Ultradünne Smartphones haben sich spätestens nach der Vorstellung von Apple's iPhone Air zu einem kleinen Trend entwickelt. So richtig Fuß fassen konnten sie am Markt allerdings nicht. Selbst Apple konnte mit dem iPhone Air keinen großen Erfolg landen. Trotzdem gibt es auch in der Android Welt einige Mitstreiter, welche ihr Glück mit derlei extrem dünnen Smartphones versuchen. Ein Beispiel dafür ist das Motorola Edge 70, welches mit nur 5,99mm Gehäusedicke zu den dünnsten Modellen unter den aktuellen Smartphones gehört.
Für diese extrem schlanke Bauweise muss man allerdings einige Kompromisse eingehen. Auf einen leistungsstarken Prozessor verzichtet Motorola. Das Edge 70 wird stattdessen mit einem Mittelklasse Chip von Qualcomm ausgestattet. Außerdem hat auch mit Silizium-Kohlenstoff-Technik kein großer Akku platz. Geradezu grotesk erscheint unter Berücksichtigung dieser Umstände die UVP von rund 800 Euro. Für ein Mittelklasse Smartphone, bei dem man einige Kompromisse eingehen muss, ist das schon sehr viel Geld. Zum iPhone Air ist es da nicht mehr weit und dieses bietet erheblich mehr Leistung, wenngleich eine weniger gut ausgestattete Kamera.
Die gute Nachricht: Das Motorola Edge 70 ist ziemlich schnell in den Preisverfall übergegangen. Die UVP muss man längst nicht mehr auf den Tisch legen. Viele Händler bieten das Modell mit satten Rabatten an, welche den Preis deutlich drücken. So kommt man teilweise sogar schon unter die 500 Euro Marke, was dann ein deutlich realistischerer Preis für die Hardware ist. Ob sich das Motorola Edge 70 in diesem Fall lohnt, schauen wir uns im folgenden Testbericht mal genauer an.
Das Motorola Edge 70 kommt in der gewohnt weißen Motorola-Verpackung ohne Produktabbildung daher und ist kompakt gehalten. Der Lieferumfang ist übersichtlich: Neben dem Smartphone selbst finden sich Dokumentation, ein USB-C auf USB-C Kabel (USB 2.0), eine SIM-Nadel und eine transparente Hartplastik-Schutzhülle. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten. Das Smartphone kann zwar mit anderen Netzteilen geladen werden, die volle Leistung erreicht man jedoch nur mit Motorolas eigenem TurboPower Charger. Gerade bei der ursprünglich anvisierten Preisklasse von 800€ ist das Fehlen eines Netzteils bei einem Smartphone, das eigentlich in der Mittelklasse zu verorten ist, schon recht dreist. Einen genaueren Blick auf die Verpackung und den Lieferumfang bekommt ihr im Unboxing Video auf YouTube.
| Materialien | Rahmen: Metall (flach, gebürstet) Rückseite: Texturiertes Silikon (flach, gerundete Kanten) Front: Gorilla Glass 7i |
| Gewicht | 159,7g |
| Abmessungen | Ohne Kamera: 159 x 74 x 6,25mm Mit Kamera: 159 x 74 x 11mm |
| Wasserdicht | IP69 / IP68 / MIL-STD-810H Untertauchen bis 1,5 Meter für 30 Minuten in Süßwasser |
Das Motorola Edge 70 macht auf den ersten Blick einen hochwertigen Eindruck. Der schlanke Metallrahmen zeigt sich in gebürsteter Optik mit einer leichten Fase und verläuft ansonsten flach. Die Rückseite besteht aus Silikon und bietet eine ansprechende Haptik. Laut Hersteller soll das Finish an Nylon erinnern, und tatsächlich lässt sich eine gewisse Ähnlichkeit feststellen. Die Rückseite ist flach gestaltet und geht mit einer angenehmen Kantenrundung in den Rahmen über, wodurch das Smartphone gut in der Hand liegt. Der Kamerabuckel präsentiert sich in der typischen Motorola-Manier mit einem abgerundeten Auswuchs aus dem Rückseitenmaterial. Die Fläche des Buckels ist beim Edge 70 allerdings mit einer Kunststoffoberfläche in gebürsteter Optik versehen. Die Kameralinsen stehen zusätzlich hervor.
Das Motorola Edge 70 ist extrem schlank und leicht gebaut. Das geringe Gewicht von nur 159,7g erweist sich im Alltag als sehr angenehm. In der Hosentasche spürt man das Gerät kaum, und auch das Halten über längere Zeit ermüdet die Hand nicht. Die extrem schlanke Bauweise sieht zudem optisch interessant aus. Allerdings entspricht die Angabe von 5,99mm nicht ganz der Wahrheit. In der Messung kommt das Motorola Edge 70 auf 6,25mm. Mit Kamerabuckel sind es sogar 11mm. Dieser starke Überstand sorgt zusammen mit der seitlichen Positionierung für ein deutliches Wackeln bei der Nutzung auf dem Tisch.
Die Robustheit verspricht auf dem Papier viel. Das Motorola Edge 70 verfügt über IP68, IP69 und MIL-STD-810H Zertifizierung und ist damit gut vor Wassereinfluss geschützt, sei es Regen, Untertauchen oder Strahlwasser. Tests im Wasser verliefen ohne Probleme, es trat kein Wasser ein. Die MIL-STD-810H Zertifizierung soll eine höhere Sturzfestigkeit bieten, was man dem Hersteller erstmal glauben muss. Übermäßig stabil gebaut ist das Edge 70 trotzdem nicht. Im Biegetest gibt das Gehäuse schon ohne viel Kraftaufwand nach. Bereits bei leichter Biegung ist ein Knacken aus dem Inneren zu hören. Die Gesäßtasche oder andere riskante Alltagsbelastungen sollte man also besser meiden, ebenso Fahrradhalterungen, die auf Spannung setzen, wie etwa die Bike Citizens Finn.
Die Verarbeitung ist abseits der leichten Biegbarkeit ansonsten gut. Es gibt keine Verarbeitungsfehler, keine Macken ab Werk und keine unregelmäßigen oder groben Spaltmaße. Die Tasten sitzen recht fest, klappern nicht und wirken hochwertig. Der Druckpunkt ist knackig mit ausreichend Widerstand. Das Design wirkt insgesamt hochwertig und nicht billig.
Beim Tastenlayout befinden sich die Power-Taste und die Lautstärkewippe übereinander auf der rechten Seite. Die Lautstärketasten sitzen recht weit oben und sind bei einhändiger Bedienung nicht erreichbar. Auf der linken Seite findet sich eine dedizierte Funktionstaste. Diese lässt sich jedoch nur für Moto AI nutzen, andere Funktionen können nicht konfiguriert werden. Für die meisten Nutzer dürfte sie daher ohne Mehrwert bleiben. An der Unterseite im Rahmen befinden sich der SIM Tray, ein Sprachmikrofon, der USB-C Port sowie der Medienlautsprecher. Rechts unter der Power-Taste sitzt ein Umgebungsmikrofon, an der Oberseite befindet sich ein weiteres Umgebungsmikrofon.
| Größe | 6,67 Zoll |
| Auflösung | 2712 x 1220 @120Hz Adaptive Sync: 60/90/120Hz |
| Technologie | 10-Bit pOLED Über 1 Milliarde Farben, 100% DCI-P3 Farbraum HLG & HDR10(+) Manuelle Helligkeit: 500 Nits HBM Helligkeit: 1500 Nits Peak Helligkeit: 4500 Nits (keine Flächenangabe) Hochfrequenz PWM Dimming Teilweises DC Dimming optional |
| Anzahl Berührungspunkte | 9 Abtastrate: Bis zu 300Hz Kein Handschuh-Modus Water Touch |
| Gehärtetes Glas | Ja Corning Gorilla Glass 7i Glass |
| Anti Fingerabdruck Beschichtung | Ja |
Das Motorola Edge 70 verfügt über ein 6,67 Zoll großes pOLED Panel, das eine angenehme Größe bietet ohne zu groß zu wirken. Die Displayränder fallen sehr schmal und nahezu symmetrisch aus, der Kinnrand ist geringfügig breiter. Die Auflösung liegt etwas über FHD+ und sorgt für eine scharfe Darstellung. Einzelne Pixel sind erst bei sehr kurzem Betrachtungsabstand leicht erkennbar. Das Display ist flach ohne seitliche Rundung ausgeführt. Die Blickwinkel zeigen sich stabil, die Darstellung ist homogen ohne Schattenbildung. Mit 120Hz Bildfrequenz arbeitet das Display flüssig, beim Scrollen bleibt die Darstellung scharf ohne starkes Verwaschen oder Nachziehen. Leider gibt es nur Adaptive Sync ohne Refresh Raten unterhalb von 60Hz.
Die Darstellung fällt insgesamt gut aus mit lebendigen und natürlichen Farben, die nicht übertrieben wirken. Der Weißpunkt zeigt sich je nach Preset etwas zu kühl, etwa im Standard-Preset "Lebhaft". Im Preset "Natürlich" fällt er wärmer aus und liegt näher am optimalen Wert. Alltagsinhalte, Bilder und Videos kommen auf dem Display gut zur Geltung und machen Spaß beim Betrachten. HDR Inhalte werden gut wiedergegeben mit einer ordentlichen Spitzenhelligkeit, die laut Motorola punktuell bis zu 4500 Nits erreichen soll. Ein Manko ist allerdings das Fehlen von Dolby Vision HDR. Maximal wird HDR10+ unterstützt, was in dieser Preisklasse fragwürdig erscheint. Selbst bei günstigeren Smartphones ist Dolby Vision längst zum Standard geworden.
Die manuell einstellbare Helligkeit liegt gemessen bei etwa 500 Nits. Auch das ist für die Preisklasse wenig. Viele Oberklasse und gehobene Mittelklasse Geräte erreichen 600 bis 800 Nits, teilweise noch mehr. Die HBM Helligkeit erreicht mit aktivierter Automatik immerhin gemessene 1500 Nits. Für eine gute Lesbarkeit im Freien ist das ausreichend, wenngleich die meisten Oberklasse Smartphones und auch viele gehobene Mittelklasse Geräte heute mehr erreichen - meist etwa 1800 Nits. Auch hier zeigt sich das Edge 70 für den ursprünglichen Preis nicht ideal aufgestellt.
Die Display Einstellungen des Motorola Edge 70 entsprechen den Android Standards. Vorhanden sind Helligkeitseinstellung mit Automatik oder manueller Steuerung, Dunkelmodus manuell oder per Zeitplan, Skalierung und Textgröße, Farbkontrast sowie Nachtlicht. Zusätzlich gibt es ein Farbmanagement mit manueller Weißwert-Anpassung und drei Presets, allerdings keine erweiterten Optionen. Die Bildschirm Refresh Rate lässt sich auf Automatik oder feste 120 oder 60Hz einstellen. Optional steht eine Flimmer-Reduktion mit DC-Dimming für niedrigere Helligkeitsstufen zur Verfügung. Ein Always-On Display ist nicht vorhanden. Das Standby-Display lässt sich nur mit Timeout nutzen. Die Aktivierung erfolgt bei Bewegung, Berührung oder Anheben. Die einzelnen Trigger lassen sich bei Bedarf abschalten.
Als Bildschirmglas kommt robustes Gorilla Glass 7i zum Einsatz. Im Alltag zeigten sich keine Kratzer. Auch der Schlüsseltest verlief ohne sichtbare Schäden. Die Finger gleiten angenehm über das Glas. Fingerabdrücke setzen sich nur langsam ab und lassen sich stets leicht abwischen. Die Eingabelatenz fällt gering aus, die Präzision ist hoch. Alle Eingaben werden flüssig umgesetzt, schnelles Schreiben funktioniert reibungslos. Wassertropfen auf dem Display sind unproblematisch. Ein Handschuh-Modus ist nicht vorhanden.
| Prozessor | Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4 (4nm) 1x ARM Cortex A720 @2,8GHz 4x ARM Cortex A720 @2,4GHz 3x ARM Cortex A520 @1,8GHz |
| GPU | Adreno 722 |
| RAM | 12GB LPDDR5X |
| Speicher | 512GB uMCP Lesen: 2,09GB/s | Schreiben: 2,19GB/s (seq.) |
| Micro SD | Nein |
| Fingerabdruck Scanner | Ja (im Display, optisch) |
| Sensoren | Umgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation |
| Besonderheiten | USB-C 2.0, USB OTG, "Sometimes-On" Display, kein 3,5mm Anschluss, Linearvibration, Stereo Lautsprecher, kein UKW Radio, kein Infrarot Blaster |
Die Alltagsperformance des Motorola Edge 70 fällt solide aus. Die Bedienung läuft meist flüssig, App Startzeiten sind ordentlich und das Scrollen durch große Webseiten oder lange Feeds funktioniert weitgehend flüssig. Multitasking stellt mit den 12GB RAM ebenfalls kein Problem dar, App Wechsel verlaufen meist flüssig ohne lange Ladezeiten. Trotzdem merkt man hin und wieder, dass das Edge 70 kein Oberklasse Gerät ist. Beispielsweise zeigt sich das System direkt nach dem Start etwas träge, bei frisch gestarteten Apps treten kleinere Ruckler auf oder beim Scrollen während Inhalte nachgeladen werden. Insgesamt also ein typisches Verhalten für ein Mittelklasse Smartphone.
Spätestens beim Spielen wird der Mittelklasse Chip im Edge 70 deutlicher spürbar. Für Gelegenheitsspieler ist das Gerät sicherlich geeignet, keinesfalls aber für maximale Grafikeinstellungen in anspruchsvollen Titeln. Genshin Impact läuft mit höchsten Einstellungen nur mit 40 bis 60fps, meist um die 50fps. Als schlankes Gaming Smartphone sollte man das Motorola Edge 70 also nicht wählen. Allgemein bekommt man hier auch nicht die beste Grafikleistung in der Mittelklasse. Da gäbe es noch deutlich schnellere Chips, sowohl von Qualcomm als auch Mediatek.
Immerhin bleibt das Motorola Edge 70 erfreulich kühl. Es wird trotz der schlanken Bauweise nur warm, aber niemals richtig heiß. Auch Thermal Throttling bei CPU und GPU ist nur geringfügig ausgeprägt. An dieser Stelle gibt es also nichts zu kritisieren und hier zeigt sich ein klarer Vorteil des vergleichsweise schwachen Prozessors.
Für ein Smartphone, für das man bis zu 800 Euro auf den Tisch legen soll, fallen die obigen Benchmark Ergebnisse reichlich schwach aus. Kein Wunder: Der Snapdragon 7 Gen 4 im Motorola Edge 70 ist wie gesagt ein Mittelklasse Chip und noch nicht einmal ein besonders schneller. Der direkte Konkurrent von Mediatek dürfte der Dimensity 8400 sein, welcher in erheblich günstigeren Geräten verbaut wird, die mittlerweile schon deutlich unter 300 Euro zu haben sind - ein Beispiel dafür ist das Poco X7 Pro, welches derzeit etwa 290€ bei Amazon kostet*, beim Kauf von chinesischen Händlern (Aliexpress) sogar schon vereinzelt unter 200€.
Ein Blick auf den Benchmark Vergleich spricht Bände. Der Mediatek Chip ist bei der CPU Single Core Leistung fast 20% und bei der Multi Core Leistung über 50% schneller. Die GPU Compute Leistung liegt rund 140% höher, die 3D Leistung zwischen 36 und 84% höher. Vermutlich wäre es also besser gewesen, wenn Motorola wie sonst auch auf einen Mediatek Chip gesetzt hätte, eventuell auch den neueren Dimensity 8500, welcher noch schneller ist.
Eine weitere Option wäre Qualcomm's ehemaliges Flaggschiff-SoC Snapdragon 8 Elite gewesen. Auch dieser wird mittlerweile in Smartphones für unter 500 Euro verbaut, beispielsweise im Poco F8 Pro. Vergleicht man die Benchmark Ergebnisse zwischen diesem und dem Snapdragon 7 Gen 4 im Motorola Edge 70, wird es peinlich. Antutu mit +113%, Geekbench Single Core mit +126%, Geekbench Compute mit +280%, 3D Benchmarks mit rund +200%. Leistungsmäßig hat das Edge 70 also gegen Performance Flagships mit diesen Chips nicht den Hauch einer Chance. Andererseits muss man zugestehen, dass der Snapdragon 8 Elite in einem derart schlanken Smartphone wahrscheinlich extremes Thermal Throttling zeigen würde. Insofern kann man wenigstens hier nachvollziehen, dass Motorola lieber auf einen Mittelklasse Chip gesetzt hat.
Nichts auszusetzen gibt es am Arbeitsspeicher. Das Motorola Edge 70 kommt mit 12GB LPDDR5X RAM, also schnellem Arbeitsspeicher mit ordentlicher Kapazität. Für die Leistungsklasse ist das mehr als ausreichend. Insgesamt zeigt sich eine gute Multitasking Performance. Mehrere offene Apps ziehen die Performance nicht weiter runter. App Wechsel verlaufen bis auf gelegentliche kleinere leistungsbedingte Ruckler schnell und ansonsten flüssig. 10 offene Apps stellen kein Problem dar, nur das Power Management beendet manchmal Apps, die länger im Hintergrund waren. Das lässt sich aber für Apps konfigurieren, die dauerhaft offen bleiben sollen.
Der Festspeicher mit 512GB fällt recht üppig aus, was man für den Preis auch erwarten darf. Ein Manko ist allerdings, dass es sich nicht um den schnellsten Speicher handelt. Es kommt nur uMCP mit rund 2GB/s Lesen und Schreiben zum Einsatz. Für die Preisklasse ist das recht wenig. Andererseits ist es für die Leistungsklasse trotzdem völlig ausreichend. Eine Erweiterung per MicroSD Karte ist nicht möglich.
Die Sensorausstattung fällt grundsolide aus. Kompass und Gyroskop sind vorhanden. Beide arbeiten ohne Abweichungen oder Aussetzer im Alltag. Die Kartenausrichtung in Google Maps funktioniert problemlos. Ein Barometer ist nicht vorhanden. Der Fingerprint Scanner im Display arbeitet schnell und zuverlässig. Er nutzt einen optischen Sensor. Die Position fällt leider sehr weit unten im Display aus. Etwas weiter oben wäre bequemer gewesen. Face Unlock per Frontkamera funktioniert unproblematisch und schnell, auch bei Dämmerlicht.
Ein Linearvibrator ist vorhanden, ist nicht sehr leise aber auch nicht übertrieben laut. Kräftigkeit und Präzision bewegen sich eher im Mittelfeld. Man spürt ihn, aber übermäßig kräftig ist die Vibration nicht. Bei der Baugröße ist das allerdings wenig überraschend. Ein IR-Blaster zur Steuerung anderer Geräte fehlt. Der USB-C Port arbeitet nur mit USB 2.0. USB-OTG Unterstützung ist vorhanden.
| Variante | Angepasstes Stock Android Version im Test: W1WR36.39-73-3 |
| Android Version | Android 16 Sicherheitspatch im Test: Dezember 2025 |
| Google zertifiziert | Ja |
| DRM Technologien | ClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM |
| Bloatware | Ja (KI Dienste, Browser, Social Media, Shopping, Office, Streaming) |
| Root-Zugriff | Nein |
| OTA Updates | Ja (zwei Updates im Testzeitraum) Update Garantie: 4 / 6 Jahre |
| Schadsoftware | Keine Funde Facebook / Meta Systemdienste vorhanden |
Das Motorola Edge 70 Neo kommt bereits mit Android 16 daher und bietet das bekannte Motorola-Nutzungserlebnis, das sich stark an Stock Android orientiert, aber zahlreiche zusätzliche Funktionen bietet, die in regulärem Stock Android fehlen. Motorola's eigene KI-Lösung Moto AI ist jetzt auch mit deutscher Sprachunterstützung verfügbar, erfordert aber ein Konto zur Nutzung. Zusätzlich ist Google Gemini Integration an Bord, wobei auch die praktischen Circle to Search-Funktion genutzt werden kann. Auf die KI-Taste lässt sich Gemini allerdings nicht legen, was aber nicht so schlimm ist, da hierfür bereits die Power Taste genutzt wird.
Erstmalige Nutzer von Motorola-Smartphones werden durch Einführungen und Hinweise auf besondere Funktionen geleitet, was den Einstieg erleichtert. Die Google-Dienste mit dem Play Store sind ab Werk auf dem Edge 70 vorhanden und das System ist vollständig auf Deutsch übersetzt. Auch Android Auto wird unterstützt. Etwas störend ist, dass die Motorola-Software weiterhin keine Apps im Fenstermodus unterstützt, was bei vielen Mitbewerbern mittlerweile Standard ist. Nur Split Screen lässt sich nutzen.
Während des Testzeitraums wurden zwei Software-Updates installiert (nach dem Auspacken), wobei der Sicherheitspatch mit Dezember 2025 im Februar 2026 etwas veraltet ist. Das ist bei Motorola allerdings nicht ungewöhnlich, da sich die Marke zwischen Updates meist etwas mehr Zeit lässt. Die Update-Politik ist aber grundsätzlich gut. Motorola verspricht 4 Jahre Android-Updates und bis 2031 insgesamt 6 Jahre Sicherheitsupdates.
Das Motorola Edge 70 verfügt über die Google Zertifizierung und unterstützt alle Google Dienste ohne Probleme. Banking-Apps und andere Drittanbieter-Apps, die eine Zertifizierung erfordern, funktionieren ohne Probleme. Widevine Level 1 DRM wird unterstützt, sodass hochauflösendes Streaming in Diensten wie Netflix oder Amazon Prime Video möglich ist. HDR-Unterstützung ist wie schon erwähnt mit maximal HDR10+ verfügbar, Dolby Vision wird nicht unterstützt.
Bloatware ist heutzutage ja leider die Regel, und das Motorola Edge 70 macht da keine Ausnahme. Es ist mit einer Reihe von vorinstallierten Apps ausgestattet, darunter verschiedene KI-Dienste, Shopping-Apps, Social-Media-Apps und der Opera Browser. Die meisten dieser Apps lassen sich problemlos deinstallieren, mit Ausnahme einiger Motorola-eigener Anwendungen. Glücklicherweise verliefen Scans nach Schadsoftware ohne Funde. Meta Systemdienste für Facebook sind ebenfalls vorinstalliert, lassen sich aber deaktivieren, jedoch nicht deinstallieren. Im Testzeitraum zeigte sich das System stabil und flüssig, abgesehen von der etwas trägen Performance direkt nach dem Hochfahren, was sich nach ein paar Minuten legt. Abstürze oder sonstige grobe Bugs sind nicht aufgetreten.
| Mobilfunk | 2G: B2/3/5/8 (BC0) 3G: B1/2/4/5/8 4G: B1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/18/19/20/25/26/28/32/34/38/39/40/41/42/43/48/66 5G: N1/2/3/5/7/8/20/26/28/38/40/41/66/75/77/78 |
| WLAN | WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax (Wi-Fi 6/6E) |
| Bluetooth | Bluetooth 5.4 |
| NFC | Ja (mit Google Pay) |
| Dual SIM | Single Nano SIM Single eSIM Unterstützung |
| Positionsbestimmung | GPS, A-GPS, Galileo, GLONASS, BDS |
Der Mobilfunkempfang wird durch die schlanke Bauweise nicht beeinträchtigt. Im Alltag war er stets sehr gut. In schlecht abgedeckten Gegenden oder Räumen mit geringer Signalstärke traten keine kompletten Aussetzer auf. Auch die Performance zeigt sich sehr gut. Im 5G Speed Test nachts bei freiem Netz wurden 347Mbit/s im Download und 56Mbit/s im Upload erreicht.
Dual SIM ist leider nur mit einer Mischung aus physischer SIM und eSIM möglich, da nur ein Nano SIM Slot vorhanden ist. Dual eSIM wird nicht unterstützt. Ein kleiner Bug zeigt sich in der Signalanzeige, die immer nur einen Balken anzeigt, auch bei perfektem Empfang. Diesen Bug gab es in der Vergangenheit schon bei manchen anderen Motorola Modellen. Es ist peinlich, dass dieser immer noch auftritt.
Die WLAN Unterstützung reicht bis maximal WiFi 6E. Der Empfang ist im gesamten Haus gut, in den am schwächsten abgedeckten Räumen traten keine Abbrüche auf. Video Streaming war auch dort noch ohne Pufferpausen möglich. Der Speed Test über WLAN mit einer Fritz!Box 6660 Cable erreichte 670Mbit/s direkt neben dem Router. Ein Stockwerk unter dem Router waren noch 84Mbit/s möglich, allerdings mit Wechsel ins 2,4GHz Band. Der 5GHz Empfang ist also vergleichsweise schwach.
Bluetooth wird bis Version 5.4 unterstützt. Im Praxiseinsatz gab es keine Probleme. Die Übertragung erfolgte unterbrechungsfrei über mehrere Räume hinweg. Ein Stockwerk im Haus wird störungsfrei abgedeckt. NFC Unterstützung ist ebenfalls vorhanden. Google Pay kann genutzt werden.
Der GPS Empfang ist gut ohne Auffälligkeiten. Bei bedecktem Himmel wurden 55 Satelliten im Fix erreicht, die Signalstärke war gut und der SNR lag im grünen Bereich. Der Praxistest verlief ohne Aussetzer. Beim GPS Tracking wurde die Strecke zuverlässig aufgezeichnet. Wechsel der Straßenseite sind im Track sichtbar.
| Lautsprecher | Stereo Lautsprecher Rahmen unten + Telefonhörer |
| Noise Cancelling Mikrofon | Ja Triple Mikrofon Array |
| Weitere Merkmale | VoLTE & VoWiFi, VoNR / Vo5G, Dolby Atmos mit Presets & System Equalizer, virtueller Raumklang, CrystalTalk KI (nur VoIP) |
Das Motorola Edge 70 verfügt über Stereo Lautsprecher, die trotz des dünnen Gehäuses sehr laut sind und auch eine leichte Basswiedergabe bieten. Qualitativ sind sie allerdings unterirdisch, da starkes Verzerren, Kratzen und Übersteuern auftritt, vor allem bei Stimmen, egal ob es sich um gesprochene Inhalte oder Musik handelt. Das Problem tritt auch schon bei relativ geringer Lautstärke auf. Das ist sehr störend und macht die Lautsprecher kaum für Filme, Videos oder Musik geeignet.
Die Sprachqualität des Motorola Edge 70 ist hingegen einwandfrei. Beide Gesprächsteilnehmer erleben einen klaren und natürlichen Klang. Die Geräuschunterdrückung funktioniert gut. Der Telefonhörer ist ausreichend laut für laute Umgebungen. VoLTE und Vo5G / VoNR werden unterstützt. VoWiFi ist vorhanden und funktioniert im o2 Netz reibungslos.
| Hauptkamera | Haupt: 50MP Samsung GNJ 1/1.56" f/1.8 23,4mm OIS AF Ultrawide & Makro: 50MP Samsung S5KJNS 1/2.76" f/2.0 12mm 120° AF Video: 4k60 / 4k30 (Alle) Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Nein |
| Frontkamera | 50MP Samsung S5KJNS 1/2.76" f/2.0 20,4mm EIS FF Video: 4k60 / 4k30 Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Nein |
| Blitz | Single LED |
| Fokus | PDAF + CDAF |
| Slow Motion | HD240 / FHD120 (ohne HSR, mit Ton) |
Das Motorola Edge 70 kommt trotz schlanker Bauweise mit einer relativ guten Kameraausstattung daher. Die 50MP Hauptlinse nutzt einen Samsung GNJ Sensor mit OIS, der besonders energiesparend sein soll. Das hat sich im Test auch bestätigt. Bei Nutzung des Hauptsensors geht der Akkustand nicht übermäßig schnell in die Knie. Zusätzlich gibt es eine 50MP Ultrawide Kamera, die ebenfalls über Autofokus verfügt, aber kein OIS bietet. Sie ist für Makro Aufnahmen brauchbar, die minimale Fokusdistanz liegt bei etwa 4cm. Zusätzlich befindet sich ein Lichtsensor im rückseitigen Kameramodul. Die Frontkamera kommt mit 50MP daher und nutzt denselben Sensor wie die Ultrawide Linse, allerdings ohne Autofokus.
Was die Kameras taugen, schauen wir uns in den folgenden Abschnitten genauer an. Alle Bilder wurden im jeweils genannten Modus aufgenommen, mit Auto HDR und ohne KI Features, falls nicht explizit genannt.
Die Hauptlinse des Motorola Edge 70 erzeugt im Standardmodus 12MP Aufnahmen. Der Fokus arbeitet schnell und zuverlässig, auch bei kleinen Motiven. Die Auslösezeit ist kurz. Das System ist nicht anfällig für Wackler. Bewegte Motive werden bis zu einem gewissen Grad scharf abgebildet. Insgesamt liefert die Kamera eine gute Bildqualität ohne Verzerrung oder Unschärfe am Bildrand. Farblich fallen die Aufnahmen realitätsnah aus, mit lebendigen und eher gesättigten Farben, allerdings nicht übertrieben. Der Weißabgleich ist nicht ganz perfekt, häufig gibt es leichte Verfälschungen durch das Umgebungslicht, besonders auffällig bei Kunstlicht. Mit einem Spektralsensor ist der verbaute Lichtsensor also nicht zu vergleichen. Die Bildschärfe ist in Ordnung, aber nicht perfekt. Feine Texturen auf größere Distanz wirken deutlich matschig / unscharf. Der Qualitätsabfall in Innenräumen bleibt gering, es gibt wenig Bildrauschen und eine gute Lichtausbeute. Nahaufnahmen gelingen mit einem schönen natürlichen Bokeh.
Im 50MP Modus zeigt die Hauptlinse keinen zusätzlichen starken Qualitätsabfall in Innenräumen. Sie bleibt lichtstark. Auch der Dynamikumfang bleibt gut. Es gibt weniger Matsch bei entfernten Texturen und schärfere Details, allerdings nur bei perfekter Ausleuchtung.
Das Motorola Edge 70 verfügt über keinen optischen Zoom, sondern nur über Digitalzoom. Mit 2x Digitalzoom entsteht jedoch kein Nachteil. Die Qualität ist bei Tag und in Räumen äquivalent zu einem optischen Zoom. Es ist kein starker Qualitätsverlust feststellbar. Überraschenderweise gilt das auch bei Landschaftsaufnahmen, wo die Tendenz im Standardmodus zu matschigen Texturen nicht auf den Zoom durchschlägt. Erst bei Nachtaufnahmen wirken die Bilder deutlich matschig.
Der Blitz im Motorola Edge 70 besteht aus einer LED und ist leider nur für Schnappschüsse brauchbar. Der Weißabgleich fällt sehr schlecht aus. Meist gibt es einen starken Rotstich, gelegentlich auch einen Blau- oder Braunstich. Das sieht nicht gut aus. Zudem zeigt sich vergleichsweise viel Bildrauschen bei größerer Distanz. Für die Preisklasse ist das unterdurchschnittlich, sowohl zur UVP als auch im rabattierten Zustand.
Bei normalen Nachtfotos ohne Blitz schlägt sich das Motorola Edge 70 hingegen gut. Zwar gibt es auch hier deutlich matschige Texturen auf größere Distanz, insgesamt aber eine solide Bildschärfe, gute Lichtausbeute bei schlecht ausgeleuchteten Motiven, schöne Farben, einen schönen Dynamikumfang, keine Neigung zum Verwackeln und einen geringen Rauschanteil. Der Nachtmodus aktiviert sich automatisch.
Für Langzeitbelichtungen ist das Motorola Edge 70 zum Software-Stand im Test unbrauchbar. Getestet wurde der Pro Modus mit Halbautomatik, bei dem die Belichtungszeit bis zu 32 Sekunden manuell eingestellt werden kann, während der Rest auf Wunsch automatisch gesetzt wird. Das funktioniert allerdings überhaupt nicht. Alle Aufnahmen waren, egal mit welcher Belichtungszeit, komplett überbelichtet. Die Software setzt die Einstellungen nicht korrekt und wählt einen komplett falschen ISO Wert. Für die Preisklasse ist das unzureichend, sowohl zur UVP als auch rabattiert.
Die Ultrawide Kamera erzeugt im Standard Modus ebenfalls 12MP Aufnahmen. Auch hier arbeitet der Fokus zuverlässig und schnell, die Auslösezeit ist kurz. Wie die meisten Ultrawide Kameras zeigt auch die des Motorola Edge 70 eine deutliche Detailschwäche auf Distanz, feine Texturen wirken matschig bzw. leicht verwaschen. Abseits davon arbeitet sie sehr gut. Farblich ist sie gut auf die Hauptlinse abgestimmt. Die Verzerrungskorrektur funktioniert gut, es gibt nur minimale Verzerrung oder Unschärfe in den Bildecken. Erfreulich lichtstark fallen Innenraumaufnahmen aus ohne starken Qualitätsabfall oder starkes Bildrauschen. Der Weißabgleich ist tendenziell etwas besser als bei der Hauptlinse. Ein 50MP Modus steht für die Ultrawide Kamera nicht zur Verfügung. Für die Angebotspreise des Edge 70 geht die Ultrawide Kamera völlig in Ordnung, zur UVP ist sie grenzwertig.
Nachtfotos mit der Ultrawide Kamera sind brauchbar. Das Motorola Edge 70 zeigt hier zwar nochmal deutlich matschigere Texturen auf Distanz, insgesamt aber eine gute Lichtausbeute, einen schönen Dynamikumfang und kein auffälliges Bildrauschen. Auch dunkle Szenen lassen sich noch mit brauchbaren Schnappschüssen einfangen. Bei Nacht ist etwas mehr Verzerrung am Bildrand sichtbar. Der Nachtmodus aktiviert sich auch hier automatisch.
Das Motorola Edge 70 liefert schöne Makro Bilder mit der Ultrawide Kamera. Die Fokusdistanz liegt bei etwa 4cm. Die Bilder wirken detailliert und scharf, mit sauberen Farben und gutem Weißabgleich. Es entsteht ein intensiver Bokeh Effekt. Durch die recht hohe Lichtstärke ist meist kein Blitz nötig.
Der Portrait Modus ist mit allen Kameras des Motorola Edge 70 gut optimiert. Die Motiverkennung arbeitet meist sauber, nur selten werden Umrisse geschluckt. Komplexe Tiefenverhältnisse werden meist gut erkannt. Der Verlauf der Tiefenschärfe wirkt in der Regel glaubhaft. Eine manuelle Anpassung der Intensität ist mit einem virtuellen Blendenregler möglich. Das Ergebnis ist allerdings nicht in der Vorschau sichtbar, sondern erst nach dem Betätigen des Auslösers, sodass man hier schätzen muss, welche Einstellung sich eignet.
Die Frontkamera des Motorola Edge 70 nutzt denselben Sensor wie die Ultrawide Linse mit 50MP. Insgesamt arbeitet sie recht gut und liefert meist schöne, neutrale Farben mit guter Schärfe. Sie ist relativ weitwinklig und bietet somit ein großes Blickfeld. In Innenräumen ist der Weißabgleich manchmal nicht perfekt. Ansonsten bleibt die Bildqualität unverändert gut, es zeigt sich kein auffälliges Bildrauschen. Auch bei Nacht ist sie erstaunlich lichtstark. Selbst ohne Bildschirmblitz lassen sich mit Straßenbeleuchtung noch hell ausgeleuchtete Selfies mit solider Schärfe ohne auffälligen Rauschanteil aufnehmen. Sie wird der Preisklasse insgesamt gerecht, auch zur UVP.
Die Hauptlinse liefert maximal 4k60 Videos. Die Aufnahmen zeigen eine gute Farbwiedergabe, saubere Stabilisierung und schnellen Fokus. Beim Laufen tritt allerdings in manchen Situationen deutliches Fokuspumpen auf, allerdings nicht immer. Auffällig ist störendes Bildrauschen in den Aufnahmen, auch bei Tageslicht. Bei Nachtaufnahmen gibt es einen deutlichen Qualitätsabfall. Die Audioqualität ist sehr gut, ausreichend laut, klar und natürlich. Das gilt für alle Videomodi / Kameras.
Die Ultrawide Linse filmt ebenfalls bis 4k60. Farblich liefert sie identische Ergebnisse zur Hauptlinse. Auch hier arbeitet der Fokus schnell, die Stabilisierung ist sauber, allerdings nur mit EIS. Beim Laufen ist auch hier Fokuspumpen sichtbar, hauptsächlich bei Dämmerlicht. Bildrauschen ist auch hier bei Tageslicht vorhanden. Auch hier gibt es bei Nachtaufnahmen einen sehr starken Qualitätsabfall.
Auch die Frontkamera filmt bis 4k60. Hier gibt es keine Probleme mit Bildrauschen. Insgesamt zeigt sich eine solide Bildqualität mit guter Schärfe, sauberen Farben und meist gutem Weißabgleich. Nachtaufnahmen fallen hingegen mit unterirdischer Qualität aus. Auch im 4k30 Modus gibt es keine Verbesserung.
Slow Motion Videos sind mit FHD120 oder HD240 mit der Hauptlinse möglich. Es gibt kein HSR, die Videos sind bereits abgebremst, verfügen jedoch immerhin aber über eine Tonspur. Es gibt keine Längenbegrenzung.
| Kapazität (Angabe) | 4.800mAh |
| Kapazität (Gemessen) | 4.379mAh |
| Wechselbar | Nein |
| Ladetechnologie | 68W TurboPower (USB-C) 15W Qi Wireless Charging Kein Netzteil im Lieferumfang |
Der Akku ist bauartbedingt mit 4.800mAh sehr klein. Ein Pluspunkt für Motorola ist die meist sehr gute Optimierung für geringen Verbrauch. Das ist auch beim Motorola Edge 70 der Fall, insofern ergibt sich trotz kleinem Akku eine durchaus brauchbare Laufzeit. Ein Tag ist immer problemlos möglich, auch bei Intensivnutzung. Meist kommt man sogar bis in die Nacht hinein. Zwei Tage sind realistisch nur mit sehr eingeschränkter Nutzung möglich. Der PCMark Akku Benchmark erreicht 12:49 Stunden Laufzeit bei 50% Bildschirmhelligkeit.
Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten. Angesichts der überzogenen UVP ist das eine Frechheit. Teilweise gab oder gibt es das Netzteil immerhin als Geschenk dazu. Unterstützt wird maximal 68W Ladeleistung über Turbo Power. Die meisten USB-PD Netzteile laden das Gerät langsamer, insofern verzichten wir an dieser Stelle auf Aussagen zur Ladegeschwindigkeit. Wireless Charging wird mit dem Qi Standard bis 15W unterstützt. Akkuschutzoptionen sind vorhanden: Ladelimit auf 80% basierend auf KI oder manueller Planung sowie auf Wunsch begrenzte Ladegeschwindigkeit durch Deaktivierung der Ladeboost Option.
Das Motorola Edge 70 ist ein interessantes Experiment in Sachen Smartphone Design. Die extrem schlanke Bauweise und das geringe Gewicht von machen das Handy im Alltag sehr angenehm zu tragen und zu nutzen. Allerdings geht diese Bauweise mit deutlichen Kompromissen einher. Die strukturelle Stabilität leidet merklich, das Gehäuse gibt bei Belastung schnell nach und sollte nicht in der Gesäßtasche transportiert werden. Der kleine 4800mAh Akku reicht dank guter Optimierung zwar für einen Tag, mehr ist aber kaum drin. Der verbaute Snapdragon 7 Gen 4 ist für die ursprünglich anvisierte UVP von 800 Euro schlicht zu schwach und wird selbst von Chips in regulär günstigeren Smartphones deutlich geschlagen.
Die Kamera liefert im Alltag brauchbare Ergebnisse mit natürlichen Farben und solider Schärfe, auch wenn Details auf Distanz etwas matschig wirken. Die Ultrawide Kamera und der Makro Modus überzeugen für die Preisklasse, die Frontkamera arbeitet selbst bei Nacht gut. Schwächen zeigen sich beim Blitz mit schlechtem Weißabgleich, beim unbrauchbaren Pro Modus für Langzeitbelichtungen und bei Videos mit störendem Bildrauschen sowie teilweise Fokuspumpen. Das Display bietet eine gute Größe mit flüssiger 120Hz Darstellung, allerdings fällt die manuelle Helligkeit mit 500 Nits etwas gering aus. Ein absolutes Ärgernis sind die Lautsprecher, die trotz ausreichender Lautstärke durch starkes Verzerren und Übersteuern nahezu unbrauchbar für Medienkonsum sind. Positiv fallen die gute Konnektivität, die solide Software mit langer Update-Unterstützung und die IP68/IP69 Zertifizierung auf.
Zur UVP von 800 Euro ist das Motorola Edge 70 unterm Strich nicht zu empfehlen. Für diesen Preis bekommt man Smartphones mit deutlich besserer Leistung, besseren Displays und besseren Lautsprechern. Die vielen Kompromisse nur für das extrem schlanke Design lohnen sich in unseren Augen nicht. Zu den oftmals deutlich niedrigeren Angebotspreisen sieht die Sache ggf. anders aus. Hier wird das Edge 70 für eine spezifische Zielgruppe interessant: Menschen, die Wert auf ein extrem schlankes und leichtes Smartphone legen und bereit sind, dafür Kompromisse bei Leistung, Akkulaufzeit und Stabilität einzugehen. Wer sein Smartphone hauptsächlich für Kommunikation, soziale Medien, Fotos und leichte Aufgaben nutzt und es dabei kaum in der Hand spüren möchte, findet dann im Edge 70 eine interessante Option. Für Power-User, Mobile Gamer oder Menschen, die ihr Smartphone intensiv nutzen und dabei auf Robustheit angewiesen sind, ist das Edge 70 jedoch nicht die richtige Wahl. Auch wer Wert auf gute Lautsprecher für Medienkonsum legt, sollte einen großen Bogen um das Modell machen.
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