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LeTV One / X600 im Test - High-End für den kleinen Preis?

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LeTV One / X600 im Test - High-End für den kleinen Preis?

Das als "bezel-less phone" angekündigte LeTV One bzw. X600 erreichte in China, aber auch hierzulande, schnell eine gewisse Berühmtheit. Unter anderem kann man dies auf die durchaus sehenswerten Spezifikationen des Geräts, sowie den niedrigen Preis zurückführen. Ich bekam das Gerät vergangene Woche von Geekbuying geliefert (Eigenkauf) und habe mir einmal angeschaut, ob es wirklich den auch von mir hoch angesetzten Erwartungen gerecht werden kann.

Um noch einige Worte über den Hersteller loszuwerden, sollte gesagt sein, dass es sich bei LeTV um einen online Streamingdienst handelt, der im chinesischen Raum das Equivalent zu bekannten Diensten wie Netflix und Co. darstellt. Weiterhin ist das Unternehmen ein bekannter Hersteller von Smart TVs in China. Nun möchte das Unternehmen in den Smartphone Markt einsteigen und kommt gleich mit drei Geräten um die Ecke. Bei dem One / X600 handelt es sich um die Standard Ausführung des vorgestellten Line-Ups, was aber nicht bedeutet, dass sich das Gerät durch seine Spezifikationen vor der Konkurrenz verstecken muss.

Lieferumfang

Geliefert wird das Gerät in einer schlichten weißen Box, die mit dem Schriftzug "LeTV" aufwartet. Auf der Rückseite befinden sich die üblichen Spezifikationen über das Gerät, sowie die Seriennummer. Öffnet man das Ganze, springt uns auch schon gleich das Smartphone an sich in die Augen, welches bei mir netterweise sogar mit einem Backcase versehen war. Darunter befinden sich das Ladegerät (mit EU Adapter), USB-C Kabel und einige kleine Verbrauchshinweise, die auf Englisch gehalten sind. Kopfhörer und eine Displayschutzfolie sucht man leider vergeblich, was aber auch bei Konkurrenzprodukten keine Seltenheit ist. In einem kleinen Umschlag versteckt sich letztendlich noch der "SIM-Slot-Öffner", der wunderbar in das Gerät passt. Bei dem X600 handelt es sich übrigens über ein Dual-SIM Smartphone.

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Design

Hat man das Gerät nun erfolgreich ausgepackt, fällt schon beim ersten Blickkontakt auf, wie detailgetreu und fein das LeTV One verarbeitet wurde. Die Front aus Gorilla Glas fühlt sich sofort sehr edel an und wird von dem tadellos gefrästen Metallrahmen ergänzt. Die Powertaste befindet sich am oberen rechten Rand des Telefons und der Lautstärkeregler an der linken Seite. Am unteren Rand sind der USB-C Anschluss, sowie der Stereo Lautsprecher zu finden. Oben gesellt sich dann schlussendlich noch ein 3,5mm Klinkenanschluss. Bei meinem Testgerät handelt es sich um die weiße Version, was leider einen einzigen Wehmutstropfen ermöglicht. Denn ganz ehrlich - randlos ist das X600 wirklich nicht. Völlig unverständlich platziert LeTV einen ca. 3mm dicken Rahmen um das gesamte Display, was wahrscheinlich bei der schwarzen Version nicht arg auffallen dürfte. Einen weiteren Kritikpunkt darf man an das Backcover verteilen, das nämlich leider aus Polycarbonat besteht und den edlen Gesamteindruck deutlich senkt.

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Ebenfalls nicht perfekt sind die Softtouch-Buttons, da sie im Sonnenlicht schlichtweg nicht wahrnehmbar sind. Was zwar in dunklen Räumen nett aussieht, verblasst leider im alltäglichen Gebrauch. Zwar ist das Gerät auch ohne sichtbare Buttons problemlos nutzbar, jedoch würde eine anhaltende hellere Beleuchtung wirklich nicht schaden. Aber um es deutlich zu machen - das ist alles Kritik auf sehr hohem Niveau. Denn für die Preisklasse in der sich das Smartphone bewegt, macht das LeTV eine starke, wenn nicht sogar beeindruckende Figur, was vor allem auf das Konto des tollen Metallrahmens gutgeschrieben werden kann. Einen SD-Kartenslot oder einen austauschbaren Akku bietet das LeTV X600 nicht.

Display

Beim Display des LeTV One handelt es sich um ein 5,5" 1080p Display, das insgesamt einen guten Job macht. Ich persönlich bin froh, dass sich der Pixelwahn mittlerweile wieder in Grenzen hält, denn eine Full-HD Auflösung bis zu 5,5 Zoll erweist sich hier einmal mehr als vollkommen ausreichend. Die Farbwiedergabe erfolgt bei dem Gerät für meinen Geschmack zwar etwas zu warm, aber glücklicherweise hält die EUI hierfür eine Einstellung parat. Trotzdem erschienen mir die Weißwerte etwas zu gelblich, gerade im Vergleich zu einem sehr kühlen Display, das z.B mein Meizu MX4 bietet. Natürlich ist das aber Geschmackssache und ist nicht wirklich objektiv zu bewerten.

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Der Touchscreen macht dafür eine hervorragende Figur und reagiert blitzschnell auf jede kleinste Berührung. Auch die Oberfläche fühlt sich extrem flüssig an und ermöglicht somit eine problemlose Bedienung. Einen kleinen Kritikpunkt möchte ich jedoch trotzdem noch äußern, und zwar bezüglich der Displayhelligkeit. Diese ist nämlich für meinen Geschmack etwas zu niedrig, wozu es gerade bei Sonnenlicht wirklich zu kleineren Einschränkungen kommen kann. Zwar bleibt das Display immer recht gut erkennbar, jedoch macht es hier im direkten Vergleich mit meinem MX4 oder LG G2 eine schwächere Figur. 

Hardware

Wie man an dem niedrig angesetzten Preis schon erkennen kann, arbeitet ein Mediatek SoC in dem LeTV X600. Schlecht ist das aber auf keinen Fall, denn der brandneue MTK6795 64-bit (Helio X10) octa-core Prozessor taktet mit 2GHz und kommt mit starken 3 GB Arbeitsspeicher daher. Bei der GPU handelt es sich um eine PowerVR G6200, die auch in Benchmarks eine gute Figur macht. Stichwort Benchmarks - zwar legt das X600 im beliebten Antutu um die 52.000 Punkte hin und kann auch im Geekbench mit 4990 Punkten recht überzeugen, allerdings wäre mit einer besseren Optimierung wohl noch deutlich mehr möglich gewesen. Im Ice Storm Extreme erreichen wir zwar erwartungsgemäßt ein "maxed out", jedoch strauchelt das LeTV im Vellamo merkbar. Mit knapp 2.500 Punkten im Vellamo Browser Test, platziert sich das X600 eher im Mittelfeld und selbst so manches MT6752 Smartphone erreicht hier höhere Punktzahlen. Das wird aber mit ziemlicher Sicherheit durch künftige Updates noch optimiert werden.

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Da ich aber kein Fan von Benchmarks bin und bei einer guten Performance niedrige Punktzahlen verschmerzen kann, macht das Telefon für meinen Geschmack alles richtig. Der MTK6795 bringt aufwendige Spiele wie Modern Combat oder Real Racing 3 butterweich über die Runde und bleibt zudem erfreulicherweise verglichen mit anderen High-End-Smartphones sehr kühl. Beim Multitasking sieht es nicht anders aus - auch hier kommt das Gerät nahezu nie ins Straucheln und ermöglicht eine einwandfreie Benutzung mehrerer Apps zur selben Zeit. App Crashes oder ähnliches gehören seit dem letzten Update der Vergangenheit an, auch wenn es wie bereits erwähnt noch leicht Luft nach oben bei der Optimierung gibt. Insgesamt gesehen hat das LeTV One aber vor allem dem starken Mediatek SoC ein sehr flottes Arbeitstempo zu verdanken, welches sich nicht hinter Snapdragon 810 Geräten verstecken muss.

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Software

LeTVs hauseigenes UI, das "EUI" basiert auf Android 5.0(Lollipop) und erinnert sehr schnell stark an MIUI, Flyme oder Apple's iOS. Einige Erkennungsmerkmale des Google OS' wurden schlichtweg entfernt und von einer eigenen Designlinie ersetzt, die wenig mit dem bekannten Material Design am Hut hat. Fast alles in der EUI wirkt sehr bunt und farbenfroh, allerdings sind Apps wie Einstellungen, Musik oder SMS sehr stark an iOS angelehnt. Das ist natürlich absolute Geschmackssache, ich hätte mir jedoch ein wenig mehr "Android" gewünscht. Der Launcher ist streng genommen eine schlichte Kopie des Flyme-Launchers, was wohl daran liegt, dass einige ex-Meizu Programmierer nun bei LeTV ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Wie gewohnt kommt der EUI-Launcher ohne App Drawer, was für mich ein Grund zum Wechseln war. Dies ist bei der aktuellen Firmware zum Glück kein Problem, was dem Nutzer Platz für Modifikationen gibt.

Gestensteuerung bietet das LeTV aktuell leider noch nicht und auch bei den Sprachen muss der Hersteller dringend nachlegen. Außer Englisch und Chinesisch gibt es nämlich aktuell keine weiteren Sprachen bei der offiziellen Firmware, auch wenn uns Geekbuying extra eine Multilanguage Firmware nachinstalliert hatte (welche leider wegen einigen Bugs unbenutzbar war). Nebenbei kommt das X600 auch ohne Google-Apps, die man aber mit einem Custom Recovery leicht nachinstallieren kann. Auch Root-Zugang ist dadurch problemlos möglich, wobei ich empfehle, das aufgrund von Systeminstabilitäten zu unterlassen. 

Im Großen und Ganzen wirkt das EUI noch nicht komplett fertig und ist in meinen Augen ein wenig zu nah an der Designlinie des berühmten Apfels angelehnt. Jedoch bietet LeTV eine große Dichte an regelmäßigen System-Updates, in denen man auch auf Wünsche des Nutzers eingeht. Wer zum Beispiel Bugs findet, kann diese bequem über den eingebauten "Bug-Reporter" direkt beim Support schildern. Diese Bereitschaft macht erst einmal einen guten Eindruck und erinnert ein wenig an den guten Kundensupport vom Smartphonekonkurrenten Oppo.

Multimedia

Videos sind auf dem X600 dank dem großen Display und der guten Auflösung natürlich ein echter Genuss. Ob 720p, Full-HD, oder 4K Videos - auch hier hat das LeTV One dem Mediatek SoC eine einwandfreie Performance zu verdanken. Die Audiowiedergabe erfolgt dadurch über Kopfhörer ebenfalls sehr klar und kraftvoll, wie wir es schon vom MTK6595 im MX4 gewohnt waren. Die internen Stereo Lautsprecher machen ebenfalls einen ordentlichen Job, auch wenn sie auf höchster Lautstärke etwas übersteuern und es manchmal etwas an Bass fehlt. 

Leider bietet das EUI keine besonderen Einstellungen und Optimierungen, wie das z.B bei ColorOS oder Flyme der Fall ist. Dafür kann man sich auf Wunsch über Root etliche kompatible Programme wie Viper4Android herunterladen, die den nötigen Kick in puncto Feintuning ermöglichen. Spiele sind wie bereits erwähnt keine große Aufgabe für das Gerät und auch das Surfen über Chrome und Co. geht dank der guten Performance tadellos zu Gange. 

Kamera

Die Hauptkamera, welche von Sony stammt und mit 13 Megapixeln knipst, überzeugte mich im Test bis auf einige Einschränkungen ebenfalls. Die Tiefenschärfe und Farbwiedergabe sind durchaus lobenswert, auch wenn manche Bilder für meinen Geschmack etwas zu hell erscheinen. Sehr positiv schnell ist der Auslöser der Kamera. Drückt man den Auslöser, knipst das Gerät so schnell ein Foto, dass man es kaum bemerkt. Hier setzte sich die LeTV Kamera auch klar gegen mein Meizu MX4 durch, welches durchaus mit einigen kleineren Verzögerungen zu kämpfen hatte.

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Bei den Features sieht es jedoch etwas mau aus. Bis auf den klassischen Panorama Modus und Nacht Modus, bietet die EUI keine Option für Nah- oder Fernaufnahmen. Videos nimmt das Gerät in 4K auf und kommt auch mit einem Zeitlupenmodus daher, welcher einstellbar ist. Zeitlupenaufnahmen werden allerdings lediglich in 720p aufgenommen und im Dateiformat 3GP abgespeichert, was mich ein wenig überraschte.

Die Innenkamera überzeugt mit 8 Megapixeln ebenfalls und bietet auch ohne Auto-Fokus eine sehr gute Tiefenschärfe und Farbwiedergabe, bei der man schnell mal neidisch werden kann. Wer von euch also gerne auch mal Selbstportraits schießt oder Videotelefoniert, ist mit dem LeTV X600 mehr als gut bedient.

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Empfang

Das LeTV One unterstützt wie bereits erwähnt Dual-SIM und bietet in beiden SIM-Slots LTE. Leider fehlt wie so oft bei chinesischen Smartphone das LTE-Band 800, was in ländlichen Gebieten zu Problemen führen kann. In meinem Test allerdings bot das X600 stets einen guten bis sehr guten 3G bis LTE Empfang, solange dieser verfügbar war. Netzabstürze konnte ich in meiner Testzeit keine bemerken, wobei es beim Telefonieren manchmal zu kurzen Tonabbrüchen gekommen ist. Das soll aber laut dem LeTV Forum in dem nächsten großen Update glücklicherweise gefixt werden.

Gesprächspartner sind ansonsten einwandfrei und laut zu verstehen, wobei wir die Lautstärke optional auch ändern können. Mobiles Internet ist mit dem Gerät selbstverständlich auch uneingeschränkt (bis auf LTE-Band 800) möglich. Auch Bluetooth und WLAN funktionieren überdurchschnittlich gut, wobei es im System einen kleinen Bug gibt, der manchmal für wenige Minuten den WLAN-Empfang abstürzen lässt. Hier hoffe ich auch, dass LeTV dieses Problem schnellstmöglich in den Griff bekommt.

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Akku

Der Akku im LeTV X600 bietet 3.100mAh und macht eine gute Figur. Mit einer ausgewogenen Nutzung kann man das Gerät problemlos 2 Tage lang benutzen, ohne es laden zu müssen. Die Ausdauer ist durchaus mit aktuellen Flaggschiffen vergleichbar, obwohl ich mir sicher bin, dass auch hier mit einer etwas besseren Optimierungen noch mehr möglich gewesen wäre. Aufgeladen ist das Smartphone in knapp 1,5 Stunden was trotz des fehlenden Fast-Chargings überraschend wenig ist.

Fazit

Insgesamt ist das X600 wirklich ein gelungenes Debüt von LeTV. Zwar ist das UI noch nicht komplett ausgereift und hat mit einigen kleineren Macken zu kämpfen, jedoch bietet der MTK6795 eine hervorragende Performance und lässt einige Konkurrenten blass aussehen. Die Verarbeitung bewegt sich auf einem recht hohen Niveau und auch die Kamera weiß zu überzeugen. Für einen Preis von knapp 300€ kann man mit dem X600 auf keinen Fall einen Fehler machen, da ich damit rechne, dass LeTV die noch übrig gebliebenen Macken bald softwareseitig ausmerzen wird.

Käuflich erwerben könnt ihr das LeTV One derzeit z.B. bei Geekbuying für 294 US Dollar. Unten im Preisvergleich findet ihr noch weitere Anbieter. Solltet ihr noch Fragen haben, so könnt ihr diese jederzeit hier in die Kommentare oder in das Forum posten.

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