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Ulefone Power 6

ulefone-power-6 Das Ulefone Power 6 im Test

​Die Ulefone Power Serie, welche aus Smartphones mit großen Akkus besteht, ist relativ erfolgreich, bietet allerdings eine stark schwankende Qualität. Für gewöhnlich wechseln sich hier solide Smartphones mit weniger empfehlenswerten Geräten ab. Mit dem Ulefone Power 6 bleibt der Hersteller dieser Tradition treu und liefert nach dem empfehlenswerten Ulefone Power 5 mal wieder einen "Griff ins Klo" ab. Warum das so ist, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Ulefone Power 6
Verpackung & Lieferumfang

​Das Ulefone Power 6 kommt in einer strahlend blauen Verpackung mit rauem Finish daher, was gut zur uns vorliegenden blauen Variante passt. Erhältlich ist das Ulefone Power 6 auch in Schwarz und Rot. Im Inneren findet man neben dem Smartphone eine ausführliche Mehrsprachige Anleitung nebst weiteren Dokumenten, eine SIM Nadel, eine Schutzfolie (eine weitere Folie befindet sich ab Werk auf dem Display), eine schwarze Schutzhülle für die Rückseite, ein deutsches Netzteil mit USB-C Kabel und einen USB-C auf 3,5mm Adapter für analoge Kopfhörer. Das Unboxing Video findet ihr in unserem YouTube Kanal.

Ulefone Power 6
Design & Verarbeitung

​Anders als die meisten "Akku Monster" besticht das Ulefone Power 6 mit einem eleganten und ansprechenden Design, welches eher an ein normales Smartphone erinnert. Natürlich ist es mit rund 207g etwas schwerer und mit 10,1mm auch etwas dicker als reguläre Smartphones, doch das Design kaschiert das ganze sehr gut. Durch die abgerundete Form wirkt es schlanker und das bunte Design sowie die mit einem feinen Linienmuster versehene Rückseite machen optisch einiges her. Das Gehäuse ist rundum gut verarbeitet, besteht aber komplett aus Kunststoff. Somit ist das Ulefone Power 6 nicht so robust wie Geräte aus Glas oder Metall, vor allem im Hinblick auf Kratzer.

Ulefone Power 6
Display

​Größe: ​6,3 Zoll
Auflösung:​ ​2340 x 1080
Technologie​:​IPS OGS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Das Display liefert eine solide Darstellung mit guter Farbwiedergabe, Schärfe und die Auflösung ist hoch genug um einzelne Pixel unsichtbar zu halten. Angepasst werden kann die Darstellung aber nicht. Die Helligkeit ist ausreichend für die Nutzung im Freien. Der Touch Screen erkennt nur 5 Berührungspunkte, funktioniert ansonsten aber gut. Eine leichte Eingabeverzögerung ist vorhanden, jedoch nicht weiter störend. Das Displayglas ist kratzfest und lässt sich einfach reinigen.

Ulefone Power 6
Hardware & Performance

​Prozessor: ​​Mediatek Helio P35 / MT6765 (12nm)
4x ARM Cortex A53 @1,8GHz
4x ARM Cortex A53 @2,3GHz
GPU:​ ​PowerVR GE8320
RAM:​​4GB LPDDR3
Durchsatz: 5,7GB/s
Speicher:64GB eMMC5.1​
Lesen: 285MB/s | Schreiben: 210MB/s
Micro SD:​Ja
Lesen: 81MB/s | Schreiben: 46MB/s
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Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Rückseite)
​Sensoren:​Schrittzähler, Umgebungslicht, Beschleunigung, lineare Beschleunigung, Annäherung, Gyroskop, Magnetfeld, Gravitation
Besonderheiten:​​Keine Status LED, kein 3,5mm Anschluss, Waterdrop Notch, USB Typ-C 2.0
Abmessungen / Gewicht:​​159,15 x 75,75 x 10,1mm
207g

​Die Performance vom Ulefone Power 6 ist im Alltag leider unzureichend. Zwar läuft das Smartphone wenn es kalt ist schön flüssig, doch sobald es sich erwärmt, sinkt die Performance drastisch und alles beginnt zu ruckeln. Die Nutzung macht dann einfach keinen Spaß mehr und erinnert an billige 50 Euro Smartphones. Hier liegt also ein Problem mit Thermal Throttling und der Kühlung des Prozessors vor. Bestätigt wird dies im Throttle Test.

​Die Sensorausstattung kann sich sehen lassen und auch der Fingerabdruck Sensor funktioniert in den meisten Fällen zuverlässig. Nur bei schwitzigen Händen kann er manchmal etwas zicken. Störend ist jedoch der nicht funktionierende Kompass, welcher wirr in der Gegend herumzuckt und sich auch nicht kalibrieren lässt. Darüber hinaus fehlt dem Ulefone Power 6 eine Benachrichtigungs LED, obwohl dafür genügend Platz vorhanden gewesen wäre.

Ulefone Power 6
Software

​Variante: ​Stock Android mit Custom Launcher
​Android Version: ​Android 9 Pie
Sicherheitspatch im Test: Mai 2019
Google zertifiziert:​Ja
DRM Technologien:​ClearKey CDM, Widevine L3
Bloatware​:​Nur Google Apps
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja
Kein Update im Testzeitraum
Schadsoftware:​​Nein

​Als Betriebssystem kommt Android 9 Pie zum Einsatz. Updates kamen im Testzeitraum keine an. Es handelt sich um ein leicht angepasstes Stock Android. Der Launcher wurde ersetzt und es gibt ein paar nicht weiter erwähnenswerte Extrafunktionen. Die Gestensteuerung von Android Pie wurde entfernt und durch klassische On-Screen Tasten ersetzt. Google Zertifizierung ist vorhanden, Widevine Level 1 fehlt aber.

Ulefone Power 6
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G: B2/3/5/8
3G: B1/2/4/5/8
4G: B1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/25/26/40/66
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac
Bluetooth:​​Bluetooth 5.0
NFC:​​Ja
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Dual Nano SIM / Micro SD Hybrid Slot
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS, QZSS, Galileo

​Im Mobilfunk bietet das Ulefone Power 6 einen guten Empfang und Unterstützung für die wichtigsten Frequenzbänder. Auch Bluetooth, NFC und GPS funktioniert einwandfrei. Große Probleme hat das Smartphone dagegen mit dem WLAN. Schon einen Raum neben dem Router sinkt die Signalanzeige auf zwei Balken ab. Ein Stockwerk darunter bricht die Verbindung ständig ab und ist dann nicht mehr nutzbar.

Ulefone Power 6
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono (Rahmen unten)
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Nein
Weitere Merkmale:​​Kein 3,5mm Anschluss, Typ-C auf 3,5mm Adapter im Lieferumfang enthalten

​Der Medienlautsprecher vom Ulefone Power 6 klingt auf Werkseinstellungen grauenvoll. Deaktiviert man den Lautstärkeboost bessert sich der Klang, ist aber auch dann nicht wirklich gut. Störend ist, dass sich der Lautstärkeboost nach jedem Reboot erneut aktiviert. Zudem fehlt ein 3,5mm Anschluss, wofür bei solch einem Smartphone eigentlich keinen Grund gibt. Ein Adapter von Typ-C auf 3,5mm liegt immerhin bei. Die Sprachqualität beim Telefonieren ist gut und auch in lauterer Umgebung auf der Gegenseite noch verständlich, obwohl kein aktives Noise Cancelling vorhanden ist. Sogar VoWiFi wird unterstützt, muss aber manuell aktiviert werden.

Ulefone Power 6
Kamera

​Hauptkamera: Herstellerangaben​
1. Sensor: 16MP f/1.8
2. Sensor: 2MP
Ergebnis der Prüfung
1. Sensor: 16MP Sony IMX298
2. Sensor: ​Nicht vorhanden (Fake Kamera)
Video: SD30, HD30, FHD30
Codec: H.264 / AAC
​Frontkamera: Herstellerangaben
1. Sensor: 16MP f/1.8
Ergebnis der Prüfung
1. Sensor: 16MP Samsung S5K3P3
Video: SD30, HD30, FHD30
Codec: H.264 / AAC
​Blitz:​Dual LED (einfarbig)
​Fokus:​CDAF
​Slow Motion:​Nein

Die Dual Hauptkamera im Ulefone Power 6 ist keine. Es ist nur ein Sensor vorhanden, die zweite Linse ist ein Fake. Dies zeigt sich sowohl im Factory Mode als auch bei den Ergebnissen der Dual Kamera. In den restlichen Bereichen überzeugt die Kamera ebensowenig. Prinzipiell scheint die Hauptkamera zwar gut zu sein, die Software holt daraus allerdings nichts heraus. Nah und Makroaufnahmen können sehr gut aussehen, alles andere wirkt matschig und zeigt völlig überzeichnete Konturen. Darüber hinaus stimmt die Bildhelligkeit fast nie und der Dynamikumfang ist zum Davonlaufen. Die Farbwiedergabe liegt auch völlig daneben. Bei wenig Licht schlägt sich die Kamera trotz angeblicher f/1.8 Blende alles andere als gut und ist so gut wie unbrauchbar. Die Frontkamera überzeugt trotz eines 16MP Sensors ebensowenig.

Nur zwei Kamerasensoren statt drei

Videos liefern eine akzeptable Audioqualität, die Bildqualität lässt dafür stark zu wünschen übrig. Störend ist aber auch der ständig pumpende Fokus. In den Einstellungen gibt es eine Option für EIS, welche jedoch keinerlei Auswirkungen hat.

Ulefone Power 6
Akku

​Kapazität (Angabe): ​6.350mAh
​Kapazität (Gemessen): ​5.986mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja (5V / 3A = 15W)

​Die Akkulaufzeit ist zwar gut und eine Ladung reicht bei mittelintensiver Nutzung zwei Tage aus, doch diese Ergebnisse erreicht man heutzutage auch mit Smartphones die einen 4.000mAh Akku an Bord haben. Die Laufzeit ist also nichts Besonderes und wird dem dicken Akku somit nicht gerecht, weshalb man die gute Laufzeit auch nicht loben kann. Das Aufladen geht recht schnell. Binnen 2 Stunden wird der Akku von 20% auf 100% geladen.

Ladezeit 20 -> 100%
Ladezeit 20 -> 70%
Akkulaufzeit

Ulefone Power 6 Test
Fazit

​Abschließend kann man das Ulefone Power 6 keinesfalls empfehlen. Das Smartphone hat viel zu viele Schwächen als dass es für irgendeine Nutzergruppe interessant wäre. Hinzu kommt, dass der dicke Akku ungenutzt verpufft. Die Laufzeit entspricht dem, was viele Smartphones mit 4.000mAh Akku heutzutage dank effizienter Prozessoren erreichen. Richtig peinlich ist zudem, dass Ulefone die Dreistigkeit besitzt eine Fake Dual Kamera zu verbauen, und dann nichtmal in der Lage ist eine anständige Hauptkamera zu liefern. Das Sahnehäubchen ist dann noch dieses Video, in welchem man die angeblich so tolle Kamera bewirbt. Dass keine der Aufnahmen mit dem Ulefone Power 6 geschossen wurde, dürfte klar sein. Das Power 6 hätte sich Ulefone unterm Strich sparen können. Bessere Alternativen zum selben Preis? Das Redmi Note 7, Meizu Note 9 oder Lenovo Z6 Lite.

Pro Contra
​+ Ansprechendes Design ​- Extrem schlechte Performance
+​​ Gutes Display-​​ Hitze Probleme (Thermal Throttling)
+​​ Prinzipiell ordentliche Ausstattung-​​ Fake Dual Kamera
+​​ Guter Mobilfunk, GPS und Bluetooth Empfang-​​ Extrem schlechter WLAN Empfang
+​​ NFC Unterstützung-​​ Lautstärke Boost wird nach jedem Neustart aktiviert und verschlechtert den Klang vom Medienlautsprecher
+​​ Brauchbare Sprachqualität-​​ Akkulaufzeit für 6.000mAh zu gering, viele 4.000mAh Geräte erreichen heute dieselben Werte
+​​ Schnelles Aufladen-​ Kamera ungenügend und gegenüber dem Vorgänger ein deutlicher Rückschritt
+ Google Zertifizierung​- Kein 3,5mm Anschluss
​- Keine Benachrichtigungs LED
​- Kompass funktioniert nicht

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Kommentare 2

Gäste - Steinlaus am Sonntag, 04. August 2019 15:57
Unverständlich

Das Power 5 war ein hervorragendes Gerät mit abartig langer Akkulaufzeit und sogar überdurchschnittlich guter Kamera. Wie man jetzt so einen Haufen Dreck als Nachfolger auf die Menschheit loslassen kann, ist mir absolut schleierhaft.

Das Power 5 war ein hervorragendes Gerät mit abartig langer Akkulaufzeit und sogar überdurchschnittlich guter Kamera. Wie man jetzt so einen Haufen Dreck als Nachfolger auf die Menschheit loslassen kann, ist mir absolut schleierhaft.
Christopher am Sonntag, 04. August 2019 16:03

Die Power Serie war schon immer alternierend. Das nächste müsste dann wieder gut werden.

Die Power Serie war schon immer alternierend. Das nächste müsste dann wieder gut werden. :D
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Gäste
Sonntag, 15. Dezember 2019

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