung und 1/1,4 Zoll Sensorgröße, bei einer Blende von f/2.67 und einem neu eingeführten Gimbal OIS mit drei Grad Bewegungsradius. Die Ultraweitwinkelkamera deckt 14mm ab und setzt auf den Sony LYTIA 818 mit 50MP bei f/2.0. Ergänzt wird das Quartett durch einen 5MP Multispektralsensor mit zwölf Farbkanälen, der für eine konsistente Farbwiedergabe über alle Objektive hinweg sorgen soll. Auf der Videoseite sind 4k Aufnahmen mit bis zu 120fps in 10-Bit Log sowie Dolby Vision über alle rückseitigen Kameras möglich, der maximale Digitalzoom liegt bei 105x, was in der Praxis natürlich wenig Nutzen bringen wird.
Der Akku fasst 6600mAh und wird per 100W FlashCharge kabelgebunden oder mit bis zu 40W kabellos geladen. Interessant ist, dass es diesmal keine Unterschiede bei der Kapazität zwischen China und EU Version gibt. Beide Nutzen Akkus mit identischem Kapazitätsrating. Bei der Konnektivität sind Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0, NFC sowie eine USB-C Schnittstelle nach USB 3.2 Gen2 (10Gbit/s) an Bord. Das Gerät ist nach IP68 und IP69 zertifiziert und unterstützt Dual SIM. Als Betriebssystem kommt OriginOS 6 auf Basis von Android 16 zum Einsatz, Vivo verspricht fünf Jahre OS Updates sowie sieben Jahre Sicherheitsupdates.
Vivo X300 Ultra Lieferumfang
Das Vivo X300 Ultra wird in der für die Serie typischen rechteckigen und flachen Box geliefert. Diese präsentiert sich in einem schlichten Schwarz mit silbernem Aufdruck, ohne jegliche Abbildungen des Geräts. Bei der China Version enthält die Box das in Folie verpackte und mit einer werksseitigen Displayschutzfolie versehenen Smartphone, ein 100W Netzteil mit US-Stecker, ein USB-C auf USB-C Kabel, eine SIM Nadel und eine opake, flexible Schutzhülle für Rahmen und Rückseite. Wer sich das Vivo X300 Ultra in der EU Version kauft, erhält kein Netzteil mit dazu. Unser Unboxing Video könnt ihr euch hier anschauen.
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Erste Eindrücke vom Vivo X300 Ultra
Wichtig zu wissen ist, dass das Vivo X300 Ultra auf der Rückseite je nach Farbvariante entweder aus Glas oder GFK besteht. Das uns vorliegende Modell in der Farbe Schwarz besteht aus GFK und ist damit mit 232g etwas leichter als die Glasversionen mit 237g. Zudem ist das GFK-Modell mit 8,19mm etwas dünner als die Glasversionen mit 8,49mm. Angesichts des monströsen Kameramoduls auf der Rückseite wird das aber vermutlich eh niemanden interessieren. Qualitativ macht das Design einen wertigen und robusten Eindruck. Die Verwandtschaft zum Vorgänger ist in der Designsprache unverkennbar. Neu ist, dass der Metallring um die rückseitige Kamera nicht mehr über das Abdeckglas ragt. Das könnte die Kamera eventuell anfälliger für Kratzer machen. Was ebenfalls auffällt, ist der weggefallene Touch-Button, mit dem man beim Vorgänger per Wischgeste zoomen konnte.
Beim Display geht das Vivo X300 Ultra den Weg der Kontinuität. Größe und Auflösung bleiben zum Vorgänger unverändert. Dafür gibt es eine neuere AMOLED Technik (Q10 Plus) und mit 144Hz in der Spitze auch eine höhere Refresh Rate. Auffällig ist ein durch Kameras sichtbares sehr ausgeprägtes PWM Flimmern des Displays, was ihr auch im Unboxing sehr gut sehen könnt. Das Panel lässt sich in den Einstellungen allerdings auf DC-Dimming umstellen, was das Flimmern deutlich reduziert oder ganz verschwinden lässt. Dabei verliert man allerdings die 144Hz-Fähigkeit. Mit DC-Dimming sind nur noch 120Hz möglich. Unschön fällt die extrem schlechte Reaktionszeit des Displays auf. Beim Scrollen durch Text ist eine sehr deutliche Schlierenbildung zu sehen. Die Problematik zieht sich irgendwie wie ein roter Faden durch alle aktuellen Flaggschiffe der ehemaligen BBK Gruppe (Vivo, Oppo, OnePlus, etc.). Abseits davon liefert das Display aber einen guten ersten Eindruck ab und ist im Freien gut ablesbar.
Mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 reiht sich das Vivo X300 Ultra in die Riege der aktuellen Oberklasse-Smartphones ein. Im Benchmark Vergleich schafft es das Vivo X300 Ultra allerdings nicht, Spitzenpositionen unter anderen getesteten Geräten mit demselben Chip zu erreichen. Damit ergeht es dem Vivo X300 Ultra ähnlich wie dem zuletzt getesteten Xiaomi 17 Ultra. Immerhin kann sich das Vivo X300 Ultra aber im Vergleich meist noch vor das Xiaomi 17 Ultra setzen. Trotzdem gibt es in einigen Benchmarks einen deutlichen Rückstand zu manchen teils deutlich günstigeren Geräten. Thermal Throttling dürfte dafür jedoch nicht die primäre Ursache sein, da die ersten Tests hierzu unauffällig waren. Das Gerät wird unter Dauerlast zwar sehr warm, drosselt aber nicht exzessiv. Da hatten wir schon Kandidaten im Test, die stärker gedrosselt haben, im Benchmark Ranking aber trotzdem besser abgeschnitten haben.
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Zum Kamerasystem lässt sich nach einem Tag Nutzung natürlich noch nichts genaues sagen. Aussagen dazu sparen wir uns an dieser Stelle daher mal. Im Test werden wir darauf ja noch ausführlichst eingehen. Ein Detail zur Kamera kann aber geteilt werden: Die Optik neigt etwas zum Klappern, wenn das Handy bewegt wird. Nicht ganz so stark wie beim Xiaomi 17 Ultra, aber doch auch deutlich. So gilt auch für das Vivo X300 Ultra, dass man den Transport am Lenker oder generell die Einwirkung von Vibrationen besser vermeiden sollte, um die Lebensdauer der beweglichen Optik nicht unnötig zu verkürzen.
Der Empfang fiel bisher in den ersten Tests unauffällig aus. Auch Frequenzprobleme scheint es mit der China Version bei der Nutzung in deutschen Netzen nicht zu geben. Die internen Lautsprecher klingen auch solide. Der Sound ist angenehm mit recht hoher Lautstärke und ordentlichem Bass. Die Bässe sind stärker als beim Xiaomi 17 Ultra, reichen jedoch bei weitem nicht an "Bassmonster" wie beispielsweise das Honor Magic 8 Pro heran. Die Akkulaufzeit wirkt bisher sehr gut, allerdings gilt hier einschränkend zu sagen, dass dies noch kaum Kameranutzung beinhaltet. Wie stark sich diese auf die Akkulaufzeit auswirkt, bleibt abzuwarten.
Ein kleiner Pluspunkt ist noch mit Blick auf die Software zu erwähnen. Vivo hat es mittlerweile einfacher gemacht, die chinesischen Importgeräte mit Google Diensten zu nutzen. Man muss keine Play Store APK mehr installieren. Stattdessen bietet das Gerät von sich aus per Benachrichtigung an, die Google Dienste zu aktivieren. Man wird dann in den Vivo App Store weitergeleitet, wo man den Play Store installieren kann. Anschließend lassen sich die Google Dienste wie gewohnt nutzen. Auch Android Auto wird explizit unterstützt.
Und damit dürfte dann auch das Wichtigste zu den ersten Eindrücken rund um das Vivo X300 Ultra gesagt sein. Das Handy darf sich nun für ein bis zwei Wochen im Alltag unter realen Bedingungen beweisen und auch zeigen, was es in Sachen Kamera auf dem Kasten hat. Anschließend folgt dann ein ausführlicher Testbericht in Schrift und Video. Fragen und Anregungen zum Test könnt ihr gerne jederzeit in den Kommentaren hier unter dem Artikel oder auch auf YouTube hinterlassen.