Von ChinaMobileMag auf Donnerstag, 13. September 2018
Kategorie: Testberichte

Chuwi LapBook SE Testbericht

​Chuwi hat unter dem Namen LapBook bereits einige interessante Laptops vorgestellt. Mit dem Chuwi LapBook SE geht man nun mit dem Celeron N4100 in eine neue Runde. Das Laptop setzt anders als das LapBook Air auf ein solideres Design, bringt einige Verbesserungen mit sich und ist wieder mit einem IPS Display ausgestattet. Was das LapBook SE noch zu bieten hat und ob es im Alltagstest überzeugen konnte, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Chuwi LapBook SE
Verpackung & Lieferumfang

​Das Chuwi LapBook SE kommt in einer dicken Box mit brauner Farbe und minimalistischer Gestaltung daher. Typisch Chuwi eben. Der Lieferumfang ist spartanisch und gut strukturiert. Das Laptop befindet sich in einer weichen Schutzhülle, zwischen Tastatur und Display befindet sich ein Polster und auf dem Display ist zusätzlich eine Schutzfolie aufgebracht. Darunter befindet sich ein Umschlag mit einigen Dokumenten. Ansonsten gibt es nur noch ein Netzteil 12V und 2A. Das Netzkabel wird per Kaltgerätestecker angebunden. Ein passendes Kabel für Deutschland liegt gleich bei. Der Eingang am Laptop ist die klassische Hohlklinke.

Chuwi LapBook SE
Design & Verarbeitung

​Das Chuwi LapBook SE unterscheidet sich deutlich vom Vorgänger (LapBook Air). Das Gehäuse ist dicker geworden und die Form hat sich verändert. Zwar läuft die Basis nach wie vor keilförmig zu, doch die Seiten sind nun abgeschrägt. Außerdem besteht das LapBook SE nicht mehr komplett aus Metall. Das Display und das Bottom-Case bestehen nach wie vor aus Aluminium, doch das Top-Case besteht nun aus Kunststoff. Beim Auflegen der Hände fühlt sich das LapBook SE deshalb weniger hochwertig an. Einen Vorteil hat es aber auch: Dieses kalte Gefühl von Metall ist nicht unbedingt jedermanns Sache. Durch das Top-Case aus Kunststoff bleibt das Laptop zumindest an der Stelle, an der man es am meisten berührt, angenehm warm. Unten befinden sich vier Gummifüße die ein Rutschen verhindern und für einen ausreichenden Abstand zwischen Laptop und Tisch sorgen.

Verbessert wurde gegenüber dem Air Modell die Stabilität. Packt man das Laptop im aufgeklappten Zustand an einer Ecke, biegt es sich nicht im geringsten durch. Auch knarzende Geräusche und dergleichen bleiben aus. Das Display ist nach wie vor mit Glas bedeckt, was für einen edlen Eindruck sorgt. Eingefasst wird das Glas von einem schwarzen Rahmen aus Kunststoff. Dieser ist relativ dick und leicht abgerundet. Die Form sorgt für einen schönen weichen Übergang an den Rändern. Das Gewicht der basis wurde beim LapBook SE deutlich erhöht. Dies ermöglicht das Öffnen des Displays mit nur einer Hand. Man muss nicht mehr mit der anderen Hand die Basis nach unten drücken. Im Gewicht macht sich das natürlich deutlich bemerkbar. Das Chuwi LapBook SE bringt 1,434kg auf die Waage. Im zugeklappten Zustand betragen die Abmessungen 31,8 x 21,55 x 0,66 - 1,69cm.

Die Anschlüsse wurden auf die rechte und linke Seite verteilt. Rechts findet man einen USB 3.0 Anschluss, einen Kopfhörer Anschluss und einen Micro SD Kartenleser. Auf der linken Seite befindet sich ein weiterer USB 3.0 Anschluss, ein DC-In Anschluss mitsamt LED (Rot = Laden, Grün = Akku voll) und einen Mini HDMI Anschluss. Kritik gibt es für uns für den fehlenden USB Typ-C Anschluss. Solch ein Anschluss ist einfach unglaublich praktisch, was vor allem dann gilt, wenn er auch zum Aufladen genutzt wird. Mittlerweile macht sich der Typ-C Anschluss auch im Preisbereich von unter 300€ breit. Hier hat Chuwi definitiv geschlafen.

Kein Blick ins Innere

​Für gewöhnlich folgt an dieser Stelle ein Blick ins Innere des Laptops. Dies ist leider an dieser Stelle nicht möglich, da es uns nicht gelungen ist, das Chuwi LapBook SE ohne Beschädigungen zu öffnen. Zunächst scheint der Vorgang einfach zu sein. Der Metallboden ist wie gewohnt mit einigen Schrauben fixiert. In diesem Fall ist er jedoch, da er auch die Seiten des Laptops bedeckt, zusätzlich mit Clips am eigentlichen Chassis der Basis befestigt. Diese Clips lassen sich einfach lösen - bis zum Scharnier. Ab da geht es nicht weiter. Die Clips sitzen hier dermaßen fest, dass man das Metall verformen würde, wenn man es entfernt. Hinzu kommt, dass die USB Ports in den Öffnungen für eben diese stecken und so die Gefahr einer Beschädigung der Ports besteht. Auch Profi-Tools zum Öffnen von Geräten haben uns an dieser Stelle nicht weiter gebracht. Da bei den zaghaften Versuchen schon eine gewisse Verformung eingetreten war, haben wir den Versuch das Chuwi LapBook SE zu öffnen abgebrochen. Angaben zum Inneren Aufbau und der Kühlung fallen diesmal aus.

Auf die Aufrüstbarkeit des Chuwi LapBook SE hat das natürlich keine Auswirkungen. Der RAM ist wie üblich fest verlötet, sodass einem das Öffnen des Laptops ohnehin keine Vorteile verschaffen würde. Die SSD ist auch ohne ein komplettes Öffnen zugänglich. Hierfür hat Chuwi eine extra Klappe auf der Unterseite eingebracht. Verbaut wird hier ab Werk eine M.2 SATA 3 SSD im 2280 Format. Das Austauschen der SSD ist problemlos und schnell möglich.

Tastatur

​Chuwi hat mit seinen letzten Laptops bereits ein glückliches Händchen bei den Tastaturen bewiesen. Der Hersteller setzt auf eher hochwertige Keyboards mit üppigem Tastenhub und hat dafür viel Lob bekommen. Offenbar hat man sich das Feedback zu Herzen genommen und auch beim LapBook SE wieder besonderes Augenmerk auf die Tastatur gelegt, denn abermals macht diese viel Spaß. Wie gehabt verfügen die Tasten über reichlich Hub, sodass man deutlich spürt, ob man eine Taste richtig gedrückt hat oder nicht. Dabei fühlen sich die Tasten nicht schwammig an, sondern zeigen ein deutliches Feedback - fast schon knackig aber dabei keinesfalls zu laut oder schwergängig. Ein auffälliger Punkt ist auch die Größe der Tasten. Heutzutage stecken in den meisten Geräten Tastaturen mit eher kleinen Tasten. Die Tasten vom LapBook SE sind ungewöhnlich groß. Deutlich größer sogar als jene in einem MacBook Pro 15" von Mitte 2014. Die Buchstaben Tasten bringen es auf satte 16,7mm. Trotz der Größe hat man es geschafft, an der rechten Seite noch zusätzliche Tasten wie Page-Up und Down, End und Home anzubringen. Außerdem hat man Pfeiltasten in voller Größe untergebracht. Möglich wird das durch eine perfekte Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Platzes. Die Tastatur erstreckt sich bis fast ganz an den Gehäuserand.

Nichts auszusetzen gibt es auch an der Verarbeitung. Bei günstigen Laptops sitzen die einzelnen Tasten oftmals locker. Das spürt man in schlimmen Fällen beim Schreiben und natürlich macht sich das auch in der Geräuschentwicklung bemerkbar. Beim LapBook SE hat sich Chuwi erkennbar Mühe gegeben, in dieser Hinsicht alles richtig zu machen. Die Tasten sind absolut stabil und wackeln nicht ein bisschen. Streicht man über die Tasten, bewegen sich diese nicht und machen keine Geräusche. Auch beim Tippen gibt es bis auf ein dumpfes Rumpeln keine Geräuschentwicklung. Am Anschlag stoppt die Bewegung abrupt, ohne Federn. Auch bei festen Anschlägen biegt sich die Tastatur nicht nach Innen durch.

Für die Nutzung bei Nacht wurde eine Beleuchtung verbaut, welche sich mit einem Tastendruck aktivieren lässt. Die Beleuchtung bietet zwei Helligkeitsstufen und aktiviert bzw. deaktiviert sich mit einem netten Fade-In und Fade-Out Effekt. Die Beleuchtung ist deutlich gleichmäßiger als beim LapBook Air und sorgt für gut sichtbare Tasten bei Dämmerung und Nacht. In der Akkulaufzeit macht sich die Beleuchtung kaum bemerkbar. Löblich ist übrigens, dass die Beschriftung der Tasten auch ohne Beleuchtung deutlich besser zu sehen ist als beim LapBook Air, da die Tasten nun schwarz gefärbt wurden.

So gibt es unterm Strich nur einen Grund für Kritik und das ist ein Klassiker: Chuwi bietet weiterhin keine lokalisierten Tastaturen an. Auch das LapBook SE gibt es nur mit amerikanischem Tastatur-Layout. Alle die blind schreiben, werden sich daran sicherlich nicht stören. Doch wer auf Sicht schreibt, den stört die falsche Beschriftung bei Nutzung eines anderen Layouts mit Sicherheit. Zwar gibt es Tastatur Aufkleber um die Beschriftung anzupassen, doch diese beißen sich in diesem Fall mit der Beleuchtung der Tastatur und sind deshalb keine optimale Lösung.

Touchpad

​Precision Touchpads werden glücklicherweise zum Standard und auch das Chuwi LapBook SE setzt auf eines. Chuwi verbaut diesmal ein deutlich größeres Touchpad mit 11,5 x 7,4cm. Die Größe sorgt für eine sehr komfortable Nutzung. Das Finish der Oberfläche ist leicht rau, aber dennoch gleitfähig. Ein Wackeln oder Klappern ist trotz der unter der Touchfläche versteckten Maustasten nicht festzustellen. Im Alltag hat das Touchpad immer fehlerfrei funktioniert - keine Ghost Touches, einwandfreies Multitouch, präzise Steuerung. Die Windows 10 Gesten werden vollumfänglich unterstützt und lassen sich nach Belieben konfigurieren.

Chuwi LapBook SE
Display

​Größe: ​13,3"
Auflösung:​ ​1920 x 1080
Technologie​:IPS LCD​
​Anzahl Berührungspunkte:Kein Touchscreen​
Gehärtetes Glas:​Unbekannt​
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

​Wie schon im LapBook Air verpasst Chuwi auch dem LapBook SE ein edel wirkendes Display mit einer Abdeckung aus Glas. Das hat natürlich den Nachteil, dass das Display anfälliger gegenüber Reflexionen ist. Dies wird immerhin etwas durch eine vollständige Laminierung des Panels mit dem Glas reduziert. Einen Vorteil bieten glänzende Displays allerdings auch: Inhalte wirken brillanter und lebendiger. Das ist natürlich auch hier der Fall. Tatsächlich steckt im Chuwi LapBook SE ein ziemlich gutes IPS Display mit guter Schärfe und Reaktionszeit. Die Darstellung kann sich absolut sehen lassen und die Farben wirken lebendig und intensiv. Fotos und bewegte Inhalte machen viel Spaß. Die Blickwinkelstabilität geht in Ordnung. Das Prädikat "gut" nutzen wir an dieser Stelle bewusst nicht, da bei Grautönen ein leichtes Abkippen zu erkennen ist. Für ein IPS Display ist das eher unterste Güteklasse aber natürlich nach wie vor um Welten besser als ein TN Panel. Bei einem einheitlich gefärbten Bildschirm lassen sich außerdem leichte Lichthöfe am Displayrand ausfindig machen. Das ist jedoch nicht weiter schlimm, da diese bei normalen Inhalten im Alltag nie auffallen. Die Helligkeit des Displays fällt beim Chuwi LapBook etwas höher aus als beim Air. Der Unterschied ist aber nicht riesig. Trotzdem ist das Display im Freien im Schatten etwas besser ablesbar. Auf eine automatische Helligkeitskontrolle verzichtet Chuwi weiterhin.

Chuwi LapBook SE
Hardware & Performance

​Prozessor: ​​Intel Celeron N4100 (14nm)
- Intel Gemini Lake Plattform (x86_64)
- 4x "Goldmont Plus" 1,10GHz - 2,4GHz (kein Multi-Threading)
GPU:​ ​Intel UHD Graphics 600
- 200MHz - 700MHz Takt
- 12 Ausführungseinheiten
- Natives VP9 und H.265 Decoding (8-Bit)
RAM (Geschwindigkeit):​​4GB DDR4L (2133MHz)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​32GB eMMC (160 / 115MB/s)
128GB Foresee M.2 2280 SATA 3 SSD (538 / 433MB/s)
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Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​Ja (24 / 23MB/s)
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Fingerabdruck Scanner:​​Nein
​Sensoren:​Nein
Besonderheiten:​​Mini HDMI Anschluss
Abmessungen / Gewicht:​31,8 x 21,55 x 0,66 - 1,69cm
1,434kg

​Den Intel Celeron N4100 Prozessor haben wir nun schon in einigen China Laptops und Tablets kennen gelernt. Auch das Chuwi LapBook SE setzt auf diesen Prozessor. Wer gerne spielt oder andere rechenintensive Aufgaben wie Videoschnitt erledigt, ist hier an der falschen Stelle. Der Prozessor siedelt sich am unteren Ende des Intel Line-Ups an und bietet in etwa so viel Rechenleistung wie aktuelle Mittelklasse Smartphone Prozessoren. Im Antutu Benchmark erreicht das Chuwi LapBook SE ein Ergebnis von über 140.000 Punkten. Für ein Celeron N4100 Laptop ist das relativ viel und macht sich tatsächlich auch im Alltag bemerkbar. Das LapBook SE läuft flüssiger als bisherige von uns getestete Laptops mit diesem Prozessor. Am meisten merkt man das beim Scrollen z.B. in Spotify oder Google Chrome. Hier stottert das Laptop weniger als diverse Geräte die wir zuvor getestet haben. Woher dieser Unterschied kommt, lässt sich schwer sagen. Der Nutzer wird sich darüber jedenfalls freuen. Dennoch ändert das nichts daran, dass das LapBook SE eher eine Lösung zum Surfen und für Schreibarbeit ist. An Videoschnitt ist nicht zu denken. Abseits von sehr einfachen Titeln werden auch keine anspruchsvollen Spiele laufen. Im Office Betrieb macht das Laptop aber durchaus Spaß und auch Bildbearbeitung ist kein Problem, solange man nicht riesige Dateien mit aufwendigen Effekten bearbeitet.

Der Arbeitsspeicher basiert auf DDR4L Technik und taktet mit 2.133MHz. Leider werden nur 4GB verbaut. Für manche Use-Cases hätten 6GB oder gar 8GB nicht geschadet. Vor allem Browser wie Chrome profitieren von mehr RAM, wenn man eine große Zahl von Tabs offen hat. Unterdimensioniert sind die 4GB RAM allerdings auch nicht, wenn man bedenkt, dass das System an sich nicht viel Leistung hat. Ein E-Mail Client, Microsoft Word, Spotify und ein Chrome Browser mit drei Tabs werden den RAM nicht komplett füllen. Genau solch ein Szenario ist für solch ein Laptop allerdings typisch. Von daher ist das also kein großes Problem.

Um die Leistung zu erhöhen empfehlen wir euch im UEFI (BIOS) die Power Limits zu deaktivieren. Außerdem könnt ihr DPTF deaktivieren, was das frühe Drosseln der Prozessorleistung bei höherer Temperatur verhindert. Dies führt zwar zu einer höheren Abwärme und einem erhöhten Energieverbrauch, steigert die Performance jedoch spürbar. Der oben angeführte Antutu Benchmark wurde mit diesen Einstellungen erreicht. Vor allem die Grafikleistung profitiert davon. Die Hitzeentwicklung des Prozessors ist von außen kaum spürbar. Das Gehäuse erwärmt sich nur leicht, was wohl daran liegt, dass dieses relativ dick ist und die Wärme nicht direkt an das Gehäuse abgeleitet wird. Das macht sich aber auch an den Temperaturen am Prozessor bemerkbar. Unter längerer Volllast mit deaktivierten Power Limits erreicht dieser Temperaturen von bis zu 88°C. Die 90°C konnten wir aber nicht erreichen und bei deaktiviertem DPTF kam es auch nicht zu Thermal Throttling. Insgesamt gehen die Temperaturen in Ordnung, wenngleich eine etwas bessere Kühlung nicht geschadet hätte.

Eine etwas eigenartige Konfiguration findet man beim Speicher vor. Das Chuwi LapBook SE setzt auf eine Kombination aus eMMC Speicher und SSD. Der eMMC Speicher ist leider nur 32GB groß, wird aber für das Betriebssystem genutzt. Das macht jedoch keinen Sinn, denn für Updates ist nicht genügend freier Speicher vorhanden. Man kann also keine Updates installieren. Das erste was wir deshalb gemacht haben, was Windows vom eMMC Speicher zu löschen und auf die SSD zu installieren. Der eMMC Speicher wird jetzt nur noch zum Speichern von Dateien und zur Installation von selten genutzten Anwendungen verwendet. Die Geschwindigkeit des eMMC Speichers ist mit 160MB/s beim Lesen und 115MB/s beim Schreiben relativ gering.

Die ab Werk verbaute SSD stammt von Foresee und setzt auf SATA 3 Anbindung. Da es sich um eine M.2 SSD handelt, kann diese vom Nutzer ganz einfach durch eine größere SSD getauscht werden. Die ab Werk verbaute SSD kommt im 2280 Format daher, was auch das größte Format ist, welches im LapBook SE genutzt werden kann. Die Geschwindigkeit fällt hier mit 538MB/s beim Lesen und 433MB/s beim Schreiben erwartungsgemäß höher aus. Die verbaute SSD ist auch nicht die Schlechteste, denn selbst bei großen Datenmengen bricht die Schreibrate nicht ein.

Eine weitere Möglichkeit zur Erweiterung des Speichers bietet der Micro SD Slot. Wie bei allen China Laptops eignet sich dieser Weg allerdings nicht für Anwendungen mit hohen Ansprüchen an die Bandbreite. Das liegt schlicht daran, dass die Anbindung des Kartenlesers sehr langsam ist. Mehr als 24MB/s waren im Test mit einer 128GB Karte nicht drin. Die Karte erreicht in anderen Geräten bis zu 80MB/s.

Das Chuwi LapBook SE bietet zwei USB 3.0 Anschlüsse, je einer auf der linken und rechten Seite. Im Test haben wir an beiden Anschlüssen leider keine USB 3.0 Geschwindigkeit erreicht. Getestet wurde mit einer externen USB 3.0 SSD und einer 2,5 Zoll Festplatte. Die SSD hat beim Lesen und Schreiben an beiden Anschlüssen knapp 40MB/s erreicht. Das entspricht USB 2.0 Geschwindigkeit. An allen anderen Geräten mit USB 3.0 Anschlüssen erreicht die SSD um die 360MB/s. Beim Test mit der 2,5 Zoll Festplatte hat sich an den Ergebnissen nichts geändert. An anderen Geräten erreicht die Festplatte mit USB 3.0 knapp 100MB/s. Warum am Chuwi LapBook SE nur USB 2.0 Geschwindigkeit erreicht wird, konnten wir leider nicht abschließend klären, denn im Gerätemanager werden die USB Ports eindeutig als USB 3.0 aufgeführt. Hinzu kommt, dass Chuwi behauptet, dies nicht reproduzieren zu können. Das LapBook SE welches der Hersteller geprüft hat, konnte die volle USB 3.0 Geschwindigkeit nutzen. Dies hat Chuwi uns gegenüber auch mit Screenshots belegen können. An dieser Stelle seid mal wieder ihr gefragt: Wie verhalten sich die USB Anschlüsse an eurem LapBook? Schreibt es in die Kommentare.

Einen USB Typ-C Anschluss verbaut Chuwi leider nicht. Das ist schade, denn so hätte man mit einem Hub diverse weitere Anschlüsse nachrüsten können. Neben mehreren USB 3.0 Ports würde so auch das Nachrüsten eines großen HDMI Anschluss und eines Ethernet Ports möglich sein. Außerdem hätte ein Typ-C Anschluss beim Aufladen des Akkus mehr Flexibilität geboten. Bedenkt man, dass Typ-C Anschlüsse längst im Preisbereich von unter 300€ angekommen sind und auch die Technik selbst längst etabliert ist, gibt es keinen triftigen Grund für das Fehlen.

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Chuwi LapBook SE
Software

​Variante: ​Home 64-Bit
​Windows Version: ​Windows 10
Updates:​Erst nach Neuinstallation auf die SSD

​Das Chuwi LapBook SE wird mit Windows 10 Home 64-Bit ausgeliefert. Das Betriebssystem ist lizenziert und aktiviert. Der Produktschlüssel ist im UEFI abgespeichert und wird bei einer Neuinstallation automatisch genutzt um Windows zu aktivieren. Ab Werk installiert Chuwi eine mehrsprachige Kopie von Windows 10, bei der sich auch Deutsch direkt im Set-Up Assistent auswählen lässt. Dennoch müsst ihr das Betriebssystem neu installieren. Standardmäßig befindet sich Windows 10 auf dem 32GB eMMC Speicher. Dadurch ist nicht genug Speicherplatz verfügbar um Updates zu installieren. Erst nach einer Neuinstallation auf die SSD sind Updates möglich. Die Treiber könnt ihr euch hier herunterladen. Schadsoftware und andere Bloatware ist ab Werk nicht vorhanden.

Die Installation von Linux (getestet mit Ubuntu) ist prinzipiell möglich. Hierfür müsst ihr allerdings im Legacy Modus starten. Der EFI Bootloader startet aus irgend einem Grund nicht (auch diverse Einstellungen im UEFI helfen nicht). Im UEFI Modus erscheint nur ein schwarzer Bildschirm. Erst im Legacy Modus erscheint der GRUB Bootloader und man kann Ubuntu starten. Leider funktioniert das Touchpad nicht und auch das WLAN Modul kann nicht aktiviert werden, obwohl Bluetooth (selber Chip) erkannt wird. Das Touchpad kann man mit einem neueren Kernel zum Laufen kriegen, für den WLAN Chip gibt es derzeit aber keine Lösung. Früher hat der im LapBook SE verbaute WLAN Chip mit Ubuntu OOB funktioniert. Warum das aktuell nicht mehr der Fall ist, gibt derzeit einigen Leuten Rätsel auf.

Das UEFI Setup ist beim LapBook SE komplett entsperrt, sodass man alle Einstellungen verändern kann. Wer sich nicht damit auskennt, sollte aber unbedingt die Finger davon lassen. Setzt man hier eine falsche Einstellung, kann es sein, dass das Laptop nicht mehr startet. Im Grunde gibt es ohnehin nur wenige Einstellungen an denen es Sinn macht etwa zu ändern. Neben den Boot Einstellungen wären das:


Diese Einstellungen geben euch den unter Hardware erwähnten Performance Boost.​ Wer die Temperaturen niedriger halten will, kann DPTF aktiviert lassen oder auf diese Einstellungen komplett verzichten.

Chuwi LapBook SE
Empfang & Konnektivität

WLAN:​ 802.11a/b/g/n/ac (Intel Dual Band Wireless-AC 3165)
Bluetooth:​ ​Bluetooth 4.2

​Im LapBook SE steckt der altbekannte Intel Dual Band AC 3165 WLAN Chip, welcher sich auch um Bluetooth kümmert und in fast allen aktuellen China Laptops mit AC-WLAN zu finden ist. Im Test hat die Empfangsleistung vom LapBook SE überzeugt. Neben dem Router haben wir im Speed Test knackige 201Mit/s erreicht, das Maximum der Internetanbindung. Ein Stockwerk darunter gab es einen deutlichen Einbruch, die Bandbreite war mit über 100Mbit/s aber immer noch mehr als ausreichend hoch. Die Bluetooth Reichweite ist ausreichend. Mit einem Kopfhörer konnten wir uns ohne Aussetzer einen Raum weiter bewegen. Darüber hinaus gab es dann erste Aussetzer.

Chuwi LapBook SE
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Stereo
Mikrofon:​ ​Stereo
Dedizierter Audio DAC:​​Realtek HD Audio
Dedizierter Verstärker:​​​​Realtek HD Audio

Mit seinen internen Lautsprechern hat uns das Chuwi LapBook SE enttäuscht. Chuwi schürt hohe Erwartungen durch die Ankündigung von vier einzelnen Lautsprechern. Es mag auch stimmen, dass vier Lautsprecher (gepaart in zwei Modulen) verbaut werden, doch der Klang überzeugt am Ende doch nicht und liegt deutlich hinter z.B. einem Jumper EZBook X4 und noch viel weiter hinter dem zuletzt getesteten Teclast F5. Um mal kurz ein YouTube Video anzusehen reichen die Lautsprecher sicherlich aus, doch für mehr definitiv nicht. Bass ist nicht vorhanden und auch der Bass Boost hilft diesmal nichts. Hinzu kommt, dass die Lautsprecher vor allem bei der Wiedergabe von Sprache sehr schnell übersteuern und damit kratzen.

Deutlich mehr Spaß macht da schon der 3,5mm Anschluss für Kopfhörer. Die Realtek Audio Chips liefern generell immer einen ziemlich guten Klang und das ist auch hier der Fall. Chuwi hat einen guten Job bei der Abschirmung gemacht, sodass es keinerlei Rauschen oder Fiepen im Hintergrund gibt. Das ist auch dann der Fall, wenn das Netzteil am Laptop angeschlossen ist. Gepaart mit der klaren und äußerst kraftvollen Ausgabe (sehr hohe Lautstärke), steht so dem Musikgenuss mit guten Kopfhörern nichts im Wege. Im Realtek HD Audio Manager ist ein System Equalizer vorhanden, mit dem ihr den Ton feintunen könnt.

Eine Enttäuschung sind wiederum die beiden Mikrofone im Chuwi LapBook SE. Diese sind zwar kein Totalausfall wie beim F5 von Teclast, aber auch alles andere als gut. Ein konstantes Hintergrundrauschen ist deutlich wahrzunehmen und die Sprachqualität erinnert an ein Telefon mit schlechter Verbindung. Insgesamt also eher für Notfälle geeignet. Mit einem Headset oder einen dedizierten Mikrofon werdet ihr bessere Ergebnisse erzielen. Für Cortana tun es die Mikrofone übrigens, solange die Umgebungsgeräusche nicht zu laut sind.

Chuwi LapBook SE
Kamera

​Hauptkamera: ​2MP (720p Video)

​Die 2MP Webcam ist eine der Besseren unter den günstigen China Laptops. Klar, eine High-End Kamera für hochwertige HD Aufnahmen braucht ihr nicht zu erwarten, für Video Chats und kleine Profilbilder reicht sie aber aus. Dabei kommt sie sogar mit Kunstlicht relativ gut klar.

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Chuwi LapBook SE
Akku

​Kapazität (Angabe): ​5.000mAh (7,6V) / 38Wh
​Kapazität (Gemessen): ​-
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja (12V / 2A)

​Die Akkulaufzeit ist eine der großen Stärken vom Chuwi LapBook SE. Im Test haben wir im Schnitt eine Laufzeit von 8 Stunden erreicht, gelegentlich auch 9 Stunden. Das bezieht sich wohl bemerkt auf die Laufzeit mit deaktivierten Power Limits und Performance Modus. Deaktiviert man die Power Limits, setzt den Energiesparmodus ein und lässt die Displayhelligkeit auf einer niedrigen Stufe, sind auch 10 Stunden Laufzeit möglich. Aufgeladen wird der Akku von 0 auf 100% in 2,5 Stunden. Der Ladestatus wird mit einer LED neben dem DC-In Anschluss angezeigt. Eine nennenswerte Erwärmung ist beim Aufladen nicht festzustellen.

Chuwi LapBook SE
Fazit

​Das Chuwi LapBook SE ist ein weiteres gelungenes Budget Laptop von Chuwi. Der Hersteller spielt hier abermals seine Stärken aus, welche insbesondere bei der Tastatur liegen. Diese ist ein echter Traum und nochmals deutlich besser als beim Air Modell, was sich sowohl auf das Layout und das Gefühl beim Schreiben bezieht. Hinzu kommt eine gute Ausdauer, eine ordentliche Performance für grundlegende Aufgaben und ein gutes Display zum Ansehen von Bildern und Filmen. Enttäuscht haben uns allerdings die internen Lautsprecher, welche von Chuwi extra beworben werden. Außerdem sollte Chuwi überdenken, ob es eine gute Idee ist, Windows 10 auf einem 32GB Speicher zu installieren. Dem Kunden macht man so nur unnötig viel Arbeit (Neuinstallation). Nichts desto trotz ist das Chuwi LapBook SE ein sehr solides Gesamtpaket. Bei diversen Shops ist es immer wieder für nur 240€ zu haben und das ist definitiv ein Schnäppchen.

Pro Contra
​+ Design und Verarbeitung - USB Anschlüsse erreichen nicht immer die USB 3 Geschwindigkeit
+​​ Gutes Display- Schlechte Lautsprecher
+​​ Überraschend gute Performance- Schlechtes Mikrofon
+​​ Schnelle SSD im M.2 2280 Format- Windows 10 ab Werk auf dem kleinen 32GB eMMC Speicher installiert
+​​ Sehr gute Tastatur mit Beleuchtung- Kühlung könnte etwas besser sein
+​​ Sehr gutes Precision Touchpad mit großer Fläche- Laptop lässt sich nicht ohne Verbiegen des Metalls öffnen
+​​ Zwei vollwertige USB Anschlüsse und ein Micro HDMI Ausgang
​+ Gute WLAN und Bluetooth Leistung
​+ Brauchbare Webcam
​+ Sehr guter Klang am Kopfhörer Anschluss
​+ Sehr gute Akkulaufzeit
​+ Relativ kurze Ladezeit
​+ Sauberes und lizenziertes Windows 10
​+ Entsperrtes UEFI Menü
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