RedMagic hat das 12 Pro am 3. November offiziell in Europa vorgestellt. Die internationale Version entspricht dem RedMagic 12 Pro+, das Nubia's Gaming Tochter am 15. Oktober in China vorgestellt hat. Das 12 Pro+ hatten wir am 16. Oktober in unserem Launch Beitrag bereits ausführlich behandelt, neu sind nun die europäischen Preise, die verfügbaren Konfigurationen und drei Änderungen gegenüber dem China Modell.
Per Kabel lädt das RedMagic 12 Pro in Europa mit 80 statt 120 Watt, die berührungsempfindlichen Schultertasten fragen Eingaben 520 mal statt 700 mal pro Sekunde ab, und der 3,5mm Kopfhöreranschluss fällt in der Europa Version weg. Preislich startet das 12 Pro in Deutschland bei 899€ für die 12/256GB Variante, die 16/512GB Konfiguration kostet 999€, das 16GB/1TB Topmodell 1.199€. Vorbestellungen sind ab dem 17. November möglich, der reguläre Verkauf startet am 18. November. Der Einstiegspreis liegt damit 200€ über dem des 11 Pro, das im Vorjahr bei 699€ startete.
Im Inneren des RedMagic 12 Pro arbeitet der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Extreme Gen 6, ein im 2nm Verfahren bei TSMC gefertigter Achtkerner auf Basis der Oryon Architektur in vierter Generation von Qualcomm. Die Kerne sind in einer 2+6 Konfiguration angeordnet, der schnellste taktet mit bis zu 5GHz. Für Grafik sorgt die Adreno 850 GPU.
Laut RedMagic liegt die CPU Leistung 13 Prozent, die GPU Leistung 44 Prozent und die NPU Leistung 35 Prozent über dem Niveau des Vorgängers, die Energieeffizienz steigt um 37 Prozent bei der CPU und um 40 Prozent bei der GPU. Alle Angaben stammen aus dem Testlabor von RedMagic.
Ergänzt wird das SoC um drei selbst entwickelte Chips. Der RedCore R5 übernimmt die Touch Reaktion, Upscaling und die Frame Interpolation, er bringt laut RedMagic das erste Raytracing System des Herstellers. Der G1 ist der erste Display Controller Chip von RedMagic, er ermöglicht die 185Hz und soll den Stromverbrauch des Displays um 30 Prozent senken. Die Energy CUBE Engine 4.0 steuert die Leistungszuweisung des Systems.
Die Messwerte aus dem Testlabor von RedMagic: In einem 60 Minuten Test von Genshin Impact mit maximaler Auflösung und maximaler Bildwiederholrate misst das 12 Pro im Schnitt 61,91fps, im Vergleichsgerät 59,58fps. Die Frame Varianz liegt bei 0,82 gegenüber 7,36, der 1% low Wert bei 53,3 gegenüber 30fps. Bei aktivierter Superauflösung gibt RedMagic 183,77 gegenüber 119,19fps an. In Wuthering Waves erreicht das 12 Pro im 60 Minuten Test durchschnittlich 60,91fps bei einer Höchsttemperatur von 43°C, im Vergleichsgerät 56,64fps bei 46,5°C.
Das 6,85 Zoll große AMOLED Display stammt von BOE und nutzt das Leuchtmaterial der X11 Generation. Die Auflösung beträgt 2688 x 1216 Pixel bei einem Seitenverhältnis von 20:9, das entspricht rund 431ppi. Die Bildwiederholrate steigt auf bis zu 185Hz, laut RedMagic ist es das erste 185Hz Vollbilddisplay in der Branche. Ob die 185Hz in einem bestimmten Spiel verfügbar sind, hängt laut Fußnote auf der Produktseite vom Optimierungsstand des jeweiligen Titels ab. Oder anders ausgedrückt: Nicht in allen Spielen wird 185Hz zur Verfügung stehen.
Eine Öffnung für die Frontkamera entfällt, der 16MP Sensor sitzt als Unter Display Kamera der 9. Generation vollständig hinter dem Panel. Die Helligkeit gibt RedMagic in Europa mit 1.900 Nits an, das ist die maximale Flächenhelligkeit, in kleinen Bereichen sind es 5.000 Nits. In China nannte der Hersteller für das 12 Pro+ bis zu 2.000 Nits im normalen Betrieb. Abgedeckt ist der komplette DCI-P3 Farbraum, die Farbabweichung soll unter DeltaE 1 bleiben, HDR10 und HLG werden unterstützt. Ob und mit welcher Frequenz das Panel bei niedriger Helligkeit per PWM dimmt, verrät der Hersteller für das Europa Modell nicht.
Der Touch Controller von Synaptics tastet im Schnitt mit 500Hz ab und springt kurzzeitig auf bis zu 5.000Hz, die Bedienung soll auch mit nassen Händen funktionieren. Beim chinesischen Modell wird 960Hz als regulärer Abtastwert genannt. Auf dem Display sitzt Corning Gorilla Glass 7i, die Ränder messen 0,96mm auf allen vier Seiten, das Display macht damit 96,3 Prozent der Frontfläche aus. Laut Datenblatt ist das Display von SGS für den Augenschutz zertifiziert.
Für die Kühlung ist das AquaCore Cooling System 3.0 zuständig, in China trug das System den Namen ICE Magic Cooling. Basis ist eine Zweikreis Flüssigkeitskühlung, die neben dem Chip auch den Bereich der Batterie abdeckt. Angetrieben wird der Kreislauf von einer Mikropumpe, die laut RedMagic 130kPa Ausgangsdruck bei 85 Prozent mehr Leistung aufbringt und dabei nur 20mW verbraucht, ausgelegt ist sie für Temperaturen von minus 60 bis plus 108°C. Ergänzt wird das System durch eine Dampfkammer und eine Liquid Metal 4.0 Schicht in Kupferfolieneinbettung mit direktem Kontakt zur CPU.
Der Lüfter dreht mit bis zu 25.500 Umdrehungen pro Minute und ist mit IPX8 zertifiziert. Das labyrinthartige Staubschutz Design soll die Lebensdauer des Lüfters um 30 Prozent gegenüber dem Vorgänger erhöhen. Den Kühlkreislauf leuchtet ein RGB Leuchtring aus.
Ein Punkt, den die Fußnoten auf der Produktseite ausweisen: Die IPX8 Zertifizierung gilt nur für den Lüfter selbst. Der Luftkanal ist für Staub offen, laut RedMagic beeinträchtigt das die Kernfunktionen des Geräts nicht.
Der Akku fasst 8.400mAh, das ist der typische Wert laut Fußnote auf der Produktseite. Gegenüber dem 11 Pro mit 7.500mAh entspricht das einem Zuwachs von 12 Prozent. Der Akku ist damit im Vergleich zur China Version des RedMagic 12 Pro nicht verkleinert worden. Das ist eine positive Überraschung, denn die meisten Smartphones mit in China sehr großen Akkus kommen in Europa mit deutlich kleineren Zellen daher.
Kabelgebunden lädt das 12 Pro in Europa mit bis zu 80W, kabellos mit 80W, in China kam das 12 Pro+ per Kabel mit bis zu 120W geladen werden. Das passende Ladegerät gehört in Europa nicht zum Lieferumfang, über den Early Bird Gutschein gibt allerdings es ein 80W USB-C Ladegerät kostenlos dazu. Umgekehrtes Laden ist möglich, über die Charge Separation Funktion wird das Gerät beim Spielen direkt aus dem Netzteil versorgt, der Akku bleibt dabei unbelastet.
Zur Laufzeit nennt die Produktseite 25 Stunden Videowiedergabe, 29,1 Tage Standby, 9,09 Stunden Wuthering Waves in voller Bildrate und 6,25 Stunden Bildschirmübertragung.
Die Hauptkamera nutzt einen 50MP OmniVision OV50J Sensor im 1/1,56 Zoll Format mit f/1.89 Blende und 1µm Pixeln. Das Objektiv besteht aus 7 Elementen, die Antireflexbeschichtung trägt die Bezeichnung APL, eine optische Bildstabilisierung ist mit an Bord. Die Ultraweitwinkel Kamera nutzt einen 50MP OmniVision OV50D40 Sensor im 1/2,87 Zoll Format. Die Blende gibt RedMagic mit f/2.2 an. Eine Makro Kamera gibt es nicht.
Vorne übernimmt der 16MP OmniVision OV16A Sensor mit f/2.0 Blende und 1,12µm Pixeln. Da er vollständig unter dem Display sitzt, kommt die Front ohne sichtbare Öffnung aus.
Das Gehäuse misst 163,03 x 75,96 x 8,55mm und wiegt 223g, es ist damit dünner als der 8,9mm dicke Vorgänger. Der Rahmen besteht aus einer Aluminiumlegierung, die Rückseite ist komplett flach, die Kameras sitzen ohne Ausbuchtung bündig mit dem Glas auf der Rückseite. Erhältlich ist das RedMagic 12 Pro in den transparenten Varianten Nightfreeze (schwarz) und Subzero (silber), die dritte China Farbe, ein transparentes Blau, kommt nicht nach Europa.
An den Seiten sitzen die berührungsempfindlichen Schultertasten, die in der Europa Version mit 520Hz abtasten, in China waren es beim 12 Pro+ 700Hz. Für Haptik sorgt ein Linearmotor auf der X Achse, der Sound kommt von zwei Lautsprechern mit Dolby Atmos. Die Magic Taste lässt sich frei belegen und öffnet standardmäßig den GameSpace.
Das eigentliche Highlight in der Europa Version ist die Steam Unterstützung. Über das Spiele Center mit PC Emulator lässt sich das eigene Steam Konto einbinden, die dort gekaufte PC Spiele Bibliothek steht danach auf dem Smartphone zur Verfügung, laut Produktseite auch für AAA Titel.
Die Konnektivität führt 5G (SA und NSA), Wi-Fi 7 mit 360 Grad Antenne, Bluetooth 6.0, NFC mit Google Pay und einen USB-C 3.2 Gen 2 Port mit 4K DisplayPort Ausgabe, HDMI geht per Adapter. Ein Infrarot Blaster für die Steuerung von Heimgeräten ist ebenfalls dabei. Auf einen 3,5mm Kopfhöreranschluss wird in der Europa Version verzichtet, das China Modell führte ihn noch. Die SIM Auslegung bleibt bei zwei Nano SIM Steckplätzen ohne eSIM, der Fingerabdrucksensor läuft per 3D Ultraschall im Display, ergänzt von der Gesichtserkennung per Frontkamera.
Das Betriebssystem ist RedMagic OS 12 auf Basis von Android 17, mit Google Gemini, Circle to Search, Echtzeit Übersetzung und Untertiteln für Anrufe.
Das RedMagic 12 Pro ist in drei Konfigurationen erhältlich: 12GB RAM und 256GB Speicher für 899€ in Nightfreeze, 16GB RAM und 512GB Speicher für 999€ in Nightfreeze und Subzero sowie 16GB RAM und 1TB Speicher für 1.199€ ebenfalls in beiden Farben.
In China startete das 12 Pro+ am 15. Oktober bei 6.999 Yuan (umgerechnet etwa 900€) für die 12/256GB Variante, die 16/512GB Konfiguration kostete 7.999 Yuan (etwa 1.030€) und das 16GB/1TB Topmodell 8.999 Yuan (etwa 1.160€). Preislich liegt die Europa Version damit erstaunlicherweise auf dem Niveau des umgerechneten China Preises, ein Vorteil des Imports bleibt in dieser Generation aus.
Vorbestellungen laufen ab dem 17. November, der reguläre Verkauf beginnt am 18. November im Onlineshop von RedMagic und bei ausgewählten Händlern. Vom 12. bis 17. November gibt es den Early Bird Gutschein für 1€: 30€ Rabatt auf das Einstiegsmodell, ein kostenloses 80W USB-C Ladegerät, ein Geschenk und einen Tag früheren Zugang zur Bestellung. Neben Europa ist das RedMagic 12 Pro in Nordamerika, Großbritannien, Teilen Asiens und des Nahen Ostens sowie in Mexiko und Chile angekündigt.
Damit hat RedMagic das Topmodell der 12er Serie nach Europa geholt, mit einer nur leicht abgespeckten Ausstattung und einem Preis, der auf dem Niveau des China Preises liegt. Wer den Early Bird Gutschein nutzen möchte, hat bis zum 17. November Zeit, ab dann gilt der Listenpreis.
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