Von ChinaMobileMag auf Dienstag, 21. Juni 2022
Kategorie: Testberichte

Realme GT Neo 3 (150W) Testbericht

Einleitung

​Mit dem Realme GT Neo 3 schickt Realme seine GT Neo Reihe auch in Europa in die nächste Runde. Vor ein paar Wochen wurde das Realme GT Neo 3 offiziell für Europa vorgestellt und ist seit kurzem auch in Deutschland erhältlich. Bei den Preisen geht es im Vergleich mit dem Vorgänger vor allem in der Vollausstattung deutlich nach oben. Dafür bietet das Realme GT Neo 3 allerdings eine interessante Ausstattung. Zum einen handelt es sich hierbei um das erste Smartphone in Europa, welches auf den Mediatek Dimensity 8100 setzt. Darüber hinaus ist das Realme GT Neo 3 auch das erste Smartphone, welches extrem schnelles 150 Watt Fast-Charging bietet.

Wir haben das Realme GT Neo 3 für einige Wochen im Alltag getestet und nehmen das Smartphone in diesem Testbericht genau unter die Lupe. Getestet haben wir das Realme GT Neo 3 mit 150W Fast-Charging in der Vollausstattung mit 12GB RAM und 256GB Speicher. Diese Variante kostet in Deutschland zur UVP 699,99€. Für 599,99€ gibt es das Realme GT Neo 3 auch mit 80W Fast-Charging und 8+256GB Speicher. Alle Varianten sind wie gewohnt immer wieder mal auch günstiger im Angebot oder bei chinesischen Shops zu haben.

Bei den Farben bietet das Realme GT Neo 3 zwei Varianten mit Rennstreifen-Optik in Weiß mit schwarzen Streifen oder Blau mit weißen Streifen. Darüber hinaus gibt es eine schwarze Variante mit schlichter Optik ohne die Rennstreifen. Alle Varianten bestehen aus Glas, wobei das Realme GT Neo 3 in Schwarz ein sehr raues Finish bietet, das ein wenig an Sandstein erinnert. Die anderen Farben haben auch ein mattes Finish, allerdings mit deutlich feinerer Struktur.

Kapitel in diesem Testbericht

Realme GT Neo 3 Lieferumfang

​Das Realme GT Neo 3 wird in der für Realme Smartphones typischen langgezogenen Verpackung geliefert. Diese präsentiert sich in Schwarz. Abbildungen des Smartphones finden sich auf der Verpackung nicht. Auf der Rückseite findet man die wichtigsten technischen Daten. Im Inneren findet man die Dokumentation, eine SIM Nadel, das Netzteil mit deutschem Stecker und 80W oder 150W, ein USB-C Kabel in Weiß und eine transparente Schutzhülle für die Rückseite. Unser Unboxing Video zum Realme GT Neo 3 findet ihr hier.

Realme GT Neo 3 Design

​Materialien ​Rahmen: Kunststoff
Rückseite: Glas
Front: Gorilla Glass 5
Gewicht​188g
Abmessungen​163,3 x 75,6 x 8,2mm (ohne Kamera)
Wasserdicht​Nein

Materialien & Aussehen

​Das Realme GT Neo 3 unterscheidet sich von der grundlegenden Formgebung nicht großartig von anderen Realme Smartphones. Eingefasst wird das Smartphone von einem Kunststoffrahmen mit mattem Finish und glänzenden Fasen, welcher eine abgeflachte Form hat und sich links und rechts etwas verjüngt, um die Biegung der Rückseite aufzufangen.

Wir haben zum Testen die schwarze Variante vom Realme GT Neo 3 bekommen, welche sich auf der Rückseite sehr schlicht präsentiert. Die Rennstreifen-Optik fehlt hier. Stattdessen bekommt man eine einheitlich gefärbte Rückseite, welche auch keine besonderen Effekte bei eintreffendem Licht liefert. Das raue Finish erinnert an Sandstein und glitzert unter der Sonne ein wenig. Die Rückseite fühlt sich angenehm an und liegt auch gut in der Hand. Sie ist nicht übermäßig rutschig und zieht Schmutz sowie Abdrücke kaum an. Putzen muss man das Realme GT Neo 3 also nur selten. Das Gewicht ist mit 188g relativ gering.

Verarbeitung, Tasten & Anschlüsse

​Die Verarbeitung vom Realme GT Neo 3 ist rundum einwandfrei. Auch bei genauerem Blick fallen keine negativen Punkte wie unregelmäßige Spaltmaße oder lockere Tasten auf. Die geringe Dicke und der Kunststoffrahmen machen sich allerdings bei der Stabilität bemerkbar. Biegen lässt sich das Realme GT Neo 3 ohne größeren Kraftaufwand. Auf ein IP-Rating muss man ebenfalls verzichten. Ein grundlegender Spritzwasser-Schutz ist aber vorhanden, denn im SIM Slot befindet sich eine Dichtung.

Die Tasten vom Realme GT Neo 3 sind wieder gegenüberliegend angebracht und lassen sich somit bequem mit einer Hand erreichen. Sämtliche Öffnungen befinden sich oben und unten im Rahmen. Unten findet man den USB-Port, einen Medienlautsprecher, das Sprachmikrofon und die SIM-Schublade. Oben findet sich eine weitere Lautsprecheröffnung und ein zweites Mikrofon.

Realme GT Neo 3 Display

​Größe ​6,7 Zoll
Auflösung ​2412 x 1080 @120Hz (FHD+)
Technologie​​10-Bit AMOLED (DCI-P3)
60Hz / 120Hz
​HDR10 / HDR10+ / HLG
Always-On Display
800 Nits (HBM) / 1300 Nits (Peak)
Kein DC-Dimming
​Anzahl Berührungspunkte​10 (bis 1000Hz Abtastrate)
Gehärtetes Glas​Ja (Gorilla Glass 5)
Anti Fingerabdruck Beschichtung​Ja

Panel & Bild

​Im Realme GT Neo 3 kommt ein 6,7 Zoll großes AMOLED Display mit schlanken und nahezu symmetrischen Bildschirmrändern in flacher Ausführung zum Einsatz. Das verbaute Panel unterstützt 10-Bit Farbe und ist auf den DCI-P3 Farbraum abgestimmt. Es bietet FHD+ Auflösung und eine Bildfrequenz von 120Hz für eine sehr flüssige Darstellung. Richtiges Adaptive Sync wird allerdings nicht unterstützt. Das Display kann mit 60Hz oder 120Hz betrieben werden. Standardmäßig wird automatisch zwischen den Frequenzen umgeschaltet.

Das Realme GT Neo 3 liefert eine sehr gute Bildqualität mit scharfer Darstellung. Einzelne Pixel sind bei normalem Abstand nicht zu erkennen. Farblich ist das Display recht akkurat und erfreut so mit einer guten Darstellung von Bildern und Videos. HDR Inhalte werden mit HDR10 und HDR10+ unterstützt. Netflix hat im Test allerdings keine HDR Inhalte angeboten. Lediglich YouTube Videos konnten wir in HDR abspielen.

Im HBM Modus erreicht das Realme GT Neo 3 eine Helligkeit von 800 Nits. Das ist ausreichend für eine weitestgehend problemlose Nutzung bei Sonneneinstrahlung. Punktuell erreicht das Display eine Helligkeit von bis zu 1300 Nits im HDR Betrieb.

Einstellungen & Features

​In den Einstellungen bietet das Realme GT Neo 3 für das Display einen hellen und einen dunklen Modus. Zum Lesen gibt es einen Augenkomfort-Modus. Die Bildfrequenz kann automatisch oder mit festen 60Hz oder 120Hz eingestellt werden. Für die Farbdarstellung gibt es verschiedene Profile und eine Anpassung für die Farbtemperatur. Profi-Einstellungen für einzelne RGB Werte, Gamma, Sättigung und Kontrast gibt es dagegen nicht. Für HDR Inhalte gibt es einen Stromsparmodus mit reduzierter Helligkeit, welcher standardmäßig aktiv ist. Für die volle Helligkeit muss man also den Schalter umlegen. Das Realme GT Neo 3 bietet ein echtes Always-On Display zur Darstellung von Uhrzeit, Akkustand und Benachrichtigungen. Das AOD wird wahlweise permanent, zwischen bestimmten Tageszeiten oder für wenige Sekunden angezeigt.

Touchscreen & Displayglas

​Der Touchscreen vom Realme GT Neo 3 besteht aus Gorilla Glass 5 und erkennt wie gewohnt maximal 10 Finger gleichzeitig. Wie schon beim Vorgänger bietet der Touchscreen im GT Modus eine Abtastrate von bis zu 1000Hz für maximale Reaktionsgeschwindigkeit beim Spielen. Der Touchscreen liefert aber auch ohne den GT Modus eine geringe Latenz und reagiert zackig auf alle Eingaben. Die Genauigkeit ist hoch und schnelles Schreiben ist kein Problem. Im Testzeitraum blieb das Glas kratzfrei. Abdrücke lassen sich nur langsam nieder und sind einfach abwischbar.

Realme GT Neo 3 Ausstattung

​Prozessor ​Mediatek Dimensity 8100 (ARMv8, 5nm)
4x ARM Cortex A78 @2,85GHz
4x ARM Cortex A55 @2,00GHz​
GPU ​ARM Mali G610 MC6
RAM​8GB | 12GB LPDDR5
Durchsatz: 52GB/s​
Speicher​256GB UFS 3.1
Lesen: 1,1GB/s | Schreiben: 1,0GB/s​
Micro SDNein
Fingerabdruck Scanner​Ja (im Display)
​SensorenUmgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, lineare Beschleunigung, Ausrichtung, Kompass, Gyroskop, Gravitation, Rotationsvektor​
Besonderheiten​USB-C Port, USB 2.0, USB OTG, X-Achsen Linearmotor, Always-On Display, kein 3,5mm Anschluss, Stereo Lautsprecher

​Performance

​Das Realme GT Neo 3 bietet gegenüber seinem Vorgänger ein deutliches Performance Upgrade und setzt als erstes Smartphone in Europa auf den Mediatek Dimensity 8100. Der Chip stellt einen Zwischenschritt zum Dimensity 9000 dar, mit dem sich Mediatek mit dem Snapdragon 8 Gen1 von Qualcomm angelegt und diesen erfolgreich geschlagen hat. Anders als der Dimensity 9000, setzt der Dimensity 8100 noch nicht auf die ARMv9 Architektur, sondern nutzt noch Cortex A78 und Cortex A55 Kerne. Neu hinzugekommen ist allerdings die neuere ARM Mali G610 GPU in der MC6 Ausbaustufe. Gefertigt wird der Dimensity 8100 von TSMC im 5nm Prozess.

Verglichen mit dem Snapdragon 870 im Vorgänger, bietet der Dimensity 8100 im Realme GT Neo 3 eine verbesserte Effizienz und mehr Leistung. Im Antutu Benchmark geht es um fast 100.000 Punkte nach oben und das Thermal Throttling wurde komplett eliminiert. Im Geekbench CPU Test steigt der Multi Core Score von 2.986 auf 4.060 Zähler und der GPU Score von 3.668 auf 4.217 Zähler. Damit ist das Realme GT Neo 3 bei der CPU etwas schneller unterwegs als ein durchschnittliches Snapdragon 888 Smartphone und bei der GPU in etwa gleichauf.

Auch an die CPU Leistung des Snapdragon 8 Gen1, welcher z.B. im Realme GT 2 Pro steckt, kommt das Realme GT Neo 3 mit dem Dimensity 8100 heran. Im Single Core Test von Geekbench muss es sich zwar mangels Cortex X-Kern geschlagen geben (1.260 vs. 972 Punkte), doch im Multi Core Test steht der Dimensity 8100 besser da (3.607 vs. 4.060 Punkte). Nur bei der GPU klafft zumindest laut Geekbench eine größere Lücke zwischen den Chips, denn hier siedelt sich der Snapdragon 8 Gen1 im Bereich der 6.000er Marke an, während der Dimensity 8100 wie schon erwähnt um die 4.000 Punkte erreicht.

Es zeigt sich also mal wieder, dass Mediatek mittlerweile nicht mehr nur preiswerte Chips anbietet, sondern sich auch mit dem Platzhirsch Qualcomm messen kann. Insofern ist der Dimensity 8100 eine gute Wahl für das Realme GT Neo 3. Sicherlich hätte man auch wieder auf einen Qualcomm Chip setzen können, allerdings hätte man dann wohl wieder mit einer erhöhten Abwärme leben müssen. Mediatek zeigt sich, was die Hitzeentwicklung betrifft, seit ein paar Jahren durchweg von einer sehr guten Seite. Das merkt man auch beim Realme GT Neo 3 wieder, denn das Smartphone kommt nicht nur ohne Thermal Throttling aus, sondern erwärmt sich auch im Alltagsgebrauch kaum. Selbst nach längerem Zocken wird das Smartphone nicht unangenehm warm. Bedenkt man, dass man sich hier sehr nah an der Leistung eines Snapdragon 888 bewegt, welcher seinerseits ein bekannter Hitzkopf ist, ist das schon bemerkenswert.

Abseits von Benchmarks gibt es übrigens auch an der Alltagsperformance nichts auszusetzen. Das Realme GT Neo 3 beißt sich performant durch den Alltag und stellt die Systemoberfläche sowie alle Apps mit konstant hoher Framerate und damit superflüssig dar. Viele offene Webseiten in Chrome oder massives Multitasking bringen das Smartphone nicht ins Schwitzen. Auch durch große und anspruchsvolle Webseiten oder lange Social Media Feeds scrollt es sich wie butter. Die Benchmark Ergebnisse kommen also auch im tatsächlichen Alltagsgebrauch an.

Spieler können sich mit dem Realme GT Neo 3 ebenso austoben. Klar kommt das Smartphone hier nicht ganz an die Frameraten heran, die ein aktuelles Oberklasse Gerät mit dem Snapdragon 8 Gen1 erreichen kann, schlägt sich aber trotzdem auch in anspruchsvollen Games mit vollen Grafikeinstellungen sehr gut und lässt den Vorgänger mit dem Snapdragon 870 deutlich hinter sich. Wer mit einem Snapdragon 888 Smartphone zufrieden ist, wird das auch hier sein, denn die Gaming Performance ist absolut vergleichbar und bei längeren Sessions sogar besser, da der Chip relativ kühl bleibt und somit die Leistung nicht drosselt. Die Gehäusetemperatur bleibt damit beim Spielen auch deutlich angenehmer. Die 40°C Marke wird hier auch an warmen Sommertagen an keiner Stelle durchbrochen.

Benchmarks

Speicher, Sensoren & Sonstiges

​Je nachdem, ob ihr das Realme GT Neo 3 mit 80W oder 150W Fast-Charging kauft, bekommt ihr 8GB oder 12GB LPDDR5 RAM. Der Arbeitsspeicher erreicht im Benchmark 52GB/s an Durchsatz und liegt somit im Soll. Der Festspeicher ist bei beiden Varianten in Deutschland 256GB groß. In anderen Regionen gibt es auch 128GB zur Wahl. Der Speicher setzt auf UFS 3.1, bleibt aber mit 1,1GB/s beim Lesen und 1,0GB/s beim Schreiben etwas hinter den Erwartungen zurück. Ein Aufrüsten mit einer Micro SD Karte ist mangels Slot nicht möglich.

Bei den Sensoren bietet das Realme GT Neo 3 die wichtigsten Sensoren inklusive Kompass und Gyroskop. Ein Barometer ist nicht verbaut. Alle Sensoren funktionieren ohne Einschränkungen. Zum Entsperren gibt es einen Fingerprint Scanner im Display. Wie bei allen Realme Smartphones befindet sich dieser fast ganz unten am Bildschirmrand und ist dadurch nicht sehr bequem zu erreichen. Abseits davon funktioniert er aber ohne Aussetzer und mit hoher Geschwindigkeit. Face Unlock per Frontkamera ist ebenfalls vorhanden und funktioniert auch bei Nacht. Das Realme GT Neo 3 leuchtet dann hell auf, um das Gesicht zum Entsperren auszuleuchten.

Einen Infrarost-Blaster bietet das Realme GT Neo 3 nicht, was aber zu erwarten war, denn Realme verzichtet durchgehend auf dieses Feature. Fürs Vibrationsfeedback kommt ein X-Achsen Linearmotor zum Einsatz, welcher ein relativ hochwertiges Feedback ohne laute Geräusche erzeugt. Der USB-C Anschluss bietet leider nur USB 2.0. In der Preisklasse kann man das kritisch sehen. OTG Zubehör wird unterstützt.

Realme GT Neo 3 Software

​Variante ​Realme UI 3.0
Version im Test: RMX3563_11_A.09​
​Android Version ​Android 12
Sicherheitspatch im Test: Mai 2022​
Google zertifiziert​Ja
DRM Technologien​Widevine L1 DRM, ClearKey CDM
Bloatware​​Ja
Root Zugriff​Nein
OTA Updates​Ja (3 Updates im Testzeitraum)
Schadsoftware​Facebook Services

​Android Version & Variante

​Das Realme GT Neo 3 wird mit der aktuellen Realme UI 3.0 Version ausgeliefert. Das System bietet eine Nutzererfahrung, die klassischem Android ähnelt. Der neue Look der Android 12 Basis wird allerdings nicht übernommen. Das System sieht also aus wie ein Android 10 oder Android 11. Wer das mag, wird sich hier direkt wohlfühlen, denn Realme UI 3.0 bietet einen schönen Mix aus klassischem Stock Android Feeling mit verschiedenen eigenen Elementen und Zusatzfunktionen. Das System wirkt insgesamt durchdacht und bleibt trotz einer Zusatzfunktionen recht übersichtlich.

Das Realme GT Neo 3 kam im Test mit einem aktuellen Sicherheitspatch daher, welcher auch einmal aktualisiert wurde. Insgesamt haben wir im Testzeitraum drei Updates erhalten. Eines kam nach dem Auspacken an und die anderen Updates im Laufe des Tests. Hierbei wurden auch einige Fehler behoben, wie z.B. nicht funktionierendes Netflix und Probleme mit dem Facebook Login.

Zertifizierung & DRM

​Das Realme GT Neo 3 ist Google zertifiziert und kann somit alle Google Dienste ohne Einschränkungen nutzen. Auch Banking Apps, welcher vereinzelt die Zertifizierung voraussetzen, lassen sich problemlos nutzen. Widevine L1 DRM ist auch vorhanden, bietet aber z.B. in Netflix keine Unterstützung für HDR Inhalte. Das ist etwas enttäuschend, da das Display ja HDR beherrscht. Eventuell kann Realme hier noch mit einem Update nachbessern.

Bloatware, Schadsoftware & Bugs

​Bloatware ist auch auf dem Realme GT Neo 3 vorhanden, jedoch wie von Realme gewohnt in sehr überschaubarer Anzahl. Die meisten vorinstallierten Apps lassen sich ohne Umwege deinstallieren. Lediglich Facebook ist mal wieder mit den Systemdiensten verankert. Diese Dienste kann man mit Bordmitteln nur deaktivieren, aber nicht deinstallieren.

Gröbere Fehler oder Stabilitätsprobleme sind uns nach den letzten Updates nicht mehr aufgefallen. Die erste Software-Version war noch etwas holprig, doch mit den letzten Updates wurde einiges an Feinschliff umgesetzt und so wirkt die Software nun ausgereift. Das Realme GT Neo 3 läuft zum zuletzt getesteten Software-Stand absolut performant und stabil.

Realme GT Neo 3 Konnektivität

​Mobilfunk ​2G: 850/900/1800/1900MHz
3G: B1/2/4/5/6/8/19
4G-FDD: B1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/18/19/20/26/28/66
4G-TDD: B38/39/40/41
5G-NSA: N77/78/38/40/41/1/3/5/7/8/20/28/66
5G-SA: N77/78/38/40/41/1/3/5/7/8/20/28/66​
WLAN ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax (WiFi 6 & WiFi 6E)
Bluetooth​Bluetooth 5.3
NFC​360° NFC mit Google Pay
​Dual SIM​Dual Nano SIM
Positionsbestimmung​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS, Galileo, QZSS, NavIC

Mobilfunk

​Im Mobilfunk ist das Realme GT Neo 3 mit dem aktuellen Stand der Technik unterwegs und unterstützt somit alle Standards bis rauf zu 5G inklusive 5G Standalone. Die Frequenzunterstützung ist relativ breit, sodass sich das GT Neo 3 nicht nur in Europa vollumfänglich nutzen lässt, sondern auch im amerikanischen und asiatischen Raum weitestgehend mit den Netzen kompatibel ist. Im Testzeitraum war der Empfang zu jedem Zeitpunkt sehr gut, was sich dann auch in Gegenden mit schwächerer Abdeckung positiv bemerkbar gemacht hat. Das Realme GT Neo 3 lässt sich wie gewohnt mit zwei Nano SIM Karten nutzen.

WLAN, Bluetooth & NFC

​Auch im WLAN bietet das Realme GT Neo 3 einen technisch aktuellen Stand und unterstützt AX-WLAN bzw. WiFi 6 inklusive der neueren WiFi 6E Erweiterung für noch höhere Datenraten mit kompatiblen Routern. Im WLAN ist der Empfang einwandfrei. Neben dem Router wird eine überdurchschnittlich hohe Netto-Datenrate von 757Mbit/s im Schnitt erreicht. Ein Stockwerk darunter sind es weiterhin sehr gute 152Mbit/s im Schnitt.

Auch Bluetooth wird in der aktuellsten Version 5.3 unterstützt. Im Test mit einer Smartwatch und Kopfhörern gab es hier keinerlei Probleme und die Reichweite war sehr gut. Darüber hinaus erbt das Realme GT Neo 3 mit 360° NFC ein Feature von Realme's aktuellem Flaggschiff Smartphone. 360° NFC bedeutet, dass sich NFC aus allen Richtungen nutzen lässt und nicht nur auf der Rückseite. Beschränkt ist das ganze zwar auf den oberen Teil des Geräts, aber hier kann man sich dann tatsächlich aus allen Richtungen einem Tag nähern und diesen auslesen oder eben per Google Pay bezahlen.

GPS Test

​Zur Positionsbestimmung unterstützt das Realme GT Neo 3 alle gängigen Satellitensysteme und arbeitet auch hier einwandfrei. Der Empfang ist sehr gut und es werden meistens zwischen 40 und 50 Satelliten eingebunden. Die Genauigkeit war im Test in allen Situationen sehr gut. Das gilt sowohl für die Nutzung in der Hosentasche oder im Auto, als auch bei schlechtem Wetter. Navigation und Tracking waren immer genau und ohne Aussetzer möglich.

Realme GT Neo 3 Audio

​Lautsprecher ​Stereo (Rahmen unten + oben)
Noise Cancelling Mikrofon ​Ja (Rahmen oben)
Weitere Merkmale​Kein 3,5mm Anschluss, Dolby Atmos Unterstützung, Dolby Atmos Sound Enhancer, kein System Equalizer

Lautsprecher & Kopfhörer

​Das Realme GT Neo 3 wird mit Stereo Lautsprechern ausgestattet. Ein Lautsprecher befindet sich unten im Rahmen und als zweiter Lautsprecher dient der Telefonhörer, welcher allerdings durch eine zusätzliche Öffnung oben im Rahmen einen verbesserten Stereo-Effekt liefert. Die Lautsprecher klingen sehr gut und sind der Preisklasse absolut angemessen. Sie erreichen eine beachtliche Lautstärke, ohne dabei unangenehm zu klingen. Auch das Klangbild ist recht ausgewogen und somit angenehm. Bässe kommen kräftig durch und lassen sich manchmal sogar am Gehäuse fühlen. Ein Kratzen hört man wenn überhaupt nur bei maximaler Lautstärke, allerdings nur sehr selten.

Inhalte mit Dolby Atmos kann das Realme GT Neo 3 abspielen, erzeugt dabei allerdings keinen sonderlich intensiven Raumklang. Der Dolby Atmos Sound Enhancer ist an Bord und findet sich in den Audio Einstellungen. Hier lassen sich verschiedene Klangprofile für Genres und Umgebungen auswählen, wobei standardmäßig eine Automatik aktiviert ist. Was es leider nicht gibt, ist ein System Equalizer. Kopfhörer lassen sich nur über Bluetooth oder USB-C nutzen. Einen 3,5mm Anschluss bietet das Realme GT Neo 3 nicht.

Sprachqualität (Telefonie)

​Beim Telefonieren leistet sich das Realme GT Neo 3 auch keine Patzer. Die Sprachqualität ist an beiden Enden einwandfrei. Der Telefonhörer wird laut genug, um gegen laute Umgebung anzukommen. Geräusche im Hintergrund werden ausreichend unterdrückt. VoLTE und VoWiFi werden unterstützt. VoWiFi muss bei Bedarf in den SIM Einstellungen manuell aktiviert werden.

Ein Makel vom Realme GT Neo 3 ist allerdings, dass Personen neben einem Gespräche unter Umständen mithören können. Durch die zusätzliche Lautsprecheröffnung im oberen Rahmen ist das Gesprochene auch außerhalb der Ohrmuschel recht deutlich zu vernehmen. Wer also in leiser Umgebung mit anderen Personen neben sich telefoniert, sollte eventuell auf Kopfhörer zurückgreifen, um ein Mithören anderer zu vermeiden.

Realme GT Neo 3 Kamera

​Hauptkamera 50MP Sony IMX766 f/1.88 OIS (Haupt)
8MP 119° f/2.25 (UWW)
2MP f/2.4 4cm (Makro)
Video: 4k60 / 4k30 / FHD60 / FHD30 (OIS Stabilisierung)
Codec: H.264 / H.265 (HEVC)
​Frontkamera 16MP Samsung S5K3P9 f/2.45
Video: FHD30 (EIS Stabilisierung)
Codec: H.264 / H.265 (HEVC)
​Blitz​Dual LED (Dual Tone)
​Fokus​PDAF + CDAF Hybrid
​Slow Motion​FHD240 / HD480
Kein HSR und kein Ton

Die Kamera-Ausstattung vom Realme GT Neo 3 enttäuscht angesichts des Preises in Europa ein wenig. Hier merkt man deutlich, dass das Smartphone in China deutlich weniger kostet. In der 50MP Hauptkamera steckt der Sony IMX766, welchen man z.B. auch im günstigeren OnePlus Nord 2 findet. Der Sensor bietet immerhin auch optische Bildstabilisierung. Die Zusatzkameras (8MP UWW und 2MP Makro mit jeweils festem Fokus) sind leider nicht der Rede wert und dürften für ab 599€ mindestens höhere Auflösungen bieten. Die 16MP Frontkamera ist Durchschnittskost und basiert auf einem Samsung S5K3P9 Sensor. Im Folgenden sehen wir uns die Kameras im Detail an.

Standard Modus (Tag, 12MP)

Beginnen wir mit dem 50MP Hauptsensor bei Tag. Im Standard Modus erzeugt dieser 12MP Fotos und erfreut mit einer ziemlich guten Optimierung. Die farbliche Abstimmung ist sehr gut gelungen und liefert Bilder, die sich nahe an der Realität bewegen. Auch die Schärfe der Fotos passt, wobei das Realme GT Neo 3 sogar auf größere Distanz relativ detaillierte Fotos liefert. Bei den 50MP Sensoren ist das eher selten. Innerhalb von Räumen leidet die Bildqualität nicht sehr stark. Der Fokus sitzt mit wenigen Ausnahmen korrekt und der Dynamikumfang der Bilder überzeugt weitestgehend. Auto HDR springt recht zuverlässig an, wenn es Sinn macht. Motive, die sich bewegen, werden bis zu einem gewissen Grad noch scharf abgelichtet. Bei Nahaufnahmen liefert der Hauptsensor einen schicken natürlichen Bokeh Effekt.

50MP Modus

​Im 50MP Modus nutzt das Realme GT Neo 3 die volle Sensorauflösung. Das geht dann mit leichten Einbußen beim Dynamikumfang einer und sorgt in dunkleren Bildbereichen auch für ein leichtes Rauschen. Im Gegenzug erhält man nochmal mehr Details und kann deutlich weiter in die Bilde reinzoomen, bevor sie pixelig oder matschig wirken. Zum nachträglichen Zuschneiden, dem Betrachten auf großen Bildschirmen oder zum Druck im Großformat ist das von Vorteil.

Digitalzoom

​Für den Digitalzoom seiner Smartphones hat Realme für gewöhnlich ein gutes Händchen und das zeigt sich auch beim Realme GT Neo 3 wieder. Der Digitalzoom steht qualitativ einer kleinen Zoom-Kamera mit optischem 2-fach Zoom in nichts nach, solange kein HDR aktiv ist und die Lichtverhältnisse stimmen. Erst bei wenig Licht macht sich der Digitalzoom bemerkbar, es entstehen aber je nach Motiv und Lichtquellen immer noch brauchbare Aufnahmen.

Portrait Modus

​Der Portrait Modus vom Realme GT Neo 3 verhält sich etwas "zickig". Die Software verlangt einen gewissen Abstand zum Motiv und weigert sich den Bokeh Effekt zu aktivieren, wenn dies nicht erfüllt ist. Das erfordert teils einiges an Versuchen, bis man eine richtige Position gefunden hat, um den Portrait Modus zu nutzen. Am Ende lohnt sich das allerdings, denn das Realme GT Neo 3 erzeugt einen schicken Bokeh Effekt, welcher ohne Ausnahme sehr genau eingerechnet wird und damit sehr realistisch wirkt. Dabei kommt er auch mit komplexen Umrissen und Tiefenverhältnissen sehr gut klar.

Ultraweitwinkel (8MP)

​Die Ultraweitwinkel Kamera vom Realme GT Neo 3 ist der Preisklasse in Europa leider nicht angemessen. Hier bekommt ihr die typische UWW-Kamera, welche man aus Mittelklasse Geräten kennt. Der Sensor bietet nur 8MP Auflösung und einen festen Fokus. Bei richtigem Abstand und guter Ausleuchtung entstehen brauchbare Schnappschüsse, mehr aber auch nicht. Sämtliche Bilder wirken verwaschen und zeigen kaum Details. Bei wenig Licht geht die Bildqualität stark in die Knie.

Makro (2MP)

​Die Makro Kamera ist ebenfalls nur ein "Spielzeug" und liefert mit dem 2MP Sensor sowie dem festen Fokus keine guten Aufnahmen. Es empfiehlt sich für Makro-Aufnahmen den Hauptsensor mit Digitalzoom zu nutzen. Damit erzeugt das Realme GT Neo 3 deutlich bessere Makro-Fotos.

LED Blitz

​Der LED Blitz vom Realme GT Neo 3 besteht aus zwei LEDs und wird erstaunlich hell. Grundsätzlich entstehen damit solide Aufnahmen mit erfreulich guter Farbdarstellung, jedoch könnten die Bilder mit der hohen Helligkeit des Blitzes noch besser sein. Im Bereich der feinen Details wirken die Bilder minimal matschig. Darüber hinaus kämpft die Kamera bei größerer Distanz zum Motiv oder in dunkleren Bildbereichen mit einem deutlich sichtbaren Bildrauschen. An diesen Stellen könnte man mit etwas Software-Optimierung sicherlich noch mehr herausholen.

Low Light & Night Mode

​Bei Nachtfotos schlägt sich das Realme GT Neo 3 ganz hervorragend. Es entstehen mit etwas Straßenbeleuchtung schon im Standard Modus qualitativ einwandfreie Bilder mit sehr wenig Rauschanteil, guter Schärfe, ordentlicher Detailabbildung und schönen Farben. Selbst relativ dunkle Motive, an denen sich viele Mittelklasse-Smartphones die Zähne ausbeißen, meistert das Realme GT Neo 3 noch mit Bravour und liefert Resultate, die sich nahe am Niveau von Oberklasse Smartphones bewegen. Nimmt man den Night Mode hinzu, kann man vielen Motiven noch einen Feinschliff verpassen. Man sieht zwar nicht immer große Unterschiede, doch vor allem Aufnahmen unter sehr wenig Restlicht oder mit Gegenlicht profitieren vom Night Mode deutlich.

Langzeitbelichtung

​Langzeitbelichtung im Pro Modus funktioniert mit dem Realme GT Neo 3 hervorragend und kann auch von Laien genutzt werden, die keine Erfahrung mit manueller Fotografie haben. Es genügt, die Belichtungszeit manuell zu setzen und den Rest auf Automatik zu belassen. Den Fokuspunkt und den Messpunkt kann man separat im Motiv setzen. So entstehen spielend einfach tolle Nachtaufnahmen in Situationen, wo nicht mehr genügend Lichtquellen vorhanden sind, um diese im Standard Modus oder Night Mode zu schießen. Dabei zeigt sich der 50MP Sensor derart lichtstark, dass sogar ein Sternenhimmel problemlos eingefangen wird.

Frontkamera

​Mit der 16MP Frontkamera liefert das Realme GT Neo 3 solide Selfies - mehr aber auch nicht. Die Bilder sehen grundlegend gut aus, liefern natürliche Farben und auch einen guten Bokeh Effekt im Portrait Modus. Leichte Schwächen zeigen sich aber bei der Detaildarstellung. Die Bilder wirken leicht weichgezeichnet. Bei weniger Licht - z.B. innerhalb von Räumen oder bei Nacht mit Straßenbeleuchtung - geht es mit der Bildqualität leider schnell bergab. Der Bildschirm Blitz hilft etwas, vollbringt aber keine Wunder.

Videos

​Das Realme GT Neo 3 kann mit dem Hauptsensor in bis zu 4k60 filmen. Die UWW-Kamera liefert maximal FHD30. Gleiches gilt auch für die Frontkamera. Mit der Makro Kamera kann man nicht filmen. Leider ist das Realme GT Neo 3 beim Filmen fast schon ein Totalausfall, denn das Smartphone ist nicht in der Lage eine wirklich gute Bildqualität zu liefern. Selbst 4k Material wirkt grisselig / rauschig und nicht perfekt scharf.

Hinzu kommen deutliche Probleme beim Setzen der korrekten Belichtung. Die Krönung ist dann noch, dass es keine richtige Stabilisierung gibt, obwohl die Hauptkamera OIS bietet. Sämtliche Videos wirken trotzdem ziemlich wacklig. Hierbei dürfte es sich aber um ein Software Problem handeln, denn beim Fotografieren ist das OIS vom Realme GT Neo 3 sehr deutlich zu sehen. Die Funktion ist also gegeben. Auch am Ton der Videos gibt es noch viel Raum für Verbesserungen. Die Qualität überzeugt nicht und die Software versucht offensichtlich Geräusche im Hintergrund zu unterdrücken, was dann am Ende einfach komisch klingt und fast schon an einen leichten "Unterwasser-Effekt" erinnert.

Slow Motion Videos nimmt das Realme GT Neo 3 mit HD Auflösung und 480fps oder Full HD Auflösung und 240fps auf. Leider entstehen hier nur bereits abgebremste Videos und keine Dateien mit hoher Framerate. Auch Audio wird bei Slow Motion Aufnahmen nicht aufgezeichnet. An dieser Stelle ist die Konkurrenz schon weiter.

Realme GT Neo 3 Akku

​Kapazität (Angabe) ​4.500mAh (150W)
5.000mAh (80W)
​Kapazität (Gemessen) ​4.504mAh
​Wechselbar​Nein
Fast Charging​150W oder 80W über USB-C
Kein Wireless Charging

Akkulaufzeit

​Je nachdem welche Version vom Realme GT Neo 3 ihr kauft, bekommt ihr einen unterschiedlich großen Akku. Die Variante mit 80W Fast-Charging hat einen größeren 5.000mAh Akku verbaut, während die Variante mit 150W Fast-Charging aus technischen Gründen einen etwas kleineren 4.500mAh Akku verbaut hat.

Wir haben ja die Variante mit 150W Fast-Charging getestet und sind hier mit der Akkulaufzeit ganz zufrieden. Mit 120Hz und aktiviertem AOD kommt man ohne Probleme durch einen ganzen Tag und muss dann je nach Nutzungsintensität am Abend oder erst in der Nacht ans Netzteil. Ohne Always On Display kann man die Laufzeit auch nochmal deutlich verlängern. Für die Leistungsklasse kann sich die Laufzeit in jedem Fall sehen lassen.

Ladezeit

​Spannend ist natürlich auch das 150W Fast-Charging. Immerhin hat man es hier mit dem schnellsten Fast-Charging zu tun, welches es je in einem Smartphone gab. Tatsächlich lädt das Realme GT Neo 3 damit sehr schnell auf. In nur 7 Minuten kommt man von 20% auf 75% Ladung und nach 12 Minuten ist das Smartphone voll. Anders ausgedrückt: Das Smartphone lädt in der kurzen Kaffeepause voll auf und hält dann wieder einen Tag durch. Das Smartphone erwärmt sich dabei erstaunlicherweise nicht übermäßig stark und bleibt unter 40°C.

Das ist natürlich beeindruckend, stellt aber realistisch betrachtet keinen großen Sprung dar. Vergleicht man das 150W Fast-Charging mit dem 120W Fast-Charging von Xiaomi (z.B. im Poco F4 GT), zeigt sich ein Vorteil von nur etwa einer Minute. Ob einem das den saftigen Aufpreis wert ist, den Realme dafür verlangt, muss jeder selbst entscheiden. Für viele wird wahrscheinlich auch die 80W Variante vom Realme GT Neo 3 völlig ausreichend sein. Immerhin kann man sich so 100€ sparen.

Realme GT Neo 3 Test Fazit

​Mit dem Realme GT Neo 3 hat der Hersteller ein interessantes und einzigartiges Gesamtpaket geschnürt. Immerhin handelt es sich hier in Europa um das erste Smartphone mit dem Dimensity 8100 und auch generell um das erste Smartphone mit 150W Fast-Charging. Schade ist nur, dass man sich das so gut bezahlen lässt. Im Vergleich mit den Preisen in China, sind die europäischen Preise für das Realme GT Neo 3 schon extrem hoch und lassen sich nicht nur mit den Mehrkosten durch Gewährleistung und diverse gesetzliche Regularien bzgl. Elektroschrott und Urheberrechtsabgaben erklären. Hier wird bewusst zugelangt und der Status des Smartphones ausgenutzt.

Das grundsätzliche attraktive Gesamtpaket wird dadurch allerdings weniger attraktiv, denn das 150W Fast-Charging hat am Ende eher Gimmick-Charakter. Klar, das Smartphone lädt verdammt schnell auf, doch das tun auch Geräte mit 80W oder 120W. Gegenüber dem 120W Fast-Charging von Xiaomi spart man sich hier eine Minute ein, was eigentlich kaum dafür taugt, den hohen Aufpreis zu rechtfertigen. Immerhin kostet das Realme GT Neo 3 mit 150W Fast-Charging zur UVP rund 700€. Für dasselbe Geld bekommt man auch schon ein Realme GT 2 Pro mit langsamerer Ladung, dafür jedoch ansonsten erheblich besserer Ausstattung (WQHD+ Display mit LTPO 2.0, Snapdragon 8 Gen1). Auch das Poco F4 GT ist in dem Preisbereich eine überaus interessante Alternative.

Am Ende des Tages ist es also schwer, zum aktuellen Preis eine generelle Kaufempfehlung für das Realme GT Neo 3 mit 150W Fast-Charging abzugeben. Wenn man das Smartphone deutlich reduziert im Angebot bekommt oder die Preise im Laufe der Zeit sinken, wird es sicherlich interessant, doch zur UVP ist das Smartphone eher etwas für echte Nerds, die für neue Technik bereit sind auch mal etwas mehr Geld auszugeben, selbst wenn es rational betrachtet wenig Sinn macht. Für die Mehrzahl der Nutzer dürfte die 80W Variante vom Realme GT Neo 3 die bessere Wahl sein, wobei auch diese angesichts der Konkurrenz gerne noch etwas günstiger sein dürfte.

Wer sich den Testbericht noch als Video ansehen möchte, findet diesen hier.

Pro

  • ​Schickes Design mit mattem Glas und guter Verarbeitung
  • Erfreulich geringes Gewicht (188g) und schlankes Design
  • Gutes 120Hz AMOLED Display mit ordentlicher Helligkeit
  • Echtes Always-On Display
  • Sehr guter, schneller Touchscreen
  • Dimensity 8100 mit sehr guter Performance (Snapdragon 888 Niveau) ohne jegliche Hitzeprobleme
  • Schneller LPDDR5 RAM und UFS 3.1 Speicher
  • Alle wichtigen Sensoren vorhanden
  • Schneller In-Screen Fingerabdruck Sensor und zuverlässiges Face Unlock auch bei Nacht
  • X-Achsen Linearmotor für Vibrationsfeedback
  • Aktuelle Software (Android 12) mit regelmäßigen Updates
  • Google Zertifizierung und Widevine L1 DRM
  • Sehr guter Empfang mit 5G, WiFi 6(E) und Bluetooth 5.3
  • 360° NFC mit Google Pay Unterstützung
  • Sehr gute Stereo Lautsprecher mit kräftigem Bass und Dolby Atmos
  • Sehr gute Sprachqualität mit VoLTE & VoWiFi
  • Sehr gute 50MP Hauptkamera für Fotos bei Tag und Nacht
  • Sehr schnelles 150W Fast-Charging
  • Für die Leistungsklasse gute Akkulaufzeit (1 Tag)

Contra

  • ​Kein IP-Rating
  • Kunststoff-Rahmen mit geringer Stabilität
  • Kein Dolby Vision und kein HDR in Netflix
  • Kein Gorilla Glass Victus
  • Keine Micro SD Erweiterung
  • Kein USB 3
  • Kein 3,5mm Anschluss
  • Telefonhörer ist für Menschen in Umgebung zu hören
  • Schwache UWW und Makro Kameras
  • Schlechte Kamera-Optimierung beim Filmen, OIS funktioniert nicht korrekt
  • Europäische UVP von 699,99€ zu hoch (vgl. in China ab 380€)
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