Xiaomi's T-Serie, welche den erschwinglicheren Einstieg in die Leica-Kamera-Handys des Herstellers darstellt, hat mit dem Xiaomi 17T Line-up in diesem Jahr eine ungewöhnlich frühe Neuauflage bekommen. Nur etwas mehr als ein halbes Jahr nach Launch wurde die Xiaomi 15T Serie bereits abgelöst. Mit dem Xiaomi 17T schauen wir uns in diesem Test das neue Einstiegsmodell der 17T Serie an, welches entsprechend das Xiaomi 15T ablöst.
Was die Ausstattung angeht, kommt einem das Xiaomi 17T recht bekannt vor. Im Grunde hat man es hier mit derselben Hardware zu tun, wie beim schon getesteten Poco X8 Pro (selber Akku, selbe Display Specs, selber Prozessor). Nur beim Design, der Kamera und ein paar wenigen anderen Stellen wurden noch Veränderungen vorgenommen.
Angesichts dessen erscheint das Xiaomi 17T zur UVP exorbitant teuer - und das ist es auch. Die erneute Preiserhöhung der Serie führt hier zu einem Einstiegspreis von rund 750€. Zum Vergleich: Das Poco X8 Pro bekommt man mittlerweile oft schon für unter 300€. Glücklicherweise zeigt aber auch das Xiaomi 17T das von Xiaomi Smartphones gewohnte Muster schnell fallender Straßenpreise. So bewegt es sich in der Einstiegskonfiguration effektiv mittlerweile im Bereich zwischen 500 und 600€ je nach Angebotslage. Immer noch deutlich teurer als das Poco, aber angesichts der Ausstattung auch deutlich realistischer.
Stellt sich die Frage, ob sich das Modell zu diesen Preisen dank der Leica Kamera lohnt, oder ob die zahlreichen Alternativen im derzeitigen Line-up von Xiaomi (insbesondere die Geräte der Untermarke Poco) am Ende doch die bessere Wahl sind. Genau diese Frage wollen wir im folgenden Test klären und natürlich auch sonst alles beleuchten, was es zum Xiaomi 17T zu wissen gibt. Viel Spaß!
Das Xiaomi 17T kommt in einer schlichten weißen Box ohne Geräteabbildung daher. Die Verpackung ziert lediglich der silberne Schriftzug „Xiaomi 17T" und der Hinweis „Co-Engineered with Leica", der für die T-Serie typisch ist. Im Inneren befindet sich das Smartphone in einer schützenden Papierhülle. Eine werksseitig aufgebrachte Schutzfolie schützt das Display. Wie inzwischen üblich, ist kein Netzteil im Lieferumfang enthalten. Mitgeliefert wird lediglich ein USB-A auf USB-C Kabel. Um die maximale Ladeleistung von 67W zu nutzen, muss ein passendes Netzteil separat erworben werden. Eine separate Box enthält das übrige Zubehör: Dokumentation, EU-Energielabel, SIM-Nadel und eine schwarze, flexible Schutzhülle für den Alltagsschutz. Ein Unboxing-Video findet ihr auf unserem YouTube-Kanal.
| Materialien | Rahmen: Kunststoff (flach, matt) Rückseite: Kunststoff (GFK) (flach, matt) Front: Corning Gorilla Glass 7i |
| Gewicht | 200g |
| Abmessungen | Ohne Kamera: 157,6 x 75,2 x 8,17mm Mit Kamera: 10,8mm |
| Wasserdicht | IP68 Untertauchen bis 1,5 Meter für 30 Minuten in Süßwasser |
Am Design zeigt das Xiaomi 17T verglichen mit dem unmittelbaren Vorgänger nur dezente Veränderungen. Der Kamerabuckel hat seine Fase verloren und wirkt damit "kantiger" aber auch etwas dezenter. Das Design wirkt schlicht aber elegant und durchaus ansprechend. Der Überstand des Kamerabuckels ist nicht übertrieben. Bei Tischnutzung hält sich das Wackeln in Grenzen und fällt hauptsächlich bei seitlicher Berührung im Oberen Drittel auf.
Bei der neuen Farbpalette hat Xiaomi gute Arbeit geleistet. Hier sollte jeder etwas finden, das ihm gefällt. Zum Testen haben wir die lila Version des Xiaomi 17T erhalten. Der Farbton wirkt je nach Lichteinfall mal wie ein graustichiges (rauchiges Lila), mal eher dezent altrosa. Eine durchaus ansprechende Farbe mit gewisser Auffälligkeit. Bei Lichteinfall zeigt die matte und komplett flache Rückseite keine besonderen Effekte.
Bemängeln kann man die Materialwahl. Wenngleich die GFK Rückseite sicherlich auch als Vorteil gewertet werden kann, ist der Rahmen aus Kunststoff in der Preisklasse fragwürdig. Das gilt auch unter dem Aspekt, dass es mit dem Poco F8 Pro ein sowohl zur UVP als auch zu den Straßenpreisen günstigeres Alternativmodell gibt, das mit einer Glasrückseite, einem Metallrahmen ausgestattet ist. Der Kunststoffrahmen wirkt sich nachteilig auf die Stabilität aus. Das Xiaomi 17T lässt sich relativ leicht biegen und gibt dann auch schnell ein Knacken von sich. Die Gesäßtasche sollte man besser meiden.
Ansonsten gibt es an der Verarbeitung nichts zu kritisieren. Das Xiaomi 17T bewegt sich hier auf gewohnt hohem Niveau ohne grobe Spaltmaße oder sonstige Macken. Auch die Tasten sitzen fest im Gehäuse und klappern nicht. Sie liefern einen knackigen, deutlichen Druckpunkt. Versehentliches Drücken ist damit unwahrscheinlich und man spürt auch deutlich, wenn eine Taste erfolgreich betätigt wurde.
Ein IP68 Rating ist bei Xiaomi Smartphones mittlerweile weitgehend zum Standard geworden und das Xiaomi 17T bietet hier keine Ausnahme. Im Kleingedruckten wird allerdings nur eine Wassertiefe von 1,5 Metern für 30 Minuten angegeben. Manche andere Modelle des Herstellers geben hier größere Wassertiefen an. Unabhängig davon war der Tauchtest im Waschbecken auch bei mehr als 30 Minuten unauffällig.
Das Layout von Tasten und Anschlüssen entspricht dem üblichen Xiaomi Standard. Power Taste und Lautstärkewippe befinden sich rechts übereinander. Sie sind durch die relativ geringe Größe des Xiaomi 17T gut mit einer Hand erreichbar. Unten findet man den SIM Tray, den USB-C Port und Öffnungen für Mikrofon und Lautsprecher. Links und oben ist der Rahmen frei von Unterbrechungen. Als zweiter Medienlautsprecher wird der Telefonhörer genutzt, der Infrarotblaster ist im Kameramodul untergebracht. Wo sich die Öffnungen für das beworbene Triple Mikrofon Array verstecken, bleibt unklar. Sichtbar ist nur eine Mikrofonöffnung unten im Rahmen.
| Größe | 6,59 Zoll |
| Auflösung | 2756 x 1268 @120Hz Adaptive Sync: 30/60/90/120Hz |
| Technologie | 12-Bit M10 AMOLED 68 Milliarden Farben, DCI-P3 Farbraum HLG, HDR10(+) & Dolby Vision Manuelle Helligkeit: 800 Nits (gemessen) HBM Helligkeit: 1100 - 2200 Nits (gemessen, je nach Fläche) Peak Helligkeit: 3500 Nits (bis 25% der Fläche) 3840Hz PWM Dimming & DC-Dimming (nicht manuell aktivierbar) Kein Always On Display |
| Anzahl Berührungspunkte | 9 Abtastrate: 480Hz (2560Hz Boost) Kein Handschuh-Modus Wet-Touch 2.0 |
| Gehärtetes Glas | Ja Corning Gorilla Glass 7i |
| Anti Fingerabdruck Beschichtung | Ja |
Beim Display setzt das Xiaomi 17T auf exakt dasselbe Panel wie das erheblich günstigere Poco X8 Pro. Da letzteres für seinen Preis extrem gut ausgestattet ist, geht das natürlich völlig in Ordnung. Technisch liefert das Xiaomi 17T entsprechend dieselben Werte: M10 AMOLED, 12-Bit Farbtiefe, 120Hz und FHD+ Auflösung für praktisch unsichtbare Pixel auf der relativ kompakten Diagonale. Die Bezels sind ebenfalls identisch, nahezu symmetrisch und mit ca. 1,5mm Breite recht schlank. Die 120Hz liefern eine flüssige Darstellung beim Scrollen durch Inhalte aber auch für Systemanimationen, wobei die Reaktionszeit gewohnt gut ausfällt. Probleme mit Nachzieheffekten und Schlierenbildung hat das Xiaomi 17T nicht.
Die Darstellung des Panels im Xiaomi 17T fällt identisch mit dem X8 Pro aus, ab der Software-seitigen Kalibrierung wurde also offenbar nichts verändert. Das Panel liefert einen gewohnt guten Weißpunkt um den Optimalwert und die Farben fallen auch hier nicht übertrieben knallig und realistisch aus. Wer natürliche Darstellung bevorzugt, wird das Panel mögen. Liebhaber von "Bonbon-Optik" kommen hingegen nicht auf ihre Kosten, da man an der Sättigung nicht großartig was ändern kann. Bilder und Videos kommen entsprechend der Farbabstimmung gut und auf natürliche Art und Weiße zur Geltung, wobei die HDR Unterstützung bis Dolby Vision reicht und dabei auch eine hohe Spitzenhelligkeit von 3500 Nits auf bis zu 25% der Fläche erreicht werden kann.
Die restlichen Helligkeitswerte entsprechen beim Xiaomi 17T ebenfalls dem Poco X8 Pro, was ja aufgrund der identischen technischen Basis nicht weiter verwundert. Auch hier werden bei manueller Helligkeitseinstellung bis zu 800 Nits erreicht und das auf voller Fläche. Im HBM Modus (Automatik) sind es dann je nach Fläche zwischen 1100 Nits und bis zu 2200 Nits (ermittelt durch Messung). Zur Ansteuerung wird eine Mischung aus 3840Hz PWM Dimming und DC-Dimming genutzt, wobei DC-Dimming nicht manuell gesteuert werden kann und Xiaomi auch nicht benennt, wann DC-Dimming aktiv ist.
Bei den Displayeinstellungen gleicht das Xiaomi 17T auch dem günstigeren Bruder. Das ist in diesem Fall aber definitiv ein Kritikpunkt, denn beispielsweise Upscaling / MEMC / SDR zu HDR Funktionen für Videos sind in der gehobenen Preisklasse gern gesehene Features. Mindestens jedoch hätte Xiaomi ein echtes Always-On Display bieten sollen, doch auch das ist beim Xiaomi 17T nicht der Fall. Das AOD kann ausschließlich mit 10 Sekunden Timeout betrieben werden. Beim Poco X8 Pro gab es wenigstens noch die RGB LED Ringe auf der Rückseite als Ersatz. Doch diese fehlen beim Xiaomi 17T natürlich. Wer also zwingend eine Art von permanent sichtbarer Benachrichtigungs-Signalisierung benötigt, ist beim Xiaomi 17T an der falschen Adresse. Was dem Xiaomi 17T ebenfalls fehlt, ist en erweitertes Farbmanagement. Neben den Werks-Presets und einem Farbtemperaturregler gibt es keine weiteren Optionen.
Beim Xiaomi 17T ist nicht nur das verbaute AMOLED Panel identisch mit dem Poco X8 Pro, sondern offenbar auch das komplette Assembly mit Touchscreen. So kommt auch hier Gorilla Glass 7i als Schutz zum Einsatz. Das ist aber nicht negativ gemeint, denn Gorilla Glass 7i performt erfahrungsgemäß ganz gut, wenn es um die Kratzer-Resistenz geht und das hat sich auch beim Xiaomi 17T im Alltagsgebrauch ohne Schutz wieder bestätigt. Gleitfähigkeit und Fingerabdruck-Resistenz fallen ebenfalls zufriedenstellend aus.
Der Touchscreen liefert ansonsten dieselben Werte mit 480Hz Abtastrate und im Spielmodus bis zu 3200Hz. Die Boost Abtastrate liegt beim Xiaomi 17T also etwas höher als beim günstigeren X8 Pro. Ob das relevant ist, ist natürlich die andere Frage. Im Alltag liefert der Touchscreen jedenfalls ab und hat keine nervigen Aussetzer oder Probleme bei der Genauigkeit gezeigt. Auch mit Wassertropfen kommt er problemlos klar, was Xiaomi auch mit der "Wet-Touch 2.0" Technologie bewirbt. Ein Handschuhmodus fehlt auch dem Xiaomi 17T.
| Prozessor | Mediatek Dimensity 8500 "Ultra" (4nm) 1x ARM Cortex A725 @3,4GHz 3x ARM Cortex A725 @3,2GHz 4x ARM Cortex A725 @2,2GHz |
| GPU | ARM Mali G720 MC8 Takt: 1,3GHz |
| RAM | 12GB LPDDR5X |
| Speicher | 256GB | 512GB UFS 4.1 Lesen: 4,44GB/s | Schreiben: 4,31GB/s (seq.) |
| Micro SD | Nein |
| Fingerabdruck Scanner | Ja (im Display, optisch) |
| Sensoren | Umgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation |
| Besonderheiten | USB-C 2.0, USB OTG, keine Videoausgabe über USB, kein echtes Always-On Display, keine Status LED, kein 3,5mm Anschluss, Linearvibration, Stereo Lautsprecher, kein UKW Radio, Infrarot Blaster |
Beim Prozessor setzt das Xiaomi 17T auf denselben Chip wie das erheblich günstigere Poco X8 Pro, den Dimensity 8500 von Mediatek. Dieser ist das aktuelle Flaggschiff aus der Dimensity 8XXX Serie. Sicherlich ist der Chip nicht schlecht, wirkt aber aus Sicht der UVP des Xiaomi 17T deplatziert. Ein leistungsstärkerer Chip wäre hier durchaus angebracht gewesen, vor allem auch wenn man berücksichtigt, dass Xiaomi mit z.B. dem Poco F8 Pro ein ähnlich bepreistes Modell im Angebot hat, welches mit den Snapdragon 8 Elite ausgestattet ist und damit einem ehemaligen Oberklasse Chip von Qualcomm.
Nun ist der Dimensity 8500 ein wirklich flotter Chip für günstigere Geräte, doch im Preissegment über 500€ verschiebt sich die Einstufung natürlich. Hier muss sich das Xiaomi 17T mindestens mit Performance Flaggschiffen messen und zieht dabei unweigerlich den kürzeren. Ja, die Alltags-Nutzung ist weitgehend flüssig und auch anspruchsvollere Spiele wie Genshin Impact oder Honkai Star Rail lassen sich ordentlich spielen, aber man merkt schon immer wieder mal, dass hier "weniger Dampf unter der Haube" ist, als bei Smartphones mit Oberklasse Chips.
Das äußert sich hauptsächlich in Form von leichteren Rucklern oder Denkpausen bei frisch gestartetem Smartphone, bei schlecht optimierten Apps in zeitweiligen kurzen Rucklern beim Scrollen durch Inhalte (vor allem beim Nachladen) und natürlich auch eine weniger stabilen oder auch geringeren Framerate in anspruchsvollen Spielen. Honkai Star Rail liegt zum Beispiel um die 50fps auf maximalen Grafikeinstellungen. Ein Snapdragon 8 Elite würde hier zumindest weitgehend die 60fps erreichen können.
Wo das Xiaomi 17T interessanterweise etwas besser abschneidet ist bei der Kühlung. Das leichte Thermal Throttling im CPU Stress Test, welches wir noch beim Poco X8 Pro beobachtet hatten, tritt hier überhaupt nicht auf. Ein riesiger Leistungsvorteil ergibt sich rein messtechnisch allerdings nicht. Die Spitzenperformance wird beim Xiaomi 17T mit 324 GIPS angegeben. Beim Poco X8 Pro waren es 358 GIPS. Nur bei der minimal gemessenen Leistung hat das Xiaomi 17T mit 275 GIPS vs. 251 GIPS einen Vorteil.
Keinen Unterschied zwischen den beiden Modellen gibt es hingegen im GPU Stress Test mit 3DMark Solar Bay. Hier liegen Xiaomi 17T und Poco X8 Pro beim Drosselverhalten grob gleichauf. Beide landen am Ende bei 66% Restleistung. Beim Xiaomi 17T tritt die Drosselung der Leistung allerdings deutlich später auf. Hier begann die Leistung erst ab Durchlauf 16 einzubrechen und blieb davor recht stabil. Das unterstreicht nochmal den Eindruck einer etwas besseren Kühlung.
Auch die Benchmark-Werte untermauern den bisherigen Eindruck: In allen getesteten Disziplinen liegt das mit dem Snapdragon 8 Elite bestückte Poco F8 Pro spürbar vor dem Xiaomi 17T, teils mit sehr deutlichem Abstand. Im Antutu-Gesamtscore (V11) kommt das Poco F8 Pro auf 3.107.731 Punkte, das Xiaomi 17T bleibt mit 2.209.121 Punkten 28,9 Prozent dahinter, das baugleich mit dem Dimensity 8500 bestückte Poco X8 Pro mit 2.086.851 Punkten sogar 32,8 Prozent.
Noch größer fällt der Rückstand in den GPU-lastigen Benchmarks aus: Bei Basemark GPU Medium erreicht das Xiaomi 17T mit 17.223 Punkten nur gut die Hälfte der 34.201 Punkte des Poco F8 Pro (-49,6 Prozent), bei 3DMark Solar Bay Extreme Unlimited (527 zu 1.172 Punkte) und 3DMark Steel Nomad Light Unlimited (1.039 zu 2.420 Punkte) liegt der Rückstand sogar bei 55,0 beziehungsweise 57,1 Prozent. Auch bei der reinen Rechenleistung schneidet das Xiaomi 17T deutlich schwächer ab: In Geekbench Single-Core und Multi-Core (V6) liegt es 42,2 beziehungsweise 35,0 Prozent zurück, bei der Systemperformance in PCMark Work sind es 37,8 Prozent.
Spannender ist der direkte Vergleich zwischen Xiaomi 17T und Poco X8 Pro, die beide mit dem Dimensity 8500 antreten. Hier zeigt sich kein einheitliches Bild. Im Antutu-Gesamtscore liegt das Xiaomi 17T knapp 5,9 Prozent vor dem Poco X8 Pro, ebenso in reinen GPU-Benchmarks: Bei Basemark GPU Medium beträgt der Vorsprung 22,2 Prozent (17.223 zu 14.089 Punkte), bei 3DMark Solar Bay Unlimited 11,2 Prozent (6.658 zu 5.985 Punkte), bei 3DMark Wild Life Extreme Unlimited liegen beide praktisch gleichauf (4.050 zu 4.007 Punkte). Bei CPU-lastigen Tests kehrt sich das Bild jedoch um: In Geekbench Single-Core, Multi-Core und Compute (V6) liegt das Poco X8 Pro jeweils zwischen 1,6 und 6,7 Prozent vorn, bei PCMark Work fällt der Vorsprung mit 15,9 Prozent (16.193 zu 13.972 Punkte) bereits spürbarer aus. Am deutlichsten zeigt sich der Vorteil des Poco X8 Pro in den anspruchsvollsten GPU-Stresstests: Bei 3DMark Solar Bay Extreme Unlimited liegt es 19,5 Prozent vorn (630 zu 527 Punkte), bei 3DMark Steel Nomad Light Unlimited sogar 33,3 Prozent (1.385 zu 1.039 Punkte).
Unterm Strich bewegen sich Xiaomi 17T und Poco X8 Pro trotz identischem Chip auf einem sehr ähnlichen Leistungsniveau, wobei je nach Testroutine mal das eine, mal das andere Modell knapp die Nase vorn hat. Die im Stresstest beobachtete etwas bessere Kühlung des Xiaomi 17T schlägt sich dabei nicht in einem konsistenten Performance-Vorteil nieder, gerade in den anspruchsvollsten Lastszenarien wie Steel Nomad Light oder Solar Bay Extreme hat sogar das deutlich günstigere Poco X8 Pro die Nase vorn. Warum das so ist, lässt sich schwer beantworten. Eventuell unterschiede in den genutzten Grafiktreibern der Modelle?
Beim Arbeitsspeicher entspricht das Xiaomi 17T der Spitzenausstattung des Poco X8 Pro. Eine 8GB RAM Option gibt es hier nicht, das Modell ist unabhängig von der gewählten Speichergröße immer mit 12GB LPDDR5X RAM ausgestattet. Somit hat man hier immer maximalen Raum fürs Multitasking, wovon das Modell auch durchaus profitieren kann, wenn man mal sehr viele Apps offen hat oder zwei Spiele parallel laufen lässt, um schnell zwischen diesen wechseln zu können. Damals im Test vom Poco X8 Pro hatten wir auch eine 12GB Variante im Test. Zwischen der Multitasking Performance der beiden Geräte gab es im Test gefühlt keine wahrnehmbaren Unterschiede.
Für Apps und Daten bietet das Xiaomi 17T dieselben Ausstattungs-Optionen wie der günstigere Bruder. Auch hier dürft ihr aus 256GB oder 512GB wählen, wobei jeweils UFS 4.1 Speicher zum Einsatz kommt. Wir hatten die 512GB Version des Xiaomi 17T im Test, was auch damals beim Poco X8 Pro Test der Fall war. Insofern können auch die Benchmark Ergebnisse vom Festspeicher direkt verglichen werden. Hier liegen beide Geräte etwa gleichauf (4,4GB/s beim Lesen). Nur beim Schreiben liegt das Xiaomi 17T etwas vorn (4,3GB/s).
Bei den Sensoren gleicht das Xiaomi 17T dem günstigeren Bruder ebenfalls. Alle grundlegend wichtigen Sensoren sind am Start. Kompass und Gyroskop haben im Test keine Aussetzer oder Abweichungen gezeigt und in verschiedenen getesteten Apps reibungslos funktioniert. Der Fingerprint Scanner im Display arbeitet leider trotz des höheren Preises weiterhin auf optischer Basis statt einen Ultraschall Sensor zu nutzen. Der optische Sensor arbeitet aber flott und zuverlässig, sodass das wahrscheinlich kaum jemanden stören wird. Face Unlock wird wie gewohnt per Frontkamera unterstützt und hat im Test gut funktioniert. Mit dämmrigen Innenräumen hat die Gesichtsentsperrung keine Probleme.
Verzichten muss man beim Xiaomi 17T abermals auf einen USB 3 Anschluss. Der USB-C Port unterstützt nur USB 2.0 Geschwindigkeit und keine Videoausgabe. OTG Zubehör wird unterstützt, genauso wie auch umgekehrtes Laden mit bis zu 22,5 Watt. Fürs Vibrationsfeedback ist ein Linearvibrator zuständig, welcher ein recht kräftiges und präzise wirkendes Feedback liefert und dabei keine übermäßig lauten Geräusche von sich gibt. Ein Infrarotblaster zur Steuerung anderer Geräte ist auf der Rückseite im Kameramodul untergebracht.
| Variante | HyperOS 3 Version im Test: 3.0.311.0.WPTEUXM.C07 |
| Android Version | Android 16 Sicherheitspatch im Test: Mai 2025 |
| Google zertifiziert | Ja |
| DRM Technologien | ClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM |
| Bloatware | Ja (App Store, Browser, Social Media, Shopping, Office, Streaming) |
| Root-Zugriff | Nein |
| OTA Updates | Ja (kein Update im Testzeitraum) Update Garantie: 4 / 6 Jahre |
| Schadsoftware | Keine Funde Facebook / Meta Systemdienste vorhanden |
Auf dem Xiaomi 17T läuft HyperOS 3 auf Basis von Android 16, wobei im Testzeitraum Ende Juni bis Anfang Juli 2026 der Sicherheitspatch vom Mai am Start war. Zum Release des letzten Updates war das aktuell. Die Update Politik fällt beim Xiaomi 17T allerdings trotz des deutlich höheren Preises nicht besser aus als beim günstigeren Poco X8 Pro. Das 17T bekommt ebenfalls 4 Jahre lang große Android Updates und 6 Jahre lang Sicherheitsupdates.
Was die Nutzererfahrung von HyperOS 3 auf dem Xiaomi 17T angeht, gibt es keine großen Überraschungen. Das System sieht aus wie gewohnt und liefert den gewohnten Funktionsumfang mit sauberer deutscher Übersetzung und Google Diensten sowie Play Store ab Werk. Android Auto wird unterstützt und neben den Xiaomi-eigenen KI-Funktionen ist auch Google Gemini integriert, kann also mit Circle to Search und Sprachkommando aufgerufen werden.
Das Xiaomi 17T ist Google zertifiziert, wie man es auch von anderen Xiaomi Smartphones gewohnt ist. Entsprechend gibt es keine Probleme mit Google Diensten und auch Drittanbieter Apps wie Banking Diensten und ähnliches. Im DRM Bereich deckt das Xiaomi 17T Widevine Level 1 ab, kann also hochauflösende Inhalte von kostenpflichtigen Diensten streamen. Die HDR Unterstützung deckt bis Dolby Vision alles Wichtige ab.
Die vorinstallierte Bloatware umfasst beim Xiaomi 17T die üblichen Verdächtigen. Neben einigen Xiaomi-eigenen Apps gibt es auch Drittanbieter Apps wie Social Media und Streaming Dienste, WPS Office, Shopping Apps und Spiele. Das Meiste davon lässt sich deinstallieren. Facebook ist leider mit den Meta Systemdiensten verankert, diese lassen sich nur deaktivieren, nicht deinstallieren.
Abstürze oder sonstige auffällige Bugs (außer einem Bug der Kamera, zu dem wir später noch kommen) sind nicht aufgefallen. Scans nach Schadsoftware haben keine Funde geliefert. Die Systemperformance des Xiaomi 17T war im Test durchgehend einwandfrei.
| Mobilfunk | 2G: B2/3/5/8 3G: B1/2/4/5/8 4G-FDD: B1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/18/19/20/26/28/32/ 66/71 4G-TDD: B34/38/39/40/41/42/48 5G-SA: N1/2/3/5/7/8/12/20/26/28/34/38/39/40/41/48/ 66/71/75/77/78 5G-NSA: N1/2/3/5/7/8/20/28/38/40/41/66/71/75/77/78 |
| WLAN | WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax (Wi-Fi 6/6E) 2x2 MIMO, Wi-Fi Direct |
| Bluetooth | Bluetooth 6.0 |
| NFC | Ja (mit Google Pay) |
| Dual SIM | Dual Nano SIM Single eSIM Unterstützung |
| Positionsbestimmung | GPS (L1+L5), A-GPS, Galileo (E1+E5), GLONASS (G1), BDS (B1I+B1C+B2a), QZSS (L1+L5), NavIC (L5) |
Das Xiaomi 17T bietet im Mobilfunk einen zuverlässigen Empfang, auch in Gebäuden. Der Empfang blieb in allen Situationen stabil. Im nächtlichen Speedtest bei freiem 5G-Netz erreichte das Xiaomi 17T 351Mbit/s im Download und 37,1Mbit/s im Upload. Auch bei etwas schlechterem Empfang, beispielsweise in Gebäuden, werden noch gut nutzbare Geschwindigkeiten erreicht. Das Xiaomi 17T unterstützt Dual SIM mit zwei Nano SIM Karten. eSIM-Unterstützung ist im Gegensatz zum X8 Pro vorhanden, jedoch nicht mit Dual eSIM, sondern nur einer eSIM, welche dann die physische SIM 2 ersetzt.
Im WLAN unterstützt das Xiaomi 17T maximal Wi-Fi 6E. Im Preisbereich der UVP gibt es heute auch schon viele Geräte die auch Wi-Fi 7 abdecken. Im Test mit einer Fritz!Box 6660 Cable war der Empfang im am schwächsten abgedeckten Raum des Hauses nicht ganz so gut und es gab gelegentlich Verbindungsabbrüche. Das war beim Poco X8 Pro mit demselben Chip nicht der Fall. Im Speedtest neben dem Router erreicht das Xiaomi 17T 969Mbit/s. Ein Stockwerk direkt unter dem Router sind es dann noch 202Mbit/s.
Das Xiaomi 17T unterstützt Bluetooth 6.0. Die Bluetooth-Reichweite war im Test gut, drei Räume Distanz zum Gerät stellten mit einem Kopfhörer kein Problem dar. Auch NFC ist vorhanden und ermöglicht kontaktloses Bezahlen mit Google Pay.
Das Xiaomi 17T zeigte im GPS-Test keine größeren Schwächen und konnte überzeugen. Bei bewölktem Himmel war der Empfang solide, mit einem SNR-Wert im grünen Bereich und über 60 eingebundenen Satelliten. Im Praxistest mit Google Maps oder GPS-Tracking gab es keine Aussetzer oder größeren Abweichungen, wobei die Genauigkeit nicht ganz perfekt ist. So werden beispielsweise Wechsel der Straßenseite nicht immer sofort als klarer Richtungswechsel eingezeichnet, sondern eher mit einer diagonal verlaufenden Linie. Dies scheint ein Problem vom Dimensity 8500 zu sein, da das Poco X8 Pro dasselbe Verhalten gezeigt hat.
| Lautsprecher | Stereo Lautsprecher Rahmen unten + Telefonhörer |
| Noise Cancelling Mikrofon | Ja Triple Mikrofon Array |
| Weitere Merkmale | VoLTE & VoWiFi, VoNR, Dolby Atmos oder Xiaomi Sound mit Raumklang, Systemequalizer & Presets |
Bei den internen Lautsprechern liegt das Xiaomi 17T interessanterweise hinter dem günstigeren Poco X8 Pro zurück. Die Lautsprecher liefern zwar einen ordentlichen Klang, sind bei den Bässen aber eine ecke schwächer unterwegs, was vor allem bei hoher Lautstärke zu einem "dünner" wirkenden Klang führt. Die Maximallautstärke ist sehr hoch, klingt aber teils etwas unangenehm. Höher als 80% sollte man im Regelfall nicht gehen. Eine separate Öffnung für den zweiten Lautsprecher gibt es im oberen Rahmen nicht. Der Stereo-Sound wird also nur mit dem Telefonhörer erzeugt.
Zur Klangoptimierung bietet das Xiaomi 17T wahlweise Dolby Atmos oder Xiaomi Sound. Über einen Schalter lässt sich "Immersiver Sound" für virtuellen Raumklang aktivieren. Zudem bietet das Handy einen Systemequalizer zur manuellen Anpassung des Klangbildes.
Die Sprachqualität beim Telefonieren war im Test einwandfrei. Beide Gesprächspartner konnten sich gut verstehen, der Ton wirkte klar und natürlich. Umgebungsgeräusche störten die Kommunikation nicht. Laut Xiaomi unterstützt das Xiaomi 17T neben VoLTE auch Vo5G / VoNR. VoWiFi hat im o2 Netz ohne Probleme funktioniert.
| Hauptkamera | VARIO-SUMMILUX 1:1,7-3,0/15-115 ASPH Haupt: 50MP Light Fusion 800 1/1.55" f/1.7 23mm OIS AF Tele: 50MP Samsung JN5 5x Periskop 1/2.76" f/3.0 115mm OIS AF Ultrawide: 12MP OmniVision OV13B 1/3.06″ f/2.2 15mm 120° FF Video: 4k60 (Haupt & Tele; 4k30 (Alle) Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: HDR10+ mit 4k60 (Haupt & Tele); HDR10+ bis 4k30 (Alle) |
| Frontkamera | 32MP Samsung KDS 1/3.42″ f/2.2 21mm FF Video: 4k30 / FHD60 Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: HDR10+ bis 4k30 |
| Blitz | Dual LED |
| Fokus | PDAF + CDAF |
| Slow Motion | FHD960 (ohne HSR & Ton), FHD240 / FHD120 (mit HSR & Ton) |
Bei den Kameras ist das Xiaomi 17T relativ gut ausgestattet, auch im Vergleich mit den konkurrierenden Modellen des Herstellers. Als Hauptsensor auf der Rückseite kommt derselbe 50MP Light Fusion 800 mit OIS zum Einsatz und damit ein besserer (größerer) Sensor als im erheblich günsztigeren Poco X8 Pro, jedoch derselbe Sensor wie im etwas günstigeren Poco F8 Pro. Einen Unterschied zum F8 Pro gibt es aber: Der Blendenwert beträgt beim Xiaomi 17T f/1.7, beim F8 Pro wird er mit f/1.88 angegeben.
Deutlichere Unterschiede gibt es beim Xiaomi 17T bei den Zusatzkameras. Während das günstige X8 Pro gänzlich auf eine Tele-Kamera verzichtet, bietet das F8 Pro eine 2,5-fach Tele-Kamera ohne Periskop-Optik und ohne OIS, wohingegen das Xiaomi 17T hier mit einem besseren 50MP Samsung JN5 Sensor, 5-fach Periskop-Optik und OIS Stabilisierung glänzt. Mit dem Poco F8 Ultra gäbe es zwar noch ein Alternativmodell mit ähnlicher Ausstattung, dieses ist jedoch aufgrund des größeren Displays in einer anderen Geräteklasse angesiedelt und wird somit im Vergleich ausgenommen.
Bei der Ultraweitwinkel-Kamera schneidet das Xiaomi 17T ebenfalls besser ab als die genannten Vergleichsgeräte, denn hier kommt statt einer 8MP Kamera ein 12MP Sensor zum Einsatz. Es bleibt allerdings bei festem Fokus, sodass man von der Kamera trotzdem nicht zu viel erwarten sollte. Angesichts der immer steigenden Preise in der Xiaomi T-Serie, wäre es schön, wenn Xiaomi dieses Thema mal angehen würde.
Wie sich das Kamerasystem in der Praxis schlägt, schauen wir uns in den folgenden Abschnitten im Detail an. Alle Aufnahmen wurden mit Standard Einstellungen, aktivem Auto HDR soweit möglich, ohne optionale KI Funktionen und im Leica Vibrant Farbmodus aufgenommen.
Im Standard Modus liefert das Xiaomi 17T mit der Hauptlinse 12MP Aufnahmen durch Pixel Binning. Der Autofokus arbeitet schnell und stets zuverlässig, die Auslösezeit bleibt kurz und Motiv mit leichter Bewegung werden meist scharf abgelichtet. Im Vergleich zu den eingangs genannten Konkurrenzmodellen gibt es keine dramatischen Unterschiede. Zum Poco F8 Pro schlägt sich das Xiaomi 17T praktisch identisch. Zum Poco X8 Pro sind die Unterschiede auch eher subtil, hier und da mit etwas besserer schärfe in schwierigen Lichtsituationen, insbesondere bei aktivem HDR. Die Detaildarstellung überzeugt auch auf Distanz mit relativ scharfen Strukturen und Texturen. Farblich leistet sich das Xiaomi 17T keine Patzer wie starke Farbstiche oder krasse Abweichungen vom Originalmotiv. Die Sättigung ist Xiaomi-typisch etwas höher als in der Realität aber durchaus ansprechend. Der Qualitätsabfall in Innenräumen bleibt relativ gering, sodass auch bei Dämmerlicht noch recht scharfe Bilder mit wenig Rauschanteil entstehen. Störende Unschärfe oder Verzerrung am Bildrand ist nicht auszumachen.
Der 50MP Modus kann bei guter Ausleuchtung die Detailausbeute und Schärfe nochmal erhöhen, wovon detailreiche Motive profitieren, egal ob im Nahbereich oder auf Distanz. Farblich lassen sich im 50MP keine Unterschiede feststellen. Sogar beim Dynamikumfang kommt das Xiaomi 17T hier ohne Einbußen aus, was bei den Vergleichsmodellen im Test nicht so war. Hier wurde anscheinend an der Software nachgebessert. Die Auslösezeit erhöht sich im 50MP Modus nur geringfügig.
Der 2-fache Digitalzoom der Hauptlinse ist beim Xiaomi 17T genau wie bei den genannten Vergleichsgeräten sehr gut optimiert. Er liefert Aufnahmen bei Tageslicht und in Innenräumen, die nur geringfügige und meist nicht deutlich auffallende Qualitätseinbußen bzw. Schärfeverluste zeigen. Starke unterschiede bei den Farben oder beim Dynamikumfang treten beim Digitalzoom nicht auf. Der Weißabgleich bleibt zuverlässig. Erst bei Nachtaufnahmen resultiert der Digitalzoom in deutlicheren Qualitätsverlusten mit stärkerem Rauschanteil und reduzierter Bildschärfe. Brauchbare Schnappschüsse sind aber auch dann noch möglich, sofern das Motiv genügend Kunstlichtquellen hat.
Der Blitz besteht beim Xiaomi 17T aus zwei LEDs. Dadurch und zusammen mit der relativ lichtstarken Hauptlinse erreicht die Kamera eine gute Blitzreichweite und somit auch bei größeren Räumen noch eine saubere Ausleuchtung mit guter Bildschärfe und Detaildarstellung. Der Rauschanteil bleibt dabei subtil. Im Nahbereich hat der Blitz keine Probleme mit Überbelichtung. Farben werden mit Blitz nicht stark verfälscht und oder ausgewaschen. Im vergleich zum Poco X8 Pro liefert das Xiaomi 17T einen weniger übertrieben wirkenden Kontrast und allgemein einen neutraleren Weißabgleich. Im Vergleich zum Poco F8 Pro wirken die Farben beim Xiaomi 17T etwas realistischer.
Bei Nachtaufnahmen mit der Hauptlinse wird der Nachtmodus beim Xiaomi 17T automatisch aktiviert. Man muss sich also um nichts weiter kümmern. Egal ob mit oder ohne Stativ liefert das Smartphone hier ansprechende Ergebnisse. Bildschärfe und Detaildarstellung nehmen im Vergleich zu Tageslichtaufnahmen etwas ab, das ganze bleibt aber subtil genug um nicht zu stören. Insgesamt schlägt sich das Xiaomi 17T hier also gut und liefert auch saubere Farben die recht nah an der Realität liegen, einen neutralen Weißabgleich und einen rundum guten Dynamikumfang. Im Vergleich zum Poco X8 Pro liefert das Xiaomi 17T etwas schärfere Nachtaufnahmen und eine deutlich bessere Lichtausbeute, was vor allem im Bereich des Himmels oder in sehr dunklen Bildbereichen zu erkennen ist. Beim Vergleich mit dem Poco F8 Pro dürfte sich das Xiaomi 17T in etwa auf Augenhöhe bewegen.
Bei der Langzeitbelichtung im Pro Modus mit Halbautomatik gab es ja beim Vergleichsgerät Poco X8 Pro im Test deutliche Probleme mit eigenartig unscharf wirkenden Bildern. Dieses Problem hat auch das Xiaomi 17T, sodass hier langsam von einem Problem mit dem Dimensity 8500 ausgegangen werden kann, bzw. einem Problem mit dem Zusammenspiel von Xiaomi's Kamera-Software und dem Chip.
Hinzu kommt, dass das Xiaomi 17T noch stärkere Software Probleme hat. Im Test kam es immer wieder vor, dass die Kamera während der Aufnahme im Pro Modus abgestürzt ist. Das Ergebnis waren dann diese völlig überbelichteten Bilder, die ihr unten sehen könnt und häufig auch in Folge ein kompletter Ausfall der Kamera. Die Kamera hat sich dann erst nach einem kompletten Neustart des Smartphones wieder nutzen lassen.
Die Abstürze waren dabei im Test kein Randphänomen, sondern haben sich zuverlässig reproduzieren lassen. Etwa jeder zweite Aufnahmen im Pro Modus hatte einen kompletten Absturz zur Folge. Angesichts der Preisklasse des Xiaomi 17T ist das völlig inakzeptabel. Dass hier im Testzeitraum von zwei Wochen kein Update mit einem Fix erschienen ist, ist enttäuschend. Immerhin ist der Bug ziemlich offensichtlich.
Wo das Xiaomi 17T deutlich davon ziehen kann, ist beim Thema optischer Zoom. Das Poco X8 Pro lässt das 17T hier natürlich komplett stehen, denn dieses hat ja gar keine Tele-Kamera. Doch auch das Poco F8 Pro lässt das Xiaomi 17T hier zurück und zwar gleich in mehrerlei Hinsicht. Zum einen hat das Xiaomi 17T den deutlich besseren 50MP Sensor (Samsung JN5) an Bord, zum anderen auch eine größere optische Zoomstufe (5-fach statt 2,5-fach mittels Periskop-Optik). Dazu kommt dann noch der Vorteil der OIS Stabilisierung (beim F8 Pro nur EIS) und auch eine deutlich geringere Fokusdistanz von 10cm, was die Tele-Kamera im Xiaomi 17T zu einer Tele-Makro-Kamera macht - insbesondere wenn man noch Digitalzoom dazu nimmt.
Qualitativ punktet die Tele-Kamera vom Xiaomi 17T mit einer soliden Bildqualität bei Tageslicht. Allgemeine Bildschärfe und Detaildarstellung lassen egal ob im Nahbereich oder auf Distanz nichts zu wünschen übrig. Nur der Fokus scheint auf "Endlos" nicht zu sitzen, was man be einigen Testaufnahmen daran erkennt, dass die Bildinhalte weiter vorne erheblich schärfer sind als in Richtung Horizont, obwohl am Horizont der Fokus gesetzt wurde. Bei Weißabgleich und Farben liefert die Kamera gute, neutrale Ergebnisse mit etwas angezogener Sättigung. Insgesamt ist die Kamera sehr gut auf die Hauptlinse abgestimmt, sodass es hier keine größeren Abweichungen gibt. Auch bei Dämmerlicht bzw. Innenraumaufnahmen und beim allgemeinen Dynamikumfang der Kamera gibt es nichts auszusetzen.
Mit der OIS Stabilisierung ist es deutlich leichter scharfe Aufnahmen zu erzielen. Wenn man mal etwas wackelt, resultiert das seltener in unscharfen Bildern wie es bei Tele-Kameras ohne OIS der Fall wäre.
Der 50MP Modus schlägt sich auch bei der Tele-Kamera wie schon bei der Hauptlinse gut. Er kann bei guter Ausleuchtung die Detailausbeute und Schärfe nochmal erhöhen, wovon detailreiche Motive profitieren, egal ob im Nahbereich oder auf Distanz. Farblich lassen sich im 50MP abermals keine Unterschiede feststellen. Und auch beim Dynamikumfang gibt es im 50MP Modus keine Einbußen.
Auch Digitalzoom steht für die Tele-Kamera vom Xiaomi 17T bereit, wobei die standardmäßig per Knopfdruck verfügbare Zoomstufe 10-fach ist. Auch hier liefert die Tele-Kamera gute Ergebnisse und je nach Motivausleuchtung und wie ruhig man die Kamera hält auch kaum bis nur geringe Einbußen bei der Bildschärfe und Detaildarstellung. Der Weißabgleich bleibt mit Digitalzoom absolut zuverlässig, auch bei farblich dominierten Nahaufnahmen. Spannend ist, dass die Tele-Kamera bei Nachtaufnahmen mit Digitalzoom deutlich schärfere / detailliertere Bilder liefert, als es bei der Hauptlinse mit Digitalzoom der Fall ist. Eventuell ist hier etwas KI-Magie am Werk, wobei dann die Frage ist, warum diese nicht auch bei der Hauptlinse aktiv ist.
Bei Nachtfotos der Tele-Kamera ohne Digitalzoom zeigt sich ebenfalls eine etwas bessere Bildschärfe und Detaildarstellung als bei den Nachtfotos der Hauptlinse. Das Phänomen ist durchaus interessant, da die eigentliche Lichtausbeute des Sensors ja geringer ist. Das sagen sowohl die technischen Daten, als auch der Blick auf dunkle Bildbereiche und den Himmel. Die Tele-Kamera schluckt hier deutlich mehr Bildinformationen. Dass die Schärfe trotzdem besser ist, dürfte also rein auf die Software-seitige Optimierung und eventuelle Nachbearbeitung zurückzuführen sein. In jedem Fall sind die Ergebnisse absolut überzeugend und ganz erheblich besser als beim Poco F8 Pro. In der Tele-Kategorie gewinnt das Xiaomi 17T damit ganz eindeutig.
Die 12MP Ultrawide-Kamera im Xiaomi 17T ist zweifelsfrei besser als die sonst bei günstigeren Xiaomi Smartphones verbreiteten 8MP Ultrawide-Kameras. Sie liefert in anspruchsvollen Lichtsituationen inklusive Innenräumen rauschärmere und schärfere Bilder. Auch im Freien wirken die Bilder schärfer und detaillierter, wobei natürlich auf große Distanz beim Einzoomen nach wie vor etwas vermatschte Details zu sehen sind. Daran leiden am Ende des Tages eben so gut wie alle Ultrawide-Kameras. Wenn man nicht die allergrößten Ansprüche hat, liefert die Kamera aber auf jeden Fall schöne Fotos, die auch farblich gut aussehen. Der größte Störfaktor bleibt am Ende das Fehlen eines Autofokus. Bei bewegenden Motiven neigt die Ultrawide-Kamera vom Xiaomi 17T stärker zum Verwaschen / Verwackeln als die restlichen Kameras (siehe Beispielbild auf dem Fahrrad).
Was sich durch den größeren Sensor in der Ultrawide-Cam nicht verändert bzw. verbessert, ist die Low-Light-Performance. Das Xiaomi 17T liefert hier maximal anspruchslose Schnappschüsse bei sehr guter Ausleuchtung des Motivs. Zu wenig Licht resultiert in zu dunklen, unscharfen und verrauschten Aufnahmen. Wer hier erhöhte Ansprüche hat, dürfte die Nachtfotos der Ultrawide-Linse als unbrauchbar bezeichnen.
Für Makro Aufnahmen punktet das Xiaomi 17T mit Tele-Makro-Funktionalität. Das Feature ist in der Preisklasse unabhängig vom Hersteller selten geworden und auch Xiaomi hat schon länger kein günstigeres Smartphone mit Tele-Makro auf den Markt gebracht. Die 5-fach Periskop Tele-Kamera im Xiaomi 17T kann auf immerhin 10cm Abstand fokussieren, was schon sehr schöne Makro-Aufnahmen ermöglicht. Nimmt man dann den 10-fach Digitalzoom hinzu, kommt man richtig nah ran. Passt die Ausleuchtung, entstehen dann auch wirklich gute Makros, die sich nicht vor den Ergebnissen teurerer Oberklasse Geräte verstecken müssen. Alternativ könnt ihr auch die Hauptlinse für Makro Aufnahmen nutzen. Dafür muss hier jedoch zwingend der 2-fache Digitalzoom zugeschaltet werden, um nah genug ans Motiv heranzukommen. Auch das ist bei entsprechender Ausleuchtung ohne größere Qualitätsverluste möglich.
Der Portrait Modus vom Xiaomi 17T arbeitet mit allen Kameras zufriedenstellend. Der Effekt wird meist glaubhaft eingerechnet und schluckt selten Motivumrisse. Lichtkreise werden auch erzeugt, allerdings recht dezent, also nie übertrieben und unnatürlich wirkend. Auch die Abstufung des Bokeh Effektes nach Tiefe funktioniert meist sauber. Die Intensität lässt sich mit einem virtuellen Blendenregler anpassen.
Das Upgrade auf eine 32MP Frontkamera beim Xiaomi 17T (die genannten Vergleichsgeräte nutzen alle ein 20MP Frontkamera) bringt unterm Strich keine deutlichen Verbesserungen. Das ist übrigens nicht negativ gemeint, denn auch bei den Vergleichsmodellen hat sich die Frontkamera bereits gut geschlagen. Das tut somit auch jene im Xiaomi 17T, man darf eben nur nicht erwarten, eine nochmal deutlich bessere Kamera zu bekommen. Möglich wäre das eventuell bei wenig Licht, wenn die Kamera Pixel Binning nutzen würde, was sie aber nicht tut. Unterm Strich liefert die Frontkamera ordentliche Selfies mit guter Bildschärfe bei leicht weich wirkenden feinen Details und Texturen (Haut und Haare). Der Qualitätsabfall in Innenräumen ist dezent. Farben und Weißabgleich fallen natürlich aus mit leichter Tendenz zur Blaustichigkeit innerhalb von Räumen mit weißem Hintergrund. Nachtaufnahmen mit Straßenbeleuchtung als Lichtquelle liefern ebenfalls noch ordentliche Ergebnisse mit wenig Rauschanteil. Der Bildschirmblitz liefert in vielen Situationen eine leichte Qualitätssteigerung und deutlich hellere Bilder.
Bei den Video-Modi schlägt das Xiaomi 17T sowohl das Poco X8 Pro als auch das F8 Pro. 4k60 gibt es hier sowohl mit Haupt- als auch Tele-Kamera und zusätzlich bietet die Ultrawide-Kamera immerhin 4k30, wohingegen die Vergleichsmodelle maximal FHD30 bieten. Zudem erweitert das Xiaomi 17T die HDR10+ Unterstützung für Videoaufnahmen auf 4k60 für Haupt und Tele, sowie 4k30 für Ultrawide und Front.
Die Hauptlinse liefert im 4k60 Modus qualitativ ordentliches Videomaterial mit natürlichen Farben und sauberem Weißabgleich. Erfreulich ist, dass das bei Xiaomi so häufig auftretende Fokuspumpen hier nicht zu sehen ist. Der Autofokus arbeitet schnell, ruhig und zuverlässig. Der einzige Störfaktor ist ein recht ausgeprägtes "Linsenzittern" bei Erschütterungen, was in erster Linie beim Laufen auftritt. Die Bildstabilisierung nutzt eine Kombination aus OIS und EIS und liefert auch bei relativ starker Bewegung (z.B. beim Rennen) ein ruhiges Bild. Bei wenig Licht oder Nacht nimmt die Bildschärfe ab und der Rauschanteil zu. Brauchbar sind die Videos aber durchaus noch. Der Wechsel in den 4k30 Modus bringt bei wenig Licht und Nacht mehr Lichtausbeute, weniger Rauschanteil und etwas mehr Schärfe. Der Wechsel ist also zu empfehlen.
Die Tele-Kamera liefert in 4k60 bei den Farben identische Ergebnisse wie die Hauptlinse. Auch hier fällt kein ausgeprägtes Fokuspumpen auf, der Autofokus sitzt schnell und zuverlässig. Das Linsenzittern beim Laufen ist allerdings auch hier stark ausgeprägt und deutlich sichtbar. Die Tele-Kamera nutzt ebenfalls EIS und OIS in Kombination für die Stabilisierung, was auch bei stärkerer Bewegung für ein ruhiges Bild sorgt. Bei wenig Licht und Nacht ist das Bildrauschen stärker ausgeprägt als bei der Hauptlinse. Der Wechsel auf 4k30 reduziert es etwas, jedoch nicht so stark wie bei der Hauptlinse.
Die Ultrawide-Linse wurde beim Filmen ebenfalls gut auf die restlichen Kameras abgestimmt und liefert praktisch dieselben Farben. Qualitativ gehen die Videos im 4k30 Modus in Ordnung, wenngleich sie etwas mehr Unschärfe zeigen. Die Stabilisierung nutzt hier nur EIS, was allerdings auch hier ein ruhiges Bild liefert. Wie schon bei den Fotos hat die Ultrawide-Kamera auch beim Filmen starke Probleme mit wenig Licht und Nacht. Zum Filmen sollte man sie deshalb nur bei Tag nutzen.
Bei der Frontkamera liefern sowohl 4k30 als auch FHD60 gutes Videomaterial, 4k30 mit etwas mehr Schärfe und Details, FHD60 mit flüssigerem Bild. Farblich gibt es auch hier keine Aussetzer und die Videoqualität nimmt in Situationen mit wenig Licht nicht übermäßig stark ab. Die Bildstabilisierung mittels EIS funktioniert gut und liefert ein ruhiges Bild beim Laufen, sorgt aber bei Nachtvideos teils für Bildartefakte.
Bei der Audioqualität liefert das Xiaomi 17T einen guten Pegel und allgemein einen recht klaren Ton, der natürlich wirkt und auch Naturgeräusche gut einfängt. Windgeräusche sind allerdings recht stark ausgeprägt und werden nicht nennenswert unterdrückt.
Bei den Slow Motion Mod liefert das Xiaomi 17T das, was auch die Vergleichsmodelle bieten. Neben einem FHD960 Modus ohne HSR und Ton, welcher nur kurze Clips speichert, gibt es auch zwei HSR Modi (= native Framerate) mit Tonspur und ohne Längenbegrenzung. Diese umfassen jeweils in Full HD 240fps und 120fps. Bei den Testaufnahmen liefern alle Modi brauchbares Videomaterial.
| Kapazität (Angabe) | 6.500mAh |
| Kapazität (Gemessen) | 6.391mAh |
| Wechselbar | Nein |
| Ladetechnologie | 67W Xiaomi HyperCharge (22,5W Reverse) Kein Wireless Charging Kein Netzteil im Lieferumfang (50W PPS Support) |
Beim Akku bietet das Xiaomi 17T 6.500mAh Kapazität. Das ist exakt so viel wie beim Vergleichsgerät Poco X8 Pro und etwas mehr als beim F8 Pro (6.210mAh). Entsprechend verhält es sich auch mit den konkreten Laufzeiten im Alltagsgebrauch. Die AccuBattery Statistik vom Xiaomi 17T kommt der vom Poco X8 Pro sehr nahe. Das Poco F8 Pro liegt dagegen leicht hinter dem Xiaomi 17T zurück, was sich mit dem kleineren Akku des Vergleichsmodells deckt.
Durch den Tag kommt man im Endeffekt aber mit allen Geräten auch bei Intensivnutzung und in der Regel kommt man beim weitgehenden Verzicht auf wirklich stromhungrige Aufgaben (Gaming, sehr intensive Kameranutzung, große Datenmengen über Mobilfunk) auch mühelos durch zwei Tage. Am Abend des zweiten Tages muss man dann jedoch in der Regel nachladen. Das Xiaomi 17T liefert also eine solide Akkulaufzeit und muss sich nicht verstecken.
Die größeren Unterschiede gibt es tatsächlich beim Fast-Charging, denn das Xiaomi 17T ist hier auf eine Leistung von 67 Watt limitiert. Beide Vergleichsgeräte liefern hier mit 100 Watt Leistung das stärkere Fast-Charging. Wireless Charging bieten hingegen alle Geräte - auch das Xiaomi 17T - nicht. Wer darauf Wert legt, ist beim größeren Poco F8 Ultra an der richtigen Adresse, welches 50 Watt Wireless Charging bietet. Reverse Charge mit 22,5 Watt wird von allen Geräten unterstützt.
Ein Netzteil liegt übrigens beim Xiaomi 17T wie mittlerweile üblich nicht bei. Wer kein passendes Xiaomi HyperCharge Netzteil besitzt, muss hier also noch zusätzlich Geld auf den Tisch legen. Alternativ können auch Netzteile mit PPS Unterstützung genutzt werden. Hierbei wird aber nur eine maximale Leistung von 50 Watt unterstützt.
Für den Akkuschutz bietet das Xiaomi 17T eine intelligente Regelung der Ladeleistung und ein Ladelimit auf 80% mit intelligenter oder geplanter Steuerung, was die Lebensdauer des Akkus verlängern kann. Bypass Charging unterstützt das Xiaomi 17T nicht, was aber bei einem Smartphone mit Mittelklasse Chip ohnehin nicht sonderlich relevant ist.
Das Xiaomi 17T bewegt sich in einem eigenartigen Spannungsfeld. Auf der einen Seite steht ein technisch bekanntes Fundament: Display, Akku und Chipsatz sind praktisch identisch mit dem deutlich günstigeren Poco X8 Pro. Auf der anderen Seite bietet Xiaomi mit der Leica-Kamera, insbesondere der 5-fach Periskop-Tele-Linse mit OIS, ein Ausstattungsmerkmal, das weder das X8 Pro noch das ähnlich bepreiste Poco F8 Pro (stärkerer Prozessor) in dieser Form mitbringen.
Zur eingangs gestellten Frage, ob sich das Xiaomi 17T lohnt, gibt es also keine pauschale Antwort. Wer Wert auf ein möglichst vielseitiges Kamerasystem mit brauchbarem optischem Zoom legt und bereit ist, dafür Abstriche bei der reinen Rechenleistung hinzunehmen, bekommt hier ein rundes Paket. Wer dagegen in erster Linie auf Leistung, Materialqualität und Ladegeschwindigkeit schaut, fährt mit dem nur unwesentlich teureren Poco F8 Pro (Snapdragon 8 Elite, Metallrahmen, Glasrückseite, 100W Laden) besser, muss dafür aber die deutlich schwächere Tele-Kamera in Kauf nehmen.
Unschlagbar in der Preis-Leistung ist das Xiaomi 17T dabei aber nicht. Diesen Titel muss sich Xiaomi intern selbst streitig machen. Das Poco F8 Ultra gibt es zur UVP für einen kleinen Aufpreis, bei guten Deals bewegen sich die Straßenpreise beider Geräte auf Augenhöhe oder das F8 Ultra liegt gelegentlich sogar darunter. Fürs Geld bekommt man dort erheblich mehr: einen aktuellen Snapdragon 8 Elite Gen 5 statt des Mittelklasse Dimensity 8500, dieselbe Akkugröße jedoch mit 100W statt 67W Ladeleistung, ebenfalls eine 5-fach Periskop-Tele-Kamera mit OIS, zusätzlich aber noch eine 50MP Ultraweitwinkel-Kamera und ein Bose-2.1-Soundsystem mit Subwoofer.
Der Haken ist der erheblich größere Formfaktor mit 6,9 Zoll Display, weshalb ein direkter Vergleich nur eingeschränkt möglich ist. Wem die Gehäusegröße egal ist, der bekommt beim F8 Ultra aber auf jeden Fall deutlich mehr fürs Geld. Wer es dagegen kompakt mag, findet im Xiaomi 17T den eigentlichen Sweet Spot. Nicht, weil es das beste Preis-Leistungs-Verhältnis im Lineup bietet, sondern weil es die einzige Möglichkeit ist, die Leica-Tele-Kamera in einem kleineren Gehäuse zu bekommen. Wer ohnehin nur das Nötigste braucht, findet zudem im Poco X8 Pro für einen Bruchteil des Preises nahezu dieselbe Basis, nur eben ohne Tele-Kamera und ohne Leica-Branding.
Getrübt wird der insgesamt positive Eindruck vom Xiaomi 17T durch den im Testzeitraum reproduzierbar instabilen Pro-Modus der Hauptkamera, der bei etwa jeder zweiten Aufnahme abstürzte. Ein Fehler dieser Größenordnung ist bei einem Smartphone in dieser Preisklasse nicht hinnehmbar (zumal hier explizit ein Kamera-Fokus vermarktet wird). Ein Update mit einem Fix ist innerhalb des Testzeitraums nicht erschienen. Dass der Bug früher oder später gefixt, dürfte aber klar sein.
Unterm Strich bekommt ihr mit dem Xiaomi 17T ein solides Mittelklasse-Smartphone mit einigen echten Kamera-Vorzügen zu einer UVP, die sich objektiv schwer rechtfertigen lässt. Zum realistischen Straßenpreis und für alle, die ein kompaktes Gehäuse zu schätzen wissen, ist das Modell aber durchaus überlegenswert und unter Umständen ein guter Deal.
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