Einleitung
Bereits im Mai dieses Jahres präsentierte Motorola das Edge 70 Pro für den europäischen Markt und erweiterte damit die Edge 70 Serie, zu der bereits das ultradünne Edge 70 gehört. Mit dem "Collections by Motorola" Materialkonzept, einer umfassenden Kamera-Ausstattung und einem soliden Mittelklasse-Prozessor bot das Smartphone einiges. Die unverbindliche Preisempfehlung von 799€ stand jedoch im Widerspruch zur verbauten Hardware, denn der Dimensity 8500 "Extreme" ist kein echter Flaggschiff-Prozessor. Entsprechend gering war das Interesse zum Marktstart.
Inzwischen hat sich die Situation deutlich verbessert. Motorola hat den Preis selbst auf 699€ reduziert, und im freien Handel ist das Edge 70 Pro inzwischen deutlich günstiger erhältlich. Preise ab 440€ haben sich zuletzt in Deutschland sichten lassen, was natürlich deutlich attraktiver ist. Zwar gibt es günstigere Geräte mit demselben Prozessor, doch diese sind oft an anderen Stellen, wie beispielsweise den Kameras, schlechter ausgestattet. Das Edge 70 Pro sticht bei der Kamera-Ausstattung mit gleich vier 50MP Sensoren deutlich aus der Masse hervor.
Dieser Preisverfall macht einen ausführlichen Test des Motorola Edge 70 Pro nun besonders interessant. Und genau den bekommt ihr in diesem Beitrag. Viel Spaß beim Lesen!
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Motorola Edge 70 Pro Lieferumfang
Das Motorola Edge 70 Pro hat uns in der Holz-Variante erreicht. Die Verpackung ist eine kompakte, flache, komplett weiße Box ohne Produktabbildung. Auf dem Deckel finden sich neben dem schlichten Schriftzug "Edge 70 Pro" und dem Motorola Branding oben ein Hinweis auf die Partnerschaft mit der FIFA, da Motorola als offizieller Smartphone-Partner der Fußball Weltmeisterschaft 2026 fungierte.
Der Lieferumfang ist wie gewohnt übersichtlich: Neben dem Smartphone selbst gibt es ein transparentes Hardcase, ein USB-C auf USB-C Kabel (USB 2.0) und eine SIM-Nadel. Die übliche Dokumentation inklusive EU-Energielabel liegt ebenfalls bei, welches für das Edge 70 Pro eine Akkulaufzeit von 67 Stunden 53 Minuten ausweist. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten, ein kleiner Zettel im Karton verweist per QR-Code auf den separaten Kauf des passenden TurboPower Ladegeräts bei Motorola.
Ein detailliertes Unboxing Video zum Motorola Edge 70 Pro findet ihr bei uns im YouTube Kanal.
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Motorola Edge 70 Pro Design
| Materialien | Rahmen: Kunststoff (flach, matt) Rückseite: Holz / Kunststoff (gerundet, matt) Front: Corning Gorilla Glass 7i |
| Gewicht | 190g |
| Abmessungen | Ohne Kamera: 162,7 x 75,6 x 7,19 bis 7,34mm Mit Kamera: 162,7 x 75,6 x 12,25mm (Holz Version) |
| Wasserdicht | IP68 & IP69 + MIL-STD-810H |
Materialien & Aussehen
Für den Test hat uns das Motorola Edge 70 Pro in der Variante mit Holz-Rückseite erreicht. Diese sieht richtig schick und edel aus, allerdings sollte man beim Handgefühl kein Holz erwarten. Auch wenn es sich laut Motorola um Echtholz handeln soll, so fühlt sich die Rückseite doch eher wie Kunststoff an. Vermutlich befindet sich eine Schutzschicht auf dem Material. Trotzdem bleibt das Edge 70 Pro mit der Holzrückseite ein echter Hingucker, sieht richtig edel aus und hebt sich auch deutlich vom Einheitsbrei ab, wenngleich die Formsprache des Modells doch dem entspricht, was man von vielen anderen Motorola Smartphones kennt.
Das Design setzt auf einen klassischen, leicht geschwungenen Kunststoffrahmen mit einer deutlichen Biegung der Front und Rückseite insbesondere zum linken und rechten Rand hin. Das relativ dünne Gehäuse erscheint damit noch schlanker. Der Rahmen selbst kommt in einer zur Rückseite passenden Farbe daher und zeigt eine glänzende Fase, ist ansonsten aber in einer matten Optik gehalten, welche an gebürstetes Metall erinnert.
Die Kamera setzt auf das bei Motorola übliche Konzept einer fließend aus der Rückseite herauswachsenden Erhebung, was die Dicke des Moduls optisch etwas kaschiert. Das Kameramodul steht beim Motorola Edge 70 Pro deutlich hervor und zwar satte 4,91mm. Unnötig zu erwähnen, dass man hier bei Nutzung auf einem Tisch mit deutlichem Wackeln leben muss.
Verarbeitung, Tasten & Anschlüsse
Was die Verarbeitung angeht, macht Motorola meist einen guten Job und das Edge 70 Pro bildet hier keine Ausnahme. Das Gehäuse ist rundum gut verarbeitet und auch die Holzrückseite zeigt keine unregelmäßigen Spaltmaße oder sonstige unschöne Macken. Was die Stabilität angeht, lässt sich das Gerät bei mittlerem Kraftaufwand leicht durchbiegen, erzeugt dabei aber noch keine beunruhigenden Knackgeräusche. Angesichts des schlanken Gehäuses ist die Stabilität als gut zu bewerten. In die Gesäßtasche sollte man das Smartphone aber lieber nicht packen. Mit einem Metallrahmen hätte Motorola sicherlich noch etwas mehr Robustheit heraus kitzeln können. Das wäre dann aber unweigerlich mit einem höheren Gewicht einher gegangen.
Bei den Zertifizierungen ist das Motorola Edge 70 Pro neben den Klassikern (IP68 und IP69) auch mit MIL-STD-810H ausgestattet. Dies verspricht unter anderem erhöhte Bruchsicherheit. Herausfordern sollte man sein Glück in dieser Hinsicht aber trotzdem nicht. Das Modell verfügt über ein Curved Display und diese sind naturgemäß anfälliger für Brüche. Eine gute Hülle ist also unerlässlich, wenn man das Modell härter rannehmen will. Rein auf gute Ratings sollte man sich da nicht verlassen. Was die Wasserdichtheit betrifft, gab es im Test beim Untertauchen keine Auffälligkeiten.
Das Button Layout setzt auf Power und Lautstärketasten am rechten Gehäuserand übereinander angeordnet. Die Lautstärketasten sind mit einer Hand entsprechend schwer erreichbar. Links befindet sich recht weit oben noch eine dedizierte Funktionstaste, die man nach Belieben mit einem Shortcut belegen kann. Zudem bietet auch das Edge 70 Pro das Gewohnte Antippen des Motorola Logos auf der Rückseite um Shortcuts auszuführen. SIM Tray und USB-C Port befinden sich unten im Rahmen. Medienlautsprecher gibt es unten im Rahmen einen und ansonsten keine weitere dedizierte Öffnung. Der Stereo Sound wird vom Telefonhörer erzeugt.
Motorola Edge 70 Pro Display
| Größe | 6,78 Zoll |
| Auflösung | 2772 x 1272 @144Hz Adaptive Sync: 60/90/120/144Hz |
| Technologie | 10-Bit Extreme AMOLED (Quad Curved) Über 1 Milliarde Farben, 100% DCI-P3 Farbraum HLG & HDR10(+) Manuelle Helligkeit: 800 Nits HBM Helligkeit: ca. 2000 - 3000 Nits Peak Helligkeit: 5000 Nits Kein Hochfrequenz PWM oder DC Dimming |
| Anzahl Berührungspunkte | 9 Abtastrate: 360Hz Kein Handschuh-Modus Water Touch |
| Gehärtetes Glas | Ja Corning Gorilla Glass 7i |
| Anti Fingerabdruck Beschichtung | Ja |
Panel & Bild
Mit 6,78 Zoll liefert das Motorola Edge 70 Pro ein recht großes Display, bleibt aber durch die recht hohe Auflösung scharf und einzelne Pixel sind auch bei geringem Abstand nicht zu erkennen. Mit bis zu 144Hz liegt das Smartphone über dem Durchschnitt seiner Preisklasse und liefert eine entsprechend flüssige Darstellung in Apps die mit hoher Refresh Rate laufen. Im normalen Gebrauch läuft das Gerät allerdings mit 120Hz. 144Hz werden nur in unterstützten Spielen genutzt, was durch den Mittelklasse Prozessor in der Praxis nicht erreicht werden dürfte. Erfreulich ist, dass das im Edge 70 Pro verbaute AMOLED Panel auch eine gute Reaktionszeit bietet und damit beim Scrollen durch Text keine auffällige Schlierenbildung zeigt. Die Darstellung bleibt somit auch bei Bewegung scharf.
Die Bezels fallen beim Motorola Edge 70 Pro nicht ganz so schlank aus wie bei manchen aktuellen Flaggschiff Smartphones, sind aber auch nicht übermäßig breit. Symmetrisch sind sie allerdings nicht, denn Kinn- und Stirnrand fallen breiter aus als die linken und rechten Randbereiche. Das Panel kommt in Quad Curved Optik daher, ist also zu allen Seiten hin gebogen. Am linken und rechten Rand fällt die Biegung ausgeprägter aus als oben und unten. Die Handballenerkennung arbeitet zuverlässig, sodass am gebogenen Bildschirmrand keine ungewollten Eingaben erfolgen.
Qualitativ macht das im Motorola Edge 70 Pro verbaute Display einen guten Eindruck. Es liefert eine saubere Darstellung bei allen Arten von Inhalten und schöne Farben, die weder zu blass noch zu intensiv wirken. Getestet haben wir das Display mit dem Farbprofil "natürlich", welches eine etwas wärmere Darstellung liefert, die im optimalen Bereich zwischen 6.000 und 7.000 Kelvin liegt. Videos und Bilder kommen auf dem Display gut zur Geltung und machen somit Spaß. Für HDR Inhalte punktet das Edge 70 Pro mit einer sehr hohen Spitzenhelligkeit von 5.000 Nits. Leider nennt Motorola nicht, auf welcher Fläche diese Spitzenhelligkeit erreicht wird. Ein Manko ist, dass die HDR Unterstützung nur HLG und HDR10(+) umfasst, nicht jedoch Dolby Vision, was eigentlich selbst bei günstigere Smartphones längst Standard ist.
Wo das Motorola Edge 70 Pro so richtig punktet, ist das Thema Lesbarkeit im Freien. Das verbaute Panel erscheint bei direkter Sonneneinstrahlung überdurchschnittlich gut lesbar und das bei allen Inhalten. Warum das so ist, zeigt eine konkrete Messung. Die HBM Helligkeit erreicht je nach Größe der hellen Fläche zwischen 2000 Nits (ca. 70%) und 3000 Nits (ca. 10%). Das sind extrem gute Werte, die selbst bei teuren Oberklasse Flaggschiffen selten sind. Es gibt aber auch einen Nachteil: Das Edge 70 Pro bietet weder Hochfrequenz PWM Dimming noch DC Dimming. Wer also auf Bildschirmflimmern empfindlich reagiert, wird mit dem Smartphone nicht glücklich werden.
Einstellungen & Features
In den Einstellungen für das Display bietet das Motorola Edge 70 Pro die üblichen Android Standard Einstellungen und auch einige Extras. Die Refresh Rate kann adaptiv gesetzt werden oder auch auf feste 60Hz oder 120Hz. Das Feature Randbeleuchtung kann die gebogenen Displayränder bei Benachrichtigungen aufleuchten lassen. Das Farbmanagement bietet drei Presets (Natürlich, Leuchtend, Lebhaft) und eine manuelle Kontrolle der Farbtemperatur für jedes Preset. Ein echtes Always-On Display fehlt dem Edge 70 Pro leider. Das Standby Display kann nur temporär angezeigt werden - bei Bewegung, bei Berührung und bei eingehenden Benachrichtigungen.
Touchscreen & Displayglas
Der Touchscreen erkennt 9 Berührungspunkte gleichzeitig und tastet mit bis zu 360Hz ab. Dadurch ergibt sich eine geringe Eingabelatenz. Alle Eingaben werden prompt umgesetzt und es entsteht kein zähes Schreibgefühl oder unschönes Nachziehen beim Scrollen. Auch die Präzision des Touchscreens zeigt keine Probleme. Das Motorola Edge 70 Pro bietet zudem Stylus Unterstützung. So wird z.B. der Moto Pen Ultra unterstützt. Dieser lag uns zum Testen jedoch nicht vor. Wassertropfen auf dem Bildschirm z.B. durch Regen stören die Eingabe nicht.
Das Bildschirmglas setzt auf Gorilla Glass 7i und ist damit relativ robust. Eine gewisse Bruchsicherheit sollte gegeben sein und anfällig für Kratzer ist das Glas nicht. Nach zwei Wochen Nutzung ohne Schutz finden sich auf unserem Testgerät weder starke noch feine Kratzer. Auch der Kratztest mit einem Schlüsselbund in der Hosentasche hat keine Spuren hinterlassen. Das Glas hat angenehme Gleiteigenschaften und nimmt Abdrücke nur langsam an. Eventuell vorhandene Abdrücke lassen sich stets einfach mit dem Ärmel oder an der Hose abwischen.
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Motorola Edge 70 Pro Ausstattung
| Prozessor | Mediatek Dimensity 8500 "Extreme" (4nm) 1x ARM Cortex A725 @3,4GHz 3x ARM Cortex A725 @3,2GHz 4x ARM Cortex A725 @2,2GHz |
| GPU | ARM Mali G720 MC8 Takt: 1,3GHz |
| RAM | 8GB | 12GB LPDDR5X |
| Speicher | 256GB | 512GB UFS 4.1 Lesen: 4,5GB/s | Schreiben: 4,3GB/s (seq.) |
| Micro SD | Nein |
| Fingerabdruck Scanner | Ja (im Display, optisch) |
| Sensoren | Umgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation |
| Besonderheiten | USB-C 2.0, USB OTG, keine Videoausgabe, Sometimes-On Display, kein 3,5mm Anschluss, Linearvibration, Stereo Lautsprecher, kein UKW Radio, kein Infrarot Blaster |
Alltags Performance
Beim Prozessor setzt auch das Motorola Edge 70 Pro auf den Dimensity 8500 von Mediatek, hier in der von Motorola angepassten "Extreme" Variante. Was genau sich dahinter im Vergleich zum Standard-Chip oder zu den bei Xiaomi/Poco verwendeten "Ultra" Varianten (z.B. im Poco X8 Pro oder Xiaomi 17T) verbirgt, bleibt auch hier das Geheimnis des Herstellers. Die grundlegende Architektur bleibt jedenfalls gleich: eine "All-Big-Core" CPU mit acht ARM Cortex A725 Kernen sowie eine ARM Mali G720 MC8 GPU mit 1,3GHz Takt.
Da wir denselben Chip bereits im Poco X8 Pro und im Xiaomi 17T ausführlich getestet haben, lässt sich vieles direkt übertragen und tatsächlich zeigt auch das Motorola Edge 70 Pro ein sehr ähnliches Bild. Im Alltag mit Multitasking, mehreren offenen Apps, Split-Screen und Fenstermodus oder einem gut gefüllten Chrome Browser bleibt das Smartphone durchgehend flüssig und reagiert prompt auf Eingaben. Ruckler oder längere Denkpausen beim Scrollen durch Social Media Feeds sind nicht aufgefallen. Auch bei längerer Nutzung im Alltag erwärmt sich das Edge 70 Pro nicht übermäßig und bleibt angenehm kühl in der Hand.
Beim Spielen liefert das Edge 70 Pro eine solide, aber keine überragende Performance. Genshin Impact läuft auf hohen Grafikeinstellungen größtenteils mit stabilen 60fps, wobei es in anspruchsvolleren Szenen zu leichten Einbrüchen kommen kann. Honkai Star Rail bewegt sich auf maximalen Einstellungen eher im Bereich um die 50fps. Das Verhalten, deckt sich mit dem der anderen Dimensity 8500 Geräte. Von den beworbenen 144Hz sollte man sich ohnehin nicht zu viel versprechen: Erreicht werden diese in der Praxis kaum, da dem Chip dafür schlicht die Grafikleistung für 144fps fehlt.
Thermal Throttling
Beim CPU Throttle Test zeigt das Motorola Edge 70 Pro keine nennenswerte Drosselung und hält die Leistung über den gesamten Testzeitraum stabil. Anders sieht es beim GPU Stresstest mit 3DMark Solar Bay Unlimited aus. Hier bricht die Leistung deutlich ein und landet am Ende bei nur noch 43% der ursprünglichen Leistung. Der Einbruch wird ab dem fünften Durchlauf deutlich sichtbar. Zwischenzeitlich erholt sich die Leistung nochmal kurz, bleibt ab diesem Punkt aber weitgehend auf dem niedrigeren Niveau. Interessanterweise ist davon in realen Gaming Szenarien nichts zu merken. In Genshin Impact oder Honkai Star Rail bricht die Framerate auch nach längerer Spieldauer nicht ein.
Motorola Edge 70 Pro Benchmark Vergleiche
Da sowohl die bereits getesteten Modelle Xiaomi 17T als auch das Poco X8 Pro auf denselben Dimensity 8500 Chip setzen, bietet sich ein direkter Vergleich der Benchmark-Ergebnisse an. Insgesamt zeigt sich beim Motorola Edge 70 Pro ein sehr ähnliches Bild wie bei den beiden Xiaomi / Poco Geräten mit demselben Chip. Mal liegt das eine, mal das andere Modell vorn, klare Sieger gibt es über alle Disziplinen hinweg kaum.
Im Antutu-Gesamtscore (V11) liegen alle drei Geräte eng beieinander. Das Motorola Edge 70 Pro kommt auf 2.189.554 Punkte und liegt damit knapp hinter dem Xiaomi 17T (2.209.121 Punkte), aber leicht vor dem Poco X8 Pro (2.086.851 Punkte). Bei den CPU-lastigen Geekbench Benchmarks fällt das Edge 70 Pro dagegen deutlich zurück. In Geekbench Single Core (V6) liegen sowohl Xiaomi 17T (+55,1%) als auch Poco X8 Pro (+57,5%) deutlich vor dem Motorola. Ähnlich bei Multi Core (V6): Hier liegt das Xiaomi 17T 13,6% und das Poco X8 Pro 21,2% vorn. Auch bei Geekbench Compute (V6) liegt das Motorola zurück (-7,9% zum Xiaomi 17T, -11,7% zum Poco X8 Pro). Bei PCMark Work, das die Systemleistung in eher alltagsnahen Szenarien misst, liegt das Motorola dagegen leicht vor dem Xiaomi 17T (+5,3%), fällt gegenüber dem Poco X8 Pro aber wieder zurück (-9,2%).
Bei den reinen GPU-Benchmarks dreht sich das Bild deutlich zu Gunsten des Motorola Edge 70 Pro. Bei Basemark GPU Medium liegt es sowohl vor dem Xiaomi 17T als auch deutlich vor dem Poco X8 Pro. Noch klarer fällt der Vorsprung bei den anspruchsvolleren 3DMark Tests aus: Bei 3DMark Wild Life Extreme Unlimited und Solar Bay Unlimited liegt das Edge 70 Pro vorn. Und auch in den anspruchsvollsten Benchmarks liegt das Motorola vorn: Bei 3DMark Solar Bay Extreme Unlimited liegt es satte 24,7% vor dem Xiaomi 17T und 4,3% vor dem Poco X8 Pro, bei 3DMark Steel Nomad Light Unlimited sogar 44,5% bzw. 8,4%.
Auch ein Blick auf den schlankeren Bruder, das Motorola Edge 70, lohnt sich. Inzwischen bewegen sich beide Modelle preislich in einem ähnlichen Bereich, technisch trennen sie aber Welten. Das Edge 70 setzt auf den deutlich schwächeren Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4 und fällt im Antutu-Gesamtscore mit 1.334.393 Punkten satte 39,1% hinter das Edge 70 Pro (2.189.554 Punkte, +64,1%) zurück. Punkten kann das Edge 70 lediglich bei der Single Core Performance. Bei allen anderen Tests muss es sich geschlagen geben und insbesondere bei der Grafikleistung liegen zwischen den beiden Modellen Welten.
Speicher, Sensoren & Sonstiges
Beim Arbeitsspeicher und Festspeicher hat uns das Motorola Edge 70 Pro in der Top-Ausstattung mit 12GB RAM und 512GB Speicher erreicht. Die Multitasking-Performance fällt entsprechend flüssig aus: 10 offene Apps sind kein Problem, der Wechsel zwischen ihnen gelingt ohne Neuladen. Auch bei Parallelnutzung im Split-Screen- oder Fenstermodus gibt es keine Performance-Einbußen. Der UFS 4.1 Speicher liefert mit deutlich über 4GB/s Werte auf Oberklasse-Niveau, womit sich das Edge 70 Pro auch hier nicht hinter deutlich teureren Smartphones verstecken muss. Eine Erweiterung per Micro SD Karte ist nicht möglich.
Der Fingerabdrucksensor im Display arbeitet auf optischer Basis und entsperrt schnell und zuverlässig. Kleiner Kritikpunkt: Die Position ist recht weit unten im Display, etwas weiter oben wäre angenehmer für die Handhabung gewesen. Zusätzlich steht Face Unlock per Frontkamera zur Verfügung, welches ebenfalls schnell und zuverlässig funktioniert. Bei sehr wenig Licht bzw. in der Nacht versagt die Gesichtsentsperrung jedoch, da eine Screen-Light-up-Funktion zur Aufhellung fehlt. Die restlichen Sensoren zeigen im Test keine Auffälligkeiten. Ein Barometer ist beim Motorola Edge 70 Pro allerdings nicht vorhanden.
Für haptisches Feedback sorgt ein Linearvibrator, der zwar nicht übermäßig kräftig ausfällt, aber ein brauchbares, weder schwammiges noch übermäßig lautes Feedback liefert. Beim USB-C Anschluss bleibt es bei USB 2.0 Geschwindigkeit ohne Videoausgabe, dafür wird OTG-Zubehör unterstützt. Umgekehrtes Laden (Reverse Charging) ist zwar möglich, fällt mit nur 5W Leistung aber eher schwach aus und eignet sich damit höchstens für kleines Zubehör wie Kopfhörer, nicht aber zum ernsthaften Aufladen anderer Smartphones.
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Motorola Edge 70 Pro Software
| Variante | Hello UI (angepasstes Stock Android) Version im Test: W3WMS36.40-75-5-2 |
| Android Version | Android 16 Sicherheitspatch im Test: August 2026 |
| Google zertifiziert | Ja |
| DRM Technologien | ClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM |
| Bloatware | Ja (KI Apps, Browser, Social Media, Shopping, Office, Streaming) |
| Root-Zugriff | Nein |
| OTA Updates | Ja (ein Update im Testzeitraum) Update Garantie: 3 / 5 Jahre |
| Schadsoftware | Keine Funde Facebook / Meta Systemdienste vorhanden |
Android Version & Variante
Beim Motorola Edge 70 Pro kommt wie gewohnt "Hello UI" zum Einsatz, Motorola's leicht angepasste Variante von Stock Android mit nur dezenten optischen Anpassungen, dafür aber einigen sinnvollen Extrafunktionen. Dazu zählt die Moto AI Integration, die mittlerweile auch mit deutschem Sprachsupport aufgewertet wurde, sowie eine Integration von Google Gemini. Neu mit an Bord ist außerdem ein Fenstermodus, über den sich Apps in schwebenden, frei verschiebbaren Fenstern nutzen lassen, was bei Motorola lange Zeit nicht möglich war.
Im Testzeitraum lief das Smartphone auf Android 16. Während des Tests gab es zudem ein Update, das den Sicherheitspatch auf den Stand August 2026 anhob. Motorola verspricht für das Edge 70 Pro 3 Jahre Android Versionsupdates sowie 5 Jahre Sicherheitsupdates, was für das Modell Support bis ins Jahr 2031 bedeutet.
Zertifizierung & DRM
Bei den Zertifizierungen gibt es beim Motorola Edge 70 Pro keine Überraschungen: Die Google Zertifizierung ist vorhanden, Google Apps und auch Banking Apps von Drittanbietern liefen im Test problemlos. Für DRM-geschützte Inhalte steht Widevine Level 1 zur Verfügung. Beim Streaming ist allerdings nach HDR10(+) Schluss, Dolby Vision wird nicht unterstützt.
Bloatware, Schadsoftware & Bugs
Bloatware ist auf dem Motorola Edge 70 Pro vorhanden, fällt im Vergleich zu vielen Mitbewerbern aber überschaubar aus. Vorinstalliert sind unter anderem einige Social Media Dienste, Shopping Apps, Office Apps sowie KI Dienste, die sich bei Bedarf aber deinstallieren lassen. Auch Meta Systemdienste sind vorinstalliert, lassen sich aber deaktivieren. Ein Scan nach Schadsoftware verlief ohne Funde. Gravierende Bugs wie Abstürze oder Stabilitätsprobleme sind uns im Testzeitraum nicht aufgefallen.
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Motorola Edge 70 Pro Konnektivität
| Mobilfunk | 2G: B2/3/5/8 3G: B1/2/4/5/8 4G: B1/2/3/4/5/7/8/12/13/17/18/19/20/25/26/28/32/34/38/39/40/41/42/43/48/66/71 5G: N1/2/3/5/7/8/20/25/26/28/38/40/41/66/70/71/77/78/80/81/83/84/89/94 |
| WLAN | WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax (Wi-Fi 6/6E) 2x2 MIMO, Wi-Fi Direct |
| Bluetooth | Bluetooth 5.4 |
| NFC | Ja (mit Google Pay) |
| Dual SIM | Single Nano SIM eSIM Unterstützung |
| Positionsbestimmung | GPS, A-GPS, Galileo, GLONASS, BDS, QZSS, NavIC |
Mobilfunk
Beim Mobilfunkempfang punktet das Motorola Edge 70 Pro mit voller Frequenzunterstützung für den europäischen Markt über 2G, 3G, 4G und 5G hinweg. Im Test zeigte sich sowohl im Freien als auch in Gebäuden ein guter Empfang, selbst in schwächer abgedeckten Gegenden kam es zu keinen kompletten Aussetzern. Ein 5G Speedtest ergab solide 360Mbit/s im Downstream und 58Mbit/s im Upstream.
Dual SIM Nutzer sollten aufpassen: Das Edge 70 Pro bietet nur einen Nano SIM Steckplatz, eine Dual Nano SIM Nutzung ist also nicht möglich. Dank vorhandener eSIM-Unterstützung lässt sich Dual SIM Betrieb aber über die Kombination aus physischer Nano SIM und eSIM realisieren.
Getrübt wird der insgesamt gute Eindruck von einem Software-Bug bei der Signalanzeige: Unabhängig von der tatsächlichen Empfangsstärke zeigt das Edge 70 Pro in der Statusleiste durchgehend nur einen einzelnen bis maximal zwei Balken an. Der eigentliche Empfang leidet darunter nicht, für die Einschätzung der Netzabdeckung auf einen Blick ist die Anzeige damit aber unbrauchbar. Das ist insofern peinlich, als dass dieser Bug schon seit einigen Jahren bei diversen Mediatek-basierten Motorola Smartphones existiert.
WLAN, Bluetooth & NFC
Beim WLAN unterstützt das Motorola Edge 70 Pro maximal den Wi-Fi 6E Standard und lieferte im Test direkt neben dem Router mit 1071Mbit/s ein sehr gutes Ergebnis. Auch im am schwächsten abgedeckten Raum des Hauses gab es keine Verbindungsaussetzer, selbst 4k-Streaming war dort noch problemlos möglich. Ein Stockwerk unter dem Router fällt die Verbindung allerdings vom 5GHz auf das 2,4GHz Band zurück, was die Geschwindigkeit auf rund 50Mbit/s einbrechen lässt.
Bei Bluetooth gibt Motorola offiziell nur Version 5.4 an, obwohl der verbaute Chip eigentlich Bluetooth 6.0 unterstützt. Im Test fielen jedoch weder bei der Reichweite noch bei der grundsätzlichen Funktion Auffälligkeiten auf. NFC ist ebenfalls mit an Bord und unterstützt Google Pay für kontaktloses Bezahlen.
GPS Test
Auch bei der Positionsbestimmung hinterlässt das Motorola Edge 70 Pro einen guten Eindruck. Der Empfang zeigt selbst bei bewölktem Himmel einen SNR-Wert im grünen Bereich und liefert einen schnellen Fix. Im Praxistest navigiert das Smartphone exakt und auch das GPS Tracking fiel genau aus: Ein Wechsel der Straßenseite war klar auf der Karte nachvollziehbar, Sprünge in Gebäudenähe oder ähnliche Ungenauigkeiten blieben aus. Selbst in der Hosentasche gibt es keine Abweichungen.
Motorola Edge 70 Pro Audio
| Lautsprecher | Stereo Lautsprecher Rahmen unten + Telefonhörer |
| Noise Cancelling Mikrofon | Ja Triple Mikrofon Array |
| Weitere Merkmale | VoLTE & VoWiFi, VoNR / Vo5G, Dolby Atmos, Systemequalizer & Presets |
Lautsprecher
Beim Sound setzt das Motorola Edge 70 Pro auf ein Stereo Lautsprecher Setup, bestehend aus einem Lautsprecher im unteren Rahmen und dem Telefonhörer als zweiten Lautsprecher. Der Klang gefällt im Test mit einem differenzierten Stereobild und hoher maximaler Lautstärke, dabei bleibt der Sound auch bei hohem Pegel sauber. Übermäßiges Kratzen oder Verzerren ist nicht aufgefallen. Bässe sind zwar vorhanden, fallen aber nicht sonderlich intensiv aus. Insgesamt ergibt das einen soliden, wenn auch nicht überragenden Klangeindruck.
Für Klangverbesserung sorgt Dolby Atmos, das sich über eine eigene App steuern lässt. Dort stehen unter anderem virtueller Raumklang sowie verschiedene Klang-Presets zur Auswahl. Wer lieber selbst Hand anlegt, kann zusätzlich auf einen systemweiten Custom-Equalizer zur manuellen Soundanpassung zurückgreifen.
Sprachqualität (Telefonie)
Bei der Sprachqualität während Telefonaten liefert das Motorola Edge 70 Pro einen sauberen und natürlichen Ton für beide Gesprächsteilnehmer. Der Telefonhörer wird dabei auf Wunsch recht laut, während das Triple Mikrofon Array Umgebungsgeräusche zuverlässig unterdrückt.
Neben klassischem VoLTE unterstützt das Edge 70 Pro auch Vo5G (VoNR) für Gespräche über das 5G Netz. VoWiFi ist ebenfalls an Bord, funktionierte im Test mit dem o2 Netz jedoch nicht, obwohl die Option in den Einstellungen aktiviert wurde.
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Motorola Edge 70 Pro Kamera
| Hauptkamera | Haupt: 50MP Sony Lytia 710 1/1.56" f/1.8 24mm OIS AF Tele: 50MP Samsung JN5 3,5x 1/2.76" f/2.8 81mm OIS AF Ultrawide: 50MP Samsung JNS 1/2.76" f/2.0 12mm 122° EIS AF Video: 4k60 / 4k30 (Alle) Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: HDR10+ mit 4k30 (Alle) |
| Frontkamera | 50MP Samsung JNS 1/2.76" f/1.9 22mm EIS AF Video: 4k60 / 4k30 Codec: H.264 / H.265 (HEVC) HDR Video: Nein |
| Blitz | Dual LED |
| Fokus | PDAF + CDAF |
| Slow Motion | FHD240 / FHD120 (ohne HSR & Ton) |
Bei der Kamera Ausstattung zeigt sich das Motorola Edge 70 Pro von seiner stärksten Seite. Alle drei rückseitigen Linsen (Haupt-, Tele- und Ultraweitwinkelkamera) lösen mit 50MP auf. Hinzu kommt Autofokus auf allen drei Linsen sowie optische Bildstabilisierung bei Haupt- und Telekamera. Für ein Smartphone, das mittlerweile schon für unter 500€ zu haben ist, ist das eine außergewöhnlich gute Ausstattung, die sich unter Mittelklasse-Geräten deutlich abhebt. Selbst Performance-Flaggschiffe im Bereich von 600 bis 900€ bieten in der Regel keine derart umfangreiche Kamera-Ausstattung, punkten dafür aber mit mehr Rohleistung.
Ob sich diese auf dem Papier starke Ausstattung auch in der Praxis niederschlägt, klären wir in den folgenden Abschnitten im Detail. Alle Bilder wurden mit Standard Einstellungen und ohne optionale KI Funktionen aufgenommen. Auto HDR ist beim Edge 70 Pro immer aktiv und lässt sich nicht abschalten.
Hauptcam (Tag, 12MP Standard)
Mit dem Sony Lytia 710 kommt im Motorola Edge 70 Pro zwar kein Flaggschiff Sensor zum Einsatz, aber dennoch muss sich die Kamera nicht verstecken. Im Standardmodus liefert sie 12MP Aufnahmen mit Pixelbinning. Die Bilder zeigen allgemein eine gute Schärfe, einen erstklassigen Dynamikumfang in allen Situationen und auch eine erfreulich gute Lichtausbeute in Räumen mit weiterhin guter Qualität und sehr gutem Rauschverhalten. Die Kamera bietet einen zuverlässigen und schnellen Autofokus ohne größere Auslöseverzögerung. Farblich sind die Aufnahmen erstaunlich realitätsnah, wobei die Kamera bei der Sättigung manchmal fast schon zu "vorsichtig" ist, da manche gesättigte Motive tatsächlich weniger gesättigt abgelichtet werden als sie in der Realität sind - die rote Wand im Wohnzimmer ist ein gutes Beispiel. Insgesamt ist die Kamera aber für ein Mittelklasse Gerät richtig gut und macht viel Spaß. Insbesondere die Zuverlässigkeit in schwierigen Lichtsituationen wie z.B. bei den Aufnahmen im Wald heben das Edge 70 Pro von einigen Mitbewerbern im Marktsegment ab.
Hauptcam (50MP Modus)
Der 50MP Modus liefert ebenfalls gute Ergebnisse. Lohnen kann er sich, wenn man Wert auf scharfe feine Texturen bzw. Strukturen auf Distanz legt. In dieser Hinsicht verbessert die volle Auflösung die Bilder deutlich. Erfreulich ist dabei, dass das Edge 70 Pro auch im 50MP Modus noch HDR unterstützt und damit unverändert einen sehr guten Dynamikumfang liefert. Lediglich der Rauschanteil kann sich bei Dämmerlicht z.B. in Gebäuden etwas erhöhen, bleibt aber auch hier noch subtil genug um nicht zu stören.
Hauptcam (2x Digitalzoom)
Der 2x Digitalzoom der Hauptlinse wurde gut Optimiert. Das Motorola Edge 70 Pro liefert hier bei halbwegs guter Ausleuchtung Bilder mit keinem deutlich sichtbaren Qualitätsverlust, guter Schärfe, keinen Einbußen beim Dynamikumfang und auch keinen Veränderungen an der Farbdarstellung. Erst bei Nachtaufnahmen bricht die Bildqualität stärker ein. Die Bilder wirken dann recht weich. Brauchbare Schnappschüsse entstehen aber auch hier noch, gerade dann, wenn recht viele Kunstlichtquellen das Motiv anstrahlen.
Hauptcam (Blitz)
Mit Blitz leistet sich das Edge 70 Pro auch keine größeren Patzer. Die Aufnahmen zeigen eine gute Lichtausbeute und wirken damit recht hell, auch auf größere Distanz. Die Lichtverteilung fällt recht gleichmäßig aus, es entsteht kein störendes Bildrauschen und die Schärfe der Aufnahmen stimmt ebenfalls. Farben werden nicht großartig verfälscht. Der Weißabgleich hat teilweise eine leichte Tendenz ins Kühle, was sich aber noch in einem vertretbaren Rahmen hält.
Hauptcam (Nachtfotos)
Bei Nachtaufnahmen im Standardmodus aktiviert das Edge 70 Pro den Nachtmodus automatisch und liefert auch hier gute Ergebnisse. Dabei überrascht vor allem die gute Lichtausbeute, sodass auch relativ dunkle Motive noch schöne Fotos liefern. Auch ein Sternenhimmel ist zumindest zu erahnen. In Sachen Farben und Dynamikumfang sind die Ergebnisse ziemlich optimal und vom Weißabgleich her ebenfalls gut abgestimmt. Übermäßiges Bildrauschen ist auch bei sehr dunklen Motiven nicht zu erkennen. Leichte Abstriche muss man bei der Detaildarstellung auf Distanz machen. Hier wirken die Bilder etwas weich. Für ein Mittelklasse Gerät ist das aber absolut im Rahmen und definitiv kein großer Kritikpunkt.
Hauptcam (Langzeitbelichtung)
Langzeitbelichtung unterstützt das Motorola Edge 70 Pro im Pro Modus mit bis zu 32 Sekunden mit allen Kameras. Dabei sind wahlweise komplett manuelle Einstellungen oder Halbautomatik möglich. Getestet wurde mit Halbautomatik - Belichtungszeit manuell, Rest auf Automatik. Hier liefert das Smartphone gute Ergebnisse mit entsprechend nochmal besserer Lichtausbeute, wobei auch ein Sternenhimmel besser sichtbar wird. Eine Nachbearbeitung für besseren Dynamikumfang findet allerdings wohl nicht statt. Das führt dazu, dass Lichtquellen oder stark angeleuchtete Gebäude häufig überbelichtet erscheinen. Bei der Wahl der Belichtungszeit muss man also vorsichtig sein oder noch manuell Hand am ISO-Wert anlegen.
Tele-Cam (Tag, 12MP Standard)
Auch die Tele-Kamera liefert mit ihrem 50MP Sensor im Standard Modus 12MP Aufnahmen mit Pixel Binning. Das Motorola Edge 70 Pro bietet dabei eine 3,5-fache optische Zoomstufe und kombiniert den Sensor mit OIS, was es deutlich einfacher macht das Motiv im Blickfeld zu halten und auch verwackelten Aufnahmen vorbeugt. Auch die Tele-Kamera liefert schöne Aufnahmen mit guter Schärfe und anständiger Detaildarstellung, welche aber auf große Distanz wie bei der Hauptlinse etwas abnimmt. Farblich ist die Tele-Kamera recht exakt auf die Hauptlinse abgestimmt. Ein Unterschied der sich zeigt, ist weniger Zurückhaltung bei der Farbsättigung, was speziell gesättigte Motive realitätsnaher abbildet. Übersättigung tritt dabei aber zu keinem Zeitpunkt auf. Was Dynamikumfang und Rauschverhalten angeht, gibt es auch bei der Tele-Kamera nichts zu kritisieren. Die Kamera schneidet hier erstaunlich gut ab und liefert auch innerhalb von Räumen noch Bilder mit sehr guter Qualität und Schärfe ohne auffälliges Rauschen.
Tele-Cam (50MP Modus)
Im 50MP Modus unterstützt die Tele-Kamera weiterhin HDR. Einbußen beim Dynamikumfang muss man hier also nicht hinnehmen. Vorteile zeigt der 50MP Modus speziell bei Landschaftsaufnahmen, wo die Bilder auf Distanz schärfer wirken. Farblich gibt es bei den 50MP Aufnahmen keine deutlichen Unterschiede zu den 12MP Aufnahmen. Die Auslösezeit verlängert sich etwas. Die Qualitätseinbußen in Innenräumen fallen erstaunlich gering aus. Trotz des Wegfalls von Pixel Binning liefert die Tele-Kamera im 50MP Modus auch in solchen Situationen noch sehr rauscharme, scharfe Bilder.
Tele-Cam (7x Digitalzoom)
Für Digitalzoom mit der Tele-Kamera steht als Schnellzugriff eine 7-fache Zoomstufe bereit. Auch hier überrascht das Motorola Edge 70 Pro mit erstaunlich wenig Qualitätseinbußen und kann an der Stelle tatsächlich mit so manchen günstigeren Oberklasse Geräten mithalten. Bei guter Ausleuchtung ist meist nicht direkt ersichtlich, dass es sich nur um Digitalzoom handelt. Auch in halbwegs gut ausgeleuchteten Innenräumen liefert der Digitalzoom noch durchaus gute Ergebnisse. Die Lichtverhältnisse müssen schon deutlich schlecht werden, dass man dann deutliche Qualitätseinbußen erkennen kann. Auch dann entstehen aber noch durchaus brauchbare Ergebnisse. Gut angeleuchtete Motive bei Nacht kann man z.B. auch mit Digitalzoom noch in ganz ordentlicher Qualität ablichten.
Tele-Cam (Nachtfotos)
Für ein Mittelklasse Smartphone liefert die Tele-Kamera im Motorola Edge 70 Pro überraschend gute Nachtfotos mit nativer Zoomstufe. Die Lichtstärke fällt doch erfreulich gut aus und liefert so ausreichend helle Bilder, die scharf wirken, feinere Details im näheren Bereich noch sehr gut abbilden und auch kein übermäßiges Bildrauschen zeigen. Der Dynamikumfang fällt dabei sehr gut aus, Lichtquellen werden nicht überbelichtet dargestellt. Die Farben sehen auch gut aus, wenngleich sie etwas kühler dargestellt werden als bei der Hauptlinse. Bei sehr dunklen Motiven, die kaum von Kunstlichtquellen angestrahlt werden, kann es aber passieren, dass die Kamera auf die Hauptlinse zurückfällt und Digitalzoom nutzt. Das hat dann entsprechend negative Auswirkungen auf die Bildqualität.
Ultrawide-Cam (Tag, 12MP Standard)
Die Ultrawide-Kamera des Motorola Edge 70 Pro löst nativ ebenfalls mit 50MP auf und bietet ein 122° Sichtfeld. Im Standard-Modus liefert auch die Ultrawide-Kamera 12MP Aufnahmen. Die Bilder zeigen kaum Verzerrung und sind bei Landschaftsaufnahmen auch am Bildrand scharf. Feine Texturen und Details sind typisch für Ultrawide Kameras auf Distanz etwas weich, jedoch schärfer als bei sonst oft bei Mittelklasse Handys üblichen kleineren Ultrawide-Kameras. Für ein Mittelklasse Gerät liegt das Niveau damit deutlich über dem üblichen Durchschnitt des Segments und tendiert eher in Richtung Oberklasse. Die Farbabstimmung fällt weitgehend gut aus und weicht nur durch einen etwas kühleren Weißabgleich von der Hauptlinse ab. Der Dynamikumfang bleibt sehr gut. Auch in Innenräumen liefert die Kamera noch brauchbare Bilder, wobei der Schärfeabfall und ein leichtes Rauschen in dunklen Bildbereichen dort leicht zunehmen. Der Autofokus arbeitet schnell und zuverlässig. Die Kamera liefert eine kurze Auslösezeit.
Ultrawide-Cam (50MP Modus)
An einer Stelle fällt die Ultrawide-Kamera gegenüber den beiden großen Linsen ab: Einen 50MP Modus bietet sie nicht, obwohl der Sensor die Auflösung nativ hergibt. Die volle Auflösung des Sensors bleibt damit ungenutzt, es gibt nur 12MP Aufnahmen. Bei der Haupt- und Telekamera war der 50MP Modus nützlich um mehr Details auf Distanz zu bekommen, bei der Ultrawide entfällt er komplett. Im High-Res Modus lassen sich nur Haupt- und Tele-Kamera aktivieren.
Ultrawide-Cam (Nachtfotos)
Bei Nacht zeigt die Ultrawide-Kamera im Motorola Edge 70 Pro ihre Grenzen. Die Lichtausbeute ist gegenüber der Hauptkamera deutlich schwächer, die Aufnahmen wirken dadurch dunkler und auch deutlich unschärfer. Der Rauschanteil steigt an. Auch bei der Detaildarstellung verliert die Linse im Vergleich zur Hauptkamera deutlich, die Bilder wirken insgesamt weicher und feine Details auf Distanz bleiben nur angedeutet. Die Farbdarstellung bleibt allerdings gut abgestimmt auf die Hauptlinse. Der Dynamikumfang hält sich ebenfalls gut, Lichtquellen werden nicht überbelichtet. Der Autofokus bleibt auch bei sehr dunklen Motiven zuverlässig und sucht nicht lange nach dem Fokuspunkt. Insgesamt liefert die Ultrawide-Kamera bei Nacht eher anspruchslose Schnappschüsse und keine hochwertigen Bilder mehr.
Makro Modus
Den Makro Modus liefert das Motorola Edge 70 Pro mit der Ultrawide- und der Tele-Kamera, ein eigener Makrosensor ist nicht verbaut. Die Ultrawide-Kamera fokussert bis etwa 4cm Abstand, die Tele-Kamera bis etwa 30cm. Für die Tele-Kamera muss man also für richtige Makro Aufnahmen den Digitalzoom zuschalten. Die Qualität der Makroaufnahmen beider Linsen fällt ordentlich aus, wobei die Detaildarstellung insgesamt etwas weich bleibt und feine Strukturen nicht ganz so scharf wiedergegeben werden. Farblich weichen die Makroaufnahmen von den restlichen Modi nicht ab. Auffällig ist im Direktvergleich, dass die Ultrawide Makros desselben Motivs deutlich kühler dargestellt werden als die Tele Makros. Der Autofokus macht keine Probleme und fokussiert zuverlässig. Etwas ansprechender wirken trotz Digitalzoom die Tele Makros, da der hier intensiver ausgeprägte Bokeh das Motiv besser hervorhebt.
Portrait Modus
Der Portrait Modus des Motorola Edge 70 Pro steht mit allen drei rückseitigen Linsen zur Verfügung. Für ein Mittelklasse Gerät liefert die Motivfreistellung sehr gute Ergebnisse, auch bei sehr komplexen Umrissen erkennt die Kamera das Motiv zuverlässig und setzt es sauber vom Hintergrund ab. Die Schärfentiefe liegt korrekt und der Fokus sitzt dort, wo er sein soll. Der Bokeh Effekt wirkt realistisch und nicht übertrieben, die Tiefenabstufung zwischen Motiv und Hintergrund fällt gut aus und hebt das Porträt ohne aufdringlichen Effekt vom Hintergrund ab. Farblich orientieren sich die Aufnahmen an den jeweiligen Standard Modi der Kameras, der Weißabgleich und die Farbwiedergabe weichen von den normalen Aufnahmen der jeweiligen Linse also nicht ab.
Frontkamera (12MP)
Die Frontkamera des Motorola Edge 70 Pro setzt auf einen 50MP Sensor und liefert im Standardmodus wie die rückseitigen Linsen 12MP Aufnahmen mit Pixel Binning. Dabei bietet sie sogar einen Autofokus, was gerade bei Mittelklasse Smartphones ja die absolute Ausnahme ist. Die Bilder wirken farblich sehr gut abgestimmt mit einem neutralen Weißabgleich und einer realitätsnahen Farbwiedergabe, die auch zu den Aufnahmen der Hauptkamera passt. Feine Details bleiben etwas weicher als bei den besten Selfie Kameras im Oberklasse Segment, für ein Mittelklasse Gerät liegt die Qualität aber deutlich über dem Durchschnitt. Die Kamera ist recht weitwinklig, was aber keine auffällige Verzerrung zur Folge hat. Bei schwachem Licht zeigt der 50MP Sensor mit Pixel Binning seine Stärke. Die Lichtausbeute ist überdurchschnittlich hoch für ein Mittelklasse Handy und zeigt damit in dämmrigen Innenräumen und bei Nachtaufnahmen nur geringe Qualitätseinbußen. Der Bildschirmblitz wertet die Aufnahmen zusätzlich noch etwas auf. Für ein Mittelklasse Gerät bekommt man hier also unterm Strich eine extrem gute Selfie Kamera geboten.
Videos
Beim Filmen steht mit dem Motorola Edge 70 Pro bei allen vier Kameras 4k mit bis zu 60fps zur Verfügung, kodiert in H.264 oder H.265 (HEVC). HDR Video ist per HDR10+ bis 4k30 möglich, getestet wurde das Filmen allerdings im Standardmodus ohne HDR. Besonders die 4k60 Fähigkeit mit Ultrawide- und Frontkamera ist hervorzuheben, da diese Fähigkeit bei Mittelklasse Geräten nach wie vor eher die Ausnahme ist.
Der aufgenommene Ton der Videos fällt insgesamt gut aus und hält Stimmen klar fest. Dabei werden Hintergrundgeräusche allerdings recht konsequent unterdrückt, was bei manchen Szenen einen leichten Unterwassereffekt erzeugt. An der Stelle könnte Motorola noch etwas nachbessern um für einen natürlicheren Klang zu sorgen.
Die Hauptkamera liefert ruhige Videos, selbst beim Laufen bleibt das Bild stabil und Schwenks gelingen sauber, gestützt durch die Kombination aus OIS und EIS. Farblich bleibt das Material realitätsnah und stimmt mit den Fotoaufnahmen überein. Etwas Kritik gibt es beim Autofokus: In 4k60 kommt es gelegentlich zu Fokuspumpen und längeren Reaktionszeiten beim Fokuswechsel, in 4k30 fällt das deutlich weniger ins Gewicht und der Fokus reagiert meist schneller. Bei Nachtvideos wird die Bildqualität in 4k60 deutlich rauschig. Beim Wechsel auf 4k30 reduziert sich der Rauschanteil, die Aufnahmen bleiben aber relativ weich / unscharf.
Auch die Tele-Kamera filmt ruhig mit sauberen Schwenks, wobei sie beim Laufen etwas wackeligere Aufnahmen liefert, aber noch brauchbar bleibt. Auch hier greift die Kombination aus EIS und OIS. Der Autofokus macht hier weder in 4k60 noch 4k30 Probleme, pumpt nicht und reagiert recht flott. Farben, Dynamikumfang und Weißabgleich fallen ordentlich aus, wenngleich etwas wärmer als bei den Videos der Hauptlinse. Nachtvideos der Tele-Kamera wirken deutlich weich und rauschig. Mehr als anspruchslose Schnappschuss-Videos sind hier nicht zu erwarten.
Die Ultrawide-Kamera liefert ebenfalls ruhige Videos auch beim Laufen, hier allerdings nur per EIS stabilisiert. Der Autofokus zeigt in 4k60 und 4k30 keine Schwächen. Die Schärfe der Ultrawide Videos fällt anständig aus und liegt nur leicht hinter den anderen Kameras zurück. Farblich bleibt die Wiedergabe realitätsnah, weicht aber wie bei den Fotos durch den kühleren Weißabgleich leicht von den anderen Kameras ab. Bei Nachtvideos bricht die Bildqualität wie bei den Fotos massiv ein. Die Ergebnisse sind dann eher als unbrauchbar einzustufen.
Die Frontkamera liefert eine anständige Videoqualität in 4k bis 60fps mit natürlichen Farben und recht neutralem Weißabgleich. Die Bildschärfe und Detaildarstellung fällt gut aus, auch bei verschiedenen Abständen dank Autofokus, wobei der Fokus nicht zum Pumpen neigt und recht schnell reagiert. Die EIS Stabilisierung sorgt für ruhiges Videomaterial auch beim Laufen. Wie bei den Fotos liefert die Frontkamera auch in dämmrigen Innenräumen oder bei Nacht mit Straßenbeleuchtung noch erstaunlich hochwertiges Bildmaterial. Das gilt sogar für den 4k60 Modus.
Im Slow Motion Modus bietet das Edge 70 Pro in Full HD sowohl 120fps als auch 240fps, wobei dabei bereits abgebremste Videos ohne Tonspur und ohne HSR gespeichert werden. Der Slow Motion Modus hat aber immerhin keine Längenbegrenzung und liefert brauchbares Videomaterial in beiden Modi.
Motorola Edge 70 Pro Akku
| Kapazität (Angabe) | 6.500mAh |
| Kapazität (Gemessen) | 6.386mAh |
| Wechselbar | Nein |
| Ladetechnologie | 90W TurboPower 15W TurboPower Wireless Charging Kein Netzteil im Lieferumfang 5W Reverse Charging (Kabel + Wireless) |
Akkulaufzeit
Im Motorola Edge 70 Pro sitzt ein 6.500mAh Akku, was für das doch recht schlanke Gehäuse ein ordentlicher Wert ist. Im Alltagstest hat sich der Akku dabei von seiner besten Seite gezeigt: Selbst bei intensiver Nutzung mit viel Kamera, GPS, mobilen Daten und Spielen reichte die Ladung problemlos für einen Tag, zum Teil mit etwas Reserve. Im Standby verliert das Smartphone über Nacht keinen nennenswerten Anteil der Kapazität. Bei weniger intensiver Durchschnittsnutzung kommt man in der Regel über zwei Tage mit einer Ladung.
Auch im PCMark Akku Benchmark, bei 50% Bildschirmhelligkeit und WLAN Verbindung von 100% auf 20% erreicht das Edge 70 Pro mit 17 Stunden und 3 Minuten ein sehr gutes Ergebnis. Die Verbrauchsoptimierung ist Motorola also gewohnt gut gelungen.
Ladezeit
Zum Laden steht beim Motorola Edge 70 Pro das TurboPower Fast-Charging per Kabel mit bis zu 90W bereit, dazu 15W Wireless Charging. Auch umgekehrtes Laden ist per Kabel und kabellos möglich, allerdings jeweils mit nur 5W. Ein Netzteil ist nicht im Lieferumfang enthalten und lag auch für den Test nicht vor. Angaben zur Ladezeit sind also nicht möglich.
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Motorola Edge 70 Pro Test Fazit
Das Motorola Edge 70 Pro ist ein Mittelklasse Smartphone, das mit seinem Kamerasystem und dem schlanken Design deutlich über dem Durchschnitt seines Marktsegments liegt. Vier 50MP Sensoren mit Autofokus auf allen Linsen und OIS an Haupt- und Telelinse sind in Kombination selbst unter Performance Flagships selten zu finden. Die Haupt- und Telekamera liefern durchweg gute bis sehr gute Ergebnisse, auch bei Nacht, und auch die Frontkamera spielt oberhalb des Durchschnitts in der Mittelklasse. Beim Design sorgt die Holzrückseite zusammen mit der schlanken Bauweise für ein edles Erscheinungsbild, das sich vom Einheitsbrei abhebt. Dazu kommen IP68, IP69 und MIL-STD-810H. Der 6.500mAh Akku hält auch bei intensiver Nutzung einen vollen Tag durch, bei weniger intensiver Nutzung könnt ihr von zwei Tagen ausgehen.
Die größte Schwäche des Geräts war anfänglich die UVP. 799 Euro sind schwer zu vermitteln, wenn man nur einen Mittelklasse Prozessor bekommt - da kann die restliche Ausstattung noch so gut sein. Doch bei den jetzigen Straßenpreisen relativiert sich das ganze natürlich. Für ab unter 500€ bietet das Motorola Edge 70 Pro ohne Zweifel ein sehr gutes Gesamtpaket, auch wenn es durchaus hier und da ein paar Schwachpunkte hat. Beim Display fehlen Dolby Vision, ein echtes Always On Display sowie Hochfrequenz PWM Dimming und DC Dimming. Weitere kleinere Punkte wie der altbekannte Signalanzeige Bug oder das fehlende zweite Nano SIM Fach sind auch zu nennen, fallen aber eher in den Bereich Randnotizen.
Wer möglichst viel Kamera zum Mittelklasse Preis will, sollte das Edge 70 Pro auf jeden Fall auf dem Schirm haben. Auch Fans von schlanken Designs und spannenden Rückseitentexturen, wie in diesem Fall der Holzrückseite, kommen hier auf ihre Kosten. Gegenüber dem nochmal deutlich dünneren Edge 70 ist das Edge 70 Pro bei ähnlichen Straßenpreisen klar die bessere Alternative, mit mehr Ausstattung, besserem Klang, längerer Akkulaufzeit, besserer Kamera und erheblich mehr Prozessorleistung. Auch gegen starke Konkurrenten von Xiaomi kann sich das Motorola behaupten, wenngleich Xiaomi hier bei vielen Modellen den längeren Software Support liefert.
Wichtigste Vorteile
- Für die Geräteklasse extrem gute Kamera-Ausstattung (4x 50MP, Tele mit OIS, Ultrawide mit AF, Frontcam mit AF)
- Kameras mit guten Ergebnissen deutlich oberhalb des Durchschnitts in der Mittelklasse
- Sehr schönes (curved!) Display mit exzellenter Lesbarkeit im Freien (gemessen bis 3.000 Nits im HBM Modus)
- Sehr schlankes Gehäusedesign mit interessanten Rückseitentexturen und Materialien (beim Testgerät Holz)
- IP68, IP69 und MIL-STD-810H Zertifizierungen
- Trotz schlankem Design sehr gute Akkulaufzeit mit großem 6.500mAh Akku
- Grundsolide Alltagsperformance und auch Gaming-tauglich wenn Anforderungen nicht zu hoch angesetzt werden
- Stock nahes Android mit guter Performance und nützlichen Zusatzfunktionen
- Rundum solide Empfangsleistung mit guter Performance in 5G und Wi-Fi 6
- Ordentliche Stereo Lautsprecher, etwas bassarm aber deutlich besser als beim Edge 70
- Einwandfreie Sprachqualität
Wichtigste Nachteile
- Display ohne Dolby Vision, kein echtes AOD, kein PWM Dimming, kein DC-Dimming
- Uralter Mobilfunk Signalanzeige Bug auch hier vorhanden
- Kein Dual SIM mit physischer SIM Karte, nur per zusätzlicher eSIM
- VoWiFi im Testzeitraum mit o2 Netz ohne Funktion
- Kein Netzteil im Lieferumfang enthalten
- Leichte Schwächen beim Filmen mit der Kamera: Hauptlinse mit Fokuspumpen in 4k60, Nachtvideo relativ schwach, Audio mit etwas aggressiver Geräuschunterdrückung