Qualcomm Snapdragon C: ARM basierte Windows Laptops ab 300 Dollar?

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Nachdem Intel mit der Wildcat Lake Plattform den ersten ernsthaften Versuch unternimmt PC Hersteller dabei zu unterstützen, dem Apple MacBook Neo (derzeit ca. 712€ mit 512GB bei Amazon*) im preiswerten Premium Segment Paroli zu bieten, zieht nun auch Qualcomm nach. Mit der neuen Snapdragon C Plattform will der Chiphersteller ARM-basierte Windows-Notebooks in eine Preisregion bringen, in der bislang kaum ARM-Geräte zu finden waren. Das Ziel: Laptops ab rund 300 Dollar, gedacht für Schüler, Studenten, Familien und einfache Bürotätigkeiten. Im Kern zielt Qualcomm also auf eine Kategorie unterhalb des MacBook Neo ab.

Qualcomms Antwort für das untere Marktsegment

Bislang deckte Qualcomm mit seiner Snapdragon X Serie primär das mittlere und obere Preissegment ab. Snapdragon X Elite, Snapdragon X Plus und der einfachere Snapdragon X richteten sich an Geräte, die in aller Regel 500 bis 700 Dollar und mehr kosten (in Europa entsprechend mehr). Darunter gab es von Qualcomm für Windows-Notebooks nichts. Der Snapdragon C schließt diese Lücke nun nach unten.

Die technische Basis des neuen Chips unterscheidet sich dabei grundlegend von der Snapdragon X Serie. Während letztere auf Qualcomm's selbst entwickelten Oryon-Kernen basiert, setzt der Snapdragon C auf die einfacheren Kryo-Kerne. Diese stammen aus Qualcomms Smartphone-Sparte und sind im Grunde ARM-Standard-Kerne, was die Analogie zum Apple MacBook Neo nahelegt, das ebenfalls einen ursprünglich für das iPhone entwickelten Chip (den A18 Pro) nutzt, wenngleich dieser auf Apple's selbst entwickelte ARM Kerne setzt. Qualcomm geht mit dem Snapdragon C also einen ähnlichen Weg, allerdings in einem deutlich niedrigeren Leistungssegment.

Konkrete technische Daten hat Qualcomm bislang kaum veröffentlicht. Weder die Anzahl der CPU-Kerne, noch der Fertigungsprozess, noch die Leistung der integrierten NPU wurden bisher kommuniziert. Bekannt ist lediglich, dass eine NPU für lokale KI-Aufgaben vorhanden ist und dass die Plattform für lüfterlose Designs ausgelegt ist. Qualcomm bewirbt lange Akkulaufzeiten und eine kühle, leise Nutzung als zentrale Versprechen des Chips, ohne dabei konkrete Stundenwerte zu nennen.

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RAM-Limit mit Folgen

Ein weiteres Detail, das Qualcomm bestätigt hat: Die mit Snapdragon C ausgestatteten Laptops werden in aller Regel mit maximal 8GB Arbeitsspeicher ausgeliefert. Das hat praktische Konsequenzen. Microsofts Copilot+ PC Zertifizierung setzt mindestens 16GB RAM voraus, womit Snapdragon C Geräte aus dieser Kategorie herausfallen. Käufer erhalten zwar eine NPU, können aber nicht mit dem vollen Umfang an Copilot+ Funktionen rechnen. Ob das für die Zielgruppe, die primär surft, streamt und Texte schreibt, eine entscheidende Rolle spielt, ist eine andere Frage.

Dass mehr RAM kaum realistisch ist, hängt auch mit der aktuellen Marktsituation zusammen. Die anhaltende Speicherkrise treibt die Preise für DRAM-Bausteine nach oben. Bereits 8GB Arbeitsspeicher dürfte bei einem Zielpreis von 300 Dollar die Kalkulation belasten, 16GB würden das Gerät spürbar verteuern und den Preispunkt des Segments untergraben. Dennoch sind 8GB gerade für Windows ein Problem, da das Betriebssystem hier spürbar Probleme beim RAM Management bekommt. Beim Konkurrenten von Apple sind zwar auch nur 8GB verbaut, trotz höherer Preise, allerdings kommt macOS bei einfacheren Aufgaben dank besserem RAM Management damit erheblich besser klar.

Erste Geräte zur Computex?

Acer hat als erster Hersteller ein konkretes Gerät auf Basis des Snapdragon C vorgestellt: das Aspire Go 15. Es handelt sich um ein 15,6 Zoll Notebook, das mit bis zu 8GB RAM und bis zu 512GB Speicher konfiguriert wird. An Schnittstellen sind zwei vollwertige USB-C Ports sowie ein HDMI Anschluss vorgesehen, drahtlos unterstützt das Gerät Wi-Fi 6E. Preisangaben oder einen konkreten Erscheinungstermin nannte Acer bislang nicht. Auch HP und Lenovo haben angekündigt, Geräte mit dem neuen Chip zu entwickeln, weitere Details fehlen jedoch. Die Computex in Taipeh dürfte in den kommenden Wochen mehr Klarheit bringen.

Wer erhofft, dass der Snapdragon C ein ARM-basiertes Windows-Pendant zum MacBook Neo hervorbringen wird, wird aller Wahrscheinlichkeit nach enttäuscht. Die Plattform zielt auf ein klar anderes Segment. Bei einem Einstiegspreis von 300 Dollar geht es nicht um ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Paket mit hochwertigem Metallgehäuse und gutem Display, sondern um das absolute Minimum für alltägliche Aufgaben. In gewisser Weise erinnert das an die Netbooks der späten 2000er Jahre, die ebenfalls auf ein breites Publikum mit niedrigem Budget abzielten und dabei in puncto Leistung bewusste Abstriche machten.

Der Snapdragon C ergänzt das bestehende Windows-ARM-Ökosystem damit nach unten, ohne die bestehenden Angebote zu ersetzen oder zu ergänzen. Wer ein ernsthaftes Arbeitsgerät sucht, das mit dem MacBook Neo konkurrieren soll, wird weiterhin zu Geräten mit Snapdragon X oder auch Intel Wildcat Lake greifen müssen. Dort bewegen sich die Preise jedoch in einer anderen Liga und bei vergleichbar ausgestatteten Geräten oft auch oberhalb den Preisen von Apple. In dieser Hinsicht wäre es schön, wenn Qualcomm den Ansatz vom Snapdragon C noch ausweiten würde und auch preiswerte Premium Geräte abdecken würde. Derlei Chips könnte man beispielsweise als "Snapdragon C Plus" vermarkten.

Ob der Snapdragon C tatsächlich zu den beworbenen 300 Dollar in den Handel kommt, bleibt abzuwarten. Die Materialkosten durch die Speicherkrise, der Aufwand für Windows-Zertifizierungen und die Margen der Hersteller könnten dafür sorgen, dass die Mehrzahl der Geräte näher an der 400 Dollar Marke landen wird. Realistische Einstiegspreise und unabhängige Leistungstests werden zeigen, ob die Plattform ihren Versprechen gerecht wird.

Quelle(n): Qualcomm | Acer

 

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Montag, 01. Juni 2026

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