Nach dem kürzlich erfolgten Rückzug von Asus aus dem Smartphone-Geschäft deutet sich die nächste Konsolidierung im umkämpften Markt an. Laut einem Bericht von Android Headlines steht OnePlus vor der Einstellung als eigenständige Marke. Die Informationen stammen von aktuellen und ehemaligen Mitarbeitern aus verschiedenen Regionen, eine offizielle Bestätigung durch Oppo oder OnePlus liegt bisher allerdings nicht vor.
Drastischer Absatzrückgang als Hauptursache
Die Verkaufszahlen von OnePlus haben sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verschlechtert. Laut Daten von Omdia Research sanken die Auslieferungen im Jahr 2024 um 20 Prozent auf rund 14 Millionen Einheiten, während die Muttermarke Oppo im gleichen Zeitraum Wachstum verzeichnete. Für das gesamte Jahr 2024 lag der Marktanteil der Oppo Group bei etwa 2,8 Prozent Wachstum, wobei dieser Zuwachs ausschließlich auf die Oppo-Marke zurückging.
Besonders kritisch entwickelte sich die Situation in den Kernmärkten. In China erreichte OnePlus lediglich einen Marktanteil von 1,6 Prozent, nachdem das Unternehmen ursprünglich das Ziel kommuniziert hatte, die 3 Prozent von Xiaomi zu übertreffen. In Indien brach der Anteil im Premium-Segment von 21 Prozent auf 6 Prozent ein, während der Gesamtmarktanteil von 6,1 Prozent auf 3,9 Prozent fiel. Etwa 4.500 Händler in sechs indischen Bundesstaaten nahmen OnePlus Produkte aus dem Sortiment, da die Gewinnmargen zu gering ausfielen.
China und Indien machen zusammen 74 Prozent der OnePlus Verkäufe aus, was die angespannte Lage der Marke verdeutlicht. In Nordamerika und Westeuropa zeigten sich ebenfalls schwache Absatzzahlen.
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Personalabbau und Rückzug aus wichtigen Märkten
Die Entwicklung spiegelt sich in mehreren strukturellen Veränderungen wider. Das US-Hauptquartier in Dallas wurde im März 2024 geschlossen, die verbleibende Mannschaft in Palo Alto umfasst weniger als 15 Mitarbeiter. In Europa wurden die Teams in Frankreich, Deutschland und Großbritannien von über 60 auf etwa 10 Personen reduziert. In Indien versprach Mitgründer Pete Lau im August 2019 den Aufbau eines Entwicklungszentrums mit 1.500 Mitarbeitern bis 2022. Nach Daten von Tracxn beschäftigte OnePlus in Indien im Februar 2024 jedoch lediglich 116 Mitarbeiter.
Die Partnerschaften mit Netzbetreibern wurden in den vergangenen fünf Jahren sukzessive beendet. Das OnePlus 15 wird in den USA ausschließlich als SIM-Lock freie Version angeboten, nachdem die Kooperation mit T-Mobile Anfang 2023 auslief. In einem Markt, in dem Mobilfunkanbieter den Großteil der Smartphones vertreiben, stellt dies eine erhebliche Einschränkung dar.
Die Entwicklung bei OnePlus folgt einem ähnlichen Muster wie bei der Schwestermarke Realme. Erst Anfang des Jahres wurde Realme wieder in Oppo eingegliedert, wobei es zu erheblichen Personalkürzungen kam, wie ebenfalls Android Headlines berichtet. Berichten zufolge wurden Entwicklungsabteilungen um die Hälfte oder mehr reduziert. Realme hielt zuletzt in China einen Marktanteil von 1,27 Prozent und belegte damit den siebten Platz, während die sechs führenden Marken jeweils mindestens 14 Prozent erreichten.
Aktuelle Produktentwicklung und Zukunftsaussichten
Nach den vorliegenden Informationen wurden zwei Geräte aus der Produktplanung gestrichen. Das OnePlus Open 2, ein faltbares Smartphone, sowie das OnePlus 15s sollen nicht mehr auf den Markt kommen. Das kürzlich vorgestellte OnePlus 15 (derzeit 869€ bei Amazon*) wird dennoch weiter regulär ausgeliefert, und Geräte, die sich bereits in fortgeschrittenen Entwicklungsstadien befinden, könnten in den kommenden Monaten noch erscheinen.
Die langfristige Perspektive bleibt unklar. Während bei Realme die Produktlinie zunächst fortgeführt wird und Kunden Zugang zu über 5.000 Oppo Servicecentern in China erhalten, ist der konkrete Zeitplan für OnePlus nicht bekannt. Garantieleistungen und angekündigte Software-Updates sollen nach bisherigen Informationen weiterhin erfüllt werden. Bis ein offizielles Statement veröffentlicht wird, sollte man all das aber noch mit einer gewissen Skepsis betrachten.
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Quelle(n): Android Headlines | Android Headlines | Omdia | Counterpoint Research
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