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Doogee DG850 Hitman: Der erste Klon der überzeugen kann!

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Doogee DG850 Hitman: Der erste Klon der überzeugen kann!

Seit ein paar Wochen liefert Doogee eine der neuesten Smartphone Kreationen aus, das Doogee DG850 Hitman. Ich habe mir mal angesehen, was der Xiaomi Mi4 Klon so kann.

Aufmerksame GizChina Leser wissen, dass wir alle hier nicht sonderlich viel von Klonen aus Fernost halten. Interessant ist ein Blick auf solche Gerätschaften dennoch ab und an, so richtig überzeugen konnte in Tests bisher aber keiner. Nun hat ein weiterer Klon eine Chance erhalten, und zwar das Doogee DG850 Hitman, welches wohl eines der letzten MT6582 basierten Smartphones von Doogee sein wird. Doogee verspricht für das Gerät viel, doch was steckt dahinter? Handelt es sich wirklich um ein preiswertes Smartphone mit exzellenter Verarbeitung, oder sind die Versprechungen mal wieder nichts als heiße Luft? Genau diese Frage und noch viel mehr wird in diesem Review beantwortet werden. Viel Vergnügen beim Lesen!

Unboxing

„Klingeling“, der DHL Express Bote. Ganz unerwartet erschien er an jenem verregneten Tag. Eigentlich erwartete ich überhaupt kein Gerät, und war verwundert, ein Paket in Empfang zu nehmen, welches direkt von Doogee versendet wurde. Solche Ereignisse sind doch noch immer das Schönste im Alltag eines Tech-Bloggers. Da wird man dann schon mal aufgeregt wie ein kleines Kind an Weihnachten. Fix ging es ins YouTube-Zimmer zum Unboxing. Und dann grinste mich plötzlich eine schick gestaltete Verpackung an, welche laut Aufdruck ein Doogee DG850 beinhalten sollte.

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Schon alleine die Box ist so ganz untypisch für einen günstigen Klon aus Fernost. So eine professionell gestaltete Verpackung habe ich bisher bei noch keinem Smartphone gesehen, welches sich weit unter der 170 US Dollar Grenze bewegt. Nach dem Öffnen der Verpackung klappte mir die Kinnlade dann allmählich nach unten. Zuerst erschien eine semi-transparente Plastik Trennfolie mit Doogee Logo, welche die Sicht auf das darunter liegende Smartphone in der üblichen Plastiktüte versperrte, um welches sich noch ein Plastik Bumper zum Schutz der Rückseite befindet. Darunter erscheint dann neben der üblichen Schnellstartanleitung, einer zweiten Schutzfolie und einem Werkzeug zum Öffnen des SIM Schachtes, schön in passgenau geformte Fächer angeordnet, das restliche Zubehör, zu welchem ein hochwertig aussehendes EU Netzteil, ein flaches Micro USB Kabel und ein Headset gehören.

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Ich denke, dass ich hier ohne zu übertreiben sagen kann, dass das was Doogee hier abliefert, ganz großes Kino ist. Immerhin befinden wir uns hier im Bereich von 118€ und solche Verpackungen, geschweige denn so viel Zubehör, liefern nicht einmal alle Hersteller im 200 bis 300€ Segment.

Design

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Nach der ersten Überraschung bei der Verpackung war der Mund bereits ein Stück weit offen, und spätestens beim ersten genaueren Blick auf das Doogee DG850 selbst war er dann ganz offen – ohne zu übertreiben. Jeder wünscht sich eine hochwertige Verarbeitung, und das auch im niedrigen Preissegment, das steht ohne jede Frage fest. Doch Fakt ist auch, dass man sich auf diesem Preisniveau auch schon mit wenig Metall, ja sogar mit hochwertigem Plastik zufrieden gibt. Nun handelt es sich beim Doogee DG850 allerdings um einen Mi4 Klon, und das Original besteht bekanntlich aus Edelstahl (Chassis und Rahmen). Doogee bewirbt seine Kopie mit einem Chassis und Rahmen aus einer Zink-Aluminium Legierung. Während es schwer ist nachzuprüfen um welches Material es sich nun wirklich handelt, steht eines Fest: Das Teil ist solide aus Metall, aber sowas von. Das Gewicht ist sogar höher als beim Original (169g vs. 149g) und beschert dem Gerät eine sehr hochwertiges und solides Auftreten. Der Sichtbare Teil des Chassis um das Gerät herum entspricht 1:1 dem Xiaomi Mi4, und es lassen sich absolut keine Unterschiede in der Verarbeitungsqualität feststellen. Bei aller liebe zum einzigartigen Design, diese Leistung lässt mich einmal den Hut vor Doogee ziehen und die Abneigung gegenüber Kopien wenigstens für dieses Review beiseite legen – und das ist eine Premiere.

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Arg viel näher muss ich auf das Design des Smartphones wohl nicht eingehen, denn jeder kennt das Xiaomi Mi4. So gehe ich hier nur die Unterschiede zum Original an. Die Hauptunterschiede auf der Front sind im Bereich der Touch-Buttons auszumachen. Hier gibt es nämlich keine Status LED unter dem Home Button, und die Beleuchtung der Touch-Buttons fällt etwas, nun ja, „billig“ aus. Die Ausleuchtung ist einfach nicht sauber. Meckern auf hohem Niveau, aber durchaus erwähnenswert wie ich finde. Am Rahmen fällt weiterhin auf, dass die Unterbrechungen im Metallrahmen, welche zur Verbesserung der Empfangsleistung mit Plastik ausgefüllt sind, spürbar sind. Das war beim Original nicht der Fall, zumindest soweit ich mich noch daran erinnern kann.

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Auch auf der Rückseite gibt es feine Differenzen. Die Wölbung ist hier z.B. intensiver ausgeprägt als beim Original, was aber durchaus beim Gefühl in der Hand von Vorteil ist, die Dicke aber auf 1cm mit Kamera erhöht. Außerdem gibt es hier eine berührungsempfindliche Fläche, welche beim Original nicht vorhanden, bei Doogee aber schon fast zur Tradition geworden ist.

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Ich denke, wenn ich behaupte, dass das Doogee DG850 sowohl von der Optik als auch vom Gefühl her eines der hochwertigste Smartphone der sub-170 Dollar Kategorie ist, dann ist das keine Übertreibung. Wer schon einmal ein Jiayu G5 oder G5S in der Hand hatte, der weiß, mit was er rechnen kann.

Display

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Doogee gibt an, dass die Panels für das DG850 von JDI und Sharp geliefert werden. Geht man rein nach der Qualität des Displays, so scheint das auch zu stimmen. 5" mit 720p und IPS sowie OGS Technologie werden hier verbaut, und ich muss gestehen, dass das mir vorliegende Gerät eines der schönsten 720p 5" Panels bietet, welche ich bisher gesehen habe. Hier macht das Betrachten von Bildern und Videos dank perfekter Farbwiedergabe und gutem Kontrast so richtig Spaß. Sogar die Schwarzwerte können sich sehe lassen. Selbst die Helligkeit lässt keine wünsche offen, und kann auf maximaler Einstellung in dunkleren Umgebungen sogar blenden. Insgesamt ist das Display nichts, was man in dieser Preisklasse erwarten würde, und deswegen bekommt Doogee hier von mir auch die Note 1.

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Hardware

Die inneren Werte des Doogee DG850 werden der Optik leider nicht ganz so gerecht, denn hier beschränkt sich Doogee auf einen Mediatek MT6582 Quad Core Prozessor mit 1,3GHz und 1GB RAM. Mit 2GB wäre das Smartphone mit Sicherheit deutlich zukunftssicherer gewesen, aber gut, an die Knausrigkeit der Chinesen was den Arbeitsspeicher angeht, haben wir uns ja mittlerweile schon gewohnt. Wer ohnehin nicht viele Apps auf einmal geöffnet hat, der wird auch mit den 1GB noch dicke auskommen. Deutlich problematischer ist hier schon der 16GB interne Speicher, von dem ca. 10GB für die freie Verwendung zur Verfügung stehen. Der Grund: Der Speicher kann nicht erweitert werden. Einen Micro SD Einschub sucht man vergebens, genauso wie Dual SIM Funktionalität. Lediglich ein Einschub auf der linken Seite ist vorhanden. Somit ist das Doogee DG850 nichts für Anwender die gerne viele Spiele installieren, oder die gesamte Multimedia-Bibliothek auf ihrem Smartphone lagern. Punkten kann das DG850 dann aber doch noch mit einer paar anderen Merkmalen. Da wäre zunächst einmal die berührungsempfindliche Fläche auf der Rückseite. Diese kann zwar nicht zur Navigation durch Menüs und Webseiten verwendet werden, dafür aber im Selfie-Modus der Kamera App zum Betätigen des Auslösers. Eine Berührung von ca. 2 Sekunden löst die Kamera aus. Durch die Verzögerung wird sichergestellt, dass die Kamera nicht versehentlich ausgelöst wird. Ein weiteres Feature, welches vom Xiaomi Mi4 übernommen wurde, ist ein Infrarot Blaster auf der oberen Seite des Geräts. Mit diesem kann man z.B. den Fernseher steuern, wofür auch gleich eine App mitgeliefert wird.

Loben muss man Doogee für die Performance des DG850. Wer schon mehrere MT6582 Smartphones in den Händen gehalten hat, der wird bestätigen können, dass es oft sehr große Differenzen zwischen der Performance der einzelnen Geräte gibt. Es kommt eben nicht nur auf den Prozessor an, sondern auch auf die anderen Komponenten und nicht zuletzt auch auf die Qualität de Firmware. Hier scheint Doogee nicht geschlampt zu haben, denn die Punktzahlen in Benchmarks befinden sich ziemlich weit Oben in der Range, welche mit dem MT6582 möglich ist. Das merkt man definitiv auch im Alltag, denn das Smartphone läuft einfach flüssig. Klar gibt es ab und an mal kleine Hänger, aber sonst kann man in Anbetracht der alten Hardware nicht wirklich meckern.

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Software

Android 4.4.2 KitKat ist auf chinesischen Smartphones mittlerweile zum Standard geworden, und auch das Doogee DG850 Hitman macht hier keine Ausnahme. Wie bei Doogee üblich, handelt es sich um ein Vanilla Android, welches lediglich einen eigenen Launcher verpasst bekommen hat. Erste Amtshandlung: Launcher ersetzen! Mein Favorit ist hier der Google Now Launcher, denn hier gibt es einen einfachen Zugriff auf die Sprachsteuerung, und noch dazu ist die Performance sowie der RAM Verbrauch hier sehr niedrig. Bugs konnte ich in der Software während des Testzeitraums nicht feststellen. Alles läuft so wie es soll. Bloatware ist kaum vorinstalliert, was das lästige Löschen chinesische Apps mittels Root Zugriff überflüssig macht. Auch Funktionen wie Off-Screen Gesten, Tap to Wake und Screenshots mit 3 Fingern sind Funktionen, welches nicht jedes Gerät dieser Preisklasse bietet.

Empfang

Wie sehr Doogee mit dem DG850 bisher auch überzeugen konnte, auch dieses Gerät ist nicht ganz frei von Mängeln. Einer der Mängel ist definitiv die Empfangsqualität im Allgemeinen, was vermutlich dem vielen Metall um das Smartphone herum geschuldet ist. Es ist nicht so, dass es hier ernsthaft Probleme geben würde, aber man merkt schon recht deutlich, dass die Signalstärke durchweg niedriger ist, als bei den meisten anderen Geräten. So verliert man z.B. den 3G Empfang relativ schnell, und auch das WLAN macht deutlich schneller Probleme, wenn man sich ein Stockwerk unter dem Router bewegt. Im Endeffekt ist das aber Meckern auf hohem Niveau, denn unbenutzbar wird das Gerät dadurch sicherlich nicht. Nur wer an seinem Standort unter chronischer "Signalknappheit" leidet, der sollte vom Doogee DG850 eindeutig die Finger lassen. Beim GPS verhält es sich genauso, die Signalstärke ist deutlich limitiert, sodass die Signalbalken in der GPS Test App nur selten die Farbe Grün erreichten. Dennoch funktionierte das Navigieren mit dem Gerät aber problemlos. Auch der erste Fix war kein Problem, wenngleich dieser mit 30 Sekunden etwas länger dauerte als heutzutage gewohnt.

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Hi-Fi

Leider kann ich hier nicht viel erzählen, da das Testgerät welches Doogee mir zugeschickt hat noch eines der ersten hergestellten Geräte aus einem Test der Massenproduktion ist, bei dem es wohl noch ein kleines Problem gab. Der Kopfhöreranschluss funktioniert nämlich nicht richtig. Der Ton klingt hier sehr verzerrt und gibt knackende Geräusche von sich. Das Problem tritt aber bei anderen nicht auf, macht euch darüber also mal keine Sorgen. Der interne Lautsprecher funktioniert dagegen einwandfrei. Dieser ist wie beim Xiaomi Mi4 in den Rahmen integriert, klingt aber deutlich schlechter, was nicht verwunderlich ist, wenn man den geringen Platz berücksichtigt, welcher hier zur Verfügung steht. Der Lautsprecher hat absolut keine Basswiedergabe vorzuweisen, ist dafür aber sehr laut und verzerrt auch auf maximaler Lautstärke nicht.

Kamera

Nachdem das Doogee DG850 nun ein paar mal einstecken musste, bewegen wir uns nun wieder in positiv zu bewertende Gefilde, genauer gesagt kommen wir zur Kamer. Doogee verbaut eine 13 Megapixel Kamera mit OV Sensor und Blende f/2.2 auf der Rückseite, sowie eine 8 Megapixel Weitwinkel-Kamera auf der Front. Bei der Auflösung wird nicht geschummelt, soll heißen interpoliert, sondern wir haben es hier mit echten 13 Megapixeln zu tun. Die Qualität der Kamera hat mich sehr positiv überrascht, nachdem ich schon seit einer gefühlten Ewigkeit keine akzeptable Kamera in einem Budget Smartphone mehr gesehen habe. Die Farben überzeugen, die Tiefenschärfe überzeugt, und auch der recht geringe Rauschanteil überzeugt. Die Ausfallrate der geschossenen Bilder ist überraschend gering, und eine automatische "Face Beautify Funktion" optimiert Portraits automatisch. Selbst in der Nacht macht die Kamera noch Aufnahmen, welche für ein Smartphone dieser Preisklasse mehr als nur akzeptabel sind. Die Frontkamera bietet ebenfalls eine astreine Qualität. Einziger Kritikpunkt: Der Blitz. Wie so oft. Aber macht euch doch einfach selbst ein Bild:

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Akku

Doogee behauptet im DG850 einen Akku mit einer Kapazität von 2.500mAh zu verbauen. Nachprüfen kann ich die Kapazität leider nicht, denn der Akku ist fest verbaut, und das Smartphone lässt sich nicht so einfach öffnen, als dass ich mir das diesmal antun würde. Ich empfehle an dieser Stelle keinesfalls die Rückabdeckung abzuziehen. Diese ist mit dem Akku verklebt, und da es sich hier um eine Li-Po Zelle handelt, besteht die Möglichkeit, dass ihr den Mantel des Akkus dabei verletzt. Dies könnte fatal enden. Hier muss man vorsichtig mit einem Fön arbeiten, um das Cover dann langsam zu lösen. Aber zurück zum Thema: Wie lange hält der Akku denn? Nun, ich kann nicht klagen. Da die Display Helligkeit hier auch bei minimaler Einstellung noch recht hoch ist, liegt die Laufzeit etwas unter der des Kingzone N3, ist aber trotzdem vergleichbar. Lässt man das Spielen sein, so reicht eine Akkuladung locker für anderthalb Tage. Mit einem 2A Ladegerät ist der Akku dann auch in 1,5 Stunden wieder voll, sodass es hier unterm Strich nichts zu meckern gibt.

Fazit

Das ich einen chronischen Hass gegen Klone habe, nun aber trotzdem ganz angetan vom Doogeee DG850 bin, spricht vermutlich Bände. Doogee hat es hier geschafft ein für diese Preisklasse ganz feines Stück Smartphone zu basteln, welches ein paar nette Gimmicks bietet, in erster Linie aber durch ein enorm hochwertiges Auftreten, eine ziemlich gute Kamera und ein tolles Display überzeugen kann. Klar, es ist kein perfektes Smartphone, aber in den niedrigen Preisklassen muss man immer irgendwelche Kompromisse eingehen, weshalb man einfach abwegen muss, welches Modell hier gerade am besten den eigenen Ansprüchen entspricht. Unterm Strich muss ich aber wirklich noch einmal den Hut vor Doogee ziehen, denn das was hier abgeliefert wurde, und das vor allem zu diesem Preis, das schafft nicht jeder Hersteller.

Das Doogee DG850 Hitman bekommt ihr derzeit bei fast allen Chinashops, darunter auch bei eFox für 117€ und Aliexpress ab 140 US Dollar. Die stets aktuellen Preise könnt ihr auch der Vergleichstabelle unter dem Review entnehmen.

 

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