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Xiaomi Mi Max 3 Testbericht

xiaomi-mi-max3 Xiaomi Mi Max 3

​Das Xiaomi Mi Max 3 ist das bisher größte Phablet von Xiaomi. Mit einer Bildschirmdiagonale von satten 6,9 Zoll ist das Display deutlich größer als beim Mi Max 2. Was die Hardware betrifft ist das Phablet nahezu identisch mit dem Redmi Note 5. Das Mi Max 3 kann man also auch als größere Variante vom Redmi Note 5 ansehen. Doch macht dies das Phablet auch genauso gut? Genau das haben wir uns für euch angesehen und das Mi Max 3 einem ausführlichen Alltagstest unterzogen. In diesem Testbericht erfahrt ihr alles zu den Stärken und Schwächen.

Xiaomi Mi Max 3
Verpackung & Lieferumfang

​Das Phablet wird euch in einer unscheinbaren Box in weißer Farbe mit Hochglanz-Finish geliefert. Auf dieser prangt in großen goldenen Lettern der "Max 3" Schriftzug und oben in der rechten ecke ein kleines orangenes Mi Logo. Zum Lieferumfang des Smartphones gehören:

  • ​1x Xiaomi Mi Max 3
  • 1x Garantiekarte
  • 1x Anleitung
  • 1x SIM Nadel
  • 1x USB Typ-C Kabel
  • 1x Quick Charge 3.0 Netzteil

Xiaomi Mi Max 3
Design & Verarbeitung

​Das Mi Max 3 wirkt auf den ersten Blick wie ein deutlich größeres Redmi Note 5. Das liegt vor allem am identischen Layout der Rückseite mit dem Fingerabdruck Sensor in der oberen Mitte und dem vertikalen Dual-Kamera Modul mit dem LED Blitz zwischen den beiden Kameralinsen. Beim genaueren Hinsehen gibt es aber Unterschiede. Das Mi Max 3 besteht nämlich komplett aus Metall und verzichtet auf Plastikkappen für die Antennen. Stattdessen findet man elegant geschwungene Antennenlinien, welche beim uns vorliegenden schwarzen Modell kaum sichtbar sind. 

Außerdem unterscheidet sich die Gehäuseform ein wenig, denn zu den Seiten läuft das Metall spitz zu, was zu einem "prägnanten" Handgefühl führt. Eine Mischung aus Kantig und abgerundet umschreibt das Gefühl wohl am Besten. Das Mi Max 3 ist kein Handschmeichler, liegt aber auch nicht unangenehm in der Hand. Die Verarbeitung ist Xiaomi-typisch sehr gut und das Smartphone lässt sich nur mit viel Kraft biegen, was aber auch dann nicht sofort zu Schäden oder einer dauerhaften Verformung führt. Eine leichte Schwäche beim schwarzen Modell ist die Anfälligkeit für Abdrücke. Die Rückseite sieht binnen kurzer Zeit recht verschmiert aus und man braucht recht viel Geduld um diese zu entfernen.

Da es sich um ein Phablet handelt, dürft ihr kein handliches Smartphone erwarten. Dennoch ist das Xiaomi Mi Max 3 nicht so groß, wie man es von einem Gerät mit satten 6,9 Zoll Bildschirmdiagonale erwarten würde. Möglich machen dies relativ schlanke Displayränder, wobei im Vergleich zum Vorgänger vor allem der Kinn- und Stirnbereich massiv reduziert wurde. Damit kommt das Phablet auf 176,15 x 87,4 x 7,9mm bei 221g Gewicht. Zum Vergleich: Das Mi Max 2 kam auf 174,5 x 88,6 x 7,57mm sowie 221g Gewicht. Der Größenunterschied ist also sehr gering.

Xiaomi Mi Max 3
Display

​Größe: ​6,9"
Auflösung:​ ​2160 x 1080 (18:9)
Technologie​:​OGS IPS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​​Ja (Gorilla Glass?)
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Ja

​Das große 6,9 Zoll Display, welches sich über nahezu die gesamte Front erstreckt und über abgerundete Ecken verfügt, ist ein echter Blickfang. Ein solch großes Display in einem Smartphone zu haben ist schon eine feine Sache. Man hat einfach mehr Platz, das Ansehen von Videos macht mehr Spaß und auch Spiele kommen viel besser zur Geltung und lassen sich besser steuern. Gleichzeitig ist es aber auch ein Fluch, denn einhändig lässt sich das Smartphone nur schwer bedienen. Zwar gibt es einen Einhand-Modus, doch dieser ist nicht immer praktikabel und das Aktivieren dessen immer ein zusätzlicher Schritt, den man in Kauf nehmen muss.

Was die Qualität betrifft, gibt es am Display nicht wirklich etwas auszusetzen. Für den Preis geht das, was Xiaomi hier verbaut völlig in Ordnung. Der Kontrast und die Schwarzwerte könnten sicherlich noch etwas besser sein, doch abseits davon passt die Darstellung voll und ganz. Die Farbwiedergabe stimmt und an der Schärfe gibt es trotz der Größe absolut gar nichts auszusetzen. Man muss schon sehr genau hinsehen, um einzelne Pixel ansatzweise erkennen zu können.

Mit einer Helligkeit von 520 Nits erreicht das Mi Max 3 eine absolut ausreichende Helligkeit für die Nutzung im Freien. Lediglich bei Nutzung der Kamera wünscht man sich in manchen Situationen noch eine Spur mehr Helligkeit oder Kontrast. Spiegelungen machen das Erkennen dunklerer Motive in der Vorschau oftmals unnötig schwer. Normalen Inhalt wie Text oder eine Karte in Google Maps kann man aber immer einwandfrei erkennen. Bei Nacht kann man die Beleuchtung so weit herabsetzen, dass man fast gar nichts mehr sieht, was bei völliger Dunkelheit sehr angenehm und schonend für die Augen ist.

Der 10-Punkt Touchscreen reagiert zuverlässig auf Eingaben und hat so gut wie keine Eingabeverzögerung. Eine leichte Schwäche gibt es aber bei der Genauigkeit. Obwohl die Tastatur durch die Displaygröße relativ groß dargestellt wird, kommt es beim sehr schnellen Schreiben zu vergleichsweise vielen Fehlern. Besonders häufig kommt es vor, dass beim Tippen auf der unteren Buchstabenreihe die Leertaste oder der Punkt betätigt wird. Nach mittlerweile einer Woche täglicher Nutzung können wir mit Sicherheit sagen, dass dies kein Ding der Umgewöhnung ist, sondern tatsächlich am Touchscreen liegt. Schreibt man etwas langsamer, verschwinden diese Fehleingaben vollständig.

Das verwendete Displayglas hat sich bisher als kratzfest erwiesen. Ob auch beim Mi Max 3 wie beim Vorgänger Gorilla Glass zum Einsatz kommt, können wir nicht sagen. Xiaomi macht hierzu leider keine Angaben. Bisher findet man aber nicht einmal feine Kratzer. Zudem ist das Glas angenehm gleitfähig und Abdrücke lassen sich erst nach einiger Zeit nieder und sind stets einfach zu entfernen.

Xiaomi Mi Max 3
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Qualcomm Snapdragon 636 (14nm)
4x Kryo 260 LP @1,6GHz
4x Kryo 260 HP @1,8GHz
GPU:​ ​Adreno 512
RAM (Geschwindigkeit):​4GB / 6GB LPDDR4X (6,65GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​64GB / 128GB eMMC 5.1 (272 / 193MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​Ja, Hybrid Slot (78 / 25MB/s)
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Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Rückseite)
​Sensoren:​Accelerometer, Magnetometer, Gyroscope, Proximity, Light, Gravity, Linear Acceleration, Rotation Vector, Step Detector, Step Counter, Significant Motion, Orientation, Tilt, Pick-Up, Persistent Motion
Besonderheiten:​​Benachrichtigungs LED (weiß), Infrarot Blaster, Kopfhörer Anschluss
Abmessungen / Gewicht:​​176,15 x 87,4 x 7,9mm
221g

​Über den Snapdragon 636 muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Der Chip ist ein heruntergetakteter Snapdragon 660 und bietet entsprechend viel Leistung. Die Performance macht dementsprechend verglichen mit dem Snapdragon 625 des Vorgängers einen großen Schritt nach vorne, den man in allen Anwendungen und insbesondere in Spielen deutlich zu spüren bekommt. Bis auf ein gelegentliches leichtes Stottern bei den Animationen der Gestensteuerung läuft das Mi Max 3 butterweich und reagiert umgehend auf Eingaben. Anspruchsvolle Spiele lassen sich flüssig spielen, wobei man bei den aktuellsten Titeln wie PUBG, World of Tanks oder Asphalt 9 die Einstellungen etwas reduzieren sollte, wenn man empfindlich auf gelegentliche übersprungene Frames reagiert.

Die 4GB RAM im Basis Modell dürften für die meisten Anwender völlig ausreichen. 10 Apps im Hintergrund ohne erneutes Laden bereit zu halten ist kein Problem, selbst wenn ein pausiertes Spiel dabei ist. Wer sich trotzdem sorgen deswegen macht, kann natürlich zur 128GB Variante greifen, bei der man gleich 6GB RAM erhält. Der RAM hat im Benchmark einen vergleichsweise schlechten Durchsatz erreicht. Das gelegentliche Stottern in den Animationen könnte damit zusammenhängen. Ansonsten macht sich das im Alltag aber nicht bemerkbar.

Eure Daten finden in einem 64GB eMMC 5.1 Speicher Platz - oder eben 128GB. Die Datenraten überzeugen. Die Erweiterung per Micro SD Karte ist ebenfalls möglich. Dabei geht allerdings ein SIM Slot verloren. Zudem solltet ihr bei der Speicherwahl bedenken, dass man unter MIUI mit Bordmitteln keine Apps auf die SD Karte auslagern kann. Nutzer die viel Speicher brauchen, sollten also gleich zum 128GB Modell greifen.

Bei den Sensoren hat Xiaomi wie üblich nicht gespart und rüstet das Mi Max 3 mit einer umfangreichen Sensor-Auswahl aus. Mit dabei sind auch ein Gyroskop und ein Kompass. Am Anfang hat der Kompass bei uns Probleme gemacht, was sich allerdings nach einer Kalibrierung dauerhaft gelegt hat.

Zum Entsperren könnt ihr entweder Face Unlock oder den Fingerabdruck Sensor auf der Rückseite des Phablets nutzen. Der Fingerabdruck Sensor arbeitet Xiaomi-typisch pfeilschnell und extrem zuverlässig. Dennoch gibt es Kritik, denn die Platzierung ist wirklich schlecht gewählt. Selbst mit sehr großen Händen hat man Schwierigkeiten den Sensor ohne Umgreifen zu erreichen. Xiaomi hätte besser daran getan, den Sensor weiter unten zu platzieren oder ihn in den Rahmen des Smartphones zu verfrachten.

Das Entsperren per Gesichtserkennung funktioniert sehr gut, schnell und zuverlässig. Bedenkt aber, dass die rein Kamera-basierte Erkennung nicht sonderlich sicher ist. Mit Fotos konnten wir Face Unlock zwar nicht überlisten, doch im Netz findet man immer wieder Berichte darüber, dass sich die Technik bei Xiaomi Geräten mit Zwillingen oder teils auch Geschwistern austricksen lässt. Ein kleiner Kritikpunkt ist, dass Xiaomi bei nahezu völliger Dunkelheit das Display nicht hell aufleuchten lässt. Hier versagt Face Unlock dann meistens und man muss per Fingerabdruck entsperren.

Auf eine Benachrichtigungs-LED muss man beim Mi Max 3 nicht verzichten. Diese versteckt sich über dem Display auf der linken Seite. Wie bei allen aktuellen Xiaomi Smartphones, leuchtet die LED jedoch nur in weiß auf. Man kann also nicht zwischen verschiedenen Arten von Benachrichtigungen unterscheiden. Der USB Anschluss des Phablets befindet sich auf der Unterseite und nutzt den Typ-C Standard mit USB 2.0. OTG wird unterstützt.

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Xiaomi Mi Max 3
Software

​Variante: ​MIUI
​Android Version: ​Android 8.1 Oreo
Sicherheitspatch im Test: 1. Juli 2018
Google zertifiziert:​Nein
DRM Technologien:​ClearKey CDM, Widevine Level 3
Bloatware​:​Ja (deinstallierbar)
Root Zugriff:​​Optional (Developer ROM)
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

​Zum Zeitpunkt unseres Tests wurde das Xiaomi Mi Max 3 mit MIUI 9.6 China Stable ausgeliefert. Eine offizielle Global ROM (Shop ROMs sind nicht offiziell!) gibt es derzeit noch nicht, soll allerdings bald folgen. Um ein Gerät mit China ROM später auf die Global ROM umflashen zu können oder eine von der Community übersetzte Firmware (z.B. Xiaomi.eu) aufzuspielen, muss man den Bootloader des Xiaomi Mi Max 3 entsperren. Wer mit der China ROM zufrieden ist (nur Englisch!), muss vor der Nutzung des Smartphones noch den Google Play Store installieren. Wie das geht, haben wir euch hier erklärt. Nachtrag: Mittlerweile gibt es eine offizielle Global ROM von Xiaomi.

Die China Firmware kommt mit reichlich Bloatware daher, welche sich aber bis auf wenige Xiaomi-eigene Apps komplett deinstallieren lässt. Schadsoftware konnten diverse Virenscanner auf dem Mi Max 3 nicht ausmachen. Updates bekommt das System regelmäßig, in der Developer Version sogar einmal die Woche. Die Stable ROM hat in etwas mehr als einer Woche drei Updates erhalten: Einmal nach dem Auspacken, einmal nach vier Tagen und dann noch einmal kurz vor Ende unserer Tests.

Kritisch sehen wir beim Xiaomi Mi Max 3 das Fehlen von Widevine Level 1 Unterstützung. Stattdessen gibt es nur Widevine Level 3, was kein HD in Netflix oder Amazon Prime Video ermöglicht. Während man bei kleineren Geräten gut damit leben kann, dürfte dieser Umstand bei einem Phablet schon mehr Leute stören, da man dort einen deutlicheren Unterschied in der Qualität bemerkt. Auf eine Google Zertifizierung muss man bis zur Verfügbarkeit einer Global ROM warten.

Xiaomi Mi Max 3
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​2G GSM: B2/B3/B5/B8
CDMA 1X/EVDO: BC0
3G WCDMA: B1/B2/B5/B8
3G TD-SCDMA: B34/B39
TDD-LTE: B34/B38/B39/B40/B41
FDD-LTE: B1/B3/B4/B5/B7/B8/B20
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n/ac
Bluetooth:​​Bluetooth 5.0
NFC:​​Nein
HotKnot:​​Nein
Dual-SIM:​​Ja (Dual Nano SIM)
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Beim Empfang macht sich die Größe des Smartphones positiv bemerkbar. Das Mi Max 3 erreicht nahezu im gesamten Gebäude eine stabile 3G Verbindung, was am Standort durch den schlechten Ausbau nur wenige Geräte schaffen. Im Vergleich bewegt sich das Phablet was die Signalstärke im Mobilfunk betrifft damit am oberen Ende der Skala. Nutzer, die sich oft in signalschwachen Gegenden aufhalten, treffen also eine gute Wahl. Im ICE auf der Strecke Nürnberg - Erfurt war mit dem Mi Max 3 im O2 Netz eine nahezu unterbrechungsfreie LTE Verbindung gewährleistet (getestet mit Full HD Videostreaming). Band 20 LTE wird übrigens unterstützt. Globale Frequenzabdeckung gibt es allerdings nicht. In den USA kann es z.B. bei einigen Netzbetreibern Probleme geben.

Dazu gesellt sich ein AC-WLAN Modul, allerdings ohne 2x2 MIMO. Theoretisch sind also maximal 433Mbps Durchsatz möglich. Im Test konnten wir eine 200Mbit Internetleitung problemlos auslasten. Auffällig ist auch hier eine exzellente Empfangsleistung. Selbst im Stockwerk unter dem Router brach der Durchsatz von 200Mbps nur auf 101Mbps ein und die 5GHz Verbindung blieb bestehen. Das schaffen nur wenige Geräte. Die meisten Smartphones schaffen hier nur um die 40Mbps. Nicht anders sieht es beim Bluetooth aus. Das Mi Max 3 deckt problemlos ein Stockwerk ab und auch in den Stockwerken darunter und darüber ist an manchen Stellen noch eine störungsfreie Verbindung möglich.

Der erste GPS Fix kam blitzschnell zustande und versprach dank sehr guter Signalstärke eine exzellente Performance im Alltag. Diese Erwartung hat das Mi Max 3 dann auch erfüllen können. Egal ob GPS Tracking oder Navigation, es gibt hier keine Abweichungen oder Aussetzer. Auch innerstädtisch oder in der Hosentasche ist das Signal stark genug um für eine genaue Positionierung zu sorgen.

Xiaomi Mi Max 3
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Stereo
Noise Cancelling Mikrofon:​ ​Ja
Dedizierter Audio DAC:​​Nein
Dedizierter Verstärker:​​Nein

​Nachdem Xiaomi beim Mi 8 die Stereo Lautsprecher gestrichen hat und beim Mi Max 3 Launch kein Wort über das Feature verloren hat, haben wir befürchtet, dass das Mi Max 3 wieder mit einem Mono Lautsprecher ausgestattet wird. Das hat sich allerdings nicht bewahrheitet. Wie schon der Vorgänger, nutzt das Mi Max 3 seinen Telefonhörer um Stereo Sound zu erzeugen. Das funktioniert allerdings auch hier wieder nur eingeschränkt. Der Lautsprecher in der Ohrmuschel ist deutlich schwächer als der Lautsprecher im Rahmen, sodass der Stereo Klang nicht immer gut zur Geltung kommt. Dennoch wird die Qualität des Klangs dadurch verbessert und erfreut mit einer recht guten Dynamik und allgemein angenehmem Klangbild. Nebenbei Musik hören, YouTube Videos ansehen oder mal bequem im Bett einen Film via Netflix streamen, ist mit dem Mi Max 3 auch ohne Kopfhörer absolut kein Problem. Für die Preisklasse gibt es am Ton also nichts auszusetzen.

Einen dicken Pluspunkt bekommt Xiaomi für den 3,5mm Anschluss. Dieser wird ja für gewöhnlich bei Geräten mit Typ-C Anschluss gestrichen - nicht jedoch hier. Der Ausgang liefert einen lauten, klaren und satten Sound ohne Störgeräusche. Über den System Equalizer von MIUI und den Mi Sound Enhancer kann man den Ton an die eigenen Vorlieben anpassen oder Xiaomi Kopfhörer mit entsprechenden Presets aufwerten.

Beim Telefonieren hat das Mi Max 3 positiv überrascht. Die Ohrmuschel liefert eine ausreichende Lautstärke und klingt sehr klar und natürlich. Der typische Telefon-Sound bleibt weitestgehend aus, solange man nicht im 2G Netz Telefoniert. Doch auch hier ist die Qualität noch überraschend gut. Das aktive Noise Cancelling funktioniert ebenfalls wunderbar. Im Bahnhof und in der Fußgängerzone war eine problemlose Kommunikation gewährleistet und auch Windgeräusche werden recht gut ausgefiltert.

Xiaomi Mi Max 3
Kamera

​Hauptkamera: 12MP Samsung S5K2L7 ​f/1.9 + 5MP Samsung S5K5E8
Videos: 4k (30fps), 1080p (30fps), 1080p (60fps)
​Frontkamera: 8MP Samsung S5K4H7 ​f/2.0
Videos: 1080p (60fps)
​Blitz:​Dual LED
​Fokus:​Dual PD (Hauptkamera)
​Slow Motion:​120fps @ 720p

Im Xiaomi Mi Max 3 steckt exakt dieselbe Kamera wie auch im Redmi Note 5. Ein paar Unterschiede in der Qualität der Bilder gibt es allerdings trotzdem. Diese sind leider nicht gänzlich positiv, doch der Reihe nach. Generell steckt im Mi Max 3 alles andere als eine schlechte Kamera. Farblich wirken die Bilder ziemlich realistisch, was bei ziemlich allen Lichtverhältnissen so bleibt. Bei Tag kann man mit dem Mi Max 3 wirklich schöne Bilder schießen. Schade ist nur, dass es etwas an Konsistenz mangelt. Hin und wieder mangelt es den Aufnahmen etwas an Schärfe und Details, was dazu führt, dass die Aufnahmen matschig wirken. Interessant ist dabei, dass man keine Ursache dafür ausmachen kann. Der Effekt wirkt völlig willkürlich und dürfte somit Software-bedingt sein. Ob man von diesem Defizit etwas merkt, hängt allerdings auch stark vom Bildschirm ab. Auf sehr großen Bildschirmen mit hoher Auflösung (TV) oder beim Einzoomen fällt der Effekt schneller auf als auf kleinen Bildschirmen bzw. ohne Einzoomen.

​Ziemlich angetan hat es uns der Dynamikumfang der Hauptkamera. Man darf nicht vergessen, dass es sich hier um eine Mittelklasse Kamera handelt. Dennoch kommt sie mit schwierigen Lichtsituationen und starken Unterschieden zwischen Hell und Dunkel auch ohne HDR verdammt gut klar.

​Trotzdem ist der HDR Modus nicht sinnlos. Hier kann man noch etwas mehr aus den Fotos herausholen und Bilder mit einem dramatischen Look erzielen. Die Kamera ist bei ausreichend Licht im HDR Modus nicht anfällig für Wackler. Nur bei sehr wenig Licht muss man zwingend ein Stativ nutzen.

​Der Bokeh Modus funktioniert trotz des mit nur 5MP auflösenden zweiten Kamerasensors überraschend gut. Bei komplexen Objekten kann es mit der Kantenerkennung Probleme geben, doch insgesamt ist der Bokeh bzw. Portrait Modus gut zu gebrauchen und funktioniert auch bei relativ wenig Licht noch erstaunlich gut. Was die Qualität des Effektes angeht dürft ihr aber keine zu hohen Ansprüche haben. Die schicken Lichtkreise bleiben zum Beispiel fast immer vollständig aus, sodass der Bokeh Effekt eher wie ein Weichzeichner wirkt.

Bei wenig Licht erweist sich die Kamera bis zu einem gewissen Punkt als sehr lichtstark und macht erstaunlich gute Bilder, welche deutlich heller aussehen, als es in der Realität war.

​Sobald jedoch der "gewisse Punkt" überschritten ist, geht es dann rapide bergab. In einer recht dunklen Kirche erhält man nur noch sehr gemischte Resultate die freihändig teils stark verwackelt sind. Bei Verzicht auf HDR bekommt man weniger verwackelte Bilder, muss aber mit dunkleren Fotos und mehr Bildrauschen leben.

​Fotos mit Langzeitbelichtung sind im manuellen Modus mit Stativ möglich. Die Kamera fängt dabei aber deutlich weniger Licht ein wie viele High-End Smartphones. Ihr dürft also bei 32 Sekunden Belichtungszeit keine taghellen Fotos mit sichtbaren Sternen erwarten. Selbst mit Langzeitbelichtung mangelt es den Fotos ein wenig an Details und man sieht ein deutliches Bildrauschen. Das bedeutet aber nicht, dass die Bilder unbrauchbar sind. In vielen Situationen erlaubt das Mi Max 3 bei Nacht und mit Langzeitbelichtung durchaus hübsche Fotos zu schießen. Es gibt halt keine Geling-Garantie. Mal klappt es, mal ist das Ergebnis unbrauchbar - probieren geht über Studieren.

​Fotos mit Blitz gelingen gut, solange man sich nicht zu weit vom anvisierten Objekt entfernt befindet. Das Auslösen geht extrem schnell vonstatten, was Wackler vermeidet. Das Resultat sind scharfe Bilder. Der Rauschanteil bewegt sich bei korrektem Abstand gegen Null. Farben bleichen nicht aus.

Die Selfie Kamera im Mi Max 3 ist nicht perfekt, wohl aber für die Preisklasse völlig in Ordnung. Wer keine höchsten Ansprüche an eine Selfie Kamera stellt, dürfte hier zufrieden sein. Das gilt vor allem auch deshalb, weil die Kamera selbst mit sehr wenig Licht noch recht helle und brauchbare Fotos macht. Ja, man sieht die Rauschunterdrückung, die Fotos sind aber weit entfernt von "unbrauchbar". Selfies können übrigens noch mit einem rein Software-basierten Bokeh Effekt aufgewertet werden. Das funktioniert meistens ziemlich gut und lässt mal wieder die Frage aufkeimen, warum gewisse andere Hersteller ständig Fake Dual Kameras verbauen, wenn der Portrait Modus auch rein per Software gut funktionieren könnte.

Neben 4k Videos mit 30fps, kann die Hauptkamera auch Full HD Aufnahmen mit 60fps aufzeichnen. Das Mi Max 3 ist das erste Xiaomi Smartphone, was Unterstützung dafür bietet. In 4k aufgezeichnete Videos sehen relativ gut aus. Auffallend ist ein recht hoher Artefakt-Anteil. Der zur Verfügung gestellte digitale Bildstabilisator hat kaum eine Auswirkung (Open Camera kann das besser). Mit der Frontkamera aufgezeichnete Videos sehen gut aus.

Was die Audioqualität der Videos betrifft, ist diese für Xiaomi-Verhältnise auf einem guten NIveau. Der oft vorhandene Unterwasser-Effekt ist hier nie aufgetreten. Generell könnte die Audiospur aber etwas lauter sein. Zudem hat das Noise Cancelling Probleme mit Hall. Befindet man sich in einem Raum mit Hall, kann es passieren, dass die Stereo-Audiospuren asynchron laufen. In unserem Test kam das aber nur ein einziges Mal vor.

Xiaomi Mi Max 3
Akku

​Kapazität (Angabe): ​5.500mAh (typ) / 5.400mAh (min)
​Kapazität (Gemessen): ​5.200mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​​Ja (Quick Charge 3.0 18W)

​Das Xiaomi Mi Max 3 bringt mit 5.500mAh einen recht großen Akku mit, der den Nutzer mühelos durch den Tag bringt. Tatsächlich reicht eine Ladung auch bei intensiver Nutzung für mehr als einen Tag. Zwei Tage sind im Schnitt eine realistische Laufzeit. Im Vergleich mit dem Mi Max 2 ist die maximal erreichbare Screen-On Zeit allerdings um zwei Stunden gesunken. Aufgeladen wird der Akku mit Quick Charge 3.0. Für eine Ladung von 20% auf 100% nimmt das Phablet etwas mehr als zwei Stunden in Anspruch. 60% werden in einer Stunde geladen.

Xiaomi Mi Max 3
Fazit

​Das Xiaomi Mi Max 3 ist wieder ein gelungenes Mittelklasse Phablet von Xiaomi, welches alles bietet, was man für den Alltag braucht. Für den Preis macht das Mi Max 3 nichts grundlegend falsch. Berücksichtigt man den langen Software Support, erhält man hier ein wirklich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer kein 6,9 Zoll Display braucht, greift zum Redmi Note 5. Wer schon das Mi Max 2 besitzt, sollte das Upgrade auf das Mi Max 3 wagen. Ihr bekommt damit nicht nur eine bessere Kamera, sondern auch mehr Leistung und Band 20 LTE. Gerade letzteres ist heutzutage sehr wichtig geworden und rechtfertigt für sich schon einen Wechsel. Der Touchscreen wird nur Nutzer stören, welche extrem schnell tippen. Hier besteht aber die Chance, dass Xiaomi die Genauigkeit noch mit einem Software Update verbessern kann. Hier scheint es sich wirklich um ein reines Firmware Problem zu handeln.

Pro Contra
​+ Gute Verarbeitung, stabiles Gehäuse ​- Rückseite anfällig für Fingerabdrücke (schwarzes Modell)
+​​ Gutes Display-​​ Leichte Schwächen beim Touchscreen (sehr schnelles Tippen)
+​​ Kratzfestes Displayglas- Schlecht positionierter Fingerabdruck Sensor
+​​ Gute Performance

+​​ Ausreichend Speicher und Micro SD Slot

+​​ MIUI mit Updates über viele Jahre

+​​ Exzellenter Empfang
​+ Guter Klang & gute Sprachqualität
​+ Kopfhörer Anschluss
​+ Gute Akkulaufzeit
​+ Ordentliche Kamera

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Kommentare 6

Gäste - Greddy am Mittwoch, 08. August 2018 18:54
Preis/Leistung wie immer TOP

Preis/Leistung ist beim Max3 einfach TOP wie es bei vielen Xiaomis ist. Ein Vergleich mit dem Honor Note 10 ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen.
Das Honor hat einen deutlich besseren Sound, ein HDR-Display und eine bessere Kamera, das Ding kostet aber auch das doppelte! Dafür darf es auch besser sein.
Ich habe seit 10 Monaten das Max2, davor Max1, ein sehr gutes Handy, war mit meinen letzten 33 Smartphones nicht so zufrieden wie mit dem Max2. Was ich nicht
verstehen kann ist die meisten Xiaomis kein NFC haben, das wäre der einzige Grund das Honor zu kaufen. Aber ich mag diese Huawei-CPU nicht und eine Glas-Rückwand mag ich auch nicht. Also doch Max3 kaufen und auf NFC verzichten ?

Preis/Leistung ist beim Max3 einfach TOP wie es bei vielen Xiaomis ist. Ein Vergleich mit dem Honor Note 10 ist wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Das Honor hat einen deutlich besseren Sound, ein HDR-Display und eine bessere Kamera, das Ding kostet aber auch das doppelte! Dafür darf es auch besser sein. Ich habe seit 10 Monaten das Max2, davor Max1, ein sehr gutes Handy, war mit meinen letzten 33 Smartphones nicht so zufrieden wie mit dem Max2. Was ich nicht verstehen kann ist die meisten Xiaomis kein NFC haben, das wäre der einzige Grund das Honor zu kaufen. Aber ich mag diese Huawei-CPU nicht und eine Glas-Rückwand mag ich auch nicht. Also doch Max3 kaufen und auf NFC verzichten ?
Gäste - Enzio am Mittwoch, 08. August 2018 18:31
Interessant

Diese ab und an matschigen Fotos hab ich auch auf dem Note 5. Einen Grund kann ich da auch nicht erkennen, es tritt absolut willkürlich auf. So aller 50 Bilder ungefähr. Stört nicht, aber die Software scheint da beim Max und dem Note wirklich gleich zu sein.

Diese ab und an matschigen Fotos hab ich auch auf dem Note 5. Einen Grund kann ich da auch nicht erkennen, es tritt absolut willkürlich auf. So aller 50 Bilder ungefähr. Stört nicht, aber die Software scheint da beim Max und dem Note wirklich gleich zu sein. ;)
Christopher am Mittwoch, 08. August 2018 18:39

Ist ja auch im Kern das gleiche Smartphone.

Ist ja auch im Kern das gleiche Smartphone.
Gäste - Jürgen Wolf am Mittwoch, 08. August 2018 00:15
SD speicher

Bitte Mal checken, konnte auf redmi Note 3+4
Daten übertragen.den weg muss du Mal googeln.

Bitte Mal checken, konnte auf redmi Note 3+4 Daten übertragen.den weg muss du Mal googeln.
Gäste - markus2015 am Dienstag, 07. August 2018 21:53
ISO Werte

Schaut mal auf Eure ISO Werte am helllichten Tage bei manchen Bildern. Daher kommt die Inkonsistenz. Beim RN5 sind die auch immer hochgeschnellt bis auf 250. ISO bei
merklicher Detailreduzierung

Schaut mal auf Eure ISO Werte am helllichten Tage bei manchen Bildern. Daher kommt die Inkonsistenz. Beim RN5 sind die auch immer hochgeschnellt bis auf 250. ISO bei merklicher Detailreduzierung
Mein am Dienstag, 07. August 2018 18:53

Hallo,
wäre nett ein Vergleich mit Huawei Honor Note 10 zu machen?

Hallo, wäre nett ein Vergleich mit Huawei Honor Note 10 zu machen?
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