Im Herbst 2025 haben alle großen chinesischen Smartphone-Hersteller ihre neuen Flaggschiffe präsentiert und mit dabei war natürlich auch Oppo mit der Find X9 Serie, aus welcher wir uns in diesem Testbericht das Oppo Find X9 Pro genauer ansehen wollen. Das Modell steht in direkter Konkurrenz zum bereits getesteten Vivo X300 Pro. Es setzt auf denselben Prozessor, bietet allerdings einen größeren Akku und eine Hasselblad statt Zeiss Kamera, die aber im Aufbau doch recht ähnlich ausfällt.
Im Test schauen wir uns die China Version des Oppo Find X9 Pro an. Diese wurde von TradingShenzhen bereitgestellt, wo es preislich ab 737€ los geht*. Erhältlich ist die China Version in den Farben Weiß (vorliegendes Testgerät), Titan und Rot. Die maximale Konfiguration ist mit 16GB Arbeits- und 1TB Festspeicher ausgestattet.
Das Oppo Find X9 Pro ist auch offiziell in Europa erschienen und wird dort ohne Abstriche bei der Akkugröße verkauft. Deutschland hat jedoch abermals keinen Marktstart erhalten, weshalb deutsche Kunden z.B. in Österreich oder den Niederlanden kaufen müssen - vorausgesetzt man legt of offizielle Kanäle Wert. Drittanbieter wie Coolblue* verkaufen das Find X9 Pro auch direkt hier in Deutschland. Die EU Version kostet zur UVP 1299€ und bietet 16GB RAM sowie 512GB Festspeicher. Zum Vergleich: Beim Import zahlt man für dieselbe Ausstattung etwa 827€*.
Das Oppo Find X9 Pro wird in einer silbernen Box geliefert, welche das Format einer typischen Smartphone-Verpackung hat und mit eher einfacher Gestaltung daherkommt. Der Lieferumfang umfasst neben dem Find X9 Pro, welches zum Transportschutz mit Papier verpackt ist und eine Schutzfolie ab Werk trägt, auch ein Schnellladegerät mit 80 Watt (China / US-Stecker beim Import), ein USB-A auf USB-C Kabel (USB 2.0) und eine flexible Schutzhülle, welche die Rückseite und den Rahmen umschließt. Zudem liegt dem Smartphone noch Dokumentation und eine SIM Nadel bei. Das Unboxing Video zum Find X9 Pro findet ihr im ChinaMobileMag YouTube Kanal.
| Materialien | Rahmen: Metall (flach, matt) Rückseite: Corning Gorilla Glass Victus 2 (flach, matt) Front: Corning Gorilla Glass Victus 2 (flach) |
| Gewicht | 224g |
| Abmessungen | Ohne Kamera: 161,26 × 76,46 × 8,25mm Mit Kamera: 161,26 × 76,46 × 12,7mm |
| Wasserdicht | IP66, IP68, IP69 Untertauchen und Hochdruck-Strahlwasser bis 80°C |
Verglichen mit dem Vorgängermodell, dem Oppo Find X8 Pro, hat sich das Design beim Oppo Find X9 Pro recht stark verändert. Bestand der Vorgänger noch aus einem stark abgerundeten Metallrahmen und einem vergleichsweise geringfügig hervorstehendem rundem Kameramodul, setzt Oppo jetzt auf eine deutlich flachere Erscheinung mit rechteckigem und seitlich versetztem Kameramodul. Damit gleicht sich der Hersteller an die derzeit gängige Designsprache bei Smartphones an, büßt allerdings auch ein wenig vom eigenständigeren Look ein. Das Oppo Find X9 Pro sieht generischer aus als sein Vorgänger, was auch daran liegen mag, dass die Rückseite jetzt homogen gefärbt ist. Beim Vorgänger gab es bei dem weißen Modell noch einen schicken Marmor Look im Glas.
Oppo brüstet sich damit, dass das Kameramodul deutlich kleiner geworden ist. Das stimmt auch, denn der Durchmesser hat sich im Vergleich mit dem Vorgänger beim Oppo Find X9 Pro deutlich reduziert. Im Gegenzug steht das Modul jetzt allerdings deutlich stärker hervor. Damit verliert das Oppo Find X9 Pro einen Vorteil, welchen sein Vorgänger noch im Konkurrenzkampf mit Vivo hatte. Zudem sorgt die neue seitlich versetzte Positionierung der Kamera dafür, dass das Oppo Find X9 Pro bei Tischnutzung deutlich stärker wackelt als es beim Find X8 Pro der Fall war.
Durch den Wegfall der Rundung des Metallrahmens sowie der starken Kantenrundung des Glases auf der Rückseite des Vorgängers, ist das Oppo Find X9 Pro kein Handschmeichler mehr. Das Smartphone liegt zwar trotzdem ganz gut in der Hand, das "weiche" und "anschmiegsame" Gefühl ist aber verschwunden. Zudem ist das Gewicht mit 224g deutlich gestiegen, beim Vorgänger waren s noch 215g. Wer das Find X8 Pro für sein Handschmeichler-Design lieb gewonnen hat, wird dem alten Design bei Nutzung des Find X9 Pro sicherlich hinterher trauern.
Im Vergleich zum Konkurrenten Vivo X300 Pro bleibt das Oppo Find X9 Pro allerdings das schlankere und (minimal) leichtere Gerät. Zwar ist es ohne Kameramodul mit 8,25mm vs. 7,99mm etwas dicker, doch mit Kameramodul bleibt es deutlich unter dem Vivo (12,7mm vs. 14,4mm). Der Gewichtsunterschied beträgt 2g, was am Ende eher weniger relevant sein dürfte.
Wenig verändert hat sich hingegen am Layout von Buttons, Anschlüssen und sonstigen Öffnungen. Die Oberseite hat die dedizierten Öffnungen für die Umgebungsmikrofone verloren. Eine solche findet man jetzt nur noch im Kameramodul. So wird der obere Rahmen jetzt nur noch vom Infrarotblaster unterbrochen. Erhalten bleibt die Funktionstaste links oben. Rechts bleiben unverändert der druckempfindliche Bereich für Kameraauslöser und Zoom, sowie die Lautstärkewippe und Power-Taste. Unten bleibt mit USB-C Port, SIM Tray, Medienlautsprecher und Sprachmikrofon alles beim Alten - inklusive der Anordnung.
Die Verarbeitung bleibt beim Oppo Find X9 Pro unverändert gut. Der gesamte Aufbau wirkt robust und hochwertig. Der Metallrahmen zeigt eine gute Materialstärke und keine Macken im Finish. Die Antennenlinien sind sauber eingearbeitet. Die Übergänge zu den Glasflächen zeigen keine Unregelmäßigkeiten oder grobe Spaltmaße. Ein spürbarer Überstand ist nicht vorhanden. Im Biegetest muss man sehr viel Kraft aufwenden, um eine minimale Biegung zu erzeugen. Ein Knacken oder Knarzen ist dabei nicht zu vernehmen. Das Kameramodul klappert beim Schütteln leicht, bei normaler Bewegung bleibt es ruhig.
Die Ratings umfassen beim Oppo Find X9 Pro wie schon beim Vorgänger IP68 und IP69. Zusätzlich weißt Oppo jetzt auch dediziert ein IP66 Rating aus. Neben Untertauchen in Wasser ist das Gerät laut Hersteller auch gegen Hochdruck Wasserstrahlen bis 80°C Temperatur beständig. Im Test haben wir das Find X9 Pro für eine Stunde im Waschbecken baden geschickt. Probleme sind dadurch nicht entstanden.
| Größe | 6,78 Zoll |
| Auflösung | 2772 × 1272 @120Hz Variable Refresh Rate: 1-120Hz |
| Technologie | 10-Bit Flexibles LTPO AMOLED 10,7 Milliarden Farben, DCI-P3 Farbraum HLG, HDR10(+) & Dolby Vision Manuelle Helligkeit: ca. 800 Nits HBM Helligkeit: ca. 1800 Nits HDR Peak Helligkeit: ca. 3600 Nits 2160Hz PWM Dimming (70 Nits und darunter) DC Dimming (ab 70 Nits) |
| Anzahl Berührungspunkte | 9 Abtastrate: 240Hz Handschuh-Modus vorhanden Oppo Splash Touch |
| Gehärtetes Glas | Ja Corning Gorilla Glass Victus 2 |
| Anti Fingerabdruck Beschichtung | Ja |
Das Oppo Find X9 Pro nutzt wie der Konkurrent von Vivo, das X300 Pro, ein flaches Display. Als Basis dient ein flexibles LTPO AMOLED Panel mit sehr schlanken, symmetrischen Bildschirmrändern, die an allen Seiten gleich breit ausfallen. Die Auflösung liegt mit 2772 x 1272 Pixeln geringfügig unter dem Vivo X300 Pro (2800 x 1260), bei identischer Diagonale von 6,78 Zoll. Wie beim Vivo erreicht die Bildwiederholrate vom Oppo Find X9 Pro bis zu 120Hz, wobei die variable Refresh Rate zwischen 1Hz und 120Hz arbeitet. Die Darstellung läuft perfekt flüssig, zeigt jedoch wie schon beim Vivo eine leichte Schlierenbildung und ein leichtes Nachziehen beim Scrollen durch Textinhalte auf weißem Hintergrund.
Das hochwertige Panel liefert eine scharfe Darstellung mit sehr guter Blickwinkelstabilität. Beim Kippen des Geräts tritt weder Farbschillern noch ein hoher Helligkeitsabfall auf. Die Farbdarstellung fällt ab Werk sehr gut aus. Die Farben wirken lebendig, aber dennoch natürlich. Der Weißwert zeigt sich neutral. Bilder und Videos kommen gut zur Geltung, auch HDR Inhalte werden sehr gut wiedergegeben. Das Display unterstützt HDR10+ und Dolby Vision. Über die Funktion "Naturton" lässt sich die Farbdarstellung automatisch an das Umgebungslicht anpassen.
Die Lesbarkeit im Freien fällt exzellent aus. Die HBM Helligkeit erreicht bis zu 1800 Nits. Die manuelle Helligkeit kommt laut Messung auf Werte knapp unter 800 Nits. Als Spitzenhelligkeit für HDR gibt Oppo bis zu 3600 Nits an, allerdings ohne Angabe zur Größe der entsprechenden Fläche. Ein großer Vorteil des Oppo Find X9 Pro liegt im Einsatz von DC-Dimming für fast das gesamte Helligkeitsspektrum. Erst bei 70 Nits und darunter kommt PWM Dimming zum Einsatz, allerdings mit flimmerarmem 2160Hz Hochfrequenz PWM Dimming.
Die Auto Helligkeit arbeitet mit zuverlässiger Regelung. Der Dark Mode lässt sich mit Zeitplanung versehen und in der Intensität anpassen. Beim Farbmanagement stehen Presets und eine Farbtemperaturanpassung zur Verfügung, eine Profi Kalibrierung mit RGB Werten, Gamma oder Kontrast fehlt jedoch. Augenkomfortmodi mit warmer Darstellung und ein Blaulichtfilter sind verfügbar. Schriftart, Schriftgröße und Skalierung lassen sich nach Wunsch einstellen. Die Bildschirmauflösung kann gewählt werden, entweder in voller Auflösung oder mit 2354 x 1080 Pixeln für bessere Performance und geringeren Energieverbrauch. Optional bleibt der Bildschirm dauerhaft aktiv, wenn der Blick darauf gerichtet ist. Die Refresh Rate arbeitet wahlweise automatisch oder fest mit 120Hz beziehungsweise 60Hz.
Die O1 Ultra Vision Engine umfasst einen Bildschärfer für Bilder und Videos sowie einen Farbbooster, der SDR Inhalte in Echtzeit zu HDR konvertiert. Das Always-On Display arbeitet mit Time-Out, dauerhaft oder nach Zeitplan. Es zeigt Zeit, Datum, Akkustand und Benachrichtigungen an. Die Benachrichtigungen funktionieren mit der China Version problemlos. Das AOD Design lässt sich anpassen und optional auch mit Grafiken versehen.
Auf Vorder- und Rückseite des Oppo Find X9 Pro kommt Gorilla Glass Victus 2 zum Einsatz. Ab Werk trägt das Display eine Schutzfolie. Im Test ohne Schutzfolie zeigten sich nach über zwei Wochen Nutzung keine erkennbaren Kratzer. Der Transport mit einem Schlüssel in der Hosentasche verlief ohne Schäden. Ein direkter Kratztest mit dem Schlüssel hinterließ ebenfalls keine Spuren. Gelegentliches Herumrutschen mit dem Display auf Tischen blieb ohne Folgen. Das Glas bietet eine angenehme Gleitfähigkeit. Fingerabdrücke lassen sich langsam nieder und sind einfach abwischbar. Ein kurzes Drüberwischen mit dem Ärmel reicht aus.
Der Touchscreen arbeitet sehr gut. Die Eingabelatenz fällt kaum merklich aus. Bei langsamen Bewegungen in alle Richtungen tritt kein Ruckeln auf. Die Präzision liegt auf hohem Niveau. Beim schnellen Schreiben entstehen keine Aussetzer. Wassertropfen beispielsweise durch Regen erweisen sich als unproblematisch und führen zu keinen größeren Einschränkungen bei der Nutzung. Ein weiterer Vorteil gegenüber dem Vivo X300 Pro stellt der Glove Mode dar. Nach dessen Aktivierung lässt sich das Oppo Find X9 Pro auch mit dicken Handschuhen nutzen, wenngleich die Präzision dann nicht mehr sonderlich hoch ausfällt.
| Prozessor | Mediatek Dimensity 9500 (3nm, ARM Lumex, ARMv9.3-A) 1x ARM C1 Ultra @4,21GHz 3x ARM C1 Premium @3,50GHz 4x ARM C1 Pro @2,70GHz |
| GPU | ARM Mali G1 Ultra MC12 (keine Taktangabe) |
| RAM | 12GB / 16GB LPDDR5X |
| Speicher | 256GB / 512GB / 1TB UFS 4.1 Lesen: 4,23GB/s | 3,74GB/s (seq.) |
| Micro SD | Keine Erweiterung möglich |
| Fingerabdruck Scanner | Ja (im Display, 3D Ultraschall) |
| Sensoren | Umgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation |
| Besonderheiten | USB-C 3.2 Gen1 (5Gbit/s), USB OTG, keine Videoausgabe, Always-On Display, kein 3,5mm Anschluss, Linearvibration, Stereo Lautsprecher, kein UKW Radio, Infrarot Blaster |
Die Ausstattung des Oppo Find X9 Pro ähnelt stark dem Konkurrenten Vivo X300 Pro. Auch hier kommt der aktuelle Mediatek Flaggschiff SoC Dimensity 9500 zum Einsatz. Es handelt sich um den ersten verfügbaren Chip auf Basis von ARM's Lumex Plattform mit ARMv9.4-A Befehlssatz sowie den neuen C1 Kernen mit SME2 Support. Um die Grafik kümmert sich die ebenfalls brandneue Mali G1 Ultra mit 12 Kernen.
Die Alltagsperformance fällt wenig verwunderlich exzellent aus. Das Scrollen läuft in allen Apps butterweich, App-Wechsel erfolgen superflüssig und die Startzeiten von Apps fallen sehr kurz aus. Der Betrieb von Apps im Split Screen und Fenstermodus verläuft ohne Slowdowns, Ruckler oder Hänger. Die Unterschiede zum Vorgänger bleiben dennoch nur subtil, denn auch dieser war bereits pfeilschnell. Im Alltag dürften die Unterschiede für die meisten wohl nur im Direktvergleich wahrnehmbar sein.
Einen deutlicheren Leistungsschub gibt es in Spielen. Die seltenen Framerate Dips unter 60fps in Genshin Impact sind verschwunden. Honkai: Star Rail lässt sich jetzt ebenfalls mit festen 60fps spielen. Durch Interpolation im Game Center sind sogar noch höhere Bildraten möglich. Den schon beim Vivo X300 Pro durchgeführten Stresstest mit Genshin Impact und Honkai: Star Rail im Parallelbetrieb (Split Screen) meistert auch das Oppo Find X9 Pro mühelos - zumindest bis das Thermal Throttling einsetzt.
Das Oppo Find X9 Pro liegt in Benchmarks weit oben. Der Dimensity 9500 bewegt sich weitgehend auf Augenhöhe mit dem Konkurrenz-Chip von Qualcomm. Es handelt sich also um einen waschechten Oberklasse Chip ohne Kompromisse. Im Vergleich zum Vivo X300 Pro liegt das Oppo Find X9 Pro bei CPU Benchmarks auf Augenhöhe. Bei GPU-lastigen Tests gibt es hingegen deutliche Unterschiede, mit Ausnahme von Antutu und Geekbench Compute, wo beide Geräte fast identische Ergebnisse liefern. In vielen anderen Tests (PCMark, 3DMark, Basemark GPU) liegt das Oppo Find X9 Pro ein ganzes Stück hinter dem Vivo X300 Pro. Woran das liegt, bleibt unklar. Das Vivo hat eventuell höher getakteten RAM verbaut (LPDDR5X Ultra), während Oppo nur LPDDR5X nennt. Einen solch großen Unterschied sollte das allerdings nicht machen. Eventuell gibt es auch Nachholbedarf bei den GPU Treibern in der ColorOS Firmware. In der Praxis waren die Benchmark-Unterschiede im Alltagstest allerdings nicht spürbar.
Im Vergleich zwischen dem Oppo Find X9 Pro und seinem Vorgänger dem Oppo Find X8 Pro macht sich die bereits beobachtete Schwäche bei der GPU Leistung ebenfalls bemerkbar. Während bei der CPU-Leistung deutliche Zuwächse zu sehen sind, bleiben die Zuwächse bei der GPU mau und in manchen Benchmarks gibt es auch Rückschritte. Ein weiteres Indiz dafür, dass Oppo hier noch Optimierungsarbeit an den Grafiktreibern vor sich hat. Am Chipsatz liegt es ja eindeutig nicht, da das Vivo X300 Pro in den GPU(-lastigen) Benchmarks deutlich besser abscheidet.
Bei hoher Last in Benchmarks entwickelt sich eine starke Hitze am Gehäuse. Das Anfassen im oberen Bereich wird durchaus zeitweise unangenehm. Hier nehmen sich Oppo Find X9 Pro und Vivo X300 Pro nichts. Unter realen Bedingungen ist die Abwärme jedoch nicht so extrem. Das Thermal Throttling fällt beim Oppo Find X9 Pro auf den ersten Blick weniger stark ausgeprägt aus als beim Vivo. Der CPU Throttle Test zeigt eine Drosselung auf nur etwa 60 Prozent, beim Vivo waren es 52 Prozent. Beim Vergleich der Leistungswerte liegt das Oppo jedoch beim Ausgangswert, Durchschnitt und Endwert unter dem Vivo: 492 vs. 637 GIPS Max., 333 vs. 424 GIPS Durchschnitt, 270 vs. 314 GIPS Min. Das Vivo zeigt im CPU Throttle Test somit trotz stärkerem Throttling die besseren Leistungswerte.
Das GPU Throttling hingegen fällt beim Oppo Find X9 Pro stärker ausgeprägt aus als beim Vivo X300 Pro. Im Solar Bay Stress Test startet das Oppo bereits mit einem niedrigeren Wert von 13691 Punkten (Vivo: 14229 Punkte). Nach 20 Durchläufen liegt das Oppo bei 5261 Punkten, was eine Reduktion auf 38,4 Prozent der Ursprungsleistung bedeutet. Zum Vergleich das Vivo: Der Endwert liegt hier nach 20 Durchläufen bei 6974 Punkten, also noch 49 Prozent der ursprünglichen Leistung. Das Oppo Find X9 Pro bietet somit weniger Ausgangsleistung und zusätzlich stärkeres Thermal Throttling bei GPU Last.
Merkt man das? Jein. Im normalen Spielbetrieb ist weder in Genshin Impact noch Honkai: Star Rail ein Einbruch der Framerate wahrnehmbar. Die Spieldauer im Test betrug 30 Minuten. Im Stress Test mit beiden Spielen im Split Screen merkt man den Einbruch hingegen schon. Nach 10 bis 15 Minuten werden deutliche Framedrops in beiden Spielen sichtbar. Unter extremer anhaltender Last performt die GPU im Oppo Find X9 Pro also schlechter als beim Vivo. Inwiefern das Relevanz hat, muss jeder für seinen Use-Case selbst entscheiden.
Die RAM Ausstattung vom Oppo Find X9 Pro bietet die gängigen Optionen: 12GB oder 16GB auf LPDDR5X Basis stehen zur Wahl. 12GB sollten den meisten Nutzern reichen, 16GB wird erst für Hardcore Gamer und lokale KI Anwendungen interessant. Dafür dürfte das Find X9 Pro aber wegen des starken Thermal Throttlings der GPU ohnehin nicht die erste Wahl sein. Das Testgerät mit 16GB RAM liefert eine einwandfreie Multitasking Performance. Der App Wechsel läuft flüssig, Fenstermodus oder Split Screen Betrieb funktionieren auch bei vielen offenen Apps. 10 Apps werden im Hintergrund problemlos offengehalten. Beim internen Festspeicher stehen 256GB, 512GB oder 1TB zur Verfügung. Als Basis dient wie beim Vivo UFS 4.1. Im Benchmark liefert das Oppo Find X9 Pro nahezu identische Werte: Lesen 4,23GB/s und Schreiben 3,74GB/s (sequenziell). Wie gewohnt fehlt eine Micro SD Erweiterung.
Die Sensorausstattung fällt vollständig aus. Kompass und Gyroskop arbeiten ohne erkennbare Probleme. Ein Barometer ist nicht vorhanden. Der Fingerprint Scanner sitzt im Display und arbeitet als 3D Ultraschall Sensor mit zuverlässigem Entsperren, sehr geringer Verzögerung und einer Position in angenehmer Höhe, somit ist er gut mit dem Daumen zu erreichen. Das Entsperren per Gesichtserkennung funktioniert ebenfalls zuverlässig. Bei völliger Dunkelheit leuchtet das Display zum Entsperren hell auf.
Das Vibrationsfeedback erfolgt über einen Linearvibrator. Die Vibration fällt recht leise aber sehr kräftig aus. Sie wirkt präzise und nicht schwammig. Insgesamt hinterlässt sie einen sehr hochwertigen Eindruck. Ein Infrarotblaster ist vorhanden, eine Remote App ist vorinstalliert. Der USB-C Port liefert USB 3.2 Gen1 mit 5Gbit/s. Eine Videoausgabe am USB-C Port ist nicht möglich. Das mitgelieferte USB Kabel unterstützt nur USB 2.0.
| Variante | ColorOS 16.0.2 Version im Test: PLG110_16.0.2.405(CN01) |
| Android Version | Android 16 Sicherheitspatch im Test: Dezember 2025 |
| Google zertifiziert | Ja |
| DRM Technologien | ClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM |
| Bloatware | Ja (App Stores, Browser, Social Media, Shopping, Office, Streaming, diverse China Dienste bei China Firmware) |
| Root-Zugriff | Nein |
| OTA Updates | Ja (ein Update im Testzeitraum) Update Garantie: 5 / 6 Jahre |
| Schadsoftware | Keine Funde Facebook / Meta Systemdienste in Global vorhanden, bei China nicht |
Das Oppo Find X9 Pro kommt mit dem hauseigenen Android Flavor ColorOS daher. Die aktuelle Version ist ColorOS 16 auf Android 16 Basis. Wie bei den Konkurrenten präsentiert sich die Oberfläche verfeinert mit mehr Glas- und Transparenzeffekten. Die Lesbarkeitsprobleme wie beispielsweise bei Liquid Glass von Apple treten hier dank stärkerer Milchglas-Optik nicht auf. Die Oberfläche wirkt ansprechend und erwachsen, nicht verspielt. Der grundlegende Aufbau und die Bedienung entsprechen ColorOS 15. Eine große Umgewöhnung an die optisch überarbeitete Oberfläche ist somit nicht nötig.
Getestet wurde die China Version vom Oppo Find X9 Pro, entsprechend auch die China Version von ColorOS 16. Diese lässt sich problemlos in Deutschland nutzen. Deutsch wird unterstützt, die Übersetzung ist vollständig. Die deutsche Sprache kann direkt beim Einrichten aktiviert werden, also ohne Umwege über SetEdit. Der Play Store muss manuell installiert werden, was einfach per APK Datei möglich ist. Die grundlegenden Play Services sind vorinstalliert und aktivieren sich dann automatisch.
Android Auto wird in der China Version unterstützt. Probleme kann es mit Google Wear Geräten und dem Standortverlauf geben. Zudem ist keine Gemini Integration (Circle to Search) vorhanden. Wer damit nicht leben kann, sollte die offizielle Global Version kaufen. Diese ist teurer, bietet bei der Find X9 Serie aber immerhin keine Nachteile wie kleinere Akkus.
Der Software Support fällt bisher gut aus. Ein OTA Update erfolgte im Testzeitraum (Dezember 2025). Der Sicherheitspatch wurde mit dem Update auf Dezember 2025 aktualisiert und war damit auf dem aktuellen Stand. Die Update Garantie mit 5 Jahren für Android und 6 Jahren Sicherheitsupdates ist ebenfalls sehr gut.
Die Google Zertifizierung ist bei der China Version vorhanden. Die meisten Google Dienste inklusive Google Pay lassen sich reibungslos nutzen. Banking Apps funktionieren in der China Version ebenfalls. Widevine L1 DRM ist auch vorhanden. Streaming von Netflix und anderen Diensten klappt entsprechend problemlos in hoher Auflösung mit HDR. Der HDR Support umfasst HDR10, HDR10+, HLG und Dolby Vision.
Bloatware ist wie gewohnt reichlich am Start. Besonders bei der China Version finden sich zahlreiche chinesische Apps. Nahezu alles davon lässt sich deinstallieren. Auch viele ColorOS Systemapps sind deinstallierbar und somit ersetzbar. Meta Systemdienste sind auf der China Version nicht vorhanden. Scans nach Schadsoftware blieben ohne Funde. Im Testzeitraum traten keine gravierenden Bugs oder Stabilitätsprobleme auf. Die Systemperformance blieb durchgehend exzellent.
| Mobilfunk | 2G: 850/900/1800MHz 3G: B1/2/4/5/6/8/19 4G-FDD: B1/2/3/4/5/7/8/12/17/18/19/20/25/26/28/66 4G-TDD: B34/38/39/40/41/42/43/48 5G: N1/2/3/5/7/8/12/18/20/25/26/28/34/38/39/40/41/48/66/77/78/79 |
| WLAN | WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax/be (Wi-Fi 6/6E/7) 2x2 MIMO, Wi-Fi Direct |
| Bluetooth | Bluetooth 6.0 |
| NFC | Ja (mit Google Pay) |
| Dual SIM | Dual Nano SIM China Version ohne eSIM |
| Positionsbestimmung | GPS (L1+L5), A-GPS, Galileo (E1+E5a+E5b), GLONASS (G1), BDS (B1I+B1C+B2a+B2b), QZSS (L1+L5), NavIC (L5) |
Beim Import des Oppo Find X9 Pro handelt man sich keine Mobilfunk Probleme ein. Die Frequenzunterstützung für Deutschland fällt vollständig aus, sowohl für o2 als auch Vodafone und Telekom. Der Mobilfunkempfang erwies sich im Test als exzellent. Es traten keine Einschränkungen in Gebäuden auf, die Performance in signalschwachen Gegenden war gut. Unerwartete Aussetzer blieben aus. Ein 5G Speed-Test im o2 Netz bei Nacht erreichte etwas über 400Mbit/s Peak, im Schnitt 314Mbit/s. Der Upload lag über 60Mbit/s. Dual SIM funktioniert mit zwei Nano SIM Karten. eSIM steht nur in der Global und EU Version zur Verfügung, bei der China Version fehlt eSIM.
Der WLAN Empfang fällt sehr gut aus, die Unterstützung reicht bis Wi-Fi 7 (be). Im Test mit einer Fritz!Box 6660 Cable (Wi-Fi 6 Router) wurden 1070Mbit/s neben dem Router erreicht, wobei die Internetverbindung hier limitiert (Gigabit Cable). Ein Stockwerk unter dem Router blieb der Empfang weiterhin sehr gut mit exzellenten 541Mbit/s.
Der Bluetooth Support umfasst Bluetooth 6.0. Im Test traten keine Einschränkungen in Reichweite oder WLAN Koexistenz auf. Mindestens 3 Räume werden störungsfrei abgedeckt. NFC ist vorhanden und unterstützt auch bei der China Version Google Pay.
Der GPS Empfang des Oppo Find X9 Pro fällt sehr gut aus. Meist wurden über 70 Satelliten im Fix erfasst. Das SNR lag trotz bedecktem Himmel deutlich im grünen Bereich. Die Genauigkeit erwies sich als sehr gut, grobe Abweichungen beim Tracking oder bei der Navigation blieben aus. Wechsel der Straßenseite sind in GPS Tracks sichtbar. Der Transport in der Hosentasche hatte keine merkliche Auswirkung auf die Genauigkeit.
| Lautsprecher | Stereo Lautsprecher Rahmen unten + Telefonhörer |
| Noise Cancelling Mikrofon | Ja Triple Mikrofon Array |
| Weitere Merkmale | VoLTE & VoWiFi, VoNR, OReality Sound mit Presets (kein System-Equalizer) |
Ein dedizierter Medienlautsprecher sitzt unten im Rahmen. Als zweiter Lautsprecher dient der Telefonhörer. Beide erzeugen einen Stereo Klang mit Support für virtuellen Raumklang. Das Klangbild fällt angenehm und ausgewogen aus. Die Bässe sind deutlich und differenziert, wenngleich nicht auf Spitzenniveau. Insgesamt liefern die Lautsprecher einen soliden Klang mit hoher Lautstärke. Auch bei hoher Lautstärke tritt kein Kratzen oder Verzerren auf. Die Klangoptimierung erfolgt mit OReality Sound. Diese bietet verschiedene Presets und eine Automatik, jedoch keinen Systemequalizer.
Die Telefoniequalität fällt einwandfrei aus. An beiden Enden klingt die Stimme klar und natürlich. Umgebungsgeräusche stören an beiden Enden nicht. Der Telefonhörer kommt gegen laute Umgebung an. Optional steht KI Noise Cancelling (Clear Voice) zur Verfügung. VoWiFi funktioniert mit der China Version, getestet im o2 Netz. Es muss lediglich zuvor in den Mobilfunk-Einstellungen aktiviert werden.
| Hauptkamera | Hasselblad Triple-Kamera Haupt: 50MP Sony LYT-828 1/1,28" f/1.5 23mm OIS AF 3x Tele: 200MP Samsung HP5 1/1,56" f/2.1 70mm OIS AF 120° Ultrawide: 50MP Samsung JN5 1/2,75" f/2.0 15mm EIS AF Danxia Spektralsensor: f/2.4 21mm Video: 4k120 / 4k60 / 4k30 (10-Bit LOG bis 4k120, Ultrawide nur bis 4k60) Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Dolby Vision mit 4k120 (Ultrawide nur bis 4k60) |
| Frontkamera | 50MP Samsung JN5 1/2,76" f/2.0 21mm EIS AF Video: 4k60 / 4k30 (10-Bit LOG bis 4k60) Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Dolby Vision bis 4k60 |
| Blitz | Dual LED, zweifarbig |
| Fokus | PDAF + CDAF + Laser |
| Slow Motion | 4k120 (nativ mit Ton) FHD120 / FHD240 (kein HSR, kein Ton) HD480 (kein HSR, kein Ton) |
Das Hasselblad Kamerasystem im Oppo Find X9 Pro hat sich zum Vorgänger deutlich verändert. Das Oppo Find X8 Pro kam noch mit einer Quad-Hauptkamera und zwei separaten Tele-Objektiven, nutzte aber nur 50MP Sensoren. Das Find X9 Pro setzt jetzt auf eine Triple Hauptkamera mit nur noch einer Tele-Linse, dafür aber mit 200MP Sensor. Zusätzlich gibt es eine 50MP Frontcam mit AF und wie beim Vivo jetzt auch im Pro Modell einen Spektralsensor. Der Fokus erfolgt mittels Laser AF.
Wenngleich die Kameras zwischen Oppo Find X9 Pro und Vivo X300 Pro im Aufbau sehr ähnlich sind, gibt es auch Unterschiede. Der Hauptsensor ist gleich, der 200MP Tele-Sensor hingegen ist beim Oppo ein älterer Samsung HP5, während das Vivo den neueren HPB Sensor nutzt, der zusammen mit Samsung entwickelt wurde. Der 200MP Sensor im Oppo Find X9 Pro fällt etwas kleiner aus, bietet im Gegenzug jedoch eine größere Blende (f/2.1 vs. f/2.67). In Ultrawide und Frontkamera setzt das Find X9 Pro mit dem Samsung JN5 einen neueren Sensor als das Vivo ein.
Wie sich das Kamera Setup im Find X9 Pro im Alltag schlägt, schauen wir uns jetzt genauer an. Die Testaufnahmen wurden alle mit Standard-Einstellungen angefertigt. Auto HDR blieb aktiv. KI Funktionen wurden soweit möglich nicht genutzt.
Der Standard Modus zeigt auf Werkseinstellungen ein interessantes Verhalten. Das Oppo Find X9 Pro nutzt bei gutem Licht 50MP Auflösung. Bei unzureichenden Lichtverhältnissen wechselt es auf 12MP. Das lässt sich in den Kameraeinstellungen deaktivieren (Formate -> Fotos -> von "Hohe Auflösung" auf "Standard" umstellen).
Da derselbe Sensor wie im Vivo X300 Pro zum Einsatz kommt, zeigen die Bilder ähnliche Eigenschaften. Durch den Spektralsensor liefert das Find X9 Pro auch hier sehr realistische Farben und stets einen perfekten Weißabgleich, auch in schwierigen Situationen. Die Darstellung fällt beim Oppo Find X9 Pro tendenziell mit etwas weniger Kontrast aus als beim Vivo X300 Pro, wobei dies keinen Kritikpunkt darstellt. Was man letztlich bevorzugt ist Geschmackssache. Beide sehen gut aus.
Die Kamera arbeitet sehr lichtstark, auch in dämmrigen Innenräumen tritt kein auffälliges Bildrauschen auf. HDR Fotos mit tief stehender Sonne fangen die Stimmung mit schöner Dramatik ein, dabei entstehen keine größeren Qualitätseinbußen. Die Detaildarstellung und Bildschärfe fallen in Räumen sowie im Freien schön aus. Verzerrung oder Unschärfe am Rand der Bilder treten nicht auf. Das Auslösen erfolgt schnell, bewegende Objekte werden scharf abgebildet. Der Autofokus arbeitet stets reibungslos, auch bei kleinen Motiven.
Im 50MP Modus zeigen sich mehr Schärfe und Details auch auf Distanz, vorausgesetzt das Vergleichsbild wurde im Standardmodus mit geringerer Auflösung aufgenommen. Merkliche Einbußen bei der Bildqualität in Räumen oder schwierigen Lichtsituationen entstehen nicht. Es tritt nicht mehr Bildrauschen auf und der Dynamikumfang bleibt erhalten. Die Auslösezeit fällt weiterhin recht kurz aus. Bei den Farben treten keine Abweichungen auf.
Der 2-fach Digitalzoom fällt sehr gut optimiert aus. Die Bilder bleiben weiterhin scharf und detailliert. Die Aufnahmen wirken weitgehend wie mit optischem Zoom erstellt. Das Rauschverhalten verschlechtert sich bei Tag nicht. Deutlicher wahrnehmbare Qualitätseinbußen entstehen erst bei Nachtfotos, auch hier fällt die Qualität aber noch sehr brauchbar aus.
Die Performance mit Blitz fällt beim Oppo Find X9 Pro etwas schlechter aus als beim Vivo X300 Pro. Das betrifft aber nicht die Farben, Bildschärfe, Detailwiedergabe oder das Rauschverhalten. Vielmehr geht es um die Lichtverteilung. Der über den Blitz ragende Kamerabuckel blockiert den Blitz einseitig. Viele Blitz-Fotos wirken dadurch einseitig heller. Die Reichweite fällt etwas schlechter aus. Bilder mit Blitz auf größerer Distanz wirken beim Oppo dunkler.
Bei Nachtfotos liegt das Oppo Find X9 Pro mit der Hauptlinse gleich auf mit dem Vivo X300 Pro. Die Lichtausbeute fällt identisch gut aus. Auch auf größere Distanz und bei schlechter ausgeleuchteten Motiven zeigt sich eine sehr gute Detaildarstellung. Der Spektralsensor sorgt auch hier für sehr gute Farbtreue und einen guten Weißabgleich. Zu warme oder kalte Farben durch Straßenbeleuchtung treten nicht auf. Der Night Mode (aktiviert sich automatisch) liefert auch freihändig scharfe Bilder.
Für Langzeitbelichtung erwies sich das Oppo Find X9 Pro im Testzeitraum als unbrauchbar. Der Modus "Lange Belichtungszeit" mit Vollautomatik lieferte nur verwaschene, zu dunkle und rauschige Bilder. Der Pro Modus mit Halbautomatik (manuell gesetzte Belichtungszeit) produzierte in mehreren Anläufen ausschließlich verwackelte Bilder, trotz Stativ. Der Vorgänger (Find X8 Pro) hatte hier keine Probleme. Oppo muss an der Stelle offensichtlich noch an der Software schrauben.
Die Tele-Kamera im Find X9 Pro ist gut auf die Hauptlinse abgestimmt. Große farbliche Abweichungen treten nicht auf. Auch hier sorgt der Spektralsensor stets für natürliche Farben und einen sehr guten Weißabgleich. Den verglichen mit dem Vivo X300 Pro kleineren Sensor merkt man bei Tageslicht und Innenraumfotos nicht. Die Schärfe und Detaildarstellung fallen auch auf größere Distanz sehr gut aus. Der Dynamikumfang zeigt sich sehr gut. Ein störender Rauschanteil in dunkleren Bildbereichen tritt nicht auf. Innenaufnahmen gelingen auch mit Kunstlicht ohne deutliche Qualitätseinbußen. Die OIS Stabilisierung hält das Motiv mühelos im Fokus.
Auch die Tele-Cam liefert im 50MP Modus etwas mehr Details und damit noch bessere Schärfe. Das gilt auch für größere Distanz, beispielsweise bei Landschaftsaufnahmen. Der Unterschied wird beim Einzoomen, Zuschneiden oder Betrachten auf hochauflösenden großen Bildschirmen wahrnehmbar. Farbunterschiede entstehen im 50MP Modus nicht. Die Auslösezeit bleibt kurz. Das Rauschverhalten fällt weiterhin unauffällig aus. Veränderungen an den Farben oder dem Dynamikumfang bleiben aus.
Der 6-fach Digitalzoom fällt durch den 200MP Sensor in der Tele-Kamera beachtlich aus. Bei Tageslicht arbeitet er fast verlustfrei. Das Ergebnis sieht bei normaler Betrachtung aus wie mit optischem Zoom erstellt. Auch in schwierigen Lichtverhältnissen (tief stehende Sonne) zeigen sich sehr schöne Schärfe und Detaildarstellung. Das Rauschverhalten bleibt weiterhin unauffällig, Farbveränderungen treten nicht auf. Erst bei Nachtfotos wird ein deutlich sichtbarer Qualitätsabfall erkennbar. Auch dann fällt die Qualität aber noch gut brauchbar aus.
Bei Nachtfotos kann das Oppo Find X9 Pro überraschenderweise auch mit dem Vivo mithalten, trotz älterem und etwas kleinerem Sensor. Die größere Blende gleicht den Nachteil offenbar vollständig aus. Tatsächlich sind hier kaum Unterschiede zwischen den Modellen zu sehen. Auch das Oppo liefert rauscharme, scharfe und detaillierte Nachtfotos mit hoher Lichtausbeute. Motive mit wenig Kunstlichtquellen fallen qualitativ auch noch gut und erstaunlich hell aus. Nur beim Reinzoomen in die Aufnahmen zeigen sich eventuell etwas matschigere Details oder mehr künstliches Nachschärfen als beim Vivo, aber das lässt sich schwer sagen, da das Vivo im Test mit starkem Nebel zu kämpfen hatte. Ein direkter erneuter Vergleich war leider nicht möglich, da das Testgerät vom Vivo wieder zum Shop zurück musste.
Die Ultrawide Linse vom Oppo Find X9 Pro fällt trotz neuerem Sensor grob vergleichbar mit dem Vivo aus, weder schlechter noch deutlich besser. Sie liefert schöne, scharfe Fotos sowohl in Räumen als auch im Freien. Die Detaildarstellung auf Distanz fällt wie bei den allermeisten Ultrawide Cams schwächer aus, bleibt aber vergleichsweise gut. Dynamikumfang und Farben zeigen sich sehr gut. Die Darstellung kommt mit etwas weniger Kontrast daher als beim Vivo, genau wie bei der Hauptkamera. Der Dynamikumfang arbeitet einwandfrei. Auffälliges Bildrauschen in dunkleren Bildbereichen tritt nicht auf. Die Verzerrungskorrektur fällt sehr gut aus, Unschärfe am Bildrand oder in den Ecken entsteht nicht.
Der 50MP Modus kommt ohne Farbveränderungen oder Einbußen beim Dynamikumfang aus. Das Rauschverhalten bleibt unauffällig. Die Bilder wirken in Räumen nicht dunkler. Distanzaufnahmen wie Landschaftsaufnahmen zeigen verbesserte Schärfe und Detailabbildung in der Distanz. Die Bilder wirken dadurch auf Entfernung etwas weniger weich.
Bei Nachtfotos zeigt die Ultrawide Cam deutlich weniger Lichtausbeute als die Haupt- und Tele-Linse. Sehr dunkle Bildbereiche werden teils geschluckt. Die Detaildarstellung fällt vor allem auf etwas größere Distanz deutlich weicher aus. Insgesamt liefert sie aber trotzdem brauchbare Qualität bei Nacht. Auch bei Nacht entstehen schöne natürliche Farben mit perfektem Weißabgleich. Schärfe und Rauschverhalten bleiben bei ausreichend Kunstlichtquellen brauchbar.
Der 20-fach Zoom vom Oppo Find X9 Pro kommt mit weniger ausgeprägter KI-Optimierung daher als beim Vivo X300 Pro. Bis mittlerer Distanz entstehen brauchbare Ergebnisse. Große Distanz wie bei Landschaftsaufnahmen zeigt hingegen viel Matsch in komplexen Strukturen / Texturen. Das Vivo hat im Test die bessere Rekonstruktion feiner Details geliefert. Bei mittlerer Distanz und Motiven mit klaren, wenig komplexen Konturen und Texturen zeigt sich das Find X9 Pro hingegen auf Augenhöhe.
Makro Aufnahmen sind mit allen Linsen der Hauptkamera möglich. Der Makro Modus wechselt bei Bedarf intelligent zwischen den Objektiven und setzt ggf. Digitalzoom ein, um die Perspektive beizubehalten. Beim Oppo Find X9 Pro erreicht die Hauptlinse eine minimale Fokusdistanz von etwa 11cm, kommt also etwas näher heran als beim Vivo X300 Pro (13cm). Bei der Tele-Linse kommt das Find X9 Pro mit 9cm deutlich näher heran. Zusätzlich lässt sich der 6-fach Digitalzoom zuschalten um ohne größeren Qualitätsverlust noch näher heranzukommen. Die Ultrawide-Linse kann auf etwa 3cm fokussieren.
Die Makro Fotos vom Find X9 Pro fallen ansprechend aus und sind auch farblich durch den Spektralsensor immer perfekt. Die Farbkonsistenz weicht nicht von den restlichen Kamera Modi ab. Makro Aufnahmen wirken etwas weniger scharf und detailliert verglichen mit dem Vivo, was aber hauptsächlich beim Reinzoomen auffällt. Im Gegenzug kommt man mit dem Find X9 Pro mit der Tele-Kamera nochmal deutlich näher ans Motiv heran. Makro Aufnahmen der Tele-Kamera wirken optisch am ansprechendsten durch den intensiven Bokeh-Effekt. Die Kamera muss aber genau positioniert werden um den korrekten Bildbereich scharf zu bekommen. Der scharfe Bildbereich der Tele-Kamera im Makro-Modus fällt beim Oppo Find X9 Pro etwas schmaler aus als beim Vivo.
Der Portrait Modus funktioniert mit allen Kameras gut. Die Intensität lässt sich per Blendenregler (virtuell) steuern. Das Bokeh Aussehen (Lichtkreise) ist beim Oppo Find X9 Pro nicht anpassbar. Der Bokeh Effekt wirkt ansprechend und oft realistisch. Der Verlauf der Tiefenschärfe fällt gut aus. Die Erfassung komplexer Umrisse gelingt weitgehend gut. Bei sehr komplexen Motiven mit feinen Details an den Umrissen gibt es manchmal Schwierigkeiten.
Die Frontkamera nutzt beim Find X9 Pro denselben Sensor wie die Ultrawide Linse (JN5) inklusive Autofokus. Bei Tageslicht im Freien entstehen sehr gute Fotos. Sie fallen sehr scharf und detailliert aus, durch den Autofokus auch bei variierendem Abstand. Die Farben wirken schön und natürlich, auch hier zeigt sich ein perfekter Weißabgleich. Der Dynamikumfang fällt sehr gut aus. Selfies in Räumen werden geringfügig schärfer als beim Vivo, störendes Bildrauschen tritt nicht auf. Nachtfotos fallen ebenfalls etwas schärfer aus. Mit einer Straßenlaterne als Lichtquelle entstehen helle Selfies mit guter Detaildarstellung und ohne störendes Rauschen. Der Bildschirmblitz hellt brauchbar auf, hebt die Schärfe aber nicht nennenswert an, lohnt sich also vor allem bei fast völliger Dunkelheit.
Die Video Modi vom Oppo Find X9 Pro ähneln dem Vivo X300 Pro stark. Prinzipiell bietet es dieselben Fähigkeiten mit 4k120 Dolby Vision (Ultrawide und Frontkamera nur bis 4k60) sowie 10-Bit LOG Support bis 4k120 (Ultrawide und Frontkamera ebenfalls nur bis 4k60). Beim Vivo gab es für die Frontkamera keinen 10-Bit LOG Support, hier gibt es also einen Vorteil für das Oppo Find X9 Pro. Dafür kann das Oppo nicht in 8k filmen, bei 4k ist für alle Kameras Schluss. Das war auch beim Find X8 Pro schon so.
4k60 Videos liefern mit der Hauptlinse sehr gute Bildqualität mit solider Schärfe und Detaildarstellung. Die Stabilisierung arbeitet sehr ruhig auch beim Laufen und kombiniert OIS mit EIS. Der Autofokus reagiert schnell und zuverlässig, ein Pumpen tritt nicht auf. Der Qualitätsabfall bei abnehmender Ausleuchtung ist sichtbar aber nicht dramatisch. Auch Nachtvideos zeigen solide Qualität.
4k60 Videos mit der Tele-Kamera liefern ebenfalls sehr gute Bildqualität mit solider Schärfe und Detaildarstellung. Die Stabilisierung fällt sehr gut aus, auch hier arbeiten EIS und OIS in Kombination. Sie kommt auch mit Laufen klar, nur leichtes Wackeln entsteht, das Motiv kann im Fokus behalten werden. Der Autofokus arbeitet zuverlässig ohne Pumpen. Die Low-Light Performance beim Filmen fällt besser aus als bei der Hauptlinse. Die Videos wirken schärfer, zeigen weniger Rauschunterdrückung, mehr Details und etwas mehr Helligkeit.
4k60 Ultrawide Videos fallen ebenfalls brauchbar aus. Wie bei Fotos zeigt sich ein etwas weicheres Aussehen verglichen mit den anderen Kameras. Der Autofokus bleibt auch hier ruhig ohne Pumpen. Die Stabilisierung nutzt nur EIS, trotzdem entstehen ruhige Videos ohne stark auffällige EIS Verzerrungen. Der Qualitätsabfall bei Nachtvideos fällt deutlicher aus als bei den anderen Kameras, trotzdem bleibt die Qualität noch brauchbar.
4k60 mit der Frontkamera liefert auch sehr gute Videoqualität bei Tageslicht. Der Autofokus reagiert schnell ohne Pumpen. Die Farben wirken natürlich und konsistent. Die EIS Stabilisierung arbeitet sehr gut auch beim Laufen mit nur geringem Verzerren. Der Qualitätsabfall bei Nacht-Videos fällt sehr deutlich aus.
Mit 4k30 zeigen alle Kameras deutliches Stottern im Videomaterial, was sich nicht nur mit der geringeren Framerate erklären lässt. Die Hauptlinse liefert mit 4k30 bei Nacht etwas höhere Lichtausbeute, schärfere Videos und mehr Details. Auch die Frontkamera zeigt mit 4k30 bei Nacht deutlich bessere Bildqualität. Bei Tele- und Ultrawide bringen die 30fps keine deutlichen Vorteile in der Qualität von Nachtaufnahmen.
Die Audioqualität beim Filmen fällt sehr gut aus. Stimmen und Naturgeräusche werden klar und natürlich eingefangen. Der Audiopegel passt. Bei starkem Wind entstehen Probleme mit der Geräuschunterdrückung. Das führt oft zu störenden Tonartefakten.
Slow Motion ist mit nativem Videomodus (volle Framerate) in 4k120 möglich. Die Ergebnisse fallen gut aus inklusive Tonspur. Weiterhin stehen FHD120, FHD240 und HD480 im dedizierten Slow Motion (Zeitlupe) Modus zur Verfügung. Hier gibt es keine HSR Videos. Die Aufnahmen werden abgebremst gespeichert. Eine Tonspur fehlt.
| Kapazität (Angabe) | 7.500mAh (28,13Wh) |
| Kapazität (Gemessen) | 7.246mAh |
| Wechselbar | Nein |
| Ladetechnologie | 80W Ladetechnik 50W Wireless Charging Global: Kein Netzteil im Lieferumfang China: Netzteil im Lieferumfang |
Der Akku im Oppo Find X9 Pro ist erheblich angewachsen, von 5.910mAh beim Vorgänger auf satte 7.500mAh. Angesichts der eher geringfügigen Änderungen bei Größe, Dicke und Gewicht ist das eine Ansage. Die Laufzeit zeigt entsprechend eine deutliche Steigerung zum Vorgänger, der schon eine sehr lange Laufzeit hatte. Auch im Vergleich mit dem Vivo X300 Pro fällt die Laufzeit deutlich länger aus.
Die AccuBattery Statistik basierend auf Alltagsgebrauch gibt rund 23 Stunden erreichbare Screen-On Zeit (Dauerbetrieb), fast 5 Tage Standby (mit AOD) und fast 44 Stunden kombinierten Gebrauch an. In der Praxis entspricht das in der Regel 3 Tage Nutzung ohne Nachladen bei durchschnittlichem Gebrauch ohne lastintensive Anwendungen (kaum Spiele, gelegentliche Kameranutzung) und Herunterfahren über Nacht. Wer viel spielt und sehr häufig beziehungsweise für längere Zeit die Kamera nutzt und viel Videos über mobile Daten streamt, kann von zwei Tagen Laufzeit ausgehen, jeweils bis in die Nacht. Verglichen mit dem Vorgänger zeigt sich nochmal ein deutlicher Fortschritt, und auch verglichen mit dem konkurrierenden Vivo X300 Pro (6.510mAh) ist die Laufzeit erheblich länger.
Im PC Mark Akku-Benchmark erreicht das Oppo Find X9 Pro ein Ergebnis von 26:33 Stunden bei 50 Prozent Bildschirmhelligkeit und WLAN Verbindung. Das ist nochmal erheblich mehr als beim Vivo (22:01 Stunden). Ein weiterer Pluspunkt für das Find X9 Pro: Es bietet auch in der offiziellen EU Version den großen Akku, also kein Unterschied mehr zwischen China und Global Version.
Ein Nachteil der Global und EU Version: Es liegt kein Netzteil im Lieferumfang bei. Bei der getesteten China Version des Find X9 Pro ist das Netzteil dabei. Geladen wird mit bis zu 80 Watt. Die Ladezeit beträgt 30 Minuten von 20 auf 75 Prozent. Für 20 auf 100 Prozent braucht das Smartphone etwas mehr als eine Stunde. Die Ladezeit fällt also einige Minuten länger aus als bei der Konkurrenz, dafür liegt aber auch ein deutlich größerer Akku vor. Wireless Charging ist bis 50 Watt möglich, die Ladestation ist separat erhältlich und kostet knapp 60 Euro*. Alternativ funktioniert auch das langsamere Laden per Qi Pad.
Die Akkueinstellungen fallen umfangreich aus. Verschiedene Energiemodi stehen zur Verfügung mit Ausgewogen, Energiesparen und Hochleistungsmodus. Ein Super Energiesparmodus sorgt für maximale Laufzeit. Die Akkugesundheitsanzeige (Restkapazität) bietet Schutzoptionen. Intelligentes Laden bis 80 Prozent lädt erst auf 100 Prozent wenn das Gerät basierend auf dem Nutzungsmuster benötigt wird. Alternativ steht ein benutzerdefiniertes festes Ladelimit zur Verfügung. Intelligentes Schnellladen nutzt höhere Ladeleistung basierend auf der Temperatur (nur mit SuperVOOC). Eine Akku Bypass Option steht für Gaming am Netzteil bereit. Drahtloses Aufladen lässt sich wahlweise leise (weniger Leistung) oder schnell (höhere Leistung, aktiver Lüfter in der Ladestation) betreiben. Reverse Charging funktioniert per USB-C und drahtlos (nur bis 10 Watt).
Das Oppo Find X9 Pro präsentiert sich als solides Oberklasse Smartphone mit vielen Highlights. Der Dimensity 9500 liefert exzellente Alltagsperformance, das flache 6,78 Zoll AMOLED überzeugt mit natürlichen Farben, exzellenter Helligkeit und flimmerfreiem DC-Dimming ab 70 Nits. Das Hasselblad Kamerasystem mit Spektralsensor garantiert perfekte Farbtreue und liefert bei Tag und Nacht hervorragende Fotos. Besonders die Hauptkamera und die 200MP Tele mit nahezu verlustfreiem 6-fach Digitalzoom fallen positiv auf. Die Frontkamera profitiert vom neueren JN5 Sensor und überzeugt ebenfalls.
Der wirklich herausragende Aspekt des Find X9 Pro ist jedoch der gigantische 7.500mAh Akku, der Laufzeiten von (realistisch) bis zu drei Tagen bei etwas gemäßigter Nutzung ermöglicht und damit deutlich über dem Konkurrenten Vivo X300 Pro aber auch dem Vorgänger Find X8 Pro liegt. Erfreulich ist auch, dass Oppo diesmal keine Akkuverkleinerung für die EU Version vornimmt. Das Design hat sich im Vergleich zum Vorgänger allerdings verändert und wirkt nun generischer, kantiger, ja auch etwas klobiger durch die fehlenden Rundungen. Der stark hervorstehende Kamerabuckel sorgt für mehr Wackeln bei Tischnutzung und beeinträchtigt die Blitzreichweite durch die Abschirmung der LEDs.
Im direkten Vergleich mit dem Vivo X300 Pro zeigt sich vor allem bei der Leistung ein gemischtes Bild. Während das Oppo bei der Akkulaufzeit, DC-Dimming und dem Handschuhmodus punktet, liegt es in GPU Benchmarks teilweise deutlich zurück, sogar hinter den Werten seines Vorgängers. In der Praxis bleiben diese Unterschiede allerdings meist unsichtbar. Das Thermal Throttling der GPU fällt beim Oppo Find X9 Pro allerdings stärker aus als beim Vivo. Die Kameraqualität bewegt sich insgesamt auf ähnlichem Niveau, wobei das Vivo bei 20-fach Zoom und Langzeitbelichtung zum Software-Stand im Test die Nase vorn hat.
Für Nutzer, die Wert auf maximale Akkulaufzeit und eine exzellente Kamera legen sowie keine Hardcore Gamer sind, stellt das Oppo Find X9 Pro auf jeden Fall eine gute Wahl dar. Wem die Akkulaufzeit weniger wichtig ist, sollte die Entscheidung zwischen dem Vivo und dem Oppo an der Kamera fest machen. Die Unterschiede sind nicht groß, aber im Direktvergleich vor allem bei Feinheiten zwischen den Farbabstimmungen durchaus vorhanden. Hier kann man die Entscheidung getrost daran festmachen, welche Abstimmung einem subjektiv mehr zusagt.
Preislich sieht es derzeit wie folgt aus (Preise zum Zeitpunkt des Tests, 10. Januar 2026):
Oppo Find X9 Pro China Version
Oppo Find X9 Pro EU / Global Version
Vivo X300 Pro China Version
Vivo X300 Pro EU / Global Version
Kommentare 1
Das neue Oppo ist ein sehr schickes Gerät geworden, zeigt mit dem Kamerabuckel die Verwandtschaft zu One Plus wieder deutlicher. Ich war vor der Bestellung meines Vivo X300 pro hin- und hergerissen, welches Smartphone ich mir nun zulege. Insbesondere der Akku ist ja ein echtes Argument für das Oppo. Letztlich hat sich meine Zufriedenheit mit dem X200 pro durchgesetzt und ich bin mittlerweile auch glücklich mit der Entscheidung. Habe mir noch das Extenderkit dazu gekauft. Das gibt es auch für das Oppo, allerdings ist es etwas unpraktischer in der Montage. Obwohl sich die Sets stark ähneln, muss man bei Oppo eine Abdeckplatte montieren, die man neben dem Teleobjektiv zur Nutzung der anderen Linsen wieder entfernen muss, beim Vivo bleiben alle Sensoren zugänglich, Linse abdrehen und man kann sofort "normal" knipsen, was ein großer Vorteil ist. Die Abdeckplatte beim Oppo ist insgesamt auch weniger vertrauenerweckend. Ein kleines Manko neben dem abgeschotteten Blitz, was das in vielerlei Hinsicht fast gleiche Oppo für mich dann nach hinten treten ließ. Immerhin ist im Grunde keines der beiden Geräte eine falsche Entscheidung. Sie bieten auch mit der chinesischen Software fast alles, was man benötigt. eSIM, Standortverlauf und Wear OS Support fehlen, einige Gimmicks der CN Geräte sind für uns nutzlos und beide Geräte benötigen etwas Arbeit zu Beginn, um Benachrichtigungen zuverlässig zu erhalten und wichtige Apps miteinander zu verknüpfen. Da ich eine Amazfit Smartwatch mit Zepp OS nutze, habe ich in dieser Hinsicht keine Einschränkungen. Sowohl Nachrichten als auch Anrufe kommen auch auf der Uhr an, alle Fitness und Gesundheitsfunktionen laufen problemlos und die dauerhafte Aktivität ist ebenfalls unproblematisch, beende ich versehentlich die App, startet sie sofort wieder im Hintergrund. Was die CN Versionen beider Geräte mehr bieten, sind sehr differenzierte System- und Kameraeinstellungen und mehr AI Funktionen in der Kameraapp. Updates kommen zuverlässig mindestens einmal monatlich und ich hatte im Gegensatz zu manchem europäischen Gerät nicht das Problem, nach Wechsel der Android Version das Gerät neu aufsetzen zu müssen.
Dein Test war wieder sehr objektiv, ausführlich und bietet eine gute Empfehlung für Nutzer, die sich bisher nicht an China Smartphones herantrauten. Danke dafür.