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Realme X3 SuperZoom Testbericht

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realme-x3-superzoom Das Realme X3 SuperZoom im Test

Einleitung

Ein High-End Smartphone mit einem Prozessor Flaggschiff des Vorjahres? Genau diese Idee hatte Realme und hat mit dem Realme X3 SuperZoom ein entsprechendes Smartphone vorgestellt. Das Gerät setzt auf den Snapdragon 855+ und verzichtet auf 5G. Dafür bietet man in Europa einen fairen Preis von knapp 500€ gepaart mit dafür richtig guten Specs wie einem 120Hz Display, einer Periskop Zoom Kamera und satter Speicherausstattung (12+256GB). Das Realme X3 SuperZoom hat gleich zum Launch unser und das Interesse unserer Leser geweckt. Wir haben uns deshalb ein Testgerät zukommen lassen und dem X3 SuperZoom im Alltag auf den zahn gefühlt. Lohnt sich der Verzicht auf 5G und einen aktuellen Prozessor? In diesem Testbericht erfahrt ihr alles dazu und natürlich noch viel mehr.

Verpackung & Lieferumfang

Das Realme X3 SuperZoom kommt verpackt in einer typischen, kompakten Smartphone-Box, welche Realme-typisch ein einem sonnigen Gelb erstrahlt. Sie trägt nur den Namen des Smartphones und keinerlei Abbildung des Geräts. Im Inneren findet man das X3 SuperZoom mit ab Werk aufgebrachter Schutzfolie für das Display. Dazu gibt es eine SIM Nadel, etwas Dokumentation und eine Schutzhülle für die Rückseite. Ganz unten verstecken sich außerdem noch ein 30 Watt Schnellladegerät mit deutschem Stecker und ein USB-C 2.0 Kabel zum Aufladen und Datentransfer. Wer sich für das Unboxing interessiert, kann sich das Video in unserem YouTube Kanal ansehen.

Realme X3 SuperZoom Zubehör kaufen

Design & Verarbeitung

Materialien Rahmen: Kunststoff
Rückseite: Glas (mattiert)
Front: Gorilla Glass 5
Gewicht202g
Abmessungen163,8 x 75,8 x 8,9mm

Realme setzt bei seinen Smartphones gerne auf Kunststoff und das sogar in Preisklassen wo andere Hersteller längst auf Metall setzen. Leider gilt das auch für das Realme X3 SuperZoom, was eine durchaus mutige Entscheidung ist. Auch wenn hier für gewisse Ausstattungsmerkmale Einsparungen gemacht werden müssen, hätte ein Metallrahmen bei einem Preis von 499€ durchaus drin sein müssen. Leichter wird das Realme X3 SuperZoom durch den Kunststoffrahmen nicht und man spürt das Material schon beim ersten in die Hand nehmen. Rein vom Gefühl her hat man es hier mit einem Budget Smartphone zu tun und auch ein Blick auf das X3 SuperZoom enthüllt nicht sofort, dass das Gerät höherpreisig ist. Das liegt vor allem daran, dass die Lackierung des Rahmens unsauber gearbeitet ist. Bei unserem Testgerät fällt das vor allem oben am Übergang zum Display auf und sollte in den Fotos gut zu erkennen sein.

Das Realme X3 SuperZoom macht aber auch einige dieser Schwächen wieder gut, denn ansonsten gibt es nicht viel auszusetzen. Die Rückseite besteht aus mattiertem 3D Glas. Dadurch fühlt sich das Material zwar auch eher wie Kunststoff an, ist aber überhaupt nicht anfällig für Kratzer und Fingerabdrücke. In der uns vorliegenden weißen Version zeigt das Realme X3 Pro rückseitig einen schicken aber zurückhaltenden Perlmutt-artigen Schimmer der uns gut gefällt. Der Übergang vom Glas zum Rahmen ist sauber gearbeitet. Die Tasten sind relativ gut zu erreichen, bieten einen knackigen Druckpunkt mit ausreichend Widerstand und klappern nicht. Einzig das recht weit herausstehende Kameramodul stört ein wenig, war durch die Periskop Optik der Tele-Kamera aber wohl nicht anders zu realisieren. Insgesamt muss sich das Realme X3 SuperZoom also abseits der Materialwahl für den Rahmen nichts vorwerfen lassen. Achja: Die Stabilität leidet am Kunststoffrahmen übrigens nicht. Im Biegetest müssen wir sogar mehr Kraft aufwenden um eine minimale Biegung zu erzeugen, als dies beim Poco F2 Pro mit Metallrahmen der Fall ist, welches wir ebenfalls gerade im Test haben.

Display

Größe 6,6"
Auflösung 2400 x 1080
TechnologieIPS LCD, HDR10, 120Hz
Anzahl Berührungspunkte10
Gehärtetes GlasGorilla Glass 5
Anti Fingerabdruck BeschichtungJa

Beim Display bietet das Realme X3 SuperZoom nur ein LCD Panel. Dafür wird dieses allerdings mit 120Hz angesteuert, was viele Freunde der flüssigen Darstellung sicherlich über das Fehlen von AMOLED hinwegtrösten kann. Damit einher geht natürlich auch eine feinere Pixel Struktur und eine entsprechend schärfere Darstellung, was man je nach persönlicher Sehkraft durchaus bemerkt. In den Einstellungen kann man frei wählen, ob man das X3 SuperZoom mit 60Hz zum Energiesparen oder mit den 120Hz für maximale "Smoothness" nutzen möchte. Auch ein dynamisches Umschalten durch das System ist möglich. So wird der Bildschirm z.B. beim Ansehen von Videos oder beim Spielen von Titeln ohne Unterstützung für Bildraten >60fps automatisch auf 60Hz umgeschaltet.

Die Darstellung vom Realme X3 SuperZoom weiß zu gefallen. Der Bildschirm ist gleichmäßig ausgeleuchtet, Farben wirken gut ausbalanciert, der Kontrast fällt gut aus und auch die Schwarzwerte sind alles andere als schlecht. Die Blickwinkelstabilität ist ebenso gegeben. Wem die Darstellung nicht gefällt, kann aus zwei Farbprofilen wählen oder auch die Farbtemperatur des Panels verändern. Eine leichte LCD-typische Schattenbildung am Displayrand sowie der Punch Hole Kamera ist vorhanden, jedoch so subtil, dass sie im Regelfall nicht auffällt. Was die Helligkeit betrifft zählt das Realme X3 SuperZoom nicht zu den Smartphones mit der besten Leuchtkraft. Die 600 Nits Marke wird nicht erreicht, entsprechend reicht es auch nur für HDR10. Im Freien hatten wir dennoch nie Probleme Text oder Kartenmaterial auf dem Display zu erkennen. Nur feine Details sind bei direkter Sonneneinstrahlung teils schwer auszumachen.

Der Touchscreen arbeitet präzise und noch dazu sehr flott. Schnelles Schreiben ist auf dem Realme X3 SuperZoom problemlos und weitestgehend fehlerfrei möglich. Auch beim Spielen haben wir keine Aussetzer bemerkt. Lobenswert ist zudem die hohe Touch Auflösung, was sich gemeinsam mit dem 120Hz gut macht und zu einem flüssigen Nutzungserlebnis beiträgt. Das Displayglas ist gleitfähig und dank Gorilla Glass 5 robust. Wir haben das X3 SuperZoom mehrmals mit einem Schlüssel in der Tasche transportiert und im Testzeitraum keine Kratzer auf dem Glas beobachtet. Fingerabdrücke lassen sich nicht allzu schnell nieder und sind einfach zu entfernen.

Hardware & Performance

Prozessor Qualcomm Snapdragon 855+ (7nm)
1x 2,96GHz (Cortex A76)
3x 2,42GHz (Cortex A76)
4x 1,78GHz (Cortex A55)
GPU Adreno 640
RAM12GB LPDDR4X Quad Channel
Durchsatz: 28,1GB/s
Speicher256GB UFS 3.0 Dual Lane
Lesen: 1524MB/s | Schreiben: 533MB/s
Micro SDKein Micro SD Slot
Fingerabdruck ScannerJa (seitlich im Power Button)
SensorenLineare Beschleunigung, Magnetfeld, Gyroskop, Gravitation, Ausrichtung, Rotationsvektor, Umgebungslicht, Pick-Up, Beschleunigung, Annäherung
BesonderheitenKeine Status LED, kein Kopfhörer Anschluss, USB-C 2.0, USB OTG, Punch Hole Display

Im Realme X3 SuperZoom steckt wie schon erwähnt ein Prozessor Flaggschiff aus dem letzten Jahr - der Snapdragon 855+. Selbstverständlich gehört auch dieser noch lange nicht zum alten Eisen, war er doch bis vor nicht sehr langer Zeit der schnellste Prozessor für Android Smartphones. Entsprechend liefert der Snapdragon 855+ auch heute noch mehr als genug Leistung und sorgt dafür, dass das Realme X3 SuperZoom stets flott unterwegs ist. Dabei ist es egal, ob man gängige Apps laufen lässt, umfassendes Multitasking betreibt oder aktuelle Spiele spielt. Das Smartphone läuft durchweg rund und flüssig. Dank Flüssigkeitskühlung wird die Performance auch über längere Zeit geliefert und so kam es auch nach einer Stunde Shadowgun Legends nicht zu Rucklern, was ja bekanntlich zu den aktuell anspruchsvollsten Spielen für Android Smartphones zählt. Thermal Throttling bleibt aber trotzdem nicht ganz aus, wie sich im CPU Throttle Test zeigt. Das könnte am Kunststoff Rahmen liegen, wodurch die Hitze nicht effizient abgeleitet werden kann.

Einen zusätzlichen Geschwindigkeits-Schub, welcher sich auch in den Benchmark Ergebnissen deutlich bemerkbar macht, gibt es dank der sehr guten Speicher Ausstattung, welche man normal im Preisbereich zwischen 400 und 500 Euro nicht findet. Der Arbeitsspeicher umfasst beim Realme X3 SuperZoom satte 12GB und ist entsprechend schwer voll zu bekommen. Mehr noch: Der RAM ist sogar per Quad Channel angebunden, womit er über 28GB/s Durchsatz erreicht und sowohl beim Spielen als auch beim Multitasking die Performance nochmals verbessert. Für eure Daten stehen beim Realme X3 SuperZoom außerdem 256GB interner UFS 3.0 Speicher mit Dual Lane Anbindung bereit. Damit erreicht das Smartphone einen Durchsatz von 1524MB/s beim sequenziellen Lesen und über 500MB/s beim sequenziellen Schreiben. Auf eine Micro SD Erweiterung hat Realme verzichtet, was aber angesichts des großen Speichers nur wenige stören dürfte.

Bei den Sensoren hat natürlich auch das Realme X3 SuperZoom wieder alles am Start was der durchschnittliche Nutzer benötigt. Kompass und Gyroskop haben wir wie immer dediziert getestet und hier keine Schwächen ausmachen können. Wegen des LCD Displays wurde der Fingerabdruck Sensor in kapazitiver Ausführung seitlich in den Power Button verlegt. Hier ist er gut zu erreichen und entsperrt das Realme X3 SuperZoom per Knopfdruck ohne große Verzögerung und das zuverlässig. Face Unlock ist natürlich ebenso verfügbar und funktioniert ebenso zuverlässig als auch schnell. Mit Fotos hat sich das System nicht überlisten lassen.

Lediglich bei den Schnittstellen könnte das Realme X3 SuperZoom ein paar Interessenten enttäuschen. Bei den Anschlüssen fehlt leider ein 3,5mm Anschluss. Stattdessen gibt es nur USB-C und auch das nur mit USB 2.0 Unterstützung. OTG wird natürlich unterstützt. Auf einen Infrarotblaster hat Realme leider auch verzichtet. Ebenso fehlt dem Realme X3 SuperZoom eine Status LED, was man mangels Always-On Display durchaus kritisch sehen kann. Genug Platz wäre dafür am unteren Displayrand vorhanden gewesen.

Software

Variante Realme UI
Android Version Android 10
Sicherheitspatch im Test: Mai 2020
Google zertifiziertJa
DRM TechnologienClearKey CDM, Widevine Level 1
BloatwareJa (kann deinstalliert werden)
Root ZugriffNein
OTA UpdatesJa (ein Update im Testzeitraum)
SchadsoftwareNein

Auch das Realme X3 SuperZoom wird mit Realme's eigener Variante von Oppo ColorOS ausgeliefert die auf den Namen Realme UI hört. Das System verzichtet auf einen großen Teil der optischen Anpassungen von Color OS und bewegt sich somit näher an einem klassischen Android. Den Ansatz kann man also durchaus mit OxygenOS von OnePlus vergleichen. Ein Stock Android mit zurückhaltenden Anpassungen und Erweiterungen an Stellen wo es Sinn macht. Das Resultat ist ein übersichtliches und für Stock Android Liebhaber gewohntes System welches flott und stabil läuft. Gesteuert wird das Realme X3 SuperZoom wahlweise per Vollbild-Gesten oder klassischen On-Screen Tasten. Der Launcher verfügt über einen App Drawer.

Zum Zeitpunkt des Tests basiert das Realme X3 SuperZoom auf Android 10. Vermutlich wird es auch ein Upgrade auf Android 11 geben und das eventuell sogar zeitnah nach dem Release, denn schon Android 10 ist vergleichsweise schnell auf Realme Smartphones gelandet. Der Sicherheitspatch befand sich im Test auf Stand Mai 2020 und damit recht aktuell. Ein OTA Update haben wir erhalten, welches auch den Patch aktualisiert hat. In der Regel wird der Sicherheitspatch bei Realme Smartphones mit jedem Update aktualisiert. Das Realme X3 SuperZoom ist Google-zertifiziert und wird auch mit Widevine L1 DRM ausgeliefert. Das Smartphone unterstützt eine Vielzahl an Sprachen, darunter natürlich auch Deutsch.

Empfang & Konnektivität

Mobilfunk 2G: 850/900/1800/1900MHz
3G: B1/5/8
4G: B1/2/3/4/5/7/8/20/28/38/40/41
WLAN WLAN 802.11a/b/g/n/ac 2x2 MIMO
BluetoothBluetooth 5.0
NFCJa (Google Pay)
Dual SIMDual Nano SIM
PositionsbestimmungGPS, A-GPS, GLONASS, BDS, Galileo, QZSS

Auf 5G Unterstützung muss man beim Realme X3 SuperZoom verzichten. Stören dürfte das aber nur wenige, denn 5G ist nach wie vor nicht sehr verbreitet und bis eine entsprechende Abdeckung gegeben ist, dass sich die Anschaffung eines 5G Smartphones wirklich lohnt, wird noch einige Zeit ins Land ziehen. Von daher sehen wir die Entscheidung als völlig unproblematisch an, denn LTE wird noch lange Zeit gute Dienste leisten. Für Deutschland und die gesamte EU unterstützt das Realme X3 SuperZoom alle wichtigen Frequenzen und liefert einen soliden Empfang. Am Standort hatten wir Indoor fast in allen Räumen vollen LTE Empfang, was von einer sehr guten Empfangsleistung zeugt. Auch in Gegenden mit schwächerer Abdeckung gab es keinerlei Probleme oder Aussetzer.

WLAN 6 fehlt dem Realme X3 SuperZoom ebenfalls, doch auch das wird wieder die wenigsten stören, da entsprechende Router noch nicht sehr verbreitet sind. Immerhin ist jedoch AC-WLAN am Start und das sogar mit 2x2 MIMO. Damit sind Datenraten jenseits der 500Mbit/s möglich - mehr als genug für ein Smartphone. Der Empfang ist dabei sehr gut und das Realme X3 SuperZoom bleibt selbst im Stockwerk unter dem Router im 5GHz Netz und erreicht hier noch einen Durchsatz von mehr als 350Mbit/s, womit es in Sachen WLAN Empfangsleistung ganz oben mitspielt.

Bluetooth wird in Version 5.0 unterstützt und hat im Test ohne Einschränkungen funktioniert. Drei Wände zwischen einem Kopfhörer und dem Smartphone haben keine Störungen produziert. NFC wird vom Realme X3 SuperZoom auch unterstützt und so lässt sich natürlich auch Google Pay nutzen. Im Test mit einem NFC-Tag konnten wir diesen schnell und ohne genaues Ausrichten auslesen.

Das "GPS Modul" bietet Unterstützung für alle wichtigen Satelliten-Systeme. Auch hier liefert das Realme X3 SuperZoom sehr gute Resultate. Im reinen Empfangstest wird ein sehr guter Empfang attestiert, welcher durch stärkere Bewölkung nicht sonderlich eingeschränkt wird. Im Praxistest mit Navigation und GPS Tracking konnten wir ebenfalls keine Schwächen ausfindig machen. Tracking in der Tasche funktioniert genau und die Navigation im Auto macht keine Probleme. Auch höhere Gebäude in der Nähe erzeugen keine nennenswerten Abweichungen oder Aussetzer.

Sprachqualität & Audio

Lautsprecher Mono (Rahmen unten)
Noise Cancelling Mikrofon Ja (Rahmen oben)
Weitere MerkmaleKein 3,5mm Anschluss, Hi-Res Audio, Dolby Atmos, "Superlinearer" Lautsprecher

Im Realme X3 SuperZoom wird ein hochwertiger Medienlautsprecher im unteren Rahmen verbaut. Zwar gibt es keinen Stereo Sound, dafür aber eine wirklich gute Qualität. Der Sound wirkt gut ausbalanciert und ein gewisser Tiefgang ist vorhanden. Besonders beeindruckend ist allerdings, wie laut der Speaker werden kann, ohne dass die Qualität darunter leidet. Dolby Atmos kümmert sich um die Klangverbesserung - entweder dynamisch oder basierend auf Presets. Das gilt sowohl für den Medienlautsprecher als auch für angeschlossene Kopfhörer. Letztere können aber nur per USB-C angeschlossen werden.

Was die Sprachqualität betrifft, gibt es am Realme X3 SuperZoom nichts auszusetzen. Beide Gesprächspartner verstehen sich gut und Geräusche im Hintergrund werden ausreichend unterdrückt. Auch im Freisprech-Modus lässt sich einwandfrei kommunizieren. Erwähnenswert ist zudem die Unterstützung von HD Voice, VoLTE und VoWiFi ohne Workarounds. Die Optionen stehen in den Einstellungen bereit und lassen sich einfach aktivieren. VoWiFi wurde dann mit unserer O2 SIM Karte direkt genutzt.

Kamera

Hauptkamera 1. Sensor: 64MP Samsung GW1 f/1.8
2. Sensor: 8MP 5x Periskop Tele f/3.4 (OIS)
3. Sensor: 8MP 119° Ultraweitwinkel f/2.3
4. Sensor: 2MP Makro f/2.4 (4cm Fokus)
Video: HD30, HD60, FHD30, FHD60, 4k30, 4k60
Codec: H.264, H.265 (HEVC)
Frontkamera 1. Sensor: 32MP Sony IMX616 f/2.5
2. Sensor: 8MP 105° Ultraweitwinkel f/2.2
Video: HD30, FHD30
Codec: H.264, H.265 (HEVC)
BlitzSingle LED Blitz
FokusCDAF + PDAF
Slow Motion240fps@1080p, 480fps@720p, 960fps@720p

Beim Blick auf die Kameras wird es beim Realme X3 SuperZoom interessant, denn neben dem Speicher ist das einer der Punkte, wo man versucht den Vorjahres-Prozessor durch richtig gute Ausstattung auszugleichen. Tatsächlich wird hier für den Preis von knapp 500€ einiges geboten. Neben einer 64MP Hauptkamera bekommt man auch ein Tele-Objektiv auf Periskop Basis, welches optischen 5-fach Zoom inklusive optischer Bildstabilisierung bietet. Hinzu kommt eine Dual Frontkamera, welche neben normalen Selfies auch Weitwinkel Aufnahmen Produziert. Was das Set-Up in der Praxis kann, sehen wir uns nun an.

Standard Modus

Der Hauptsensor in der Hauptkamera ist ein 64MP Samsung GW1 mit f/1.8 Blende. Damit liefert das Realme X3 SuperZoom bei Tageslicht ansprechende Fotos. Die Aufnahmen wirken scharf und detailliert. Mit schwierigen Lichtsituationen kommt die Kamera gut klar. Hier empfiehlt es sich aber dringend den HDR Modus aktiv zu haben, da der Dynamikumfang sonst Schwächen zeigt. Die Kamera fokussiert schnell und weitestgehend ohne eigenes Zutun korrekt. Die Auslösezeit ist sehr kurz. Bewegende Objekte werden scharf abgelichtet, meistens sogar bei aktivem HDR. Bei Nahaufnahmen zeigt das Smartphone einen sehr schönen, natürlichen Bokeh Effekt. Das Zuschalten des Bokeh / Portrait Modus ist also häufig gar nicht nötig. Eine Schwäche des Hauptsensors im Realme X3 SuperZoom ist allerdings die Farbwiedergabe. Auch ohne den KI Modus werden Farben deutlich zu intensiv oder grell dargestellt. Das muss zwar nicht unbedingt schlecht sein und man kann den Effekt durchaus mögen, doch wer ohne Bearbeitung auf farblich möglichst akkurate Ergebnisse Wert legt, wird hier nicht glücklich sein.

64MP Modus

Den 64MP Modus vom Realme X3 SuperZoom solltet ihr wirklich nur dann nutzen, wenn ihr einen guten Grund dafür habt, Aufnahmen in solch einer hohen Auflösung anzufertigen. Die Auslösezeit erhöht sich hier deutlich und der Dynamikumfang leidet erheblich. Funktionen wie die KI oder ein HDR Modus stehen im 64MP Modus nicht zur Verfügung. Im 64MP Modus wird das Realme X3 SuperZoom anfällig für Bewegung im Bild. Bewegende Elemente können dabei unscharf oder mit Dopplereffekt abgezeichnet werden. Zudem verringert sich die Empfindlichkeit der Kamera, was bei wenig Licht von Nachteil ist und die Bildqualität verschlechtern kann. Die Software vom Realme X3 SuperZoom scheint auch weniger gut optimiert zu sein. Ein Redmi Note 8 Pro mit demselben Sensor schafft es im 64MP Modus beispielsweise, weit entfernte Details deutlich schärfer abzuzeichnen.

Bokeh / Portrait Modus

Der Bokeh Modus kommt ohne einzoomen aus und nutzt einen dedizierten Sensor zur Tiefenerfassung. Bokeh Aufnahmen vom Realme X3 SuperZoom sehen ansprechend aus. Der Effekt wirkt allerdings teils etwas synthetisch und Lichtkreise entstehen fast nie. Nichts desto trotz ist der Bokeh Modus recht genau und kommt auch mit komplexeren Konturen und Tiefenverhältnissen weitestgehend gut klar. Wer also eher "simpel" aussehende Bokeh-Effekte mag, wird hier zufrieden sein.

Weitwinkel Kamera

Die Weitwinkel Kamera im Realme X3 SuperZoom kann man als relativ brauchbar bezeichnen. Bei hellem Sonnenlicht entstehen qualitativ gute Bilder, welche bei normaler Betrachtung scharf und detailliert aussehen. Erst auf sehr großen Bildschirmen oder beim Einzoomen machen sich Schwächen bei der Detailschärfe bemerkbar. Außerdem sind auch hier die Farben teils übertrieben. Vor allem das Grün der Bäume ist intensiver und im Farbton heller als in der Realität und der Himmel erscheint sehr blau. Auch das ist aber wieder Geschmackssache und es wird durchaus Nutzer geben, welche diese Farbwiedergabe bevorzugen. Bei Dämmerlicht oder Nacht nimmt die Qualität deutlich ab und wird schnell unbrauchbar.

Makro Kamera

Die Makro Kamera hätte man sich im Realme X3 SuperZoom sparen können. Es entstehen zu keinem Zeitpunkt brauchbare Bilder. Einzoomen im 64MP Modus liefert erheblich bessere Ergebnisse.

Zoom

Das Realme X3 SuperZoom bietet sowohl einen zweifachen digitalen Zoom als auch einen 5-fachen optischen Zoom. Der digitale Zoom kann sich dank des hochauflösenden Hauptsensors sehen lassen und ist nur mit geringfügigen Qualitätseinbußen verbunden. Erst bei Nachtaufnahmen machen sich deutlichere Einbußen bemerkbar. Der 5-fache optische Zoom basiert auf einer Periskop-Kamera und setzt auf optische Bildstabilisierung. Letztere funktioniert ausgezeichnet und kann Wackler gut ausgleichen, was es erleichtert das Ziel im Bild zu behalten. Die Kamera liefert eine überraschend gute Bildqualität - besser sogar als das Oppo Reno 10X. Erstaunlich ist auch wie gut sich die Kamera bei Nachtaufnahmen schlägt. Mit ausreichend Straßenbeleuchtung oder sonstigen Kunstlichtquellen im Bild können hier durchaus noch brauchbare Ergebnisse erzielt werden. Das Realme X3 SuperZoom kann mit der Periskop Kamera auch Videos aufzeichnen. Das ist allerdings auf Full HD und 30fps limitiert.

Nachtaufnahmen (Standard Modus)

Bei Nachtaufnahmen im Standard Modus enttäuscht das Realme X3 SuperZoom ein wenig. Die Kamera fängt zwar recht viel Licht ein, erzeugt dabei aber auch reichlich Bildrauschen. Das wird versucht durch Weichzeichnung auszugleichen, wodurch dann viele Details verloren gehen und ein leicht unscharfer Look Einzug hält. Entsprechend sehen die Resultate eher nach Mittelklasse aus. Von High-End Smartphones darf man mehr erwarten.

Nachtaufnahmen (Nacht Modus)

Der Nachtmodus liefert beim Realme X3 SuperZoom einen deutlichen Mehrwert und sollte deshalb auch genutzt werden. Er bringt die Details wieder etwas zurück sofern genügend Lichtquellen im Bild sind und eliminiert auch einen guten Teil des Bildrauschens. Außerdem wird der Dynamikumfang drastisch verbessert, sodass Lichtquellen nicht überbelichtet erscheinen. Allgemein wird auch noch etwas mehr Licht aus der Szenerie gekitzelt. Lediglich bei den Farben neigt der Nachtmodus etwas zum Übertreiben, was aber je nach persönlichem Geschmack ganz gut aussehen kann.

Blitz

Der LED Blitz vom Realme X3 SuperZoom muss sich nicht verstecken, obwohl hier nur eine einzelne LED verbaut ist. Er hat eine gute Reichweite und schafft es kleinere Räume ausreichend auszuleuchten. Software-seitig wird der Blitz gut eingebunden. Der Fokus arbeitet auch bei kurzer Distanz zum Motiv zuverlässig und die kurze Auslösezeit verhindert ein Verwackeln. Gleichzeitig kommt es auch bei farblich hellen Motiven fast nie zur Überbelichtung. Die Farben wirken allerdings teils ein wenig ausgewaschen.

Pro Modus

Im Pro Modus könnt ihr die manuelle Kontrolle über die Kamera übernehmen. Damit lassen sich auch Aufnahmen mit Langzeitbelichtung erzeugen, sofern man das Realme X3 SuperZoom auf einem Stativ befestigt. Bemerkenswert ist, dass die Kamera so empfindlich ist, dass selten mehr als 10 Sekunden Belichtungszeit nötig sind. Maximal lassen sich 32 Sekunden einstellen. Dennoch gibt es Kritik, denn der Pro Modus eignet sich wirklich nur für Nutzer, welche Erfahrung mit manueller Fotografie haben und wirklich alle Einstellungen manuell setzen können. Das Realme X3 SuperZoom bietet zwar auch eine Halbautomatik, diese funktioniert aber alles andere als gut, wie ihr an den Testbildern sehen könnt. Vor allem beim Finden der korrekten ISO Einstellung hat das Chinahandy massive Probleme und sorgt regelmäßig für Überbelichtung und schlechte Bildqualität. Dass es Realme auch anders kann, hat man zuletzt mit dem Realme 6 gezeigt. Schade, dass die Algorithmen hier nicht 1:1 übernommen wurden.

Frontkamera

Die Frontkamera im Realme X3 SuperZoom überzeugt mit guter Bildschärfe und Detailwiedergabe bei guter Ausleuchtung und kommt mit Kunstlicht gut klar. Es gibt auch eine dedizierte Weitwinkel Kamera, welche etwas weniger detaillierte aber trotzdem gute Bilder liefert. Der Bokeh Modus arbeitet zuverlässig und liefert optisch ansprechende Resultate. Bei wenig Licht sind auch noch recht gute Bilder möglich und der Bildschirm Blitz wertet die Fotos deutlich auf.

Videos

Beim Filmen unterstützt das Realme X3 SuperZoom mit der Hauptkamera und dem Hauptsensor eine Auflösung von 4k mit 60fps. Elektronische Bildstabilisierung (EIS) ist dabei mit am Start und funktioniert ausgezeichnet. Die Bildqualität ist in Ordnung, die Farben wirken aber auch hier etwas zu intensiv und man erkennt einen deutlichen Rotstich im Bild. Der Ton klingt akzeptabel, ist aber nicht perfekt. Umgebungsgeräusche wie Wind versucht das Smartphone zu unterdrücken, was die Qualität etwas reduziert und den Ton relativ flach wirken lässt. Im Full HD Modus verschwindet der Farbstich im Video und die Farben wirken realistischer. Mit der Periskop Kamera lassen sich Videos in FHD30 aufzeichnen und die optische Bildstabilisierung wird genutzt. Die Weitwinkel Kamera bietet beim Filmen ebenfalls maximal FHD30 und EIS. Beim Filmen mit der Frontkamera wird auch auf FHD30 limitiert und EIS wird genutzt. Filmen kann man mit der normalen Selfie Kamera und auch der Weitwinkel Selfie Kamera. Sowohl die Haupt- als auch die Frontkamera vom Realme X3 SuperZoom unterstützt das Filmen mit Echtzeit Bokeh Effekt. Das funktioniert aber ausschließlich mit Personen und nicht mit anderen Objekten. Slow Motion Videos sind mit 240fps in Full HD oder mit 480fps oder 960fps in 720p möglich. Ton wird dabei nicht aufgezeichnet und die Aufnahmen liegen nicht als High Framerate Datei vor.

Akkulaufzeit

Kapazität (Angabe) 4.200mAh
Kapazität (Gemessen) ca. 4.138mAh
WechselbarNein
Fast Charging30W Dart Charge
5V / 6A

Beim der Akkulaufzeit kann das Realme X3 SuperZoom voll punkten, auch wenn "nur" ein 4.200mAh Akku verbaut ist, was ja mittlerweile von vielen Smartphones übertroffen wird. Trotzdem hat uns eine Ladung zuverlässig für zwei Tage gereicht und auch bei sehr intensiver Nutzung kamen wir problemlos durch den Tag und hatten noch eine üppige Reserve für den Abend und die Nacht. Bemerkenswert ist, dass der Verbrauch bei GPS Nutzung im Standby oder Kamera Nutzung vergleichsweise gering ist. Das ist praktisch wenn man z.B. eine längere Radtour aufzeichnet und sich keine Gedanken um den Akkustand machen muss.

Zum Aufladen setzt das Realme X3 SuperZoom auf "Dart Charge", welches auf Oppo's VOOC basiert und den Akku mit einer Leistung von maximal 30 Watt lädt. Der Akku wird so in unter einer Stunde von 20 auf 100% geladen und wenn es mal schnell gehen muss, kann man in einer halben Stunde genügend Strom für einen ganzen Tag nachtanken. Das Smartphone erwärmt sich beim Laden spürbar aber nicht übermäßig stark. Das passende Netzteil mit deutschem Stecker ist natürlich im Lieferumfang enthalten.

Realme X3 SuperZoom Test - Fazit

Das Realme X3 SuperZoom bietet ein tolles Gesamtpaket mit sehr viel Leistung zu einem fairen Preis - und das sogar mit Verfügbarkeit direkt in Europa für knapp unter 500€. Neben dem schnellen Prozessor und dem 120Hz Display dürfte hier vor allem auch der üppige Speicher eine gewisse Anziehungskraft auf Kunden auswirken. 12GB RAM und 256GB Speicher bekommt man in der Regel nicht für diesen Preis. Grundsätzlich können wir für das Chinahandy deshalb auch eine Kaufempfehlung geben.

Trotzdem solltet ihr bei eurer Kaufentscheidung auch die Details berücksichtigen, denn das Realme X3 SuperZoom hat auch seine Schwächen, welche für den Preis nicht hätten sein müssen. Zu nennen sind hier insbesondere der Kunststoff Rahmen aber auch die Kamera, welche zwar ohne Frage gut ist, sich am Ende aber doch eher im gehobenen Mittelklasse Bereich ansiedelt. Vor allem beim Thema Makro Aufnahmen und Low-Light Leistung darf man in der Preisklasse Besseres erwarten. Die Periskop Zoom Kamera macht dann zwar einiges wieder gut, doch das Argument gilt natürlich nur, wenn man darauf auch wirklich Wert legt. Wer eine Top-Kamera voraussetzt, sollte sich also ggf. auch Alternativen ansehen - und da gibt es durchaus auch Optionen im Mittelklasse Segment. Das Redmi Note 8 Pro sei hier noch einmal genannt.

Pro

  • Optik mit mattem Glas auf der Rückseite
  • Gutes LCD Display mit 120Hz
  • Zuverlässiger und genauer Touchscreen
  • Kratzfestes Glas
  • Sehr gute Performance
  • Üppige Speicherausstattung mit sehr hoher Geschwindigkeit
  • Keine Schwächen bei den Sensoren
  • Zuverlässiger Fingerabdruck Sensor und gutes Face Unlock
  • Stabile und recht aktuelle Software, ähnelt Stock Android
  • Google Zertifizierung und Widevine L1
  • NFC Unterstützung mit Google Pay
  • Sehr guter Empfang in allen Kategorien
  • Gute Sprachqualität inkl. VoLTE und VoWiFI
  • Sehr guter Mono Medienlautsprecher, Dolby Atmos
  • Gute Haupt- und Frontkamera, aber...
  • Sehr gute Periskop-Kamera mit 5-fach Zoom und OIS
  • Sehr gute Akkulaufzeit
  • Schnelles 30W Fast-Charging

Contra

  • Kunststoffrahmen mit Ungenauigkeiten an der Lackierung
  • Kameramodul steht sehr weit heraus
  • Für manche eventuell das Fehlen von AMOLED und die vergleichsweise geringe Helligkeit
  • Keine Benachrichtigungs LED
  • Kein 3,5mm Anschluss
  • Keine Stereo Lautsprecher
  • Kein USB 3
  • Kameraleistung insgesamt eher (gehobene) Mittelklasse, vor allem Nachtleistung und Makro Kamera enttäuschen in der Preisklasse - könnte mit weiterer Software Optimierung verbessert werden!

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Samstag, 19. September 2020

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