Hardwarenaher Kill Switch in neuen Qualcomm Chips

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Hardwarenaher Kill Switch in neuen Qualcomm Chips

Zufolge einer Studie der Telekom und Lookout wurden 2013 236.500 mobile Geräte gestohlen. Wir wissen alle, dass die teils heiklen Daten auf dem eigenen Smartphone eigentlich niemand anderen etwas angehen. Qualcomm präsentiert jetzt eine neue Funktion, mit der man Diebstähle zwar nicht verhindern, die eigenen Daten aber retten und löschen kann.

Wen würde es kalt lassen, wenn plötzlich das eigene Smartphone fehlen würde. Egal ob es gestohlen wurde oder man es selbst verloren hat, das eigene Smartphone ist mittlerweile mehr als nur ein Telefon. Darauf befinden sich die intimsten Daten und man möchte nicht, dass jemand anderes Zugang dazu bekommt. Um das zu verhindern, gibt es ja bereits auf jeder Plattform eine entsprechende Funktion, um das Gerät zu sperren, es zu lokalisieren oder alle Daten zu löschen. Leider ist diese Funktion nicht besonders sicher, da es viele Wege gibt, um diese Systeme auszuhebeln. Um das in Zukunft zu unterbinden hat Qualcomm jetzt eine neue Technik namens SafeSwitch in deren neuesten SoC Snapdragon 810 integriert. Diese Technik arbeitet sehr Hardware nah und kann so praktisch nicht umgangen werden.

Dazu wird der entsprechende Mechanismus sehr früh nach dem booten des Geräts und bereits vor dem Laden des Betriebssystems aktiviert, sodass der SafeSwitch auf jeden Fall greift, egal ob man das Betriebssystem neu aufsetzt oder sonst eine Anpassung vornimmt. Aus der Ferne kann man dann über das Internet das Gerät lokalisieren, sperren oder resetten. Man soll sogar auf die eigenen Daten zugreifen können und so eine Datenrettung im Notfall immer noch durchführen können. Natürlich bleibt aber das Problem, dass das Smartphone um den Befehl zu empfangen vermutlich mit dem Internet verbunden sein muss. Allgemein ist mir noch nicht ganz klar, wie der Zugriff genau abläuft. Es dürfte nicht all zu schwer sein, die betreffende Verbindung zu unterbinden und so den Schutz unwirksam zu machen. Intelligent wäre es, wenn die Verbindung zum Server nicht über das Internet hergestellt wird, sondern über das Mobilfunknetz. Dann wäre eine Datenrettung aber wohl kaum möglich.

Beim Qualcomm SafeSwitch gilt also wie bei anderen vergleichbaren Plattformen auch, dass man möglichst schnell handeln muss. Ist das Gerät dann einmal gesperrt, ist es für die Dieb quasi wertlos und keiner kann mehr an die eigenen Daten gelangen. Zurück bekommen wird man das Gerät deshalb zwar auch nicht, aber vielleicht gelingt es Qualcomm mit dieser Technik ja, den Diebstahl etwas unattraktiver zu machen. Ich frage mich nur gerade, wie es sich dann bei einem Verkauf des Gerätes verhält. Wenn man den Schutz aktiv lässt, könnte man theoretisch ja das Smartphone später wieder sperren. Diese Fragen werden wahrscheinlich erst geklärt, wenn die ersten Smartphones mit einem Snapdragon 810 auf dem Markt sind und mehr Details zum SafeSwitch bekannt werden. 

Dennoch ist der SafeSwitch von Qualcomm eine sehr gute Sache und es ist sehr sinnvoll, diese Funktion direkt in den Chip zu integrieren. Hoffen wir, dass Qualcomm in Zukunft auch andere Chips mit dieser Technik ausstattet.

Quelle: NEXTPOWERUP

 

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