Vorke V8

vorke-v8 Der Vorke V8 im Test

​Mini PCs aus China sind traditionell eher leistungsschwach, da sie auf einen möglichst geringen Preis abzielen. Hier und da gibt es allerdings auch Ausnahmen und mit dem Vorke V8 haben wir einen ziemlich leistungsfähigen Mini PC getestet, welcher durchaus eine Alternative zu einem Mac Mini oder Intel NUC sein kann. Der Vorke V8 ist mit Coffee Lake Prozessoren ausgestattet, wobei man zwischen Modellen mit Intel Core i5-8300H, Core i7-8750H und sogar Core i9-8950HK wählen kann. Wir haben uns für den Test für den V8 mit i7-8750H Prozessor entschieden. Dieser verfügt über 6 Kerne und 12 Threads und kann mit bis zu 4,1GHz takten. Derzeit kostet der Mini PC in dieser Ausstattung rund 450€.

Vorke V8
Verpackung & Lieferumfang

​Der Vorke V8 wird euch in einer großen, würfelförmigen Box mit einfacher Gestaltung geliefert. Im Inneren findet man den Mini PC gut geschützt in einer Kunststofftüte mit zusätzlichen Schaumstoff-Blöcken zur Fixierung. Darüber hinaus bekommt ihr ein 100 Watt Netzteil, einen Vesa Adapter zur Befestigung an der Bildschirmrückseite inklusive Schrauben, Montage-Material für eine 2,5" SSD oder Festplatte und eine Kurzanleitung. Das Netzteil wird leider ohne Deutsches Netzkabel geliefert. Stellt also sicher, dass ihr einen passenden Adapter oder ein passendes Kaltgerätekabel mit "Mickymaus" Stecker (aka C6) habt. Das Netzteil selbst kann im übrigen bedenkenlos genutzt werden. Selbst unter Volllast erwärmt es sich kaum und gibt auch keinerlei Geräusche von sich.

Vorke V8
Design & Verarbeitung

​Bedenkt man, dass der Vorke V8 nicht als Barebone System ausgeliefert wird und neben dem recht teuren Prozessor somit auch RAM und SSD im Lieferumfang enthalten sind, so ist der Preis von rund 450€ (im Angebot teils weniger) ziemlich fair. Dennoch hat der Hersteller nicht am Gehäuse bzw. Design gespart, denn der kleine Rechner besteht vollständig aus dickem Metall. Damit kommt er zwar auf ein stattliches Gewicht von satten 930g (inkl. zwei NVMe SSDs), fühlt sich aber toll an und sieht auch klasse aus. Der obere Metalldeckel hat geschliffene Fasen, welche silbern glänzen. Der Rest des Metalls ist mattschwarz lackiert. Auf der Oberseite befindet sich ein rundes Metallgitter, durch welches der CPU Lüfter Frischluft ansaugt. Weitere Öffnungen finden an der Seite jeweils über und unter dem Rahmen zwischen den Metallplatten, welche den Rechner oben und unten abdecken. Somit ist für ausreichend Frischluft gesorgt. Mit seinen Abmessungen von 133,6 x 143,4 x 63,2mm benötigt der Vorke V8 weniger Fläche als ein Mac Mini von Apple, jedoch etwas mehr als die kleinen Intel NUC Würfel. Der Mini PC kann entweder liegend oder stehend betrieben werden. Hierfür findet man jeweils an auf der linken Seite und der Unterseite vier Gummifüße.

​Was die Zugänglichkeit des Innenlebens betrifft, macht es der Vorke V8 dem Nutzer leider unnötig schwer. Für die untere Bodenplatte setzt man auf normale Kreuzschlitz-Schrauben, welcher allerdings unter den Gummifüßen versteckt sind. Diese muss man also abziehen um an die Schrauben zu gelangen. Macht man dies öfter, muss man sich früher oder später neue Füße besorgen, da diese nicht gesteckt sondern angeklebt werden. Die obere Metallplatte dagegen wird mit vier Inbus-Schrauben verschlossen. Immerhin: Hat man die Platten einmal entfernt, kommt man ohne Probleme an das Mainboard und alle Steckplätze und kann den Vorke V8 im Handumdrehen komplett demontieren.

Vorke V8
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Intel Core i7-8750H (14nm, Coffee Lake)
- 6 Kerne (12 Threads)
- Basis Takt: 2,2GHz
- Turbo Boost: 4,1GHz
GPU:​ ​Intel UHD Graphic 630
- Basis Takt: 350MHz
- Boost Takt: 1,1GHz
- H.264 / H.265 (HEVC) Decoding & Encoding
RAM:​​Zwei DIMM Slots, ab Werk ein Slot belegt
- 8GB Samsung DDR4 2133MHz RAM
- Maximaler RAM Takt: 2666MHz
​1. M.2 Slot:​2280 NVMe SSDs (PCIe x4)
- Ab Werk belegt
- Samsung MZVLV128 128GB NVMe SSD
- Lesen: 984MB/s | Schreiben: 157MB/s
​2. M.2 Slot:​2280 NVMe (PCIe x4) oder SATA SSDs
- Ab Werk frei
​M.2 NGFF E+A Key:​Ab Werk mit WLAN / Bluetooth Karte belegt
WLAN Karte kann mit beliebiger Half-Size Karte ersetzt werden
​SATA Bay:Beliebige 2,5" Festplatte oder SSD​
- Ab Werk frei
​Anschlüsse:​4x USB 3.1 Gen 1
1x USB Typ-C 3.1 Gen 1
1x 3,5mm In/Out
1x Mini DisplayPort
1x HDMI
1x Gigabit Ethernet

Prozessor & Kühlung

​In der kleinsten Ausbaustufe ist der Vorke V8 mit einem Intel Core i5-8300H ausgestattet. Dieser bietet vier CPU Kerne und 8 Threads mit einem Basistakt von 2,3GHz und einem Boost Takt von 4GHz. Die maximale Ausbaustufe kommt mit dem Intel Core i9-8950HK daher, welcher über 6 Kerne mit 12 Threads und einen Basistakt von 2,9GHz sowie einen Boost Takt von 4,8GHz verfügt. Die mittlere und uns für den Test vorliegende Ausbaustufe ist mit einem Intel Core i7-8750H ausgestattet, welcher 6 Kerne und 12 Threads sowie einen Basis Takt von 2,2GHz und einen Boost Takt von 4,1GHz bietet. Egal für welche Ausbaustufe ihr euch entscheidet, es handelt sich hier immer um Notebook Prozessoren.

Der Vorke V8 erreicht in der mittleren Ausbaustufe im Geekbench Test rund 16.800 Punkte im Multi Core Test und 4.600 Punkte im Single Core Test. Dieses Ergebnis bezieht sich auf den Betrieb mit einem RAM Modul und somit den Single Channel Betrieb. Spendiert man dem Vorke V8 ein zweites RAM Modul, sind im Geekbench Multi Core Test Werte von deutlich über 18.000 Punkten, eventuell sogar 19.000 Punkten zu erwarten. Theoretisch könnte der i7-8750H auch die Marke von 20.000 Punkten knacken und wäre damit sehr nahe an einem Mac Mini 2018 mit Core i7-8700B, welcher fast 1500€ kostet. Hier macht einem allerdings das Power Limit von 50 Watt einen Strich durch die Rechnung, womit der Vorke V8 unter Volllast auf allen Kernen einen maximalen Takt von 3,7GHz erreicht. Immerhin liegt der Mini PC im Cinebench Test eine ganze Ecke über einem Core i7-7700K. Erreicht werden hier 2547 Punkte.

Was die Grafikleistung betrifft, muss sich der Vorke V8 mit der UHD Graphics 630 nicht verstecken. Im Geekbench Compute Test werden über 18.000 Punkte erreicht. Natürlich kann er damit nicht mit Rechnern mithalten, welche eine dedizierte GPU bieten, hat aber dennoch genügend Dampf unter der Haube um eine ansehnliche Performance im Produktiveinsatz zu liefern. Bildbearbeitung mit Photoshop oder Affinity Photo ist beispielsweise überhaupt kein Problem und auch anspruchsvollere Projekte mit vielen Ebenen oder hochauflösendem Material meistert der Mini PC dabei zufriedenstellend. Darüber hinaus kann sich auch die Leistung beim Videoschnitt sehen lassen. Bei FHD30 und FHD60 Projekten sind auch komplexere Projekte kein Problem. Im 4k Schnitt machen sich erste Leistungsengpässe bemerkbar, doch auch hier lassen sich einfachere Projekte ohne umfangreiches Color-Grading, De-Noise und Co. problemlos bearbeiten. Getestet haben wir dies unter macOS mit Final Cut Pro X. Da die UHD 630 neben H.264 auch H.265 Beschleunigung bietet, ist hier auch das Arbeiten mit HEVC Material kein Problem.

Für anspruchsvolles Gaming eignet sich der Vorke V8 mangels dedizierter GPU nicht. Einfachere Spiele wie World of Tanks und auch ältere Titel wie Grid 2 oder Tomb Raider lassen sich jedoch auf niedrigen Grafikeinstellungen in Full HD Auflösung mit akzeptablen Frameraten spielen. Zur Ansteuerung eines 4k Bildschirms bietet die UHD 630 ebenfalls ausreichend Leistung und man muss hier nicht mit merklichen Einbusen in der UI-Performance leben. Die Ansteuerung sollte allerdings über DisplayPort erfolgen, da der HDMI Anschluss 60Hz bis maximal 1600p unterstützt. 4k Bildschirme können hier mit maximal 30Hz angesteuert werden.

Mit dem Intel Xtreme Tuning Utility lässt sich die Leistung nochmals steigern. Hier kann man ein Voltage Offset für den Prozessor festlegen, was zwei Vorteile bietet. Erstens rennt der Chip dann nicht so schnell ins Power Limit und zweitens sinken die Temperaturen. Bei unserem Testgerät war ein Offset von -0,06V stabil möglich. Darüber hinaus lässt sich die Prozessorgrafik übertakten. Bis zu 1,3GHz sind hier mit leicht angehobener Spannung möglich, was den Geekbench OpenCL Wert von 18.000 Punkten auf bis zu 22.000 Punkte ansteigen lässt und damit sowohl die Grafik- als auch Compute-Leistung merklich steigert.

​Äußerst positiv überrascht hat uns die Kühlung vom Vorke V8. Der Kühlkörper ähnelt stark den Kühlern welche Intel seinen Desktop Prozessoren beilegt, leistet jedoch erstaunlich gute Arbeit. Im regulären Office Alltag und bei der Bildbearbeitung bleibt der Mini PC nahezu durchgehend völlig unhörbar. Bei gesteigerter Prozessorlast wird ein leichtes Rauschen hörbar. Doch selbst bei Volllast entwickelt sich kein störendes Lüftergeräusch. Das Rauschen wird lauter und deutlicher hörbar, man vernimmt aber keinerlei Brummen oder Pfeifen. Der Hersteller hat also einen sehr hochwertigen Lüfter verbaut, welcher nie auch nur ansatzweise stört. Die Lüfterkurve ist darüber hinaus gut austariert, sodass man nicht von ständig wechselnden Drehzahlen gestört wird.

In Anbetracht der geringen Lautstärke könnte man nun vermuten, dass der Prozessor permanent auf Höchsttemperaturen läuft. Das ist allerdings nicht der Fall. Das Maximum von 100°C wird selbst bei mehrstündiger Volllast nichtmal ansatzweise erreicht. Lastet man den Prozessor nicht aus und surft nur im Netz oder schaut einen Film, bleibt die Temperatur konstant im Bereich von 30°C. Während der Bildbearbeitung oder im Videoschnitt schwankt die Temperatur zwischen 45 und 70°C. Bei permanenter Volllast - z.B. im Video Export - übersteigt die Temperatur selten die Marke von 80°C und selbst wenn dann nur kurz und um wenige Grad. Die Temperaturen sind somit völlig unproblematisch, was den netten Nebeneffekt hat, dass der Prozessortakt nie unter den Basistakt sinkt. Der maximale All-Core Boost Takt von 3,7GHz wird permanent beibehalten.

Temperaturwerte nach Durchlauf aller oben abgebildeten Benchmarks

Speicher & Erweiterbarkeit

Der Vorke V8 wird zu unserer Überraschung mit Marken-Hardware ausgeliefert. Der Arbeitsspeicher stammt von Samsung. Verbaut wird ein 2.133MHz DDR4 Riegel im SO-DIMM Format - also für Notebooks. Wer Dual Channel RAM will, muss sich noch ein zweites 8GB Modul kaufen und kann dieses dann auf der Unterseite des Mainboards einsetzen. Hier besteht auch die Möglichkeit den RAM komplett zu tauschen und schnellere Module einzusetzen. Laut Hersteller unterstützt der V8 einen maximalen RAM Takt von 2.666MHz.

Die ab Werk verbaute NVMe SSD kommt im M.2 2280 Format daher und stammt ebenfalls von Samsung. Konkret handelt es sich um das Modell "MZVLV128". Top Performance darf man von dieser allerdings nicht erwarten, denn es handelt sich um ein eher günstiges Modell, welches insbesondere beim Schreiben keine überragenden Geschwindigkeiten liefert und dort sogar hinter diversen SATA SSDs zurückliegt. Wer etwas Schnelleres will, sollte die SSD also austauschen. An dieser Stelle wäre es aus preislicher Sicht schön, wenn der Vorke V8 auch als Barebone zu haben wäre.

Ihr könnt übrigens auch eine zweite M.2 SSD einbauen, welche auf der Unterseite des Mainboards Platz findet. Dieser Slot unterstützt ebenfalls SSDs im 2280 Format, kann allerdings neben NVMe Laufwerken auch mit günstigeren SATA SSDs umgehen. Wir haben den Slot erfolgreich mit einer zweiten NVMe SSD getestet. Beide NVMe SSDs werden mit vier PCI Express Lanes angebunden. Zusätzlichen Speicher kann man dann noch mit einer 2,5" Festplatte oder SSD aufrüsten. Auch diese findet unten im Mini PC Platz. Insgesamt bietet der Vorke V8 also Platz für drei SSDs oder zwei SSDs und eine Festplatte.

Zweite NVMe SSD
Erste (Stock) NVMe SSD
Erste (Stock) NVMe SSD

Anschlüsse

​Bei der Anschlussvielfalt zeigt sich der Vorke V8 leider recht sparsam. USB Typ-A Anschlüsse gibt es vier Stück, davon allerdings allesamt USB 3 (zwei vorne, zwei hinten). Das ist im Hinblick auf die Nutzung von Wireless Dongles für Mäuse und Tastaturen unter Umständen ein Problem, da es einige Vertreter ihrer Art gibt, welche von USB 3 gestört werden. Nutzer eines Logitech Unifying Dongles dürften das Problem eventuell kennen. Abhilfe schafft hier allerdings ein Verlängerungskabel, mit welchem man den Dongle etwas weiter weg vom Mini PC platzieren kann. Ein weiterer USB Anschluss findet sich auf der Front in Form eines Typ-C Ports. Dieser bietet allerdings nur USB 3.1 Gen 1 und damit maximal 5Gbit/s. Video Ausgabe per Dongle ist nicht möglich. Im Test haben alle USB Anschlüsse die zu erwartenden Geschwindigkeiten erreicht und liefern auch genügend Strom für externe 2,5" Festplatten oder zusätzliches Netzteil.

Zu den weiteren Anschlüssen zählen ein Gigabit Ethernet Port mit Realtek Chipsatz und ein 3,5mm Ausgang auf der Front. Für die Nutzung von Kopfhörern ist das praktisch, für die Nutzung von Lautsprechern eher weniger. Hier hätten wir uns einen zweiten 3,5mm Ausgang auf der Rückseite gewünscht. Der 3,5mm Ausgang liefert im übrigen einen guten Klang. Was außerdem fehlt ist ein optischer Ausgang. Für digitalen Sound und 5.1 Audio muss man also zwangsläufig auf einen der Bildschirm-Ausgänge zurückgreifen. An dieser Stelle hat der Vorke V8 einen HDMI 1.4 Ausgang sowie einen Mini DisplayPort Ausgang zu bieten. Letzterer ist auch wieder so ein Punkt den man besser hätte lösen können. Die meisten Nutzer dürften kein Mini DisplayPort Kabel besitzen und sind somit auf ein neues Kabel oder einen Adapter angewiesen.

Vorke V8
Software

​In Sachen Betriebssystem heist es beim Vorke V8 "bring your own". Windows 10 ist zwar vorinstalliert, allerdings nicht aktiviert und es ist auch keine Windows Lizenz dabei. Darüber hinaus installiert der Hersteller die Enterprise Variante von Windows 10, welche standardmäßig ohne Browser daherkommt und sich noch dazu mit chinesischer Oberfläche präsentiert. Für Windows Nutzer wird also die erste Amtshandlung eine Neuinstallation sein. Keine Sorge: Treiber werden hierfür nicht benötigt. Windows erkennt die komplette Hardware selbsttätig und fehlende Treiber werden nach der ersten Suche nach Updates installiert.

Wer auf Windows nicht angewiesen ist, der kann sich natürlich auch andere Systeme installieren. Linux lässt sich beispielsweise wunderbar nutzen. Getestet haben wir das mit Ubuntu, OpenSuse und Manjaro. Alle drei Distributionen haben sich ohne Probleme starten lassen. Die gesamte Hardware wurde ohne Zutun erkannt, was auch für die Netzwerkkarten gilt. Die gefühlte Performance unter Linux ist wie gewohnt eine Ecke besser als unter Windows, da hier weniger Ressourcen verbraucht werden.

MacOS lässt sich mit Einschränkungen installieren. Ein entsprechendes Hackintosh Paket inklusive Tutorial werden wir hierzu noch nachreichen. Auch mit macOS lässt sich der Großteil der Hardware nutzen. Die verbaute Intel WLAN Karte ist aber bis auf den Bluetooth Teil nicht kompatibel. Da die Karte jedoch gesockelt ist, kann man eine macOS kompatible Karte per M.2 NGFF E+A Key Adapter einbauen. Alternativ kann man natürlich auch den Weg über einen USB WLAN Stick gehen. Es gibt unter macOS aber ein paar Probleme, welche sich nicht lösen lassen. Grund hierfür ist die deaktivierte Intel Management Engine (HECI / IMEI). Wir haben bei Vorke bereits ein BIOS Update erfragt, welches die Intel Management Engine aktiviert, was allerdings abgelehnt wurde. Durch das Fehlen der Intel Management Engine funktioniert die Prozessorgrafik nicht gänzlich einwandfrei. Folgende Einschränkungen muss man hinnehmen:

  • Kein Video Encoding / Decoding nach dem Standby.
    "Lösung": Einfach nicht in den Standby gehen. Bei einem Idle Verbrauch von schwankend zwischen ein bis drei Watt kann man damit leben.
  • Dual Monitor nur mit Hot Plug.
    "Lösung": Zweiten Monitor erst nach dem Systemstart einstecken oder eben einfach nur einen Bildschirm nutzen.
  • Keine 4k Ausgabe. 4k Monitore werden mit 1080p angesteuert.
    "Lösung": Gibt es leider nicht. Wer macOS auf dem Vorke V8 nutzt ist auf Bildschirme mit maximal 1600p limitiert. Diese laufen dann aber problemlos.
Abseits davon gibt es dann aber keine weiteren Probleme und wer mit den Punkten leben kann, wird den V8 mit macOS ohne Probleme auch im Produktiveinsatz nutzen können. Wir haben das ausgiebig getan und keine Stabilitätsprobleme oder dergleichen festgestellt. Auch das kommende macOS Catalina (10.15) läuft in der Beta Version bereits ohne Probleme.

BIOS / UEFI

​Als UEFI Firmware setzt der Vorke V8 wie die meisten Mini PCs aus China auf Aptio V von American Megatrends (auch bekannt als AMI Aptio). Leider hat man sich für eine gesperrte Firmware entschieden. Neben Boot Reihenfolge und Secure Boot hat man lediglich Kontrolle über CSM (BIOS Emulationslayer aka Legacy Modus) und einige wenige Prozessoreinstellungen. Über letztere kann man das Turbo Boost Verhalten eingeschränkt ändern und einen höheren All-Core Boost freischalten. Tiefergehende Einstellungen gibt es leider nicht, was schade ist, denn an einigen Stellen könnte man so mit etwas Know-How mehr aus dem System herausholen. Andererseits kann man dem Hersteller den "Lock Down" nicht verübeln, denn die Zugänglichkeit von Einstellungen wie z.B. dem Power Limit kann in den Händen von Laien durchaus Schaden anrichten - zum Beispiel am Netzteil.

Vorke V8
Empfang & Konnektivität

​Bluetooth: ​Bluetooth 4.2
WLAN:​ ​Intel Wireless 3165
WLAN 802.11a/b/g/n/ac
​LAN:Realtek RTL8168H/8111H Gigabit Ethernet

​Die WLAN Karte die ab Werk verbaut wird stammt von Intel und bietet AC-WLAN ohne 2x2 MIMO. Die beiden Antennenkabel werden zu auf der Rückseite befindlichen männlichen RP-SMA Steckern geleitet. Für diese sind im Lieferumfang zwei Mini-Antennen vorhanden. Die Empfangsleistung mit diesen ist befriedigend aber nicht perfekt. In Routernähe (ein bis zwei Räume Entfernung) gibt es keine Probleme. Bei größerer Entfernung bricht die Bandbreite jedoch ein, da ein 2,4GHz Fallback stattfindet. Die unten gezeigten Werte wurden einen Raum neben dem Router ermittelt. Wer den Vorke V8 in größerer Entfernung zum Router betreiben möchte - z.B. im Stockwerk darüber oder darunter - sollte auf größere Antennen zurückgreifen. Im Internet oder Fachhandel bekommt man diese für wenig Geld. Bluetooth hat im Test einwandfrei funktioniert und bietet eine Reichweite von zwei bis drei Räumen - je nach Gebäude.

Alternativ steht natürlich auch immer die Möglichkeit einer Internetverbindung über Gigabit Ethernet zur Verfügung. Verbaut wird hier ein Realtek RTL8168H/8111H Chipsatz. Im Test hat dieser einwandfrei funktioniert und liefert auch wirklich Gigabit Geschwindigkeit. Der direkte Betrieb des Mini PC am Router oder über DLAN stellt also kein Problem dar.

Vorke V8
Fazit

​Der Vorke V8 ist insgesamt ein gelungener Mini PC mit sehr viel Leistung zu einem fairen Preis. Insbesondere was die Möglichkeiten der Aufrüstung betrifft, zeigt sich der kleine Rechner sehr attraktiv. Die hohe Leistung in dem kleinen Formfaktor ist beeindruckend und insbesondere die Kühlung überrascht hier positiv. Der Prozessor bleibt selbst unter Volllast recht kühl. Die Lautstärke des Lüfters bleibt dabei stets angenehm und bei normaler Nutzung ist der Mini PC im Regelfall nicht bis kaum zu hören. Schwächen sehen wir lediglich bei den limitierten Anschlüssen, sowie dem Umstand, dass der Vorke V8 ab Werk mit einer relativ langsamen NVMe SSD und ohne Dual Channel RAM daherkommt. Die meisten Nutzer werden die Komponenten wohl tauschen, weshalb eine Barebone Option Sinn machen würde. So könnte man den ohnehin schon recht geringen Preis von um die 450€ nochmals drücken und den Mini PC noch attraktiver machen.

Pro Contra
​+ Sehr gut verarbeitetes Gehäuse aus 100% Metall ​- Kein HDMI 2.0, DisplayPort in Mini DP Ausführung
+​​ Kompakter Formfaktor-​​ Keine dedizierten USB 2 Ports
+​​ Aufrüstbar (RAM, bis zu zwei NVMe SSDs, WLAN Karte nicht verlötet)-​​ Keine Barebone Option
+​​ Reichlich Leistung auf kleinem Raum-​​ Mitgelieferte WLAN Antennen liefern nur mäßige Empfangsleistung
+​​ Überraschend gutes Kühlsystem, kein Thermal Throttling, perfekte Lüfterkurve-​​ Verschiedene Gehäuseschrauben auf Ober- und Unterseite. Schrauben der Unterseite durch die Gummifüße verdeckt.
+​​ Hochwertiger Lüfter, meistens unhörbar und auch mit voller Drehzahl nicht sehr laut, kein Pfeifen, kein Brummen
+​​ SATA Bay für 2,5" Laufwerke
​+ DisplayPort Ausgang für 4k60 Unterstützung
​+ Geringer Idle Stromverbrauch (zwischen 1 und 3 Watt)
​+ Ausreichend dimensioniertes Netzteil ohne nennenswerte Hitzeentwicklung
​+ Kompatibel mit gängigen Betriebssystemen
​+ Externe WLAN Antennen

Mit freundlicher Unterstützung durch
cect-shop
ChinaMobileMag ist Banner-frei.
Du willst uns auch unterstützen? Eine kleinen Spende oder ein Kauf auf Amazon, Gearbest, Tradingshenzhen oder Aliexpress unterstützt den weiteren Betrieb.
❤️ Vielen Dank ❤️


 

Kommentare 4

Gäste - angelo am Samstag, 07. September 2019 13:42
Bios

Well,

some WorkingStations (AKA Desktops) have an option on bios to wake up after a power failure automatically

i have an VORKE V2 Pro and dosent have that option on bios

Well, some WorkingStations (AKA Desktops) have an option on bios to wake up after a power failure automatically i have an VORKE V2 Pro and dosent have that option on bios :(
Christopher am Samstag, 07. September 2019 13:43

Yes you can set the Power State it will resume to.

Yes you can set the Power State it will resume to.
Gäste - angelo am Samstag, 07. September 2019 13:34
Bios

Hi Christopher,

thanks for your review, i'm interested on this Vorke, i can tell me if in bios have power wake up settings?

It's an essential settings for a future use in this Vorke.

thanks

Hi Christopher, thanks for your review, i'm interested on this Vorke, i can tell me if in bios have power wake up settings? It's an essential settings for a future use in this Vorke. thanks
Christopher am Samstag, 07. September 2019 13:36

Hi, please explain what exactly you mean. Do you mean automatic boot at a specific time? This is possible.

Hi, please explain what exactly you mean. Do you mean automatic boot at a specific time? This is possible.
Bereits registriert? Hier einloggen
Gäste
Sonntag, 15. September 2019

Sicherheitscode (Captcha)