Mit dem Xiaomi 17 Ultra ging Ende Dezember 2025 das neue Leica Kamera Flaggschiff Smartphone von Xiaomi in China an den Start. Später im März 2026 folgte dann auch die internationale Version für Europa. Seitdem hatte das Xiaomi 17 Ultra etwas Zeit zum Reifen und konnte Kinderkrankheiten via Updates ausmerzen. Nun durfte sich das Xiaomi 17 Ultra auch bei uns im Test beweisen und wurde dazu in den letzten zwei Wochen im Alltag auf Herz und Nieren getestet. In diesem Testbericht erfahrt ihr alles, was ihr über das Xiaomi 17 Ultra wissen müsst.
Erhältlich ist das Xiaomi 17 Ultra in Deutschland bei Xiaomi direkt, so ziemlich allen großen Händlern und auch bei einigen Mobilfunkanbietern. Die UVP liegt in Deutschland wie beim Vorgänger (Xiaomi 15 Ultra) bei 1499€. Im Gegensatz zu China gab es bei uns in Deutschland also keine Preiserhöhung. Die Straßenpreise sind mittlerweile schon deutlich gesunken. Um die 1200€ werden derzeit meist aufgerufen. Wählen darf man zwischen den beiden Speichervarianten mit 16GB RAM und 512GB oder 1TB Speicher und drei Farben.
Das Xiaomi 17 Ultra kommt in einem schlichten weißen Karton ohne Produktabbildung daher. Der Karton ist mit einem silbernen „Xiaomi 17 Ultra" Schriftzug und dem Leica Logo verziert. Im Inneren befindet sich ein Umschlag mit SIM Nadel, einem USB-A auf USB-C Kabel (nur USB 2.0), der Dokumentation und einem transparenten Hardcase. Darunter liegt das Xiaomi 17 Ultra selbst, welches bereits ab Werk mit einer Displayschutzfolie versehen ist. Ein Netzteil ist wie gewohnt nicht im Lieferumfang enthalten. Im Detail könnt ihr euch alles im Unboxing Video zum Xiaomi 17 Ultra ansehen.
| Materialien | Rahmen: Metall (flach, matt) Rückseite: Kunststoff / GFK (flach, matt) Front: Xiaomi Shield Glass 3.0 |
| Gewicht | 219g |
| Abmessungen | Ohne Kamera: 162,9 × 77,6 × 8,29mm Mit Kamera: 162,9 × 77,6 × 14,4mm |
| Wasserdicht | IP68 Untertauchen bis 6 Meter für 30 Minuten in Süßwasser |
Das Design des Xiaomi 17 Ultra wurde verglichen mit dem Vorgänger deutlich überarbeitet. Die Formgebung ist nun flach. Die Rundung der Rückseite wurde entfernt und auch die schräge Fase am Metallrahmen ist verschwunden. Damit gleicht sich das Xiaomi 17 Ultra an die aktuelle Designsprache im restlichen Xiaomi Smartphone Portfolio an. Das Design wirkt schlicht aber elegant und hochwertig. Was durchaus auffällt ist, dass das Xiaomi 17 Ultra im Vergleich zu den Vorgängermodellen deutlich dünner geworden ist. Mit 8,29mm ist es über einen Millimeter schlanker gebaut. Die Kamera steht aber weiterhin sehr deutlich hervor. Mit Kamerabuckel beträgt die Dicke 14,4mm. Vermeiden lässt sich das bei all der verbauten Technik natürlich nicht, von daher kann man dies auch schlecht kritisieren. Positiv ist auf jeden Fall der große Durchmesser des Kamerabuckels, was störendes Wackeln bei Tischnutzung verhindert.
Das Gewicht vom Xiaomi 17 Ultra hat sich deutlich reduziert. Lag der Vorgänger noch bei bis zu 229g, sind es jetzt nur noch rund 219g. Das dürfte manch einen überraschen, denn das Xiaomi 17 Ultra hat ja einen größeren Akku erhalten. Möglich wird das geringere Gewicht wahrscheinlich durch die Verwendung von GFK für die Rückseite. Beim Vorgänger war es noch Glas. Ob dies nun einen Nachteil darstellt, oder doch eher ein Vorteil ist, muss jeder selbst entscheiden. Fakt ist, dass die GFK Rückseite nicht nur leichter ist, sondern auch deutlich bruchsicherer sein dürfte. Auf die Wertigkeit des Handgefühls wirkt sich die GFK Rückseite nicht wirklich aus. Viele werden wahrscheinlich ohnehin eine Schutzhülle verwenden.
Die Verarbeitung des Xiaomi 17 Ultra ist wie von Xiaomi gewohnt sehr gut. Das Gehäuse ist robust gebaut und der Metallrahmen fühlt sich stabil und wertig an. Auch im Biegetest gibt das Smartphone reichlich Widerstand und man muss für eine leichte Verformung schon ordentlich Kraft aufwenden. Kritisieren könnte man eventuell, dass es nur eine IP68 Rating gibt und kein IP69 wie bei vielen anderen Oberklasse Geräten in der Preisklasse. Andererseits ist zumindest die angegebene Wassertiefe höher als gewohnt. Ob ein Smartphone jemals hartem Strahlwasser ausgesetzt ist, ist ohnehin fraglich.
Störend ist da schon eher der Umstand, dass auch das Xiaomi 17 Ultra mal wieder zu den Kandidaten gehört, bei denen die Kamera extrem "klapprig" gebaut ist. Schon beim einfachen Umdrehen des Smartphones spürt man, wie sich die Optik bewegt und wenn man es etwas schneller bewegt, quittiert das die Optik mit deutlichen Klapper-Geräuschen. Schon das Xiaomi 15 Ultra hatte das Problem, beim Xiaomi 17 Ultra ist es jedoch nochmal ausgeprägter. Und bevor nun wie beim letzten Mal wieder die Vorwürfe kommen, dass dies kein Kritikpunkt sei: doch, ist es. Andere Hersteller schaffen es auch, ausgefeilte Kamerasysteme mit gar keinem oder nur minimalem Klappern zu bauen. Und dabei geht es nichtmal um ein "billiges Handgefühl" oder ähnliches, sondern schlicht um Langlebigkeit. Man darf an der Stelle nicht vergessen, dass Smartphones im Alltag naturgemäß Vibrationen und Erschütterungen ausgesetzt sind. Auf Dauer kann dieses Spiel in der Optik nicht gut sein. Zumindest vom Transport am Fahrrad- oder Motorradlenker ist damit eher abzuraten.
Interessant ist beim Xiaomi 17 Ultra noch, dass Xiaomi hier mal auf ein anderes Button-Design setzt. Statt der üblichen Lautstärkewippe bestehen die Lautstärketasten hier aus zwei separaten runden Tasten. Die Power Taste darunter bleibt aber klassisch geformt. Die Tasten bestehen aus Metall, haben einen guten Druckpunkt und kaum Spiel. Das restliche Layout entspricht dem, was man auch von anderen Xiaomi Geräten kennt. Die Oberseite trägt allerdings keine zweite Lautsprecheröffnung und auch der Infrarot-Blaster befindet sich nicht dort, sondern auf der Rückseite.
| Größe | 6,9 Zoll |
| Auflösung | 2608 x 1200 @120Hz Variable Refresh Rate: 1Hz bis 120Hz |
| Technologie | 12-Bit LTPO HyperRGB AMOLED 68 Milliarden Farben, DCI-P3 Farbraum HLG, HDR10(+) & Dolby Vision Manuelle Helligkeit: 800 Nits HBM Helligkeit: 2000 Nits Peak Helligkeit: 3500 Nits (bis 25% der Fläche) Standardmäßiges DC-Dimming im vollen Helligkeitsspektrum |
| Anzahl Berührungspunkte | 9 Abtastrate: 300Hz Kein Handschuh-Modus Wet-Touch 2.0 |
| Gehärtetes Glas | Ja Xiaomi Shield Glass 3.0 |
| Anti Fingerabdruck Beschichtung | Ja |
Beim Display bietet das Xiaomi 17 Ultra verglichen mit seinem Vorgänger auch Änderungen. Das verbaute AMOLED Panel ist mit 6,9 Zoll deutlich angewachsen (beim Vorgänger waren es 6,73 Zoll). Gleichzeitig ist die Auflösung von 3200 x 1440 Pixel auf 2608 x 1200 Pixel reduziert worden. Die geringere Pixeldichte wird allerdings durch ein HyperRGB Panel mit feinerer Subpixelstruktur ausgeglichen, was dazu führt, dass subjektiv keine Nachteile bei der Schärfe festzustellen sind.
Qualitativ liefert das Xiaomi 17 Ultra weiterhin ein sehr schönes Bild ab, das mit sehr natürlicher Farbdarstellung auffällt. Wer allerdings knallige Farben bevorzugt, schaut in die Röhre, denn Xiaomi hat die Profi-Kalibrierung in den Einstellungen gestrichen. Man kann also keine Anpassungen mehr an RGB Werten, Sättigung, Kontrast und Gamma mehr vornehmen. Bei der Farbtemperatur bewegt sich das Display im optimalen Bereich und hier gibt es auch weiterhin eine Anpassungsmöglichkeit, sofern man es gerne etwas kühler oder noch wärmer hätte.
Videos und Bilder kommen auf dem Display auf jeden Fall gut und natürlich zur Geltung. Auch HDR Inhalte machen mit dem Xiaomi 17 Ultra Spaß, wobei das Gerät die üblichen Xiaomi Standards liefert: HLG, HDR10, HDR10+, Dolby Vision und eine Helligkeit von 3500 Nits in der Spitze auf bis zu 25% der Fläche. Da man das aber schon bei den Mittelklasse Modellen von Xiaomi bekommt, wäre es durchaus schön gewesen, wenn das Xiaomi 17 Ultra hier noch mehr liefern könnte.
Was die Helligkeitswerte bei der Nutzung im Freien betrifft, liefert das Xiaomi 17 Ultra eine leichte Verbesserung. Xiaomi macht zwar keine Angabe zur HBM Helligkeit, doch beim Nachmessen mit einem Colorimeter messen wir 800 Nits bei manueller Einstellung und etwas über 2000 Nits im HBM Modus auf kleineren Flächen. Beim Vorgänger waren es noch rund 1900 Nits. Die Lesbarkeit im Freien ist damit hervorragend und man kann auch bei direkter Sonneneinstrahlung alles gut erkennen, was insbesondere auch beim Nutzen der Kamera bei schönem Wetter von Vorteil ist.
Die Displayeinstellungen vom Xiaomi 17 Ultra wurden wie schon erwähnt etwas zusammengestrichen. Neben den Android Standardeinstellungen gibt es nur noch ein einfaches Farbmanagement ohne erweiterte Einstellungen. Konfigurieren lässt sich hier nur die Darstellung mit zwei vorkonfigurierten Profilen, die adaptive Farbtemperatur und die manuelle Farbtemperatur. Auch Video Upscaling Funktionen sind nicht mehr vorhanden. Die Refresh Rate des Bildschirms lässt sich auf Automatik oder feste 120 oder 60Hz einstellen. Zudem gibt es eine Option um das Display vom standardmäßigen DC-Dimming auf PWM Dimming umzustellen, was wohl Vorteile für die Variable Refresh Rate bringen soll, wobei nicht näher angegeben wird, welche das genau sind. Ein echtes Always On Display mit Dauerbetrieb ist vorhanden und lässt sich als klassisches AOD oder auch als Vollbild AOD einstellen. Beim Vollbild AOD werden Benachrichtigungen als volle Kacheln angezeigt und nicht nur als kleine Icons.
Beim Xiaomi 17 Ultra wird auf Gorilla Glass für das Display verzichtet und stattdessen das hauseigene Xiaomi Shield Glass in Version 3.0 integriert. Offensichtliche Nachteile hatte das im Testzeitraum nicht. Das Displayglas zeigt gewohnt gute Gleiteigenschaften und Kratzfestigkeit. Feine Kratzer sind im Testzeitraum ohne Schutzfolie nicht entstanden und auch das mutwillige Kratzen mit einem Schlüssel oder herumrutschen auf Tischplatten hat keine Spuren hinterlassen. Das Display nimmt Abdrücke nicht zu schnell an und lässt sich einfach reinigen.
Der Touchscreen nutzt beim Xiaomi 17 Ultra eine Abtastrate von maximal 300Hz. Eine angehobene Abtastrate für Spiele gibt es zumindest laut Datenblatt nicht. Wer sich nicht zu den kompetitiven Gamern zählt, wird sich daran aber vermutlich nicht stören. Die 300Hz reichen absolut aus um eine gefühlt fast latenzfreie Reaktion zu erzielen. Auch sonst zeigt der Touchscreen keine Problemzonen und arbeitet präzise und Zuverlässig. Wassertropfen durch Regen stören die Bedienung nicht. Ein Handschuhmodus ist nicht vorhanden.
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 (3nm) 2x Oryon Gen 3 Prime @4,61GHz 6x Oryon Gen 3 Performance @3,63GHz |
| GPU | Adreno 840 (3 Slice Architektur) Takt: 1,2GHz |
| RAM | 16GB LPDDR5X RAM |
| Speicher | 512GB | 1TB UFS 4.1 Lesen: 4,2GB/s | Schreiben: 4,3GB/s (seq.) |
| Micro SD | Nein |
| Fingerabdruck Scanner | Ja (im Display, Ultraschall) |
| Sensoren | Umgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation, Barometer |
| Besonderheiten | USB-C 3.2 Gen2 (10Gbit/s), USB OTG, Videoausgabe (Screen Mirroring), Always-On Display, kein 3,5mm Anschluss, Linearvibration, Stereo Lautsprecher, kein UKW Radio, Infrarot Blaster |
Wie in der gesamten Xiaomi 17 Serie kommt auch im Xiaomi 17 Ultra der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 zum Einsatz. Der aktuelle Oberklasse Prozessor von Qualcomm ist natürlich in Sachen Leistung ganz vorne mit dabei und so liefert das Xiaomi 17 Ultra eine entsprechend flüssige Alltagsperformance. Da das Gerät auch standardmäßig mit 16GB RAM ausgeliefert wird, kann man sich hier auch richtig austoben und sich durch eine Vielzahl von gleichzeitig laufenden Apps oder gar Spielen wurschteln, ohne Performance Engpässe fürchten zu müssen. Das Xiaomi 17 Ultra arbeitet sich superflüssig durch alltägliche Apps, das gesamte System und auch lange Social Media Feeds oder große Webseiten.
Auch für Spiele ist das Xiaomi 17 Ultra durchaus geeignet. Wenngleich es sich nicht dediziert an Gamer richtet, liefert es hier die vom Snapdragon 8 Elite Gen 5 gewohnte Leistung ab. Sehr anspruchsvolle Spiele wie Honkai Star Rail lassen sich nativ auf festen 60fps mit höchsten Grafikeinstellungen spielen. Es fehlen in den Game Tools aber Optionen für HDR Konvertierung und Frame-Gen, was gegenüber manchen Mitbewerbern in dem Segment ein Nachteil ist. Dass Xiaomi die Features gestrichen hat, überrascht vor allem deshalb, da selbst das günstigere Poco F8 Ultra mit demselben Chip Frame-Gen Support bietet.
Bei der Kühlung macht das Xiaomi 17 Ultra einen ganz guten Job. Kalt bleibt unter Last zwar kein Smartphone mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5, und so wird auch das Xiaomi 17 Ultra unter Last deutlich warm, bleibt aber noch auf erträglichen Temperaturen. 40°C sind etwa das höchste, mit dem man hier konfrontiert wird. Angenehm ist dabei, dass sich die Wärme recht gleichmäßig auf das Gehäuse verteilt und es so keine unangenehmen, extrem heißen Stellen gibt.
Das Drosselverhalten im CPU Throttling Test liegt auf einem guten Niveau. Exzessives Drosseln findet hier im Gegensatz zu manchen anderen Geräten mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 nicht statt. Nach 15 Minuten liegt die Restleistung bei 71%, wobei der Leistungsabfall sehr gleichmäßig ausfällt und es nicht zwischendurch zu extremen Schwankungen kommt.
Gleiches gilt auch für den GPU Stress Test mit dem 3DMark Solar Bay Unlimited Test. Hier landet das Xiaomi 17 Ultra mit 65% Restleistung nach 20 Durchläufen in Folge auf einem soliden Niveau. Auch hier zeigt sich ein recht gleichmäßiger Leistungsabfall ohne zwischenzeitlich stärkere Einbrüche. Da gab es in unseren Tests schon einige Smartphones, die hier deutlich schlechter abgeschnitten haben.
Wer sich nicht nur für die Kamera interessiert, sondern auch für die Leistung, für den kann sich ein Upgrade vom Xiaomi 15 Ultra auf das Xiaomi 17 Ultra unter Umständen lohnen. In den Benchmarks liefert das Xiaomi 17 Ultra solide Zuwächse ab. Im Antutu Benchmark liegt das neue Modell knapp 45% vorn. Bei der reinen CPU-Leistung sind es etwa 19% im Single-Core und 17% im Multi-Core. Die GPU-Leistung liefert auch Zuwächse, wenngleich die Mehrleistung hier deutlich von der Art der Aufgabe abhängt. Bei der reinen 3D-Leistung liefert das Xiaomi 17 Ultra nur etwa 5 bis 10% mehr Performance. Bei Compute Aufgaben (17%) und Raytracing (17%) sind die Zuwächse deutlicher.
Wer weniger Wert auf die Kamera legt, sondern eher auf die Leistung und denkt, mit dem Xiaomi 17 Ultra das beste Paket zu erhalten, sollte sich die Entscheidung jedoch genau überlegen. Tatsächlich bietet Xiaomi ja mit dem Poco F8 Ultra ein erheblich günstigeres Modell an, welches ebenfalls mit einem Snapdragon 8 Elite Gen 5 ausgestattet ist. Und genau dieses schlägt das Xiaomi 17 Ultra in fast allen Benchmarks und nimmt im Performance-Ranking von Xiaomi weitgehend den ersten Platz ein.
Konkret liegt das Poco F8 Ultra im Antutu Benchmark nochmal knapp 5% über dem Xiaomi 17 Ultra. In den Geekbench CPU Benchmarks sind es +2,5% im Single-Core und +4,2% im Multi-Core. Im PCMark Work 3.0 Benchmark liegt das Poco F8 Ultra knapp 13% vor dem Xiaomi 17 Ultra. Und auch bei den verschiedenen GPU Benchmarks gibt es teils erhebliche Unterschiede von bis zu 22%. Damit zeigt sich: Teurer ist nicht immer automatisch auch schneller.
Beim Speicher ist das Xiaomi 17 Ultra absolut vorbildlich ausgestattet. Satte 16GB LPDDR5X RAM gibt es schon in der Einstiegskonfiguration. Für anspruchsvolle Multitasker ist das Handy also bestens gerüstet und liefert hier auch eine entsprechend gute Performance. 10 Apps werden problemlos im Hintergrund gehalten, ohne dass es dabei zum neuen Laden kommt, wenn man sie wieder öffnet. Auch ein oder zwei Spiele (je nach Speicherbedarf) lassen sich noch parallel offen halten. Angesichts des großen RAMs ist es fast schon schade, dass Xiaomi weiterhin keinen Desktop Modus für externe Bildschirme anbietet.
Auch beim Festspeicher für Apps und Daten liefert das Xiaomi 17 Ultra eine vorbildliche Ausstattung mit 512GB im Einstieg oder 1TB in der Spitzenkonfiguration. Dabei kommt der übliche UFS 4.1 Speicher zum Einsatz, dessen Werte sich in den Speicher Benchmarks auch auf dem Niveau der Konkurrenz bewegen. Rund 4,2 bis 4,3GB/s sind hier beim sequenziellen Lesen und Schreiben möglich. Eine Erweiterung per MicroSD Karte ist natürlich wie gewohnt nicht vorgesehen.
Per USB-C lässt sich aber durchaus externer Speicher anschließen - und das auch erfreulich schnell. Der USB-C Anschluss unterstützt nämlich USB 3.2 Gen2 mit bis zu 10GBit/s. Beim Vorgänger war er noch auf 5GBit/s limitiert. Auch das Anschließen eines externen Bildschirms ist per USB-C möglich. Wie schon erwähnt gibt es hier jedoch nur Screen-Mirroring und keinen Desktop Modus.
Bei den Sensoren liefert das Xiaomi 17 Ultra eine Vollausstattung ohne Einschränkungen beim Kompass oder Gyroskop. Sogar ein Barometer ist mit an Bord. Der Fingerabdrucksensor sitzt als Ultraschallsensor im Display in angenehmer Höher und entsperrt schnell und zuverlässig. Das Face Unlock per Frontkamera funktioniert ebenfalls zuverlässig und das auch bei Dämmerlicht. Ein Infrarotblaster ist vorhanden und innerhalb des Kamerabuckels auf der Rückseite untergebracht. Der Linearvibrator erzeugt ein kräftiges und präzises Feedback ohne laute Geräusche.
| Variante | HyperOS 3 Version im Test: 3.0.302.0.WPAEUXM.C07 |
| Android Version | Android 16 Sicherheitspatch im Test: April 2026 |
| Google zertifiziert | Ja |
| DRM Technologien | ClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM |
| Bloatware | Ja (App Store, Browser, Social Media, Shopping, Office, Streaming) |
| Root-Zugriff | Nein |
| OTA Updates | Ja (ein Update im Testzeitraum) Update Garantie: 5 / 6 Jahre |
| Schadsoftware | Keine Funde Facebook / Meta Systemdienste vorhanden |
Das Xiaomi 17 Ultra wurde im Testzeitraum mit Android 16 und der HyperOS 3 Oberfläche ausgeliefert. Die Nutzererfahrung entspricht dem, was man von HyperOS auch auf anderen Geräten von Xiaomi kennt. Die deutsche Übersetzung ist vollständig und die Google Dienste sowie der Play Store sind ab Werk installiert und voll funktionsfähig. Auch Android Auto und WearOS Geräte werden vom Xiaomi 17 Ultra beim Kauf eines europäischen Geräts unterstützt.
Der Sicherheitspatch im Testzeitraum war auf dem Stand vom April 2026. Zum Release des letzten Updates war das noch aktuell. Die Update Frequenz scheint damit höher zu sein als bei günstigeren Xiaomi Geräten, wenngleich auch nicht auf Spitzenniveau, denn der Mai Sicherheitspatch wäre mittlerweile aktuell und es geht schon aufs Ende des Monats zu. Was die Update Garantie angeht, verspricht das Xiaomi 17 Ultra 5 Jahre Android Updates (bis Android 21) und 6 Jahre Sicherheitsupdates.
Das Xiaomi 17 Ultra ist natürlich Google-zertifiziert und macht somit keine Probleme bei Nutzung verschiedener Google Dienste oder sicherheitsrelevanter Drittanbieter Software wie Banking Apps. Die DRM Unterstützung bietet Widevine Level 1 Zertifizierung für hochauflösendes Streaming von Netflix und Co. Der HDR Support umfasst alle wichtigen Standards inklusive Dolby Vision.
Wie alle Xiaomi Smartphones kommt auch das Xiaomi 17 mit Bloatware daher, wobei die Menge der vorinstallierten Apps nicht ganz so extrem ist wie bei den günstigeren Modellen des Herstellers. Wie gewohnt lässt sich die Bloatware deinstallieren und stört dann auch nicht weiter. Ausgenommen davon sind allerdings (zumindest mit Bordmitteln) die Meta (Facebook) Systemdienste, welche sich nur deaktivieren lassen. Scans nach Schadsoftware haben keine Funde ergeben und auch sonst gab es in der Software keine unschönen Probleme wie Abstürze oder Performance Einbrüche zu verzeichnen.
| Mobilfunk | 2G: B2/3/5/8 3G: B1/2/4/5/6/8/19 4G-FDD: B1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/18/19/20/25/26/ 28/32/66/71 4G-TDD: B38/39/40/41/42/48 5G-SA: n1/2/3/5/7/8/12/20/25/26/28/38/40/41/48/ 66/71/75/77/78/79 5G-NSA: n1/2/3/5/7/8/20/28/38/40/41/66/71/75/77/ 78/79 |
| WLAN | WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax/be (Wi-Fi 6/6E/7) 2x2 MIMO, Wi-Fi Direct |
| Bluetooth | Bluetooth 6.0 Dual Bluetooth |
| NFC | Ja (mit Google Pay) |
| Dual SIM | Dual Nano SIM Dual eSIM Unterstützung |
| Positionsbestimmung | GPS (L1+L5), A-GPS, Galileo (E1+E5a), GLONASS (G1), BDS, QZSS (L1+L5), NavIC (L5) |
Im Mobilfunk leistet sich das Xiaomi 17 Ultra keine Schwächen. Der Empfang ist in allen Situationen hervorragend und das Smartphone kommt auch mit schwierigeren Umgebungen gut zurecht. Auch die Frequenzunterstützung fällt bei dem Modell recht umfangreich aus. Im o2-Netz konnte das Xiaomi 17 Ultra mit einer 5G+ Verbindung eine Downloadgeschwindigkeit von 294Mbit/s und eine Uploadgeschwindigkeit von 43,7Mbit/s erreichen.
Die Dual-SIM-Unterstützung des Xiaomi 17 Ultra umfasst zwei physische Nano-SIM-Karten oder optional auch den Mischbetrieb mit einer eSIM Karte. Alternativ wird auch ein reiner eSIM Betrieb unterstützt, wobei dann zwei eSIM Karten genutzt werden können. Für Dual SIM ist man also nicht auf eine physische SIM Karte angewiesen.
Im WLAN deckt das Xiaomi 17 Ultra dank des Oberklasse Chipsatzes neben Wi-Fi 6 auch den neuen Standard Wi-Fi 7 ab. Im Test mit einem Wi-Fi 6 Router gab es keine Einschränkungen beim Empfang mit stabiler Verbindung im am schwächsten abgedeckten Raum des Hauses und unterbrechungsfreiem Streaming in diesem. Im Speedtest erreichte das Xiaomi 17 Ultra gedeckelt durch die Internetverbindung einen Durchsatz von 1053Mbit/s neben dem Router und 114Mbit/s eine Etage tiefer.
Die Bluetooth Unterstützung umfasst die Version 6.0 wobei das Xiaomi 17 Ultra auch Dual Bluetooth unterstützt. Im Test von Bluetooth gab es mit verschiedenen Endgeräten keine Probleme. Die Audioübertragung blieb auch bei zwei bis drei Räumen Entfernung zum Smartphone stabil. NFC Unterstützung ist vorhanden und Google Pay lässt sich darüber wie gewohnt nutzen.
Für die Positionsbestimmung nutzt das Xiaomi 17 Ultra alle relevanten Satellitenkonstellationen. Im Test mit der GPS Test App wird ein schneller Fix erreicht der eine sehr gute Signalstärke attestiert und in der Regel über 50 Satelliten umfasst. Im Praxistest liefert das Xiaomi 17 Ultra zuverlässige und genaue Navigation mit schneller Reaktion auf Routenabweichungen und beim GPS Tracking eine sauber eingezeichnete Strecke mitsamt gut sichtbaren Wechseln zwischen Straßenseiten.
| Lautsprecher | Stereo Lautsprecher Rahmen unten + Telefonhörer |
| Noise Cancelling Mikrofon | Ja Quad Mikrofon Array |
| Weitere Merkmale | VoLTE & VoWiFi, VoNR, Dolby Atmos oder Xiaomi Sound mit Systemequalizer & Presets |
Bei den internen Lautsprechern enttäuscht das Xiaomi 17 Ultra ein wenig. Versteht das nicht falsch: die Stereo Lautsprecher klingen schon gut und werden ausreichend laut, ohne dabei zu kratzen oder unangenehm zu klingen. Doch angesichts der Preisklasse gibt es durchaus Luft nach oben bei den Bässen. Diese bleiben hinter manch anderen Oberklasse Flaggschiffen zurück und reichen nichtmal an manche der Top-Geräte aus Xiaomi's günstigeren Preisklassen heran (Poco F8 Ultra und Poco X8 Serie liefern z.B. deutlich bassstärkere Lautsprecher).
Die Optionen zur Klangverbesserung umfassen alles, was man auch von anderen Xiaomi Geräten kennt. Für die Klangoptimierung kann man zwischen Dolby Atmos und Xiaomi Sound wählen. Beide Systeme liefern einen Systemequalizer mit Presets oder manueller Einstellung zur Anpassung des Klangbildes.
Beim Telefonieren liefert das Xiaomi 17 Ultra eine sehr gute Sprachqualität mit klaren Stimmen und wenig Hintergrundgeräuschen. Das Quad-Mikrofon-System macht sich da deutlich bemerkbar. Neben VoLTE bietet das Xiaomi 17 Ultra auch Vo5G bzw. VoNR Unterstützung. VoWi-Fi ist ebenfalls vorhanden und hat im Test im o2 Netz einwandfrei funktioniert, nachdem die Option in den Einstellungen aktiviert wurde.
| Hauptkamera | Leica VARIO-APO-SUMMILUX 1:1.67–2.9/14-100 ASPH Haupt: 50MP Light Fusion 1050L 1-Zoll f/1.67 23mm OIS AF Tele: 200MP Samsung HPE 1/1,4" 3.2-4.3x f/2.39-f/2.96 75-100mm OIS AF Ultrawide: 50MP Samsung JN5 1/2,75" f/2.2 14mm 115° EIS AF Spektralsensor: Ja Video: 8k30 / 4k120 (Alle); 4k60 (Alle); 4k30 (Alle) Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR & LOG Video: Dolby Vision / LOG bis 4k120 (Haupt & Tele); Dolby Vision / LOG bis 4k60 (Alle) |
| Frontkamera | 50MP OmniVision OV50M 1/2,87" f/2.2 21mm EIS AF Video: 4k60 / 4k30 Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR & LOG Video: Dolby Vision bis 4k60, kein LOG |
| Blitz | Dual LED Blitz |
| Fokus | PDAF + CDAF + Laser |
| Slow Motion | Natives 4k mit 120fps Slow Motion Modus: FHD960 & FHD1920 (ohne HSR & Ton), FHD 480 / FHD240 / FHD120 (mit HSR & Ton) |
Bei den Kameras hat Xiaomi den bisherigen Ansatz der Ultra Serie deutlich verändert. Verglichen mit dem Vorgänger setzt das Xiaomi 17 Ultra jetzt auf weniger einzelne Kameras. So kommen in der rückseitigen Kameraeinheit nur noch drei Kameras zum Einsatz. Im Gegenzug bietet das Modell ein Highlight, welches es von allen anderen Ultra Modellen der chinesischen Konkurrenz abhebt: echten variablen optischen Zoom. Die 200MP Tele-Kamera kann zwischen 3,2 und 4,3-fachem optischen Zoom stufenlos gesteuert werden. Entsprechend sind auch die Blendenwerte variabel. Flankiert wird die variable Tele-Kamera von einer 50MP Hauptkamera mit 1-Zoll Sensor und einer 50MP Ultraweitwinkelkamera mit Autofokus. Für Feinschliff sorgt ein Laser-Autofokus und auch ein Spektralsensor für optimierten Weißabgleich und gleichmäßigere Farbwiedergabe.
Was dieses Kamerasystem insgesamt zu leisten vermag, schauen wir uns in den folgenden Abschnitten genauer an. Alle Aufnahmen wurden mit aktivem Auto HDR, so weit möglich ohne KI-Unterstützung und im Farbmodus Leica Vibrant aufgenommen. Wer sich wundert: Bei früheren Modellen wurde immer mit Leica Authentic getestet, was allerdings von Lesern und Zuschauern auf YouTube immer wieder kritisiert wurde. Da Leica Vibrant der Standard-Modus ist, werden wir ab sofort eben diesen Farbmodus nutzen.
Auch im Xiaomi 17 Ultra steckt wieder ein 1-Zoll Hauptsensor, welcher nativ eine Auflösung von 50MP bietet, im Standardmodus jedoch mit Pixel Binning und 12MP Auflösung betrieben wird. Der neue Sensor bietet LOFIC für einen verbesserten Dynamikumfang. Beim Vergleich zwischen dem Xiaomi 17 Ultra und dem Xiaomi 15 Ultra fällt das direkt recht deutlich auf. In Situationen mit hohem Kontrastumfang zeigt das Xiaomi 17 Ultra deutlich mehr Details in den hellsten und dunkelsten Bildbereichen und liefert damit in Sachen Dynamikumfang die bisher schönsten Bilder, die wir bisher bei einem Oberklasse Smartphone gesehen haben. Andere Geräte mit LOFIC-Sensoren werden da aber wohl gleichauf sein.
Was ebenfalls auffällt: Das Xiaomi 17 Ultra liefert konsistentere Farben, weniger Neigung zu Farbstichen und allgemein einen erheblich neutraleren Weißabgleich als sein Vorgänger, welcher ja oft mit einem störenden Rotstich zu kämpfen hatte. Dies wird wohl dem Spektralsensor zu verdanken sein, der beim Xiaomi 17 Ultra endlich mit an Bord ist. Was hingegen problematisch bleibt, ist die Farbtreue. Das Xiaomi 17 Ultra präferiert weiterhin weniger eine natürliche Farbwiedergabe, sondern legt den Fokus eher auf lebendige Bilder. Farben werden zwar nie komplett verfälscht, sind aber häufig deutlich stärker gesättigt als in der Realität. Ob man nun den Leica Authentic oder den Leica Vibrant Farbmodus nutzt, macht dabei zwar sichtbare Unterschiede, allerdings tendiert das Xiaomi 17 Ultra in beiden Farbmodi dazu, Farben gesättigter als in der Realität darzustellen. Wer gesättigte Farben bevorzugt, wird damit natürlich völlig zufrieden sein.
Ansonsten gibt es an der Hauptlinse bei Tag gar nichts auszusetzen. Der Fokus sitzt in der Regel perfekt, die Bildschärfe überzeugt auch auf größere Distanz mit schöner Detaildarstellung (besser als beim Vorgänger) und in schwierigen Lichtsituationen zeigt sich nirgendwo ein auffälliges Bildrauschen oder ein deutlicher Verlust an Bildschärfe bzw. allgemein Bildqualität. Im Nahbereich liefert die Kamera einen sehr intensiven Bokeh-Effekt, das Auslösen funktioniert weiterhin nahezu verzögerungsfrei und auch sich bewegende Motive werden in der Regel scharf abgebildet.
Im 50MP Modus überrascht das Xiaomi 17 Ultra bei der Hauptlinse mit keinerlei Einbußen beim Dynamikumfang, keinerlei Steigerung des Rauschanteils in dunklen Bildbereichen und auch sonst keinerlei Nachteile gegenüber dem 12MP Modus. Die Auslösezeit verlängert sich nur sehr geringfügig und auch bewegte Motive werden in 50MP weiterhin scharf abgelichtet. Der 50MP Modus liefert also einfach nur größere Bilder mit mehr Details und man muss dabei keine großen Kompromisse eingehen.
Mit zweifachem Digitalzoom schlägt sich die Hauptlinse im Xiaomi 17 Ultra ebenfalls sehr gut. Auch hier zeigen die Bilder keine Unterschiede im Dynamikumfang, Rauschanteil in dunklen Bildbereichen oder sonstigen Nachteilen gegenüber dem Standardmodus. Auch an den Farben gibt es keine Unterschiede festzustellen. Feine Details auf entfernten Texturen werden mit Digitalzoom natürlich etwas weniger scharf abgebildet, was aber im Regelfall nicht bis kaum auffällt.
Überraschend ist hingegen, dass trotz des großen Sensors bei Nachtaufnahmen mit Digitalzoom ein sehr deutlicher Qualitätsverlust zu erkennen ist. Nachtfotos sind sicherlich auch mit Digitalzoom noch gut brauchbar, zeigen aber deutlich weniger Schärfe und allgemein matschigere Texturdetails. Das gilt übrigens auch für recht gut ausgeleuchtete Nacht-Szenen, was aufgrund des lichtstarken Sensors doch etwas verwundert.
Die zwei voneinander getrennten Blitz LEDs mit unterschiedlichen Farbtemperaturen sorgen beim Xiaomi 17 Ultra in Verbindung mit dem Spektralsensor für farblich neutrale Blitzaufnahmen mit guter Ausleuchtung ohne helle Spots im Nahbereich. Der große und lichtstarke 1-Zoll-Sensor fängt indes eine Menge Licht ein und liefert damit eine hohe Blitzreichweite. Auch größere Räume lichtet das Xiaomi 17 Ultra so noch n sehr guter Qualität ab, wobei auch dann kaum Bildrauschen auszumachen ist. Bei den Farben zeigen sich keinerlei Verfälschungen und auch der Weißabgleich erzeugt nie störende Farbstiche. Auch hier ist der Unterschied im Vergleich zum Vorgänger dramatisch.
Bei Nachtfotos finden die Stärken der Hauptlinse zusammen: Lichtstärke und Dynamikumfang durch LOFIC-Technologie. Und auch sonst stimmt die Optimierung. Tendenziell ist das Xiaomi 17 Ultra bei Nachtaufnahmen zwar eher warm abgestimmt, hält das Niveau aber durch den Spektralsensor sehr konstant. Die Lichtausbeute fällt trotz kurzer Belichtungszeiten mit Auto Night Mode sehr gut aus und es entstehen scharfe, rauscharme Bilder, die auch bei größerer Entfernung noch eine recht gute Detailwiedergabe liefern. Der Dynamikumfang ist dabei durchgehend exzellent ohne jegliche Überbelichtung um Lichtquellen herum, störende Halos oder sonstige unschöne Bildartefakte.
Bei der Langzeitbelichtung kommt die LOFIC-Technologie im Hauptsensor noch stärker zum Tragen. Das Xiaomi 17 Ultra liefert hier rein vom Dynamikumfang her sensationelle Ergebnisse. Getestet wurde übrigens der dedizierte Langzeitbelichtung-Modus, da dieser mittels Stativerkennung Belichtungszeiten von über 2 Minuten ermöglicht, wohingegen im Pro-Modus nur die üblichen 30 Sekunden möglich sind. Sowohl angestrahlte Gebäude als auch dunkle Bildbereiche und ein Sternenhimmel werden hier in voller Pracht abgebildet. Enttäuschend ist nur, dass der Modus noch deutlich Feinschliff benötigt. Wie unschwer zu erkennen ist, sind die Aufnahmen viel zu gesättigt und weisen einen extremem Rotstich auf. Der Spektralsensor wird hier anscheinend gar nicht genutzt oder falsch eingebunden. Zudem sehen die Bilder mit Langzeitbelichtung unschärfer / matschiger aus, als die Bilder vom Nachtmodus. Hier wird hoffentlich ein künftiges Software-Update noch nachbessern, denn sehr viel Potenzial ist hier in jedem Fall vorhanden.
Wenden wir uns als nächstes der Telekamera zu und damit einem weiteren Highlight. Neben dem großen 200MP Sensor kommt diese ja auch mit einer echten variablen Tele-Optik daher, sodass man die Zoomstufe frei zwischen 3,2-fach und 4,3-fach setzen kann. Dies geschieht entweder über vorkonfigurierte Stufen in der Oberfläche (siehe Betitelung der Testaufnahmen) oder über ein stufenloses virtuelles Stellrad. Die Optik reagiert dabei sauber auf die Einstellung und erzeugt kaum Geräusche. Das, was man hört, wird beim Filmen zuverlässig ausgefiltert.
Sicherlich ist der Bereich des variablen Zooms relativ klein und der Unterschied zwischen den Stufen recht subtil. Dennoch ist das Feature recht praktisch, wenn man z.B. die Perspektive feinjustieren möchte. Auch die Intensität des Bokeh-Effekts variiert leicht zwischen den Zoomstufen, wobei hier auch abhängig von der Entfernung des Motivs ist, wie stark dies auffällt.
Ein großes Lob verdient das Xiaomi 17 Ultra für die Abstimmung der Telekamera auf die Hauptlinse. Beim Vorgängermodell war dieses Thema noch problematisch, doch beim 17 Ultra gibt es wirklich kaum noch Unterschiede in der Farbdarstellung zwischen den Kameras. So liefert auch die Telekamera denselben guten Weißabgleich wie die Hauptlinse. Nur beim Dynamikumfang ist die Telekamera nicht ganz auf dem Niveau der Hauptlinse, was aber durch das Fehlen der LOFIC-Technologie in dem verbauten 200MP Sensor zu erwarten ist.
Was die sonstige Charakteristik der Telekamera angeht, so gibt es hier keine größeren Unterschiede. Bildschärfe, Detaildarstellung und Qualität bei Gegenlicht oder Innenraumaufnahmen sind auch bei dieser Kamera gelungen und geben keinen Anlass zur Kritik. Die Kamera liefert einfach in allen Situationen schöne Bilder und liefert zudem einen sehr zuverlässigen Autofokus. Unten in den Beispielbildern seht ihr das beispielsweise an der kleinen gelben Blume. Der Fokus konnte hier trotz der großen Distanz ohne jegliche Tricksereien gesetzt werden.
Auch der 50MP Modus der Telekamera wurde exzellent umgesetzt. Bei Bedarf lässt sich der Sensor natürlich auch mit vollen 200MP nutzen, allerdings bietet das erfahrungsgemäß meist mehr Nachteile als Vorteile. Bei 50MP kann der Sensor weiterhin Pixel Binning nutzen und so z.B. in Innenräumen das rauschen gering halten. Das merkt man auch, denn auch die Telekamera liefert im 50MP Modus saubere Innenraumaufnahmen ohne auffälliges Rauschen. Auch der Dynamikumfang bleib gut. Die Bilder liefern einen tollen Detailreichtum und gleichen bei der Farbwiedergabe den Bildern im 12MP Modus. Der Weißabgleich bleibt auch hier stets neutral.
Beim Digitalzoom mit der Telekamera macht sich der hochauflösenden Sensor auch bemerkbar. Standardmäßig lässt sich hier eine 8,6-fache Zoomstufe auswählen, wobei das Xiaomi 17 Ultra selbst hier noch einwandfreie Bilder liefert. In der Regel ist hier bei normaler Betrachtung kein Qualitätsverlust erkennbar, die Bilder wirken also immer noch wie optischer Zoom. Die Farbdarstellung verändert sich weiterhin nicht, der Weißabgleich bleibt neutral, auch bei Motiven mit stark dominantem Farbanteil. Feine Details auf Oberflächentexturen bleiben weitgehend erhalten und werden nicht übermäßig stark verwaschen. Besonders überraschend ist allerdings, dass der Digitalzoom selbst bei Nacht noch sehr brauchbare Ergebnisse liefert. Diese sehen sogar deutlich besser aus, als Nachtfotos mit Digitalzoom der Hauptlinse. Sie wirken schärfer und detaillierter, ohne übermäßiges Bildrauschen zu zeigen. Erst bei Motiven, wo kaum noch Kunstlichtquellen vorhanden sind, steigt die Kamera dann aus.
Wie bei Spitzenkameras üblich, haben wir natürlich auch wieder 20-fachen Digitalzoom getestet. Hier bleiben die Ergebnisse allerdings wie beim Vorgänger durchwachsen. Je nachdem, wie weit man sich vom Motiv entfernt befindet und wie fein strukturiert das Motiv ist, sehen solche Aufnahmen mal besser, mal schlechter aus. Tendenziell nimmt die Bildqualität mit zunehmender Entfernung deutlich ab. Bei sehr großer Entfernung bekommt die Kamera dann auch Probleme mit Verwackeln (siehe Kirchturm).
Beim Digitalzoom hat sich ja schon angedeutet, dass sich die Telekamera vom Xiaomi 17 Ultra in Low-Light-Szenarien nicht schlecht schlagen wird. Und dem ist natürlich auch so. Nachtfotos mit rein optischem Zoom sehen super aus - knackscharf, detailliert und rauscharm bis rauschfrei - je nachdem wie viele Lichtquellen vorhanden sind. Interessanterweise liefert die Telekamera etwas kühler abgestimmte Farben, was generell für einen natürlicheren Look sorgt als bei der Hauptlinse. Was man letztlich bevorzugt, ist natürlich Geschmacksache. Manch einer empfindet es eventuell auch als Nachteil, dass es bei den Nachtfotos einen Unterschied zwischen Haupt- und Telekamera gibt. Der Weißabgleich bleibt allerdings auch hier neutral, die Kamera erzeugt also nie auffällige Farbstiche. Probleme mit Verwackeln zeigen sich auch nicht und die Auslösezeit bleibt kurz. Der Dynamikumfang ist etwas schlechter als bei den Nachtfotos der Hauptlinse, was aber mangels LOFIC bei der Telekamera auch nicht anders zu erwarten war. Um Lichtquellen bleibt der Dynamikumfang zwar gut, aber dunkle Bildbereiche werden eindeutig stärker abgeschnitten.
Wo das Xiaomi 17 Ultra im Vergleich etwas abfällt, ist bei der Ultrawide-Kamera. Hier kommt mit dem 50MP Samsung JN5 ein wenig besonderer Sensor zum Einsatz, der häufig in Ultrawide-Kameras im höheren Preissegment zu finden ist. Schlecht ist die Ultrawide-Cam zumindest bei Tag sicherlich nicht, liefert aber auch keine neuen Maßstäbe. Sie liefert solide Bilder mit guter Verzerrungskorrektur, wenig Unschärfe im Randbereich und guter Farbwiedergabe, die auch hier sehr gut auf die restlichen Kameras abgestimmt ist. Auch der Weißabgleich zeigt sich hier wieder sehr neutral und konsistent. Leichte Schwächen zeigen sich hingegen beim Dynamikumfang vor allem in Innenräumen bei starken Hell-Dunkel-Kontrasten, der allgemeinen Bildschärfe bzw. Detailwiedergabe auf große Distanz und dem Qualitätsverlust bei nicht optimaler Ausleuchtung. Vor allem letzterer ist relativ deutlich wahrnehmbar und bei einem Ultra-Modell mit entsprechenden Kameraansprüchen ein valider wenngleich kleiner Kritikpunkt.
Im 50MP Modus lässt sich immerhin ein Aspekt der Ultrawide-Cam etwas verbessern. Die Detaildarstellung und damit Schärfe der Bilder steigert sich zumindest bei guter Ausleuchtung deutlich. Speziell Landschaftsaufnahmen mit der Ultrawide-Cam wirken dann etwas schärfer. Weitere Einbußen beim Dynamikumfang gibt es dabei erfreulicherweise nicht zu verzeichnen.
Nur für Schnappschüsse ist die Ultrawide-Kamera des Xiaomi 17 Ultra allerdings bei Nachtaufnahmen zu gebrauchen. Auch Szenen mit recht vielen Lichtquellen wirken sehr weich, was vermutlich auf Rauschunterdrückung zurückzuführen ist. Die Bilder liegen auf dem Niveau günstigerer Performance-Flagships und werden einem Ultra-Modell damit nicht wirklich gerecht.
Makro Aufnahmen lassen sich mit dem Xiaomi 17 Ultra nur mit der Ultrawide-Kamera ohne Digitalzoom machen, da nur diese auf ca. 3 bis 4cm fokussiert. Bei der Telekamera liegt der Mindestabstand bei ca. 15cm, womit diese aus technischer Sicht nicht als Tele-Makro-Kamera bezeichnet werden kann. Der 200MP Sensor kompensiert das allerdings mit der hohen Auflösung und dem entsprechend geringen Qualitätsverlust durch den Digitalzoom. Mit der 8,6-fachen Zoomstufe taugt sie somit trotzdem als Makro Kamera.
Tatsächlich liefert sie für Makroaufnahmen auch die schöneren Ergebnisse. Neben dem deutlich intensiveren Bokeh, zeigen die Makroaufnahmen mit der Telekamera auch eine bessere Bildschärfe und Detaildarstellung sowie weniger Verzerrung am Bildrand. Insgesamt muss sich das Xiaomi 17 Ultra in dieser Disziplin also nicht verstecken und liefert sehr ansprechende Makroaufnahmen ab. Auch hier gibt es übrigens keinerlei Probleme beim Weißabgleich.
Der Portrait Modus des Xiaomi 17 Ultra liefert meist sehr gute Ergebnisse ab. Aussetzer bei der Erkennung von Motivumrissen treten nur selten auf. Meist kommt die Software auch bei komplexen Umrissen gut mit der Trennung von Motiv und Hintergrund zurecht. Der Bokeh-Effekt an sich wirkt auch meist glaubhaft mit natürlichem Verlauf der Unschärfe über die Distanz hinweg. Lichtkreise werden nicht übertrieben erzeugt und sehen ebenfalls glaubhaft aus. Über einen Schieberegler lässt sich die Stärke des Bokeh-Effekts variieren und zudem gibt es auch verschiedene Bokeh-Effekte zur Auswahl, sodass man z.B. das Aussehen der Lichtkreise anpassen kann.
Die Frontkamera ist neben der Ultrawide-Kamera die zweite Kamera des Xiaomi 17 Ultra, wo man sich eine etwas bessere Leistung wünschen würde. Auch hier muss zwar einschränkend gesagt werden, dass die Selfies nicht schlecht aussehen, natürliche Farben und einen guten Dynamikumfang liefern und auch beim Weißabgleich nie daneben liegen, doch hebt sie sich trotz 50MP Sensor mit Pixel Binning und Autofokus nicht nennenswert von einigen (guten) günstigeren Xiaomi Smartphones ab. Bei der Bildschärfe sieht man selten mehr Details als beispielsweise bei den gut optimierten 20MP Selfie-Kameras in den gehobenen Mittelklasse-Smartphones des Herstellers. Feine Oberflächendetails (Haut und Haare) wirken leicht verwaschen. Auch die Bildqualität innerhalb von Räumen oder bei Nachtaufnahmen unterscheidet sich nicht nennenswert von den günstigeren Modellen. Der Qualitätsverlust ist vertretbar, fällt jedoch nicht geringer aus. In den Nachtaufnahmen ist auch ein eindeutiges Bildrauschen zu erkennen. Unterm Strich gab es da in der Oberklasse durchaus schon Frontkameras, die in unseren Tests noch etwas besser abgeschnitten haben. Die Frontkamera ist also solide, aber nicht Spitzenklasse.
Bei den Video-Modi punktet das Xiaomi 17 Ultra mit Spitzenniveau. 8k30 Videos sind mit allen Kameras außer der Frontkamera möglich. Zudem wird 4k mit bis zu 120fps unterstützt, wobei hier dann zusätzlich die Ultrawide-Kamera rausfällt. 4k60 wird dann hingegen mit allen Kameras inklusive Front- und Ultrawide-Kamera unterstützt.
Fürs Filmen mit HDR unterstützt das Xiaomi 17 Ultra Dolby Vision und das mit bis zu 4k120. Hier gelten natürlich dieselben Kamera-Einschränkungen wie auch bei 4k120 Videos ohne HDR. 4k60 beherrschen dann alle Kameras mit Dolby Vision. Nahezu dasselbe gilt auch für die Unterstützung von LOG Aufnahmen mit Custom LUTs. Hier gibt es lediglich die zusätzliche Einschränkung, dass die Frontkamera unabhängig von der Auflösung und Framerate gar keine LOG Aufnahmen unterstützt.
Was man allgemein loben muss, ist die Audioqualität der Videos vom Xiaomi 17 Ultra. Die Aufnahmen klingen sehr gut und absolut natürlich, wobei auch die Klarheit und die Dynamik sehr überzeugen. Stimmen und Naturgeräusche klingen gleichermaßen sehr natürlich und der Pegel passt in der Regel perfekt. Das Quad-Mikrofon-Setup macht sich hier offenbar bezahlt. Was ebenfalls auffällt, ist die recht gute Unterdrückung von Windgeräuschen. Diese sind zwar zu hören, allerdings nicht in störender Lautstärke wie bei vielen anderen Smartphones und es gibt durch die Unterdrückung auch kaum störende Tonartefakte.
Was die Bildqualität angeht, liefert alle Kameras im 8k Modus knackscharfes Bildmaterial ab. Farblich bewegen sich die Aufnahmen auf einem natürlichen Niveau, also ohne starke Sättigung wie bei den Bildern. Gleichzeitig arbeitet der Weißabgleich perfekt. Gelegentlich ist hier allerdings ein leichtes Fokuspumpen und "Linsenzittern" zu beobachten, was natürlich vor allem beim Laufen auffällt. Die Stabilisierung funktioniert im 8k Modus gut über alle Kameras hinweg, ist bei den Kameras mit OIS Stabilisierung jedoch nicht ganz so ruhig wie in den niedrigeren Auflösungen, wo zusätzlich noch EIS zum Einsatz kommt. Bei den Nachtvideos zeigen alle Kameras im 8k Modus einen deutlichen Qualitätsabfall, bleiben allerdings auf solidem Schnappschuss-Niveau. Einzige Ausnahme ist hier die Ultrawide-Kamera, die im 8k Modus bei Nachtaufnahmen nur noch stark verrauschte und unscharfe Aufnahmen liefert.
Beim Wechsel auf 4k Auflösung mit 60fps liefern alle Kameras weiterhin scharfes und detailreiches Bildmaterial ab. Die Farben bleiben unverändert natürlich und der Weißabgleich arbeitet weiterhin zuverlässig mit neutraler Abstimmung. Fokuspumpen fällt bei 4k60 Auflösung nicht auf. Der Autofokus reagiert bei allen Kameras zuverlässig und ausreichend schnell. Bei den Haupt- und Tele-Linsen gesellt sich zur OIS Stabilisierung noch die EIS Stabilisierung dazu, was die Aufnahmen vor allem beim Laufen deutlich ruhiger macht und das Linsen-Zittern bei Erschütterungen etwas reduziert. Nachtvideos zeigen mit 4k60 einen deutlichen Qualitätsgewinn mit besserer Lichtausbeute, höherer Bildschärfe und weniger Rauschanteil. Einzige Ausnahme ist auch hier wieder die Ultrawide-Kamera, welche in 4k60 noch schlechtere Aufnahmen liefert als in 8k30.
Beim Wechsel auf 4k30 ändert sich am Gesamteindruck der Kameras in Sachen Fokus, Bildqualität und Farbdarstellung sowie Stabilisierung nichts. Was allerdings auffällt ist, dass die Aufnahmen allesamt mit einem deutlichen Ruckeln oder stottern daherkommen. Allein mit der niedrigeren Framerate lässt sich das nicht erklären, da die 8k30 Aufnahmen deutlich flüssiger aussehen, obwohl diese ja dieselbe Framerate nutzen. Hier scheint es Softwareseitig irgendein Problem mit dem Shutter Timing zu geben. Bei der Qualität von Nachtvideos gibt es in 4k30 allerdings bei der Hauptkamera nochmal einen deutlichen Qualitätsgewinn und noch mehr Lichtausbeute. Die Tele-Kamera gewinnt hingegen nicht dazu und die Videoqualität der Ultrawide-Kamera bleibt bei Nacht unterirdisch.
Bei der Frontkamera gibt es beim Filmen in 4k60 eine solide Bildqualität mit guter EIS Stabilisierung, anständiger Schärfe und auch hier natürlichen Farben und neutralem, konsistentem Weißabgleich. Auffällig ist allerdings ein subtiles Bildrauschen auch bei Tageslicht sowie oft nicht ganz optimaler Dynamikumfang. Kritikwürdig ist allerdings der starke Qualitätsabfall bei abnehmendem Licht. Bei Nachtaufnahmen bewegt sich die Frontkamera leider auf Mittelklasse Niveau, was für ein Kamera-Flaggschiff durchaus ein valider Kritikpunkt ist. Leider ändert sich daran auch nichts, wenn man die Kamera auf 30fps umstellt.
Bei den Slow Motion Aufnahmen ist das Xiaomi 17 Ultra sehr gut aufgestellt. Wie schon erwähnt gibt es mit 4k120 einen nativen "High Frame Rate" Modus, den man ohne Längenbegrenzung direkt aus dem normalen Videomodus heraus starten kann. Zudem gibt es einen dedizierten Slow Motion Modus mit weiteren Optionen. In Full HD wird hier 120, 240 und 480fps für HSR Videos mit Tonspur ohne Längenbegrenzung unterstützt. Zudem gibt es zwei Modi für kurze Slow Motion Videos ohne Tonspur und ohne HSR die mit 960fps oder 1920fps aufzeichnen. Alle Modi liefern ordentliches, gut brauchbares Videomaterial.
| Kapazität (Angabe) | 6.000mAh |
| Kapazität (Gemessen) | 5.867mAh |
| Wechselbar | Nein |
| Ladetechnologie | 90W Ladetechnik 50W HyperCharge Wireless Charging Kein Netzteil im Lieferumfang Drittanbieter Support: QC3+/QC3.0/QC2.0/PD3.0/PD2.0/90W PPS |
Beim Thema Akkulaufzeit hat Xiaomi beim Xiaomi 17 Ultra ebenfalls nachgebessert. Beim Vorgänger war die Laufzeit ja einer der meistgenannten Kritikpunkte. Auch wir hatten im Test damals starke Probleme mit einem hohen Verbrauch, der häufig dazu führte, dass wir nicht durch den Tag kamen. Beim Xiaomi 17 Ultra wurde in der EU Version der Akku nun etwas vergrößert und zwar um 590mAh auf 6.000mAh. Zusammen mit dem allgemein sparsameren Snapdragon 8 Elite Gen 5 Prozessor sorgt das für eine deutlich bessere Laufzeit.
Dass der Akku einen mal nicht durch den gesamten Tag bringt, kommt jetzt nur noch dann vor, wenn man die Kamera wirklich extrem intensiv genutzt hat. Diese verbraucht nämlich nach wie vor exorbitant viel Strom und man kann im Betrieb zuschauen, wie die Prozente schwinden. Bei Alltagsüblicher Nutzung reicht der Akku aber aus, dass man ohne Sorgen durch den Tag kommt. Nutzt man die Kamera hingegen nur sporadisch oder gar nicht, sind durchaus auch anderthalb bis zwei Tage Laufzeit erreichbar.
Welchen Unterschied die Nichtnutzung der Kamera ausmacht, zeigt sich sehr schön im PCMark Akku Benchmark, welcher mit über 20 Stunden Screen-On-Time (50% Helligkeit) ein erheblich besseres Ergebnis liefert, also die Vorhersage von AccuBattery basierend auf den Verbrauchswerten im Alltag, welche auf nur 16:46 Stunden kommt.
Ein Netzteil ist leider nach wie vor nicht Teil des Lieferumfangs. Konkrete Aussagen zur Ladezeit sind entsprechend nicht möglich, da das Original-Netzteil nicht zum Testen vorlag. Unterstützt wird auf jeden Fall 90 Watt Xiaomi HyperCharge per USB-C sowie alternativ diverse Ladestandards für Drittanbieter-Netzteile. Diese können mit PPS auch die 90 Watt erreichen, was aber nicht zwingend gleichwertige Ladezeiten zur Folge haben muss. Die Ladekurve kann sich nämlich zwischen PPS und Xiaomi HyperCharge durchaus unterscheiden. Als Alternative zum kabelgebundenen Laden unterstützt das Xiaomi 17 Ultra auch noch kabelloses Laden mit bis zu 50 Watt Leistung, was 30 Watt weniger sind als beim Vorgänger. Die Ladestation muss natürlich separat erworben werden*.
Was die Akku-Optionen angeht, liefert das Xiaomi 17 Ultra die bei HyperOS übliche Auswahl. Für den Prozessor stehen verschiedene Leistungsmodi bereit, wobei der Standard-Modus "Ausgeglichen" in der Regel die beste Wahl ist. Eine Anzeige für die Akkugesundheit und Ladezyklen ist vorhanden. Der Aufladeschutz bietet ein 80% Limit in zwei verschiedenen Betriebsmodi an. Ein vollständig manuelles Ladelimit mit eigenem Prozentwert ist nicht vorgesehen. Bypass Charging ist beim Xiaomi 17 Ultra nicht an Bord, was angesichts der Gaming-Fähigkeiten des Geräts etwas enttäuschend ist.
Das Xiaomi 17 Ultra positioniert sich klar als Kamera-Flaggschiff und liefert in dieser Rolle solide Argumente und verglichen mit dem Vorgänger deutliche Verbesserungen in wichtigen Bereichen. Die Kombination aus verbessertem Weißabgleich, herausragendem Dynamikumfang dank LOFIC-Technologie, sehr gut abgestimmten Kameras mit Blick auf die Farben untereinander und der einzigartigen variablen Telekamera mit 200MP Sensor macht das Gerät zu einem vielseitigen Kamera-Smartphone. Wer viel fotografiert und dabei gehobene Ansprüche hat, wird die Fortschritte gegenüber dem Vorgänger deutlich merken, allen voran der endlich konsistente Weißabgleich, der beim Xiaomi 15 Ultra noch regelmäßig für Frust gesorgt hatte. Nur bei der Farbsättigung wird das Xiaomi 17 Ultra Freunden einer sehr natürlichen Abstimmung weiterhin nicht ganz zusagen. Einschränkend kommt noch hinzu, dass das Gerät bei der Ultrawide- und Frontkamera keine Spitzenleistung liefert, insbesondere was die Low-Light-Performance angeht.
Jenseits der Kamera ist das Bild etwas durchwachsener. Das relativ schlanke, leichte Gehäuse mit flachem Design und IP68-Schutz macht zwar einen sehr guten Eindruck, doch das ausgeprägte Klappern der Kamera-Optik trübt das Gesamtbild und lässt Sorgen bezüglich der Robustheit beim Transport am Fahrrad- oder Motorradlenker aufkommen. Das Fehlen eines IP69 Ratings mag für manche auch ein Nachteil sein. Die Alltagsperformance des Snapdragon 8 Elite Gen 5 ist tadellos, im direkten Benchmark-Vergleich verliert das Xiaomi 17 Ultra jedoch teils deutlich gegen günstigere Modelle aus dem eigenen Haus, wobei unklar ist, woran das liegt. Auch bei den Lautsprechern bleibt das Gerät hinter den Erwartungen für die Preisklasse zurück. Positiv ist die deutlich verbesserte Akkulaufzeit, wenngleich intensive Kameranutzung weiterhin erheblich an der Kapazität zehrt und die Laufzeit allgemein nicht mit aktuellen Oberklasse-Smartphones der Konkurrenz (z.B. Oppo, OnePlus und Vivo) mithalten kann, welche ja teilweise noch (deutlich) größere Akkus verbauen.
Zur UVP von 1499 Euro ist das Xiaomi 17 Ultra weiterhin schwer zu empfehlen und erst recht gilt das für die Leica Edition alias "Leitzphone" mit ihrem geringfügigen Mehrwert zu fast 2000€. Die Abstriche sind für die UVP zu viele und der Mehrwert zu günstigeren Mitbewerbern fällt zu gering aus, um die höhere UVP zu rechtfertigen. Anders sieht es wie so oft bei Xiaomi zu den Straßenpreisen aus. Effektiv muss man für das Xiaomi 17 Ultra meist um die 1200€ zahlen. Dafür stimmt das Gesamtpaket und wenn die Preise noch weiter sinken, kann man durchaus ein Schnäppchen machen, sofern man das Kamerasystem auch ausnutzt und hier eine Priorität sieht.
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