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UmiDigi One Pro Testbericht

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umidigi-one-pro UmiDigi One Pro in

​Nach dem Reinfall mit dem UmiDigi Z2 Pro haben wir nun das UmiDigi One Pro getestet. Wie gehabt gehen wir an den Test erstmal ohne Vorurteile heran, denn hin und wieder kommen auch von UmiDigi solide Geräte. Und um das gleich vorweg zu nehmen: Das UmiDigi One Pro gehört definitiv zu dieser Spezies. Das Datenblatt vom One Pro ließt sich mit NFC, Wireless Charging, Dual Kamera, Stereo Lautsprecher und Kopfhörer Anschluss für einen Preis von um die 140 bis 150€ extrem attraktiv und liefert auch in der Praxis ab. Alle Details dazu könnt ihr hier im Testbericht nachlesen.

UmiDigi One Pro
Verpackung & Lieferumfang

​Fast alle UmiDigi Smartphones kommen derzeit in derselben Verpackung daher - so auch das One Pro. Es handelt sich um eine schwarze Box mit geriffelter Textur und einem schräg geschnittenen Wrapper darum, den man einfach seitlich abzieht. In der Box begrüßt einen das Smartphone mit einer schwarzen Schutzhülle, darunter ein Umschlag mit der SIM Nadel und einer mehrsprachigen Kurzanleitung. Zum weiteren Lieferumfang gehört ein Schnellladegerät (Pump Express Plus) und das typische und in Rot gehaltene USB Typ-C Kabel.

UmiDigi One Pro
Design & Verarbeitung

​Dass UmiDigi sehr schöne Smartphones baut ist kein Geheimnis. Insbesondere im Preisbereich von unter 200€ sticht UmiDigi hier aus der Masse heraus. Schicke Designs die man eher von Premium Geräten erwarten würde und mittlerweile auch eine sehr gute Verarbeitung gehören hier zum Standard. Das UmiDigi One Pro ist wieder ein sehr schönes Beispiel dafür. Was man hier für 140 bis 150€ bekommt macht schon echt Spaß. Das Smartphone besteht aus einem schicken Edelstahl Rahmen, welcher stark spiegelt und das Smartphone stabil macht. Anschlüsse, Bohrungen und die SIM Schublade wurden feinsäuberlich gearbeitet und fügen sich wunderbar ins Design ein. Die Tasten sitzen fest im Gehäuse und ein Highlight ist die Kombination aus Power Button und Fingerabdruck Sensor, welche auf der rechten Seite in einer Vertiefung eingebettet wurde. Auch hier trifft man auf eine gute Verarbeitung an der es nichts zu kritisieren gibt.

Die Rückseite wird von einer Glasfläche bedeckt. Ihr könnt hier aus zwei Designs wählen: Eine schwarze Glasfläche mit Carbon Optik und eine lila-blaue Fläche mit Farbverlauf (Twilight). Letztere liegt uns zum Testen vor und sieht wirklich klasse aus. Die Fläche spielt schön mit dem Licht und sieht je nach Winkel immer etwas anders aus. Die Glasfläche ist zu den Kanten hin leicht abgerundet und wird dort von einem schwarzen Kunststoffrahmen in Empfang genommen, welcher das Glas bei Stürzen etwas schützt. Das Kameramodul ist vertikal ausgerichtet und befindet sich in der oberen linken Ecke. Das Modul steht nur minimal heraus und stört deshalb nicht. Das UmiDigi One Pro kommt auf eine Dicke von 8,8mm bzw. 9,2mm mit Kamera. Die restlichen Dimensionen belaufen sich auf 148,5 x 71,4mm. Das One Pro ist also ziemlich kompakt und liegt damit angenehm in der Hand.

Möglich macht dies ein Front Design mit Notch und reduzierten Displayrändern. Die Notch ist leider recht breit, sodass die Displayfläche daneben nicht mehr sinnvoll nutzbar ist. Immerhin hat UmiDigi den Platz in der Notch aber ansatzweise gut genutzt und einen recht großen Telefonhörer und sogar eine Benachrichtigungs-LED (Rot, Grün, Blau) eingebaut. Die Displayränder sind mit nur 2,6mm angenehm schlank gehalten und tragen zu einer modernen Optik bei. Nur der Rand unter dem Display ist beim One Pro etwas dicker gehalten (7,6mm). Sich darüber zu beschweren wäre in der Preisklasse allerdings völlig unangebracht.

UmiDigi One Pro
Display

​Größe: ​5,86"
Auflösung:​ ​1520 x 720
Technologie​:​IPS In-Cell LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​​Ja
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Der Bildschirm kommt mit 5,86 Zoll in einem eher konservativen Format daher. UmiDigi setzt auf ein LCD Display mit IPS Technik und InCell (= Volllaminierung mit einer Schicht Glas). Überrascht hat uns, dass die Auflösung "nur" 1520 x 720 Pixel beträgt. Warum? Weil man es nicht merkt. Am Anfang gingen wir von einem Full HD+ Panel aus, da Pixel wirklich nur bei ganz genauer Betrachtung sichtbar sind und die Schärfe absolut überzeugt. Erst beim Blick in eine System Info App ist uns die 720p Auflösung aufgefallen. Dies spricht für ein sehr hochwertiges Panel.

Die Darstellung überzeugt auch in den restlichen Kategorien. Das Panel liefert satte aber keinesfalls unnatürliche Farben und einen ordentlichen Kontrast. Der Wunsch manuell Anpassungen vorzunehmen, kam nie auf. Das ist aber auch gut so, denn es gibt keinerlei Optionen für die Darstellung. Die Farbtemperatur des Displays tendiert in den warmen Bereich. Weiß zeigt einen subtilen Rotstich. Für die Augen ist das insbesondere am Abend sehr angenehm. Die Blickwinkelstabilität des Bildschirms ist einwandfrei.

Die Helligkeit ist beim UmiDigi One Pro ausreichend für die Nutzung im Freien. Inhalte sind bei direkter Sonneneinstrahlung zwar deutlich schwerer zu erkennen, doch wir hatten nie das Problem, dass gar nichts mehr zu sehen war. Die automatische Regelung der Helligkeit funktioniert zuverlässig und hat nie ein Flackern oder sonstige Probleme verursacht.

Den Rotstift angesetzt hat man beim Touchscreen. Im UmiDigi One Pro steckt nur ein 5-Punkt Digitizer. Damit kann man aber leben, solange der Touchscreen gut ist. Und das ist er. Bis auf auf eine leichte Eingabeverzögerung haben wir keine Probleme feststellen können. Loben müssen wir auch das Displayglas. Dieses hat sich im Test als sehr kratzfest erwiesen und hat sehr gute Gleiteigenschaften. Verantwortlich dafür ist eine fettabweisende Beschichtung, welche auch Fingerabdrücke in Schach hält.

Das Glas auf der Rückseite ist leider nicht fettabweisend und deshalb ein Fingerabdruck Magnet. Das ist schade, da so das schicke Design schnell verschandelt wird, wenn man das Gerät mit schmierigen oder verschwitzten Händen berührt. Die Abdrücke komplett los zu werden verlangt dann reichlich Polierarbeit. Immerhin ist aber auch die Rückseite sehr kratzfest und hat den Alltag bisher komplett ohne Schäden überstanden. Das schließt diverse Rutschpartien über Tische und den ungeschützten Transport in einer Fahrradhalterung auf vier Radtouren mit ein.

UmiDigi One Pro
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek Helio P23 / MT6763V/B (16nm)
4x ARM Cortex A53 @2GHz
4x ARM Cortex A53 @1,5GHz
GPU:​ ​Mali G71 MP2
RAM (Geschwindigkeit):​​4GB LPDDR4X (5,43GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​64GB eMMC (266 / 140MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):Ja, Hybrid Slot (81 / 38MB/s)​
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Fingerabdruck Scanner:​​Ja (rechte Seite)
​Sensoren:​Accelerometer, Magnetometer, Orientation, Gyroscope, Light, Proximity, Rotation Vector, Gravity, Linear Acceleration
Besonderheiten:​​3,5mm Anschluss, Fingerprint + Power Button Kombination, RGB Benachrichtigungs LED, Wireless Charging, NFC, Stereo Lautsprecher, USB Typ-C 2.0 OTG, zweites Mikrofon
Abmessungen / Gewicht:​​148,5 x 71,4 x 8,8mm (9,2mm mit Kamera)
188g

Nachdem man im Z2 Pro bereits auf einen Mediatek Helio P60 setzt, hat sich UmiDigi im One Pro wieder für den Helio P23 entschieden. Diese Entscheidung ist allerdings völlig legitim, denn das UmiDigi One Pro soll ja eine möglichst gute Ausstattung für möglichst wenig Geld bieten. Und da stellt der Helio P23 definitiv einen Sweet Spot dar, denn der Chip ist mittlerweile sehr günstig geworden, bietet aber trotzdem eine gute Leistung im Alltag, sofern er ordentlich implementiert wird. Was UmiDigi schon beim Z2 gut gelungen ist, konnte man auch hier umsetzen. 82.649 Punkte erreicht das One Pro im Antutu Benchmark. Das ist ein guter Wert.

Die reale Performance die man im Alltag zu spüren bekommt liegt ein wenig hinter der vom Z2, ist aber immer noch absolut zufriedenstellend. Unterschiede bemerkt man in der allgemeinen Smoothness. Frisch geöffnete Apps können mal kurz stottern und nach einem Neustart fühlt sich das Gerät etwas langsam an. Das legt sich aber recht schnell und dann läuft das Handset und die Apps schön flüssig. Der Grund für diese sporadischen Slowdowns ist wohl der im Vergleich zum Z2 relativ langsame und kleinere Arbeitsspeicher. Hier kommen nur 4GB RAM zum Einsatz, welche einen Durchsatz von 5,43GB/s erreichen. Der interne Speicher (64GB) erreicht eine zufrieden stellende Geschwindigkeit. Micro SD Karten können im Tausch gegen einen SIM Slot genutzt werden.

In Spielen ist die Performance für einen Helio P23 gar nicht so übel. Oz: Broken Kingdom lässt sich auf der Detailstufe "Very High" sehr flüssig spielen. Unkilled läuft auf "High" flüssig. Für neuere Titel muss man die Grafikeinstellungen auf Mittel oder Niedrig setzen um flüssig spielen zu können. Zielführend ist das aber nicht für alle Titel. Asphalt 9 ruckelt zum Beispiel auch auf niedrigster Detailstufe noch deutlich. Die Wärmeentwicklung beim Spielen ist deutlich spürbar aber nicht unangenehm. Thermal Throttling tritt beim One Pro nicht auf.

Bei den Sensoren sind alle wichtigen Komponenten am Start. Auf einen Schrittzähler verzichtet der Hersteller allerdings. Im Test haben das Gyroskop und der Kompass problemlos funktioniert. Der Kompass musste jedoch vor der ersten Nutzung kalibriert werden. Seitdem zeigt er zuverlässig in die richtige Richtung. Zusätzlich zu den internen Sensoren ist auch im UmiDigi One Pro wieder ein kapazitiver Fingerabdrucksensor verbaut. Diesmal hat UmiDigi den Sensor seitlich montiert. Und nicht nur das: Man hat den Sensor direkt in den Power Button integriert. Das ganze funktioniert überraschend gut und zuverlässig. An die Entsperrgeschwindigkeit von Xiaomi kommt man aber nach wie vor nicht heran. Das Entsperren dauert zwischen 0,8 - 1 Sekunde. Zum Entsperren kann man entweder den Finger auflegen oder den Button drücken. Letzteres beschleunigt das Entsperren ein wenig. Darüber hinaus gibt es ein Kamera-basiertes Face Unlock System. Auch das funktioniert recht zuverlässig und lässt sich nicht mit Fotos überlisten. Bei völliger Dunkelheit leuchtet das Display hell auf um das Gesicht auszuleuchten. Auch das funktioniert gut, man muss das Smartphone allerdings recht nah ans Gesicht halten.

Der USB Anschluss kommt in Typ-C Ausführung daher und wurde unten im Rahmen zwischen Mikrofon und Lautsprecher platziert. Der Typ-C Port hält sich an den Standard. Es passen also alle Kabel und Adapter. Es kommt allerdings USB 2.0 als Basis zum Einsatz. Von einem Typ-C Hub lassen sich so nur die USB Anschlüsse nutzen. OTG Adapter und Sticks funktionieren auch.

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UmiDigi One Pro
Software

​Variante: ​Stock Android + Custom Launcher
​Android Version: ​Android 8.1 Oreo
Sicherheitspatch im Test: Juni 2018
Google zertifiziert:​Ja
DRM Technologien:​ClearKey CDM, Widevine Level 3
Bloatware​:​Nur Google Apps
Root Zugriff:​​Nein
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

Das UmiDigi One Pro wird mit Stock Android beworben. Ganz richtig ist das aber nicht. Auf die grundlegende Optik und den Aufbau des Systems trifft das zwar zu, doch hier und da gibt es Änderungen. Der Launcher wurde durch einen Eigenen ersetzt und im Benachrichtigungszentrum gibt es Anpassungen am Layout für die Notch. Beide Anpassungen sind leider nicht gut gelungen. Der Launcher verschwendet durch übertriebene Abstände zwischen Icons viel Platz, wenn man die Displayskalierung auf eine niedrige Stufe gesetzt hat. Das lässt sich natürlich mit einem anderen Launcher schnell und einfach umgehen. Was man dagegen nicht beheben kann ist, dass die Quick Toggles im Benachrichtigungszentrum über zu wenig Abstand zur darunter dargestellten Uhrzeit und dem Shortcut für die Einstellungen verfügen. Das führt dazu, dass man z.B. beim Versuch WLAN oder Bluetooth zu deaktivieren die Uhr-App öffnet, da man versehentlich die Uhrzeit statt den Quick Toggle für WLAN berührt. Diesen Fehler gab es schon beim UmiDigi Z2. Viele Nutzer hat das gestört und es gab entsprechende Beschwerden. Irgendwie ist es unter Berücksichtigung dessen schon peinlich, dass UmiDigi sich dafür nicht interessiert und den Fehler im UI Design auch beim One Pro wiederholt hat.

Auf dem UmiDigi One Pro läuft Android 8.1 Oreo. Der Sicherheitspatch im Test (Stand 14. September 2018) war Juni 2018. Damit ist der Patch leider nicht ganz aktuell. UmiDigi sollte hier langsam mal in die Pötte kommen, denn diverse andere kleine Hersteller schaffen es mittlerweile wenigstens zum Release einen aktuellen Patch zu liefern. Immerhin ist das UmiDigi One Pro aber Google zertifiziert. Probleme mit dem Play Store, welcher vorinstalliert ist, sind also nicht zu erwarten. OTA Updates werden unterstützt und genutzt. Im Testzeitraum gab es ein Update. Weitere Fehler oder Stabilitätsprobleme sind uns im Test nicht aufgefallen. Auch alle im Alltag genutzten Apps laufen einwandfrei inklusive Netflix, PayPal und diverse Banking Apps.

UmiDigi One Pro
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​​2G GSM: B2/3/5/8
2G CDMA1X: BC0 / BC1
3G EVDO: BC0 / BC1
3G WCDMA: B1/2/4/5/8
3G TD-SCDMA: B34/39
4G TDD-LTE: B34/38/39/40/41
4G FDD-LTE: B1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/18/19/20/25/26/28A/28B
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n Dual Band
Bluetooth:​​Bluetooth 4.2
NFC:​​Ja
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​Ja (Dual Nano SIM)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Auch an dieser Stelle setzt sich das UmiDigi One Pro von der großen Mehrzahl günstiger China Handys ab. Das Smartphone bietet nämlich eine globale Frequenzunterstützung, sodass sich das One Pro in nahezu allen Ländern mit allen Netzbetreibern nutzen lässt. Natürlich werden auch all in Deutschland genutzten Frequenzen unterstützt, was sowohl für 3G als auch 4G gilt. Leichte Schwächen zeigen sich allerdings bei der Empfangsleistung in 3G und 4G Netzen. Der Empfang ist zwar nicht schlecht, doch man merkt, dass das Handset vor allem innerhalb von Gebäuden bei schlechter Netzabdeckung Schwierigkeiten hat eine stabile 3G oder LTE Verbindung zu halten. Im Test kam es öfters vor, dass z.B. eine Webseite beim Laden ins Stocken kam und es erst nach Verändern der Position weiter ging. Im Freien und bei ordentlicher Abdeckung tritt das Phänomen nicht auf.

WLAN wird mit den Standards a/b/g/n unterstützt und somit auch das 5GHz Band. Die real erreichbare maximale Bandbreite lag bei unserem Testgerät bei rund 102Mbit/s. Dieser Wert blieb im gesamten Stockwerk in dem der Router blieb stabil. Erst im Stockwerk darunter bzw. darüber erfolgte dann ein Fallback auf 2,4GHz. Die Bandbreite lag hier bei knappen 40Mbit/s. Unterm Strich is der Empfang damit als gut zu bewerten.

Bluetooth wird in Version 4.2 unterstützt und hat im Test keine Fehler gezeigt. Die Verbindung zu einem Bluetooth Headset blieb auch zwei Räume weiter stabil. Erst bei drei Räumen Abstand zum Smartphone gab es erste Aussetzer im Ton. Darüber hinaus bietet das UmiDigi One Pro Unterstützung für NFC. Auch das hat in einem Test mit einem NFC Tag gut funktioniert. Google Pay sollte durch die Google Zertifizierung ebenfalls funktionieren. Testen können wir das mangels Unterstützung seitens unserer Bank leider nicht.

Das GPS funktioniert einwandfrei. Im ersten Test wurde binnen vier Sekunden ein stabiler Fix erreicht. Die Signalstärke sieht gut aus. Die Genauigkeit erreicht bis zu 1,3 Meter. Beim Navigieren mit Google Maps gab es weder zu Fuß noch auf dem Fahrrad oder im Auto Aussetzer. GPS Tracking mit Runtastic funktionierte ebenfalls punktgenau und absolut fehlerfrei. Der Energieverbrauch beim Tracking im Standby ist moderat. Pro Stunde werden nur rund 8% Akku verbraucht.

UmiDigi One Pro
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Stereo (1x Rahmen + 1x Telefonhörer)
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Ja
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​Nein

​Und schon erwartet uns das nächste Highlight. Das UmiDigi One Pro wartet mit Stereo Lautsprechern auf. Um den Stereo Klang zu erzeugen wird einmal der klassische Lautsprecher im Rahmen genutzt, aber auch der Telefonhörer. Leider bleibt die erwartete Steigerung der Qualität aus. Die letzten Smartphones von UmiDigi haben (mit einem Mono Lautsprecher) einen sehr guten Klang liefern können. Das UmiDigi One Pro kommt da leider nicht ran. Zwar erzeugen die Lautsprecher eine hohe Lautstärke und auch der Stereo Effekt ist wahrnehmbar, doch es mangelt an Tiefe. Der Klang ist also ziemlich flach und eignet sich damit nicht wirklich zum Musik hören.

Sehr gut gefällt uns dagegen, dass UmiDigi den Kopfhörer Anschluss zurück gebracht hat. Dieser befindet sich im unteren Rahmen direkt neben dem USB Typ-C Anschluss. Eure analogen 3,5mm Kopfhörer könnt ihr also ohne Adapter am One Pro nutzen. Der Ausgang liefert ein sauberes Signal mit ordentlicher Lautstärke.

Beim Telefonieren überzeugt das One Pro ebenfalls. Die Ohrmuschel klingt gut und wird auf maximaler Stufe sehr laut, was in lauter Umgebung praktisch ist. Die Sprachqualität überzeugt auf beiden Seiten. Zudem ist aktives Noise Cancelling vorhanden. Ein zweites Mikrofon hilft dabei Geräusche aus der Umgebung auszufiltern. In der Praxis hat das ganz gut funktioniert.

UmiDigi One Pro
Kamera

​Hauptkamera: Hersteller Angaben:
Hauptsensor: 12MP OV12870 f/2.0
Sekundärsensor: 5MP

Tatsächlich verbaut:​
Hauptsensor: 16MP Samsung S5K3P3SX f/2.0
Sekundärsensor: 2MP GalaxyCore GC2355

Video: Full HD (1080p) 30fps
​Frontkamera: Hersteller Angaben:
16MP

Tatsächlich verbaut:​
5MP GalaxyCore GC5025 f/2.0 (interpoliert auf 16MP)

Video: Full HD (1080p) 30fps
​Blitz:​Dual LED (zweifarbig)
​Fokus:​CDAF
​Slow Motion:​Nein

​Was UmiDigi bei den Kameras bewirbt ist höchstwahrscheinlich nicht verbaut. Diesen Grundsatz sollte man bei diesem Hersteller immer im Kopf behalten. Und ja, das lohnt sich auch beim One Pro. Einmal mehr finden wir in den Treiber Dateien völlig andere Sensoren als vom Hersteller beworben. Laut UmiDigi steckt in der Hauptkamera vom One Pro ein 12MP OV12870 Sensor und ein zweiter Sensor mit 5MP. Wie (fast) immer stimmt das aber nicht. Tatsächlich finden wir hier einen 16MP Samsung S5K3P3SX und einen 2MP GalaxyCore GC2355 Sensor.

Und nein, wir verwechseln hier nicht den Sensor der Frontkamera (welcher mit 16MP beworben wird) mit dem Hauptsensor der hinteren Kamera. In den Fotos der Frontkamera zeigen sich nämlich eindeutige Anzeichen für Interpolation, also dem Hochrechnen der Fotos auf eine höhere Auflösung.

​Den 16MP Samsung Sensor kann man für die Frontkamera deshalb ausschließen. Übrig bleibt dann nur noch ein 5MP GalaxyCore GC5025 (f/2.0). Hier wird also ein 5MP Sensor künstlich auf 16MP aufgeblasen, was dann auch die matschigen Bilder der Frontkamera mit aktiver 16MP Einstellung erklärt. Tipp: Reduziert die Auflösung der Frontkamera auf 5MP und ihr bekommt akzeptable Selfies.

Genug von den Sensoren: Wie schlägt sich die Hauptkamera? Überraschend gut! Die Fotos liefern sehr realistische Farben ohne irgendeinen Farbstich. Sogar die Dynamik ist für einen Billigheimer überraschend gut. Hier und da mangelt es etwas an Details und Schärfe, doch schlecht sehen die Bilder bei genügend Licht keinesfalls aus.

Der HDR Modus funktioniert gut und verbessert Fotos mit schwierigen Lichtsituationen deutlich.

Mit Open Camera lässt sich sogar noch etwas mehr aus der Kamera herausholen. Die Dynamik wird noch weiter verbessert und auch die Schärfe und der Detailreichtum noch eine Spur erhöht. Mit Open Camera kann das UmiDigi One Pro definitiv mit einem Redmi S2 mithalten.

​Bei Sonnenaufgang oder Untergang lassen sich auch noch akzeptable Fotos schießen, wobei die Qualität aber spürbar abnimmt. Sobald die Sonne weg ist, ist dann aber endgültig Schluss und die Kamera wird unbrauchbar. Der LED Blitz hilft nur auf kurze Distanz, liefert dann aber ansehnliche Resultate.

​Bei der Dual Kamera fragen wir uns: Warum nicht gleich so? Über mehrere Generationen hinweg liefert UmiDigi zuverlässig Fake Dual Kameras. Und beim UmiDigi One Pro ist die Dual Kamera plötzlich... echt! Jawoll, richtig gelesen. Der Bokeh Modus funktioniert. Gut, das war es dann auch schon. Aber immerhin! Der Bokeh Modus kann mit etwas Gefumme durchaus brauchbare Ergebnisse erzeugen. An die Zuverlässigkeit eines Xiaomi Smartphones kommt er aber bei weitem nicht heran. Selbst das knallbillige Redmi S2 schlägt sich da besser.

Weniger überzeugend ist die Qualität beim Aufzeichnen von Videos, was für beide Kameras gilt. Die maximale Auflösung liegt bei Full HD, die Qualität ist aber wenig zufriedenstellend. Der Fairness halber muss man aber sagen, dass auch Xiaomi in dieser Preisklasse an dieser Stelle oft enttäuscht. Das bedeutet natürlich nicht, dass man es nicht hätte besser machen können.

UmiDigi One Pro
Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.250mAh
​Kapazität (Gemessen): ​3.200mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja
Kabelgebunden: 18W Pump Express Plus
Drahtlos: 15W Qi Wireless Charging

​Die Akkulaufzeit vom UmiDigi One Pro hat uns im Test echt positiv überrascht. Und das liegt nicht nur daran, dass beim Überprüfen der Kapazität fast punktgenau der beworbene Wert herauskam, sondern auch daran, dass die Laufzeit wirklich gut ist. Wir kamen zwischen anderthalb und zwei Tage mit einer Akkuladung aus, was ein echt gutes Ergebnis ist - vor allem dann, wenn man regelmäßig GPS und die Kamera nutzt.

Doch nicht nur die Laufzeit ist ein Highlight. Beim Aufladen erwarten uns zwei weitere Dinge, welche das One Pro sehr interessant machen. Zunächst einmal unterstützt das Handset Pump Express Plus. Der Akku wird damit in einer Stunde von 20% auf 90% geladen. Nur für die restlichen 10% benötigt das Handset dann nochmal eine halbe Stunde.

Dabei hat man es allerdings nicht belassen und dem UmiDigi One Pro zusätzlich noch Qi Wireless Charging verpasst. Hier wird nicht nur der 5W Standard unterstützt, sondern auch Fast-Charging. Das One Pro unterstützt Wireless Charging mit bis zu 15W. Einen entsprechenden Wireless Charger kann man bei UmiDigi separat kaufen. Wir haben das nicht getan und stattdessen den 10W Qi Charger vom Ulefone Power 5 genutzt. Das hat wunderbar funktioniert. Binnen zwei Stunden und 30 Minuten war der Akku von 20 auf 100% geladen. Sehr schön ist auch, dass man das One Pro nicht punktgenau ausrichten muss. Ein grobes Auflegen auf das Ladepad genügt völlig um den Ladevorgang zu starten.

UmiDigi One Pro
Fazit

​Bei UmiDigi kann man nur den Kopf schütteln. Es ist atemberaubend, was dieser Hersteller für einen Mist auf den Markt werfen kann und dabei keinerlei Einsicht zeigt, wenn man ihn damit konfrontiert, auf der anderen Seite dann jedoch völlig unerwartet mit einem Gerät wie dem One Pro um die Ecke kommt, welches eine wirkliche Ansage an Xiaomi und Co ist. Ja klar, in Sachen Updates und Software Qualität kann und wird man nie mit Xiaomi mithalten können. Doch abseits davon hat das One Pro echte "Redmi Killer" Qualitäten. Für 140 bis 150€ solch ein Design, Wireless Fast-Charging, Stereo Lautsprecher, einen seitlichen Fingerabdruck Scanner, eine echte Dual Kamera, NFC und globale Frequenzunterstützung abzuliefern, ist schon eine Leistung die man einfach anerkennen und loben muss. Wer sich nicht zu den Update Fetischisten zählt, darf hier gerne zugreifen. Die Preis-Leistung die das Handset bietet, rechtfertigt es alles zu vergessen, was UmiDigi sich in der Vergangenheit geleistet hat.

Schön wäre es, wenn sich der Hersteller in Zukunft endlich mal konstant Mühe geben würde und alle Geräte mindestens so gut wie das One Pro gestalten würde. Dann noch etwas mehr Engagement beim Thema Software und wir können Freunde werden. Wie sagt man so schön? Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Pro Contra
​+ Tolles, hochwertiges Design mit rundum guter Verarbeitung ​- Falsche Angaben bei den Kamerasensoren
+​​ Kratzfestes Glas auf Front und Rückseite-​​ Verbesserungswürdige Software (Sicherheitspatch, UI Layout, Launcher)
+​​ Ordentliches Display mit guter Helligkeit und brauchbarem Touchscreen-​​ Schwächen beim Mobilfunkempfang in Gebieten mit schlechter Abdeckung
+​​ Notch mit integrierter Status LED (endlich!)-​​ Dual Kamera funktioniert zwar, hat aber deutlich Luft nach oben
+​​ Stereo Lautsprecher (kein Klangwunder!)-​​ Stereo Lautsprecher bringen keinen Mehrwert
+​​ Ausreichende Performance für den durchschnittlichen Nutzer (kein Gaming Smartphone!)
+​​ Alle Sensoren funktionieren einwandfrei
​+ Face Unlock lässt sich nicht überlisten
​+ Brauchbarer seitlicher Fingerabdruck-Sensor im Power Button
​+ Globale Frequenzunterstützung, guter WLAN und GPS Empfang
​+ NFC
​+ Google Zertifizierung
​+ Brauchbare Kamera bei Tag
​+ Gute Akkulaufzeit
​+ Pump Express Plus und 15W Qi Wireless Charging
​+ 3,5mm Kopfhörer Anschluss
​+ Gute Sprachqualität

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Kommentare 15

Gäste - Seb am Dienstag, 16. Oktober 2018 12:39
Notification nach Reboot

Super Review, danke dafür ! Aber eine Frage hätte ich noch: Man liest in den Umidigi Forum von Problemen mit 3rd party App (z.B. Whatsapp) Notifications nach einem Reboot. Angeblich müsste man die 3rd party Apps erst manuell starten um wieder Notifications zu bekommen. Ist das Problem auch replizierbar bei deinem Gerät ? Das wäre das einzige was mich noch von einem Kauf abhält. Danke.

Super Review, danke dafür ! Aber eine Frage hätte ich noch: Man liest in den Umidigi Forum von Problemen mit 3rd party App (z.B. Whatsapp) Notifications nach einem Reboot. Angeblich müsste man die 3rd party Apps erst manuell starten um wieder Notifications zu bekommen. Ist das Problem auch replizierbar bei deinem Gerät ? Das wäre das einzige was mich noch von einem Kauf abhält. Danke.
Christopher am Dienstag, 16. Oktober 2018 12:44

Alles eine Frage der Einstellungen. Zu Whats App kann ich nichts sagen, Facebook Messenger hat aber problemlos geklappt.

Alles eine Frage der Einstellungen. Zu Whats App kann ich nichts sagen, Facebook Messenger hat aber problemlos geklappt.
markus2015 am Montag, 17. September 2018 20:59
dump

Dies ist der Device Dump vom Cubot p20 im factory mode. Das muss es auch auf dem Umi geben.Selbst auf dem Doogee Mix gibt es ihn

https://www.chinamobilemag.de/forum/chinahandys/3792-umi-one-pro-device-dump.html

Dies ist der Device Dump vom Cubot p20 im factory mode. Das muss es auch auf dem Umi geben.Selbst auf dem Doogee Mix gibt es ihn https://www.chinamobilemag.de/forum/chinahandys/3792-umi-one-pro-device-dump.html
Gäste - Enzio am Sonntag, 16. September 2018 10:50
Schade

Das Traurige ist ja, wenn Umi wollen, können sie spitzenmäßige Smartphones bauen. Durch ihre Softwareschlampereien und Kamerafakes verspielen sie aber leider immer wieder den Funken Vertrauen, den sie nach jedem gelungenen Smartphone gewonnen haben.

Das Traurige ist ja, wenn Umi [b]wollen[/b], können sie spitzenmäßige Smartphones bauen. Durch ihre Softwareschlampereien und Kamerafakes verspielen sie aber leider immer wieder den Funken Vertrauen, den sie nach jedem gelungenen Smartphone gewonnen haben.
markus2015 am Sonntag, 16. September 2018 02:11
omnivision

Ich glaube mit dem Sensor verzettelt Ihr euch. Die spezielle Nachbearbeitung im Bild ist völlig unypisch für den 16 MP Samsung. Besonders wie die Gräser hervorgehoben werden gleicht haargenau der omnivision software im Xiaomi Mi A1

Schaut doch im Factory Mode mit Quickshortcutmaker nach. Dort gibt es die SystemInfoActivity und den Kerneldump welche Module used werden. Dann ist alles klar.

Ich glaube mit dem Sensor verzettelt Ihr euch. Die spezielle Nachbearbeitung im Bild ist völlig unypisch für den 16 MP Samsung. Besonders wie die Gräser hervorgehoben werden gleicht haargenau der omnivision software im Xiaomi Mi A1 Schaut doch im Factory Mode mit Quickshortcutmaker nach. Dort gibt es die SystemInfoActivity und den Kerneldump welche Module used werden. Dann ist alles klar.
Christopher am Sonntag, 16. September 2018 02:36

Factory Mode Hardware Info spuckt folgende Daten aus:
- OV12870
- S5K3P3SX
- GC2355

Ich bleibe aber dabei, dass das nicht stimmen kann. Die Frontkamera hat nie im Leben einen 16MP Sensor verbaut. Die Angaben in der libcameracustom sind da schon glaubhafter. Wo bei den Bildern parallelen zum Mi A1 vorhanden sein sollen, kann ich nicht nachvollziehen.

Factory Mode Hardware Info spuckt folgende Daten aus: - OV12870 - S5K3P3SX - GC2355 Ich bleibe aber dabei, dass das nicht stimmen kann. Die Frontkamera hat nie im Leben einen 16MP Sensor verbaut. Die Angaben in der libcameracustom sind da schon glaubhafter. Wo bei den Bildern parallelen zum Mi A1 vorhanden sein sollen, kann ich nicht nachvollziehen.
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Dienstag, 23. Oktober 2018

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