Noch vor dem offiziellen Launch gibt Vivo viele weitere technische Details zum Vivo X300 Ultra preis, nachdem das nächste Zeiss-Kamera-Flaggschiff des Herstellers bereits auf dem Mobile World Congress 2026 in Barcelona einen Gastauftritt hatte. Produktmanager Han Boxiao hat in den vergangenen Tagen auf Weibo schrittweise die Kamera-Ausstattung des kommenden Flaggschiffs beleuchtet, und die Eckdaten sind durchaus bemerkenswert.
Das Vivo X300 Ultra setzt demnach bei der Hauptkamera erstmals auf den LYT-901 von Sony mit 200MP und einer Sensorfläche von 1/1.12 Zoll. Das ist deutlich großzügiger dimensioniert als die Samsung-Sensoren, die Vivo bislang in dieser Größen-Klasse eingesetzt hat, und soll gegenüber dem Vorgänger rund 30 Prozent mehr Lichtempfindlichkeit bringen. Die Brennweite bleibt bei 35mm, ein Wert, den Vivo bewusst beibehält und der sich vor allem für dokumentarische und urbane Fotografie eignet und durch das leichte Einzoomen einen natürlicheren Blickwinkel liefern soll.
Auch die Optik wurde weiterentwickelt. Das bisherige 7P-Setup aus reinen Kunststofflinsen wurde durch eine 1G+6P-Konstruktion ersetzt, bei der ein echtes Glaselement zum Einsatz kommt. Dazu gibt es eine neue ALD Pro Beschichtung, die Reflexionen um etwa 30 Prozent gegenüber dem X200 Ultra (derzeit etwa 767€ bei TradingShenzhen*) reduzieren soll. Die verbleibenden sechs Kunststofflinsen tragen ein ALE+ Coating, das Artefakte wie Geisterbilder besser unterdrücken soll. Die Bildstabilisierung wurde von CIPA 5.0 auf CIPA 6.5 angehoben.
Beim Telefoto liefert Vivo ebenfalls konkrete Zahlen. Der Sensor ist ein von Vivo modifizierter Samsung HP0, ein enger Verwandter des ISOCELL HPE, der mit 200MP in der fünften Generation der sogenannten „Thanos"-Telefoto-Reihe antritt. Vivo kombiniert ihn mit der hauseigenen BlueImage Verarbeitung, die Verbesserungen bei Farbtreue, Autofokus, HDR und Energieeffizienz bringen soll.
Der auffälligste Fortschritt betrifft die Bildstabilisierung. Während Telefotosensoren im Smartphone-Segment typischerweise 0,7 bis 1 Grad optische Stabilisierung bieten, erreichte das X200 Ultra bereits 1,2 Grad. Das Vivo X300 Ultra soll nun auf 3 Grad kommen, was Vivo als CIPA 7.0 Niveau beschreibt, ein Standard, der bislang professionellen Kameras vorbehalten war. Technisch greift Vivo dabei auf ein Konzept zurück, das das Unternehmen vor einigen Jahren unter dem Begriff „Micro-Gimbal" eingeführt hatte: ein mechanisch stabilisiertes Linsensystem, das sichtbar größere Auslenkungen erlaubt als klassische OIS-Lösungen. Bei langen Brennweiten von 200 bis 400mm und darüber hinaus, etwa in Kombination mit dem Zeiss Telephoto Extender der zweiten Generation, soll die stabilisierte Optik noch deutlicher zum Tragen kommen.
Neu ist außerdem ein verbesserter Autofokus, den Vivo als „BlueImage Hochfrequenz Tracking-Engine" bezeichnet. Er soll scharfe Serienaufnahmen mit bis zu 60fps ermöglichen, was im Vergleich zu den branchenüblichen 30fps eine Verdopplung wäre und das Telefoto für Sportaufnahmen und das Fotografieren von Tieren interessanter machen soll.
Laut bisherigen Berichten komplettiert ein 50MP Sony LYT-828 Sensor mit Ultraweitwinkelperspektive das Kamerasystem, begleitet von einem 5MP Multispektralsensor zur Farbanpassung. Offizielle Angaben dazu stehen aber noch aus. Das Vivo X300 Ultra soll als erstes Ultra-Modell von Vivo auch offiziell in Europa angeboten werden. Einen konkreten Termin nennt Vivo bisher weder für China noch für den internationalen Markt. Realistisch erscheint derzeit ein Launch Ende März oder im April 2026. Ob direkt international oder erstmal nur für China bleibt abzuwarten.
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