Oppo bringt sein nächstes Foldable nach Europa. Dimitar Mitov, bei Oppo für den Vertrieb in Bulgarien zuständig, hat das in einem Interview mit dem bulgarischen Technikportal Nixanbal bestätigt. Demnach soll die faltbare Find N Reihe 2027 erstmals offiziell in Europa starten. Für Bulgarien gibt es nach seinen Angaben Hinweise auf einen Verkauf im kommenden Jahr. Es wäre das erste Modell der Find N Reihe, das in Bulgarien bzw. Europa offiziell im Handel steht.
Der Zeitpunkt der Ankündigung ist ungewöhnlich. Das Gerät, das in Berichten als Oppo Find N7 geführt wird, ist in China bislang nicht vorgestellt worden. Einen Termin dafür gibt es nicht. Erwartet wird der China Launch nach dem Rhythmus der Reihe gegen März 2027. Das Find N6 war im März 2026 erschienen. Die europäische Bestätigung liegt damit rund vier Monate vor dem erwarteten China Start, während Oppo neue Modelle üblicherweise zuerst im Heimatmarkt zeigt.
Das Gespräch lief im Podcast und YouTube Format des Portals, in dem Mitov zu Gast war. Neben dem Foldable sagte er, dass das Oppo Find X10 Ultra im Frühjahr vorgestellt werden soll und ebenfalls für Bulgarien erwartet wird. Bereits in diesem Jahr hatte Oppo das Find X9 Ultra (derzeit ab 1087€ bei TradingShenzhen*) in Europa eingeführt, aktuell sind aus der neuen Find X10 Serie das Find X10 und das Find X10 Pro Max (derzeit ab 977€ bei TradingShenzhen*) erhältlich. Der Verkauf startete am 2. November.
Eine Pressemitteilung zu den Plänen für das Foldable gibt es bislang nicht. Die Aussage stammt ausschließlich vom Vertriebsmanager des Herstellers und nicht von der Konzernzentrale. Man darf aber davon ausgehen, dass Mitov weiß, wovon er spricht. Zu Märkten, Preisen und Ausstattung der europäischen Version hat er sich nicht geäußert.
Der Schritt ist Teil einer breiteren Strategie. Oppo hat sein Ultra Flaggschiff in diesem Jahr erstmals nach Europa gebracht und verkauft mit dem Find X10 und dem Find X10 Pro Max seit Oktober zwei Modelle der aktuellen Generation in Deutschland. In dem Segment, in das das Find N7 zielt, ist der Wettbewerb zuletzt größer geworden. Mit dem iPhone Duo ist Ende Oktober das erste Foldable von Apple in den Verkauf gegangen, in Bulgarien war es trotz eines Startpreises von 2.299 Euro sofort ausverkauft. Auch Konkurrent Vivo hatte zuletzt sein neues Foldable, das Vivo X Fold 6 (derzeit ab 1127€ bei TradingShenzhen*), offiziell und erstmals für seine Foldable Serie nach Europa gebracht. Für Oppo ist das ein wachsender Markt, in dem das Unternehmen in Europa bislang nur über Importe vertreten war.
Das Find N6 hatte Oppo im März 2026 in China vorgestellt. Der Verkauf startete am 20. März. Ein internationaler Launch war damals geplant, Europa wurde davon ausdrücklich ausgenommen, obwohl das Gerät in ersten Hands-on-Berichten gut abschnitt und mit einer minimierten Displayfalte auffiel. Beim Nachfolger fällt diese Einschränkung nun offenbar weg, zumindest nach der Aussage des Oppo Vertreters.
Die Daten des Vorgängers zeigen, in welcher Klasse das Find N7 antreten muss. Die Hauptkamera löst mit 200MP auf und nutzt einen 1/1,56 Zoll großen Samsung ISOCELL HP5 Sensor mit f/1.8 Blende, 23mm Brennweite und 2-Achsen-OIS. Dazu kommen eine 50MP Ultraweitwinkelkamera mit f/2.0, eine 50MP Periskop Telekamera mit f/2.7 und dreifachem optischen Zoom sowie eine 2MP Monochromkamera. Beide Selfie Kameras lösen mit 20MP auf.
Angetrieben wird das Find N6 vom Snapdragon 8 Elite Gen 5 in einer Version mit sieben statt acht Kernen, begleitet von bis zu 16GB LPDDR5X RAM und 256GB, 512GB oder 1TB UFS 4.1 Speicher. Das Innendisplay misst 8,12 Zoll bei 2480 x 2248 Pixeln, das Außendisplay 6,62 Zoll bei 2616 x 1140 Pixeln, beide mit adaptiven 1 bis 120Hz. Der Akku fasst 6000mAh in Silizium Kohlenstoff Technik und lädt kabelgebunden mit 80W, kabellos mit 50W. Als Betriebssystem läuft ColorOS 16 auf Android 16, Oppo verspricht fünf Jahre Android Updates und sechs Jahre Sicherheitspatches.
Zur Ausstattung des Nachfolgers gibt es bislang nur Gerüchte. Man kann aber davon ausgehen, dass es sich abermals im Oberklasse Segment ansiedeln wird. In bisherigen Leaks und Gerüchten ist von einem Foldable im Buchformat die Rede. Auch ein Wide Foldable soll geplant sein, wobei unklar ist, ob auch dieses nach Europa kommen wird. Dieses würde sich dann z.B. auch gegen das iPhone Duo von Apple am Markt positionieren. Der Akku soll laut den bisherigen Leaks mit 6.500mAh abermals größer werden, genannt sind zudem ein 200MP Hauptsensor, eine 50MP Ultraweitwinkelkamera und eine 50MP Periskop Telekamera. Offiziell bestätigt ist davon nichts.
Wann das Oppo Find N7 nach Europa kommt, ist offen. Mitov nannte nur das Jahr 2027, keinen Monat. Damit ist unklar, ob es in Europa parallel zum China Launch an den Start geht oder mit zeitlichem Abstand. Beim Konkurrenten Vivo lagen zwischen dem China Start des X Fold 6 am 26. Juni und dem Europa Launch am 1. Oktober etwas mehr als drei Monate.
Die Preisgestaltung in Europa bleibt ebenso offen. Das Vivo X Fold 6 kostet in Europa 2.199 Euro, in China werden für die identische Speichervariante mit 12GB RAM und 512GB Speicher 8.999 Yuan fällig, umgerechnet etwa 1.164 Euro. Für das Find N6 rief Oppo in China 9.999 Yuan für 12GB RAM und 256GB Speicher auf, umgerechnet etwa 1.259 Euro, die Topversion mit 16GB RAM und 1TB Speicher kostete 11.999 Yuan, etwa 1.511 Euro. Für das Find N7 ist in Europa mit einem Preis deutlich über dem chinesischen Niveau zu rechnen. Wer das Gerät einplanen will, sollte vorsichtshalber mindestens 2.000 Euro erwarten, eher sogar etwas mehr.
Offen ist auch, ob die europäische Version die volle Akkukapazität mitbringt. Beim Find X10 Pro Max fällt der Akku hierzulande mit 7.150mAh deutlich kleiner aus als die 8.000mAh im Heimatmarkt. Laut Mitov liegen die Gründe in europäischen Vorschriften zur Lagerung und zum Transport von Akkus, die größere Kapazitäten als Gefahrgut einstufen und die Logistik verteuern. Damit ist auch beim Oppo Find N7 in der EU Version ein kleinerer Akku wahrscheinlich.
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