Mediatek hat sein Portfolio an Prozessoren für die Mittelklasse erweitert. Die neuen Modelle Mediatek Dimensity 7450 und Mediatek Dimensity 7450X treten die Nachfolge der Mediatek Dimensity 7400 Serie an und sollen künftig Smartphones sowie Foldables im mittleren Preissegment antreiben. Während der Mediatek Dimensity 7450 für klassische Smartphones konzipiert ist, richtet sich der Mediatek Dimensity 7450X gezielt an Foldables und wird wahrscheinlich wieder primär in Flip-Foldables zum Einsatz kommen.
Beide Prozessoren werden im modernen 4nm Verfahren gefertigt. Die Architektur der CPU bleibt im Vergleich zu den direkten Vorgängern unverändert. Mediatek setzt weiterhin auf ein Octa Core Design, das aus vier leistungsorientierten Arm Cortex-A78 Kernen mit einer Taktfrequenz von bis zu 2,6GHz und vier effizienten Arm Cortex-A55 Kernen besteht. Für die grafische Darstellung ist die ARM Mali-G615 MC2 GPU verantwortlich. Neuere Generationen von ARM Kernen bleiben also weiterhin den höherwertigen Chip-Serien von Mediatek vorbehalten.
Bei der Speicheranbindung unterstützen die Chips sowohl LPDDR5 als auch LPDDR4x RAM mit einer maximalen Datenrate von 6400Mbps. Für den internen Speicher können Hersteller auf die Standards UFS 2.2 oder UFS 3.1 zurückgreifen. Diese Hardwarekonfiguration deutet darauf hin, dass es sich bei der Mediatek Dimensity 7450 Serie primär um eine Modellpflege handelt, da die physikalischen Eckdaten mit denen der Mediatek Dimensity 7400 Serie identisch sind.
Trotz der gleichbleibenden CPU und GPU Leistung gibt Mediatek punktuelle Verbesserungen im Bereich der künstlichen Intelligenz an. Die integrierte NPU der sechsten Generation wurde durch Hardwareoptimierungen angepasst, was laut Hersteller zu einer Leistungssteigerung von etwa 7% bei Edge AI Aufgaben führt. Dies soll sich vor allem bei kameraoptimierten Prozessen und der allgemeinen Energieeffizienz bemerkbar machen.
Für die Bildverarbeitung kommt der Imagiq 950 ISP zum Einsatz. Dieser 12-Bit HDR Bildsignalprozessor unterstützt Hauptkameras mit einer Auflösung von bis zu 200MP. Zu den Funktionen gehören eine hardwarebasierte Rauschunterdrückung (MCNR), eine Gesichtserkennung sowie die Aufnahme von 4K HDR Videos mit 30 Bildern pro Sekunde. Eine Neuerung ist die native Unterstützung für Google Ultra HDR, wodurch Fotos durch zusätzliche Metadaten für Highlights und Schatten an Detailtiefe gewinnen sollen.
Im Bereich der Funkverbindungen setzen der Mediatek Dimensity 7450 und der Mediatek Dimensity 7450X auf ein aktuelles 5G Modem nach dem 3GPP Release 17 Standard. Durch 3CC Carrier Aggregation werden im Downlink Geschwindigkeiten von bis zu 3,27Gbps erreicht. Mediatek betont hierbei die verbesserte Energieeffizienz durch die 5G UltraSave 3.0+ Technologie sowie optimierte Verbindungsraten in Gebieten mit schwieriger Netzabdeckung, wie etwa in Hochgeschwindigkeitszügen. Für lokale Drahtlosverbindungen stehen Wi-Fi 6E und Bluetooth 5.4 zur Verfügung.
Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden Modellen liegt in der Displayansteuerung. Der Mediatek Dimensity 7450X verfügt über eine spezielle Unterstützung für Dual Display Konfigurationen. Dies ist eine technische Voraussetzung für Foldables, bei denen ein internes Hauptdisplay und ein externes Zweitdisplay nahtlos zusammenarbeiten müssen. Erste Berichte deuten darauf hin, dass der Mediatek Dimensity 7450X bereits in Kürze im Motorola Razr 70 zum Einsatz kommen könnte.
Die Vorstellung der Mediatek Dimensity 7450 Serie stellt insgesamt keine größere Neuerung dar. Da die wesentlichen Hardwarekomponenten wie CPU, GPU und Modem bereits im Mediatek Dimensity 7400 / 7400X vorhanden waren, handelt es sich faktisch um ein Rebranding mit geringfügigen Software- und Hardwareoptimierungen im Bereich Gaming und KI. Für Nutzer eines Geräts mit dem älteren Mediatek Dimensity 7300 stellt die neue Serie hingegen ein deutliches Upgrade dar. Hier bietet der Mediatek Dimensity 7450 durch die um 100MHz höhere Taktung der Performance Kerne und eine effizientere GPU Architektur einen spürbaren Leistungsvorteil. Dennoch bleibt festzuhalten, dass Mediatek mit dieser Veröffentlichung eher das Ziel verfolgt, aktuelle Produktzyklen der Smartphone Hersteller mit neuen Modellnummern zu bedienen, statt einen signifikanten technologischen Sprung zu vollziehen.
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