Vor dem offiziellen Launch des Oppo Find X9 Ultra am 21. April gewährt der chinesische Hersteller in einer ungewöhnlichen Kooperation mit dem Kanal WekiHome erste detaillierte Einblicke in das Innenleben seines kommenden Flaggschiffs. Während klassische Teardowns meist erst nach Verkaufsstart erscheinen, dient dieses Video als detaillierte Vorschau auf die verbaute Technik, wobei der Fokus primär auf dem aufwendigen Kamerasystem liegt. Das Oppo Find X9 Ultra positioniert sich dabei als direkter Konkurrent zu anderen High-End-Smartphones und setzt insbesondere bei der Teleoptik neue Maßstäbe in der Hardwaregröße. WekiHome hatte erst kürzlich auch einen Teardown zum Vivo X300 Ultra veröffentlicht. Das Vivo X300 Ultra ist bereits in China erhältlich und ist mittlerweile auch bei TradingShenzhen als Import für ab 997€ verfügbar*.
Ein zentraler Aspekt des Teardowns ist der Vergleich der Kameramodule mit älteren Generationen und der Konkurrenz. Besonders auffällig ist das neue 10-fach Teleobjektiv des Oppo Find X9 Ultra. Um die Leistungsfähigkeit zu verdeutlichen, wird das Modul neben das Pendant des Samsung Galaxy S21 Ultra gelegt. Obwohl beide eine optische 10-fach Vergrößerung bieten, ist das Modul im Oppo Find X9 Ultra massiv gewachsen. Dies liegt an der Verwendung eines deutlich größeren Sensors. Zum Einsatz kommt ein 50MP ISOCELL JNL Sensor (eine modifizierte Version des JN5) im 1/2.75 Zoll Format.
Im Vergleich dazu wirkte der 10MP Sensor im Galaxy S21 Ultra mit 1/3.24 Zoll beinahe zierlich. Die physische Vergrößerung des Moduls im Oppo Find X9 Ultra resultiert in einer Lichtausbeute, die laut Herstellerangaben um 170 Prozent über der des alten Samsung Modells liegt. Auch gegenüber aktuellen Lösungen wie dem Tetraprisma des iPhone 17 Pro Max zeigt sich die Komplexität der Oppo Konstruktion durch ein vergleichsweise riesiges Spiegelmodul. Das Oppo Find X9 Ultra bringt damit nach einer Phase, in der viele Hersteller auf 5-fach Telekameras zurückfielen, den echten optischen 10-fach Zoom mit moderner Sensortechnik zurück in den Smartphone-Markt.
Neben dem prominenten Zoomobjektiv liefert der Teardown Bestätigungen für die restliche Bestückung der Kameraeinheit, die erneut in Zusammenarbeit mit Hasselblad abgestimmt wurde. Die Hauptkamera des Oppo Find X9 Ultra nutzt einen 200MP Sony LYT-901 Sensor mit einer Brennweite von 23mm und einer Blende von f/1.5. Für den Porträtbereich oder mittleren Zoom steht ein zweiter 200MP Sensor zur Verfügung, hierbei handelt es sich um den Omnivision OV52A mit 70mm Brennweite (3-fach optisch) und einer Blende von f/2.2.
Das Ultraweitwinkelobjektiv bietet eine Brennweite von 14mm und basiert auf dem 50MP Sony LYT-600. Mit einer Sensorgröße von 1/1.95 Zoll fällt dieser Bereich beim Oppo Find X9 Ultra überdurchschnittlich groß aus, auch wenn Mitbewerber wie das Vivo X300 Ultra hier noch massivere Hardware verbauen. Ergänzt wird das System durch einen neuen Multispektralsensor. Dieser verfügt über 3,2MP und 24 Farbkanäle, was eine präzisere Farbwiedergabe und eine Dynamik von bis zu 15EV ermöglichen soll. Die schiere Größe der gesamten Kameraeinheit nimmt einen erheblichen Teil des oberen Gehäusebereichs ein und verdeutlicht den Fokus, den Oppo bei diesem Modell auf die Fotografie legt.
Trotz der massiven Kameramodule gelingt es Oppo, im Gehäuse des Oppo Find X9 Ultra einen Akku mit einer Kapazität von 7050mAh unterzubringen. Dies deutet auf die Nutzung einer hohen Energiedichte hin, um den Platzbedarf der Optik zu kompensieren. Im Video wirkt der Akku allerdings einzellig, was bedeuten könnte, dass das Oppo Find X9 Ultra in der EU Version einen kleineren Akku bekommt. Andererseits könnte auch speziell für das EU-Modell ein zweizelliger Akku verbaut werden. Hier muss man noch abwarten, was kommt.
Das Oppo Find X9 Ultra wird am 21. April offiziell vorgestellt. Der zeitgleiche Launch in China und auf globalen Märkten unterstreicht die Ambitionen von Oppo, im Segment der Kameraflaggschiffe wieder eine führende Rolle einzunehmen. Die gezeigten Hardwarekomponenten lassen darauf schließen, dass das Oppo Find X9 Ultra insbesondere bei extremen Zoomstufen und unter schwierigen Lichtbedingungen neue Referenzwerte setzen könnte.
Quelle(n): WekiHome
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