Vom aktuellen Honor Flaggschiff, dem Magic 8 Pro Air (zum Test, derzeit ab 999,90€ bei Honor*), gibt es in China auch eine Air-Variante, mit der Honor das iPhone Air von Apple angreifen will. Nach Europa hat es das Modell bislang zwar nicht geschafft, doch ein China Import ist weitgehend ohne Einschränkungen möglich. Dabei ist das Smartphone durchaus interessant, da es ein spannendes Gesamtpaket liefert.
Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten im Segment der ultraschlanken Smartphones setzt das Honor Magic 8 Pro Air nämlich nicht nur auf ein sehr dünnes Gehäuse, sondern noch dazu einen äußerst kompakten Formfaktor mit nur 6,31 Zoll Bildschirmdiagonale. Dazu gesellt sich dann noch echte Oberklasse Hardware und sogar ein Kamerasystem, das sich im Gegensatz zum iPhone Air sehen lassen kann.
Preislich bleibt das Honor Magic 8 Pro Air dabei in einem erschwinglichen Bereich. Ab etwa 707€ ist man derzeit beim Import via TradingShezhen* dabei. Deutlich günstiger also, als das iPhone Air. Beim Einstieg gibt es 12GB RAM und 256GB Speicher. Die Spitzenkonfiguration bietet 16GB RAM und 1TB Speicher. Bei den Farben dürfen Interessenten aus Schwarz, Weiß, Orange und Lila wählen.
Im folgenden Testbericht schauen wir uns das Honor Magic 8 Pro Air im Detail an und klären, wo die Stärken und Schwächen liegen. Viel Spaß beim Lesen!
Das Honor Magic 8 Pro Air wird euch in einer silbernen Box mit recht schlichter Gestaltung geliefert. Sie trägt nur einen einfachen Schriftzug und keine Abbildung des Geräts. Der Deckel der typischen Smartphone Box wird nach oben abgezogen und gibt es Blick auf eine innenliegende weitere Box frei, welche eine SIM Nadel, die Dokumentation und eine transparente Hartplastik Schutzhülle enthält. Das Honor Magic 8 Pro Air folgt danach, geschützt von Folie und mit einer Schutzfolie auf dem Display. Darunter liegen in der Verpackung noch ein USB-A auf USB-C Kabel und das 80 Watt Ladegerät. Dieses benötigt zur Nutzung in deutschen Steckdosen einen Adapter, den TradingShenzhen* aber in der Regel beilegt. Das Unboxing Video für einen genaueren Eindruck des Lieferumfangs findet ihr im ChinaMobileMag YouTube Kanal.
| Materialien | Rahmen: Metall (flach, matt) Rückseite: Kunststoff (flach, matt) Front: Giant Rhino Glass |
| Gewicht | 155g |
| Abmessungen | Ohne Kamera: 150,5 x 71,9 x 6,6mm Mit Kamera: 150,5 x 71,9 x 11,8mm |
| Wasserdicht | IP68 und IP69 |
Das Honor Magic 8 Pro Air setzt wie sein großer Bruder und auch die Konkurrenz im ultraschlanken Smartphone-Segment auf einen Metallrahmen zur Stabilisierung des schlanken Designs, welcher in flacher Ausführung daher kommt und mit einem matten Finish versehen ist. Farblich ist dieser passend zur gewählten Gerätefarbe abgestimmt - bei unserem Testgerät also in einem leuchtenden Orange. Die Rückseite besteht hingegen aus mattem Kunststoff, was ja im Oberklasse Segment mittlerweile häufiger vorkommt und von vielen Nutzern begrüßt wird, da hier de Bruchgefahr geringer ausfällt.
Dass die Rückseite aus Kunststoff besteht, merkt man nicht direkt. Das matte Finish kaschiert den Umstand ganz gut. Kratzempfindlich war das Material in der Alltagsnutzung von über einer Woche nicht. Wer sich hier Sorgen macht, nutzt aber wahrscheinlich so oder so eine Schutzhülle. Im Gegensatz zum Honor Magic 8 Pro ist die Rückseite vom Honor Magic 8 Pro Air an den Kanten nicht abgerundet, sondern komplett flach und schließt bündig mit dem Metallrahmen ab.
In den Grundzügen ähnelt das Design durchaus dem iPhone Air, vor allem aufgrund des langgezogenen Kamerabuckels. Trotzdem besteht Grunde keine Verwechslungsgefahr, da allein die größere Anzahl an Kameralinsen für ein deutlich anderes "Gesicht" sorgt. Eine direkte Kopie von Apple ist das Honor Magic 8 Pro Air also nicht. Eine gewisse Inspiration lässt sich aber auch nicht leugnen. Das übernommene langgezogene Kameradesign hat aber auch einen Vorteil. Da der Buckel sehr weit hervorsteht (5,2mm), verhindert die breite Anordnung ein störendes Wackeln bei Tischnutzung.
Was man beim Honor Magic 8 Pro Air kritisieren kann, ist die geschönte Angabe der Gerätedicke. Honor wirbt mit 6,1mm, was wir aber an keiner Stelle verifizieren können. Je nach Messposition kommen wir auf Werte zwischen 6,6 und 6,8mm. Das Gerät ist also definitiv dicker als beworben und ja, der Messchieber misst korrekt, denn in Höhe und Breite messen wir exakt die beworbenen Werte. Die Smartphone Hersteller der Android-Welt scheinen es aber allgemein bei den ultraschlanken Geräten nicht so genau zu nehmen, denn schon im Test zum Motorola Edge 70 konnten wir die vom Hersteller angegebene Dicke nicht bestätigen. Dort gab der Hersteller 5,99mm an und gemessen waren es etwa 6,25mm.
Was die Verarbeitung betrifft, bewegt sich das Honor Magic 8 Pro Air auf Augenhöhe mit anderen Oberklasse Flaggschiffen, muss sich also nicht verstecken und leistet sich hier keine Patzer. Alles passt gut zusammen und wirkt hochwertig. Es gibt keine klappernden Tasten oder unregelmäßigen Spaltmaße. Auch die Robustheit fällt dafür, wie dünn, handlich und leicht das Magic 8 Pro Air gebaut ist erfreulich gut aus. Im Biegetest zeigt das Gehäuse erfreulich viel Widerstand und man bekommt keine Angst, dass gleich etwas kaputt geht. Auch die IP Ratings müssen sich nicht verstecken. Mit IP68 und IP69 deckt das Modell gängige Standards ab und kann auch problemlos unter Wasser getaucht werden.
Das Port- und Tastenlayout ist indes typisch für die aktuellen Smartphones von Honor. Rechts finden sich die Lautstärkewippe, Power Taste und eine Touch-Taste die als KI-Button, Kameraauslöser und Zoom-Slider fungiert. Unten trägt das Honor Magic 8 Pro Air einen USB-C Port in der Mitte sowie daneben den SIM Tray, ein Sprachmikrofon und einen der beiden Medienlautsprecher. Der zweite Medienlautsprecher hat seine Öffnung oben im Rahmen gemeinsam mit einem Umgebungsmikrofon und einem Infrarotblaster. Die linke Seite des Handys bleibt unbelegt.
| Größe | 6,31 Zoll |
| Auflösung | 2640 x 1216 @120Hz Adaptive Sync: 60/90/120Hz |
| Technologie | 10-Bit OLED (flach) 1,07 Milliarden Farben, DCI-P3 Farbraum HLG, HDR10(+) & Dolby Vision Manuelle Helligkeit: ca. 800 Nits HBM Helligkeit: ca. 1800 Nits Peak HDR Helligkeit: bis zu 6000 Nits 3840 oder 4320Hz PWM Dimming DC Dimming bei mittlerer bis hoher Helligkeit |
| Anzahl Berührungspunkte | 9 Abtastrate: Keine Angabe Kein Handschuh-Modus |
| Gehärtetes Glas | Ja Giant Rhino Glass |
| Anti Fingerabdruck Beschichtung | Ja |
Das Display im Honor Magic 8 Pro Air ist technisch recht ähnlich zum Honor Magic 8 Pro. Es ist mit 6,31 Zoll deutlich kleiner, nutzt aber die fast die gleiche Auflösung, was zu einer höheren Pixeldichte und damit einem sehr scharfen Bild führt. Auf Quad Curved verzichtet Honor beim Air, setzt also auf ein flaches Display. Verzichten muss man auf Variable Refresh Rate, unterstützt wird nur Adaptive Sync. Die maximale Refresh Rate liegt bei 120Hz. Die Reaktionszeit des Displays ist auch beim Honor Magic 8 Pro Air schnell genug um störende Ghosting-Effekte beim Scrollen zu vermeiden. Die Bilschirmränder sind sehr schmal und an allen vier Seiten gleich breit. Auf die pillenförmige Notch verzichtet Honor beim Magic 8 Pro Air.
Farblich muss sich das Display nicht vor dem großen Bruder verstecken. Auch das Magic 8 Pro Air liefert eine lebendige aber nicht übertriebene Farbabstimmung mit ansprechender Darstellung von Bildern und Videos. Mit Werten um die 6500 Kelvin Marke fällt der werksseitige Weißwert ziemlich optimal aus. Die Blickwinkelstabilität des Displays ist sehr gut ohne Farbverschiebungen oder großem Helligkeitsabfall. Die HDR Spitzenhelligkeit liegt beim Honor Magic 8 Pro Air mit bis zu 6000 Nits auf dem gleichen Niveau wie beim Honor Magic 8 Pro. Entsprechende Inhalte kommen also sehr gut zur Geltung. Mit den schlanken und symmetrischen Displayrändern wirkt das Honor Magic 8 Pro Air modern.
Die Lesbarkeit des Displays im Freien ist sehr gut. Manuell erreicht das Honor Magic 8 Pro Air eine Helligkeit von bis zu 800 Nits. Im automatischen Modus erreicht das Display bis zu 1800 Nits Helligkeit, wobei der tatsächliche Wert je nach Größe der hellen Flächen abweicht. In jedem Fall ist die Lesbarkeit im Freien sehr gut und auch direkte Sonneneinstrahlung ist kein Problem. Auch feine Details bei Kartenmaterial oder dem Kamerasucher sind sehr gut erkennbar.
Bei den Displayeinstellungen liefert das Honor Magic 8 Pro Air weitgehend dieselben Einstellungen wie das große Magic 8 Pro. Zu den Standard Android Einstellungen wie Darkmode, Lesemodus und Nachtmodus gesellt sich ein recht umfassendes Farbmanagement, das neben Presets und Farbtemperatur auch erweiterte Einstellungen für die manuelle Kalibrierung des Displays bietet. Neben RGB-Werten lassen sich hier Farbton, Sättigung, Kontrast, Schärfe und Helligkeit einstellen. Eine Gamma-Anpassung fehlt allerdings. Die Videooptimierung zur Verbesserung der HDR Inhalten und Upscaling von Videos in geringer Auflösung ist ebenfalls vorhanden.
Eine Always-On-Display-Funktion ist vorhanden und kann wahlweise als klassisches AOD oder Vollbild-AOD mit Wallpaper genutzt werden. Die dauerhafte Anzeige (auch mit Zeitplan) oder alternativ mit Timeout ist möglich. Das AOD zeigt neben der Uhrzeit auch die Akkuladung, das Datum und Benachrichtigungen an. Letztere jedoch nur als Anzahl verpasster Benachrichtigungen und nicht als Icons.
Im Gegensatz zum Honor Magic 8 Pro kommt das Honor Magic 8 Pro Air nicht mit dem NanoCrystal Shield Displayglas daher, sondern setzt auf "Giant Rhino Glass". Offensichtliche Nachteile gegenüber dem NanoCrystal Shield Displayglas sind nicht erkennbar. Im Testzeitraum blieb das Display frei von Kratzern und auch direkte Kratztests mit einem Schlüssel oder beim Rutschen über einen Tisch haben keine Spuren hinterlassen.
Zur Abtastrate des Touchscreens gibt es keine Angaben vom Hersteller. Gegenüber dem Honor Magic 8 Pro ist die Abtastrate des Honor Magic 8 Pro Air jedoch nicht spürbar geringer. Gefühlt reagiert der Touchscreen des beim Air genauso schnell wie Magic 8 Pro. Man spürt keine nennenswerte Eingabeverzögerung und das Schreiben auf der virtuellen Tastatur fühlt sich flüssig an. Im Test mit Wassertropfen auf dem Touchscreen gab es keine Probleme. Was fehlt ist ein Handschuhmodus.
| Prozessor | Mediatek Dimensity 9500 (3nm, ARM Lumex, ARMv9.3-A) 1x ARM C1 Ultra @4,21GHz 3x ARM C1 Premium @3,50GHz 4x ARM C1 Pro @2,70GHz |
| GPU | ARM Mali G1 Ultra MC12 (keine Taktangabe) |
| RAM | 12GB / 16GB LPDDR5X |
| Speicher | 256GB / 512GB / 1TB UFS 4.1 Lesen: 3,16GB/s | Schreiben: 3,16GB/s (seq.) |
| Micro SD | Nein |
| Fingerabdruck Scanner | Ja (im Display, Ultraschall) |
| Sensoren | Umgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation |
| Besonderheiten | USB-C 2.0, USB OTG, keine Videoausgabe über USB, Always-On Display, kein 3,5mm Anschluss, Linearvibration, Stereo Lautsprecher, kein UKW Radio, Infrarot Blaster |
Im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern im Bereich der ultraschlanken Smartphones, setzt Honor beim Magic 8 Pro Air auf einen waschechten Flaggschiff Prozessor. Im Gegensatz zum großen Bruder des Modells kommt hier allerdings nicht der Snapdragon 8 Elite Gen 5 zum Einsatz, sondern der Mediatek Dimensity 9500. Das ist aber nicht unbedingt ein Nachteil, denn in den bisherigen Tests konnte der Chip unter Beweis stellen, dass der bei der CPU-Leistung nur geringfügig hinter dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 zurückbleibt, bei der GPU-Leistung hingegen teils deutlich besser abschneidet.
Somit ist auch das Honor Magic 8 Pro Air ein pfeilschnelles Oberklasse Smartphone, welches sich in der alltäglichen Nutzung auch so anfühlt und sich superflüssig durch alltägliche Apps, lange Social Feeds und große Webseiten arbeitet. Zumindest bei kurzzeitig hoher Last ist das Honor Magic 8 Pro Air absolut auf Augenhöhe mit aktuellen Oberklasse Flaggschiffen. Trotzdem ist das Gerät nicht die beste Wahl, wenn man hohe Leistungsansprüche insbesondere bei langen Lastsituationen hat. Durch das extrem schlanke und zudem auch kompakte Design, hat das Honor Magic 8 Air Pro Air nur eingeschränkte Kühlmöglichkeiten.
Das macht sich schon bemerkbar, wenn man im Alltag beispielsweise längere Zeit Videos in hoher Auflösung über Mobilfunk streamt. Schon dort erwärmt sich das Gehäuse spürbar stärker als bei anderen Flaggschiffen mit größerem und dickeren Gehäuse. Entsprechend verwundert es dann auch nicht weiter, dass das Honor Magic 8 Pro Air beim Spielen schnell unangenehm heiß wird und auch schnell deutliches Thermal Throttling in Form von sichtbaren FPS Einbrüchen zeigt. Wenngleich Genshin Impact und Honkai: Star Rail auf dem Honor Magic 8 Pro Air zunächst flüssig mit festen 60fps bei maximalen Grafikeinstellungen laufen, bricht die Performance nach einer gewissen Zeit doch deutlich ein. Als Gaming Smartphone taugt das schlanke Handy also nicht wirklich, was im Grunde auch den leistungsstarken Prozessor etwas absurd erscheinen lässt.
Dass das Honor Magic 8 Pro Air ein deutlich unterdimensioniertes Kühlsystem besitzt, zeigt sich nicht nur beim Spielen, sondern ganz klar auch in entsprechenden Drossel-Tests. Wie ihr unten an den Screenshots sehen könnt, ist der Leistungseinbruch beim CPU Throttling-Test nicht nur sehr ausgeprägt, sondern tritt auch deutlich schneller ein als bei anderen Flaggschiffen. Der GPU Throttle Test konnte noch nichtmal beendet werden, da die App vorher vom System beendet wurde und anschließend mit einer entsprechenden Fehlermeldung bezüglich der Überhitzung des Geräts quittiert wurde. Gleiches passiert auch beim Ausführen normaler Benchmarks wie Antutu im Leistungsmodus. Die Empfehlung ist also, diesen deaktiviert zu lassen und das Honor Magic 8 Pro Air nur im Ausbalanciert-Modus zu nutzen.
Angesichts der thermischen Limitierungen des Honor Magic 8 Pro Air überrascht es auf den ersten Blick, dass das Modell in Benchmarks fast exakt auf demselben Niveau wie das Honor Magic 8 Pro liegt. Im Antutu-Benchmark und auch im Geekbench liegen die Unterschiede zwischen den beiden Modellen im Bereich der Messungenauigkeit mit wenigen Prozentpunkten Unterschied. Eine größere Differenz gibt es im PCMark Benchmark, wo das Honor Magic 8 Pro knapp 19% schneller ist, was aber ein häufiger Unterschied zwischen Dimensity 9500 und Snapdragon 8 Elite Gen 5 ist und weniger dem Formfaktor geschuldet ist. Auch in den GPU Benchmarks von 3DMark oder Basemark GPU gibt es zwischen den beiden Modellen keine größeren Unterschiede.
Das bestätigt allerdings auch den Umstand, dass vor allem die GPU Leistung des Honor Magic 8 Pro Air durch die eingeschränkte Kühlung limitiert wird. Denn eigentlich sollte der Dimensity 9500 in den GPU Benchmarks oftmals deutlich schneller sein als der Snapdragon 8 Elite Gen 5. Dass das Honor Magic 8 Pro Air hier tatsächlich langsamer ist als es sein sollte, zeigt sich beim Vergleich mit einem größeren Smartphone mit demselben SoC. Vergleicht man das Honor mit dem Vivo X300 Pro, zeigen sich bei den CPU-lastigen Benchmarks keine großen Unterschiede, doch bei den GPU Benchmarks fällt das Honor Magic 8 Pro Air deutlich zurück.
Somit bleibt festzuhalten, dass vor allem die Grafikleistung des Honor Magic 8 Pro Air durch das schlanke Design deutlich eingeschränkt wird. Für anspruchsvolle Spieler ist das Smartphone daher nicht zu empfehlen, zumal die Benchmarks ja nur eine kurzzeitige Last abbilden. Unter längerer Last wird die Leistung des Honor Magic 8 Pro Air unweigerlich unterhalb des Honor Magic 8 Pro absinken.
Beim Speicher macht das Honor Magic 8 Pro Air keine Kompromisse zum Honor Magic 8 Pro. In der Basisversion gibt es 12GB RAM und 256GB Speicher. Weitere Optionen sind 16GB/512GB und 16GB/1TB. Das vorliegende Testgerät hat 16GB RAM und 512GB Speicher. Damit besteht mehr als genug Spielraum für Multitasking, speziell auch mit Blick auf die thermischen Einschränkungen des Geräts. Mehr als 10 offene Apps mit flüssigem Wechsel zwischen diesen ohne erneutes Laden oder Verzögerung sind kein Problem. Voraussetzung ist natürlich ein entsprechend konfiguriertes Energiemanagement, da das System ansonsten dazu neigt, Apps im Hintergrund zu schließen. Was den Festspeicher angeht, macht Honor wie gewohnt keine Angaben zur Speichertechnologie. Basierend auf den Benchmarks handelt es sich um einen UFS 4.1 Speicher. Hier erreicht das Honor Magic 8 Pro Air in beide Richtungen sequenzielle Transferraten von 3,16GB/s und liegt damit auf Augenhöhe mit anderen aktuellen Flaggschiffen.
Bei den Sensoren liefert das Honor Magic 8 Pro Air alles, was man von einem aktuellen Flaggschiff erwartet. Kompass und Gyroskop sind vorhanden und funktionieren einwandfrei. Lediglich ein Barometer fehlt. Fürs Entsperren gibt es einen Ultraschall-Fingerabdrucksensor in angenehmer Position, leicht erhöht innerhalb des Displays. Dieser entsperrt das Smartphone zuverlässig und blitzschnell. Ein Abstrich gegenüber dem normalen Magic 8 Pro ist das Fehlen der 3D-Gesichtserkennung. Hier setzt das Magic 8 Pro Air nur auf normale 2D-Gesichtserkennung per Frontkamera. Das funktioniert zwar auch gut, wenngleich geringfügig langsamer als beim Magic 8 Pro. Vor allem bei schlechten Lichtverhältnissen dauert es etwas länger.
Für den USB-C-Anschluss bietet das Honor Magic 8 Pro Air leider nur USB 2.0. Einen technischen Grund dafür gibt es eigentlich nicht, da der Dimensity 9500 USB 3 unterstützt. Auch Videoausgabe über USB-C ist entsprechend nicht möglich. Ein Linearvibrationsmotor wurde immerhin nicht eingespart. Dieser ist auch trotz des dünnen Gehäuses recht kräftig und dabei nicht zu laut. Ein Infrarotblaster ist ebenfalls vorhanden und befindet sich am oberen Rand des Smartphones neben der zweiten Lautsprecheröffnung.
| Variante | MagicOS 10 Version im Test: 10.0.0.150(SP60C00E138R103P1H1) |
| Android Version | Android 16 Sicherheitspatch im Test: März 2026 |
| Google zertifiziert | Ja |
| DRM Technologien | ClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM |
| Bloatware | Ja (App Store, Browser, Social Media, Shopping, Office, Streaming) |
| Root-Zugriff | Nein |
| OTA Updates | Ja (ein Update im Testzeitraum) Update Garantie: 7 / 7 Jahre |
| Schadsoftware | Keine Funde Facebook / Meta Systemdienste vorhanden |
Auf dem Honor Magic 8 Pro Air MagicOS 10 basierend auf Android 16. Da es sich um eine China Version handelt, kommt natürlich auch die chinesische Version von MagicOS 10 zum Einsatz. Was das Design und den Aufbau der Oberfläche betrifft, unterscheidet sich die chinesische Version von MagicOS 10 kaum von der internationalen Version. Das System lässt sich sogar in deutscher Sprache nutzen, ohne dass man etwas verändern muss. Auch die Google-Dienste sind bereits vorinstalliert, sodass man nur noch den Play Store installieren muss. Diesen bekommt man direkt aus dem Honor-eigenen App Store. Honor verspricht für das Magic 8 Pro Air eine Update-Garantie von sieben Jahren für Betriebssystem- und Sicherheitsupdates. Im Testzeitraum gab es ein Update und es lief der Sicherheitspatch vom März 2026.
Zu den Nachteile der chinesischen Version von MagicOS 10 gehört der Umstand, dass die Integration von Gemini fehlt, da Honor in China auf einen eigenen KI-Assistenten setzt. Dieser arbeitet in chinesischer Sprache und ist damit nicht für den deutschen Markt geeignet. Gemini lässt sich natürlich trotzdem über die App installieren und nutzen, jedoch ohne Circle to Search Integration. Weitere Nachteile der China Version sind das Fehlen von Unterstützung für den Google Standortverlauf und das Fehlen von WearOS Unterstützung. Android Auto ist hingegen auf dem chinesischen Honor Magic 8 Pro Air verfügbar. Im Grunde ähnelt die Nutzererfahrung also dem, was man von Importgeräten von Oppo und Vivo kennt.
Auf den vom größeren Honor Magic 8 Pro bekannten Desktop-Modus von MagicOS 10 muss man auf dem Honor Magic 8 Pro Air verzichten. Das liegt schlicht daran, dass das Honor Magic 8 Pro Air nur einen USB-C 2.0 Anschluss besitzt, der keine Videoausgabe über USB-C und damit keine externen Bildschirme unterstützt. Wer also auf den Desktop-Modus Wert legt, sollte zum Honor Magic 8 Pro greifen.
Auf Google Zertifizierung muss man beim Import des Honor Magic 8 Pro Air nicht verzichten. Somit lassen sich alle Google Dienste abseits der genannten problematischen Dienste ohne Einschränkungen nutzen, was auch für Google Pay gilt. Drittanbieter Apps, welche die Zertifizierung benötigen, laufen ebenfalls. Zudem ist auch die Widevine L1 Zertifizierung vorhanden, was die Wiedergabe von HD-Inhalten bei Netflix und Co. nötig ist. Die HDR-Fähigkeit des Honor Magic 8 Pro Air umfassen HLG, HDR10(+) und Dolby Vision.
Bloatware ist auf dem Honor Magic 8 Pro Air insbesondere in Form von chinesischen Apps sehr zahlreich vorhanden. Die Bloatware lässt sich allerdings nahezu vollständig deinstallieren, sodass sich der Störfaktor in Grenzen hält. Nicht entfernen lässt sich der hauseigene Honor App Store (App Market), welcher einen gelegentlich mit chinesischen Benachrichtigungen nervt. Diese kann man jedoch durch Entziehen der entsprechenden Rechte stumm schalten. Scans nach Schadsoftware brachten auf dem Honor Magic 8 Pro Air keine Funde zum Vorschein. Die Facebook bzw. Meta Systemdienste sind auf dem Honor Magic 8 Pro Air nicht vorhanden.
| Mobilfunk | 2G, 3G, 4G, 5G Keine Details zu den Frequenzen verfügbar |
| WLAN | WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax/be (Wi-Fi 6/6E/7) 2x2 MIMO |
| Bluetooth | Bluetooth 6.0 |
| NFC | Ja (mit Google Pay) |
| Dual SIM | Dual Nano SIM Single eSIM Unterstützung (SIM 2) |
| Positionsbestimmung | GPS (L1+L5), A-GPS, Galileo (E1+E5a+E5b), GLONASS (G1), BDS (B1I+B1C+B2a+B2b), QZSS (L1+L5), NavIC (L5) |
Zu den unterstützten Mobilfunkfrequenzen gibt Honor wie gewohnt keine Details an. Gerade bei einem Importgerät ist das ein Nachteil, da man so vor dem Kauf nicht weiß, ob das Gerät mit den heimischen Mobilfunknetzen kompatibel ist. Zumindest im o2-Netz gab es hier in Deutschland jedoch keine Probleme. Sowohl LTE als auch 5G haben sich problemlos mit gewohnt gutem Empfang nutzen lassen und auch bei der Geschwindigkeit gab es keine Einschränkungen. Konkret wurden im Speedtest mit dem Honor Magic 8 Pro Air Geschwindigkeiten von 340Mbit/s im Download und 56Mbit/s im Upload erreicht.
Ein Highlight des Honor Magic 8 Pro Air ist der Umstand, dass das Gerät neben Dual Nano SIM auch eine eSIM unterstützt. Das ist bei einem China-Importgerät ungewöhnlich, da hier für gewöhnlich die eSIM Unterstützung fehlt. Tatsächlich gibt Honor im Datenblatt auch keine eSIM Unterstützung an. Von daher sieht es so aus, als wäre das Feature rein für die Importkunden vorhanden und wird offenbar freigeschaltet, sobald das Gerät in einer entsprechenden Region genutzt wird. Die eSIM Einstellungen sind ganz normal zugänglich wie es auch bei den offiziellen Global-Versionen bzw. EU-Versionen von Honor Smartphones der Fall ist.
Beim WLAN ist das Honor Magic 8 Pro Air gleichwertig mit dem Honor Magic 8 Pro ausgestattet. Auch hier gibt es bis zu Wi-Fi 7 (be) mit 2x2 MIMO und auch die Empfangsqualität ist trotz des deutlich kompakteren Gehäuses gleichwertig. Im am schwächsten abgedeckten Raum des Gebäudes gab es keine Einschränkungen oder Aussetzer beim Video-Streaming. Die gemessene Geschwindigkeit mit einer Fritz!Box 6660 Cable (Wi-Fi 6) lag direkt neben dem Router bei soliden 691Mbit/s im Download. Ein Stockwerk tiefer kommen in der Messung noch sehr gute 287Mbit/s an. Die Performance liegt damit auf demselben Niveau wie das Honor Magic 8 Pro in unserem Test.
Auch die Bluetooth Unterstützung ist mit Bluetooth 6.0 identisch. Auch beim Honor Magic 8 Pro Air gab es keine Reichweitenprobleme oder Aussetzer bei der Verbindung mit einem Bluetooth Lautsprecher oder Kopfhörern beim Bewegen über ein Stockwerk hinweg. NFC Unterstützung ist vorhanden und Google Pay funktioniert nach der Einrichtung der Google Wallet App problemlos.
Die GPS-Performance des Honor Magic 8 Pro Air zeigt ebenfalls keine Schwächen und liegt auf demselben Niveau wie das Honor Magic 8 Pro. Im Fix werden in der Regel mehr als 60 Satelliten eingebunden, was auch für bedeckten Himmel gilt. Der SNR-Wert liegt deutlich im grünen Bereich, unabhängig vom Wetter, sodass der Empfang zuverlässig und stabil ist. Entsprechend gab es auch im Praxistest mit Google Maps Navigation keine Probleme. Ebenso wurde auch im GPS Tracking die zurückgelegte Strecke korrekt aufgezeichnet. Wechsel der Straßenseite sind auf der Karte exakt eingezeichnet.
| Lautsprecher | Stereo Lautsprecher Rahmen unten + oben |
| Noise Cancelling Mikrofon | Ja (Rahmen oben) |
| Weitere Merkmale | VoLTE, Honor Sound (nur Kopfhörer) |
Das Honor Magic 8 Pro Air setzt wie sein großer Bruder auf Stereo Lautsprecher mit jeweils einem Lautsprecher oben und unten im Rahmen. Klangtechnisch liefern diese natürlich deutlich weniger Bass, was nicht weiter verwundert, da das dünne Gehäuse ja deutlich weniger Platz als Resonanzkörper bietet. Für ein derart kompaktes und ultradünnes Smartphone ist der Klang aber dennoch erstaunlich gut. Bässe sind trotzdem noch präsent und kratzen auch bei höherer Lautstärke nicht.
Allgemein ist die Maximallautstärke recht hoch und der Klang wirkt auch ausgewogen. Im Grunde nicht viel schlechter als man es von durchschnittlichen gehobenen Mittelklasse-Smartphones mit "normalem" Formfaktor gewohnt ist. Verglichen mit dem ebenfalls sehr dünnen Motorola Edge 70 klingt das Honor Magic 8 Pro Air ganz erheblich besser.
Was beim Honor Magic 8 Pro Air aber fehlt, ist das umfassende Audio Management des großen Bruders. Tatsächlich gibt es für die integrierten Lautsprecher gar keine Konfigurationsmöglichkeiten, also weder einen Equalizer, noch Presets. Nur für Kopfhörer steht die "Honor Sound" Klangoptimierung zur Verfügung, welche aber auch nur ein paar Presets und keinen Equalizer bietet.
Beim Telefonieren gab es mit dem Honor Magic 8 Pro Air keine negativen Auffälligkeiten. Der Gesprächspartner berichtet von klarem, gut verständlichen Ton ohne störende Nebengeräusche. Auch umgekehrt gab es keine negativen Auffälligkeiten im Klangbild. Der Telefonhörer wird laut genug um auch in lauter Umgebung gut hörbar zu sein. Was dem Honor Magic 8 Pro Air allerdings fehlt, ist Unterstützung für VoWiFi.
| Hauptkamera | Haupt: 50MP 1/1,3" f/1.6 23mm OIS AF Tele: 64MP f/2.6 74mm 3,2x OIS AF Ultrawide: 50MP f/2.2 16mm 112° EIS AF (2,5cm) Farbtemperatursensor & Flimmersensor Video: 4k60 (Alle); 4k30 (Alle) Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: HDR Vivid bis 4k60 mit allen Kameras |
| Frontkamera | 50MP f/2.0 21mm EIS FF Video: 4k60 / 4k30 Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Nein |
| Blitz | Eine LED |
| Fokus | PDAF + CDAF |
| Slow Motion | FHD240 / FHD120 (mit HSR & Ton) |
Für ein ultradünnes Smartphone ist die Kameraausstattung des Honor Magic 8 Pro Air recht beachtlich. Das iPhone Air sieht mit seiner einzelnen Kamera dagegen geradezu lächerlich aus. Das Honor Magic 8 Pro Air bietet rückseitig gleich drei Kameras. Neben einer 50MP Haupt- und Ultraweitwinkelkamera, die Hauptlinse mit OIS und die Ultrawide-Linse mit Autofokus bis 2,5cm, gibt es auch noch eine 64MP Telekamera mit Periskop-Optik und 3,2-fachem optischen Zoom, die ebenfalls über OIS verfügt. Auch die Frontkamera muss sich nicht verstecken und bietet einen 50MP Sensor, allerdings ohne Autofokus. Darüber hinaus bietet das Honor Magic 8 Pro Air noch einen Farbtemperatursensor, welcher zur Verbesserung des Weißabgleichs dient, sowie einen Flimmersensor, der störendes Flackern im Bild verhindern soll.
Zu den verbauten Sensoren macht Honor leider keine Angaben und sie lassen sich auch nicht aus dem System auslesen, da Honor die Namen der Sensoren mit Codenamen verschleiert. Wie sich das Kamerasystem in der Praxis schlägt, werden wir in den nächsten Abschnitten genauer prüfen. Alle Testaufnahmen sind soweit möglich mit aktivem Auto HDR und falls nicht anders genannt ohne KI-Hilfen entstanden.
Die 50MP Hauptkamera liefert im Standardmodus Bilder mit 12MP Auflösung durch Pixel Binning. Die Kamera liefert eine saubere Stabilisierung im Sucher, schnell reagierenden Autofokus mit hoher Zuverlässigkeit und nahezu verzögerungsfreies Auslösen. Farblich sehen die Bilder nicht schlecht aus. Durchaus realistisch, wenngleich mit etwas angehobener Sättigung, wie es ja auch beim großen Bruder des Honor Magic 8 Pro Air der Fall ist. Der Farbtemperatur-Sensor leistet ganze gute Arbeit beim Weißabgleich, sodass Farben nicht durch Lichteinfall mit Farbstichen verfälscht werden. Die Optik scheint recht hochwertig zu sein und zeigt keine Probleme mit Verzerrungen oder Unschärfe am Bildrand. Bildrauschen in Innenräumen ist kein Problem. Was hingegen nicht so gut gefällt, ist ein deutlicher Schärfemangel in den Bildern. Vor allem feine Strukturen oder Oberflächentexturen wirken doch recht weich bis matschig, insbesondere auf größere Distanz. Das Problem gibt es auch beim Honor Magic 8 Pro, doch beim Air ist es noch etwas ausgeprägter. In der Preisklasse sollte man eigentlich mehr erwarten dürfen.
Der Wechsel in den 50MP Modus bringt eine gewisse Verbesserung der Schärfe und Detailtreue auf Distanz, eliminiert die weiche bis vermatschte Optik aber nicht ganz. Auffällig ist im 50MP Modus eine deutlich hellere Darstellung der Farbtöne und ein deutlich schlechterer Dynamikumfang verursacht durch das Fehlen der HDR-Funktion im 50MP Modus. Verstärktes Bildrauschen in Innenräumen zeigt der 50MP Modus nicht.
Angesichts der allgemein recht weichen Bilder der Hauptlinse überrascht es, dass sich die Problematik beim Einsatz des 2x Digitalzooms nicht verschärft. Der weiche Look bleibt zwar erhalten, intensiviert sich aber nicht. Tatsächlich kann sich die Detaildarstellung auf Distanz sogar etwas verbessern. Das deutet darauf hin, dass man es dabei mit einer reinen Softwareproblematik zu tun hat und nicht mit einer Limitation des verbauten Sensors. Insgesamt ist der 2x Digitalzoom gut brauchbar und das auch bei schwierigeren Lichtverhältnissen. Auch bei Nacht sind noch durchaus brauchbare Ergebnisse möglich, sofern genug Kunstlichtquellen im Bild vorhanden sind.
Der Blitz vom Honor Magic 8 Pro Air sieht aus wie ein Doppel-LED-Blitz, ist tatsächlich aber nur mit einer LED ausgestattet. Lediglich der "Reflektor" ist etwas größer und verbessert die Lichtstreuung. Überraschend ist angesichts der einzelnen LED, dass der Blitz doch sehr hell wird. Dabei entstehen keine hellen Spots im Bild und unabhängig vom Abstand hat das Honor Magic 8 Pro Air keine Probleme mit der Belichtung. Der Weißabgleich ist zufriedenstellend und die Farben leiden unter dem Blitz nicht. Zudem fällt das Rauschverhalten recht ansprechend aus, auch wenn der Abstand mal etwas größer ist.
Bei Nachtfotos im Nachtmodus liefert das Honor Magic 8 Pro Air mit der Hauptlinse erfreulich gute Ergebnisse. Die Lichtausbeute fällt auch bei eher schlecht ausgeleuchteten Szenen gut aus. Farblich wirken die Bilder auch hier etwas stärker gesättigt als in der Realität, unterm Strich aber trotzdem ansprechend. Auch bei Nacht funktioniert der Weißabgleich recht gut. Der Dynamikumfang ist zufriedenstellend mit nur leichter Halo-Bildung an Lichtquellen, jedoch keinem Clipping. Die etwas zu geringe Bildschärfe / matschige Detaildarstellung ist das einzige größere Manko, was ja auch bei den Tageslichtaufnahmen schon aufgefallen ist.
Langzeitbelichtung ist im Pro Modus mit bis zu 30 Sekunden möglich. Die Halbautomatik, also das manuelle Setzen der Belichtungszeit und die automatische Anpassung aller anderen Parameter, funktioniert gut. Auffällig ist aber auch hier eine überdurchschnittlich starke Unschärfe im Bild, die sogar noch krasser ausfällt als im Nachtmodus. Wenn es die Lichtverhältnisse zulassen, sollte man also lieber den Nachtmodus nutzen und auf Langzeitbelichtung verzichten, da der Nachtmodus schärfere Bilder liefert.
Auch die 64MP Telekamera liefert im Standardmodus Bilder mit einer Auflösung von 12MP mit Pixel Binning. Farblich ist die Kamera recht gut auf die Hauptkamera abgestimmt, sodass die Bilder im Vergleich recht konsistent ausfallen. Natürlich sind hier die Farben ebenfalls etwas gesättigter als in der Realität, was man durchaus mögen kann. Das Honor Magic 8 Pro Air liefert mit der Telekamera eine sehr gute optische Bildstabilisierung, sodass man sein Motiv leicht im Fokus halten kann. Der Autofokus arbeitet auch hier sehr schnell und zuverlässig und die Auslöseverzögerung ist sehr gering. Auch bei der Telekamera zeigt die Optik keine störenden Verzerrungen oder Unschärfe am Bildrand. Das weiche Aussehen der Bilder und die deutliche Detailschwäche / Matschigkeit auf Distanz ist aber auch hier zu erkennen. Zudem zeigt sich an feinen Strukturen auf Distanz wie z.B. Bäumen oder Hausdächern chromatische Aberration (Farbsäume).
Im 64MP Modus Modus verbessert sich die Bildschärfe der Telekamera etwas und auch feinere Details auf Distanz kommen besser zur Geltung. Wie bei der Hauptkamera verschlechtert sich im hochauflösenden Modus jedoch der Dynamikumfang und die Farben weichen vom Standardmodus ab - sie sind auch hier weniger gesättigt. Die chromatische Aberration verschwindet im 64MP Modus bei den meisten Motiven. Stärkere Qualitätsverluste oder verstärktes Bildrauschen in Innenräumen fallen im 64MP Modus nicht auf.
Zusätzlich zum nativen Zoom bietet das Honor Magic 8 Pro Air mit der Telekamera auch einen 6,4-fachen Digitalzoom. Bei Landschaftsaufnahmen, Dämmerlicht und Nachtaufnahmen hat dieser jedoch einen recht deutlichen Qualitätsverlust zur Folge. Die Aufnahmen wirken relativ matschig und weich. Im näheren Bereich bei guter Ausleuchtung liefert der Digitalzoom hingegen recht gute Ergebnisse.
Für Nachtfotos ist auch die Telekamera des Honor Magic 8 Pro Air gut brauchbar. Je nach Anzahl der Kunstlichtquellen im Bild bekommt man auch recht scharfe Bilder. Allgemein liefert die Telekamera eine überraschend gute Lichtausbeute und stimmungsvolle Nachtaufnahmen mit gutem Dynamikumfang. Die Farben sind natürlich auch hier etwas zu gesättigt.
Die Ultrawide-Kamera des Honor Magic 8 Pro Air liefert brauchbare Ergebnisse. Auch hier gibt es im Standardmodus 12MP Bilder mit Pixel Binning. Die Optik fällt ordentlich aus mit nur geringfügiger Verzerrung in den Ecken. Farblich ist auch diese Kamera gut auf die restlichen Kameras abgestimmt mit etwas höherer Sättigung als in der Realität. Der Weißabgleich wirkt auch hier konsistent und stimmig. Die allgemeine Bildschärfe geht für eine Ultrawide-Kamera in Ordnung mit der typischen weichen Darstellung auf Distanz. Mit Innenraumaufnahmen kommt die Ultrawide-Kamera gut zurecht und zeigt nur wenig Qualitätsverlust und kein starkes Bildrauschen. Der Dynamikumfang ist zufriedenstellend. Feine Strukturen auf Distanz zeigen auch bei der Ultrawide-Kamera chromatische Aberration.
Im 50MP Modus verhält sich die Ultrawide-Kamera analog zu den restlichen Kameras. Der Dynamikumfang verschlechtert sich etwas, die Farbsättigung nimmt etwas ab. Innenraumaufnahmen sind auch im 50MP Modus noch in guter Qualität möglich. Die Schärfe auf Distanz verbessert sich im 50MP Modus etwas. Die chromatische Aberration verschwindet jedoch nicht.
Nachtfotos gelingen der Ultrawide-Kamera vom Honor Magic 8 Pro Air mit Blick auf Lichtausbeute und Dynamikumfang ganz gut. Da haben wir schon deutlich schlechteres gesehen. Die Bildschärfe bricht allerdings recht deutlich ein, speziell auf Distanz. Hier liegt das Gerät etwas hinter einigen anderen Oberklasse-Smartphones zurück. Solide Schnappschüsse sind aber auf jeden Fall möglich.
Für Makro Aufnahmen ist beim Honor Magic 8 Pro Air hauptsächlich die Ultraweitwinkel Kamera zuständig, welche auf eine Distanz von 2,5cm fokussieren kann. Diese liefert hier schöne Resultate mit ansprechendem Bokeh. Die Schärfe könnte auch im Makro Bereich etwas besser sein, doch das fällt hauptsächlich beim Einzoomen und nicht so sehr bei normaler Betrachtung der Bilder auf. Alternativ zur Ultraweitwinkel Kamera lassen sich natürlich auch mit der Hauptkamera Makro Aufnahmen machen. Hierzu nutzt man am besten den Digitalzoom. Die Telekamera eignet sich für Makro Aufnahmen nicht, da die minimale Fokusdistanz bei 30cm liegt.
Der Portrait Modus vom Honor Magic 8 Pro Air lässt sich mit allen Kameras nutzen. Die Testbilder wurden hauptsächlich mit der Hauptkamera mit 1,5x Digitalzoom und der Telekamera aufgenommen. Beide liefern hier ansprechend wirkende Ergebnisse mit schönem Bokeh, hält sich allerdings bei den Lichtkreisen stark zurück. Anpassungsmöglichkeiten des Bokeh-Stils gibt es nicht, nur die Intensität kann angepasst werden. Mit komplexen Umrissen kommt der Portrait Modus gut zurecht und schluckt nur selten Teile des Motivs. Tiefenverläufe werden meist realistisch dargestellt.
Die 50MP Frontkamera nutzt ebenfalls Pixel Binning und liefert entsprechend 12MP Bilder. Auch diese überzeugt mit einem recht guten Weißabgleich und liefert erfreulicherweise natürlichere Farben als die Hauptkameras. Die Bilder wirken also nicht so stark gesättigt und sind damit realitätsnäher. Schärfe und Detailtreue fallen gut aus, wobei die Kamera in Innenräumen keinen nennenswerten Qualitätsabfall zeigt und auch kein stärkeres Bildrauschen aufweist. Sogar bei Nacht nur mit Straßenbeleuchtung liefert die Frontkamera noch sehr gute Selfies mit nur subtilem Qualitätsverlust. Der Bildschirmblitz vom Honor Magic 8 Pro Air ist recht hell und kann bei Bedarf die Ausleuchtung verbessern.
Für Videos bietet das Honor Magic 8 Pro Air wie schon der große Bruder keine 8K Auflösung. Bei 4k60 ist hier Schluss. Immerhin lässt sich 4k60 mit allen drei Kameras auf der Rückseite nutzen und steht sogar für die Frontkamera zur Verfügung. HDR Videos sind in HDR Vivid möglich und das ebenfalls in 4k60 und mit allen drei Kameras auf der Rückseite. Die Frontkamera bietet hingegen keine Unterstützung für HDR Videos.
Was die Videoqualität an sich betrifft, zeigen Mediatek basierte Smartphones gerne eine etwas weiche Bildoptik. Das ist beim Honor Magic 8 Pro Air nicht der Fall. Die Videos wirken recht scharf und detailreich. Auch die Farben überzeugen, wirken realistischer und nicht so stark gesättigt wie bei den Fotos. Die Hauptlinse überzeugt mit ruhiger Stabilisierung und schnellem, zuverlässigen Autofokus ohne Pumpen. In Innenräumen bleibt die Bildqualität gut und auch bei schlechten Lichtverhältnissen wie bei Nacht mit Straßenbeleuchtung liefert sie noch gute Ergebnisse mit recht wenig Bildrauschen und insgesamt guter Lichtausbeute. Der Ton der Videos ist an sich auch gut, allerdings gibt es bei Stimmen ein Software Problem, was dazu führt, dass hin und wieder ein leichtes Knacken im Ton zu hören ist. Hier wird hoffentlich noch mit einem künftigen Update nachgebessert.
Auch die Telekamera liefert im Video Modus gute Ergebnisse. In 4k60 ist auch hier die Bildschärfe gut - zumindest im Nahbereich. Auf größere Distanz wirkt das Bild etwas weicher. Farblich ist die Telekamera mit der Hauptlinse gut abgestimmt und liefert bei Videos ebenfalls gute Farben ohne zu starke Sättigung. Auch hier funktioniert der Autofokus zuverlässig und ohne Pumpen. Auch die Stabilisierung ist gut und liefert auch beim Laufen ein relativ ruhiges Bild. Zum Einsatz kommt hier eine Kombination aus optischer und elektronischer Stabilisierung. Bei Nachtvideos zeigt die Telekamera eine etwas schlechtere Lichtausbeute als die Hauptlinse, was aber zu erwarten ist. Auch der Rauschanteil ist etwas höher. Bei Motiven mit Kunstlichtquellen bleibt die Qualität aber brauchbar. Nutzt man 4k30 statt 4k60, verbessert sich das Rauschverhalten etwas.
Bem Filmen mit der Ultraweitwinkelkamera im 4k60 Modus fällt auf, dass die Bildschärfe unabhängig vom Abstand zum Motiv immer etwas weicher ist als bei den anderen beiden Kameras. Die Videos wirken also recht weich und weniger detailliert. Für "Schnappschuss-Videos" ist die Ultraweitwinkelkamera aber trotzdem ganz brauchbar. Farblich ist auch diese beim Filmen gut mit den restlichen Kameras abgestimmt und nimmt die Sättigung verglichen mit den Fotos zurück. Autofokus und EIS Stabilisierung funktioniert auch hier einwandfrei. Videos in Innenräumen oder bei Nacht zeigen bei der Ultraweitwinkelkamera den stärksten Qualitätsverlust und sind vor allem bei Nacht kaum noch zu gebrauchen. Daran ändert leider auch der Wechsel auf 4k30 nichts.
Auch mit der Frontkamera entstehen in 4k60 gute Videos mit ordentlicher Bildschärfe, Detaildarstellung und realistischen Farben. Die EIS Stabilisierung funktioniert gut und liefert ein ruhiges Bild auch beim Laufen. Innerhalb von Räumen gibt es leider einen deutlichen Qualitätsverlust mit weicherem Bild, vermutlich durch Rauschunterdrückung. Bei Nacht sinkt die Bildqualität noch weiter ab. Etwas besser wird das Bild im 30fps Modus, ist aber immer noch erheblich schlechter als bei Tageslichtaufnahmen.
Für Slow Motion Videos bietet das Honor Magic 8 Pro Air Full HD Auflösung bei wahlweise 120 oder 240 Bildern pro Sekunde. Beide Modi liefern echte HSR Videos, also Aufnahmen die in der gewählten Bildrate gespeichert werden. Auch eine Tonspur ist vorhanden. Insgesamt sind die Ergebnisse zufriedenstellend.
| Kapazität (Angabe) | 5.500mAh |
| Kapazität (Gemessen) | 5.104mAh |
| Wechselbar | Nein |
| Ladetechnologie | 80W über USB-C 50W drahtlos Reverse Charging (USB-C und drahtlos) Netzteil im Lieferumfang enthalten |
Der Akku vom Honor Magic 8 Pro Air ist mit 5.500mAh für heutige Flaggschiff-Smartphone natürlich relativ klein bemessen. Angesichts der kompakten Abmessungen und der Schlankheit des Geräts ist der Akku in Relation jedoch trotzdem recht groß. Natürlich reicht die Laufzeit nicht an größere Flaggschiff-Smartphones mit ähnlicher Ausstattung heran, ist aber dennoch gut. Durch einen kompletten Tag kommt man mit dem Honor Magic 8 Pro Air ohne Probleme, auch wenn die Nutzung etwas intensiver ausfällt - z.B. mit viel Kamera-Nutzung, etwas Gaming oder GPS-Nutzung. Das AOD war dabei tagsüber permanent aktiviert. Auch das Ergebnis vom PCMark Akku-Benchmark kann sich sehen lassen. Hier erreicht das Honor Magic 8 Pro Air eine Laufzeit von 12:16 Stunden bei einer Bildschirmhelligkeit von 50%.
Zum Aufladen nutzt das Honor Magic 8 Pro Air 80W Fast-Charging über USB-C. Das passende Ladegerät ist im Lieferumfang enthalten. Die Ladezeit ist in Relation zur Akkukapazität allerdings trotzdem recht lang. Etwa 24 Minuten benötigt das Honor Magic 8 Pro Air von 20% auf 75% und etwa 43 Minuten bis 100%. Da hatten wir schon Geräte mit größeren Akkus, die bei gleicher Ladeleistung ähnliche oder sogar kürzere Ladezeiten hatten.
Der Grund für die längere Ladezeit beim Honor Magic 8 Pro Air lässt sich leicht ausmachen. Sieht man sich die Ladeleistung beim Aufladen an, erreicht das Smartphone nur selten und kurzzeitig die volle Ladeleistung. Meist liegt die Leistung erheblich darunter mit oftmals weniger als 40 Watt. Dies dürfte mit der Wärmeentwicklung beim Laden zu tun haben. Wie schnell das ebenfalls vorhandene 50W Wireless-Charging ist, konnten wir mangels Ladestation nicht testen.
Was die Akkuschutzoptionen betrifft, liefert das Honor Magic 8 Pro Air dieselben Funktionen wie sein großer Bruder. Es gibt intelligentes Aufladen mit Pausierung auf 80% und auch schonendes Aufladen mit beenden des Ladevorgangs vor Erreichen der Maximalkapazität. Zudem lässt sich die Ladeleistung begrenzen für langsameres aber schonenderes Laden. Bypass Charging unterstützt das Honor Magic 8 Pro Air hingegen nicht.
Das Honor Magic 8 Pro Air ist ein interessantes Gerät im Bereich der ultraschlanken Smartphones, das vor allem Nutzer anspricht, die ein kompaktes und leichtes Smartphone mit moderner Technik suchen und dabei bereit sind, den einen oder anderen Kompromiss einzugehen. In einem Markt, der von deutlich größeren, dickeren und schwereren Geräten dominiert wird, bietet das Honor Magic 8 Pro Air mit seinem 6,31 Zoll Display eine angenehme Handhabung. Das Display überzeugt im Test durch eine sehr hohe Helligkeit und Qualität. Dass Honor trotz der schlanken Bauweise ein Kamerasystem mit Periskop Telekamera integriert hat, ist ein technischer Vorteil gegenüber dem iPhone Air von Apple.
Die physikalischen Grenzen der Bauweise werden jedoch bei der Leistungsfähigkeit deutlich. Der verbaute Mediatek Dimensity 9500 bietet zwar eine enorme Rohleistung, kann diese im Honor Magic 8 Pro Air aber aufgrund der mangelhaften Kühlung nicht dauerhaft halten. Bei anspruchsvollen Anwendungen oder längeren Spielesitzungen drosselt das System die Leistung stark oder beendet Apps gar wegen Überhitzung. Für Gamer ist das Smartphone daher nicht die richtige Wahl. Zudem weichen die Herstellerangaben zur Gehäusedicke mit gemessenen 6,6mm bis 6,8mm deutlich von den beworbenen 6,1mm ab. Das ist zwar immer noch sehr wenig, aber eben nicht so dünn wie angegeben und auch nochmal erheblich dicker als beim Apple iPhone Air. Dafür bekommt man beim Honor Magic 8 Pro Air aber auch die bessere Ausstattung und sogar erstaunlich gut klingende Stereo Lautsprecher.
Dass das Honor Magic 8 Pro Air nur als Import zu haben ist, ist natürlich ein grundlegender Nachteil. Ein positiver Aspekt für Importeure ist jedoch der Umstand, dass sich das Honor Magic 8 Pro Air problemlos in deutscher Sprache nutzen lässt und überraschenderweise sogar Unterstützung für eSIM bietet, wenn es außerhalb Chinas genutzt wird. Auch sonst ist die chinesische Version von MagicOS 10 nur mit sehr wenigen Einschränkungen für westliche Nutzer verbunden. Die Laufzeit des 5.500mAh Akkus ist für einen Tag ausreichend, das 80W Fast Charging bleibt jedoch hinter den Erwartungen zurück, da meist deutlich langsamer geladen wird.
Unterm Strich wirkt das Honor Magic 8 Pro Air im Bereich der ultradünnen Smartphones auf jeden Fall wie ein attraktives Gesamtpaket. Auch wenn es nicht ohne Schwächen ist, bietet es doch für einen erheblich günstigeren Preis ab etwa 707€* eine deutlich bessere Ausstattung als das Apple iPhone Air. Und auch der Mittelklasse-Konkurrent Motorola Edge 70 sieht gegen das Gerät alt aus, zumal dieses abseits von Angebotspreisen für ähnlich viel Geld über die Ladentheke geht. Es lohnt sich also durchaus, das Honor Magic 8 Pro Air bei der Auswahl auf dem Schirm zu haben. Nur an dem potenziell stärkeren Prozessor sollte man seine Kaufentscheidung eher nicht festmachen, da man die Maximalleistung des Mediatek Dimensity 9500 in dem kompakten Gehäuse kaum abrufen kann.
Kommentare