Motorola Edge 70: Unboxing & erster Eindruck

motorola-edge-70 Das Motorola Edge 70 nach dem Auspacken

Motorola hat mit dem Edge 70 im Herbst 2025 ein Smartphone auf den Markt gebracht, das vor allem durch seine außergewöhnlich schlanke Bauweise auffallen soll. Mit nur 5,99mm Dicke und einem Gewicht von 159g positioniert sich das Gerät als Antwort auf Apple's iPhone Air (etwa 900€ bei Amazon*) und Samsung's Galaxy S25 Edge (etwa 1050€ bei Amazon*). Die internationale Variante des chinesischen Moto X70 Air richtet sich an Nutzer, die Wert auf ein schlankes und leichtes Design legen.

Allerdings hat dieser Fokus auf die Bauweise seinen Preis: Zur Markteinführung im November 2025 verlangte Motorola stolze 800€ für das Edge 70, obwohl technisch gesehen ein Mittelklasse-Prozessor zum Einsatz kommt. Der Snapdragon 7 Gen 4 kann nicht mit der Leistung von Oberklasse-Chips mithalten, was das Preis-Leistungs-Verhältnis zum Launch fragwürdig erscheinen ließ, auch wenn es reichlich kostenlose Geschenke dazu gab. Mittlerweile hat sich die Situation aber entspannt: Bei guten Angeboten lässt sich das Smartphone bereits für deutlich unter 500€ finden, was die Sache dann schon interessanter macht, wenngleich Sparfüchsen dabei immer noch die Haare zu Berge stehen werden.

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Technische Ausstattung im Detail

Das Motorola Edge 70 kombiniert (teils gehobene) Mittelklasse-Hardware mit einigen interessanten Features. Das 6,67 Zoll große pOLED-Display löst mit 2.712 x 1.220 Pixeln auf und erreicht eine Spitzenhelligkeit von 4.500 Nits. Die Bildwiederholrate liegt bei 120Hz, die 10-Bit-Farbtiefe ermöglicht die Darstellung von über einer Milliarde Farben. Das Display deckt den DCI-P3-Farbraum vollständig ab und ist Pantone validiert. Geschützt wird es durch Corning Gorilla Glass 7i.

Als Antrieb dient der Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4, ein in 4nm gefertigter Achtkern-Prozessor aus dem Mai 2025 mit einer Prime-Core-Taktrate von 2,8GHz. Zur Seite stehen ihm 12GB LPDDR5X-Arbeitsspeicher und 512GB uMCP12-Speicher, der auf UFS 4.0 basiert. Eine Speichererweiterung per MicroSD ist nicht möglich. Als Betriebssystem läuft Android 16, Motorola verspricht vier große Android-Updates sowie sechs Jahre Sicherheitsupdates.

Trotz der extrem dünnen Bauweise hat Motorola immerhin noch einen 4.800mAh-Akku auf Silizium-Kohlenstoff-Basis (SiC) untergebracht. Das Laden erfolgt über USB-C mit bis zu 68 Watt oder kabellos mit 15 Watt. Motorola gibt die Akkulaufzeit mit bis zu 29 Stunden Videowiedergabe, 10 Stunden Social-Media-Nutzung oder 66 Stunden Musikstreaming an.

Die Kameraausstattung bewegt sich etwas oberhalb der typischen Mittelklasse. Auf der Rückseite arbeitet eine Hauptkamera mit 50 Megapixeln, 2,0µm Ultra-Pixel-Technologie, f/1.8-Blende und optischer Bildstabilisierung. Die zweite Kamera ist ein 50 Megapixel Ultraweitwinkel mit 120 Grad Sichtfeld, 12mm Brennweite, f/2.0-Blende, Autofokus und Makrofunktion. Ergänzt wird das Setup durch einen 3-in-1-Lichtsensor. Die Frontkamera löst ebenfalls mit 50 Megapixeln auf und nutzt 1,28µm Quad-Pixel-Technologie, bietet aber keinen Autofokus. Videoaufnahmen sind in 4K-Auflösung mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde möglich, Zeitlupenaufnahmen in Full HD mit bis zu 240fps.

Bei der Konnektivität bietet das Edge 70 5G im Sub-6-Bereich, WiFi 6E mit Unterstützung für 2,4GHz, 5GHz und 6GHz sowie Bluetooth 6.0. NFC ist vorhanden, als SIM-Optionen stehen eine Nano-SIM und eine eSIM zur Verfügung. Stereo-Lautsprecher mit Dolby Atmos Unterstützung sorgen für den Sound, der Fingerabdrucksensor ist im Display integriert. Das Gehäuse ist nach IP69/IP68 zertifiziert und erfüllt den MIL-STD 810H Standard.

Lieferumfang

Die Verpackung des Motorola Edge 70 kommt in der typischen weißen Motorola-Aufmachung ohne Produktabbildung daher und ist gewohnt kompakt. Der Lieferumfang fällt sparsam aus: Neben dem Smartphone selbst liegen Dokumentation, ein USB-C auf USB-C Kabel (USB 2.0), eine SIM-Nadel und eine transparente Hartplastik-Schutzhülle bei.

Ein Netzteil ist nicht enthalten. Das Smartphone lässt sich zwar mit anderen Netzteilen laden, die volle Leistung von 68 Watt erreicht man aber nur mit Motorolas eigenem TurboPower Charger. Gerade bei der ursprünglich anvisierten Preisklasse von 800€ ist das Fehlen eines Netzteils schon recht dreist.

Motorola Edge 70 Verpackung
Motorola Edge 70 Lieferumfang

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Erste Eindrücke vom Motorola Edge 70

Das Design des Edge 70 hinterlässt einen starken ersten Eindruck. Die Kombination aus extremer Schlankheit und geringem Gewicht ist tatsächlich bemerkenswert. Man hat im ersten Moment fast etwas Angst, das Gerät könnte bei unvorsichtiger Handhabung Schaden nehmen. Diese Sorge ist vielleicht nicht ganz unbegründet: Trotz des Metallrahmens lässt sich das Smartphone recht leicht biegen und quittiert dies auch direkt mit einem deutlichen Knacken aus dem Inneren. Die Gesäßtasche ist also definitiv tabu, wenn man kein Risiko eingehen möchte.

Im Alltag fühlt sich das schlanke Gehäuse aber sehr angenehm an. Durch das geringe Gewicht merkt man das Motorola Edge 70 kaum in der Hosentasche. Die texturierte Silikonrückseite ist sowohl optisch als auch haptisch ansprechend und erinnert etwas an grobes Gewebe. Allerdings führt die dünne Bauweise zu einem sehr ausgeprägten Kamerabuckel, der bei der Nutzung auf dem Tisch für starkes Wackeln sorgt.

Die Performance liegt gefühlt in der guten Mittelklasse. Das System läuft flüssig und reagiert zügig, ein Oberklasse-Feeling stellt sich aber nicht ein. Bei schnellen App-Wechseln kommt es zu kleineren Rucklern, aber auch teils beim Scrollen durch Social Media Feeds. Die ersten Benchmarks unterstreichen das: Mit 1,3 Millionen Punkten im Antutu liegt das Edge 70 deutlich hinter aktuellen Oberklasse-Smartphones und auch einigen Modellen der gehobenen Mittelklasse, die oft deutlich höhere Ergebnisse erzielen. In Relation zum ursprünglichen Preis ist das Motorola Edge 70 eindeutig untermotorisiert, bei aktuellen Marktpreisen unter 500€ wird die Sache aber vertretbarer, wenngleich noch immer nicht optimal.

Hier mal ein Vergleich zwischen dem Snapdragon 7 Gen 4 im Motorola Edge 70 und einem Snapdragon 8 Elite, dem Oberklasse Chip von Qualcomm der vorangehenden Generation, der mittlerweile ebenfalls in Smartphones für unter 500€ zu finden ist. Dies sollte die Diskrepanz zwischen Preis und Leistung verdeutlichen.

Chipsatz: Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
Chipsatz: Qualcomm Snapdragon 8 Elite
Antutu (V11)
Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
1.334.393
-53,1%
Qualcomm Snapdragon 8 Elite
2.843.201
+113,1%
Geekbench Single Core (V6)
Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
1.339
-55,8%
Qualcomm Snapdragon 8 Elite
3.031
+126,4%
Geekbench Multi Core (V6)
Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
4.170
-55,4%
Qualcomm Snapdragon 8 Elite
9.350
+124,2%
Geekbench Compute (V6)
Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
4.785
-74,0%
Qualcomm Snapdragon 8 Elite
18.393
+284,4%
PCMark Work (3.0)
Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
14.270
-29,8%
Qualcomm Snapdragon 8 Elite
20.327
+42,4%
Basemark GPU Medium
Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
11.059
-66,2%
Qualcomm Snapdragon 8 Elite
32.754
+196,2%
3DMark Wild Life Extreme Unlimited
Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
2.053
-67,6%
Qualcomm Snapdragon 8 Elite
6.337
+208,7%
3DMark Steel Nomad Light Unlimited
Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
772
-67,3%
Qualcomm Snapdragon 8 Elite
2.361
+205,8%

Die Software macht abseits der üblichen Bloatware einen guten Eindruck. Android 16 läuft stabil, die angekündigten vier Jahre Android-Updates und sechs Jahre Sicherheitsupdates sind zeitgemäß. Das Display überzeugt mit seiner flachen Bauweise, scharfem Bild und schönen Farben. Die schlanken Bezels tragen zum modernen Erscheinungsbild bei, im Freien ist das Display gut ablesbar. Enttäuschend ist jedoch, dass ein Always-On Display fehlt. Vermutlich verzichtet Motorola wegen des kleinen Akkus darauf.

Mit 4.800mAh fällt der Akku für aktuelle Verhältnisse recht klein aus. Die Laufzeit scheint auf den ersten Eindruck aber in Ordnung zu sein. Nur bei hoher Last geht der Ladestand recht flott runter, allerdings ist das Edge 70 auch kein Gaming-Smartphone, sodass lange Lastsituationen im Alltag eher nicht auftreten werden. Wie sich die Kameranutzung auf die Akkulaufzeit auswirkt, muss sich noch zeigen, dazu stehen erste Tests noch aus.

Ob sich das Motorola Edge 70 für Freunde besonders dünner und leichter Smartphones lohnt, wird sich in den nächsten Tagen im Alltag zeigen. Der ausführliche Test folgt in ein bis zwei Wochen. Bis dahin viel Spaß mit dem Unboxing Video.

Motorola Edge 70 Unboxing

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Samstag, 31. Januar 2026

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