Der chinesische Hersteller Chuwi hat nach der ersten Ankündigung den globalen Marktstart für das Chuwi UniBook vollzogen und bietet das kompakte 14 Zoll Notebook nun auch offiziell in Europa inklusive Deutschland an. Während der reguläre Verkaufspreis bei 499€ liegt, lässt sich das Gerät im Rahmen einer Vorbestellphase mit einem Frühbucherrabatt von 50€ für effektiv 449€ erwerben. Der kostenfreie Versand innerhalb der Europäischen Union erfolgt ohne zusätzliche Einfuhrsteuern, wobei die Auslieferung der ersten Geräte für den 20. Juli 2026 geplant ist.
Dieser aggressive Einstiegspreis fällt in eine Phase, in der das konkurrierende Apple MacBook Neo durch eine anhaltende Speicherkrise spürbar teurer geworden ist. Apple hat die unverbindliche Preisempfehlung für das Basismodell des Apple MacBook Neo auf mittlerweile 799€ angehoben, während die besser ausgestattete Variante mit Touch ID und einer 512GB SSD sogar mit 899€ zu Buche schlägt. Vorerst bekommt man es aber bei Drittanbietern wie z.B. Amazon* aber immer noch zu erheblich günstigeren Preisen um 600€.
Angesichts des verhältnismäßig schwachen iPhone Prozessors verliert das Apple MacBook Neo zur UVP dadurch an Attraktivität, da Konsumenten zu ähnlichen Konditionen bereits leistungsstärkere Apple M4 MacBook Air Modelle oder zumindest teils vergleichbare Windows Geräte im 900€ Segment finden können. In diesem veränderten Marktumfeld positioniert sich das deutlich günstigere Chuwi UniBook als eine Budget Alternative.
Ein wesentlicher Faktor für das gestiegene Interesse am Chuwi UniBook sind aktuelle Benchmark Ergebnisse der verbauten Intel Wildcat Lake Plattform. In der PassMark Datenbank sind jüngst Testergebnisse aufgetaucht, die zeigen, dass der integrierte Intel Core 3 304 Prozessor der Apple Konkurrenz erstaunlich nahekommt. Im multi-threaded CPU Mark erreicht der mit fünf Kernen ausgestattet Intel Core 3 304 einen Wert von 11.865 Punkten und zieht damit grob gleich mit dem Apple A18 Pro des Apple MacBook Neo, das auf 11.766 Punkte kommt. Diese Leistungsparität ist bemerkenswert, da der Intel Chip mit fünf Kernen und fünf Threads über einen Kern weniger verfügt als das Gegenstück von Apple mit sechs Kernen.
Im Bereich der Single Thread Messungen behält der Apple A18 Pro mit 3.979 Punkten zwar die Oberhand und arbeitet etwa 7% schneller als der Intel Core 3 304 mit seinen 3.704 Punkten, doch zeigten einzelne Spitzenwerte in der Datenbank zeitweise sogar einen temporären Gleichstand bei 3982 Punkten. Gefertigt wird der Intel Core 3 304 im modernen Intel 18A Prozess mit einer Strukturbreite von 2nm. Die Architektur setzt sich aus einem einzelnen Performance Kern der Cougar Cove Reihe mit bis zu 4,3GHz Turbo Takt sowie vier Low Power Effizienzkernen der Darkmont Reihe zusammen, die bis zu 3,3GHz erreichen.
Die thermische Verlustleistung bewegt sich zwischen 15W Basisverbrauch und 35W im Turbo Modus. Zumindest bei der Verlustleistung kann Intel also nicht mithalten. Da Chuwi allerdings die bessere Kühlung verbauen dürfte (das MacBook Neo hat praktisch keine Kühlung, sondern nur eine dünne Folie als Heatspreader), dürfte das maximal im Sinne der Akkulaufzeit ein Nachteil sein.
Trotz der soliden Prozessorleistung müssen Käufer beim Chuwi UniBook einige hardwareseitige Kompromisse eingehen. Das Notebook ist mit 8GB LPDDR5 Arbeitsspeicher ausgestattet. Entgegen ursprünglicher Ankündigungen von 7467MT/s läuft der Speicher real mit einer Geschwindigkeit von 6400MT/s und ist fest auf der Platine verlötet, was eine nachträgliche Erweiterung ausschließt, dafür aber Vorteile bei Energieverbrauch und Latenz mit sich bringt. Für das Windows 11 Pro Betriebssystem stellt diese Kapazität eine spürbare Limitierung bei intensivem Multitasking dar. Linux dürfte hier in der Praxis die bessere Wahl sein. Flexibler zeigt sich der Massenspeicher: Die werksseitig verbaute 256GB PCIe 3.0 SSD lässt sich über einen M.2 2280 Steckplatz durch eine schnellere oder auch größere PCIe 4.0x4 SSD ersetzen. Damit bietet das Chuwi UniBook nicht nur ab Werk den schnelleren Speicher als das MacBook Neo, sondern eben auch die Aufrüstmöglichkeit, was beim MacBook Neo nur mittels Auslöten der NAND Bausteine möglich ist.
Das 14 Zoll große IPS Display bietet ein praktisches 16:10 Seitenverhältnis mit einer Auflösung von 1920x1200 Pixeln bei einer Bildwiederholfrequenz von 60Hz. Das Panel deckt die sRGB Farbraumabdeckung zu 100% ab und erzielt eine Spitzenhelligkeit von 300 Nits, womit es jedoch hinter den 500 Nits des Apple MacBook Neo zurückbleibt. Auch die Auflösung ist beim Chuwi UniBook geringer, was aber andererseits der Performance zugute kommen dürfte. Das Gehäuse besteht aus einer eloxierten Aluminiumlegierung, wiegt 1,2kg bei einer Dicke von 16,4mm und verfügt über ein 180 Grad Scharnier.
Gepunktet wird beim Chuwi UniBook vor allem bei den Schnittstellen, die eine Nutzung ohne zusätzliche Adapter ermöglichen. Zur Ausstattung gehören zwei vollwertige USB C 3.2 Gen 1 Anschlüsse mit 5Gbit/s Datenübertragung, die sowohl Power Delivery als auch eine Videoausgabe in 4K@60Hz unterstützen. Hinzu kommen zwei USB 3.2 Gen 1 Typ A Buchsen, ein USB 2.0 Port, ein HDMI 1.4b Ausgang für maximal 4K@30Hz, ein Gigabit Ethernet Anschluss, ein TF Kartenslot sowie ein 3,5mm Audioanschluss. Drahtlose Verbindungen werden über Wi-Fi 6 and Bluetooth 5.2 realisiert. Hier wird das Macbook Neo also nach allen Regeln der Kunst gnadenlos in den Schatten gestellt.
Die Stromversorgung sichert ein 53,38Wh Lithium Polymer Akku, der laut Datenblatt bis zu 13 Stunden lokale Full HD Videowiedergabe ermöglicht und sich per 65W Schnellladung innerhalb einer Stunde zu 60% füllen lässt. Damit ist der Akku erheblich größer als jener im MacBook Neo, was den stromhungrigeren Prozessor ausgleichen sollte. Auch die Ladeleistung fällt signifikant höher aus als bei der Apple-Konkurrenz.
Gekühlt wird das System aktiv über einen leisen Lüfter samt Heatpipe und Kühlrippen. Ob das nun ein Vor- oder Nachteil gegenüber dem "passiv gekühlten" MacBook Neo ist, ist sicherlich Ansichtssache. Abgerundet wird das Paket durch eine 720p Webcam mit mechanischer Sichtschutzblende (letztere gibt es bei Apple nicht) und eine zweistufig regelbare Tastaturbeleuchtung (auch diese gibt es bei Apple nicht). Ein relevanter Wermutstropfen für hiesige Kunden bleibt jedoch die Tastatur, da auf den Produktfotos im offiziellen Store bislang kein deutsches QWERTZ Layout zu sehen ist. Neben dem Chuwi UniBook nutzen auch andere kommende Einstiegsgeräte wie das HP OmniBook 3 oder das Lenovo IdeaPad Slim 3i den neuen Intel Core 3 304 Prozessor, um im veränderten Marktumfeld gegen Apple anzutreten. Diese könnten entspechend eine weitere Alternative darstellen.
Quelle(n): Chuwi | CPUBenchmark.net | WCCFTech
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