Weiter geht's mit den Testberichten zu den "Ultra" Kamera Flaggschiffen. Nachdem zuletzt das Xiaomi 17 Ultra an der Reihe war, knöpfen wir uns diesmal das Vivo X300 Ultra als Spitzenmodell der aktuellen X300 Serie vor. Mit dem X300 Ultra hat Vivo dieses Jahr auch erstmals ein Ultra Modell nach Deutschland gebracht, nachdem das X200 Ultra noch China-exklusiv geblieben ist. Wir testen allerdings trotzdem die China Version des X200 Ultra, da diese erheblich preiswerter ist.
Für Europa inklusive Deutschland hat Vivo die UVP des X300 Ultra nämlich recht hoch angesetzt. Es gibt hierzulande nur 16GB RAM und 1TB Speicher zu einem Preis von 1999€*. Beim Import aus China kostet dieselbe Version "nur" etwa 1257€*, was für die meisten ein "No Brainer" sein dürfte. Zudem bekommt man in China neben Grün und Schwarz auch eine weiße Farboption oder bei Bedarf weitere Speichervarianten für weniger Geld. Los geht es schon für etwa 927€*, wenn man sich mit 12GB RAM und 256GB internem Speicher zufrieden gibt.
Im folgenden Testbericht schauen wir uns das Vivo X300 Ultra ganz genau an, klären wo die Stärken und Schwächen des Zeiss Kamera Flaggschiffs liegen und ob sich das Modell überhaupt lohnt oder ob man beim X300 Pro aus Preis-Leistungs-Sicht doch besser aufgehoben ist. Viel Spaß beim Lesen!
Das Vivo X300 Ultra kommt in der für die Serie typischen rechteckigen und flachen Box. Diese ist schlicht in Schwarz gehalten und mit einem silbernem Aufdruck versehen, ohne dass das Gerät selbst abgebildet ist. In der China-Version enthält die Box das Smartphone, das in Folie verpackt und mit einer werksseitigen Displayschutzfolie versehen ist. Außerdem liegen ein 100W Netzteil mit US-Stecker, ein USB-C auf USB-C Kabel, eine SIM-Nadel und eine opake, flexible Schutzhülle für Rahmen und Rückseite bei. Wer das Vivo X300 Ultra in der EU-Version kauft, muss leider auf ein Netzteil verzichten. Unser Unboxing-Video findet ihr hier.
Wer das Fotografie Kit für das Vivo X300 abseits dem Kauf als Bundle Version haben möchte, muss in Deutschland knapp 600€ dafür auf den Tisch legen*. Beim Import aus China gibt es das Kit separat in der 400mm Version für 487€* oder in der 200mm Version für 247€*. Zusätzlich gibt es hier noch für professionelle Filmaufnahmen ein SmallRig Video Expansion Set für 287€*.
| Materialien | Rahmen: Metall (flach, matt) Rückseite: Glas (Weiß & Grün) / GFK (Schwarz) (flach, matt) Front: Diamond Armor Glass (flach) |
| Gewicht | 232g (GFK) / 237g (Glas) |
| Abmessungen | Ohne Kamera (GFK): 162,98 × 76,81 × 8,48mm (lt. Hersteller 8,19mm) Ohne Kamera (Glas): 162,98 × 76,81 × 8,49mm Mit Kamera (GFK): 162,98 × 76,81 × 16,4mm |
| Wasserdicht | IP68 + IP69 |
Das Vivo X300 Ultra behält vieles von der Designsprache seines Vorgängers bei. Das Gesicht der Rückseite ist in den Grundzügen identisch und gleiches gilt im Grunde auch für den Rahmen, welcher wieder mit mattem Finish und dezenter Tönung je nach gewählter Farbe erscheint. Mit die auffälligste Veränderung ist wohl die zweigeteilte Färbung der Rückseite - außer man wählt das schwarze Modell, welches einheitlich gefärbt ist. Gleich danach fällt der leicht veränderte Kamerabuckel auf. Die Anordnung der Linsen bleibt zwar gleich, doch der Metallring um die Kamera steht nicht mehr so deutlich über das Abdeckglas hervor. Die Riffelung der Einfassung ist auch beim Vivo X300 Ultra wieder vorhanden. Zusätzlich zieht sich jetzt eine dezente rote Linie als Akzent um den Kamerabuckel.
Bei den Materialien setzt das Vivo X300 Ultra abermals auf Metall für den Rahmen. Glas für die Rückseite gibt es allerdings nur, wenn man sich für Grün oder Weiß als Farbe entscheidet. Beim schwarzen Modell besteht die Rückseite aus mattem Glasfaser-Verbundmaterial (GFK). Das findet man aktuell im Oberklasse-Segment recht häufig, wobei es individuell ist, ob dies nun als Vorteil oder Nachteil gewertet wird. Wir empfinden es eher als Vorteil, denn rein haptisch merkt man bei mattem GFK kaum einen Unterschied und hat dafür eine höhere Bruchsicherheit.
Im Datenblatt gibt Vivo zudem an, dass die GFK-Rückseite Vorteile bei Gewicht und Dicke bringen soll. Zumindest beim Gewicht stimmt das auch, wenngleich der Unterschied nicht dramatisch ist. Das "Kunststoff Modell" ist 5 Gramm leichter, allerdings auch dann noch 3 Gramm schwerer als der Vorgänger. Ob man davon etwas merkt, sei mal dahingestellt. Was die Dicke betrifft, gibt Vivo für das schwarze Modell mit GFK Rückseite 8,19mm an, während es bei den Glas-Varianten 8,49mm sein sollen. Bestätigen können wir das allerdings nicht. Unser schwarzes Vivo X300 Ultra kommt gemessen auf 8,48mm und damit fast exakt die angegeben Dicke der Glas-Varianten.
Was sich verglichen mit dem Vorgänger deutlich verändert hat, ist der Kamera-Überstand - nicht nur was den reinen Überstand aufgrund der gesunkenen Gehäusedicke angeht, sondern auch bezogen auf die Gesamtdicke inklusive Kamera-Buckel. Hier kommt das Vivo X300 Ultra nun auf satte 16,4mm. Beim Vorgänger waren es noch 15,7mm. Das neue Modell trägt also nochmal etwas dicker auf und ist in der Hosentasche recht deutlich zu spüren. Zudem liegt das Gerät auf einem Tisch extrem schief auf, was ggf. stören kann, wenn man im Landscape-Mode ein Video anschaut. Hier empfiehlt sich die Nutzung eines Ständers. Bei der Nutzung auf einem Tisch neigt das Gerät zudem im oberen Viertel stark zum Kippeln.
An der Verarbeitung zeigt das Vivo X300 Ultra keine Schwachstellen, doch das darf man bei einem hochpreisigen Smartphone auch erwarten. Alle Teile finden perfekt zueinander, ohne störende Spaltmaße oder unsaubere Kanten. Das Smartphone wirkt auch sehr solide und Robust, nicht nur wegen seines Gewichts, sondern auch wegen der hohen Verwindungsfestigkeit. Im Biegetest konnten wir bis zur leichten Biegung sehr viel Kraft aufwenden und auch dann ertönten noch keine unschönen Geräusche aus dem Inneren. Hinzu kommen fest sitzende Tasten mit angenehmem, hochwertig wirkenden Druckpunkt.
Beim Thema "Klappernde Kamera" liegt das Vivo X300 Ultra im guten Mittelfeld. Beim normalen Gebrauch und alltagsüblichen Bewegungen hört man aus der Optik kein Klappern oder Rasseln, wie es z.B. beim zuvor getesteten Konkurrenzprodukt von Xiaomi der Fall war. Bei stärkerem Schütteln klappert es dann deutlich aber auch bei weitem noch nicht so extrem wie bei der Konkurrenz. Dennoch gilt auch hier: Wer sich Sorgen um die Langlebigkeit macht, sollte das Vivo X300 Ultra besser von konstanter Vibration fern halten. Speziell Fahrrad- und Motorradlenker könnten auch hier auf Dauer ein Problem sein.
Beim IP Rating hat sich indes nichts verändert. Wie schon beim Vorgänger bekommt ihr auch beim Vivo X300 Ultra ein IP68 und IP69 Rating. Untertauchen in Süßwasser und auch die Einwirkung von Staub sollten für das Gerät also kein Problem sein. In unserem Tauchtest im Waschbecken für eine Stunde gab es keinen Grund zur Beanstandung. Weder in der Kamera noch im SIM Tray gab es Anzeichen für Wassereintritt und das Smartphone funktionierte wie zuvor.
Am Tastenlayout hat Vivo nicht viel geändert. Power-Taste und Lautstärke-Wippe befinden sich weiterhin rechts übereinander angeordnet. Gestrichen wurde jedoch der kapazitive, druckempfindliche Button, den man beim Vorgänger zum Zoomen oder als Shortcut Taste nutzen konnte. Anscheinend ist dieser nicht auf sonderlich großen Anklang gestoßen, weshalb man ihn beim X300 Ultra wieder gestrichen hat. Bei den Ports und Öffnungen bleibt alles beim Alten. USB-C Port, Mikrofon, Lautsprecher und SIM Tray findet man im unteren Rahmen, oben im Rahmen gibt es wie gehabt einen separaten zweiten Lautsprecher.
| Größe | 6,82 Zoll |
| Auflösung | 3168 x 1440 @144Hz Variable Refresh Rate: 1-144Hz |
| Technologie | 10-Bit Q10 Plus AMOLED Über eine Milliarde Farben, 105% NTSC, 100% DCI-P3 HLG, HDR10(+) & Dolby Vision Manuelle Helligkeit: ca. 800 Nits (gemessen) HBM Helligkeit: ca. 1300-2400 Nits (gemessen, flächenabhängig) Peak Helligkeit: 4500 Nits (keine Flächenangabe) 2160Hz PWM Dimming DC Dimming optional (volles Helligkeitsspektrum) |
| Anzahl Berührungspunkte | 9 Abtastrate: 130Hz (Standard), 300Hz (Gaming), 2000Hz (Gaming Peak) Kein Handschuh-Modus |
| Gehärtetes Glas | Ja Diamond Armor Glass |
| Anti Fingerabdruck Beschichtung | Ja |
Beim Display führt das Vivo X300 Ultra fort, was schon beim Vorgänger am Start war inklusive ein paar Verbesserungen hier und da. Die Bildschirmgröße bleibt mit 6,82 Zoll gleich. Auch die Auflösung bleibt mit QHD+ identisch mit dem Vorgänger. Damit liefet das Panel weiterhin ein knackscharfes Bild ohne sichtbare Pixel auch bei geringem Abstand. Die Bezels bleiben schlank und symmetrisch. Gestrchen wurde die Quad Curved Optik des Panels, was vermutlich viele begrüßen werden.
Angehoben wird hingegen die Refresh Rate. Beim Vorgänger lag das Maximum bei 120Hz. Das Vivo X300 Ultra erreicht nun bis zu 144Hz. Dabei bleibt die Unterstützung für Variable Refresh Rate zwischen 1Hz und 144Hz erhalten. Theoretisch wäre das Vivo X300 Ultra damit auch ein interessantes Gaming Smartphone. Praktisch scheitert das jedoch an der Reaktionszeit des Panels. Diese ist derart schlecht, dass die Schlierenbildung bei Bewegung selbst im Alltag beim Scrollen durch Inhalte (insbesondere Text) nervt. Diese Problematik zieht sich derzeit wie ein roter Faden durch die gesamte Oberklasse-Palette des ehemaligen BBK Konglomerats (Vivo, Oppo, OnePlus, Realme) und scheint ein Problem der verbauten Q10 Plus AMOLED Panels von BOE zu sein.
Lobenswert ist hingegen die Farbdarstellung des Panels. Es liefert rect natürliche Farben die weder zu blass noch zu gesättigt wirken und alle Arten von Inhalten gut aussehen lassen. Mit dem Presets kann man auch gut die gängigen Vorlieben abdecken, wobei wir uns im Test für "Professionell" entschieden haben, da hier der Weißpunkt recht nah am Optimum liegt. Der Standard (Natürlich) ist etwas kühler abgestimmt. Wem kein Preset zusagt, der kann leider nur die Farbtemperatur manuell anpassen. Zusätzliche erweiterte Kalibrierungsoptionen stehen beim Vivo X300 Ultra nicht bereit. Wer auf HDR Inhalte Wert legt, darf sich über Support bis Dolby Vision HDR freuen, wobei hier eine Spitzenhelligkeit von 4500 Nits beworben wird. Damit liegt das Smartphone auf einem Branchenüblichen Niveau. Es wird jedoch nicht angegeben, auf welcher Fläche diese Helligkeit erreichbar ist.
Die Lesbarkeit im Freien fällt beim Vivo X300 Ultra exzellent aus. Auch hier gibt es eine Verbesserung gegenüber dem Vorgänger. Bei manueller Einstellung werden zwar nach wie vor nur rund 800 Nits erreicht, doch im automatischen HBM Modus ergeben die Messungen einen deutlichen Anstieg. Der Vorgänger lag bei maximal 1800 Nits, beim X300 Ultra haben wir auf kleinen Flächen bis zu 2400 Nits messen können. Das gemessene Minimum im HBM Modus lag vollflächig bei 1300 Nits. Beim Flimmerverhalten zeigt das Vivo X300 Ultra durch einen Kamerasucher ein recht ausgeprägtes Flimmern trotz 2160Hz PWM Dimming. Wer sich daran stört, kann immerhin auf DC-Dimming umschalten, was das Smartphone auch im gesamten Helligkeitsspektrum beherrscht.
Bei den Displayeinstellungen bietet das Vivo X300 Ultra die üblichen Android Standard Einstellungen. Zusätzlich gibt es wie schon erwähnt ein einfaches Farbmanagement für Farbtemperatur und mit drei Profilen ohne erweiterte Profi-Einstellungen. Systemschriftart, Schriftgröße und Skalierung sind anpassbar.
In "Augenkomfort & Schutz" finden sich zahlreiche Einstellungen für den Augenschutz (Anti Ermüdung, KI-Schlafkomfort, Schlafbildschirm, adaptive Farbe) und auch ein Schalter zum Deaktivieren des PWM Dimmings, was dann auf DC-Dimming wechselt. Dies gilt für das gesamte Helligkeitsspektrum und sorgt für gesteigerten Komfort, wenn man auf PWM Flimmern empfindlich reagiert, was leider beim Vivo X300 Ultra relativ ausgeprägt ist.
Weitere Optionen umfassen Einstellungen für die Bildschirmauflösung (nativ oder 2772x1260) und Bildwiederholfrequenz (automatisch, 60Hz, 144Hz) sowie optische Verbesserungen für Bild und Videoinhalte per dynamischer Optimierung. Auch ein Always-On Display mit permanentem oder geplantem Betrieb ist verfügbar, welches auch in der China Version problemlos die Benachrichtigungs-Icons anzeigt. Neben einem klassischen "partiellen" AOD gibt es auch ein Vollbild AOD. Hier werden dann auch Widgets und Textvorschau Benachrichtigungen angezeigt, ähnlich wie auf dem Sperrbildschirm.
Als Displayglas kommt im Vivo X300 Ultra das hauseigene "Diamond Armor Glass" zum Einsatz. Erkennbare Nachteile gegenüber gängigem Gorilla Glass haben sich hier im Test nicht gezeigt. Das Glas hat sich weder im Alltagsgebrauch Kratzer eingefangen, noch hat der Schlüssel- und Rutschtest irgendwelche Spuren hinterlassen. Die Gleitfähigkeit ist gewohnt hoch und Abdrücke hält das Glas gut in Schach und ist immer einfach zu reinigen.
Der Touchscreen erkennt laut Test-App 10 Berührungspunkte. Die Standard Abtastrate ist mit 130Hz im normalen Betrieb etwas geringer als bei manchen Konkurrenten, was sich aber nicht wirklich bemerkbar macht. Die spürbare Latenz ist immer noch sehr gut und es entsteht kein deutliches Nachziehen bei Scrollbewegungen oder ein zähes Schreibgefühl beim Tippen. Im Spielmodus wird die Abtastrate auf 300Hz oder bis zu 2000Hz angehoben. Ein Handschuhmodus ist beim Vivo X300 Ultra nicht vorhanden. Wassertropfen auf dem Display stören die Eingabe nicht großartig.
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 (3nm) 2x Oryon Gen 3 Prime @4,61GHz 6x Oryon Gen 3 Performance @3,63GHz |
| GPU | Adreno 840 (3 Slice Architektur) Takt: 1,2GHz |
| RAM | 12GB | 16GB LPDDR5X Ultra 16GB LPDDR5X Ultra Pro (beim 1TB Modell) |
| Speicher | 256GB | 512GB | 1TB UFS 4.1 Lesen: 4,12GB/s | Schreiben: 4,03GB/s (seq.) |
| Micro SD | Nein |
| Fingerabdruck Scanner | Ja (im Display, Ultraschall) |
| Sensoren | Umgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation, Spektralsensor |
| Besonderheiten | USB-C 3.2 Gen 2 (10Gbit/s), USB OTG, Videoausgabe (Screen Mirroring), Always-On Display, kein 3,5mm Anschluss, Linearvibration, Stereo Lautsprecher, kein UKW Radio, Infrarot Blaster |
Beim Vivo X300 Ultra behält der Hersteller sein bisheriges Muster bei. Während die Basis und Pro Modelle der Serie auf die Oberklasse-Chips von Mediatek setzen, kommen im Ultra Modell ein Oberklasse-Chip von Qualcomm zum Einsatz. So ist es diesmal der Snapdragon 8 Elite Gen 5 geworden und damit der Nachfolger des Snapdragon 8 Elite aus dem Vorgängermodell X200 Ultra. Das Vivo X300 Ultra liefert damit gesunde Leistungszuwächse, wobei man im Alltag davon meist wenig bemerken wird. Schon der Vorgänger hat sich flink durch alle Aufgaben gebissen und das ist natürlich auch beim neuen Modell wieder der Fall.
Leistungsmäßige Unterschiede wird man also eher dann spüren, wenn es um wirklich leistungshungrige Aufgaben geht, wo die Maximalleistung des schnellen Prozessors auch ausgereizt wird. Sehr anspruchsvolle Spiele gehören da natürlich dazu. In Spielen wie Genshin Impact oder Honkai Star Rail darf man sich also auf nochmals etwas glattere Frameraten freuen die nativ recht stabil im 60fps Bereich liegen. Ganz abgeholt werden Gamer allerdings trotzdem nicht, denn nette Funktionen wie Frame-Interpolation oder künstliches HDR und Resolution Upscaling fehlen dem Vivo X300 Ultra in seinem Game Space.
Das Vivo X300 Ultra wird wie die meisten Smartphones mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 bei leicht fordernder Alltagsnutzung deutlich warm, aber noch nicht in einem unangenehmen Bereich. Deutlicher wird es hingegen bei stärkerer Last. Dazu gehört auch längere Kameranutzung. Speziell im Freien bei Sonneneinstrahlung kann sich das Gehäuse dabei durchaus unangenehm auf Werte über der 40°C Marke erhitzen.
Auch andauernde hohe Last beim Spielen kann das Gehäuse manchmal leicht über die 40°C Marke bringen und bei anhaltender Extremlast wie Drossel-Tests kann man dann auch wirklich von unangenehm heiß sprechen. Vor allem der Obere Teil des Rahmens wird dabei grenzwertig warm. Das ist auch kein subjektives Empfinden, sondern spiegelt sich auch in den Ergebnissen der Drossel-Tests wider, wo das Vivo X300 Ultra zwar nicht bei den schlechtesten Snapdragon 8 Elite Gen 5 Handys liegt, die wir bisher im Test hatten, aber doch deutlich unterhalb der Geräte mit der bisher besten Kühlung.
Im CPU Throttle Test geht es bereits kurz nach dem Start ein ganzes Stück mit der Leistung nach unten, dann folgt ein längerer linearer Abfall und dann kurz vor dem letzten Viertel des Testlaufs ein deutlicher Einbruch auf 56% Restleistung, bei dem es dann auch für den Rest des Tests grob bleibt. Im GPU Stress Test mit 3DMark Solar Bay Unlimited sieht es ähnlich aus, wobei der stärkste Einbruch hier schon etwa nach der Hälfte der Durchläufe eintritt. Auch hier liegt die Restleistung dann noch bei 56%. Thermal Throttling ist beim Vivo X300 Ultra also definitiv ein ausgeprägtes Problem.
Dass es insgesamt besser geht, hat zuletzt das Xiaomi 17 Ultra mit demselben Prozessor im Test gezeigt. Hier fiel der Leistungsverlust in allen Drosseltests etwas geringer aus.
Ein Benchmark-basierter Leistungsvergleich zwischen dem Vivo X300 Ultra und seinem Vorgänger ist leider nur eingeschränkt möglich, da es beim Vorgänger Probleme beim Ausführen von 3DMark gab und GFXBench, welches dort ausgeführt wurde, mittlerweile nicht mehr verfügbar ist. Aus diesem Grund muss sich der Vergleich an dieser Stelle auf CPU Benchmarks, PCMark und Basemark GPU beschränken. An diesen Stellen liefert das Vivo X300 Ultra die vom Snapdragon 8 Elite Gen 5 gewohnten Zuwächse im Bereich von 20% für die CPU und 15 bis 30% für die GPU. Unterm Strich also keine Überraschungen, weder im positiven noch negativen Sinne.
Auch beim Vergleich mit dem Vivo X300 Pro zeigt das Vivo X300 Ultra das gewohnte Bild. Das Pro Modell setzt ja auf den Dimensity 9500 von Mediatek, also einen Konkurrenzchip derselben Generation. Dieser ist mittlerweile hinreichend bekannt für etwas langsamere CPU Ergebnisse und dafür etwas höhere GPU Leistung. Das spiegelt sich auch im Vergleich zwischen den beiden Geräten wider. Bei den CPU Benchmarks liegt das Vivo X300 Ultra um wenige Prozentpunkte vorn. Bei den GPU Benchmarks hingegen nahezu durchgehend das Vivo X300 Pro. Einzige Ausnahme ist hier 3DMark Steel Nomad Light, wo das Ultra mit 13% Vorsprung abschneidet.
Auch einen Vergleich zwischen dem Vivo X300 Ultra und dem Xiaomi 17 Ultra können wir machen. Beide Modelle setzen auf denselben Prozessor. Bei den CPU Benchmarks liegen die Geräte auf Augenhöhe. Die Unterschiede liegen im Bereich der Messtoleranz. Auch im Geekbench Compute Test (GPU) liegen die Geräte gleichauf. Im PCMark Benchmark liegt das Xiaomi 17 Ultra mit 20% deutlich vor dem Vivo X300 Ultra. Auch das kommt aber wenig überraschend, da die BBK Handys (Vivo, Oppo, OnePlus, Realme) hier gerne schwächer punkten. Bei den restlichen GPU Benchmarks liegt mal das Vivo, mal das Xiaomi vorn. Meist mit jeweils deutlicherem Vorsprung aber unterm Strich ist es so schwer einen Sieger zu nennen, weshalb hier am Ende des Tages ein "Gleichstand" die seriöseste Einschätzung ist.
Beim Arbeitsspeicher setzt das Vivo X300 Ultra auf eine üppige Ausstattung mit mindestens 12GB und maximal 16GB RAM, wobei in Europa nur 16GB RAM verfügbar sind. Bei den meisten Modellen kommt LPDDR5X "Ultra" RAM zum Einsatz. Nur beim 1TB Modell ist es dann LPDDR5X Ultra Pro. Das gilt auch für die EU Version, bei der 16GB+1TB die einzige Option darstellt. Wer durchschnittliche Anforderungen beim Multitasking hat bzw. keine großen lokalen KI Modelle laufen lassen will, sollte mit 12GB RAM beim Import gut auskommen und kann so etwas Geld sparen. Alle anderen können über den Kauf einer 16GB Variante nachdenken. Wir hatten im Test ein Modell mit 16GB und konnten das Gerät mit alltagsüblichen Aufgaben nicht dazu bewegen, Apps im Hintergrund wegen RAM-Mangel zu beenden oder zu pausieren.
Für den Festspeicher gibt es die Wahl aus 256GB, 512GB oder eben 1TB beim Import. Erfreulich ist, dass es auch eine Option für 12+512GB gibt, was kosteneffizient ist, wenn man auf den Festspeicher mehr Wert legt als auf die RAM Größe. Verglichen mit dem Vorgänger setzt das Vivo X300 Ultra auf schnelleren UFS 4.1 statt UFS 4.0 Speicher. Die Benchmark Ergebnisse liegen hier im erwarteten Bereich über 4GB/s. Micro SD Erweiterung ist wie gewohnt nicht möglich, per USB lässt sich jedoch schneller externen Speicher nachrüsten. Das X300 Ultra bietet nämlich einen USB-C 3.2 Gen2 Port, was einen maximalen Datendurchsatz von 10Gbit/s bedeutet. Ein Schwachpunkt ist allerdings, dass das im Lieferumfang enthaltene USB-C Kabel nur USB 2.0 unterstützt.
Bei den Sensoren liefert das Vivo X300 Ultra eine Vollausstattung abgesehen von einem Barometer. Kompass und Gyroskop haben im Test keine Probleme gezeigt. Der Fingerprint Sensor befindet sich wie gehabt im Display in angenehmer Höhe. Er setzt auf einen schnellen und zuverlässigen Ultraschallsensor, der im Alltag nie Aussetzer gezeigt hat. Gesichtsentsperrung per Frontkamera wird ebenfalls unterstützt und funktioniert auch bei Dämmerlicht gut. Bei völliger Dunkelheit kann optional der Bildschirm als Fülllicht dienen.
Ein Infrarotblaster ist im Vivo X300 Ultra ebenfalls verbaut, sodass das Smartphone andere Geräte steuern und als Universalfernbedienung genutzt werden kann. Der Infrarotblaster befindet sich auf der Rückseite. Der Linearvibrator ist recht kräftig und präzise. Man nimmt ihn deutlich war, wobei das Geräusch relativ dezent bleibt. Bildausgabe am USB-C Port ist nicht möglich Beim Anschluss eines externen Bildschirms am USB-C Port reagiert das X300 Ultra nicht, auch wenn OTG aktiviert wurde.
| Variante | OriginOS 6 Version im Test: PD2547B_A_16.0.20.12.W10.V000L1 |
| Android Version | Android 16 Sicherheitspatch im Test: März 2026 (veraltet) |
| Google zertifiziert | Ja |
| DRM Technologien | ClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM |
| Bloatware | Ja (China Version: App Stores, Browser, Social Media, Shopping, Office, Streaming, viele chinesische Apps) Bloatware kann deinstalliert werden, auch viele System Apps von OriginOS |
| Root-Zugriff | Nein |
| OTA Updates | Ja (zwei Updates im Testzeitraum) Update Garantie: 5 / 7 Jahre |
| Schadsoftware | Keine Funde Keine Facebook / Meta System Dienste bei China Version |
Das Vivo X300 Ultra kommt mit OriginOS 6 auf Basis von Android 16 daher, völlig egal, ob ihr euch nun für die China Version oder die offizielle Global bzw. EU Version entscheidet. Die Oberfläche zeigt sich im von OriginOS 6 gewohnten Look - wer das System kennt, wird sich also direkt zurechtfinden. Alle anderen dürften eine recht kurze Eingewöhnungszeit haben, denn auch wenn sich OriginOS 6 optisch deutlich von Stock Android unterscheidet, ist im Grundaufbau doch vieles gleich und die zusätzlichen Erweiterungen von Vivo sind meist gut strukturiert, sodass man schnell einen Überblick über das System bekommt.
Was die Nutzung der Import Version (China Version) in Deutschland oder Europa im Allgemeinen angeht, muss man wenige Abstriche machen. Google Standortverlauf und WearOS Geräte sind nicht nutzbar und es gibt bei der China Version keine Gemini Integration ins System (Sprachtrigger oder Circle to Search). Ansonsten ist alles vollständig nutzbar. Das Installieren des Play Stores ist mittlerweile sogar einfacher geworden. Man muss nicht mehr manuell eine APK Datei installieren, sondern kann den Play Store direkt aus dem Vivo App Store installieren. Das System fordert sogar automatisch dazu auf. Android Auto Support ist in der China-Firmware auch vorhanden.
Ansonsten stellt die China Firmware keinen großen Nachteil dar. Sie lässt sich ganz normal mit deutscher Sprache nutzen, chinesische Systemdienste inklusive KI kann man deaktivieren (schon beim Einrichten), chinesische Teile des Launchers lassen sich deaktivieren und auch die ganze China Bloatware ist deinstallierbar. Das gilt sogar für einige der System-Apps von OriginOS 6, falls man diese mit Alternativen von Google oder Drittanbietern ersetzen möchte.
Was die Update Garantie angeht, verspricht Vivo 5 Jahre Android und 7 Jahre Sicherheitsupdates. Das ist ein Jahr mehr für Sicherheitsupdates als beim Konkurrenten von Xiaomi. Im Testzeitraum hat sich die Update Politik jedoch von keiner guten Seite gezeigt. Obwohl es zwei Updates gab, verblieb der Sicherheitspatch vom Auspacken bis zum Ende des Testphase auf dem Stand vom März 2026 und ist damit (wir haben jetzt Juni) deutlich veraltet. Im Premium Segment darf man definitiv mehr erwarten. Normal ist man von Vivo auch Besseres gewohnt.
Google Zertifizierung ist beim Import des Vivo X300 Ultra auch keine Problemzone. Nach dem Installieren des Play Store und dem damit einhergehenden Aktivieren der Google Dienste weißt das System direkt volle Google Zertifizierung aus. Im DRM Check wird zudem Widevine Level 1 Zertifizierung ausgewiesen und der HDR Support mit vollem Spektrum inklusive Dolby Vision angegeben.
Bloatware ist wie schon erwähnt in recht großer Anzahl vertreten, aber das kennt man ja von den Vivo Importgeräten schon. Da man alles davon deinstallieren kann, ist das am Ende des Tages auch nicht weiter schlimm und hauptsächlich einmal beim Einrichten ein Störfaktor. Schadsoftware Funde gab es auf dem Vivo X300 Ultra im Testzeitraum keine. Stabilitätsprobleme oder gravierende Bugs sind im Testzeitraum ebenfalls nicht aufgetreten. Mit keiner der von uns genutzten Alltags-Apps gab es Probleme.
| Mobilfunk (CN Version) | 2G: 850/900/1800/1900MHz 3G: B1/2/4/5/6/8/19 4G-FDD: B1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/25/26/28/66 4G-TDD: B34/38/39/40/41/42/43/48 5G: n1/2/3/5/7/8/12/18/20/25/26/28/38/40/41/48/66/77/78/79/80/81/83/84/89 |
| WLAN | WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax/be (Wi-Fi 6/6E/7) 2x2 MIMO, Wi-Fi Direct |
| Bluetooth | Bluetooth 5.4 (CN) / 6.0 (EU) |
| NFC | Ja (mit Google Pay) |
| Dual SIM | Dual Nano SIM Keine eSIM Unterstützung (CN) |
| Positionsbestimmung | GPS (L1+L5), A-GPS, Galileo (E1+E5a), GLONASS (G1), BDS (B1C+B1I+B2a), QZSS (L1+L5), NavIC (L5) |
Im Mobilfunk bringt der Import des Vivo X300 Ultra gegenüber der offiziellen EU bzw. Global Version zwei Nachteile mit sich. Zum einen gibt es keine eSIM Unterstützung, zum anderen fehlen mit LTE B32 und den 5G Bändern n28, n75 sowie n76 vier in Deutschland genutzte Frequenzen. Die fehlenden Frequenzen sind aber nicht so schlimm, da sie entweder nicht häufig genutzt werden oder nur für Carrier Aggregation. Damit haben sie keine Auswirkungen auf den Empfang, sondern eher auf die maximale Geschwindigkeit.
Zumindest im o2 Netz konnten wir im Test aber nie Einschränkungen feststellen. Der Empfang war an allen üblichen Testorten gewohnt hervorragend, es gab also nie Aussetzer oder Probleme mit unerwartet geringer Signalstärke. Und auch der Speed Test blieb nachts bei freiem 5G+ Netz unauffällig. 351Mbit/s wurden im Downstream und 57Mbit/s im Upstream gemessen, was auch etwa das Maximum dessen darstellt, was das Netz am Standort hergibt.
Im WLAN unterstützt das Vivo X300 Ultra alle Standards bis zum Wi-Fi 7 (be) Standard. Der Empfang ist hervorragend und liefert im am schwächsten abgedeckten Raum des Hauses noch eine stabile Verbindung mit brauchbarer Geschwindigkeit und Stabilität auch beim Video Streaming. Im Speed Test erreicht das Smartphone direkt neben einem Wi-Fi 6 Router 1050Mbit/s und wird hier durch die Internetverbindung limitiert. Die Messung ein Stockwerk unter dem Router ergibt noch solide 206Mbit/s.
Die Bluetooth Unterstützung umfasst entweder Bluetooth 5.4 oder Bluetooth 6.0. Das ist abhängig davon, ob ihr die China Version importiert oder die EU / Global Version kauft. Bei der China Version gibt es nur Bluetooth 5.4. Beim Testgerät gab es mit Bluetooth im Praxistest keine Probleme und die Reichweite war einwandfrei mit störungsfreier Verbindung bei drei Räumen Distanz. NFC wird auch unterstützt und die China Version bietet auch Google Pay zur kontaktlosen Bezahlung.
Auch im GPS Test zeigt das Vivo X300 Ultra keine Schwächen. Ein stabiler Fix wird in wenigen Sekunden erreicht und bindet meist deutlich über 50 Satelliten ein. Die Signalstärke ist bei klarem Himmel deutlich im grünen Bereich und bleibt auch bei bedecktem Himmel im grünen Bereich. Im Praxistest gab es beim Navigieren oder GPS Tracking keine negativen Auffälligkeiten. Die Route wird korrekt aufgezeichnet und Wechsel der Straßenseite sind exakt zu erkennen, auch in Gebäudenähe.
| Lautsprecher | Stereo Lautsprecher Rahmen unten + oben |
| Noise Cancelling Mikrofon | Ja Quad Mikrofon Array |
| Weitere Merkmale | VoLTE & VoWiFi, VoNR, Klangverbesserung, Gehöranpassung, Systemequalizer & Presets |
Bei den Stereo Lautsprechern liefert das Vivo X300 Ultra eine separate Öffnung im oberen Rahmen für den zweiten Lautsprecher und eine solide Klangqualität im guten Durchschnitt der Oberklasse - mehr allerdings auch nicht. Weder liefert es besonders intensive Bässe (Honor bleibt hier in unseren Tests Spitzenreiter), noch eine außergewöhnlich gute Qualität auf den höchsten Lautstärkestufen. Das Smartphone liefert einfach nur einen soliden Klang, jedoch nicht das erwartete große Upgrade, welches Vivo in den Vorabteasern vor dem Launch mit den größeren und neu designten Lautsprechern angedeutet hatte.
In den Audiooptionen ist das Vivo X300 Ultra recht umfangreich bestückt. Zur Klangverbesserung gibt es zwei Optionen unter "Super Audio" für intelligente Erkennung von Inhalten und entsprechende Klanganpassung oder auch "Maestro" für optimierten Klang in Video und Gaming Szenarien. Mit Audio Super Resolution kann Zudem Audio in schlechter Qualität aufgewertet werden, was recht gut funktioniert. Holo Audio für virtuellen Raumklang steht auch wie gewohnt zur Verfügung. Erfreulich ist zudem, dass das Vivo X300 Ultra diesmal auch einen frei anpassbaren systemweiten Equalizer bietet.
Beim Telefonieren deckt das Vivo X300 Ultra alle wichtigen Standards ab und hat auch trotz Importgerät keine Probleme bei der VoWiFi Nutzung im o2 Netz gezeigt. Die Sprachqualität fällt an beiden Enden klar und natürlich aus. Umgebungsgeräusche werden gut unterdrückt und auch der Telefonhörer erreicht eine hohe Lautstärke. Telefonieren in lauter Umgebung ist also problemlos möglich.
| Hauptkamera | ZEISS 1.85-2.67/14-85 ASPH Haupt: 200MP Sony LYTIA 901 1/1,12" f/1.85 35mm OIS AF Tele: 200MP Samsung HP0 1/1.4" 3,7x Periskop f/2.67 85mm OIS AF Ultrawide: 50MP Sony LYTIA 818 1/1,28" f/2.0 14mm EIS AF Spektralsensor: 5MP mit 12 Farbkanälen Video: 8k30 / 4k120 / 4k60 (alle Kameras) Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Dolby Vision & 10-Bit LOG mit 4k120 (Alle Kameras) |
| Frontkamera | 50MP Samsung JN5 1/2.76" f/2.5 24mm EIS AF Video: 4k60 / 4k30 Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Dolby Vision bis 4k60 (kein 10-Bit LOG) |
| Blitz | Dual LED |
| Fokus | PDAF + CDAF + Laser |
| Slow Motion | Nativ: 4k120 Slow Motion Modi: FHD120 / FHD240 (kein Ton, kein HSR) |
Im Vivo X300 Ultra verzichtet Vivo abermals auf das Verbauen eines 1 Zoll Sensors wie manche Konkurrenten. Ein Upgrade gibt es aber trotzdem, denn die Hauptlinse, welche nach wie vor auf eine 35mm Optik für ein natürlicheres und weniger weitwinkliges Blickfeld sorgt, erhält ein Upgrade von einem 50MP auf einen 200MP Sensor in Form des Sony LYTIA 901, welcher der bisher größte 200MP Sensor für Smartphones ist.
Beibehalten wird die 200MP Telekamera, sodass das X300 Ultra jetzt mit 200MP Sensoren im Doppelpack ausgestattet ist. Auch hier gibt es jedoch mit dem Samsung HP0 einen neuen Sensor, der allerdings dieselbe Größe wie im Vorgänger hat. Beim nativen optischen Zoom bleibt es auch bei 3,7-fach mit einer 85mm Optik. Der Blendenwert hat sich von f/2.27 auf f/2.67 geändert. Für die Ultrawide-Linse verbaut Vivo denselben Sony LATIA 818 wie im Vorgänger und hat auch an den technischen Daten nichts verändert. Ergänzt wird das System durch einen deutlich aufgebohrten 5MP Spektralsensor, welcher die Farbtreue nochmal auf ein neues Level heben soll.
Die Frontkamera bekommt ein Upgrade auf den neueren 50MP Samsung JN5 (zuvor JN1) mit leicht verändertem Blendenwert, ansonsten aber identischen technischen Daten bezüglich der Optik. Ein Autofokus ist hier abermals mit an Bord, sodass die Selfiekamera über einen großen Bereich hinweg scharfe Bilder liefern kann.
In den folgenden Abschnitten schauen wir uns mal alle Kameras ganz genau an und klären, wie sie sich in verschiedenen Alltagssituationen schlagen, wo die Verbesserungen gegenüber dem Vorgänger liegen und ob auch das günstigere Vivo X300 Pro deutlich geschlagen wird. Die Bilder wurden mit aktivem Auto HDR, ohne optionale KI Optimierungen und im Modus "Lebendig" aufgenommen.
Mit der 35mm Hauptlinse liefert das Vivo X300 Ultra mal wieder Spitzenleistung ab. Die 200MP Kamera liefert hier im Standard Modus mittels Pixel Binning Aufnahmen mit 12MP Auflösung. Die Kamera liefert einen schnellen, zuverlässigen Autofokus auch bei kleinen Motiven, kaum Auslöseverzögerung und lichtet auch Motive mit Bewegung scharf ab. Optik-Probleme wie verzerrte Ecken oder Randbereiche gibt es nicht. Die 35mm Optik sorgt für einen leicht eingezoomten Look (entspricht 1,5-fach) und damit einhergehend eine intensivere Hintergrundunschärfe im näheren Bereich als bei "normalen" Kameras. Das kann bei Nahaufnahmen etwas ungewohnt sein, da man sich weiter als gewohnt vom Motiv entfernen muss, hat aber oft den Vorteil ansprechender wirkender Bilder, speziell auch bei Personenportraits. Auf den künstlichen Portrait Modus muss man somit deutlich seltener zurückgreifen.
Im Vergleich zum Vivo X300 Pro liefert das Vivo X300 Ultra speziell bei Landschaftsaufnahmen (also auf größere Distanz) mehr feinere Details in Texturen und Strukturen, was die Bilder nochmal ein wenig schärfer aussehen lässt. Auch zum Vivo X200 Ultra ist nochmal eine gewisse Verbesserung zu erkennen, wobei die Unterschiede hier subtiler sind. Auffälliger ist da schon eher die nochmals verbesserte Farbkonsistenz vor allem in Situationen, wo der Weißabgleich richtig gefordert wird. Der neue 5MP Spektralsensor kann hier und da nochmal deutliche Verbesserungen liefern.
Ansonsten kann man der Hauptlinse vom Vivo X300 Ultra keine gröberen Mängel anhängen. Sie liefert in allen Lichtsituationen - auch bei Gegenlicht und in Innenräumen - makellose, scharfe Bilder ohne Rauschen oder gesteigerte Unschärfe. Farblich sehen die Bilder lebendig aber nie übertrieben gesättigt aus und bewegen sich insgesamt sehr nah an der Realität. Etwas Sättigung rausnehmen oder hinzufügen kann man immer durch Anpassen des Farbstils, was in der Kamera-App bequem per Button zugänglich ist. Der Dynamikumfang ist insgesamt hervorragend. Beim Kontrast zeigen sich die Bilder "prägnant", wobei man hier noch nicht von "übertrieben" sprechen kann. Insgesamt wirkt die Gesamtkomposition sehr stimmig.
Im 50MP Modus liefert das Vivo X300 Ultra mit der Hauptlinse weiterhin astreine Aufnahmen in allen Situationen. Die Farben bleiben weichen nicht großartig vom Standardmodus ab. Hier und da kann es mal leichte Unterschiede beim Kontrast und Dynamikumfang geben, aber nichts, was ohne direkte Gegenüberstellung ins Auge fallen würde. Auch in schwierigen Lichtsituationen wie Innenräumen liefert der 50MP scharfe und rauschfreie Bilder. Die Bilder liefern reichlich Details zum Einzoomen und Zuschneiden ohne größeren Qualtätsverlust. Wer mag, kann optional auch die volle Auflösung von 200MP nutzen, dann geht allerdings Pixel Binning verloren.
Beim Blitz übertreibt es das Vivo X300 Ultra manchmal etwas mit dem Kontrast, was manche Farben etwas düster erscheinen lassen kann. Abseits dieses Makels gibt es aber nichts zu meckern. Auch hier überzeugt die Kamera mit beachtlichem Detailreichtum und das auch bei größerer Motivdistanz. Die Lichtausbeute ist beeindruckend und dabei bleibt der Rauschanteil auch bei größeren Räumen erstaunlich gering. Der Weißabgleich arbeitet ohne Aussetzer. Wenn Vivo den übertriebenen Kontrast noch eliminiert, würde das X300 Ultra hier Perfektion abliefern.
Auch Nachtaufnahmen ohne Blitz stellen die Hauptlinse vom Vivo X300 Ultra nicht vor größere Herausforderungen. Wie bei den Blitzaufnahmen ist ein etwas übertriebener Kontrast. Der Nachtmodus aktiviert sich automatisch und liefert bei kurzer Auslösezeit eine beachtliche Lichtausbeute. Das Resultat sind helle Aufnahmen auch bei Motiven mit relativ wenigen Kunstlichtquellen. Auch bei den Nachtaufnahmen sticht die tolle Schärfe und Detaildarstellung der Bilder ins Auge. Farblich liegt die Abstimmung genau richtig zwischen warm und kühl. Ein Sternenhimmel wird auch ohne Langzeitbelichtung eingefangen. Der Dynamikumfang ist auch im Bereich von Lichtquellen sehr gut und es entstehen keine störenden Linsenflecken z.B. durch Straßenbeleuchtung.
Langzeitbelichtung wurde im Modus "Landschaft und Nacht" getestet. Hier bietet das Vivo X300 Ultra eine Stativerkennung mit Langzeitbelichtung in Vollautomatik. Hierbei werden mit im Test über 2 Minuten deutlich längere Belichtungszeiten erreicht, als im manuellen Pro-Modus, wo nur 30 Sekunden auswählbar sind. Der Modus liefert makellose Nachtaufnahmen mit toll eingefangenem Sternenhimmel und ordentlicher Bildschärfe sowie Detaildarstellung auch bei sehr dunklen Motiven und auf größere Distanz. Qualitativ gibt es zum Vorgänger oder auch zum X300 Pro zwar keine größeren Unterschiede, farblich bewegt sich das X300 Ultra hingegen deutlich näher an der Realität und ist beim Weißabgleich deutlich neutraler unterwegs, was insgesamt für einen natürlicheren Look der Aufnahmen sorgt.
Auch die Tele-Kamera im Vivo X300 Ultra nutzt einen 200MP Sensor, welcher im Standard Modus mit 12MP und Pixel Binning betrieben wird. Die native Zoomstufe entspricht 3,7-fach. Die Bildcharakteristik wurde exzellent auf die Hauptlinse abgestimmt. Farblich wirken die Aufnahmen völlig identisch und liefern dieselbe auffällig gute Bildschärfe und Detaildarstellung auch auf größere Distanz mit tollem Dynamikumfang, prägnantem Kontrast und wenig Qualitätsverlust sowie sehr gutem Rauschverhalten bei Innenraumaufnahmen. Bewegte Motive werden auch hier scharf abgelichtet, der Autofokus arbeitet sehr zuverlässig und die Auslöseverzögerung ist nahezu nicht existent. Farblich liefert die Kamera natürlich ebenfalls sehr realitätsnahe Ergebnisse mit schöner Lebendigkeit und niemals Übersättigung. Im näheren Bereich entsteht ein sehr schöner natürlicher Bokeh-Effekt, sodass man den Portrait Modus selten bemühen muss. Der Weißabgleich arbeitet auch bei der Telekamera extrem zuverlässig und sorgt auch bei farblich dominierten Nahaufnahmen für eine saubere Farbwiedergabe (siehe z.B. Steinpilz und Erdbeerkuchen).
Im 50MP Modus verschlechtert sich der Dynamikumfang der Tele-Kamera etwas stärker als bei der Hauptlinse, bewegt sch aber noch in einem akzeptablen Bereich. Verglichen mit dem günstigeren X300 Pro schneidet das X300 Ultra hier warum auch immer etwas schlechter ab, denn beim Pro konnte man im 50MP Modus keinen Unterschied beim Dynamikumfang erkennen. Abseits davon zeigt der 50MP Modus aber keine Schwächen. Die Tele-Kamera wird dabei nicht anfälliger für Wackler, liefert auch in Innenräumen weiterhin eine sehr gute Bildqualität und zeigt keinen Anstieg beim Rauschanteil. Auch hier kann man optional die vollen 200MP nutzen, wobei dann Pixel Binning verloren geht. Die 50MP Stufe bleibt also der Sweet-Spot für Fotos in hoher Auflösung.
Die standardmäßig per Knopfdruck zugänglichen Digitalzoom-Stufen der Tele-Kamera wurden beim Vivo X300 Ultra verglichen mit dem Pro Modell und auch dem X200 Ultra erweitert. Hier gibt es nun 7,4-fach und 10-fach oder optional natürlich auch alles dazwischen und weit darüber hinaus, wenn man das manuelle Zoom-Rad betätigt.
Fangen wir mal mit dem 7,4-fachen Digitalzoom an. Hier überzeugt die Tele-Kamera mit einer sehr guten Performance. Durch den 200MP Sensor muss man hier kaum Qualitätsverluste hinnehmen. Auch Landschaftsaufnahmen wirken noch wie optischer Zoom und büßen nur sehr minimal an Schärfe bzw. feinen Details auf Distanz ein. Auch innerhalb von Räumen oder bei Nachtaufnahmen liefert der 7,4-fache Zoom noch eine sehr gute Bildqualität ohne starkes Bildrauschen oder deutlichen Schärfeabfall. Farblich bleiben alle Aufnahmen konsistent zur nativen optischen Zoomstufe und auch beim Dynamikumfang zeigen sich keine Einschränkungen.
Interessanterweise treffen all die genannten Merkmale auch beim 10-fachen Digitalzoom noch zu. Nur ganz vereinzelt können feine Oberflächentexturen oder Strukturen auf Distanz etwas weicher wirken, was aber hauptsächlich bei Lichtmangel auffällt, also bei dunklen Innenräumen oder bei Nachtaufnahmen. Im großen und ganzen liefert aber auch der 10-fache Digitalzoom weiterhin eine astreine Qualität und ist im Grund für alle Situationen gut geeignet.
Um deutlichere Einbußen bei Bildschärfe und Oberflächentexturen zu sehen, muss man mit dem Digitalzoom weiter nach oben gehen. Im Test der 20-fachen Zoomstufe wird das vor allem bei Distanzaufnahmen deutlich. Die Software auf dem Vivo X300 Ultra leistet aber trotzdem gute Arbeit, was die Restaurierung der Bildinformationen angeht. Sehr brauchbare Schnappschüsse entstehen also durchaus auch mit dem 20-fachen Zoom noch. Im näheren Bereich sehen die Aufnahmen natürlich am besten aus. Die Performance ist vergleichbar mit oder minimal besser als beim Vivo X300 Pro. Verglichen mit dem Vivo X200 Ultra liefert das Vivo X300 Ultra bei etwas größerer Distanz die schöneren Ergebnisse mit deutlich bessere Bildschärfe und Detailwiedergabe.
Nachtfotos gelingen mit der Tele-Linse auf nativer Zoomstufe (3,7-fach) gut, wobei das Vivo X300 Ultra auch hier den Nachtmodus automatisch aktiviert. Die Resultate können sich sehen lassen und bleiben mit Blick auf Farbton, Farbtreue und Weißabgleich konsistent zur Hauptlinse. Auch die Bildqualität überzeugt bei Nachtaufnahmen der Tele-Kamera mit überdurchschnittlich guter Bildschärfe und Detaildarstellung auf Oberflächen oder bei feinen Strukturen. Einzig erwähnenswerter Makel ist der etwas übertriebene Kontrast und damit einhergehend eine Schwäche beim Dynamikumfang. Helle Bereiche wie Lichtquellen werden zwar sauber ohne Überbelichtung abgebildet, doch die dunkleren Bildbereiche werden gerne mal geschluckt und kommen fast vollständig schwarz rüber. Das ist ein Punkt, wo Vivo an der Software noch etwas Feinschliff betreiben könnte, um die Gesamtkomposition der Nachtfotos noch runder zu machen.
Bei der Ultrawide Kamera setzt das Vivo X300 Ultra auf denselben Sensor der auch im Vorgänger zum Einsatz kam. Das ist aber nicht weiter schlimm, denn verglichen mit Mitbewerbern bleibt es dabei, dass Vivo hier auf den größten Sensor in seiner Kameraklasse setzt. Entsprechend liefert die Ultraweitwinkel-Linse auch wieder vergleichsweise gute Resultate mit überdurchschnittlich hoher Bildschärfe und Detaildarstellung auch auf größere Distanz wie Landschaftsaufnahmen. Hinzu kommt eine vergleichsweise hohe Lichtstärke und damit einhergehend ein vergleichsweise geringer Qualitätsverlust und gutes Rauschverhalten bei Innenraumaufnahmen oder Situationen wie Sonnenauf- und Untergang sowie schlechtem Wetter. Gegenüber dem Vorgänger hat sich beim Vivo X300 Ultra auch noch die Zuverlässigkeit des Weißabgleichs verbessert. Das gilt vor allem bei farblich dominierten Motiven wie z.B. hoher Grünanteil im Wald oder anderen Naturszenarien. Auch hier macht sich offenbar der neue 5MP Spektralsensor positiv bemerkbar.
Im 50MP Modus überzeugt die Ultrawide-Kamera im Vivo X300 Ultra ebenfalls mit guten Ergebnissen. Die Detaildarstellung verbessert sich gerade auf Distanz nochmal etwas, sodass sich der Modus bei Landschaftsaufnahmen lohnen kann. An den Farben gibt es keine größeren Veränderungen, nur der Kontrast wird geringfügig reduziert, was ja auch bei den 50MP Modi der anderen Kameras schon so war. Der Dynamikumfang bleibt etwa gleich. Innerhalb von Räumen oder allgemein bei dämmrigen Lichtverhältnissen bleibt die Bildqualität gut. Es gibt keinen Anstieg bei der Unschärfe oder beim Bildrauschen, wie man es sonst häufig bei Ultrawide-Kameras beobachten kann.
Auch bei den Nachtfotos zeigt die Ultrawide-Kamera noch eine richtig gute Bildqualität. Auch im Oberklasse-Segment nimmt die Bildqualität der Ultrawide-Kameras bei Low-Light-Situationen ja oftmals deutlich ab. Das ist hier nicht so. Die Nachtaufnahmen vom Vivo X300 Ultra sehen sehr gut aus und liefern auch eine anständige Schärfe und Detaildarstellung mit kaum sichtbarem Rauschanteil. Besonders interessant ist auch, dass das Vivo X200 Ultra hier sehr deutlich geschlagen wird, obwohl der Sensor an sich ja gleich geblieben ist. Das X300 Pro, welches ebenfalls schon ein besseres Bild als das X200 Ultra liefern konnte, steckt das X300 Ultra ebenfalls in die Tasche, wenngleich nicht so deutlich. Hier scheint Vivo nochmal einiges an Software-Magie eingebaut zu haben.
Für Makro-Aufnahmen kann das Vivo X300 Ultra prinzipiell wieder alle seine Kameras nutzen, wobei die Hauptkamera auf 19cm Distanz fokussiert, die Ultrawide-Kamera auf etwa 4cm Distanz und die Tele-Kamera auf etwa 15cm Distanz. Optisch am ansprechendsten wirken Makros natürlich mit der Tele-Kamera. Zum einen aufgrund des intensiven Bokeh-Effektes, zum anderen auch aufgrund der Digitalzoom-Möglichkeiten mit dem großen 200MP Sensor, So kann man wirklich extreme Makros erzeugen, die trotzdem richtig gut aussehen. Farblich bekommt die Software dabei keine Probleme mit der Realitätstreue und auch der Weißabgleich verrichtet weiterhin zuverlässig seinen Dienst. Die Beispielaufnahmen sprechen an dieser Stelle eine deutliche Sprache.
Den Portrait Modus könnt ihr mit allen Kameras nutzen, wobei man diesen beim Vivo X300 Ultra sicherlich selten braucht, da meist der natürliche Bokeh-Effekt ausreichend ist. Der Bokeh-Effekt wird im Portrait Modus meist zuverlässig eingerechnet, schluckt selten Konturen und sieht insgesamt glaubhaft mit realistischer Tiefenabstufung aus. Die Intensität lässt sich nach Belieben verändern und auch das Aussehen der Lichtkreise kann mittels verschiedener Zeiss Optik Simulationen angepasst werden.
Bei der Frontkamera setzt das Vivo X300 Ultra auf einen 50MP Sensor mit Autofokus. Dabei kommt mit dem Samsung JN5 ein anderer Sensor zum Einsatz als z.B. im X300 Pro (JN1) oder dem X200 Ultra (ebenfalls JN1). An der Bildqualität hat sich verglichen mit den genannten Geräten nichts verändert, was aber kein Kritikpunkt ist, da sich die anderen Modelle ja auch schon auf hohem Niveau bewegt haben. Man erhält sowohl bei Tag als auch innerhalb von Räumen durchgehend scharfe, rauschfreie Selfies mit wirklich guter Detaildarstellung. Auch Haut und Haartexturen sehen scharf und detailliert aus, solange man auf die "Beautify" Features verzichtet. Was sich vor allem zum X200 Ultra verbessert hat, ist der Weißabgleich. Speziell bei Nacht liefert das Vivo X300 Ultra deutlich neutralere und realistischere Hauttöne. Allgemein sehen auch Nachtfotos der Frontkamera nur mit Straßenbeleuchtung als Lichtquelle noch richtig gut aus. Der Bildschirmblitz kann auch nochmal für eine deutliche Aufwertung sorgen.
Beim Filmen liefert das Vivo X300 Ultra abgesehen von 10-Bit LOG Unterstützung für die Frontkamera so ziemlich alles, was man sich wünschen kann. Alle Linsen in der Hauptkamera unterstützen Videos mit 8k30, bis 4k120 auch auch in Dolby Vision und 10-Bit LOG. Bei der Frontkamera wird maximal 4k60 unterstützt, auch hier mitsamt Dolby Vision HDR.
Ein dickes Lob bekommt das Vivo X300 Ultra direkt zu Beginn mal für die Audioqualität. Dieser ist wirklich extrem gelungen und klingt nicht nur klar und natürlich, sondern fängt auch Umgebungsgeräusche und Stimmen gleichermaßen stimmig und realistisch ein. Richtig beeindruckend ist zudem die Filterung von Windgeräuschen. Diese sind nämlich in der Regel schlichtweg nicht zu hören und das, ohne dass man dadurch irgendwelche negativen Klangartefakte wahrnimmt. Das Vivo X300 Ultra hat eindeutig das beste Wind-Noise-Cancelling aller bisher getesteten Smartphones. Davon können sich viele Konkurrenten eine Scheibe abschneiden.
Beim Filmen in 8k30 liefern alle Kameras bei Tag eine gute Bildqualität und natürliche Farben mit zuverlässigem, neutralen Weißabgleich. Die Bildschärfe hat sich gegenüber dem Vorgänger beim X300 Ultra deutlich gebessert (gilt für alle Auflösungen) und auch farblich wurde die Performance sehr deutlich verbessert. Die Stabilisierung funktioniert im 8k Modus sowohl bei den Kameras mit OIS als auch der Ultrawide-Kamera mit EIS sehr gut und liefert auch beim Laufen recht ruhiges Material - auch bei der Tele-Kamera. Auch der Autofokus funktioniert durchgehend gut und pumpt nicht, wenngleich er etwas träge reagiert, was aber schnelles hin und her wechseln des Fokus verhindert. Bei Nachtvideos liefern alle Kameras ein erstaunlich gutes Bild. Haup- und Ultrawide-Linsen zeigen zwar etwas Bildrauschen, die Tele-Kamera bei Nacht etwas mehr Unschärfe, ansonsten überzeugen Nachtvideos aber vollumfänglich bei Farbwiedergabe und Helligkeit.
Beim Wechsel auf 4k60 verändert sich mit Blick auf Zuverlässigkeit des Autofokus nichts und auch die Farbtreue bleibt gleich. Die Videos aller Kameras wirken durch die hohe Framerate natürlich flüssiger. Unterschiede zeigen sich in Details. Anspruchsvolle Lichtsituationen liefern bei der Hauptlinse mit 4k60 einen besseren Dynamikumfang. Die Nachtperformance der Hauptlinse wird hingegen schlechter als im 8k30 Modus mit deutlich mehr Unschärfe, dafür verschwindet das Bildrauschen. Auffällig ist auch, dass bei Nachtvideos deutlich wärmere Farben entstehen, was für alle Kameras gilt. Im 8k30 Modus sind die Farben bei Nacht wesentlich näher an der Realität.
Bei der Telekamera verbessert sich ebenfalls der Dynamikumfang in schwierigen Lichtsituationen. An der Bildqualität von Nachtaufnahmen ändert sich abgesehen vom verschwundenen ganz minimalen Bildrauschen nichts. Die Videos bleiben gegenüber den restlichen Kameras weniger scharf.
Bei der Ultrawide-Kamera verhält es sich gegenteilig zu den anderen Kameras. Hier verschlechtert sich der Dynamikumfang in anspruchsvollen Lichtsituationen im 4k60 Modus deutlich gegenüber dem 8k30 Modus. Auch Nachtvideos in 4k60 sehen mit der Ultrawide-Linse erheblich unschärfer aus. Die höhere Framerate scheint sich also auf die Lichtstärke mehr auszuwirken als die höhere Auflösung.
Im 4k30 Modus ist erfreulich, dass das Vivo X300 Ultra hier kein seltsames Stottern im Bild zeigt, wie man es sonst häufig bei Smartphones in 4k30 Videos beobachten kann. Der bessere Dynamikumfang von Haupt- und Tele-Kamera bleibt auch in 4k30 erhalten. Bei der Ultrawide-Kamera verschlechtert er sich in 4k30 hingegen wieder, was eigentlich keinen Sinn ergibt und ein Software-Problem sein dürfte. An der Bildqualität der Kameras ändert sich insgesamt bei Tag nicht wirklich viel. Auffällig ist, dass bei der Tele-Kamera die Stabilisierung im 4k30 Modus etwas unruhiger arbeitet. Bei Nachtvideos im 4k30 Modus liefert die Hauptlinse die qualitativ besten Videos mit deutlich besserer Schärfe als in 4k60 und kaum noch Rauschanteil. Bei der Tele-Kamera sind bei 4k30 Nachtaufnahmen hingegen kaum Unterschiede zum 4k60 Modus wahrnehmbar. Bei der Ultrawide-Kamera wiederum steigt die Schärfe im 4k30 Modus bei Nacht wieder etwa an, bleibt aber deutlich unter dem Ergebnissen im 8k30 Modus. Auch das ergibt keinen Sinn und deutet auf eine Software-Problematik hin.
Was Slow Motion Videos betrifft, ist das Vivo X300 Ultra wie schon sein Vorgänger etwas spärlich ausgestattet, wenn man z.B. mit Xiaomi Geräten vergleicht. Der dedizierte Slow Motion Modus filmt nur ohne HSR und Ton in Full HD 120 oder 240. Alternativ steht noch der native 4k120 Modus für alle Kameras bereit, dessen Videos dann in voller Framerate gespeichert werden und manuell abgebremst werden müssen, wenn man daraus einen Slow Motion Clip erzeugen möchte.
| Kapazität (Angabe) | EU: 6.600mAh CN: 6.600mAh |
| Kapazität (Gemessen) | 6.117mAh |
| Wechselbar | Nein |
| Ladetechnologie | 100W Ladetechnik 40W Wireless Charging EU: Kein Netzteil im Lieferumfang CN: Netzteil inklusive |
Beim Akku bietet das Vivo X300 Ultra gegenüber seinem Vorgänger ein Upgrade von 600mAh auf nun 6.600mAh. Damit ist der Akku sogar geringfügig größer als beim Pro Modell. Interessant ist zudem, dass das X300 Ultra sowohl in China als auch Europa denselben Akku verbaut hat. Hier muss man beim EU Modell also im Gegensatz zum X300 Pro keine Abstriche machen.
Was die Laufzeit betrifft, hat das Vivo X300 Ultra dasselbe Problem wie die meisten Kamera-Flaggschiffe: Ein massiver Energieverbrauch bei Kameranutzung. Das merkt man ja bereits an der recht starken Erwärmung, wenn man diese längere Zeit nutzt. Der Ladestand geht trotz großem Akku schnell in die Knie, sodass man bei extrem intensiver Kameranutzung nicht durch den Tag kommen wird. Das Problem hatte aber auch der Vorgänger schon und ja, die Laufzeit bei permanenter Kameranutzung hat sich natürlich durch den größeren Akku verbessert.
Bei gemäßigter Kameranutzung im typischen Alltagsgebrauch stellt die Laufzeit hingegen kein Problem dar und hat sich sogar verglichen mit dem Vorgänger massiv verbessert. AccuBattery kommt beim Vivo X300 Ultra auf 15:11 Stunden maximal erreichbare Screen-On Zeit. Beim Vorgänger waren es 11:26 Stunden. Die Statistik stammt aus realer Alltagsnutzung mit voller Bildschirmauflösung und Refresh Rate, aktivem Vollbild AOD zwischen 8 Uhr und 22 AOD, sowie Mischnutzung mit Mobilfunk und WLAN.
Der PCMark Akku Benchmark erreicht bei 50% Bildschirmhelligkeit und WLAN Verbindung eine Laufzeit von 19:41 Stunden. Vom Vorgänger haben wir hier keinen Vergleichswert, da der Test erst dieses Jahr in die Testberichte aufgenommen wurde. Vom X300 Pro können wir aber einen Vergleich liefern: dort wurden 22:01 Stunden erreicht. Das Pro Modell schneidet also in dem Benchmark etwas besser ab. Für den realen Alltagsbetrieb scheint der Unterschied aber von den Erfahrungswerten her keine große Relevanz zu haben.
Beim Aufladen bietet das Vivo X300 Ultra etwas schnelleres kabelgebundenes Fast-Charging mit 100 Watt statt 90 Watt beim X200 Ultra und dem X300 Pro. Käufer der europäischen Version bekommen das Netzteil nicht mitgeliefert. Beim China Import ist es im Lieferumfang enthalten. Von 20% auf 75% vergehen 25 Minuten, von 20% auf 100% sind es 38 Minuten. Ein Unterschied in der Ladezeit ist feststellbar. Vergleicht man das Ergebnis mit dem X300 Pro (ähnliche Akkugröße), kommt dieses mit 90 Watt auf 24 Minuten von 20% auf 75% und 53 Minuten bis 100%. Bis 75% sind die Geräte also etwa gleich schnell beim Laden, gegen Ende zieht das X300 Ultra jedoch mit dem 100W Fast-Charging davon.
Zusätzlich zum kabelgebundenen Aufladen unterstützt das Vivo X300 Ultra auch Wireless Fast-Charging. Hier hat sich aber an der Leistung nichts geändert. Der Akku wird weiterhin mit 40 Watt drahtlos geladen. Ihr bekommt auch in keiner Variante die nötige Ladestation kostenfrei dazu. Diese muss immer separat gekauft werden und kostet in Deutschland bei Amazon ca. 119€* und bei Tradingshenzhen etwa 77€*. Alternativ kann natürlich auch ein normaler Qi Charger genutzt werden, was die Ladezeit aber deutlich in die Länge zieht.
Bei den Akku Einstellungen gibt es ein Ladelimit das zwischen 80 und 100% in 5% Schritten gesteuert werden kann. Zudem besteht alternativ die Möglichkeit ein intelligentes Pausieren des Ladevorgangs basierend auf Nutzungsgewohnheiten zu aktivieren. Wer immer die maximale Ladegeschwindigkeit will, kann den Schalter "Standardmäßig superschnell" aktivieren. Wer mit dem Vivo X300 Ultra spielen möchte, darf sich außerdem über Bypass-Laden freuen. Umgekehrtes kabelloses Laden wird auch unterstützt, jedoch ist nirgendwo eine Angabe zur maximalen Leistung zu finden.
Das Vivo X300 Ultra ist ein Kamera-Flaggschiff, das der Bezeichnung alle Ehre macht. Das Doppel 200MP Kamera-Setup in Verbindung mit dem neuen 5MP Spektralsensor hebt die Farbgenauigkeit und den Weißabgleich auf ein neues Niveau. Besonders spürbar ist das beim Wechsel vom X200 Ultra, wo der Fortschritt sowohl bei Fotos als auch bei Videos erheblich ausfällt. Aber auch gegenüber dem günstigeren X300 Pro setzt sich das Ultra hier und da ab, wenngleich nicht so deutlich, was zeigt, wie Stark das Kamerasystem im Pro Modell ist. Das Wind-Noise-Cancelling bei Videos ist zudem das Beste, was bisher ein Smartphone in unserem Test gezeigt hat.
Jenseits der Kamera zeigt das X300 Ultra das typische Bild eines Vivo Ultra Flaggschiffs: hochwertige Verarbeitung, solides Design, gutes Display mit satter Helligkeit und angenehmer Farbdarstellung sowie eine flotte Alltagsperformance dank Snapdragon 8 Elite Gen 5. Die Akkulaufzeit hat sich gegenüber dem Vorgänger bei normaler Alltagsnutzung deutlich verbessert, der Verbrauch bei intensiver Kameranutzung bleibt aber exzessiv. Dazu gesellen sich schnelles 100W-Laden, 40W Wireless Charging, Wi-Fi 7 und ein zuverlässiger GPS-Empfang. Mobilfunk macht keine Probleme, auch nicht beim China-Import.
Schattenseiten hat das Vivo X300 Ultra allerdings auch. Das BOE Q10 Plus AMOLED Panel kämpft mit einer schlechten Reaktionszeit, die Schlierenbildung beim Scrollen auch im Alltag sichtbar macht und damit die beworbenen 144Hz teilweise ad absurdum führt. Die Problematik gibt es auch bei den günstigeren X300 Modellen. Umso ärgerlicher ist es, dass das Problem beim Ultra Modell nicht beseitigt wurde. Hinzu kommt ausgeprägtes PWM Flimmern, das zwar per DC-Dimming eliminiert werden kann, aber dennoch ein Punkt ist, bei dem die Konkurrenz teils besser aufgestellt ist. Das Thermal Throttling fällt beim X300 Ultra stärker aus als beim Xiaomi 17 Ultra mit identischem Chip und das Gerät wird unter Last auch deutlich wärmer (Spiele, Kameranutzung). Auch der Update-Support zeigte sich im Testzeitraum von seiner schlechten Seite, was beim Preissegment und der versprochenen Updategarantie besonders enttäuscht. Ein März Sicherheitspatch im Juni 2026 ist in der Preisklasse schwer vermittelbar.
Bleibt die Frage, für wen sich das Vivo X300 Ultra lohnt. Wer vom X200 Ultra kommt, bekommt ein spürbares Upgrade bei Kamera, Akkulaufzeit und allgemeiner Performance und dürfte sich über den Wechsel freuen. Wer hingegen bereits ein X300 Pro besitzt, sollte den Aufpreis genau abwägen: Die Kamera-Unterschiede existieren, sind aber situationsabhängig und in vielen Alltagssituationen kaum relevant. Wer neu in das Vivo Ökosystem einsteigt, das Beste vom Besten will und bereit ist, den Import-Preisunterschied zu nutzen, bekommt mit dem X300 Ultra zweifellos eines der besten Kamera-Flaggschiffe des Jahres 2026. Das europäische Preis-Leistungs-Verhältnis bei 1999€ lässt sich hingegen nur schwer rechtfertigen, wenn dieselbe Hardware per Import für rund 1257€ zu haben ist und mit dem Xiaomi 17 Ultra ein starker Konkurrent zu einer UVP von 1499€ am Start ist.
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