Oukitel K6000 Plus Test

So langsam wagen sich die Chinesen an Smartphones, welche mit Android 7 ausgeliefert werden. Das neue Oukitel K6000 Plus gehört zu diesem Smartphones und außerdem zur Kategorie der Akku Monster. Bisherige Geräte der K6000 Serie konnten überzeugen. Ob das auch beim Oukitel K6000 Plus der Fall ist, haben wir für euch eine Woche lang im Alltag getestet.

Das Oukitel K6000 Plus wurde uns direkt vom Hersteller für den Test zur Verfügung gestellt. Der Shop Button verlinkt auf unseren Partner Geekbuying.

Oukitel K6000 Plus - Verpackung & Lieferumfang

Das Oukitel K6000 Plus kommt in einer typischen, knallorangenen Oukitel Verpackung daher. Zum Lieferumfang gehört eine Anleitung, eine Garantiekarte, ein transparenter und flexibler Bumper, eine Schutzfolie, ein Micro USB Kabel, ein Fast-Charger, ein OTG Adapter und eine SIM Nadel.

Design & Verarbeitung

​Das Oukitel K6000 Plus verfügt über ein recht einfaches Design, welches für Oukitel Smartphones typisch ist. Das Design setzt sich aus einem großen Metallteil zusammen, welcher die Rückseite und den Rahmen bildet. Oben und unten befinden sich Antennenkappen aus Plastik. Leider ist die Verarbeitung der Teile nicht mehr zeitgemäß. Die Kunststoffteile stehen merklich über den Metallteil über, wodurch kein sauberer Übergang entsteht. Heutzutage darf man da durchaus eine bessere Verarbeitung erwarten. Gerade bei einem Smartphone das 180€ kostet. Das ist schade, denn ansonsten ist das Gehäuse stabil gebaut.

Die beiden Tasten an der rechten Seite des Oukitel K6000 Plus sind leider auch nicht besser verarbeitet. Die Tasten wackeln deutlich und sorgen so für ein Rasseln, wenn man das Smartphone schüttelt. Immerhin schließt der SIM Tray sauber mit dem Rahmen ab. Auf der Front befindet sich ein Home Button mit echter Taste. Der Button fühlt sich angenehm an und lässt sich leicht drücken. Daneben befinden sich Touch Buttons mit Beleuchtung. Das Smartphone kann aber auch nur mit dem Button bedient werden. Über dem Display befindet sich eine Status LED. Diese kann in Rot, Grün und Blau aufleuchten.

Das Displayglas verfügt zum Rand hin über eine leichte Rundung. Da das Displayglas allerdings mit einem Plastikrahmen eingerahmt ist, spürt man davon nicht viel. Das Display ist nicht im Gehäuse versenkt, sondern sitzt oben auf, was die Dicke des Oukitel K6000 Plus unnötig erhöht. Mit 9,8mm Dicke und einem Gewicht von 206g wirkt das Smartphone recht unhandlich. Immerhin hat es dafür aber mit dem großen Akku eine Entschuldigung vorzuweisen.

Zusätzlich muss noch erwähnt werden, dass das Kameramodul trotz der Gehäusedicke noch etwa 0,5mm aus der Rückseite heraus steht. Ein versenkt es Kameramodul hätten wir hier bevorzugt, schon alleine zum Schutz vor Kratzern. Insgesamt kann man das Design wohl als "zweckmäßig statt praktisch mit mäßiger Verarbeitung" umschreiben.

Display

​Größe: ​5,5"
Auflösung:​ ​1920 x 1080
Technologie​:AUO IPS OGS LCD​
​Anzahl Berührungspunkte:​5
Gehärtetes Glas:​​Asahi Glas
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​​Nein

​Das Oukitel K6000 Plus verfügt über einen 5,5 Zoll großes Full HD Display. Konkret handelt es sich um ein LTPS LCD Panel, welches von AU Optronics hergestellt wird. Durch die hohe Auflösung bietet das Display eine sehr scharfe Darstellung. Der Kontrast ist gut und die Farbwiedergabe intensiv. Auffällig ist jedoch eine recht deutlicher Rotstich. Dem kann allerdings mit Mira Vision entgegen gewirkt werden.

Die Display Helligkeit ist ziemlich hoch. So lässt sich das Oukitel K6000 Plus auch im Freien unter Sonneneinstrahlung problemlos nutzen. Die Verteilung der Displaybeleuchtung könnte aber besser sein. Im unteren Bereich ist ein deutlicher Lichthof wahrzunehmen, der vor allem bei weißen und schwarzen Inhalten auffällt.

Das Oukitel K6000 Plus verfügt über einen 5-Punkt Digitizer. Die Reaktionszeit des Touch Screens ist sehr gut und im Alltag gab es keine Probleme. Auch die Genauigkeit kann überzeugen, so dass schnellem Schreiben auf dem On-Screen Keyboard nichts im Wege steht.

Fürs Display Glas setzt Oukitel auf Asahi Glas, welches sich als wiederstandsfähig erwiesen hat. Nach einer Woche Nutzung ohne Schutzfolie, können wir keinen Kratzer entdecken, und auch nach Einwirkung eines Schlüssels sind keine Beschädigungen sichtbar. Die Gleitfähigkeit des Glases ist mittelmäßig, Fingerabdrücke werden recht schnell angenommen.

Hardware & Performance

​Prozessor: ​Mediatek MT6750T (8x A53 @1,5GHz)
GPU:​ ​Mali T860
RAM (Geschwindigkeit):​​4GB (4087MB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​64GB (112 / 141MB/S)
Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Home Button)
​Sensoren:​Accelerometer, Light, Proximity
Besonderheiten:​-​
Abmessungen / Gewicht:​150,5  x ​76,8 x 9,8mm / 206g

Der Mediatek MT6750T ist kein schlechter Chip und leistet in der Mittelklasse gute Arbeit. Im Oukitel K6000 Plus sorgt der Prozessor für eine ordentliche Arbeitsgeschwindigkeit. Hier und da könnte Oukitel aber die Optimierung verbessern, denn ab und an neigt das Smartphone im Alltag zu einem Stottern der Oberfläche. Das ist nun nicht dramatisch, sorgt aber für ein weniger flüssiges Gefühl bei der Nutzung. Zur Verteidigung muss man aber auch sagen, dass es sich hier um die erste Firmware Version handelt.

Was Spiele betrifft erzielt man mit dem Oukitel K6000 Plus gute Frameraten, wenn man die Grafikeinstellungen etwas herunterschraubt. Asphalt Xtreme konnten wir mit MDPI und optimalen Details flüssig spielen. Unkilled lief auf mittleren Grafikeinstellungen mit akzeptabler Framerate. GT Racing 2 läuft auf vollen Details, genauso wie Dead Trigger 2. Die Abwärme beim Spielen hält sich in Grenzen. Eine Wärmeentwicklung ist wahrnehmbar, aber keineswegs auf eine unangenehme Art und Weise.

Mit 4GB RAM ist das Oukitel K6000 Plus auch fürs Multitasking gut gerüstet. Gerade mit Android 7 ist das wichtig, da hier der Betrieb von zwei Apps im Split Screen Modus erlaubt wird. Somit kann man sich hier ordentlich austoben, bevor der Arbeitsspeicher knapp wird. Mit rund 4GB/s Durchsatz ist der RAM nicht der Schnellste aber kein Totalausfall.

Der Datenspeicher ist mit 64GB sehr üppig bemessen. Wem das immer noch nicht reicht, der kann auch Micro SD Karten nutzen, verliert dann allerdings die Dual SIM Fähigkeit. Die Geschwindigkeit des SD Lesers siedelt sich mit 58MB/s Lese- und 34MB/s Schreibgeschwindigkeit im Mittelfeld an. Der interne Speicher erreicht lustigerweise mit 141MB/s eine höhere Schreibgeschwindigkeit als beim Lesen (112MB/s). Nichts desto trotz sind das ziemlich gute Werte die uns in der Preisklasse überzeugen.

So gar nicht überzeugen kann allerdings die Sensorausstattung. Hier sind lediglich ein Sensor für Beschleuinigung, Licht und Annäherung am Start. Ein Kompass und ein Gyroskop fehlen völlig. Das ist vor allem deshalb eine wirkliche Frechheit, da Oukitel vor dem Launch des K6000 Plus noch groß damit geworben hat, ein Gyroskop zu verbauen. Umso schlimmer, dass man wie schon früher doch keines verbaut. Ob das nun Kalkül ist oder einfach nur ein Fehler in der internen Kommunikation sei mal dahingestellt. Fakt ist aber, dass sowas einfach nicht passieren darf. Und um ein Stück des Fazit schonmal vorweg zu nehmen: Dieser Fehler ist mit ein Grund, warum wir das Oukitel K6000 Plus in diesem Test durchfallen lassen!

Überzeugen kann dagegen wieder der Fingerprint Scanner. Dieser hat zwar etwas Probleme mit feuchten oder fettigen Fingern, arbeitet aber ansonsten sehr schnell und recht zuverlässig. Man muss den Scanner nur ganz kurz berühren und das Smartphone entsperrt sich in unter einer Sekunde.

Software

​Variante: ​Stock Android
​Android Version: ​Android 7.0 Nougat
Bloatware​:​Nein
Root Zugriff:​Nein​
OTA Updates:​Ja​
Schadsoftware:​Nein​

​Das Oukitel K6000 Plus wird mit Android 7.0 Nougat und Security Patch vom April ausgeliefert. Das System wurde optisch nur geringfügig angepasst. Der Launcher hat ein eigenes Icon Set und verfügt über einen App Drawer.

Das System kommt in allen von Android unterstützten Sprachen inkl. Deutsch daher. Der Google Play Store ist vorinstalliert und funktioniert einwandfrei.

Wir konnten während der Testphase bis auf kleine Stotterer in der UI keine groben Fehler feststellen. Abstürze gab es auch zu keiner Zeit. Unsere täglich genutzten Apps litten nicht an Kompatibilitätsproblemen - Ausnahme Google Fit, aber dazu später mehr.

Im Oukitel K6000 Plus wurde der Standard Funktionsumfang von Android deutlich erweitert:

  • ​HotKnot
  • Float Gesture (schwebendes Shortcut Menü)
  • One Hand Float View (Alternative zu Float Gesture die nach einem Wisch von der unteren rechten Ecke ein Shortcut-Menü einblendet)
  • Smart Somatosensory (Wischgesten über dem Display blättern im Launcher oder der Gallerie. Funktioniert eher schlecht.)
  • Gesture Motion (Funktionen wie Flip 2 Silence, Answer by Swing, 3-Finger Screenshot, etc...)
  • Gesture Unlock (Double Tap to Wake, etc...)
  • One Hand Mode (Verkleinerung des Bildschirms zur einhändigen Bedienung durch Wischen am unteren Bildschirmrand)

OTA Updates werden beim Oukitel K6000 Plus unterstützt. Im Testzeitraum kam allerdings noch kein Update. Wir werden den Testbericht diesbezüglich wie immer aktualisieren, wenn sich da etwas tut.​

Update vom 18. Juni 2017: Mittlerweile haben wir zwei OTA Updates erhalten. Ein Update war recht klein, das zweite Update jedoch 200MB schwer. Bei letzterem gab es vor allem Verbesserungen bei der Kamera.

Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: 2G GSM: 850/900/1800/1900MHz
3G WCDMA: 900/2100MHz
4G WCDMA: 800/900/1800/2100/2600MHz
WLAN:​ ​WLAN 802.11a/b/g/n Dual Band
Bluetooth:​​Bluetooth 4.1
NFC:​​Nein
HotKnot:​Ja​
Dual-SIM:​Dual Nano / Micro SD Hybrid Slot​
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

Das Oukitel K6000 Plus hat eine mittlere bis gute Empfangsqualität zu bieten. Im Mobilfunk hatten wir keine Probleme und konnten auch im Haus in vielen Räumen eine 3G Verbindung herstellen, was durch mangelhafte Abdeckung am Standort nicht jedes Gerät schafft. LTE wird natürlich ebenfalls unterstützt und das auch mit dem hierzulande so wichtigen Band 20.

Etwas schwächer ist der WLAN Empfang. Direkt neben dem Router kamen wir auf einen Durchsatz von rund 50Mbit/s, welcher allerdings ein Stockwerk darunter merkbar einbrach. Hier waren dann nur noch um die 17Mbit/s erreichbar. In den signalschwächsten Räumen kam es dann auch mal zu Abbrüchen. Insgesamt ist die Empfangsleistung also gut, jedoch nicht perfekt.

Bluetooth haben wir ebenfalls getestet und konnten das Oukitel K6000 Plus problemlos mit einem Kopfhörer verbinden. Das Signal war stabil und frei von Störungen. Auch einen Raum vom Smartphone entfernt, brach die Verbindung nicht ab.

Im Trockentest mit YGPS kam binnen 3 Sekunden ein stabiler Fix zu Stande, was ein enorm guter Wert ist. Auch die Empfangsstärke der einzelnen Satelliten macht einen sehr guten Eindruck. Im Praxistest haben wir dann versucht mit Google Maps und Here Maps zu navigieren. Auch hier gab es keine Probleme und plötzliche Kurswechsel wurden umgehend erkannt. Schade ist hier nur, dass ein Gyroskop fehlt. Zur Fußgängernavigation eignet sich das Oukitel K6000 Plus also nur bedingt.

Probleme gab es leider mal wieder mit Google Fit. Hier haben in letzter Zeit so einige Smartphones mit Mediatek Prozessor Probleme gehabt, und das K6000 Plus gehört dazu. Bei einer aktiven Tracking Session wird keine Entfernung und keine Geschwindigkeit aufgezeichnet, obwohl die zurückgelegte Strecke äußerst Akkurat in der Karte eingezeichnet wird. Google Fit Nutzer sollten vom Oukitel K6000 Plus also erst einmal Abstand nehmen, solange der Fehler nicht behoben ist. Alternativ kann man auch auf andere Tracking Apps umschwenken. Runtastic zum Beispiel funktioniert tadellos.

Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ Nein​
Dedizierter Audio DAC:​Nein​
Dedizierter Verstärker:​Ja (AW8736)​

Der interne Medien Lautsprecher im Oukitel K6000 Plus ist gelinde gesagt eine Frechheit. Wir haben schon lange nicht mehr einen so schlechten Lautsprecher in einem Smartphone zu hören bekommen, welches sich in der Preisklasse zwischen 100 und 200€ ansiedelt. Der Lautsprecher klingt extrem flach und unangenehm. Bässe kommen nicht einmal in Spuren durch. Und was noch viel schlimmer ist: Ab ca. 60% der maximalen Lautstärke, beginnt der Lautsprecher zu übersteuern. Es ist also ein starkes Kratzen wahrzunehmen. Nicht einmal für kurze Videos will man sich das antun.

Wer nun ohnehin lieber mit Kopfhörern dem Musikgenuss frönt und sich auf den Audioverstärker freut, den müssen wir leider ebenfalls enttäuschen. Ob der beworbene Verstärker nun verbaut ist oder nicht können wir nicht mit Sicherheit sagen, Fakt ist aber, dass man davon nichts hört. Der Klang per Kopfhörer ist zwar in Ordnung, doch die Lautstärke ist recht gering. Man kann voll aufdrehen und empfindet das Lautstärke Niveau dann erst als angenehm. Andere Smartphones mit dediziertem Verstärker blasen einem dann eigentlich das Trommelfell aus den Ohren.

Update: Seit dem letzten OTA Update hat sich die Audioausgabe massiv verbessert. Das Klangbild wirkt nun gut abgemischt und die Lautstärke wurde deutlich erhöht.

Ein weiteres No-Go in dieser Preisklasse ist das Fehlern eines Umgebungs alias Noise Cancelling Mikrofons. Zwar hat das Fehlen dieses keine direkte Auswirkung auf die Sprachqualität, doch das Ausfiltern von Hintergrundgeräuschen funktioniert dann merkbar schlechter. Generell ist die Sprachqualität eher durchschnittlich. Beidseitig klingt das Gesprochene etwas blechern. Die Verständlichkeit ist aber gegeben und die Ohrmuschel ist ausreichend laut.

Kamera

​Hauptkamera: ​16MP, f/2.0
​Frontkamera: ​8MP, f/2.4
​Blitz:​Single LED
​Fokus:​?
​Slow Motion:​Nein

Die 16MP Hauptkamera im Oukitel K6000 Plus verfügt über eine f/2.0 Blende. Die Fokuszeit soll bei 0,1 Sekunden liegen. Das können wir nicht bestätigen. Tatsächlich braucht die Kamera ca. 0,3 bis 0,5 Sekunden zum Fokussieren. Das ist zwar nicht langsam, aber doch deutlich mehr als beworben.

Bei Tageslicht liefert die Kamera sehr schöne Aufnahmen, und das gilt sowohl für Landschaftsbilder als auch für Nah- und Makroaufnahmen. Die Bilder wirken größtenteils gestochen scharf. Zum Rand hin gibt es hin und wieder mal eine leichte Unschärfe, welche jedoch recht subtil ist und damit nicht weiter stört.​

Farben werden von der Kamera sehr knackig dargestellt, jedoch auch etwas verfälscht. Generell zeigen alle Bilder einen Blaustich, welcher mal mehr und mal weniger stark zu Tage tritt. Die Auslösezeit der Kamera ist sehr kurz und man erhält nahezu sofort sein Bild. Sich bewegende Objekte werden scharf dargestellt.

Update: Die Farbwiedergabe wurde mit den letzten Updates deutlich verbessert.

So gut die Kamera bei Tageslicht auch abschneidet, so schlecht sind die Ergebnisse bei schlechten Lichtverhältnissen. Je dunkler es wird, desto matschiger sehen die Bilder aus. Außerdem ist die Kamera dann enorm anfällig für Wackler. Dieser krasse Qualitätsabfall lässt sich fast nur mit einer mangelhaften Optimierung der Software erklären. So hoffen wir, dass mit künftigen Updates nachgebessert wird.

Update: Auch an diesem Problem wurde gearbeitet. Die Kamera schneidet bei schlechtem Licht jetzt deutlich besser ab. Ganz perfekt sind die Aufnahmen aber weiterhin nicht.

Was uns ebenfalls nicht überzeugen konnte, sind Aufnahmen mit Blitz. Zwar ist der Single LED Blitz überraschend hell, lässt jedoch Farben ausgewaschen wirken. Und noch viel schlimmer: Die Software kriegt es nicht auf die Reihe, die Belichtungszeit korrekt abzustimmen. So kommt es immer wieder vor, dass Aufnahmen mit Blitz stark überbelichtet sind.

Update: Das Problem mit der Belichtungszeit wurde behoben. Überbelichtete Aufnahmen kommen bei Nutzung des Blitzes nur noch selten vor. Dafür hat sich aber ein neuer Fehler eingeschlichen. Nahaufnahmen mit Blitz, welche mit sehr geringem Abstand (wenige Zentimeter) zum Objekt angefertigt werden, bekommt der Fokus nicht scharf gestellt.

Video Aufnahmen erzeugt die Kamera mit einer Auflösung von 1920 x 1080 Pixeln. Die Aufnahmen sehen ok aus. Die Qualität ist also nicht perfekt, aber auch nicht schlecht. Die Audioqualität ist ganz gut und die Lautstärke stimmt. Richtiges EIS (Schalter in den Einstellungen verfügbar) gibt es mangels Gyroskop nicht. Auch der Autofokus funktioniert beim Filmen nicht. So muss der Fokus manuell per Fingerzeig gesetzt werden.

Die Frontkamera erzeugt bei Tageslicht akzeptable Aufnahmen die für anspruchslose Selfies genügen. Wer bei Zimmerbeleuchtung oder gar im Halbdunklen Selfies schießen will, der hat schlechte Karten.

Akku

​Kapazität (Angabe): ​6.080mAh
​Kapazität (Gemessen): ​5.891mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Ja (Pump Express Plus)​

Bei allen Schwächen des Oukitel K6000 Plus: Der Akku konnte uns voll überzeugen. Es war uns nicht möglich, den Akku an einem Tag bei Alltagsnutzung leer zu bekommen - auch bei extremer Intensivnutzung. Im normalen Alltagseinsatz hält der Akku auch bei Power-Usern zwei Tage durch - hin und wieder auch zweieinhalb Tage. Wer auf den Energieverbrauch achtet und von Aktivitäten absieht die viel Strom verbrauchen, der schafft auch vier Tage mit einer Ladung.

Bei intensiver Nutzung des Smartphones haben wir Screen-On Zeiten zwischen 10 und 12 Stunden erreicht. Der gemessene Bestwert waren satte 12 Stunden und 37 Minuten. Dafür, dass wir die Displayhelligkeit auf Automatik gesetzt hatten und dadurch die Helligkeit tagsüber im höheren Bereich lag, ist das ein enorm gutes Ergebnis. Leider müssen wir euch diesmal genauere Verbrauchsstatistiken schuldig bleiben, da AccuBattery mit dem Gerät nicht kompatibel ist. Die App benötigt Zugriff auf die Daten vom Power Management IC eines Smartphones, was im Falle des Oukitel K6000 Plus leider nicht möglich ist.

So richtig begeistert hat uns aber die Ladezeit. Oukitel hatte ja schon demonstriert, wie schnell der Akku geladen werden kann. In unseren Tests waren wir dann verblüfft, als der Akku tatsächlich im Betrieb von 20% auf 100% in nur einer Stunde und 20 Minuten gefüllt wurde. Zwar wird das Gerät dabei recht warm, doch Schäden sind bisher durch den schnellen Ladevorgang nicht aufgetreten. Durch die kurze Ladezeit ist es möglich, in nur 20 Minuten genug Energie für einen ganzen Tag zu tanken. Dies funktioniert übrigens nicht nur mit dem mitgelieferten Micro USB Kabel, sondern mit jedem anderen Kabel, welches höhere Ströme abkann.

Oukitel K6000 Plus - Fazit

Grundsätzlich ist das Oukitel K6000 Plus gar kein so schlechtes Gerät. Relativ robustes Design (wenn auch nicht perfekt verarbeitet), ein schönes Display, ausreichende Performance, lange Akkulaufzeit, kurze Ladezeit, guter Empfang und eine bei Tageslicht ordentliche Kamera. Doch halt! Das Smartphone kostet satte 180€. Muss man für all das wirklich so viel Kohle auf den Tisch legen? Nein!

Sehen wir uns doch einmal das Xiaomi Redmi Note 4X an. Dieses bekommt man teils schon für 140€. Auch dieses Smartphone bietet eine sehr gute Akkulaufzeit, eine bessere Kamera, eine bessere Verarbeitung, voraussichtlich längere Zeit Updates und es hat sogar ein Gyroskop an Bord, welches uns beim Oukitel K6000 Plus fehlt. Außerdem liefert es eine ordentliche Klangqualität, welche beim Oukitel K6000 Plus ebenfalls vergeblich gesucht wird.

Somit kann man ohne schlechtes Gewissen sagen, dass das Oukitel K6000 Plus hoffnungslos überteuert ist. Hier hat man definitiv seine Chance verpasst. Wären einige Baustellen noch vor dem Launch ausgebügelt worden und hätte man das Gerät für 150€ verkauft, hätte das anders aussehen können. Immerhin ist die kurze Ladezeit ein großer Pluspunkt gegenüber dem genannten Xiaomi Smartphone.

Pro Contra
​+ Ausreichende Performance ​- Ungleichmäßige Helligkeitsverteilung (Display)
+​​ Üppige Speicherausstattung-​​ Kamera versagt bei Nacht, Dämmerlicht und Aufnahmen mit Blitz
+​​ Bei Tageslicht brauchbare Kamera-​​ Kein Gyroskop obwohl beworben
+​​ Schneller Fingerprint Scanner-​​ Kein Kompass
+​​ Sehr lange Akkulaufzeit-​​ Extrem schlechter Lautsprecher
+​​ Extrem kurze Ladezeit-​​ Kein Noise Cancelling Mikrofon
+​​ Aktuelles Android-​ Signal am Kopfhörer Port zu leise (doch kein Verstärker?)
​+ Gute Empfangsleistung (vor allem GPS)​- Verarbeitung / Design nicht mehr zeitgemäß
​+ Grundsätzlich gutes Display​- Google Fit funktioniert nicht korrekt
​+ Ordentlicher Touch Screen
​+ Stabiles Metallgehäuse
​+ Kein Kabel-Zwang - fast jedes USB Kabel kann zum Laden genutzt werden
​+ RGB Benachrichtigungs LED
​+ Kann als Power Bank genutzt werden
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