Beelink L55

beelink-l55 Der Beelink L55 Mini PC im Test

Mit dem Beelink L55 hat Hersteller eine abgewandelte Version des bereits von uns getesteten Beelink U55 auf den Markt gebracht. Dieser streicht den frontalen USB Typ-C Anschluss für mehr USB Typ-A Anschlüsse und bietet darüber hinaus statt zwei HDMI Anschlüssen je einen HDMI und einen DisplayPort Ausgang. Darüber hinaus verbaut Beelink zwei Gigabit Ethernet Anschlüsse, was den Beelink L55 für Netzwerk Anwendungen interessant macht. Wir haben den Beelink L55 mehrere Wochen für euch getestet und zeigen euch in diesem Test ob er sein Geld wert ist.

Beelink L55
Verpackung & Lieferumfang

​Die Verpackung vom Beelink L55 entspricht der des U55. Die Box besteht aus stabilem Karton mit weißem Finish und zeigt eine Abbildung des Mini PC auf der Front. Im Inneren befindet sich der Mini PC, ein internationales Netzteil mitsamt sicherem EU Adapter (kann sich nicht ungewollt lösen), eine Kurzanleitung und diverses Zubehör für den Start. Zu letzterem gehören neben Montagematerial für eine 2,5" SSD oder Festplatte auch Kabel für HDMI und DisplayPort. Auch ein Vesa Mount zur Befestigung an der Rückseite eines Bildschirms ist enthalten.

Beelink L55
Design & Verarbeitung

​Auch das Design vom Beelink L55 entspricht grob dem U55 und zeigt nur geringfügige Veränderungen. Mit Abmaßen von 126,3 x 127,9 x 46,5mm ist der Mini PC nach wie vor sehr kompakt und unauffällig. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff mit gummiartigem, mattem Finish und präsentiert sich in einem tiefen grau. Der Power Button auf der Front ist nach wie vor rot gefärbt, leuchtet aber im Betrieb nicht mehr auf. Die Power LED leuchtet nun blau und befindet sich neben dem Button. Frontal findet man einen 3,5mm Ausgang. Die Positionierung auf der Rückseite hätte uns besser gefallen. Außerdem bietet der Beelink L55 hier zwei USB 3.1 Gen 1 Typ-A Anschlüsse. Der Typ-C Anschluss vom U55 fällt weg.

Seitlich befinden sich Lufteinlässe mit Staubfilter, durch welche der Lüfter kühle Luft einzieht. Ausgeblasen wird nach hinten. Auf einen Micro SD Kartenleser verzichtet man beim L55. Auf der Rückseite findet man zwei USB 2.0 Typ-A Anschlüsse an denen man z.B. Maus und Tastatur anschließen kann. Direkt daneben befinden sich übereinander die Ausgänge für HDMI (1.4) und DisplayPort (1.2). Diesen folgen dann zwei weitere USB 3.1 Gen 1 Typ-A Anschlüsse sowie darunter die beiden Gigabit Ethernet Ports, denen je ein Realtek Ethernet Chipsatz zugrunde liegt. Daneben folgt dann noch der DC-In Port in Hohlklinke Ausführung. Auf einen SPDIF Ausgang hat man abermals verzichtet.

​Auf der Unterseite findet man die Befestigungs-Fassung für den Vesa Mount, aber auch die Schrauben die das Gehäuse geschlossen halten. Entfernt man diese, kann man den Deckel einfach abnehmen. Die Halterung für eine 2,5" SSD oder Festplatte befindet sich direkt an dem Deckel. Die Anbindung erfolgt beim Beelink L55 anders als beim U55 nicht mehr mit einem fragilen proprietären Kabel, sondern mit einem Standard SATA Kabel. Nur das Strom Kabel ist nach wie vor proprietär. Darüber hinaus hat man einfachen Zugriff auf das Mainboard und kann hier sowohl den RAM als auch die ab Werk verbaute M.2 SSD austauschen. Das Mainboard selbst lässt sich auch mit wenigen Handgriffen ausbauen, was nützlich sein kann um den Kühler zu reinigen.

Beelink L55
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Intel Core i3-5005U (Broadwell-U 14nm)
Dual Core 2GHz x86_64
GPU:​ ​Intel HD Graphics 5500 (24 Ausführungseinheiten)
1GB Shared vRAM (128MB fest, Rest dynamisch)

Unter macOS bis zu 2GB vRAM
RAM:​​8GB DDR3L 1600MHz SO-DIMM (Single Channel)
1 Slot, aufrüstbar bis 16GB
Speicher:​M.2 SATA3 Slot, ab Werk belegt
Werks SSD: 256GB AZW-256G (2280)
Optional: 512GB
Lesen: 551MB/s | Schreiben: 472MB/s
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2,5" SATA 3 Bay, ab Werk frei
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Micro SD:​Nein
Anschlüsse:​​4x USB 3.1 Gen1 Typ-A
2x USB 2.0 Typ-A
1x HDMI 1.4
1x DisplayPort 1.2
2x Gigabit Ethernet
1x 3,5mm Audio In / Out
1x DC-In
1x SATA3 (On-Board)
1x M.2 2280 SATA3

​Mit dem zur Broadwell-U Generation gehörenden Intel Core i3-5005U steckt im Beelink L55 kein High-End Prozessor. Dennoch bietet der Prozessor gemeinsam mit der Intel HD Graphics 5500 deutlich mehr Leistung als z.B. ein Celeron N4100 oder die Pentium Billig-Chips, welche man aktuell gerne in Mini PCs und TV Boxen auf Windows Basis findet. Vergleichbar ist der Prozessor mit dem Intel Core M3-7Y30. Mal liegt er in Benchmarks vorne, mal etwas zurück. Für den Office Einsatz reicht die Leistung völlig aus. Einfaches Surfen im Netz mit drei bis vier Tabs und Microsoft Office läuft schnell und flüssig. Beim Surfen empfiehlt sich die Nutzung von Edge, da Chrome leider mit der Hardware recht ineffizient umgeht und entsprechend träger ist. Videos (Netflix, YouTube) machen auch in 4k keine Probleme. Die Windows Oberfläche präsentiert sich sehr flüssig, solange die System Last gering ist und man Transparenzeffekt deaktiviert. Erst wenn man viele Programme gleichzeitig geöffnet oder im Browser viele Tabs mit anspruchsvollen Seiten geladen hat, macht sich eine gewisse Trägheit breit. Nutzbar bleibt der Beelink L55 nichts desto trotz. Mühe bereitet dem Mini PC allerdings der "Mission Control"-Abklatsch von Windows 10 mitsamt Multi-Desktop. Die Animationen ruckeln zumindest auf einem 1440p / WQHD Bildschirm sofort, wenn mehrere Fenster präsentiert werden müssen. Das hat uns aber auch nicht sonderlich überrascht, denn das Feature ist unfassbar schlecht programmiert und braucht mehr Ressourcen als nötig wäre. Völlig überfordert ist der Beelink L55 mit anspruchsvolleren 3D Spielen wie z.B. World of Tanks. Kleinere Casual Titel ohne aufwendige Grafik und typische Store Games wie Asphalt Xtreme lassen sich aber halbwegs flüssig spielen.

Ein Tipp: Wer Windows nicht zwingend braucht oder es zumindest in die Sekundärnutzung verbannen kann, der sollte dem Beelink U55 ein anderes Betriebssystem spendieren. Mit zwei getrennten SSDs ist ein Dual Boot Set-Up ohne großen Aufwand möglich. Mit Linux Distributionen wie Ubuntu läuft der Beelink L55 deutlich geschmeidiger. Auch macOS lässt sich installieren und bietet ebenfalls eine deutlich bessere Performance als Windows, ja sogar besser als Ubuntu.

​Nervig ist beim Beelink L55 die zu aggressive Lüftersteuerung. Das Problem bestand auch schon beim U55, ist hier aber noch deutlich extremer. Die Lüfterkurve ist nochmals aggressiver, sodass der Lüfter nun nahezu permanent läuft. Das ist völlig unnötig, da sich die Temperatur im Mittel nur knapp über 50 Grad bewegt und auch unter Volllast selten über 70 Grad steigt. Glücklicherweise wurde das Pfeifen des Lüfters beim L55 abgestellt. Der Lüfter gibt hier nur ein Rauschen von sich, was weniger störend aber nichts desto trotz deutlich hörbar ist. Eine Software Steuerung des Lüfters ist nicht möglich. Im BIOS gibt es zwar Einstellungen für die Lüfterkurve, diese zeigen allerdings keine Änderung am Verhalten. Eine Möglichkeit die also bliebe ist eine Hardware Modifikation. Durch einen eingelöteten Widerstand, könnte man die Drehzahl durch Reduzierung der Spannung verringern.

Prozessor Temperatur

​Die ab Werk verbaute M.2 SSD liefert eine solide Geschwindigkeit und wurde von uns einem ausgiebigen Stresstest unterzogen, welchen sie problemlos überstanden hat. Die SSD bietet allerdings keine funktionierenden SMART Statistiken. Wer darauf Wert legt, sollte sie gegen eine hochwertigere SSD tauschen. Eine 2,5" SSD wurde problemlos erkannt und hat die volle Geschwindigkeit erreicht. Der Arbeitsspeicher lässt sich tauschen bzw. aufrüsten, allerdings ist nur ein RAM Slot vorhanden. Man muss beim Beelink L55 also ohne Dual Channel auskommen.

Die USB Anschlüsse haben im Test einwandfrei funktioniert. Die USB 3 Ports liefern allesamt die volle Geschwindigkeit und genügend Strom für den Betrieb einer externen SSD oder Festplatte ohne zusätzliches Netzteil. Einer der USB 3 Ports auf der Front ist mit einem Blitz gekennzeichnet und soll zum Laden von Endgeräten wie Smartphones nutzbar sein. Gemessen haben wir an diesem Anschluss jedoch keinen höheren Strom als bei den restlichen Ports, sodass dieses Versprechen nicht erfüllt wird.

Der HDMI 1.4 Ausgang unterstützt Bildschirme mit 1600p bei 60Hz sowie 4k mit 30Hz. Wer 4k Bildschirme mit 60Hz nutzen möchte, muss auf den DisplayPort Ausgang zurückgreifen. Es sei allerdings gesagt, dass die GPU mit 4k bei 60Hz überfordert ist und die Usability dann entsprechend eingeschränkt ist. Zudem funktioniert 4k Auflösung nur mit Windows und Linux. Unter macOS ist bei 1600p Schluss. 4k Bildschirme werden mit maximal 1080p angesprochen. Grund dafür sind Beschränkungen im Treiber. Einen Workaround dafür gibt es nicht. Der Betrieb von zwei Bildschirmen ist möglich.

Beelink L55
Software

​Variante: ​Home 64-Bit
Windows Version: ​Windows 10
Bloatware:​Nein
Lizenziert:​Ja
Schadsoftware gefunden​:​Nein
​Kompatibilität:​Windows 10, Linux, macOS

​Auf dem Beelink L55 ist ab Werk Windows 10 Home in der 64-Bit Version vorinstalliert. Nach dem Start begrüßt einen der Einrichtungsassistent und man kann direkt die deutsche Sprache wählen ohne diese manuell installieren zu müssen. Das System ist aktiviert und die Lizenz im UEFI hinterlegt. Eine Neuinstallation ist somit ohne Probleme möglich. Die Hardware wird ohne zusätzliche Treiberinstallation erkannt. Das UEFI ist entsperrt und der Nutzer hat vollen Zugriff auf alle Einstellungen. Wer sich hier nicht auskennt sollte jedoch die Finger davon lassen. Es ist durchaus möglich den Mini PC mit falschen Einstellungen außer Gefecht zu setzen.

Linux hat sich im Test problemlos installieren lassen. Wir haben Ubuntu, OpenSuse und Manjaro getestet. Alle drei Distributionen erkennen die gesamte Hardware ohne Zutun und laufen anstandslos auf dem Beelink L55. Die Installation von macOS ist mithilfe unseres Hackintosh Paketes für den L55 möglich. Bis auf das Intel WLAN Modul funktioniert auch hier die gesamte Hardware. Wer WLAN braucht kann einen macOS kompatiblen WLAN USB Stick nutzen.

Beelink L55
Empfang & Konnektivität

WLAN: ​Intel Dual Band Wireless-AC 3165 (verlötet)
Bluetooth:​ ​Bluetooth 4.0 (Teil des WLAN Moduls, angebunden per USB)
Ethernet:​​2x Realtek 8168 Gigabit Ethernet

​Die beiden Ethernet Anschlüsse liefern wie versprochen Gigabit Geschwindigkeit und lassen sich selbstverständlich parallel nutzen. Damit eignet sich der Beelink L55 sehr gut für Anwendungen im Heimnetz. Natürlich kann der zweite Ethernet Port auch zum Weiterreichen einer Ethernet Verbindung an ein anderes Gerät genutzt werden. Dual Ethernet funktioniert mit allen Betriebssystemen inklusive macOS.

Für die WLAN Verbindung steht ein fest verlöteter AC 3165 Chipsatz von Intel zur Verfügung. Die maximale Verbindungsgeschwindigkeit liegt hier bei 433Mbit/s. Der Empfang ist gut und wir konnten unsere 200Mbit/s Internetanbindung einen Raum neben dem Router auslasten. Auch im unteren Stockwerk wurden noch über 100Mbit/s erreicht. Bluetooth deckt ca. drei Räume ohne Störungen ab.

Speedtest einen Raum neben dem Router

Beelink L55
Sprachqualität & Audio

Codec: ​Realtek ALC269
Internes Mikrofon:​ ​Nein
Weitere Merkmale:​​Ein 3,5mm In / Out Hybrid Anschluss
Digitale Ausgabe via HDMI und DisplayPort oder Bluetooth

​Der Beelink L55 setzt auf den Realtek ALC269 zur Audioausgabe. Am 3,5mm Anschluss haben wir eine solide Audioqualität ermittelt. Getestet wurde mit verschiedenen Kopfhörern und einer großen Sound Anlage. Der Klang war jeweils klar, kraftvoll und zufriedenstellend. Es gab kein Hintergrundrauschen, Brummen oder sonstige Störgeräusche. Der 3,5mm Anschluss lässt sich auch als Line-In oder für ein Mikrofon nutzen. Ein internes Mikrofon oder zusätzliche Audioausgänge bietet der Beelink L55 leider nicht. Wer digitales Audio will, muss auf Bluetooth oder HDMI bzw. DisplayPort zurückgreifen.

Beelink L55 Test
Fazit

​Der Beelink L55 ist ein solider Mini PC für Nutzer und Anwendungsgebiete mit wenig Ansprüchen an die Leistung und kann vor allem wegen des geringen Platzbedarfs, den Aufrüstmöglichkeiten und des niedrigen Stromverbrauchs interessant sein. Gegenüber dem Beelink U55 punktet der Beelink L55 mit mehr USB Typ-A Anschlüssen, Gigabit Ethernet in doppelter Ausführung sowie der Möglichkeit über den DisplayPort Ausgang einen 4k Bildschirm mit 60Hz anzusteuern. Preislich ist der Beelink L55 dabei ziemlich attraktiv und ist ab 260€ zu haben. Der Preis für den U55 ist mittlerweile auf unter 240€ gesunken.

Pro Contra
​+ Schlanker Formfaktor mit guter Verarbeitung ​- Lüfterkurve zu aggressiv
+​ Aufrüstung von RAM und Speicher möglich-​ Single Channel RAM
+​ Ausreichend Leistung für Anwendungsgebiete mit geringen Ansprüchen an die Rechenleistung-​ Kein internes Mikrofon
+​ DisplayPort mit 4k60 Unterstützung-​ Nur ein 3,5mm Ausgang, kein optischer Audioausgang
+​ Zwei Gigabit Ethernet Anschlüsse
+​ WLAN und Bluetooth mit guter Reichweite
+​ Lizenziertes Windows 10
​+ Kompatibel mit anderen Betriebssystemen
​+ Kein Thermal Throttling auch ohne Power Limits
​+ Umfangreiche Anschlussmöglichkeiten
​+ HDMI und DisplayPort Kabel im Lieferumfang enthalten
​+ Kann per Vesa Mount an Bildschirm Rückseite befestigt werden
​+ Internationales Netzteil mit sicherem deutschen Adapter im Lieferumfang
​+ Offenes UEFI / BIOS Menü
​+ Sauberer Klang am 3,5mm Anschluss

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