Aus der aktuellen Poco F8 Serie hatten wir ja schon Ende Januar das Poco F8 Pro getestet. Nun ist endlich auch das Spitzenmodell Poco F8 Ultra zum Testen eingetroffen, zu dem wir euch in diesem Beitrag einige erste Eindrücke liefern möchten. Die Poco F8 Serie basiert auf Xiaomi's Redmi K90 Serie aus China, wobei das Poco F8 Pro auf dem Redmi K90 und das Poco F8 Ultra auf dem Redmi K90 Pro Max basiert. Gemein haben die Modelle ein Audio Tuning von Bose, wobei das Poco F8 Ultra auf aktuelle Oberklasse Hardware setzt, beim Preis jedoch im Bereich der "Performance Flagships" bleibt.
Konkret wird das Poco F8 Ultra in Deutschland zu einer UVP von derzeit 829,90€ verkauft, wofür man 12GB RAM und 256GB Festspeicher bekommt. Alternativ gibt es für 899,90€ auch 16GB RAM und 512GB Speicher. Die Straßenpreise sind mittlerweile jedoch wie bei Xiaomi üblich stark gesunken. Meist bekommt man das Poco F8 Ultra in der Basisversion zu Preisen um die 600€ Marke. Der bisherige Bestpreis lag bei rund 566€. Für ein Smartphone mit dem aktuellen Snapdragon 8 Elite Gen 5 Prozessor also durchaus günstig.
Angeboten wird das Poco F8 Ultra in Deutschland bzw. Europa in zwei Farbvarianten. Neben einer einfachen schwarzen Variante mit einer matten Kunststoffrückseite gibt es auch die Variante "Denim Blue" zur Wahl, welche eine texturierte Rückseite im Jeans-Look trägt. Entgegen der Angaben auf manch anderen Seiten handelt es sich dabei jedoch nicht um echten Jeans-Stoff, sondern lediglich um ein Imitat aus Silikon. Uns hat die Denim Blue Version des Poco F8 Ultra zum Testen erreicht.
Das Poco F8 Ultra setzt auf den aktuellen Snapdragon 8 Elite Gen 5 von Qualcomm, der im 3nm Verfahren gefertigt wird und acht Kerne bietet, von denen zwei Prime-Kerne mit bis zu 4,6GHz takten. Je nach Speicherausbau stehen 12GB oder 16GB LPDDR5X RAM zur Seite, der Festspeicher beträgt 256GB bzw. 512GB nach UFS 4.1 Standard. Hier bewegt sich das F8 Ultra also durchaus auf dem Niveau aktueller Oberklasse Smartphones.
Das 6,9 Zoll große AMOLED Display löst mit 2608 x 1200 Pixeln auf, arbeitet mit bis zu 120Hz Bildwiederholrate und erreicht eine Spitzenhelligkeit von 3500cd/m² bei 25 Prozent Displayabdeckung. Weitere Ausstattungsmerkmale sind eine 12-Bit-Farbtiefe, Dolby-Vision- sowie HDR10+ Unterstützung und eine Touch-Abtastrate von bis zu 480Hz, die im Spielmodus auf 2560Hz steigt. Das Panel nutzt zudem die HyperRGB Technologie mit feinerer RGB Subpixel-Matrix, welche die Pixelstruktur feiner und das Bild somit trotz FHD+ Auflösung schärfer erscheinen lässt. Gerade auf dem relativ großen 6,9" Display ist das von Vorteil.
Die Hauptkamera löst mit 50MP auf und nutzt den Light Fusion 950 Sensor im Format 1/1,31 Zoll mit einer Blende von f/1.67 sowie optischer Bildstabilisierung. Ergänzt wird das Kamerasystem durch eine 50MP Ultraweitwinkelkamera und eine 50MP Periskop-Telekamera mit einer äquivalenten Brennweite von 115mm (5-fach Tele), ebenfalls mit optischer Bildstabilisierung. Videoaufnahmen sind mit der Hauptkamera in 8K bei 30fps möglich. Für Selfies ist eine 32MP Frontkamera verbaut. Verstecken muss sich das Poco F8 Ultra also auch an dieser Stelle nicht.
Den Akku beziffert Poco mit 6500mAh, geladen wird per Kabel mit bis zu 100W sowie kabellos mit bis zu 50W. Kabelgebundenes Reverse Charging ist mit bis zu 22,5W möglich. Ein Ladegerät liegt dem Gerät allerdings nicht bei. Weitere Ausstattungsmerkmale sind Wi-Fi 7, Bluetooth 6.0 mit Unterstützung zahlreicher Audiocodecs darunter LDAC und LHDC 5.0, NFC, ein Ultraschall-Fingerabdrucksensor im Display, ein IR-Blaster sowie eine IP68 Zertifizierung. Das Betriebssystem ist Xiaomi HyperOS 3. Stereoklang mit unabhängigem Subwoofer als 2.1 Soundsystem und einem Audio-Tuning von Bose runden das Paket ab und stellen gleichzeitig ein Alleinstellungsmerkmal dar.
Die Verpackung des Poco F8 Ultra folgt dem typischen Format der Marke: ein schwarzer Deckel, ein gelber Innenkarton, schlichte Gestaltung ohne Produktabbildung auf der Außenseite. Das Smartphone selbst liegt in einer Kunststofftüte, auf dem Display ist ab Werk bereits eine Schutzfolie angebracht. Ein zweiter gelber Innenkarton enthält das restliche Zubehör, bestehend aus einer flexiblen schwarzen Schutzhülle, einer SIM Nadel, einem USB-A auf USB-C Kabel sowie der üblichen Dokumentation inklusive EU Energielabel. Beim Kabel handelt es sich lediglich um USB 2.0. Ein Netzteil liegt, wie bereits erwähnt, nicht bei.
Das Poco F8 Ultra ähnelt in seinem grundlegenden Design dem bereits getesteten Poco F8 Pro: flacher Metallrahmen, flache Rückseite, flaches Frontglas. Auffälligster Unterschied ist das breite Kameramodul, das beim F8 Ultra mit silbernem Kunststoff verziert ist und den Bose Subwoofer beherbergt. Beim F8 Pro bilden Kameramodul und Rückseite noch ein gemeinsames Stück Glas, beim Ultra weicht man davon ab und setzt auf mattes GFK beim schwarzen Modell sowie texturiertes Silikon beim Denim Blue Modell. Letzteres sieht echtem Jeansstoff täuschend ähnlich und ist optisch zweifellos ein Hingucker. Haptisch hat die Oberfläche allerdings nichts mit Denim gemein und fühlt sich eher wie raues Gummi an. Das ist nicht grundsätzlich negativ zu werten, wer jedoch auf Basis der Optik einen stoffartigen Griff erwartet, wird überrascht sein. Immerhin liefert das Gummifinish reichlich Griffigkeit. Der Überstand der Hauptkamera fällt angesichts der verbauten Hardware erfreulich gering aus, und durch das breite Layout wackelt das Gerät auf dem Tisch kaum.
Was die Rechenleistung betrifft, liefert das Poco F8 Ultra mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 für Straßenpreise um 600€ eine starke Vorstellung. In den Benchmarks lässt es das OnePlus 15 hinter sich und liefert sich mit dem Honor Magic 8 Pro ein enges Rennen um die ersten Plätze unter den bisher getesteten Smartphones mit demselben Chip, wobei die gegenseitigen Führungswechsel meist innerhalb der Fehlertoleranz liegen, die beiden Modelle also auf Augenhöhe zu bewerten sind. Vom Xiaomi 17 Pro setzt sich das Poco F8 Ultra hingegen merklicher ab, ist also schneller als das Xiaomi Flaggschiff. Angesichts des Größenunterschiedes (und damit mehr Raum für Kühlung) verwundert das aber auch nicht. Im Alltag ist spürbare Abwärme vorhanden, stärker als etwa beim OnePlus 15, dafür zeigt das Gerät eine höhere Peakleistung bei erstaunlich geringem Thermal Throttling. Hier liegt das Poco F8 Ultra sogar deutlich vor dem Honor Magic 8 Pro. Gerade für Gamer die ein preiswertes Smartphone mit hoher Dauerleistung suchen, dürfte das Poco F8 Ultra damit überaus attraktiv sein.
Das 6,9 Zoll AMOLED Panel übertrifft den derzeitigen Smartphonedurchschnitt in der Größe deutlich. Qualitativ macht es einen hochwertigen Eindruck, und dank der HyperRGB / Superpixel-Struktur wirkt es schärfer als Displays mit klassischer Pen-Tile Matrix. Xiaomi bewirbt das Panel mit "2k-Schärfe" trotz FHD+ Auflösung und rein subjektiv stimmt das durchaus. Geht man sehr nah an das Panel heran, ist trotz der großen Diagonale kaum eine Rasterung zu erkennen. Eine kleine Überraschung findet sich beim USB-C Anschluss: Obwohl das Datenblatt dazu schweigt, verfügt das Poco F8 Ultra nicht über USB 2.0 wie man es sonst von Poco kennt, sondern über USB 3.2 Gen2 mit 10GBit/s, was in dieser Preisklasse fast schon eine kleine Sensation darstellt. Das Poco F8 Pro hat beispielsweise nur einen USB 2.0 Port zu bieten.
Das Bose Soundsystem hinterlässt einen guten ersten Eindruck. Der dedizierte Subwoofer ist klar hörbar und sorgt für spürbar mehr Druck als beim Poco F8 Pro. Das Klangbild ist dabei angenehm differenziert, die Tiefen gehen nicht auf Kosten der Mitten. Wer puren Bassdruck sucht, wird allerdings anderswo fündiger: Das Honor Magic 8 Pro etwa produziert mehr Wumms, und das ohne separaten Subwoofer. Im Preissegment unterhalb der 1000€ Marke dürfte das Poco F8 Ultra derzeit dennoch zu den klanglich stärksten Smartphones gehören, wenn nicht sogar das beste Modell sein. Wer hier also eine Priorität hat, dürfte mit dem Modell durchaus glücklich werden.
Zum Akku lässt sich nach den ersten Benchmarks noch kein abschließendes Urteil fällen, die bisherigen Messwerte deuten auf ein Ergebnis im Mittelfeld hin. Zur Kamera können wir ebenfalls noch nichts Konkretes berichten, das Wetter hat erste Testaufnahmen bisher verhindert. Erste Kamerabeispiele werden wir später noch im ChinaMobileMag YouTube Kanal als Beitrag veröffentlicht. Lasst also gerne ein Abo da, falls ihr dazu nichts verpassen wollt. Der ausführliche Test folgt wie gewohnt nach ein bis zwei Wochen Alltagsnutzung. Wenn ihr spezifische Fragen oder Wünsche für den Test habt, könnt ihr diese gerne unten als Kommentar dalassen.
Kommentare