Ende Juni ist mit dem Vivo X Fold 6 das neueste Foldable von Vivo an den Start gegangen. Wenngleich das Modell äußerlich nur leichte Veränderungen bekommen hat, gibt es im Inneren doch einige Upgrades, welche gegenüber dem Vorgänger einige signifikante Verbesserungen versprechen. In diesem Testbericht werden wir uns das Vivo X Fold 6 im Detail ansehen und prüfen, ob die Upgrades halten, was sie versprechen.
Erhältlich ist das Vivo X Fold 6 bislang nur in China. Ein Europa Launch wurde zwar angekündigt, bisher allerdings nicht vollzogen. Interessenten müssen das X Fold 6 also erstmal aus China importieren, was aber ohnehin die günstigere Lösung ist. Unser Testgerät haben wir von TradingShenzhen erhalten. Dort liegt der Einstiegspreis bei etwa 1.1127€*. Sollte Das X Fold 6 tatsächlich noch nach Europa kommen, dürften die offiziellen Preise hier eher in Richtung der 1.999€ Marke gehen.
In China gibt es das X Fold 6 primär in drei Farben: Blue Hole, Polar Night und Salt Lake. Unser Testgerät hat die Farbe Blue Hole und kommt in der Ausbaustufe mit 16GB RAM und 512GB Datenspeicher daher. Diese kostet euch bei TradingShenzhen etwa 1.477€*.
Das Unboxing-Erlebnis beim Vivo X Fold 6 bleibt zum Vorgänger weitgehend unverändert. Das Foldable präsentiert sich in der gewohnten flachen, rechteckigen schwarzen Box mit einer großen Kreisprägung, die den Schriftzug „X Fold 6" und das Zeiss-Logo trägt. Nach dem Abziehen des Deckels begrüßt einen das Vivo X Fold 6, aufgeklappt in einer Schale liegend. Darunter befindet sich eine Box mit der SIM-Nadel, Dokumentation und einem Hardcase für das Smartphone. Ein Netzteil und ein USB-C-Kabel sind ebenfalls enthalten. Bei einer möglichen EU-Version könnte das Netzteil jedoch fehlen. Einen detaillierten Eindruck vom Auspacken bekommt ihr im Unboxing-Video zum Vivo X Fold 6.
| Materialien | Rahmen: Metall (flach, matt) Rückseite: GFK (flach, matt) Front: Gehärtetes Glas |
| Gewicht | 235g (Blue Hole) 228g (Polar Night, Salt Lake) |
| Abmessungen | Aufgeklappt: 157,16 x 145,66 x 4,8mm (Blue Hole) Aufgeklappt: 157,16 x 145,66 x 4,4mm (Polar Night, Salt Lake) Zugeklappt: 157,16 x 74,26 x 9,9mm (Blue Hole) Zugeklappt: 157,16 x 74,26 x 9,4mm (Polar Night, Salt Lake) Kamera-Buckel Überstand: 6,4mm (Blue Hole) |
| Wasserdicht | Ja (IP58 + IP59) |
Wer gerne auffälligere Smartphones hat, für den ist die Blue Hole Variante des Vivo X Fold 6 die richtige Wahl. Diese sieht wirklich schick aus und ist auch recht abwechslungsreich, da sich die Farbe je nach Umgebungslicht und Einfallswinkel etwas verändert. Mal wirkt das Design mehr blau, dann wieder eher türkis und zum Kameramodul hin wird der Farbton dunkler, was der Rückseite eine gewisse Tiefe verpasst. Insgesamt also eine gelungene Farbe die immer wieder Freude macht anzusehen.
Bei den Materialen setzt das Vivo X Fold 6 wie gewohnt auf einen Rahmen aus Metall, GFK für die Rückseite und gehärtetes Glas für die Front, wobei dem Datenblatt kein genauer Glastyp zu entnehmen ist. Die Formgebung bleibt in den Grundzügen identisch mit dem Vorgängermodell. Leichte Veränderungen wurden aber vorgenommen. So wurden die Eckradien etwas vergrößert, die Fase vom Metallrahmen reduziert, das Finish vom Metallrahmen in matt umgeändert und die leichte Rundung an Frontglas und Rückseite abgeschafft. Das Vivo X Fold 6 wirkt damit etwas flacher.
Beim Gewicht hat das Vivo X Fold 6 etwas zugelegt, was aber aufgrund des größeren Akkus nicht unerwartet kommt. Am schwersten ist die Blue Hole Variante mit 235 Gramm. Die anderen Farbvarianten sind mit 228 Gramm etwas leichter. In der Höhe ist das X Fold 6 mit 157,16mm etwas kleiner als sein Vorgänger, jedoch mit 145,66mm etwas breiter geworden. Die Dicke hat auch etwas zugenommen, denn hier kommt das X Fold 6 im aufgeklappten Zustand auf 4,8mm (Blue Hole) bzw. 4,4mm (andere Farben).
Der Kameraüberstand ist mit 6,4mm deutlich, jedoch angesichts der dünnen Bauweise und der starken Kamera-Hardware noch im Rahmen. Leben muss man dadurch natürlich trotzdem mit einer deutlich schiefen Auflage auf einem Tisch und auch einer entsprechenden Tendenz zum Wackeln bei Tischbedienung - egal ob im geschlossenen oder im aufgeklappten Zustand. Daran leiden aber am Ende des Tages alle Foldables.
An der Verarbeitung gibt es beim Vivo X Fold 6 nichts zu kritisieren. Das Design wirkt für ein Foldable sowohl im geschlossenen als auch im offenen Zustand überraschend robust. Man bekommt nicht direkt Angst, etwas kaputt zu machen und auch keine komischen Geräusche zu hören, wenn man mal mit Absicht etwas am Gehäuse herumbiegt. Alle Teile passen perfekt zusammen und das Scharnier hinterlässt einen guten, strammen Eindruck und hat kein Spiel.
Interessant ist, dass das "schmatzende" Geräusch beim Aufklappen, welches der Vorgänger noch hatte, beim Vivo X Fold 6 deutlich reduziert wurde. Die Displayfalte vom Innendisplay konnte Vivo allerdings nicht nennenswert reduzieren. Nach einiger Nutzung ist diese deutlich ausgeprägt und auch spürbar, wenn man darauf achtet. Zu sehen ist die im Betrieb allerdings bei direktem Blick auf das Innendisplay gar nicht und fällt eher bei seitlicher Betrachtung auf.
Grundsätzlich lobenswert ist auch die IP Zertifizierung, welche mit IP58 und IP59 für ein Foldable doch recht stark ausfällt. Theoretisch sollte damit auch ein Untertauchen möglich sein. Darauf anlegen sollte man es allerdings sicherheitshalber nicht und wir haben im Test auch darauf verzichtet. Lediglich Regeneinfluss, was im Alltag der relevanteste Punkt sein dürfte, wurde getestet und hier gab es keine negativen Auswirkungen oder sichtbaren Wassereintritt.
Was Layout der Tasten und Anschlüsse betrifft, bleibt beim Vivo X Fold 6 alles beim Alten. Zusammengeklappt befinden sich der USB-C Port und zwei Mikrofone unten in der unteren Hälfte, Medienlautsprecher und SIM Tray in der oberen Hälfte. An der Oberseite trägt die untere Hälfte ein weiteres Mikrofon, die obere Hälfte einen weiteren Medienlautsprecher und ein weiteres Mikrofon. Rechts befindet sich in der unteren Hälfte eine Power Taste mit Fingerabdruck-Sensor und die Lautstärkewippe. Die obere Hälfte trägt rechts oben eine Funktionstaste, die dann beim Aufklappen entsprechend nach links wandert.
| Größe | Außendisplay: 6,51" Innendisplay: 8,02" |
| Auflösung | Außendisplay: 2528x1120 @1-120Hz Innendisplay: 2504x2312 @1-120Hz |
| Technologie | Außendisplay 10-Bit BOE Q11 LTPO AMOLED 1,07 Milliarden Farben, DCI-P3 Farbraum HLG, HDR10(+) & Dolby Vision Manuelle Helligkeit: ca. 800 Nits (gemessen) HBM Helligkeit: ca. 1800 Nits (gemessen) Peak Helligkeit: 5000 Nits (Herstellerangabe) PWM Dimming bis mittlere Helligkeit DC Dimming bei mittlerer bis hoher Helligkeit Innendisplay 10-Bit Samsung M14 LTPO Flexible AMOLED 1,07 Milliarden Farben, DCI-P3 Farbraum HLG, HDR10(+) & Dolby Vision Manuelle Helligkeit: ca. 800 Nits (gemessen) HBM Helligkeit: ca. 2100 Nits (gemessen) Peak Helligkeit: 5000 Nits (Herstellerangabe) PWM Dimming bis mittlere Helligkeit DC Dimming bei mittlerer bis hoher Helligkeit |
| Anzahl Berührungspunkte | 9 Abtastrate: 300Hz Kein Handschuh-Modus Nutzung mit Wassertropfen möglich |
| Gehärtetes Glas | Außendisplay: Ja Innendisplay: Nein (feste Schutzfolie) |
| Anti Fingerabdruck Beschichtung | Außendisplay: Ja Innendisplay: Nein |
Für das Außendisplay setzt das Vivo X Fold 6 auf ein BOE LTPO AMOLED Panel mit 10-Bit Farbtiefe und Q11 Leuchtmaterial, also eine neuere Generation als beim Vorgänger, bei dem noch Q10 Plus Leuchtmaterial zum Einsatz gekommen ist. Es handelt sich um ein flaches Display, dessen Diagonale mit 6,51" im Vergleich zum Vorgänger etwas verkleinert wurde. Analog dazu ist auch die Auflösung etwas reduziert worden. Die Pixeldichte bleibt aber hoch genug um eine scharfe Darstellung zu gewährleisten. Einzelne Pixel sind auch bei kurzem Betrachtungsabstand kaum zu erkennen.
Das Außendisplay bietet eine maximale Refresh Rate von 120Hz und eine minimale Refresh Rate von 1Hz. Zwischen diesen wird dynamisch gewechselt (Variable Refresh Rate). Im Test liefert das Außendisplay eine flüssige Darstellung beim Scrollen. Verglichen mit den regulären Vivo Flaggschiffen der X300 Serie liefert das Vivo X Fold 6 am Außendisplay eine deutlich bessere Reaktionszeit. Beim Scrollen durch Text ist kaum Schlierenbildung (Nachziehen) zu erkennen und das Bild bleibt bei Bewegung relativ scharf.
Bei der Farbdarstellung liefert das Außendisplay vom Vivo X Fold 6 die vom Hersteller gewohnt gute Abstimmung mit recht natürlicher Darstellung ohne übertriebene Sättigung. Der Weißpunkt ist bewegt sich auf Werkseinstellungen grob am Optimum, ist also eher neutral eingestellt - weder zu kühl noch zu warm. Bilder und Videos kommen auf dem Display gut zur Geltung und auch HDR Inhalte sehen gut aus, wobei laut Hersteller für HDR Inhalte eine punktuelle Spitzenhelligkeit von bis zu 5000 Nits erreicht werden kann. Verglichen mit dem Vorgänger ist das ein Zuwachs um 500 Nits. HDR Inhalte werden mit allen gängigen Standards inklusive Dolby Vision unterstützt.
Die Lesbarkeit im Freien ist beim Außendisplay sehr gut. Sämtliche Arten von Inhalten lassen sich auch bei direkter Sonneneinstrahlung problemlos erkennen. Verbesserungen zum Vorgänger gibt es dabei allerdings nicht. Die gemessenen Helligkeitswerte bewegen sich grob auf demselben Niveau. Auf größeren hellen Flächen messen wir im HBM Modus zwischen 1100 und 1200 Nits. Bei kleineren Flächen sind es bis zu 1800 Nits.
Für das flexible Innendisplay setzt das Vivo X Fold 6 auf ein LTPO Panel von Samsung mit M14 Leuchtmaterial, welches ebenfalls eine 10-Bit Farbtiefe mitbringt. Auch dieses ist mit 8,02" geringfügig kleiner als beim Vorgängermodell mit analog dazu leicht gesunkener Auflösung. Auch hier bleibt die Pixeldichte hoch genug um einzelne Pixel bei einem alltagsüblichen Betrachtungsabstand unsichtbar zu halten.
Auch das Innendisplay vom Vivo X Fold 6 bietet eine Variable Refresh Rate zwischen 1Hz und 120Hz. Die Reaktionszeit des Panels fällt ganz subtil schlechter aus als beim Außendisplay, was aber in der Praxis nur auffällt, wenn man sich genau darauf fokussiert. Die Schlierenbildung beim Scrollen durch Text ist ganz minimal stärker ausgeprägt. Eine wirkliche Relevanz für die Alltagsnutzung hat das aber nicht. Es fällt in der Regel nicht auf. Das Bild bleibt bei Bewegung scharf genug um nicht zu stören.
Obwohl es sich um Displays unterschiedlicher Hersteller handelt, hat Vivo es geschafft, das Außen- und Innendisplay sehr gut aufeinander abzustimmen. Eine leichte Abweichung ist zwar vorhanden, welche aber derart subtil ist, dass sie im normalen Alltagsgebrauch nicht auffällt. Man muss schon immer wieder bei gleichem Inhalt zwischen Außen- und Innendisplay wechseln, um die Unterschiede durch den direkten Vergleich ausmachen zu können. Unterm Strich liefert damit auch das Innendisplay eine natürliche Farbdarstellung und eine recht neutrale Weißbalance. Die Falte ist bei direkter Draufsicht in der Regel nicht zu erkennen und fällt eher bei seitlicher Betrachtung auf. HDR Inhalte kommen auch hier sehr gut zur Geltung mit Unterstützung bis Dolby Vision und ebenfalls bis zu 5000 Nits Spitzenhelligkeit.
Die Lesbarkeit im Freien ist auf dem Innendisplay ebenfalls sehr gut. Auch hier lassen sich sämtliche Arten von Inhalten auch bei direkter Sonneneinstrahlung einwandfrei erkennen. Dabei erreicht das Innendisplay vom Vivo X Fold 6 sogar höhere Helligkeitswerte im HBM Modus als das Außendisplay. Auf kleinen Flächen messen wir in der Spitze bis zu rund 2100 Nits. Auffällig ist allerdings, dass die Helligkeit des Innendisplays bei seitlicher Betrachtung stärker abnimmt als beim Außendisplay. Ob dies am Panel selbst liegt, oder der aufgebrachten Schutzfolie, lässt sich nicht beurteilen.
Die Bildschirmeinstellungen vom Vivo X Fold 6 entsprechen weitgehend dem, was man auch bei anderen Vivo Flaggschiffen bekommt. Neben den Android Standard-Einstellungen gibt es umfassende Augenschutzoptionen, bei denen man auch das Steuerungsverhalten der Helligkeit anpassen kann. Standardmäßig nutzen beide Panels Hochfrequenz PWM Dimming für geringe bis mittlere Helligkeitsstufen und darüber hinaus DC-Dimming. Optional kann man auch auf reines Hochfrequenz PWM Dimming umschalten.
Weiterhin gibt es ein Farbmanagement, in welchem man zwischen vorgefertigten Presets umschalten und die Farbtemperatur des Bildschirms anpassen kann. Eine manuelle Konfiguration mit erweiterten Kalibrierungsoptionen für eigene Farbprofile ist hingegen nicht vorhanden. Die Bildfrequenz bietet wie gewohnt die Wahl aus Automatik, festen 120Hz oder festen 60Hz. Darüber hinaus gibt es für Außen- und Innendisplay eine AOD Funktion. Beide Displays bieten eine permanente AOD Anzeige. Bei Betrieb im Zeltmodus wird außerdem ein Tischkalender AOD unterstützt.
Das Vivo X Fold 6 nutzt auf beiden Displays einen Touchscreen mit bis zu 9 Berührungspunkten und 300Hz Abtastrate. Auf beiden Displays werden alle Eingaben ohne größere Latenz umgesetzt. Feine Bewegungen werden zuverlässig erkannt und die allgemeine Präzision fällt sehr gut aus. Wassertropfen stören die Eingabe auf beiden Displays nicht nennenswert. Ein Handschuhmodus ist nicht vorhanden.
Welches Glas zum Schutz des Außendisplays zum Einsatz kommt, geht aus dem Datenblatt des Vivo X Fold 6 nicht hervor. Ab Werk befindet sich auf diesem eine Schutzfolie, welche für den Test entfernt wurde. Im bisherigen Alltagsgebrauch über mehr als eine Woche sind dabei keine Schäden entstanden. Das Glas sieht weiterhin aus wie neu. Abdrücke lassen sich nur langsam nieder und sind immer einfach abwischbar.
Beim Innendisplay ist ab Werk ebenfalls eine Schutzfolie aufgebracht, welche hier allerdings nicht entfernt werden darf. Diese ist mit speziellem Klebstoff aufgebracht und kann nur mit Spezialwerkzeug entfernt werden, da man anderenfalls Schäden am ultradünnen Glas des flexiblen Displays riskiert und auch Klebereste zurückbleiben werden. Die innere Schutzfolie scheint allerdings auch recht kratzfest zu sein, denn auch diese sieht noch gut aus, obwohl unser Testgerät zuvor schon bei einigen anderen Publikationen zu Gast war.
Die Schutzfolie auf dem Innendisplay ist etwas weniger gleitfähig als das blanke Glas am Außendisplay. Abdrücke nimmt sie auch schneller an als das Außendisplay. Zum Säubern muss man hier etwas gründlicher polieren.
| Prozessor | Mediatek Dimensity 9500 "Super Edition" (3nm, ARM Lumex, ARMv9.3-A) 1x ARM C1 Ultra @4,21GHz 3x ARM C1 Premium @3,50GHz 4x ARM C1 Pro @2,70GHz |
| GPU | ARM Mali G1 Ultra MC12 (keine Taktangabe) |
| RAM | 12GB | 16GB LPDDR5X Ultra |
| Speicher | 256GB | 512GB | 1TB UFS 4.1 Lesen: 4,34GB/s | Schreiben: 4,19GB/s (seq.) |
| Micro SD | Nein |
| Fingerabdruck Scanner | Ja (seitlich in Power Taste, kapazitiv) |
| Sensoren | Umgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation, Barometer |
| Besonderheiten | USB-C 3.2 Gen2 (10Gbit/s), USB OTG, Videoausgabe (Screen Mirroring), Always-On Display, kein 3,5mm Anschluss, Linearvibration, Stereo Lautsprecher, kein UKW Radio, Infrarot Blaster |
Bislang waren die Foldables von Vivo zwar stets mit Oberklasse Chips ausgestattet, jedoch kamen immer die Prozessoren der vorangehenden Generation zum Einsatz. Beim Vorgänger des Vivo X Fold 6 war es z.B. der Snapdragon 8 Gen 3, obwohl damals der Snapdragon 8 Elite aktuell war. Mit dem Vivo X Fold 6 hat der Hersteller dieses Vorgehen nun geändert und setzt auf einen aktuellen Oberklasse Chip, wechselt dabei allerdings von Qualcomm zu Mediatek. Damit kommt hier also der Dimensity 9500 zum Einsatz, allerdings in einer Custom Variante mit der Bezeichnung "Super Edition". Wo genau die Unterschiede liegen, lässt sich leider aus dem Datenblatt nicht entnehmen. CPU Taktraten und GPU Kernanzahl ist identisch mit dem regulären Dimensity 9500.
Performance-technisch muss sich das Vivo X Fold 6 mit dieser Ausstattung auf jeden Fall nicht verstecken. Wer vom X Fold 5 kommt, bekommt sowohl in Benchmarks als auch in der gefühlten Alltagsperformance durch den Sprung von zwei Generationen ein sehr ordentliches Upgrade geboten. Im Alltagsgebrauch mit moderater Last performt das Vivo X Fold 6 auf dem gewohnten Niveau der aktuellen Flaggschiff Smartphones. Kompromisse muss man hier somit nicht mehr eingehen. Erfreulich ist auch, dass sich die Wärmeentwicklung am Gehäuse in Grenzen hält. Durch die dünne Bauweise ist sie zwar etwas ausgeprägter als bei Flaggschiff-Smartphones mit "normalem" Formfaktor, wird aber nie unangenehm.
Die Grenzen des schlanken Designs zeigen sich erst bei Lastszenarien wie beispielsweise in Spielen. Dass das Vivo X Fold 6 dafür nicht gemacht ist, merkt man relativ schnell. In anspruchsvollen Spielen wie Genshin Impact oder Honkai Star Rail zeigt sich bei maximalen Grafikeinstellungen recht schnell eine ausgeprägte Wärmeentwicklung. Das kann auch je nach persönlichem Empfinden auch mal unangenehm werden. Auch die Performance bricht dann spürbar ein. Die 60fps erreicht das Vivo X Fold 6 in beiden Titeln nur für 5 bis 10 Minuten - abhängig von der Ausgangstemperatur am Gehäuse und auch der Umgebungstemperatur. Danach setzt dann deutliches Thermal Throttling ein, was vor allem in Honkai Star Rail deutlich sichtbar wird. Hier sinkt die Framerate dann in den Bereich von 45 bis 55fps ab. Verzichten muss man beim Vivo X Fold 6 in den genannten Titeln auch auf Features wie Frame Generation oder Upscaling.
Das in Spielen zu beobachtende Thermal Throttling lässt sich auch in den üblichen Stress Tests gut visualisieren. Das Vivo X Fold 6 schneidet hier vor allem im CPU Throttle Test deutlich schlechter ab als sein Vorgänger. Die Leistung bricht schneller und auch stärker ein. Noch schlimmer sieht es aber beim GPU Stress Test mit 3D Mark Solar Bay aus. Dieser Test wird vom System schon nach wenigen Durchläufen beendet, da sich der Prozessor dabei überhitzt. Der Stress Test kann also gar nicht erst abgeschlossen werden und bleibt somit ohne Ergebnis. Somit bleibt festzuhalten, dass das Vivo X Fold 6 eher für kurze Lastspitzen gemacht ist, nicht jedoch für Anwendungsfälle, in denen auf Dauer die maximale Leistung abgerufen wird.
Im Vergleich der Benchmark Ergebnisse zwischen dem Vivo X Fold 6 und dem Vivo X Fold 5 zeigt sich durch den Generationensprung beim Prozessor ein sehr deutlicher Zuwachs in allen Bereichen. Die Zuwächse liegen in allen Benchmarks bis auf PCMark Work 3.0 bei über 50%, bei GPU Benchmarks sogar bis zu 87%. Leistungsmäßig ist das Vivo X Fold 6 also ein sehr deutliches Upgrade, wenn man vom Vorgänger kommt. Derart starke Zuwächse zwischen zwei Modellgenerationen sieht man selten.
Wer allerdings auf Maximalleistung aus ist und diese auch über längere Zeit abrufen will, sollte auf ein Foldable verzichten. Die thermischen Einschränkungen des Formfaktors zeigen sich nämlich durchaus auch in den Benchmark Ergebnissen, wenn man mit dem Vivo X300 Pro vergleicht, welches ja ebenfalls auf den Dimensity 9500 setzt. Wenngleich das X Fold 5 in den CPU Benchmarks weitgehend gleichauf mit dem X300 Pro ist, muss es sich vor allem in den GPU-dominierten Benchmarks hinten anstellen. Das Vivo X300 Pro liegt hier zwischen 10 und 34% vorn. Das Vivo X Fold 6 drosselt die Grafikleistung einfach zu schnell.
Interessant ist allerdings, dass beim Vergleich mit dem Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 basierten Vivo X300 Ultra kein so großer Unterschied festzustellen ist. Deutlich davonziehen kann das X300 Ultra nur im neuen Geekbench V7 Benchmark, wo es bei der CPU Leistung warum auch immer 64% schneller und bei der GPU Leistung immerhin noch rund 19% schneller ist. Bei den restlichen Benchmarks ist der Abstand hingegen meist unter 10% und in den GPU-lastigen Benchmarks gewinnt sogar hin und wieder das Vivo X Fold 6 - z.B. in 3DMark Steel Nomad Light mit 11,5% Vorsprung.
Beim Speicher bewegt sich das Vivo X Fold 6 auf demselben Niveau wie die anderen aktuellen Vivo Flaggschiffe mit 12GB oder 16GB RAM und 256GB, 512GB oder 1TB Speicher. Beim RAM kommt schneller LPDDR5X Ultra Speicher zum Einsatz für maximale Multitasking Performance, was ja bei einem Foldable auch Sinn macht, wo Multitasking deutlich praxisrelevanter als bei einem Smartphone ist. An dieser Stelle schneidet das X Fold 6 im Alltagsgebrauch sehr gut ab und zeigt keine nervigen Slowdowns oder Hänger, wenn man mal mehrere Apps parallel nutzt. Auch Apps im Hintergrund werden bei unserem Testgerät mit 16GB RAM nicht geschlossen, selbst wenn mal 10 Apps oder mehr offen sind. Die Energiespareinstellungen müssen aber ggf. zuvor angepasst werden um Hintergrundaktivität zu erlauben. Der UFS 4.1 basierte Festspeicher zeigt sich gewohnt performant mit Lese- und Schreibwerten von über 4GB/s (sequenziell).
Bei den Sensoren ist das Vivo X Fold 6 umfassend ausgestattet. Die üblichen Standards sind an Bord und umfassen auch Kompass und Gyroskop von denen beide im Test keine Einschränkungen gezeigt haben. Zusätzlich ist sogar ein Barometer an Bord. Der Fingerabdruck-Sensor bleibt wie beim Vorgänger in der Power-Taste als kapazitiver Sensor verbaut. Er entsperrt das Smartphone schnell und zuverlässig. Im Alltagstest gab es keinen einzigen Aussetzer. Wahlweise kann bei Berührung oder erst beim Drücken der Taste entsperrt werden. Face Unlock per Frontkamera wird ebenfalls unterstützt und funktioniert genauso zuverlässig. Bei geringem Umgebungslicht bleibt Face Unlock gut nutzbar.
Fürs haptische Feedback gibt es einen X-Achsen Linearmotor, welcher ein erfreulich kräftiges und präzise wirkendes Feedback liefert. Dabei entstehen keine störend lauten Geräusche. Für die Steuerung anderer Geräte ist wie gewohnt ein Infrarotblaster verbaut, welcher sich innerhalb des Kameramoduls verbirgt. Darüber hinaus liefert das Vivo X Fold 6 Unterstützung für USB 3.2 Gen2 an seinem USB-C Port, was bis zu 10Gbit/s Übertragungsgeschwindigkeit ermöglicht. Im Lieferumfang ist allerdings nur ein USB 2.0 Kabel enthalten. Die Nutzung eines externen Bildschirms ist möglich, allerdings nur mit Spiegelung des Inhalts. Es gibt also keinen separaten Desktop Modus für externe Displays.
| Variante | OriginOS 6 Fold Version im Test: PD2545C_A_16.0.15.6.W10.V000L1 |
| Android Version | Android 16 Sicherheitspatch im Test: Juli 2026 |
| Google zertifiziert | Ja |
| DRM Technologien | ClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM |
| Bloatware | Ja (App Stores, Browser, Social Media, Shopping, Office, Streaming) |
| Root-Zugriff | Nein |
| OTA Updates | Ja (drei Updates im Testzeitraum) Update Garantie: Keine Angabe |
| Schadsoftware | Keine Funde Keine Facebook / Meta Systemdienste (CN Version) |
Das Vivo X Fold 6 setzt logischerweise auf die aktuelle Version der Vivo-eigenen Android Oberfläche OriginOS 6 in der für Foldables optimierten "Fold" Version. Im Testzeitraum basierte das System auf Android 16 und wurde zu Beginn mit einem Android Sicherheitspatch vom Juni ausgeliefert. Mit dem letzten Update wurde allerdings der Sicherheitspatch vom Juli nachgeliefert. Wie lange das Vivo X Fold 6 Updates erhalten soll, ist uns leider nicht bekannt. Vivo hat hierzu keinerlei Angaben gemacht. Bisher war die Update Frequenz beim Vivo X Fold 6 allerdings besser als beispielsweise beim Vivo X300 Ultra. Bei letzterem gab es im Monat August kein einziges Update, während bei unserem X Fold 6 Testgerät gleich zwei Updates ausgerollt wurden. Zusätzlich gab es noch ein älteres Update aus dem Juli, welches nach dem Auspacken installiert wurde.
Wer sich das Vivo X Fold 6 aus China importiert, muss logischerweise mit der China Version von OriginOS 6 Vorlieb nehmen. Ob das problematisch ist, ist stark abhängig vom Use Case. Wer auf Features wie Google Standortverlauf, WearOS Support, volle Google Gemini Integration (Circle to Search, Voice Commands) und eSIM Unterstützung Wert legt, sollte die Finger von China Versionen lassen. Alle anderen haben hingegen keinen Grund vom Import Abstand zu nehmen, denn deutsche Sprachunterstützung ist vorhanden, der Google Play Store lässt sich bequem aus dem Vivo App Store nachrüsten und auch Android Auto Support ist am Start. Das Vivo X Fold 6 ist damit abseits der genannten Einschränkungen ohne Probleme auch als China Import bei uns in Deutschland nutzbar.
Ein Foldable mit großem Display eignet sich natürlich hervorragend für Multitasking mit parallel angezeigten Apps - sofern die Software entsprechend ausgelegt ist. Und genau das ist bei OriginOS 6 der Fall. Schon beim Vorgänger gab es ja den "Origin Workbench", eine Art Kopie von Apple's Stage Manager, bei der man schnell zwischen geöffneten Apps über seitliche Thumbnails wechseln kann, wobei diese im Hintergrund auch weiterlaufen.
Mit OriginOS 6 Fold wurde das ganze jetzt noch um einen neuen Modus für die Split Screen Ansicht erweitert. In dieser lassen sich jetzt nicht nur zwei Apps nebeneinander nutzen, sondern auch drei oder vier Apps in einer "Grid Ansicht". Spannend ist dabei, dass man die offenen Apps innerhalb der Grid Ansicht jederzeit verschieben und auch in der Größe ändern kann. Zudem lassen sich diese Grid Anordnungen auch als Shortcut auf dem Home Screen ablegen, sodass man schnell in eine gewünschte Multitasking Konfiguration starten kann.
Insgesamt ist das neue Grid Feature zu Beginn etwas ungewohnt, doch wenn man sich daran gewöhnt hat und herausgefunden hat, mit welchen Apps und in welcher Anordnung man am besten klarkommt, ergibt das Feature viel Sinn und ist durchaus sehr praktisch. Starten lassen sich übrigens sowohl der Origin Workbench als auch die neue Grid Ansicht über Gesten, das Fenstermenü, durch Herausziehen einer App aus der Taskleiste, über den App Switcher als auch physische Gesten mit dem Scharnier. Ein kurzes Einklappen und wieder Ausklappen triggert z.B. den Split Screen Modus. In den Einstellungen unter "Origin Workbench" finden sich kleine Hilfsanimationen, welche einem alle Möglichkeiten zeigen.
Bei der Google Zertifizierung bringt die China Version des Vivo X Fold 6 keine Einschränkungen mit sich. Direkt nach Aktivierung der Google Dienste durch Installation des Google Play Stores aus dem Vivo App Store wird die Zertifizierung ausgewiesen und alle getesteten Apps, welche die Zertifizierung prüfen, haben sich ohne Probleme nutzen lassen. Auch beim DRM gibt es offenbar keine Einschränkungen. Widevine DRM wird mit Level 1 ausgewiesen und auch Dolby Vision HDR Unterstützung ist ganz normal vorhanden.
Beim Thema Bloatware zeigt sich das Vivo X Fold 6 wie von China Importgeräten gewohnt extrem üppig bestückt. Störend ist das aber nur beim Einrichten, da man den ganzen "Müll" erstmal deinstallieren muss. Das ist aber zum Glück vollständig möglich und man kann sogar viele Vivo Systemapps entfernen, wenn man diese entweder nicht braucht oder durch Alternativen ersetzen möchte. Scans nach Schadsoftware blieben ohne Funde. Die Meta (Facebook) Systemdienste sind bei der China Version nicht Teil des Systems. Gravierende Bugs und Stabilitätsprobleme sind im Testzeitraum nicht aufgefallen.
| Mobilfunk | 2G: 850/900/1800/1900MHz 3G: B1/B2/B4/B5/B6/B8/B19 4G-FDD: B1/B2/B3/B4/B5/B7/B8/B12/B17/B18/B19/B20/B25/B26/B28/B66 4G-TDD: B34/B38/B39/B40/B41/B42/B43/B48 5G: n1/n2/n3/n5/n7/n8/n12/n18/n20/n25/n26/n28/n34/n38/n39/n40/n41/n48/n66/n77/n78/n79 |
| WLAN | WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax/be (Wi-Fi 6/6E/7) 2x2 MIMO, Wi-Fi Direct |
| Bluetooth | Bluetooth 5.4 |
| NFC | Ja (mit Google Pay) |
| Dual SIM | Dual Nano SIM CN Version ohne eSIM |
| Positionsbestimmung | GPS (L1+L5), A-GPS, Galileo (E1+E5a+E5b), GLONASS (G1), BDS, QZSS (L1+L5), NavIC (L1+L5) |
Was den Mobilfunkempfang betrifft, schlägt sich das Vivo X Fold 6 in allen Situationen gut. Die Signalstärke ist hervorragend, egal ob zugeklappt oder offen und egal wie man das Gerät hält. Abseits von fehlender eSIM Unterstützung hat der China Import keine gravierenden Nachteile. Die wichtigsten Frequenzen für Deutschland werden unterstützt. Dual SIM gibt es mit zwei Nano SIM Karten. Im Speed Test im o2 5G Netz erreicht das X Fold 6 351Mbit/s im Download und 53Mbit/s im Upload.
WLAN unterstützt das Vivo X Fold 6 bis Wi-Fi 7 mit 2x2 MIMO und liefert auch hier einen hervorragenden Empfang mit sehr hoher Bandbreite auch ein gutes Stück vom Router entfernt. Direkt neben dem Router werden 1089Mbit/s erreicht (limitiert durch die Internetverbindung) und ein Stockwerk unter dem Router noch hervorragende 723Mbit/s, was den sehr guten Empfang unterstreicht.
Bluetooth wird in Version 5.4 unterstützt. Bei einer eventuell noch kommenden Global Version wird es dann eventuell Bluetooth 6.0 geben. Laut Vivo werden gängige Audio Codecs wie aptX und aptX HD unterstützt. Im Test mit verschiedenen Geräten gab es keine Probleme mit der Reichweite oder Aussetzer.
NFC ist im X Fold 6 ebenfalls verbaut und kann auch für Google Pay genutzt werden. Hierfür müsst ihr die Google Wallet App installieren und einrichten. Anschließend kann diese als Zahlungsdienst in den NFC Einstellungen gesetzt werden.
Zur Positionsbestimmung liefert das Vivo X Fold 6 Unterstützung für alle wichtigen Satellitensysteme und die meisten davon mit Multi-Band. Im Test wurde schnell ein stabiler Fix mit 60 Satelliten erreicht. Die Signalstärke lag trotz starker Bewölkung im grünen Bereich. Die Genauigkeit wird in der GPS Test App nur mit 9 Metern ausgewiesen, was relativ wenig ist. Im Praxistest gab es aber trotzdem keine Probleme beim Navigieren oder Tracking. Beim Tracking sind auch Wechsel der Straßenseite recht exakt sichtbar, was darauf hindeutet, dass die Genauigkeitsanzeige in der GPS Test App auf diesem Modell nicht richtig funktioniert.
| Lautsprecher | Stereo Lautsprecher Rahmen unten + oben |
| Noise Cancelling Mikrofon | Ja Quad Mikrofon Array |
| Weitere Merkmale | VoLTE & VoWiFi, VoNR, Sound Enhancer mit Systemequalizer & Presets, virtueller Raumklang, KI Noise Cancelling |
Das Vivo X Fold 6 bietet Stereo Lautsprecher, wobei beide dedizierte Öffnungen im unteren und oberen Rahmen haben. Angesichts der schlanken Bauform erwartet man von den Lautsprechern nicht viel und wird dann gerade deshalb überrascht. Sie liefern eine hohe Lautstärke bei weiterhin anständiger Qualität und auch relativ starke Bässe. An dicker gebaute Oberklasse Flagships kommt der Sound logischerweise nicht heran, ist aber auch nicht all zu weit entfernt. Angesichts der schlanken Bauweise kann man hier unterm Strich zufrieden sein.
Anpassen lässt sich der Klang beim X Fold 6 über vorgefertigte Presets, wobei standardmäßig eine Automatik aktiviert ist. Zudem gibt es eine Option für virtuellen Raumklang. Ein System-Equalizer ist auch vorhanden, mit welchem man den Sound systemweit tunen kann. Dabei lässt sich auch auf Wunsch noch etwas mehr Bass heraus kitzeln, was sich dann aber negativ auf die Qualität bei hoher Lautstärke auswirken kann.
Beim Telefonieren liefert das Vivo X Fold 6 eine sehr gute Sprachqualität, die sich nicht von anderen Flaggschiffen unterscheidet. Der Telefonhörer liefert einen klaren, natürlichen Ton mit ausreichender Maximallautstärke. Man selbst wird vom Gesprächspartner ebenfalls gut verstanden. In lauter Umgebung arbeitet die Geräuschunterdrückung gut. Verbaut sind insgesamt vier Mikrofone. Optional lässt sich in den Audioeinstellungen noch KI Noise Cancelling zuschalten. VoLTE, VoNR / Vo5G und VoWiFi werden unterstützt. Im Test mit dem o2 Netz hat VoWiFi reibungslos funktioniert. Aktiviert werden muss es aber manuell in den SIM Einstellungen.
| Hauptkamera | ZEISS APO 3-fach Kamerasystem Haupt: 200MP Samsung HPB 1/1.4" f/1.68 23mm OIS Laser-AF Tele: 50MP Sony LYT-602 3x Periskop 1/1.95 f/2.57 70mm OIS Laser-AF Ultrawide: 50MP Samsung JN1 f/2.0 16mm 119° EIS Laser-AF Multispektralsensor Video: 8k30 / 4k120 (nur Haupt); 4k60 (Alle); 4k30 (Alle) Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Dolby Vision bis 4k60 (Alle) 10-Bit Log: Nein |
| Frontkamera | 20MP (Sensor unbekannt) 1/3.6" f/2.4 21mm FF Video: FHD30 Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Dolby Vision bis FHD30 |
| Blitz | Dual LED |
| Fokus | PDAF + CDAF + Laser |
| Slow Motion | 4k120 (nativ, mit HSR, mit Ton) FHD120 / FHD240 (Zeitlupe Modus, kein HSR, kein Ton) |
Verglichen mit dem Vorgänger bekommt das Vivo X Fold 6 bei der Kamera ein ordentliches Upgrade, denn in der Hauptlinse der rückseitigen Kamera wechselt man auf einen 200MP Samsung HPB Sensor. Zuvor kam noch ein 50MP Sensor zum Einsatz. Der neue Hauptsensor bietet nicht nur eine deutlich höhere Auflösung, sondern ist auch flächenmäßig etwas größer. Bei den Tele- und Ultraweitwinkel-Kameras bleibt es bei 50MP Sensoren. Die Tele-Kamera bekommt mit dem Sony LYT-602 allerdings auch einen neuen Sensor. Nur die Ultrawide-Kamera behält den Samsung JN1 des Vorgängers bei. Eine weitere Neuerung ist ein Multispektralsensor zur Verbesserung der Farbwiedergabe bzw. Farbtreue. Unverändert bleiben die beiden Frontkameras im Innen- und Außendisplay.
Im folgenden schauen wir uns alle Kameras in verschiedenen Modi und Situationen im Detail an. Die Bilder wurden falls nicht anders genannt mit Standard-Einstellungen aufgenommen. Auto HDR war dabei soweit verfügbar aktiv und auf optionale KI Funktionen wurde verzichtet.
Das Vivo X Fold 6 liefert im Standard Modus mit seiner Hauptkamera weiterhin 12MP Aufnahmen mit Pixel Binning, auch wenn die Sensorauflösung von 50 auf 200MP angewachsen ist. Die Kamera liefert weiterhin stimmige und ansprechende Bilder, wobei sich die Qualität in Dämmerlichtsituationen leicht verbessert hat. Die Lichtstärke des neuen Sensors scheint also höher zu sein. Die Kamera löst weiterhin ohne größere Verzögerung aus, liefert bei leichter Bewegung noch scharfe Bilder und bietet einen zuverlässigen Autofokus, wobei dieser von einem Laser AF unterstützt wird. Farblich ist die Kamera sehr realitätsnah unterwegs und verfälscht z.B. bei Kunstlicht kaum, was man aber mit dem neuen Spektralsensor auch erwarten darf.
Es gibt allerdings auch zwei Stellen, wo das Vivo X Fold 6 eher einen Rückschritt darstellt. Zum einen fällt auf, dass der Dynamikumfang deutlich schlechter ist. Fensterbereiche in Innenräumen oder auch ein heller Himmel gegen eher dunkle Landschaft führt sehr häufig zu überbelichteten hellen Bereichen. Die Problematik ist auch anderen Testern schon in älteren Testberichten aufgefallen. Vivo hat hier mit den bisherigen Updates also nicht nachgebessert.
Die zweite Problemzone ist das Thema Detailschärfe auf Distanz. Feine Strukturen wirken auf größere Distanz deutlich weich bzw. matschig. Das fäll zwar hauptsächlich beim Einzoomen in die Bilder auf, sollte aber trotzdem erwähnt werden. Immerhin sollte mit dem 200MP Sensor mehr möglich sein und zumindest tendenziell war die Detailschärfe beim Vorgänger mit 50MP Sensor etwas besser. Es wäre schön, wenn Vivo an den zwei Stellen noch etwas Feinschliff mit kommenden Updates betreiben würde.
Der 50MP Modus ist zumindest für die mangelnde Detailschärfe auf Distanz die Lösung. Die Bildschärfe wird in diesem Modus auf Distanz deutlich verbessert. Feine Texturen wirken schärfer. Durch den 200MP Sensor verliert man dabei auch nicht das Pixel Binning, sodass dadurch auch in schwierigen Lichtsituationen keine größeren Nachteile wie mehr Bildrauschen entstehen. Theoretisch kann man also permanent in 50MP fotografieren, sofern einen die großen Dateien nicht stören. An dem Problemen mit dem Dynamikumfang ändert sich im 50MP Modus übrigens nichts - weder im positiven noch im negativen Sinne. Die Problematik verschlimmert sich also nicht.
Beim Digitalzoom der Hauptlinse wird es interessant, denn obwohl die Kamera im Standard Modus auf Distanz etwas weiche Details liefert, verstärkt sich der Effekt bei Nutzung des 2-fachen Digitalzooms nicht. Im Gegenteil: Die Schärfe nimmt sogar etwas zu und fällt beim Vivo X Fold 6 sogar besser aus als beim Vorgängermodell. Dabei sinkt die Qualität auch innerhalb von Räumen oder bei dämmrigem Licht nicht sonderlich stark ab. Der lichtstärkere Sensor macht sich hier klar positiv bemerkbar. Erst bei Nachtfotos geht der Digitalzoom sichtbar auf die Bildqualität, liefert aber auch dann noch brauchbare Bilder, sofern ausreichend Kunstlichtquellen im Motiv vorhanden sind.
Bei Nutzung des Doppel-LED Blitzes im Vivo X Fold 6 macht sich sowohl der lichtstärkere Sensor als auch der Spektralsensor positiv bemerkbar. Die Weißbalance der Aufnahmen wirkt erheblich neutraler. Beim Vorgänger war noch eine Rotstichigkeit zu beobachten, wohongegen beim X Fold 6 neutrale Weißtöne entstehen. Farblich wirken die Bilder natürlich und bei größeren Räumen oder größerer Motivdistanz fängt das X Fold 6 mit Blitz deutlich mehr Licht ein als der Vorgänger. Dadurch entsteht weniger Bildrauschen und es werden mehr sichtbare Bildinformationen in dunklen Bereichen eingefangen.
Bei den Nachtfotos bewegt sich das Vivo X Fold 6 qualitativ in etwa auf dem Niveau des Vorgängers. Verbesserungen in der Bildqualität sind nur bei sehr dunklen Motiven auszumachen, wo sich der lichtstärkere Sensor bemerkbar macht. Leider ist auch bei den Nachtfotos der Dynamikumfang nicht ganz optimal. Angeleuchtete Motive wirken heller als sie sein sollten, sehr dunkler Bildbereiche schlucken Details. Hier setzt sich also dieselbe Problematik wie bei den Tageslichtaufnahmen fort. Beim Vorgänger war der Dynamikumfang deutlich besser.
Das Vivo X Fold 6 bietet im Modus "Landschaft und Nacht" wieder eine automatische Stativerkennung für Langzeitbelichtung ohne manuelle Einstellungen. In diesem Modus wurde Langzeitbelichtung auch getestet. Das System hat hier automatisch Belichtungszeiten von bis zu 2 Minuten gewählt. Die Ergebnisse sehen qualitativ und farblich sehr ähnlich wie beim Vorgänger aus. Der lichtstärkere Sensor macht sich aber durchaus bemerkbar. Speziell am Himmel bildet das Vivo X Fold 6 deutlich mehr Sterne ab. Für nächtliche Himmelfotografie ist das X Fold 6 damit besser geeignet als sein Vorgänger. Farblich bleiben die Fotos aus dem Landschaft und Nacht Modus deutlich gesättigter als die vom normalen Nachtmodus. Ob man das nun mag oder nicht, ist Geschmacksache. Im Pro Modus bekommt man natürlichere Farben, dafür aber nur maximal 30 Sekunden Belichtungszeit.
Bei der Tele-Kamera des Vivo X Fold 6 hat sich verglichen mit dem Vorgänger der Sensor verändert, welcher nun etwas größer ausfällt. Bei der Optik bleibt es bei 70mm Brennweite (3-fach Zoom) mit OIS Stabilisierung. Die Blendenöffnung ist grob identisch geblieben. Großartige Veränderungen sind somit nicht zu erwarten und das bestätigt sich auch bei den Tageslichtaufnahmen. Hier muss aber gesagt werden, dass auch der Vorgänger schon sehr gut abgeschnitten hat und so gibt es an der Tele-Kamera vom X Fold 6 auch nicht großartig was zu Kritisieren. Stabilisierung, Autofokus und Auslösezeit bieten keinen Raum für Kritik. Im Gegensatz zur Hauptlinse stimmt bei der Tele-Linse auch der Dynamikumfang, was nochmal unterstreicht, dass Vivo hier eindeutig einen Fehler in der Software hat, was die Einbindung des 200MP Sensors der Hauptlinse betrifft. Farblich liefert die Tele-Kamera sehr realitätsnahe Aufnahmen mit neutraler Weißbalance und niemals übertriebener Sättigung. Die Bildschärfe überzeugt hier auch auf größere Distanz auf feinen Strukturen und Texturen. Mit "normalen" Oberklasse Handys kann die Tele-Kamera insgesamt locker mithalten.
Da die Tele-Kamera vom Vivo X Fold 6 schon im 12MP Standard Modus sehr scharfe und detaillierte Bilder erzeugt, fällt der Unterschied beim Wechsel zum 50MP Modus zunächst nicht auf. Man muss schon in die Bilder einzoomen um die Vorteile erkennen zu können. Dadurch lohnt sich der 50MP Modus eher dann, wenn man die hohe Auflösung auch wirklich braucht. Größere Abweichungen in der Farbdarstellung zeigt der 50MP Modus nicht. Der Dynamikumfang verschlechtert sich allerdings leicht und in Innenräumen kann die Schärfe etwas abnehmen und / oder etwas Bildrauschen in dunklen Bereichen entstehen.
Für Digitalzoom mit der Tele-Kamera ist beim Vivo X Fold 6 per Knopfdruck wieder 10-fach verfügbar. Der Digitalzoom ist auch bei der Tele-Kamera sehr gut optimiert worden und liefert sehr scharfe und detaillierte Bilder, was sowohl bei Aufnahmen im näheren Bereich als auch für Aufnahmen auf Distanz gilt. Ein nennenswerter Qualitätsverlust ist nicht festzustellen, der Dynamikumfang verändert sich nicht, und auch die Farbdarstellung bleibt unverändert. Auch bei wenig Licht und bei Nachtaufnahmen entstehen mit Digitalzoom noch recht scharfe Aufnahmen, solange bei Nachtaufnahmen genug Kunstlichtquellen vorhanden sind.
Bei Nachtfotos mit der Tele-Kamera und nativer 3-fach Zoomstufe liefert das Vivo X Fold 6 schöne Resultate, kann aber hin und wieder auf Digitalzoom mit der Hauptlinse zurückfallen, was dann ggf. stärkere Qualitätsverluste zur Folge hat. Das beschränkt sich aber auf sehr dunkle Motive mit zu wenigen Kunstlichtquellen. Ansonsten liefert die Kamera scharfe Bilder mit wenig Rauschanteil, schönem Dynamikumfang und insgesamt guter Schärfe sowie Detaildarstellung. Die Unterschiede zum Vorgänger beschränken sich aber ehrlicherweise primär auf die etwas neutralere Weißbalance und realistischere Farbsättigung, wofür sich der Spektralsensor verantwortlich zeigen dürfte.
Da die Ultrawide Kamera im Vivo X Fold 6 mit Blick auf den Sensor unverändert geblieben ist, wird es niemanden überraschen, dass auch die Ergebnisse keine größeren Veränderungen zeigen. Die Kamera liefert weiterhin solide Ergebnisse mit einer gewissen Detailschwäche vor allem auf größere Distanz. Feine Strukturen und Texturen wirken also relativ weich. Auch der Qualitätsabfall in dunkleren Szenen wie dämmrigen Innenräumen inklusive steigendem Rauschanteil bleibt unverändert. Tendenziell verbessert hat sich der Weißabgleich und die Farbtreue, was durch den Spektralsensor jedoch wenig überrascht. Der Dynamikumfang der Ultrawide-Kamera hat sich beim Vivo X Fold 6 verglichen mit dem Vorgänger etwas verschlechtert. Hier scheint dieselbe Problematik wie bei der Hauptlinse aufzutreten. Ein heller und bewölkter Himmel erscheint etwas zu hell, genauso wie Fensterbereiche bei Innenraumaufnahmen.
Der 50MP Modus der Ultrawide-Kamera kann sich lohnen, wenn man es mit gut ausgeleuchteten Motiven ohne starkes Gegenlicht zu tun hat. In diesem Fall verbessert sich die Bildschärfe deutlich sichtbar. Feine Strukturen und Details werden auf größere Distanz klarer Dargestellt. Der 50MP Modus bringt aber auch Nachteile mit sich. In Innenräumen ist der Qualitätsverlust deutlicher ausgeprägt und der Rauschanteil nimmt zu. Außerdem verschlechtert sich der Dynamikumfang weiter. Vor allem dunkler Bildbereiche bei Gegenlicht wirken im 50MP Modus deutlich dunkler und es gehen hier mehr Bildinformationen verloren. An der Farbdarstellung und dem Weißabgleich ändert sich im 50MP Modus hingegen nichts.
Bei Nachtfotos hat sich die Ultrawide-Kamera im Vivo X Fold 6 verglichen mit dem Vorgängermodell verschlechtert. Schon beim Vorgänger war sie durch geringe Lichtausbeute und viel Unschärfe keine Glanzleistung. Diese Charakteristik hat sich auch beim X Fold 6 nicht verändert. Was sich allerdings verschlechtert hat, ist die Farbwiedergabe. Trotz des Spektralsensors zeigt die Mehrzahl der Testaufnahmen zu gesättigte Farben und oftmals auch einen deutlichen Farbstich - also Schwächen beim Weißabgleich. Sicherlich hat man es auch hier mit einer Software-Problematik zu tun, an der Vivo nochmal schrauben muss.
Makro Aufnahmen beherrscht das Vivo X Fold 6 sowohl mit der Ultrawide-Kamera, welche auf etwa 4cm fokussieren kann, als auch der Tele-Kamera, mit der man sich auf bis zu 15cm dem Motiv annähern kann. Damit entspricht das X Fold 6 auch an dieser Stelle dem Vorgänger. Qualitativ entstehen vor allem mit der Tele-Kamera sehr schicke Makro Aufnahmen. Hier kommt man insgesamt am nächsten ans Motiv heran, erhält den intensivsten Bokeh Effekt und kann auch mit dem Digitalzoom je nach Ausleuchtung mehr oder weniger verlustfrei noch nähere Makros erzeugen. Farblich liefert das X Fold 6 im Makro Modus gute Ergebnisse, wobei die Sättigung gegenüber dem Vorgänger deutlich abgenommen hat. Ob man das nun bevorzugt oder nicht, ist Geschmacksache. Wer natürliche Farben bevorzugt, wird das begrüßen. Die Bildschärfe ist solide, hat sich aber verglichen mit dem X Fold 5 tendenziell leicht verschlechtert. Ob das dem neuen Tele-Sensor geschuldet ist oder abermals mit der Software zusammenhängt, lässt sich nicht beurteilen.
Der Portrait Modus liefert beim Vivo X Fold 6 gute Ergebnisse die sich in ihrer Qualität nicht vom Vorgänger unterscheiden, der ebenfalls sehr gut abgeschnitten hat. Die Kantenerkennung des Motivs im Vordergrund ist sauber, auch bei komplexen Umrissen. Die Hintergrundunschärfe verläuft glaubhaft und Lichtkreise werden nicht in übertriebener Menge erzeugt. Das Aussehen des Bokeh Effektes lässt sich in Intensität und Linsenstil wie gewohnt anpassen. An das Niveau beispielsweise vom X300 Pro, wo der Effekt noch realistischer wirkt, kommt das X Fold 6 zwar nicht heran, doch für z.B. Social Media Nutzung leistet der Portrait Modus gute Dienste.
Die Frontkameras im Vivo X Fold 6 verbleiben technisch verglichen mit dem Vorgänger unverändert. Alle Eckdaten sind identisch. Verbaut wird ein 20MP Sensor, welcher mit Pixel Binning in 12MP Auflösung betrieben wird. Leider hat sich die Frontkamera trotz identischer Hardware-Basis verschlechtert. Die Aufnahmen sehen nur bei richtig heller Ausleuchtung im Freien scharf aus. Sobald nur etwas Schatten vorhanden ist, beginnen sie deutlich weich zu wirken, was sich dann beim Wechsel in Innenräume weiter verstärkt. Bei Nachtaufnahmen nimmt die Qualität dann noch weiter ab. Insgesamt erinnern die Aufnahmen qualitativ eher an ein Mittelklasse Smartphone.
Insofern ist es besser, auf die Frontkameras zu verzichten, wenn die Priorität auf der reinen Bildqualität liegt. Da man im aufgeklappten Zustand die Hauptkamera für Selfies nutzen kann (das Außendisplay wird dann als Sucher verwendet), bietet es sich an genau das zu tun. Hier erhält man dann am Ende deutlich bessere Ergebnisse.
Beim Filmen unterstützt das Vivo X Fold 6 bis zu 8k mit 30fps. Dies ist allerdings auf die Hauptlinse der Hauptkamera limitiert. Gleiches gilt auch für 4k120. Erst mit 4k60 werden dann alle Linsen der Hauptkamera unterstützt, also auch Tele und Ultrawide. Zusätzlich ist das Filmen mit den Frontkameras im Innen- und Außendisplay auf nur FHD30 limitiert - für heutige Verhältnisse also nicht mehr zeitgemäß. Auf das Filmen mit 10-Bit Log muss man beim Vivo X Fold 6 verzichten. Vorhanden ist hingegen Unterstützung für Dolby Vision HDR Aufnahmen bis 4k60 mit allen Linsen der Hauptkamera. Mit der Frontkamera wird Dolby Vision ebenfalls unterstützt, hier aber logischerweise nur bis FHD30.
Beim Filmen zeigt das Vivo X Fold 6 mit seinen vier Mikrofonen eine gute Audioqualität. Stimmen und Umgebungsgeräusche werden natürlich eingefangen. Windgeräusche sind hörbar aber nicht übertrieben laut. Gesprochenes wird also nicht komplett vom Wind überlagert. Der Audiopegel fällt etwas niedrig aus und muss ggf. im Schnitt angehoben werden. Hier könnte Vivo ggf. nachbessern, da bei einem direkten Upload der Videodateien vom Smartphone ein zu geringer Pegel ggf. problematisch ist.
Was die Videoqualität angeht, schlägt sich die 200MP Hauptlinse ordentlich. In 4k60 liefert sie scharfes und flüssiges Videomaterial mit natürlichen Farben und neutraler Weißbalance. Der Autofokus arbeitet angenehm schnell und zuverlässig ohne nerviges Pumpen. Die Stabilisierung fällt sehr ruhig aus und kombiniert OIS mit EIS. Auch bei Innenraum- und Nachtaufnahmen entsteht noch ordentliches Videomaterial, wobei in 4k30 die Qualität tendenziell etwas besser ist mit etwas mehr Lichtausbeute und weniger Rauschanteil.
Auch die Tele-Kamera liefert in 4k60 eine gute Videoqualität mit ordentlicher schärfe und flüssiger Darstellung bei Schwenks. Die Farben fallen auch hier natürlich mit neutralem Weißabgleich aus. Der Fokus macht keine Probleme und reagiert relativ schnell. Die OIS Stabilisierung funktioniert auch hier gut und wird ebenfalls mit EIS kombiniert. Dadurch entstehen auch beim Laufen noch recht ruhige Videos. Bei Innenraum- und Nachtaufnahmen geht die Bildqualität dann deutlich in die Knie. Es wird Bildrauschen sichtbar und mehr Unschärfe macht sich breit. Der Wechsel auf 4k30 bringt keine nennenswerte Besserung.
Die Ultrawide-Kamera liefert ebenfalls ordentliche Videos, allerdings mit geringerer Bildschärfe als bei den restlichen Kameras. Das überrascht erstmal nicht weiter, da ja auch die Fotos schon weicher wirken. Farblich ist die Kamera ebenfalls natürlich unterwegs und gut auf die restlichen Linsen abgestimmt. Autofokus und Stabilisierung (hier nur EIS) zeigen keine Schwächen. Innerhalb von Räumen geht die Bildqualität deutlich in die Knie. Bei Nacht entstehen keine brauchbaren Videos mehr. Der Rauchanteil und die Unschärfe sind dann zu stark ausgeprägt.
Beim Filmen mit der Frontkamera in FHD30 entsteht brauchbares Videomaterial, das jedoch recht weich wirkt. Die Detaildarstellung lässt wie bei den Fotos zu wünschen übrig. Farblich gibt es aber nichts zu kritisieren und auch die EIS Stabilisierung arbeitet gut. Dennoch sollte man die Hauptkamera für Selfie Videos nutzen, da sie einfach die deutlich bessere Bildqualität liefert - vor allem auch bei anspruchsvollen Lichtverhältnissen.
Slow Motion Videos unterstützt das Vivo X Fold natürlich auch. Hier könnt ihr entweder den nativen 4k120 Modus nutzen, was dann HSR Videomaterial mit Tonspur liefert. Im dedizierten Slow Motion Modus entstehen nur bereits abgebremste Video-Files (also kein HSR) ohne Tonspur. Hier könnt ihr jeweils in Full HD mit 120fps oder 240fps aufnehmen. Beides liefert brauchbares Videomaterial ohne starke Längenbegrenzung.
| Kapazität (Angabe) | 7.000mAh |
| Kapazität (Gemessen) | 6.691mAh |
| Wechselbar | Nein |
| Ladetechnologie | 80W USB-C 40W Wireless Charging 100W Netzteil im Lieferumfang (CN Version) |
Der Akku wurde beim Vivo X Fold 6 deutlich vergrößert und zwar von 6.000mAh auf 7.000mAh. Angesichts des schlanken Aufbaus ist das schon bemerkenswert und bringt natürlich im Alltag einen deutlichen Mehrwert. Im Gegensatz zum Vorgänger kann man mit dem Vivo X Fold 6 zwei volle Tage Laufzeit erreichen und das sogar dann, wenn das große Innendisplay häufig genutzt wird. Dies gilt allerdings ausdrücklich nur, wenn die Kamera nicht häufig zum Einsatz kommt. Bei Intensivnutzung der Kamera schmilzt die Laufzeit auf nur noch einen Tag zusammen, was aber immer noch ein gutes Ergebnis ist.
Im PC Mark Akku Benchmark erreicht das Vivo X Fold 6 ein sehr gutes Ergebnis. Bei reinem Außendisplay Betrieb sind es mit 50% Helligkeit und WLAN Verbindung 22:52 Stunden. Damit liegt das Smartphone in etwa auf dem Niveau, das auch reguläre aktuelle Flaggschiff Smartphones mit dieser Ausstattung erreichen. Bei einer Benchmark Runde nur mit dem großen Innendisplay verkürzt sich das Ergebnis auf immer noch sehr gute 17:48 Stunden. Das Innendisplay braucht also merklich mehr Strom.
Beim Aufladen hat sich technisch nichts geändert. Die China Version des Vivo X Fold 6 wird zwar mit einem 100W Netzteil ausgeliefert, geladen wird aber weiterhin nur mit 80 Watt Leistung. Die Ladezeit hat sich entsprechend etwas verlängert. Von 20 auf 75% sind es jetzt 33 Minuten statt der 24 Minuten des Vorgängers. Be 20 auf 100% ist der Zuwachs deutlicher. Beim Vorgänger war der Akku nach 36 Minuten voll, beim Vivo X Fold 6 dauert es nun eine knappe Stunde bis die 100% auf dem Display stehen.
Wer auf Wireless Charging Wert legt, kann entweder Qi Charging bis 15 Watt nutzen oder auch proprietäres 40W Wireless Fast Charging mit dem separat erhältlichen Wireless Charger von Vivo.
Zum Akkuschutz bietet das Vivo X Fold 6 alle derzeit bei Vivo üblichen Optionen inklusive eines Ladelimits oder dynamische Ladeleistung basierend auf der Temperatur. Zudem gibt es Bypass Charging fürs Spielen am Netzteil, damit der ohnehin schon knappe Thermal Headroom nicht noch weiter geschmälert wird.
Mit dem X Fold 6 liefert Vivo das bislang stimmigste Foldable der X Fold Reihe ab. Der Wechsel vom Snapdragon 8 Gen 3 auf den Dimensity 9500 "Super Edition" bringt einen Leistungssprung, wie man ihn zwischen zwei Modellgenerationen selten sieht. In praktisch allen Benchmarks liegen die Zuwächse bei über 50%. Im Alltag übersetzt sich das in eine Performance auf Höhe regulärer aktueller Flaggschiffe. Nur bei sehr fordernden Spielen zeigt der schlanke Formfaktor seine thermischen Grenzen: Nach wenigen Minuten geht die Framerate spürbar zurück, im GPU-Stresstest bricht das System den Prozess sogar komplett ab. Wer das X Fold 6 primär für Multitasking, Produktivität und den Alltag nutzt, wird davon aber wenig merken.
Auch beim Akku hat Vivo nachgelegt: 7.000 statt 6.000 mAh sorgen für spürbar mehr Ausdauer, bei moderater Nutzung sind zwei Tage drin. Die Ladeleistung bleibt dagegen unverändert bei 80 Watt, wodurch die Ladezeit durch die größere Kapazität länger ausfällt als beim Vorgänger. Verarbeitung, Scharnier und beide Displays bewegen sich weiterhin auf sehr hohem Niveau, inklusive einer für Foldables sehr starken IP58/IP59-Zertifizierung.
Etwas zwiespältiger fällt das Bild bei der Kamera aus. Der neue 200MP Hauptsensor bringt zwar mehr Lichtstärke und einen deutlich verbesserten Blitz und der Spektralsensor bessert an einigen Farbschwächen nach, doch der Dynamikumfang an Haupt- und Ultraweitwinkellinse hat sich gegenüber dem Vorgänger verschlechtert - ein Punkt, den Vivo per Software-Update nachbessern sollte, denn genau hier dürfte der Hund begraben liegen. Insgesamt tritt das X Fold 6 bei der Kamera eher auf der Stelle. Die ganz großen Sprünge bleiben aus.
Wer aus China importiert, muss zudem mit den bekannten Einschränkungen leben: keine eSIM, kein Gemini, kein WearOS-Support, kein Google-Standortverlauf. Wer das nicht braucht, für den ist die China-Version dank vollständiger deutscher Sprachunterstützung und nachrüstbarem Play Store problemlos alltagstauglich und mit rund 1.477€ für die getestete 16/512GB-Variante* auch deutlich günstiger als eine mögliche EU-Version zum Preis von sehr wahrscheinlich etwa 2.000€.
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