Von ChinaMobileMag auf Mittwoch, 25. März 2026
Kategorie: Testberichte

Poco F8 Ultra Testbericht

Einleitung

Bei der Poco F8 Serie handelt es sich um die Global Versionen der Redmi K90 Smartphones von Xiaomi aus China. Während das bereits getestete Poco F8 Pro auf dem Redmi K90 basiert, handelt es sich beim Poco F8 Ultra um ein umgelabeltes Redmi K90 Pro Max. Und genau dieses schauen wir uns in diesem Test mal ganz genau an.

Spannend ist das Poco F8 Ultra vor allem aufgrund seiner Ausstattung. Das Smartphone will aktuelle Oberklasse Hardware zum vergleichsweise schmalen Taler bieten. Mit dabei ist also der aktuelle Qualcomm Flaggschiff SoC Snapdragon 8 Elite Gen 5. Dazu gibt es noch ein überaus interessantes Design und ein 2.1 Soundsystem von Bose mit dediziertem Subwoofer auf der Rückseite.

Preislich bewegt sich das Poco F8 Ultra zur UVP zwischen 800 und 900 Euro, ist aber zu den Straßenpreisen erheblich günstiger zu haben. Der bisherige Bestpreis lag bei knapp 570€ und im Mittel ist derzeit mit Preisen zwischen 600 und 650€ im Einstieg zu rechnen. Für ein in Europa erhältliches Smartphone mit dieser Ausstattung also durchaus günstig.

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Poco F8 Ultra Lieferumfang

Die Verpackung des Poco F8 Ultra entspricht dem bekannten Design der Marke: ein schwarzer Deckel, ein gelber Innenkarton und eine schlichte Gestaltung ohne Produktabbildung auf der Außenseite. Das Smartphone selbst ist in einer Kunststofftüte verpackt, auf dem Display befindet sich bereits eine Schutzfolie. Ein zweiter gelber Innenkarton enthält das restliche Zubehör: eine flexible schwarze Schutzhülle, eine SIM-Nadel, ein USB-A-auf-USB-C-Kabel und die übliche Dokumentation inklusive EU-Energielabel. Das Kabel unterstützt lediglich USB 2.0. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten. Einen genaueren Blick bekommt ihr im Unboxing Video auf dem ChinaMobileMag YouTube Kanal.

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Poco F8 Ultra Design

​Materialien ​Rahmen: Metall (flach, matt)
Rückseite: GFK oder Silikon (matt oder texturiert)
Front: Xiaomi Shield Glass
Gewicht218g (Schwarz) oder 220g (Denim Blue)
AbmessungenSchwarz: 163,33 x 77,82 x 7,9mm
Denim Blue: 163,33 x 77,82 x 8,3mm
Dicke mit Kamera: 11,81mm (Denim Blue)
Wasserdicht​IP68
Untertauchen bis 1,5 Meter für 30 Minuten in Süßwasser

Materialien & Aussehen

Auf den ersten Blick ähnelt das Poco F8 Ultra seinem kleineren Geschwistermodell deutlich: flacher Metallrahmen mit mattem Finish, flaches Frontglas, flache Rückseite und ein typisch breites Kameramodul. Bei näherer Betrachtung zeigen sich aber Unterschiede in der Materialwahl. Beim Poco F8 Pro bilden Kamerabuckel und Rückseite ein durchgehendes Glas, beim Ultra setzt Poco hingegen auf andere Werkstoffe.

Der Kamerabuckel besteht aus Kunststoff, die Rückseite je nach Farbvariante aus GFK beim schwarzen Modell oder texturiertem Silikon bei der Denim Blue Variante. Letzteres sieht täuschend echt aus, als wäre das Gerät tatsächlich mit Jeansstoff überzogen. Haptisch fühlt sich das Material aber eher wie Gummi an, was allerdings einen praktischen Nebeneffekt hat: der Grip ist sehr gut und das Smartphone liegt trotz des deutlich wahrnehmbaren Gewichts angenehm und ausbalanciert in der Hand.

Der Kamerabuckel fällt beim Poco F8 Ultra wieder vergleichsweise schlank aus und beherbergt neben dem mit dem Pro Modell identischen Linsen-Layout auch den dedizierten Subwoofer des 2.1 Soundsystems. Durch die Breite des Moduls liegt das Gerät auf dem Tisch recht stabil und wackelt kaum.

Verarbeitung, Tasten & Anschlüsse

Die Verarbeitungsqualität gibt keinen Anlass zur Kritik. Spaltmaße sind gleichmäßig, Übergänge sauber, Mängel oder Unebenheiten sind nicht festzustellen. Die Tasten sitzen fest, wackeln nicht und bieten einen knackigen Druckpunkt. Das Layout folgt dem bei Xiaomi üblichen Schema: Power- und Lautstärketasten rechts übereinander, an der Unterseite befinden sich SIM Tray, Sprachmikrofon, USB-C Port und ein Lautsprecher, oben sitzt der zweite Lautsprecher. Infrarotblaster und Umgebungsmikrofon sind im Kameramodul auf der Rückseite untergebracht.

Die IP68 Zertifizierung ist beim Poco F8 Ultra ebenfalls an Bord und verspricht Schutz vor Untertauchen bis 1,5 Meter für 30 Minuten in Süßwasser, was im Test mit einem längeren Tauchgang im Waschbecken ohne sichtbaren Wassereintritt bestätigt werden konnte.

Poco F8 Ultra Display

​Größe ​6,9 Zoll
Auflösung ​2608 x 1200 @120Hz
Adaptive Sync: ​60/90/120Hz
Technologie​​12-Bit HyperRGB AMOLED (flach)
68 Milliarden Farben, DCI-P3 Farbraum
HLG, HDR10(+) & Dolby Vision
Manuelle Helligkeit: 600 Nits
HBM Helligkeit: 2000 Nits (gemessen 1800 Nits)
Peak Helligkeit: 3500 Nits (bis 25% der Fläche)
Laut Hersteller durchgehendes DC-Dimming
​Anzahl Berührungspunkte​9
Abtastrate: 480Hz (2560Hz im Spielmodus)
Kein Handschuh-Modus
Wet-Touch 2.0​
Gehärtetes Glas​Ja
Xiaomi Shield Glass
Anti Fingerabdruck BeschichtungJa

Panel & Bild

Mit 6,9 Zoll Diagonale gehört das Poco F8 Ultra zu den größten Smartphones im aktuellen Xiaomi Line-up. Das Panel setzt auf die sogenannte HyperRGB Technik, die auf eine Pen-Tile Matrix verzichtet, sondern auf RGB Subpixel setzt. Das zahlt sich trotz der FHD+ Auflösung aus: Selbst bei kurzem Betrachtungsabstand sind trotz der großen Diagonale keine einzelnen Pixel erkennbar, die Darstellung wirkt scharf und klar ohne Rasterung. Technisch entspricht das Panel ansonsten dem des Pro Modells mit 12-Bit Farbtiefe und adaptiver Bildwiederholrate zwischen 60 und 120Hz. Die Reaktionszeit ist sehr gut, beim Scrollen durch Inhalte tritt kein Nachziehen auf.

Die Bildqualität ist insgesamt sehr gut. Die Werkskalibrierung überzeugt mit natürlichen Farben und einem Weißpunkt im Optimalbereich. Bilder und Videos wirken authentisch ohne übertriebene Sättigung. Wer auf eine natürliche Darstellung Wert legt, wird das Panel sehr mögen. Blickwinkel sind aus allen Richtungen stabil mit nur geringem Helligkeitsabfall. HDR10+, HDR10 und Dolby Vision werden unterstützt, die maximale Spitzenhelligkeit für HDR Inhalte liegt bei 3500 Nits auf 25% der Bildfläche. Die Bildschirmränder sind angenehm schmal und annähernd symmetrisch.

Für die Nutzung im Freien ist das Display gut gerüstet. Laut Hersteller sind 2000 Nits HBM Helligkeit möglich, gemessen wurden bei alltagsüblichen Inhalten rund 1800 Nits, was auch bei direktem Sonnenlicht eine gute Lesbarkeit sicherstellt. Weniger erfreulich ist die manuell einstellbare Helligkeit, die bei rund 600 Nits ihr Maximum erreicht. 700 bis 800 Nits sind heute gängig. Nach unten hin ist das Panel mit ca. 1 Nit minimaler Helligkeit vorbildlich. Poco bewirbt das F8 Ultra mit durchgehendem DC-Dimming, durch den Kamerasucher ist aber gelegentlich ein geringfügiges Flimmern im Display erkennbar, was bereits vom F8 Pro so war. Vollständig flimmerfrei ist das Poco F8 Ultra damit nicht.

Einstellungen & Features

Die Displayeinstellungen bieten die üblichen Android Optionen sowie einige Extras, fallen aber gegenüber anderen Xiaomi Oberklasse-Geräten beim Farbmanagement etwas ab. Zur Verfügung stehen lediglich zwei Presets und die Farbtemperatureinstellung. Eine manuelle Kalibrierung etwa über RGB-Regler, Gamma oder Sättigung ist nicht möglich. Ein Lesemodus ist vorhanden. Gegenüber dem Pro Modell bietet das Poco F8 Ultra zusätzlich eine Video- und Bildverbesserung per dediziertem Upscaling-Chip, was bei niedrig auflösenden Inhalten sichtbare Verbesserungen bringt, allerdings Abwärme und Energieverbrauch spürbar erhöht. Die Bildwiederholrate lässt sich wahlweise adaptiv oder fest auf 60 oder 120Hz einstellen. Das Always-On Display kann dauerhaft oder zeitgesteuert aktiviert werden und zeigt Benachrichtigungen als Icons an.

Touchscreen & Displayglas

Anders als das Pro Modell setzt das Poco F8 Ultra kein Gorilla Glass ein, sondern Xiaomi's eigenes Shield Glass, das bereits von anderen Xiaomi Flaggschiffen bekannt ist. In der Praxis ist das kein Nachteil: Im Kratztest mit Schlüsseln schlägt es sich vergleichbar mit Gorilla Glass, und auch nach ungeschützter Alltagsnutzung zeigt das Display bisher keine Beschädigungen wie Micro-Kratzer. Die Oberfläche gleitet gut, Fingerabdrücke setzen sich nur langsam ab und lassen sich einfach abwischen. Der Touchscreen unterstützt neun Berührungspunkte, arbeitet präzise und reagiert ohne spürbare Verzögerung. Auch schnelles Tippen gelingt fehlerfrei. Wassertropfen beeinträchtigen die Eingabe nicht. Ein Handschuhmodus ist allerdings nicht vorhanden.

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Poco F8 Ultra Ausstattung

​Prozessor Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 (3nm)
2x Oryon Gen 3 Prime @4,61GHz
6x Oryon Gen 3 Performance @3,63GHz
GPU Adreno 840 (3 Slice Architektur)
Takt: 1,2GHz
RAM12GB | 16GB  LPDDR5X
Speicher256GB | 512GB UFS 4.1
Lesen: 4,07GB/s | Schreiben: 4,25GB/s (seq.)​
Micro SDNein
Fingerabdruck ScannerJa (im Display, Ultraschall)
SensorenUmgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation
BesonderheitenUSB-C 3.2 Gen2 (10Gbit/s), USB OTG, Videoausgabe (Screen Mirroring), Always-On Display, kein 3,5mm Anschluss, Linearvibration, Stereo 2.1 Lautsprecher, kein UKW Radio, Infrarot Blaster

​Alltags Performance

Das Herzstück des Poco F8 Ultra ist der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5, der aktuelle Flaggschiff SoC von Qualcomm. Dieser findet sich sonst vorwiegend in Geräten jenseits der 1000 Euro, was das Poco F8 Ultra zu aktuellen Straßenpreisen um 600 Euro zu einem sehr attraktiven Angebot macht. Die Alltagsperformance ist erwartungsgemäß auf Flagship-Niveau: Das System läuft durchgängig flüssig, Apps starten ohne spürbare Verzögerung, lange Social Media Feeds scrollen ohne Hänger oder Nachladeruckler. Auch der Chrome Browser mit mehreren geöffneten Tabs und umfangreichen Seiten bereitet keine Probleme. Apps im Split Screen oder Fenstermodus laufen ebenso reibungslos. Die Wärmeentwicklung bleibt bei normaler Nutzung moderat und wird nie störend.

Auch für Gamer ist das Poco F8 Ultra interessant, nicht zuletzt wegen der hohen Touch-Abtastrate von 480Hz im Normalbetrieb und 2160Hz im Spielmodus. Genshin Impact läuft auf maximalen Einstellungen stabil mit 60fps und lässt sich per Grafikverbesserung und Framerate Interpolation über die Game Tools auf flüssige 120fps hochskalieren. Das anspruchsvollere Honkai Star Rail zeigt dasselbe Bild: stabile 60fps auf maximalen Einstellungen, ebenfalls mit Game Tools Unterstützung für Upscaling und Interpolation auf 120fps. Viele andere Oberklasse-Smartphones bieten diese Kombination in diesem Titel nicht.

Benchmarks

Poco F8 Ultra: Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5
Antutu (V11)
3.913.387
Geekbench Single Core (V6)
3.666
Geekbench Multi Core (V6)
11.080
Geekbench Compute (V6)
23.687
PCMark Work (3.0)
22.668
Basemark GPU Medium
41.022
3DMark Wild Life Extreme Unlimited
7.382
3DMark Solar Bay Unlimited
13.966
3DMark Solar Bay Extreme Unlimited
1.362
3DMark Steel Nomad Light Unlimited
2.892

Abwärme & Thermal Throttling

Die Wärmeentwicklung beim Spielen ist spürbar, verteilt sich aber gut über den Metallrahmen und die gesamte Rückseite, was auf eine durchdachte Kühlung hindeutet. Bei längeren Spielsessions steigt die Gehäusetemperatur am Rahmen stellenweise auf etwas über 40°C, die Rückseite bleibt in der Regel darunter. Das ist vergleichbar mit anderen Smartphones auf Basis desselben Chips mit ordentlicher Kühlung.

Besonders positiv fällt das Drosselverhalten aus. Im Härtetest mit Genshin Impact und Honkai Star Rail gleichzeitig im Split Screen ist auch nach über 15 Minuten kein starker Framerate Einbruch erkennbar. Das Poco F8 Ultra schneidet hier deutlich besser ab als teurere Konkurrenten wie das OnePlus 15, das Xiaomi 17 Pro oder das Honor Magic 8 Pro, die im selben Test allesamt deutlich sichtbare Einbrüche der Framerate gezeigt hatten.

Die synthetischen Throttling Tests unterstreichen diesen Befund. Im CPU Throttle Test bricht die Leistung innerhalb von 15 Minuten auf 77% des Ausgangswertes ein. Das Honor Magic 8 Pro erreichte hier im Test einen Einbruch auf bis zu 30%, das Xiaomi 17 Pro auf 38%. Das OnePlus 15 kommt zwar auf bessere 87%, arbeitet dabei aber mit einem deutlich niedrigerem Ausgangsniveau der Rechenleistung (Durchschnitt 348 GIPS gegenüber 446 GIPS beim Poco F8 Ultra).

Beim GPU Throttling zeigt der 3DMark Solar Bay Stress Test einen Einbruch auf 78,1% mit sehr flacher Kurve. Das ist ebenfalls besser als alle genannten Vergleichsgeräte (Honor Magic 8 Pro 45,1%, OnePlus 15 59,2%, Xiaomi 17 Pro 62%). Damit ist das Poco F8 Ultra aktuell das Gerät mit dem besten Throttling-Verhalten in unseren bisherigen Tests zu Geräten mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 und damit ein klarer Geheimtipp für Mobile Gamer mit Preis-Fokus.

Poco F8 Ultra vs. Poco F8 Pro

Wer zwischen dem Poco F8 Pro und dem Poco F8 Ultra abwägt, sollte die Leistungsunterschiede kennen. Das Pro Modell setzt noch auf den Snapdragon 8 Elite, also den Vorgänger des Snapdragon 8 Elite Gen 5, und ist zu aktuellen Straßenpreisen rund 200 Euro günstiger. Für Nutzer mit gehobenen Leistungsansprüchen kann der Aufpreis dennoch sinnvoll sein: Das Ultra bietet gegenüber dem Pro Modell etwa 25% mehr CPU-Leistung und je nach Benchmark 10 bis 25% mehr GPU-Leistung. Wer das Maximum an Leistung brauchen kann, bekommt also einen konkreten Mehrwert geboten.

Poco F8 Pro: Qualcomm Snapdragon 8 Elite
Poco F8 Ultra: Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5
Antutu (V11)
Poco F8 Ultra
3.913.387
+25,9%
3.107.731
-20,6%
Geekbench Single Core (V6)
Poco F8 Ultra
3.666
+25,5%
2.920
-20,3%
Geekbench Multi Core (V6)
Poco F8 Ultra
11.080
+13,2%
9.789
-11,7%
Geekbench Compute (V6)
Poco F8 Ultra
23.687
+24,0%
19.103
-19,4%
PCMark Work (3.0)
Poco F8 Ultra
22.668
+0,8%
22.478
-0,8%
Basemark GPU Medium
Poco F8 Ultra
41.022
+19,9%
34.201
-16,6%
3DMark Wild Life Extreme Unlimited
Poco F8 Ultra
7.382
+11,3%
6.634
-10,1%
3DMark Solar Bay Unlimited
Poco F8 Ultra
13.966
+17,1%
11.927
-14,6%
3DMark Solar Bay Extreme Unlimited
Poco F8 Ultra
1.362
+16,2%
1.172
-14,0%
3DMark Steel Nomad Light Unlimited
Poco F8 Ultra
2.892
+19,5%
2.420
-16,3%

Poco F8 Ultra vs. Snapdragon 8 Elite Gen 5 Flagships

Gegen andere Smartphones mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 behauptet sich das Poco F8 Ultra sehr gut, obwohl diese Geräte in der Regel erheblich mehr kosten. In mehreren Benchmarks landet das Poco F8 Ultra zum Testzeitpunkt auf Platz 1 (kann sich ggf. mit weiteren getesteten Geräten ändern, der Benchmark Vergleich wird dynamisch generiert), wobei es sich dabei einen engen Kampf mit dem Honor Magic 8 Pro liefert. Die Abstände zwischen den Modellen bewegen sich vielfach im Bereich der Messtoleranz.

Xiaomi 17 Pro: Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5
OnePlus 15: Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5
Honor Magic 8 Pro: Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5
Poco F8 Ultra: Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5
Antutu (V11)
Poco F8 Ultra
3.913.387
+2,0%
3.837.499
-1,9%
3.748.124
-4,2%
3.706.392
-5,3%
Geekbench Single Core (V6)
Poco F8 Ultra
3.666
-0,5%
3.601
-2,3%
3.483
-5,5%
Geekbench Multi Core (V6)
Poco F8 Ultra
11.080
+1,9%
10.871
-1,9%
10.518
-5,1%
10.499
-5,2%
Geekbench Compute (V6)
24.274
+1,0%
24.023
-1,0%
23.775
-2,1%
Poco F8 Ultra
23.687
-2,4%
PCMark Work (3.0)
23.298
+2,8%
Poco F8 Ultra
22.668
-2,7%
20.381
-12,5%
15.874
-31,9%
Basemark GPU Medium
42.485
+0,1%
42.425
-0,1%
Poco F8 Ultra
41.022
-3,4%
35.282
-17,0%
3DMark Wild Life Extreme Unlimited
Poco F8 Ultra
7.382
+0,2%
6.948
-5,9%
6.886
-6,7%
3DMark Solar Bay Unlimited
14.167
+1,4%
Poco F8 Ultra
13.966
-1,4%
12.686
-10,5%
12.661
-10,6%
3DMark Solar Bay Extreme Unlimited
Poco F8 Ultra
1.362
+2,3%
1.245
-8,6%
1.103
-19,0%
3DMark Steel Nomad Light Unlimited
Poco F8 Ultra
2.892
-2,3%
2.619
-11,6%
2.558
-13,6%

Speicher, Sensoren & Sonstiges

Auch bei der Speicherausstattung gibt es kaum Anlass zur Kritik. Das Basismodell kommt mit 12GB LPDDR5X RAM, für einen Aufpreis von etwa 70 bis 100 Euro gibt es 16GB. Das vorliegende Testgerät war mit 16GB ausgestattet und zeigte eine erstklassige Multitasking-Performance: Mehr als zehn gleichzeitig offene Apps bereiteten keine Probleme, der Wechsel zwischen diesen erfolgt schnell und ohne erneutes Laden, sofern die Energiemanagement-Einstellungen entsprechend angepasst sind. Auch die Kombination aus Split Screen und Fenstermodus läuft ohne Performance Einbrüche.

Der Festspeicher basiert wie bei vielen aktuellen Oberklasse-Flaggschiffen auf UFS 4.1, das Basismodell kommt mit 256GB, die 16GB RAM Variante automatisch mit 512GB. Die sequenziellen Lese- und Schreibwerte liegen mit 4 bis 4,2GB/s auf dem üblichen Niveau aktueller Oberklasse-Geräte. Eine Erweiterung per MicroSD Karte ist nicht vorgesehen, das Anschließen einer externen SSD über USB-C hingegen ist möglich.

Die Sensorausstattung vom Poco F8 Ultra entspricht der des F8 Pro. Alle gängigen Sensoren sind vorhanden, lediglich ein Barometer fehlt. Kompass und Gyroskop arbeiten zuverlässig ohne Aussetzer oder Abweichungen. Der Ultraschall-Fingerabdruckscanner im Display entsperrt schnell, zuverlässig und sitzt an einer angenehmen Position. Face Unlock per Frontkamera funktioniert ebenfalls flott und auch bei wenig Licht noch gut.

Das Vibrationsfeedback nutzt denselben Linearvibrator wie das Pro Modell: kräftig genug für gutes Feedback, aber nicht störend laut. Ein Infrarotblaster zur Gerätesteuerung ist rückseitig im Kameramodul untergebracht. UKW Radio wird nicht unterstützt. Ein klares Upgrade gegenüber dem Pro Modell bietet der USB-C Port: Statt USB 2.0 setzt das Poco F8 Ultra auf USB 3.2 Gen2 mit bis zu 10Gbit/s, was in dieser Preisklasse eine echte Ansage ist, denn selbst bei Smartphones für 1000€ aufwärts findet man Gen2 nach wie vor nur selten. Externe Bildschirme lassen sich per Screen Mirroring über USB-C anbinden.

Poco F8 Ultra Software

​Variante HyperOS 3
Version im Test: ​3.0.7.0.WPMEUXM
​Android Version Android 16
Sicherheitspatch im Test​: Januar 2026
Google zertifiziertJa
DRM TechnologienClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM
BloatwareJa (App Stores, Browser, Social Media, Shopping, Office, Streaming)
Root-ZugriffNein
OTA UpdatesJa (ein Update im Testzeitraum)
Update Garantie: 4 / 6 Jahre
SchadsoftwareKeine Funde
Facebook / Meta Systemdienste vorhanden

​Android Version & Variante

Das Poco F8 Ultra läuft mit Xiaomi's HyperOS 3, basierend auf Android 16. Die Nutzererfahrung entspricht dem bekannten HyperOS 3 Standard: Die deutsche Übersetzung ist sauber, Google Play Dienste und Play Store sind vorinstalliert, Android Auto wird unterstützt. Die Systemperformance ist sehr gut, was für eine ordentliche Optimierung spricht.

Bei den Updates verspricht Poco 4 Jahre Android Updates und 6 Jahre Sicherheits-Updates, womit das Gerät langfristig versorgt sein sollte. Die Update-Frequenz ist allerdings wie bei den meisten Poco Modellen etwas langsamer als bei Xiaomi's Hauptlinie. Im Testzeitraum im März war der Sicherheitspatch noch auf dem Stand von Januar 2026. Nach dem Auspacken stand ein Update bereit.

Zertifizierung & DRM

Die Google Zertifizierung ist vorhanden, Google Dienste laufen ohne Probleme. Auch Drittanbieter-Apps wie Banking-Anwendungen funktionieren problemlos. Widevine Level 1 DRM ist an Bord, womit hochauflösendes Streaming bei Netflix und vergleichbaren Diensten unterstützt wird. Der HDR Support umfasst HLG, HDR10, HDR10+ und Dolby Vision.

Bloatware, Schadsoftware & Bugs

Wie bei allen Xiaomi Geräten kommt das Poco F8 Ultra mit einer nennenswerten Menge vorinstallierter Apps, darunter Social Media Dienste und Office Anwendungen daher. Der Großteil davon lässt sich deinstallieren, die Facebook bzw. Meta Dienste bilden davon die bekannte Ausnahme, können aber deaktiviert werden. Schadsoftware-Scans blieben ohne Funde, gravierende Bugs oder Abstürze traten im Testzeitraum keine auf.

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Poco F8 Ultra Konnektivität

​Mobilfunk 2G: B2/3/5/8
3G: B1/2/4/5/8/6/19
4G-FDD: B1/2/3/4/5/7/8/18/19/20/26/28/66(70M)/71
4G-TDD: B38/40/41/42/48
5G-SA: N1/3/5/7/8/20/28/38/40/41/66(70M)/77/78/71
5G-NSA: N1/3/5/7/8/20/28/38/40/41/66(70M)/77/78/71
WLAN WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax/be (Wi-Fi 6/6E/7)
2x2 MIMO, Wi-Fi Direct​, 8x8 Sounding für MU-MIMO, Wi-Fi Direct, Miracast
BluetoothBluetooth 6.0
Dual Bluetooth​
NFCJa (mit Google Pay)
​Dual SIMDual Nano SIM
eSIM Unterstützung (Dual eSIM)
PositionsbestimmungGPS (L1+L5), A-GPS, Galileo (E1+E5a), GLONASS (G1), BDS (B1I+B1C+B2a), QZSS (L1+L5), NavIC (L5)

Mobilfunk

Der 5G Empfang des Poco F8 Ultra überzeugt im Test. Auch in Bereichen mit schwacher Netzabdeckung gab es keine Verbindungsabbrüche. Ein nächtlicher Speed Test im o2 5G+ Netz ergab 343Mbit/s im Download und 56,4Mbit/s im Upload. Dual SIM ist mit zwei Nano SIM Karten möglich, zusätzlich wird eSIM unterstützt, sowohl im Mischbetrieb als auch als Dual eSIM. Gegenüber dem Poco F8 Pro, das lediglich eine einzelne eSIM unterstützt, ist das ein klarer Vorteil.

WLAN, Bluetooth & NFC

Das Poco F8 Ultra unterstützt WLAN bis Wi-Fi 7 (802.11be). Die Empfangsqualität ist gut, Streaming-Aussetzer traten auch im am schwächsten versorgten Raum des Hauses nicht auf. Im Speed Test an einer Fritz!Box 6660 Cable mit Wi-Fi 6 wurden direkt neben dem Router solide 949Mbit/s erreicht, ein Stockwerk darunter noch gute 390Mbit/s. Bluetooth 6.0 funktioniert zuverlässig mit verschiedenen Gerätetypen und ohne Einschränkungen bei der Reichweite. NFC ist vorhanden und unterstützt Google Pay.

GPS Test

Der GPS Empfang ist einwandfrei. Im GPS Test wurden über 50 Satelliten im Fix erreicht, der SNR Wert lag deutlich im grünen Bereich. Die Navigations- und Trackinggenauigkeit ist hoch, ein Wechsel der Straßenseite ist im GPS Track sichtbar. Auch in Gebäudenähe oder mit dem Gerät in der Hosentasche sind keine starken Abweichungen aufgetreten.

Poco F8 Ultra Audio

​Lautsprecher 2.1 Stereo Lautsprecher
Rahmen unten + Rahmen oben + Kamera-Modul (Subwoofer)​
Noise Cancelling Mikrofon Ja
Triple Mikrofon Array
Weitere MerkmaleVoLTE & VoWiFi, VoNR, Dolby Atmos, Sound by Bose mit Systemequalizer & Presets

Lautsprecher

Das Soundsystem ist eines der auffälligsten Alleinstellungsmerkmale des Poco F8 Ultra. Poco setzt auf ein 2.1 System in Zusammenarbeit mit Bose, bestehend aus zwei Medienlautsprechern oben und unten im Rahmen sowie einem dedizierten Subwoofer im Kameramodul auf der Rückseite. Das Ergebnis ist eines der bassstärksten Soundsysteme, die aktuell in einem Smartphone zu finden sind. Den direkten Vergleich mit dem Honor Magic 8 Pro, das in dieser Disziplin bisher in unseren Tests den Maßstab gesetzt hat, muss das Poco F8 Ultra nicht scheuen, auch wenn das Honor selbst ohne Subwoofer noch etwa mehr Tiefgang liefert.

Was das Poco F8 Ultra gegenüber dem Honor aber besser macht: Das Klangbild ist ausgewogener und differenzierter. Der Bass ist intensiv, aber nicht übertrieben, und auch bei hoher Lautstärke bleibt das Klangbild weitgehend frei von Verzerrungen oder Kratzen. Die Maximallautstärke ist sehr hoch. Für die gebotene Bassintensität überträgt sich auch erstaunlich wenig Vibration auf das Gehäuse, deutlich weniger als beim Honor Magic 8 Pro. Praktisch: Liegt das Gerät auf einem Tisch, verschlechtert sich der Klang kaum. Der Bass reduziert sich leicht, die Lautstärke und Klarheit bleiben aber weitgehend erhalten.

Zur Klangoptimierung nutzt das Poco F8 Ultra ein "Sound by Bose" System, das sich von der Lösung anderer Xiaomi Geräte unterscheidet und auch Dolby Atmos beinhaltet. Verschiedene Presets stehen zur Wahl, jeweils mit einer Differenzierung zwischen "Dynamisch" und "Ausgeglichen" mit unterschiedlicher Bassintensität. Zusätzlich steht ein manueller systemweiter Equalizer für individuelle Anpassungen bereit.

Sprachqualität (Telefonie)

Die Telefoniequalität ist beim Poco F8 Ultra sehr gut. Der Ton ist an beiden Seiten klar und verständlich, Umgebungsgeräusche werden gut herausgefiltert. Der Telefonhörer wird sehr laut. VoLTE und laut Xiaomi auch Vo5G (VoNR) werden unterstützt. VoWiFi funktioniert im Test im o2 Netz ohne Probleme, muss jedoch zunächst manuell in den SIM Einstellungen aktiviert werden.

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Poco F8 Ultra Kamera

​Hauptkamera Haupt: 50MP Light Fusion 950 1/1.31" f/1.67 23mm OIS AF
Tele: 50MP Samsung JN5 5x Periskop 1/2.76" f/3.0 115mm OIS AF
Ultrawide: 50MP OmniVision OV50M 1/2.88" f/2.4 18mm 120° EIS FF
Video: 8k30 (nur Haupt); 4k60 (alle Hauptkameras); 4k30 (alle Hauptkameras)
Codec: H.264 / H.265 (HEVC)
HDR Video: HDR10+ mit 4k30 (nur Hauptlinse)
​Frontkamera 32MP OmniVision OV32D 1/3.14" f/2.2 21mm EIS FF
Video: 4k30 / FHD60
Codec: H.264 / H.265 (HEVC)
HDR Video: HDR10+ bis 4k30
​BlitzSingle LED
​Fokus​PDAF + CDAF
​Slow MotionFHD960 / HD1920 (ohne HSR & Ton), FHD240 / FHD120 (mit HSR & Ton)

Gegenüber dem F8 Pro gibt es beim Poco F8 Ultra in allen Kamerabereichen Upgrades. Die Hauptlinse wechselt vom Light Fusion 800 auf den größeren Light Fusion 950 Sensor mitsamt größerer Blendenöffnung. Die Tele-Kamera setzt nun auf einen Samsung JN5 Sensor mit Periskop-Optik und hebt den optischen Zoom von 3-fach auf 5-fach an, dazu kommt OIS statt des beim Pro Modell genutzten EIS. Die Ultrawide-Kamera wächst von 8MP auf 50MP, bleibt aber ohne Autofokus. Die Frontkamera legt von 20MP auf 32MP zu, bei unveränderter Blende und ebenfalls ohne Autofokus. Alle folgenden Aufnahmen wurden mit Standardeinstellungen, aktivem Auto HDR und ohne zusätzliche KI Funktionen erstellt.

Hauptcam (Tag, 12MP Standard)

Der Autofokus der Hauptkamera arbeitet im 12MP Standard Modus schnell und zuverlässig, auch bei kleinen Motiven. Der Auslöser reagiert quasi verzögerungsfrei. Leichtes Wackeln oder sich bewegende Motive bereiten dem Poco F8 Ultra hier keine Probleme. Die Farbabstimmung ist lebendig, aber noch naturnah, ähnlich dem Pro Modell aber mit etwas höherer Sättigung. Der Weißabgleich ist weitgehend gut, zeigt aber gelegentlich leichte Farbstiche. Bei normaler mittlerer Distanz ist die Bildschärfe gut, auf große Distanz zeigt das Poco F8 Ultra jedoch mehr verwaschene Details als das Pro Modell. Auch dezente chromatische Aberration ist sichtbar, die beim Pro nicht aufgefallen war, jedoch nur beim Einzoomen auffällt. Das Rauschverhalten ist gut, dunkle Bildbereiche und Innenräume bleiben ohne exzessives Rauschen, der Qualitätsabfall bei Dämmerlicht hält sich in Grenzen. Nahaufnahmen profitieren von einem ansprechenden Bokeh Effekt, am Bildrand zeigt die Optik keine Verzerrungen oder Unschärfe.

Hauptcam (50MP Modus)

Der 50MP Modus ist beim Poco F8 Ultra schlechter optimiert als beim Pro Modell. Selbst bei mittlerer Distanz zeigen sich beim Einzoomen matschige Texturen und verwaschene feine Details, die höhere Auflösung bringt damit keinen nennenswerten Vorteil. Bei Farben, Dynamikumfang und Rauschverhalten gibt es keine wesentlichen Unterschiede zum Standard Modus.

Hauptcam (2x Digitalzoom)

Der 2-fache Digitalzoom ist gut optimiert. Der Qualitätsverlust fällt gering aus, die Aufnahmen wirken trotz der erwähnten Detailschwäche auf Distanz recht scharf und detailliert. Auch in Innenräumen, bei Dämmerlicht und bei Nacht liefert der 2-fache Zoom noch gute Ergebnisse und wirkt in vielen Situationen wie ein optischer Zoom mit nur leichtem Qualitätsabfall bei Nacht. An feinen Strukturen auf Distanz wird die chromatische Aberration etwas stärker hervorgehoben.

Hauptcam (Blitz)

Der Blitz ist beim Poco F8 Ultra wie beim Pro Modell eine einzelne LED, liefert aber eine erstaunlich hohe Lichtmenge, die durch den größeren Sensor des Ultra nochmals etwas besser ausfällt. Blitzaufnahmen wirken heller, schärfer und detaillierter mit leicht besserem Rauschverhalten, und auch auf größere Distanz sind noch brauchbare Ergebnisse möglich. Der Weißabgleich mit Blitz fällt beim F8 Ultra nochmals etwas neutraler aus.

Hauptcam (Nachtfotos)

Bei Nachtaufnahmen legt das Poco F8 Ultra gegenüber dem Pro deutlich zu. Die Lichtausbeute ist erheblich besser, Sterne sind im normalen Nachtmodus auch bei freihändigen Aufnahmen sichtbar. Rauschen und Bildartefakte in sehr dunklen Bereichen sind reduziert, Kontrast und Detaildarstellung auf mittlere Distanz fallen schöner aus. Die Farbabstimmung im Nachtmodus ist beim F8 Ultra etwas kühler, trifft die Realität dadurch aber oft besser. Der Dynamikumfang an Lichtquellen ist sehr gut, Clipping, störende Halos und Linsenflecken sind kein Thema.

Hauptcam (Langzeitbelichtung)

Die Langzeitbelichtung im Pro Modus erlaubt Belichtungszeiten bis 30 Sekunden. Im Halbautomatikmodus sind die Ergebnisse gut, der lichtstärkere Sensor fängt mehr Licht ein und bildet den Sternenhimmel schön ab. Der Halbautomatikmodus setzt den Weißwert jedoch nicht immer optimal und wählt gelegentlich einen zu hohen ISO Wert. Für optimale Ergebnisse sind manuelle Einstellungen beim Poco F8 Ultra empfehlenswert. Die vorliegenden Testbilder wurden alle im Halbautomatikmodus aufgenommen.

Tele-Cam (Tag, 12MP Standard)

Die Tele-Kamera im Poco F8 Ultra ist ein deutliches Upgrade gegenüber dem Pro Modell. Der 5-fache optische Zoom macht sich klar bemerkbar, und die OIS Stabilisierung erleichtert das Ruhighalten des Motivs spürbar. In den Einstellungen empfiehlt es sich, den automatischen Linsenwechsel zu deaktivieren, um ungewollte Umschaltvorgänge auf Digitalzoom in schwierigen Lichtsituationen zu vermeiden. Die Bildqualität bei Tag ist schön und scharf, allerdings zeigt auch das F8 Ultra auf große Distanz etwas mehr weiche Details als das F8 Pro. Die Optik selbst ist hochwertig ohne Randverzerrungen oder Unschärfe. Das Rauschverhalten in Innenräumen ist geringfügig schlechter als beim Pro, aber noch vertretbar. Der Weißabgleich ist konsistent, aber mit eher warmer Abstimmung. Die Farbsättigung fällt deutlich höher aus als beim F8 Pro und sieht zwar ansprechend aus, bildet die Realität aber nicht immer exakt ab.

Tele-Cam (50MP Modus)

Im 50MP Modus verbessert sich die Detaildarstellung auf Distanz bei vielen Motiven deutlich. Dafür zeigen sich aber deutliche Farbveränderungen verglichen mit dem Standard Modus: Der Weißabgleich ist zu warm mit einem merklichen Rotstich. Das Rauschverhalten in Innenräumen verschlechtert sich leicht.

Tele-Cam (10x Digitalzoom)

Der 10-fache Digitalzoom ist bei der Tele-Linse sehr gut optimiert. Bei Tageslichtaufnahmen sind die Qualitätseinbußen minimal, die Ergebnisse wirken oft wie optischer Zoom und das Poco F8 Ultra liefert schöne detaillierte Bilder. Der Weißabgleich bleibt gut und relativ neutral, die Farbsättigung liegt auf dem Niveau des Standardmodus. In Innenräumen fällt der Qualitätsabfall gering aus, bei Nacht sind 10-fache Zoomaufnahmen vor allem bei Motiven mit ausreichend Kunstlichtquellen noch brauchbar.

Tele-Cam (Nachtfotos)

Bei Nachtfotos auf nativer Zoomstufe übertrifft das Poco F8 Ultra das Pro Modell deutlich: Die Bilder sind heller, schärfer und detailreicher. Etwas Bildrauschen ist erkennbar, bewegt sich aber in akzeptablen Grenzen. Der Dynamikumfang ist auch bei Nacht sehr gut. Die hohe Farbsättigung und die warme Abstimmung setzen sich allerdings auch hier fort, was zwar durchaus ansprechend wirkt, jedoch nicht wirklich naturgetreu ist.

Ultrawide-Cam (Tag, 12MP Standard)

Die Ultrawide-Kamera im Poco F8 Ultra ist gegenüber dem Pro Modell ein klares Upgrade. Die Schärfe liegt durch den 50MP Sensor merklich höher als beim Pro. Die Farbabstimmung ist deutlich natürlicher und weniger gesättigt als bei den anderen Kameras, der Weißabgleich relativ neutral und konsistent. Ohne Autofokus bleibt die Kamera aber hinter echten Oberklasse Flagships zurück: Auf große Distanz zeigen sich weiterhin recht matschige feine Strukturen und Texturen. Insgesamt ist die Kamera aber solide und im 500 bis 600 Euro Preissegment überdurchschnittlich gut.

Ultrawide-Cam (50MP Modus)

Im 50MP Modus gibt es im mittleren Distanzbereich mit der Ultrawide-Cam etwas mehr Schärfe und damit etwas mehr Details. Landschaftsaufnahmen profitieren davon aber nur selten. Farbdarstellung, Dynamikumfang und Rauschverhalten bleiben zum Standardmodus weitgehend unverändert.

Ultrawide-Cam (Nachtfotos)

Für Nachtaufnahmen taugt die Ultrawide-Kamera trotz des 50MP Sensors nicht. Die Lichtausbeute ist gering, die Bilder zeigen viel Matsch und sind teils leicht verwackelt. Die Farben wirken ausgewaschen und zu kühl. Mehr als anspruchslose Schnappschüsse sind mit dem Poco F8 Ultra hier nicht möglich, was allerdings auch beim Pro Modell der Fall war.

Makro Modus

Einen dedizierten Makrosensor gibt es beim Poco F8 Ultra nicht. Der Makromodus nutzt stattdessen die Tele-Kamera, die mit einem minimalen Fokusabstand von 30cm keine klassische Tele-Makro-Kamera darstellt. Mit der hohen nativen Zoomstufe, Auflösung und zusätzlichem Digitalzoom kommt man dem Motiv aber trotzdem recht nah und die Ergebnisse sind am Ende solide, wenngleich nicht auf Flaggschiff-Niveau.

Portrait Modus

Der Portrait Modus ist beim Poco F8 Ultra sehr gut optimiert, was bereits vom Pro Modell bekannt ist. Auch beim F8 Ultra gelingt die Motivfreistellung selbst bei komplexen Konturen sehr gut, der Bokeh Effekt wirkt mit realistischen Lichtkreisen und sauberem Tiefenverlauf ansprechend. Die virtuelle Blende lässt sich wie gewohnt manuell regeln. Der Portrait Modus ist mit allen Kameras nutzbar, optisch am ansprechendsten sind die Ergebnisse mit dem Tele-Objektiv.

Frontkamera (32MP)

Die Frontkamera fällt etwas enttäuschend aus. Trotz des größeren 32MP Sensors bietet das Poco F8 Ultra gegenüber der 20MP Kamera im Pro Modell keine erkennbaren Vorteile. Farben und Weißabgleich sind gut, die Schärfe bei Tageslicht ordentlich. In Innenräumen und besonders bei Nacht fällt die Qualität aber spürbar ab, Nacht-Selfies haben dann nur noch Schnappschuss-Qualität. Der Bildschirmblitz hilft etwas, bewirkt aber keine großen Verbesserungen. Insgesamt liefern F8 Pro und F8 Ultra hier etwa identische Ergebnisse.

Videos

Die Videofähigkeiten des Poco F8 Ultra liegen etwas über dem Niveau des Pro Modells. Maximal stehen 8K bei 30fps mit der Hauptlinse zur Verfügung, 4K60 ist mit Haupt-, Tele- und Ultrawide-Linse möglich. Die Frontkamera kann nun im Gegensatz zum Pro Modell auch in 4K aufnehmen, allerdings nur mit 30fps, 60fps gibt es frontseitig nur in Full HD. HDR10+ Video wird unterstützt, ist aber auf Haupt- und Frontkamera mit jeweils maximal 4K30 begrenzt.

Die Hauptkamera liefert in 4K60 ordentliche Videos mit natürlichen Farben und ruhigem Autofokus. Anders als beim Pro Modell tritt beim Laufen kein Fokuspumpen auf. Die Kombination aus EIS und OIS sorgt für sehr ruhiges Bildmaterial, der Autofokus reagiert schnell bei Motivwechseln. Störend sind ein leichtes Bildrauschen auch bei Tageslichtaufnahmen und eine generelle leichte Matschigkeit bei feinen Details auf größere Distanz. Nachtaufnahmen in 4K60 fallen abgesehen vom Rauschanteil noch gut aus. Die Audioqualität ist mit allen Kameras sehr gut, der Audiopegel fällt erfreulich hoch aus und macht nachträgliches Anpassen in vielen Fällen überflüssig.

Die Tele-Kamera liefert in 4K60 bei Tag gute, aber nicht makellose Videos. Farben wirken teils leicht ausgewaschen, die Schärfe liegt etwas unter der Hauptkamera, Bildrauschen ist auch hier vorhanden. Der Autofokus reagiert jedoch schnell und pumpt auch beim Laufen nicht. EIS und OIS kompensieren Bewegungen gut. Bei Nacht bricht die Qualität der Tele-Kamera deutlich ein, mit stärkerem Bildrauschen und mehr Unschärfe, was sich auch bei 30fps nicht nennenswert bessert.

Die Ultrawide-Kamera liefert in 4K60 gute Videos mit sauberer EIS Stabilisierung und meist natürlichen Farben. Der Rauschanteil ist bei Tag interessanterweise geringer als bei den anderen Linsen. Bei wenig Licht fällt die Qualität jedoch schnell ab, Nachtaufnahmen sind nicht mehr brauchbar.

Die Frontkamera liefert ordentliche Videoqualität und profitiert gegenüber dem Pro Modell von der 4K Auflösung, wenn auch nur in 30fps. Bei abnehmendem Licht geht die Qualität allerdings schnell zurück, Nachtvideos sind nicht brauchbar, was bereits beim Pro Modell so war.

Slow Motion Videos sind in Full HD mit 120fps oder 240fps als HSR Videos mit Tonspur möglich, sowie als vorgerechnete (abgebremste) Slow Motion Dateien mit Längenbegrenzung in Full HD mit 960fps oder HD mit 1920fps. Alle Modi liefern ordentliches Videomaterial.

Poco F8 Ultra Akku

​Kapazität (Angabe) 6.500mAh
​Kapazität (Gemessen) 6.276mAh
​WechselbarNein
Ladetechnologie100W Xiaomi HyperCharge (USB-C)
50W Xiaomi HyperCharge (Wireless)
22,5W Reverse Charge
Kein Netzteil im Lieferumfang

Akkulaufzeit

Auch beim Akku legt das Poco F8 Ultra gegenüber dem Pro Modell zu. Die Kapazität steigt von 6.210mAh auf 6.500mAh, was sich im synthetischen PC Mark Akku Test deutlich bemerkbar macht: Das Ultra erreicht bei 50% Helligkeit eine Laufzeit von 22:19 Stunden, während das Pro Modell unter identischen Bedingungen bei 17:48 Stunden bleibt.

In der Praxis sieht es dann allerdings anders aus. Zwar ist die erreichbare Screen-On Zeit höher, doch der Standbyverbrauch des Poco F8 Ultra liegt deutlich über dem des Pro Modells. In 12 Stunden Standby verliert das Gerät etwa 15 bis 20% Akkuladung. Das Deaktivieren des Always-On Displays reduziert diesen Verbrauch etwas, eliminiert ihn aber nicht vollständig.

Volle zwei Tage Laufzeit waren im Testzeitraum aus diesem Grund nie erreichbar, nach spätestens anderthalb Tagen musste das Gerät ans Netzteil. Sollte Poco bzw. Xiaomi dieses Problem per Software-Update beheben, dürften zwei Tage Laufzeit realistisch sein.

Ladezeit

Beim Laden bietet das Poco F8 Ultra gegenüber dem Pro Modell ein klares Upgrade. Die kabelgebundene Ladeleistung bleibt mit 100W identisch, neu hinzugekommen ist jedoch Wireless Charging mit bis zu 50W. Reverse Wireless Charging wird ebenfalls unterstützt, allerdings ohne Leistungsangabe. Kabelgebundenes Reverse Charging mit 22,5W ist ebenfalls an Bord. Ein Netzteil liegt dem Gerät in Deutschland nicht bei. Zum Schutz des Akkus steht ein manuelles oder automatisches 80% Ladelimit zur Verfügung. Bypass Charging wird nicht unterstützt, was für Gamer, die das Gerät beim Spielen am Netzteil betreiben möchten, ein Nachteil sein kann.

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Poco F8 Ultra Test Fazit

Das Poco F8 Ultra ist unterm Strich ein klassischer Flagship-Killer: aktuelle Oberklasse-Hardware zu einem Preis, der deutlich unter dem liegt, was man in Europa für die Hardware erwarten würde - und das auch noch inklusive Alleinstellungsmerkmal (Subwoofer). Der Snapdragon 8 Elite Gen 5, das 2.1 Soundsystem von Bose, ein helles und gut kalibriertes Display, USB 3.2 Gen2, Wireless Charging und eine gegenüber dem Pro Modell in allen Bereichen verbesserte Kamera ergeben ein Paket, das sich zu Straßenpreisen um 600 Euro nur schwer schlagen lässt. Für Gamer interessant ist zudem die gute Kühlung: Im Throttling-Verhalten übertrifft es einige Geräte, die teils fast doppelt so viel kosten.

Schwächen gibt es dennoch: Die Kameras sind zwar etwas besser als beim Pro Modell, jedoch scheint nicht durchgehend das Optimum aus der Hardware herausgeholt worden zu sein. Auch die etwas langsamere Update-Frequenz bei Poco Geräten sowie der relativ hohe Stromverbrauch des F8 Ultra im Standby sollten erwähnt werden. Manche werden eventuell auch das riesige 6,9 Zoll Display als Nachteil ansehen. Andererseits ist das beim ansonsten exzellenten Preis-Leistungs-Verhältnis auch ein bisschen "Meckern auf hohem Niveau".

Gemessen an den jeweiligen Bestpreisen liegt das Poco F8 Ultra rund 130 Euro über dem Poco F8 Pro. Wer das Budget hat, bekommt für den Aufpreis mehr als faire Gegenwerte: erheblich mehr Rechenleistung, das deutlich bessere Soundsystem, die stärkere Kamera mit echtem Periskopzoom und Wireless Charging. Das Ultra ist dabei nicht nur auf dem Papier ein Flagship-Killer, sondern belegt das auch an vielen Stellen in der Praxis.

Vorteile

  • ​Hochwertige Verarbeitung mit mattem Metallrahmen und IP68 Zertifizierung
  • Schickes Design, optional mit "Jeans Look" (Silikonfinish)
  • Snapdragon 8 Elite Gen 5 zum Preis eines gehobenen Mittelklasse-Smartphones (Straßenpreise, nicht UVP)
  • Exzellentes Throttling-Verhalten, übertrifft deutlich teurere Flaggschiffe
  • 2.1 Bose Soundsystem mit dediziertem Subwoofer, in dieser Preisklasse konkurrenzlos
  • Exzellentes 6,9 Zoll Display mit sehr guter Werkskalibrierung, hoher Spitzenhelligkeit und Always-On Funktionalität
  • Sehr hohe HDR Spitzenhelligkeit von 3500 Nits auf bis zu 25% der Fläche, hervorragende Outdoor-Lesbarkeit auch bei direktem Sonnenlicht
  • Ultraschall Fingerabdrucksensor & Face Unlock schnell und absolut zuverlässig
  • Schneller UFS 4.1 Speicher mit über 4GB/s, üppige RAM Ausstattung ab 12GB LPDDR5X
  • USB 3.2 Gen2 mit 10Gbit/s, in dieser Preisklasse vermutlich ohne Konkurrenz
  • 50W Wireless Charging Support und schnelles 100W Fast-Charging per Kabel
  • Wi-Fi 7 Support mit sehr gutem WLAN Empfang, Bluetooth 6.0
    Dual SIM mit Dual eSIM Support, Sehr guter 5G Empfang, GPS mit hoher Genauigkeit
  • Infrarotblaster, NFC mit Google Pay, kräftige Linearvibration
  • 5-facher Periskopzoom mit OIS, deutliches Upgrade gegenüber dem Pro Modell
  • Sehr gute Nachtfotografie mit der Hauptlinse
  • Videoaufnahme ohne nerviges Fokuspumpen
  • HyperOS 3 basierend auf Android 16, Google Zertifizierung, Widevine L1 DRM, Dolby Vision HDR
  • 4 Jahre Android Updates, 6 Jahre Sicherheitsupdates
  • Solide Akkulaufzeit (mit Potenzial für mehr)

Nachteile

  • ​Kein Netzteil im Lieferumfang
  • Rückseite beim schwarzen Modell aus GFK bzw. Kunststoff statt Glas wie beim Pro Modell
  • Teilweise Optimierungs-Schwächen bei den Kameras
  • Vollflächige gemessene HBM Helligkeit unter Angabe, 2000 Nits wohl nur punktuell
  • Keine manuellen Displaykalibrierungsoptionen (RGB, Kontrast, Gamma, etc.)
  • Gelegentliches Flimmern trotz DC-Dimming Aussage des Herstellers
  • Touchscreen ohne Handschuhmodus
  • Ungewöhnlich hoher Standby-Stromverbrauch unseres Testgerätes
  • Software-Update-Frequenz langsamer als bei Xiaomi Flaggschiffen
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