Poco X6 Pro Testbericht

poco x6 pro Das Poco X6 Pro im ausführlichen Test

Einleitung

Anfang Januar 2024 hat die Xiaomi-Tochter Poco für Europa das neue Poco X6 Pro präsentiert. Hierbei handelt es sich um die Global Version des chinesischen Redmi K70E. Wie von Poco gewohnt, versucht man hier einen richtigen Preiskracher umzusetzen, welcher es in diesem Fall auch wirklich in sich hat. Derzeit ist das Poco X6 Pro in Deutschland für ab 290€ zu haben und was man dafür bekommt, ist schon eine Ansage. Mit einem Dimensity 8300 Ultra als Prozessor, einem hochwertigen 10-Bit AMOLED Display, aktueller Speicher-Technik und solider Kamera-Ausstattung, verspricht das Poco X6 Pro High-End Qualitäten zum Sparpreis. Ob dieser Ansatz aufgeht, klären wir in dieser Review. Den Test als Video findet ihr bei uns im YouTube Kanal.

Poco X6 Pro in Schwarz
Grau
und Gelb

Poco X6 Pro Lieferumfang

Das Poco X6 Pro wird in einer typischen Smartphone-Box geliefert. Diese ist schwarz gefärbt und trägt in gelben Lettern die Produktbezeichnung. Der innere Teil präsentiert sich im typischen Poco-Gelb. Das Poco X6 Pro wird im Karton von Folie geschützt und trägt ab Werk eine Schutzfolie auf dem Display. In einem Umschlag findet man einen schwarzen Silikonbumper, die Dokumentation und eine SIM-Nadel. Darüber hinaus bekommen Käufer einen 67W Fast-Charger und ein USB-A auf USB-C Kabel (USB 2.0). Einen genaueren Blick auf den Lieferumfang könnt ihr in unserem Poco X6 Pro Unboxing Video werfen.


Poco X6 Pro Design

Materialien Rahmen: Kunststoff (matt)
Rückseite: Kunststoff (glänzend oder Kunstleder)
Front: Corning Gorilla Glass 5
Gewicht186g (Kunststoff)
190g (Kunstleder)
Abmessungen160,45 x 74,34 x 8,25 (Kunststoff)
160,45 x 74,34 x 8,35 (Kunstleder)
WasserdichtIP54 (Spritzwassergeschützt)

Materialien & Aussehen

Beim Poco X6 Pro liegt das Augenmerk eindeutig mehr auf den Spezifikationen als auf dem Design. Das ist nun nicht unbedingt negativ gemeint, man muss allerdings damit leben, dass hier reichlich Kunststoff zum Einsatz kommt. So besteht sowohl der Rahmen als auch die Rückseite aus Kunststoff. Die Variante in Grau und Schwarz setzt dabei auf ein Glas-Imitat mit deutlicher Rundung an den Rändern und Hochglanz-Finish. Die gelbe Variante setzt hingegen auf eine Kunstleder-Rückseite und ist dadurch minimal dicker und schwerer.

Wir empfehlen euch an dieser Stelle eindeutig zum gelben Kunstleder-Modell zu greifen. Zum einen wird sich das Poco X6 Pro mit Kunstleder etwas hochwertiger anfühlen, zum anderen ist das Finish deutlich weniger anfällig für Kratzer oder Schrammen als die Hochglanz-Kunststoffrückseite der anderen Varianten. Ein weiterer Punkt, der bei den Hochglanz-Varianten ein Problem ist, ist das Thema Staub. Die glänzenden Versionen sind echte Staubmagnete und kaum staubfrei zu bekommen. An den Bildern unten ist das teils recht deutlich zu sehen. Die Partikel werden von der Rückseite durch statische Aufladung wie ein Magnet angezogen und festgehalten.

Abgesehen von der seitlich abgerundeten Rückseite, wirkt das Poco X6 Pro recht flach und "kantig". Der mattierte Rahmen hat keinerlei Rundung und auch die Front ist komplett flach gestaltet. Das Kameramodul auf der Rückseite steht deutlich hervor. Da es sich jedoch über nahezu die gesamte Breite erstreckt, ist Wackeln beim Bedienen auf einem Tisch kein Problem. Lobenswert ist, dass das Poco X6 Pro mit einem IP54 Rating ausgestattet ist. Zumindest Spritzwasser stellt also kein Problem dar und man kann das Gerät problemlos auch bei Regen aus der Tasche holen.

Verarbeitung, Tasten & Anschlüsse

Was die Verarbeitung betrifft, bewegt sich das Poco X6 Pro im guten Mittelfeld. Es gibt also keine gröberen Spaltmaße, scharfe Kanten oder sonstige Ungenauigkeiten bei der Verarbeitung. Der einzige Makel, der bei genauer Inspektion auszumachen ist, sind die Tasten, welche etwas klapprig im Gehäuse sitzen, ansonsten aber mit einem knackigen Druckpunkt überzeugen. Im Biegetest liefert das Poco X6 Pro unerwartet viel Widerstand und man muss recht viel Kraft aufwenden, um eine leichte Biegung zu erzeugen.

Fürs Tastenlayout setzt Xiaomi leider wieder auf die Platzierung übereinander an der rechten Seite, was das Erreichen der Lautstärkewippe zumindest für Rechtshänder unnötig erschwert. Den früher üblichen seitlichen Fingerprint Scanner hat man gestrichen und setzt stattdessen nun wie bei den teureren Modellen auf einen In-Screen Fingerabdruck Sensor. Ansonsten findet man an der Unterseite noch eine SIM Schublade, das Sprachmikrofon, einen USB-C Port und einen Medienlautsprecher. An der Oberseite gibt es einen weiteren Medienlautsprecher, ein Umgebungsmikrofon und einen Infrarotblaster zu entdecken.


Poco X6 Pro Display

Größe 6,67 Zoll
Auflösung 2712 x 1220 @120Hz
Technologie10-Bit AMOLED mit "Sometimes-On"
DCI-P3 Farbraum
HDR10, HDR10+, Dolby Vision
1200 Nits HBM Helligkeit
1800 Nits Peak Helligkeit
AdaptiveSync mit 30/60/90/120Hz
Anzahl Berührungspunkte10 (480Hz Abtastrate)
Bis 2160Hz Abtastrate im Spielmodus
Gehärtetes GlasCorning Gorilla Glass 5
Anti Fingerabdruck BeschichtungJa

Panel & Bild

Das Display ist einer der Bereiche, bei dem das Poco X6 Pro seine "Mid-Range Killer" Allüren deutlich zur Schau stellt. Schon die Optik überzeugt auf den ersten Blick und ähnelt mit den extrem schlanken und nahezu symmetrischen Displayrändern Geräten aus dem gehobenen Mittelklasse oder High-End Segment. Auf ein Curved Display hat Xiaomi verzichtet, was viele sicherlich begrüßen werden. Doch auch technisch ist das verbaute 6,67" AMOLED Panel nicht verkehrt. Das Poco X6 Pro setzt hier auf ein 10-Bit Display, was die Farbgenauigkeit deutlich erhöht und volle Unterstützung für Dolby Vision Inhalte ermöglicht. Hinzu kommt eine etwas höhere Auflösung von 2712 x 1440 Pixeln. Verglichen mit den gängigen FHD+ AMOLED Panels in dieser Größe führt das bei genauerer Betrachtung zu einer deutlich feineren Rasterung und damit zu einem insgesamt äußerst scharfen Bild - auch bei Text. Verglichen mit den QHD+ Panels aktueller Oberklasse Handys, welche in der Regel noch etwas größer sind, muss sich das Poco X6 Pro hier keinesfalls verstecken.

Im Zusammenspiel machen diese Merkmale ein wirklich gutes Display, welches sowohl im normalen Alltagseinsatz als auch beim Betrachten von Bildern, Videos oder Filmen richtig Spaß macht. Die Farbgenauigkeit ist dabei überzeugend und der Nutzer hat in den Einstellungen umfassende Möglichkeiten, die Darstellung an den persönlichen Geschmack anzupassen. Mit seinen 120Hz liefert das Poco X6 Pro ein sehr flüssiges Nutzungserlebnis und zeigt auch bei schnellerem Scrollen durch Text kein nennenswertes Verwaschen oder Nachziehen der Darstellung. Lobenswert ist auch die recht hohe HBM Helligkeit von 1200 Nits, wodurch das Poco X6 Pro auch unter direktem Sonnenlicht gut nutzbar ist. Beim Abspielen von HDR Inhalten werden sogar Peak-Werte von 1800 Nits erreicht.

Einstellungen & Features

In den Einstellungen bietet das Poco X6 Pro recht umfassende Konfigurationsmöglichkeiten für das Display. Die grundlegenden Einstellungen für Hell- und Dunkelmodus, Helligkeitsregelung, Lese- bzw. Nachtmodus, Schriftart, Schriftgröße und Skalierung sind natürlich alle vorhanden. Dazu gesellt sich noch ein umfangreiches Farbmanagement, welches drei vorgefertigte Profile und auch einen Pro Modus mit erweiterten Einstellungen wie Farbraum, Sättigung, Kontrast, Gamma, etc. bietet. Die gewünschte Farbtemperatur lässt sich in jedem Modus individuell festlegen. Ein Always-On Display ist vorhanden, entpuppt sich allerdings nur als "Sometimes-On" Display. Hier setzt Xiaomi nach wie vor die bei seinen günstigeren Handys übliche Limitation auf den 10 Sekunden Timeout durch. Ein echter Permanentbetrieb des AOD ist nicht vorgesehen. Die Bildwiederholfrequenz lässt sich per Automatik bis 120Hz wählen oder mit festen 60Hz. Eine 90Hz Option gibt es leider nicht.

Displayeinstellungen
Farbmanagement
Displayeinstellungen
AOD
Farbmanagement
AOD Limit
Farbmanagement

Touchscreen & Displayglas

Geschützt wird das Poco X6 Pro von Gorilla Glass 5. Die Oberfläche ist angenehm gleitfähig und nimmt Fingerabdrücke nur langsam an. Die Reinigung ist meist mit kurzem Drüberwischen erledigt. Kratzer hat sich das Display im Testzeitraum von einer Woche bei ungeschützter Nutzung keine eingefangen. Der Touchscreen erkennt 10 Berührungspunkte und überzeugt mit hoher Genauigkeit und sehr geringer Latenz, wofür die 480Hz Abtastrate verantwortlich sind. Gamer dürfen sich im Spielmodus zudem über einen Boost auf bis zu 2160Hz freuen, sodass man das Poco X6 Pro durchaus auch als günstiges Gaming Handy ansehen kann.


Poco X6 Pro Ausstattung

Prozessor Mediatek Dimensity 8300 Ultra (4nm, ARMv9)
1x ARM Cortex A715 @3,35GHz
3x ARM Cortex A715 @3,20GHz
4x ARM Cortex A510 @2,20GHz
GPU Mali G615 MC6
RAM8GB / 12GB LPDDR5X
Speicher256GB / 512GB UFS 4.0
Lesen: 2,9GB/s | Schreiben: 2,8GB/s
Micro SDKein Micro SD Slot
Fingerabdruck ScannerIm Display (optisch)
SensorenAnnäherung, Umgebungslicht (x2), Ausrichtung, Neigung, Kompass, Gyroskop, Beschleunigung, lineare Beschleunigung, Rotationsvektor, Gravitation
BesonderheitenUSB-C 2.0, USB-OTG, "Sometimes-On" Display, Infrarot Blaster, Linearvibration, kein UKW Radio, kein 3,5mm Anschluss, Stereo Lautsprecher

Alltags Performance

Auch wenn sich das Poco X6 Pro preislich eher am Übergang zwischen Mittelklasse und gehobener Mittelklasse bewegt, spielt es in Sachen Leistung doch in einer ganz anderen Liga mit. Möglich macht dies der Mediatek Dimensity 8300 Ultra, welcher eine ziemlich aktuelle Ausstattung mitbringt. Gefertigt wird er in 4nm bei TSMC und setzt auf ARMv9 Kerne. Konkret bietet der Chip einen Cortex A715 Kern mit 3,35GHz, drei Cortex A715 Kerne mit 3,20GHz und vier Cortex A510 Effizienz-Kerne mit 2,2GHz Takt. Dazu gesellt sich noch eine sehr leistungsfähige Mali G615 MC6, die auch aktuelle Vulkan Features beherrscht.

Zusammen bringt es dieses Paket auf satte 1,4 Millionen Punkte im Antutu Benchmark, was bedeutet, dass der Chip insgesamt sehr nah an einen Snapdragon 8 Gen 2 herankommt. Bedenkt man, dass dieser Chip die Flaggschiffe der letzten Generation angetrieben hat, wird deutlich, wie viel Dampf das Poco X6 Pro für seinen Preis unter der Haube hat. Und ja, die Performance spiegelt sich nicht nur in Benchmarks wider, sondern ist auch im Alltag deutlich zu spüren. In Sachen allgemeiner Smoothness und Ladezeiten muss sich das Poco X6 Pro weder vor den Oberklasse-Geräten des letzten Jahres, noch vor aktuellen High-End Smartphones verstecken.

Mobile Gamer, welche nicht viel Geld ausgeben möchten, finden mit dem Poco X6 Pro ebenfalls ein richtig gutes Gesamtpaket. Sicherlich verliert das Smartphone gegen aktuelle Oberklasse Geräte mit noch schnelleren Chips im direkten FPS Kampf, daddelt sich aber trotzdem mit beachtlicher Performance selbst durch anspruchsvolle Spiele. Das anspruchsvolle Genshin Impact ist hier mal wieder ein gutes Beispiel. Es lässt sich auf dem Poco X6 Pro auf maximalen Grafikeinstellungen ohne nennenswertes Stottern oder nervige FPS-Einbrüche spielen. Der FPS Counter zeigt weitgehend stabile 60fps mit gelegentlichen Einbrüchen auf maximal 57fps. Der akkurate und flotte Touchscreen bringt zusätzlichen Spaß ins Spiel.

Was das Thema Abwärme betrifft, zeigt sich das Poco X6 Pro erstaunlich kühl. Im Alltag ist auch bei stärkerem Multitasking oder langem Scrollen durch große Social Media Feeds und Webseiten nur eine geringfügige Wärmeentwicklung auszumachen. Bei längeren Spiele-Sessions erwärmt sich das Poco X6 Pro deutlicher, allerdings bei weitem nicht stark und es gibt auch keinen unangenehmen Hot-Spot. Die Abwärme verteilt sich recht gleichmäßig über die Rückseite. Die Marke von 40°C wird auch bei längeren Sessions nicht erreicht.

In dieser Hinsicht wäre also noch Luft nach oben, um den Dimensity 8300 Ultra etwas weniger aggressiv zu drosseln. Nach etwa 13 Minuten CPU Dauerlast sinkt die Leistung auf 90% ab und landet nach 20 Minuten bei etwa 72%. Das ist nicht sonderlich dramatisch, doch angesichts der geringen Temperaturen, wäre eine langsamere Drosselung der Leistung wünschenswert, auch wenn dann logischerweise die Gehäusetemperatur etwas stärker ansteigen würde. Fraglich ist indes, ob man davon in der Praxis etwas merken würde, denn beim Spielen macht sich das Drosseln der Leistung zumindest in den von uns getesteten Titeln nicht deutlich bemerkbar.

Benchmarks

Antutu
GFXBench 3
Geekbench CPU
PCMark
Geekbench GPU
3DMark
GFXBench 1
Gaming Stress Test
GFXBench 2
CPU Stress Test

Speicher, Sensoren & Sonstiges

Auch beim Speicher ist das Poco X6 Pro recht üppig ausgestattet. In der Basisvariante gibt es 8GB Arbeits- und 256GB Festspeicher. Die Spitzenausstattung bietet ganze 12GB RAM und 512GB Festspeicher. Das Fehlen eines Micro SD Steckplatzes fällt somit weniger stark ins Gewicht. Lobenswert ist dabei auch, dass Xiaomi auf aktuelle Speichertechnik setzt. Das Poco X6 Pro nutzt LPDDR5X RAM und UFS 4.0 Festspeicher. Der interne Speicher ist dadurch sehr schnell und erreicht 2,9GB/s beim Lesen und 2,8GB/s beim Schreiben.

Die Sensorausstattung ist wie bei allen Xiaomi Handys vorbildlich und umfasst alles Wichtige inklusive Kompass und Gyroskop. Alle Sensoren haben im Test zuverlässig funktioniert. Zudem bietet das Poco X6 Pro einen Fingerprint Scanner im Display, welcher das Smartphone zuverlässig und ohne größere Verzögerung entsperrt. Face Unlock per Frontkamera lässt sich ebenso nutzen und funktioniert auch bei Schwachlicht noch ganz gut.

Ein Sahnehäubchen wäre sicherlich noch ein USB-C Port mit Videoausgabe und USB 3 Geschwindigkeit gewesen. Dies wurde leider nicht umgesetzt. Bei USB 2.0 ist hier Schluss. OTG wird allerdings unterstützt. Für die Vibration setzt das Poco X6 Pro wieder auf einen Linearmotor, der recht kräftig und präzise arbeitet, ohne dabei laute Geräusche zu erzeugen.


Poco X6 Pro Software

Variante Xiaomi HyperOS
Version im Test: 1.0.8.0.UNLMIXM
Android Version Android 14
Sicherheitspatch im Test: Februar 2024
Google zertifiziertJa
DRM TechnologienWidevine L1 DRM, ClearKey CDM
BloatwareJa (Spiele, Social Media, Shopping, Streaming & Browser Apps)
Root ZugriffNein
OTA UpdatesJa (ein Update im Testzeitraum)
SchadsoftwareKeine Funde
Facebook Systemdienste nicht vorinstalliert

Android Version & Variante

Xiaomi setzt seit einer Weile auf ein neues Betriebssystem namens HyperOS, welches MIUI abgelöst und bereits auf einem Großteil der Geräte ersetzt hat. Auch das Poco X6 Pro wird mit HyperOS ausgeliefert. Fans von MIUI dürften sich hier aber trotzdem schnell zu Hause fühlen, denn am Aufbau des Systems und den alltagsrelevanten Funktionen hat sich gar nicht so viel verändert. Das Poco X6 Pro ist das erste HyperOS Smartphone bei uns im Test und wir hatten keine Probleme uns direkt im neuen System zurechtzufinden. Die auffälligste Änderung ist tatsächlich das Design der Systemoberfläche, welche irgendwie etwas erwachsener und weniger verspielt wirkt. Tatsächlich ist das Design optisch etwas näher an Stock Android herangerückt, wobei es aber nach wie vor deutliche Unterschiede im Aussehen gibt.

Ein großer Teil der Neuerungen spielt sich bei HyperOS auch unter der Haube in Form von diversen Optimierungen ab. Das merkt man tatsächlich recht deutlich. MIUI war zwar nicht wirklich lahm unterwegs, doch gab es durchaus schlankere Android-Varianten, welche performanter waren. In dieser Hinsicht zeigt sich HyperOS von einer wirklich guten Seite und fühlt sich ähnlich flink an wie z.B. OxygenOS von OnePlus oder die Androidsysteme von Motorola.

Als Basis von HyperOS dient übrigens weiterhin Android, wenngleich Xiaomi mittlerweile stärkere Veränderungen am Aufbau der Systembasis und dem Kernel vornimmt. Im Falle des Poco X6 Pro bildet das aktuelle Android 14 die Grundlage. Im Test gab es ein Update, welches den Sicherheitspatch auf den Stand vom Februar 2024 gebracht hat. Updates verspricht der Hersteller für einen Zeitraum von 3 Jahren für Android Versionen und vier Jahren für Sicherheitspatches. Die Google Dienste sind bei den Global Geräten weiterhin vorinstalliert und auch eine vollständige deutsche Übersetzung ohne gröbere Fehler ist vorhanden.

Launcher
Einstellungen
App Drawer
SafetyNet Check
App Switcher
Project Treble
Benachrichtigungen
Camera2 API Back
Kontrollzentrum
Camera2 API Front

Zertifizierung & DRM

Bei den Zertifizierungen liefert das Poco X6 Pro alles Wichtige ab. Neben voller Google Zertifizierung gibt es auch Widevine L1 DRM, sodass man das hochwertige Display z.B. beim Netflix Streaming auch voll ausnutzen kann. Full-HD-Auflösung und HDR Wiedergabe mit Dolby Vision ist hier kein Problem.

Google Zertifizierung
Widevine L1 DRM
Netflix Playback Info

Bloatware, Schadsoftware & Bugs

Ein Punkt, an dem sich leider nichts verändert hat, ist das Thema Bloatware. Das Poco X6 Pro ist ab Werk wieder vollgepackt mit diversen Drittanbieter Apps aus den Kategorien Shops, Spiele, Office, Social Media und Browser. Sicherlich kein großes Drama, da man die Apps deinstallieren kann, wohl aber nervig. Immerhin: Auf die Facebook Systemdienste verzichtet man mittlerweile und auch sonstige Arten von Schadsoftware haben sich nicht finden lassen. Ansonsten bleibt noch zu sagen, dass das Poco X6 Pro im Testzeitraum völlig stabil und ohne auffällige Bugs lief.

Bloatware
Bloatware
Bloatware

Poco X6 Pro Konnektivität

Mobilfunk 2G: 850/900/1800/1900MHz
3G: B1/2/4/5/6/8/19
4G-FDD: B1/2/3/4/5/7/8/18/19/20/28/66
4G-TDD: B38/40/41/48
5G: N1/2/3/5/7/8/20/28/38/40/48/41/77/78
WLAN WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax (Wi-Fi 6)
BluetoothBluetooth 5.4
NFCJa (mit GPay)
Dual SIMDual Nano SIM
Kein eSIM
PositionsbestimmungGPS, A-GPS, GLONASS, BDS, Galileo, NavIC, QZSS

Mobilfunk

Das Poco X6 Pro unterstützt Dual SIM mit zwei Nano SIM-Karten. Die Nutzung einer eSIM ist leider nicht möglich. Unterstützung für den 5G Mobilfunkstandard ist vorhanden. Das Modem im Dimensity 8300 Ultra bietet hier theoretisch bis zu 5,17Gbit/s im Downstream. In der Praxis konnten wir im o2 Netz Spitzengeschwindigkeiten von um die 100Mbit/s beobachten. Der Empfang hat sich im Testzeitraum als exzellent herausgestellt. Indoor liefert das Poco X6 Pro eine überdurchschnittlich hohe Signalstärke und eine entsprechend zuverlässige Verbindung. Auch schwächer abgedeckte Gegenden waren im Test kein Problem. Bei den Frequenzen wird alles für Europa und Deutschland Wichtige unterstützt.

WLAN, Bluetooth & NFC

Auch im WLAN ist das Poco X6 Pro flott unterwegs und punktet hier mit Wi-Fi 6 (AX) Unterstützung. Lediglich auf Wi-Fi 6E und Wi-Fi 7 muss man noch verzichten, was aber wohl die Wenigsten stören dürfte. Auch im WLAN zeigt das Smartphone einen sehr guten Empfang und liefert neben dem Router im Schnitt 1216Mbit/s an Durchsatz. Ein Stockwerk unter dem Router messen wir noch sehr gute 304Mbit/s. Die 5GHz Verbindung bleibt also bestehen. Bluetooth wird mit dem aktuellen 5.4 Standard unterstützt und zeigt keine Schwierigkeiten. Auch NFC funktioniert reibungslos und bietet vollen Google Pay Support.

GPS Test
GPS Tracking Test
WLAN Test n. Router
WLAN Test u. Router

GPS Test

Im GPS Test kommt mit der GPS Test App trotz im Test bedecktem Himmel in wenigen Sekunden ein stabiler Fix mit über 40 Satelliten zustande. Die Genauigkeit liegt im Bereich von einem Meter oder besser. Entsprechend genau werden zurückgelegte Strecken beim Tracking aufgezeichnet, auch wenn sich das Handy in der Hosentasche befindet. Beim Navigieren mit Google Maps hat das Poco X6 Pro auch keine Aussetzer oder Sprünge gezeigt.


Poco X6 Pro Audio

Lautsprecher Stereo (Rahmen unten + oben)
Noise Cancelling Mikrofon Ja (Rahmen oben)
Weitere MerkmaleDolby Atmos, Mi Sound Enhancer, virtueller Raumklang, Systemequalizer, VoLTE, VoWiFi, kein 3,5mm Anschluss

Lautsprecher & Kopfhörer

Das Poco X6 Pro bietet symmetrische Stereo Lautsprecher. Die Öffnungen sind also jeweils im oberen und unteren Rahmen platziert. Sie liefern einen guten Klang, wobei sowohl Stereo als auch Raumklang-Effekte sehr gut rüberkommen. Die Maximallautstärke ist hoch und führt nicht zu übermäßigem Verzerren oder Kratzen. Beim Bass ist noch etwas Luft nach oben, doch insgesamt sind die Lautsprecher wirklich brauchbar.

Wie gewohnt bietet das Poco X6 Pro Dolby Atmos Unterstützung mitsamt Klangverbesserung mit verschiedenen Profilen. Der Mi Sound Enhancer für Kopfhörer ist ebenfalls am Start, wobei Kopfhörer mangels 3,5mm Anschluss nur per Bluetooth oder USB-C angebunden werden können. Darüber hinaus gibt es noch einen Systemequalizer, mit welchem man den Ton beliebiger Apps an den persönlichen Geschmack anpassen kann. Der Equalizer bietet Presets und auch eine vollständige manuelle Kontrolle.

Sprachqualität (Telefonie)

Beim Telefonieren liefert das Poco X6 Pro beidseitig einen astreinen, klaren und natürlich wirkenden Ton. Umgebungsgeräusche werden mit einem zweiten Mikrofon ausgefiltert und stören bei Telefonaten nicht. Der Telefonhörer wird laut genug, um gegen laute Umgebung anzukommen. VoLTE und VoWiFi Unterstützung ist vorhanden und hat im Test mit dem o2-Netz ohne Probleme funktioniert. VoWiFi muss wie gewohnt erst manuell in den SIM Einstellungen aktiviert werden.


Poco X6 Pro Kamera

Hauptkamera 64MP OmniVision OV64B f/1.7 OIS
8MP OmniVision OV08D f/2.2 120° UWW
2MP SmartSens SC202 f/2.4 4cm Makro
Video: 4k30 / FHD60
Codec: H.264 / H.265 (HEVC)
HDR Video: HDR10 / HDR10+ (bis 4k30)
Frontkamera 16MP OmniVision OV16A f/2.4
Video: FHD60 / FHD30
Codec: H.264 / H.265 (HEVC)
HDR Video: HDR10 / HDR10+ (bis 4k30)
BlitzEine LED
FokusPDAF + CDAF Hybrid
Slow MotionFHD120 (HSR) / FHD240 (HSR) / FHD960 / HD1920

Auch bei den Kameras setzt sich die allgemein sehr gute Ausstattung vom Poco X6 Pro fort - zumindest was den Hauptsensor angeht. Hier verbaut Xiaomi einen OmniVision OV64B mitsamt optischer Bildstabilisierung. Die Frontkamera bietet immerhin einen 16MP Sensor. Vernachlässigbar sind die kleinen Zusatzkameras für Ultraweitwinkel und Makro. Auf dem Papier wirkt die Ausstattung für den Preis und die restlichen Specs auf jeden Fall ausgewogen. Was die Kameras abliefern, sehen wir uns jetzt genauer an.

Standard Modus (Tag, 16MP)

Im Standardmodus wird der 64MP Hauptsensor wie gewohnt mit Pixel Binning betrieben und kommt so auf eine Auflösung von 16MP. Positiv fällt hier direkt die gute Detaildarstellung auf, welche auch auf Distanz z.B. bei Landschaftsaufnahmen gute Ergebnisse liefert. Die Fotos wirken durchweg scharf und detailliert. Das Poco X6 Pro zeigt sich auch recht unbeeindruckt von anspruchsvollen Lichtverhältnissen. Gegenlicht oder Innenräume stellen keine große Herausforderung dar und werden in guter Qualität, mit wenig Rauschanteil und sehr gutem Dynamikumfang abgelichtet. Auto HDR springt dabei recht zuverlässig an. Nahaufnahmen sorgen durch den größeren Sensor für einen schönen, natürlichen Bokeh-Effekt. Die Auslösezeit ist kurz und der Fokus sitzt in der Regel ohne Zutun oder größere Verzögerung perfekt. Abzüge gibt es am Ende nur für die Farbdarstellung. Hier ist das Poco X6 Pro leider nicht sehr akkurat unterwegs. Die Sättigung ist relativ hoch und der Weißabgleich neigt zu einem Grün- oder Gelbstich, wenn im Motiv ein hoher Grünanteil vorhanden ist - also beispielsweise in Naturaufnahmen. Vor allem bei Fotos von Personen fällt das beim Farbton der Haut auf. Hier täte etwas Software Feinschliff gut.

64MP Modus

Ein 64MP Modus für die volle Sensorauflösung steht ebenfalls bereit. Auch hier liefert das Poco X6 Pro gute Bilder. Die Lichtstärke verringert sich logischerweise etwas, was z.B. innerhalb von Räumen für etwas mehr Bildrauschen sorgen kann. Bei guter Ausleuchtung liefern die 64MP Fotos in allen Situationen mehr Details. Sichtbar wird das vor allem beim Einzoomen oder Zuschneiden der Fotos. Ebenso von Vorteil sind 64MP Aufnahmen beim Betrachten auf sehr großen Bildschirmen oder beim Druck im Großformat. Die Auslösezeit verlängert sich bei 64MP Fotos nur geringfügig. HDR wird für 64MP Bilder weiterhin unterstützt. Der Dynamikumfang fällt allerdings trotzdem etwas schlechter aus als im 16MP Modus.

2-fach Digitalzoom

Der 2-fach Digitalzoom liefert beim Poco X6 Pro recht gute Ergebnisse. Bei guter Ausleuchtung verschlechtert sich die Bildqualität nur geringfügig, was selbst für Landschaftsaufnahmen gilt. Auffällig ist nur, dass Fotos mit Zoom trotz der optischen Bildstabilisierung manchmal leicht unscharf sind. Bei Nachtaufnahmen liefert der Zoom immerhin noch brauchbare Schnappschüsse, sofern genügend Kunstlicht vorhanden ist. Für Makroaufnahmen eignet sich der Digitalzoom auch sehr gut.

Portrait Modus

Der Portrait Modus vom Poco X6 Pro funktioniert sowohl mit Personen als auch anderen Motiven recht gut. Der Effekt wird weitgehend sauber eingerechnet. Tiefenverhältnisse werden ganz gut erfasst und komplexe Konturen sind nur selten ein Problem. Bei Portraits von Personen zeigt sich allerdings wieder der schlechte Weißabgleich. Die Haut wirkt häufig sehr unnatürlich, wenn im Hintergrund viel Grün enthalten ist.

Ultraweitwinkel (8MP)

Die Ultraweitwinkel Kamera im Poco X6 Pro basiert auf einem kleinen 8MP Sensor mit festem Fokus und 120° Blickfeld. Die Farbdarstellung und Weißbalance fällt hier besser aus als bei der Hauptkamera, wenngleich der Kontrast teilweise etwas übertrieben wirkt. Qualitativ bewegt sich die Kamera im Schnappschuss-Bereich. Bei perfekter Ausleuchtung entstehen brauchbare Bilder, wobei aber durchweg die Detaildarstellung zu wünschen übrig lässt. Die Bilder wirken dadurch recht weich und vor allem Landschaftsaufnahmen leiden an recht matschigen Texturen. Wenig Licht mag die UWW-Kamera nicht und steigt dann schnell aus.

Makro (2MP)

Für Makrobilder bietet das Poco X6 Pro eine kleine 2MP Kamera mit festem Fokus (4cm Abstand). Wie so oft bietet diese Kamera keinen Mehrwert und liefert qualitativ minderwertige Aufnahmen mit eher schlechter Farbdarstellung. Da der 64MP Hauptsensor mit Zoom bessere Makro-Fotos liefert, hätte man sich die 2MP Makrokamera auch sparen können.

Blitz

Der Blitz vom Poco X6 Pro besteht aus einer LED und wird nicht sonderlich hell. Für ganze Räume reicht die Lichtmenge nicht aus und man sollte sich auf Nahaufnahmen beschränken. Hier entstehen brauchbare Bilder, die allerdings farblich ziemlich warm abgestimmt sind. Auf die Farbgenauigkeit darf man hier also keinen Wert legen.

Nachtaufnahmen

Bei Nachtfotos schlägt sich das Poco X6 Pro anständig und liefert auch in Szenen mit wenigen Kunstlichtquellen brauchbare Bilder mit guter Farbdarstellung und Bildschärfe. Man sollte aber unbedingt auf den Nachtmodus zurückgreifen, da dieser die Lichtausbeute und den Dynamikumfang erheblich verbessert. Er liefert auch deutlich mehr Details und damit eine bessere Bildschärfe, sowie eine erhebliche Reduzierung des Bildrauschens.

Standard Modus
Standard Modus
Nacht Modus
Nacht Modus
Standard Modus
Standard Modus
Nacht Modus
Nacht Modus

Langzeitbelichtung

Im Pro Modus ermöglicht das Poco X6 Pro Langzeitbelichtung mit bis zu 30 Sekunden. Leider sind die Ergebnisse mit Halbautomatik eher durchwachsen. Die Kamera zeigt Probleme mit dem Fokus und oftmals sind die Bilder trotz Stativ verwackelt, was auf ein Problem mit Bewegungen durch die optische Bildstabilisierung hindeutet. Die Halbautomatik tut sich zudem schwer, den korrekten ISO Wert zu wählen. Häufigen sehen die Bilder etwas ausgewaschen aus.

Frontkamera (16MP)

Die Frontkamera im Poco X6 Pro befindet sich in einer kleinen Punch Hole Aussparung und bietet eine Auflösung von 16MP. Erfreulicherweise liefert die Frontkamera ziemlich gute Selfies mit anständiger Bildschärfe und guter Detaildarstellung. Sogar die Farben wirken natürlich und die Weißabgleich Probleme der Hauptkamera treten hier nicht in Erscheinung. Die Frontkamera liefert auch innerhalb von Räumen und sogar bei Nacht mit Kunstlichtquelle noch recht gute Bilder. Der Bildschirmblitz wertet die Qualität bei Nachtfotos merklich auf. Der Portrait Modus liefert einen schönen und genau eingerechneten Bokeh-Effekt.

Standard
Standard
Portrait
Portrait
Standard
Standard
Portrait
Blitz

Videos

Videos nimmt das Poco X6 Pro mit der Hauptkamera in bis zu 4k30 oder FHD60 auf. Codiert wird wahlweise mit H.264 oder H.265 (HEVC). Die Frontkamera nimmt Videos mit FHD60 oder FHD30 auf. Die Ultraweitwinkel-Kamera unterstützt das Filmen in FHD30. Die Makrokamera nimmt in maximal HD30 auf. In der Preisklasse ein Highlight ist die Möglichkeit in HDR10+ zu filmen, was sowohl mit der Haupt- als auch der Frontkamera in der jeweils maximalen Auflösung unterstützt wird.

Mit der Hauptkamera aufgenommene Videos zeigen eine ordentliche Qualität und überraschenderweise entgegen den Fotos sehr natürliche Farben, welche weder übersättigt noch im Weißabgleich daneben wirken. Die optische Bildstabilisierung gleicht Bewegungen beim Laufen gut aus und kommt auch mit stärkeren Wacklern noch recht gut klar. Der Autofokus funktioniert zuverlässig, ohne Pumpen und stellt sehr schnell scharf. Die Audioqualität fällt sehr gut aus und fängt Naturgeräusche sehr schön ein, sodass insgesamt eine realitätsnahe Soundkulisse abgebildet wird.

Die restlichen Kameras liefern abgesehen von der Makrokamera auch anständiges Videomaterial, wobei sowohl die UWW- als auch die Frontkamera EIS zur Stabilisierung nutzen, was sehr gut funktioniert. Bei der Frontkamera sollte man sich allerdings auf FHD30 beschränken, da FHD60 Videos der Frontkamera eine deutlich schlechtere Bildqualität liefern als FHD30 Videos.

Slow Motion Aufnahmen sind mit dem Poco X6 Pro mit dem Hauptsensor in Full HD mit 120fps und 240fps möglich. Beide Modi nehmen Videos in dieser Framerate inklusive Audio aus, mit denen man dann im Schnitt beliebig spielen kann. Zusätzlich gibt es noch Full HD mit 960fps und HD mit 1920fps zur Wahl. Hier entstehen dann nur bereits abgebremste Clips mit Längenbegrenzung ohne Audio.


Poco X6 Pro Akku

Kapazität (Angabe) 5000mAh
Kapazität (Gemessen) 4943mAh
WechselbarNein
Ladetechnologie67W USB-C

Akkulaufzeit

Angesichts der Leistungsklasse vom Poco X6 Pro gibt es an der Akkulaufzeit nichts auszusetzen. Der 5000mAh große Akku bringt einen mit 120Hz und aktiviertem "Sometimes On"-Display zuverlässig durch einen Tag, meist sogar anderthalb Tage. Ein voller Tag Laufzeit ist auch bei hellem Display und recht intensiver Nutzung mitsamt Kamera und GPS Betrieb gegeben. Früher als vor dem späten Abend mussten wir bei intensiver Nutzung nie nachladen. Wer die Laufzeit auf volle zwei Tage strecken will, kann das Display auf 60Hz limitieren und das AOD ausschalten. Weitere Einsparungen sind im Menüpunkt Akku möglich, wo sich die Prozessorleistung limitieren lässt.

Ladezeit 20% ➡️ 75%
Ladezeit 20% ➡️ 100%
Akkulaufzeit m. 120Hz + AOD

Ladezeit

Schnelles Aufladen unterstützt das Poco X6 Pro per USB-C mit 67W Leistung. Das passende Netzteil ist im Lieferumfang enthalten. Der Ladevorgang von 20% auf 75% nimmt rund 19 Minuten in Anspruch. Von 20% auf 100% vergehen etwa 38 Minuten. Das Smartphone erwärmt sich beim schnellen Aufladen deutlich, jedoch nicht unangenehm stark. Wireless Charging unterstützt das Poco X6 Pro nicht.


Poco X6 Pro Test Fazit

Wer nach einem Smartphone mit Top-Ausstattung sucht, das in Sachen Leistung am High-End-Segment kratzt, findet mit dem Poco X6 Pro eine äußerst interessante Option. Für in Angeboten regelmäßig ab 290€ bietet das Smartphone ein richtig gutes Preis-Leistungs-Verhältnis mit brachialer Leistung. Das Gesamtpaket ist gut ausbalanciert und der niedrige Preis wurde durch sinnvolle Abstriche wie z.B. Einsparungen beim Gehäusematerial (Kunststoff) und etwas älteren Kamerasensoren erreicht. Insgesamt bietet das Poco X6 Pro für sein Geld deutlich mehr, als man erwarten würde und das nicht nur was die Leistung angeht, sondern auch in den Kategorien Display, Speicher, Konnektivität und Audio.

Für Sparfüchse mit erhöhten Ansprüchen ist das Poco X6 Pro also definitiv einen genaueren Blick wert. Abraten muss man derzeit vom Kauf nur, wenn an die Kamera ebenfalls hohe Ansprüche gestellt werden. Zumindest das Thema Farbgenauigkeit ist keine Glanzleistung vom Poco X6 Pro. Solange Xiaomi hier nicht an der Software nachbessert, fällt das Poco X6 Pro bei anspruchsvolleren Nutzern in dieser Disziplin durch, auch wenn die Kameras in den restlichen Disziplinen durchaus zufriedenstellend abschneiden.

Wer sich den Testbericht noch als Video ansehen möchte, findet diesen bei uns im YouTube Kanal.

Vorteile

  • Gut verarbeitetes Gehäuse aus Kunststoff mit IP54 Zertifizierung und guter Stabilität
  • Option für Kunstleder Rückseite (Gelb)
  • Relativ leichte Bauweise (186g / 190g) aber trotzdem gute Stabilität
  • Frontglas mit Gorilla Glass 5 Schutz
  • Sehr gutes 10-Bit 120Hz AMOLED mit bis zu 1800 Nits, HDR10+ und Dolby Vision, kein "Curved Schnickschnack", sehr schlanke & fast symmerische Bezels
  • Sehr schneller 10-Punkt Touchscreen
  • In-Screen Fingerprint Scanner & zuverlässiges Face Unlock
  • Erstaunlich gute Performance dank Dimensity 8300 Ultra
  • Hohe Grafikperformance für anspruchsvolle Games
  • Relativ wenig Abwärme auch bei längerer und hoher Last
  • Viel und schneller Speicher mit aktueller Technik (LPDDR5X + UFS 4.0)
  • Alle wichtigen Sensoren vorhanden, keine Probleme
  • Linearvibration, USB-C mit USB 2.0 Geschwindigkeit und OTG
  • Performantes Xiaomi HyperOS mit recht aktueller Android-Basis und Update Garantie für 3 bzw. 4 Jahre
  • Google Zertifizierung und Widevine Level 1 DRM
  • Sehr guter Mobilfunk, WLAN & GPS Empfang
  • Schnelles 5G und Wi-Fi 6 mit über 1Gbit/s
  • Aktuelles Bluetooth 5.4 und NFC mit Google Pay Unterstützung
  • Solide, symmetrische Stereo Lautsprecher mit Dolby Atmos und virtuellem Raumklang
  • Sehr gute Sprachqualität beim Telefonieren, Doppelmikrofon, VoLTE & VoWiFi Unterstützung
  • Gute Kamera-Ausstattung mit 64MP OIS Kamera und 16MP Frontkamera
  • Videoaufnahme in HDR10+ möglich, Slow Motion bis 1920fps
  • Für die Leistungsklasse sehr gute Akkulaufzeit
  • Schnelles kabelgebundenes Aufladen mit 67W

Nachteile

  • Glänzende Varianten anfällig für Staub, Kratzer und Abdrücke
  • Kein DC Dimming, keine 90Hz Option fürs Display
  • Keine Status LED / kein echtes AOD (nur "Sometimes On")
  • Unnötiges Thermal Throttling (die geringen Temperaturen würden eine konservativere Drosselung zulassen)
  • Kein Micro SD Kartenslot
  • Unnötig viel Bloatware (immerhin deinstallierbar und keine Facebook Systemdienste)
  • Kein 3,5mm Anschluss
  • Kein UKW Radio Empfang möglich
  • Kein eSIM
  • Kameraschwächen: Farbdarstellung Hauptsensor, unnötige Zusatzkameras, Probleme bei Langzeitbelichtung
  • Kein Wireless Charging
 

Kommentare 4

Gäste - Alex am Dienstag, 07. Mai 2024 06:44

Danke für diesen sehr ausführlichen und unaufgeregten Test !

Danke für diesen sehr ausführlichen und unaufgeregten Test !
Gäste - Nick am Dienstag, 30. April 2024 10:40
Prozessor?

In der Einleitung wird vom 8300 Prozessor besprechen, im Fazit vom 9300. Ich kann natürlich googlen...

In der Einleitung wird vom 8300 Prozessor besprechen, im Fazit vom 9300. Ich kann natürlich googlen... :)
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Donnerstag, 23. Mai 2024

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