Von ChinaMobileMag auf Mittwoch, 06. Mai 2026
Kategorie: Testberichte

Honor 600 Test

Einleitung

Honor hat seiner Nummern-Reihe Nachwuchs verpasst. Mit der Honor 600 Serie gibt es in Europa inklusive Deutschland jetzt drei neue Modelle: das Honor 600 Lite, das Honor 600 und das Honor 600 Pro. Nachdem die Honor 500 Serie nicht zu uns gekommen ist, erhalten die in Europa verfügbaren Modelle der Honor 400 Serie also endlich mal einen Nachfolger.

Das Honor 600 liefert als mittleres Gerät der Serie eine recht solide Ausstattung mit hochwertigem Design inklusive Metallrahmen, modernem AMOLED Display mit schlanken Bezels, Snapdragon 7 Gen 4 Prozessor und sogar eine 200MP Hauptkamera. Wir durften das Honor 600 bereits vor dem offiziellen Launch für euch testen und hatten das Gerät mittlerweile einen Monat lang im Alltagstest. Wie sich das Handy im Alltag schlägt, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Erhältlich ist das Honor 600 in Deutschland seit dem 6. Mai 2026* in den zwei Farben Schwarz, Gold und Orange sowie zwei Speichervarianten mit 8+256GB oder 8+512GB. Leider ruft Honor für das Honor 600 in Deutschland einen recht hohen Preis auf. Zuvor gemunkelte Preise ab 399€ haben sich nicht bewahrheitet. Stattdessen kostet das Gerät ab 649,90€, wenngleich es zum Launch einen 100€ Rabatt und weitere Zugaben gibt. Für ein Mittelklasse-Handy sind über 600€ schon ein stolzer Preis.

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Honor 600 Lieferumfang

​Das Honor 600 bekommt ihr in einem recht flachen Smartphone-Karton im typischen Format geliefert. Dieser ist in weißer Farbe gehalten und eher schlicht gestaltet. Eine Produktabbildung fehlt, geziert wird er lediglich vom Produktschriftzug. Im Inneren befindet sich das Honor 600 geschützt in Folie mit einer Schutzfolie auf dem Display. Dazu gibt es die Dokumentation und ein USB Kabel. Ein Netzteil oder eine Schutzhülle für das Gerät ist nicht Teil des Lieferumfangs. Auf ein Unboxing Video zum Honor 600 haben wir diesmal verzichtet, da das Gerät bei Erhalt unter NDA stand und direkt der Testbericht veröffentlicht wurde.

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Honor 600 Design

​Materialien ​Rahmen: Metall (flach, matt)
Rückseite: Glas (flach, matt)
Front: Honor NanoCrystal Shield (flach)
Gewicht187g
Abmessungen​Ohne Kamera: 156 x 74,7 x 8,2mm
Mit Kamera: 156 x 74,7 x 11,6mm
Wasserdicht​IP68, IP69 und IP69K

Materialien & Aussehen

​Das Honor 600 ähnelt vom Design her recht stark dem Poco F8 Pro von Xiaomi (derzeit etwa 460€ bei Amazon*). Grund dafür ist, ein sehr ähnliches Designkonzept. Ein Metallrahmen trifft hier auf eine Glasrückseite, bei welcher der Kamerabuckel zusammen mit dem Glaspanel aus einem Stück besteht. Dabei übernimmt das Honor 600 auch das breite Layout des Kamerabuckels. Dem Honor 600 wird dadurch ein am iPhone 17 Pro (Max) angelehntes Design nachgesagt. So wirklich stimmt das aber nicht, denn Apple hat das breite Layout des Kamerabuckels nicht erfunden. Tatsächlich ist das Designelement historisch eher bei Poco Smartphones zu finden. Das Honor 600 als "Poco Kopie" zu bezeichnen ist also im Grunde der treffendere Vergleich.

Wie dem auch sei: Was die Optik und Verarbeitung angeht, macht das Honor 600 für die Preis- bzw. Geräteklasse einen sehr guten Eindruck. Das Design sieht durchaus schick aus und wirkt mit dem matten Glas auf der Rückseite sehr hochwertig. Das Design erinnert insgesamt eher an ein Premium-Smartphone als an ein Mittelklasse-Gerät. Der Metallrahmen gibt dem Aufbau des Honor 600 auch ordentlich Stabilität, sodass man im Biegetest recht viel Kraft aufwenden muss, um das Smartphone zu verbiegen. Die Biegung bleibt dabei nicht erhalten und es entsteht kein unschönes Knacken aus dem Inneren.

Ein Nachteil der seitlich im Kamerabuckel platzierten Linsen ist die durch den deutlichen Überstand entstehende Schieflage bei Tischnutzung, wobei das Honor 600 auch deutlich zum Wackeln neigt. Wären die Linsen ohne zusätzlichen Überstand in den breiten Kamerabuckel integriert, hätte man dieses Problem vermeiden können. Ansonsten gibt es am Design keine größeren Kritikpunkte. Das Honor 600 liegt gut in der Hand und ist mit 187g auch nicht zu schwer, für ein Smartphone mit Metallrahmen sogar recht leicht.

Verarbeitung, Tasten & Anschlüsse

 Das Honor 600 zeigt bei der Verarbeitung keine Schwächen. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, die Übergänge zwischen Metallrahmen und Glasflächen fallen sauber aus. Das aus dem Glas gefräste Kameramodul weist keine Makel auf. Die Tasten zeigen keinerlei Spiel, es gibt kein auffälliges Klappern beim Schütteln und der Druckpunkt ist knackig. Auch ein IP68 Rating sowie Ratings für IP69 und IP69K sind vorhanden, sodass das Honor 600 gegen Staub und Wasser sehr gut geschützt ist und auch unter Wasser getaucht werden kann. Im Test gab es dabei keine Probleme mit Wassereintritt.

Bei den Tasten gibt es keine eine Besonderheit, denn zusätzlich zu den rechts übereinander angeordneten Power- und Lautstärketasten gibt es noch einen dedizierten AI Button, der mit verschiedenen Funktionen belegt werden kann und zusätzlich auch als Kamerataste fungiert. Es handelt sich dabei aber um eine normale mechanische Taste und nicht um einen Touch-Button. So kann er leider auch nicht zum Betätigen des Zooms durch Wischgesten verwendet werden. Angesichts des Preises ist diese Einsparung fragwürdig.

Die verbleibenden Elemente sind unten und oben im Rahmen untergebracht. Unten befindet sich der USB-C-Anschluss, eine der Lautsprecheröffnungen und der SIM-Slot sowie ein Sprachmikrofon. Oben im Rahmen befindet sich eine zweite Lautsprecheröffnung und zwei zusätzliche Öffnungen für ein weiteres Mikrofon und den Infrarotblaster.

Honor 600 Display

​Größe ​6,57 Zoll
Auflösung ​2728 x 1264 @120Hz
Adaptive Sync: 60/90/120Hz​
Technologie​​10-Bit OLED (flach)
1,07 Milliarden Farben, DCI-P3 Farbraum
HLG & HDR10(+)
Manuelle Helligkeit: Gemessen 800 Nits
HBM Helligkeit: Gemessen 1500 Nits bis 2200 Nits (je nach Fläche)
Peak Helligkeit: 8000 Nits laut Hersteller
3840Hz PWM Dimming, kein DC Dimming
​Anzahl Berührungspunkte​9
Abtastrate: Unbekannt
Kein Handschuh-Modus
Gehärtetes Glas​Ja
Honor NanoCrystal Shield
Anti Fingerabdruck BeschichtungJa

Panel & Bild

​Das Display im Honor 600 macht einen modernen und guten Eindruck. Optisch erinnert das Panel an ein Flaggschiff-Smartphone, wofür sich hauptsächlich die schlanken Ränder um das Panel verantwortlich zeigen. Diese liegen grob gemessen bei ca. einem Millimeter ohne den Metallrahmen und das gleichmäßig (=symmetrisch) um das Display herum. Unter den aktuellen Mittelklasse Smartphones in Europa sollten das aktuell die dünnsten Bezels sein. Auf die Pillen-Notch seiner Flaggschiffe verzichtet Honor beim 600 und setzt stattdessen auf eine klassische Punch-Hole Frontkamera.

Technisch liefert das verbaute OLED Panel gute Werte. Die Diagonale fällt mit 6,57" konservativ aus, die Auflösung ist mit 2728 x 1264 Pixeln hoch genug für scharfe Darstellung ohne sichtbare Pixel auch bei kürzeren Abständen. Dabei liefert das Panel 10-Bit Farbtiefe und bis zu 120Hz mit Adaptive Sync, wobei minimal nur 60Hz möglich sind. Das Panel liefert eine gute Reaktionszeit und zeigt kein störendes Ghosting bzw. Nachziehen beim Scrollen durch Text und andere Inhalte. Die Blickwinkelstabilität ist hoch mit nur geringem Helligkeitsabfall.

Farblich macht das Panel einen guten Eindruck. Der Weißpunkt ist auf Werkseinstellungen mit über 8000K jedoch deutlich zu kühl eingestellt. Verbessern lässt sich das durch den Wechsel auf das Farbprofil "Normal". Wer die intensiveren Farben vom Profil "Lebhaft" bevorzugt, kann den Weißpunkt allerdings auch manuell für jedes Profil anpassen. Je nach gewähltem Profil liefert das Honor 600 eine eher knallige oder realistischer Farbwiedergabe, sodass für jeden Geschmack etwas dabei ist. Bilder und Videos kommen auf dem Panel auf jeden Fall gut zur Geltung und auch HDR Inhalte machen Spaß. Vor teureren Honor Modellen muss sich das Honor 600 also nicht verstecken.

Abstriche muss man natürlich beim Thema Helligkeit und Ansteuerung hinnehmen. Im Gegensatz zu den Flaggschiffen von Honor unterstützt das Honor 600 kein DC Dimming, sondern setzt auf PWM Dimming bei 3840Hz, was auch etwas weniger ist als beispielsweise beim Honor Magic 8 Pro (Air). Das Flimmerverhalten is also etwas schlechter, wenngleich immer noch gut. Bei der Helligkeit schneidet das Honor 600 allerdings sehr gut ab. Gemessen erreicht das Smartphone vollflächig bei manueller Einstellung eine Helligkeit von 800 Nits. Im HBM Modus sind es je nach Größe der Fläche zwischen 1500 und 2200 Nits, was für ein Mittelklasse-Smartphone extrem gut ist. Die Lesbarkeit im Freien fällt entsprechend exzellent aus. Für die maximale Helligkeit muss in den Einstellungen die Option "Sonnenlichtmodus" aktiviert werden.

Einstellungen & Features

​Bei den Displayeinstellungen liefert das Honor 600 die üblichen Android Standardeinstellungen wie Hell- und Dunkelmodus, automatische Helligkeit mit dem schon erwähnten Zusatz "Sonnenlichtmodus", Anpassung der Skalierung und Lesemodus. Zusätzlich gibt es Anpassungsmöglichkeiten der Systemschriftart, manuelle oder automatische Anpassung der Refresh Rate und einen Schalter zum aktivieren von dynamischer Bildschirmauflösung zur Optimierung von Performance und Akkulaufzeit. Für Videowiedergabe stehen die von teureren Honor Modellen bekannten Upscaling- und Optimierungs-Funktionen für Video bzw. HDR Inhalte zur Verfügung.

Das Farbmanagement umfasst die bereits erwähnten Farbprofile und Weißwertanpassung, sowie auch manuelle Kalibrierungsoptionen für RGB-Werte, Kontrast, Helligkeit und Sättigung. Eine Gamma-Anpassung fehlt allerdings. Ein Always-On-Display ist beim Honor 600 nur eingeschränkt verfügbar. Dieses kann nicht permanent aktiviert werden, sondern nur mit einem Time-out von wenigen Sekunden. Aktiviert wird es durch Antippen des Displays oder Anheben des Smartphones.

Touchscreen & Displayglas

​Fürs Displayglas setzt das Honor 600 auf das Honor NanoCrystal Shield Glas. Was die Robustheit angeht, sollte das Modell also gleichauf mit den Flaggschiffen von Honor sein. Zumindest im Alltagsgebrauch gab es auch keine Probleme mit Kratzern, trotz durchgehend ungeschützter Nutzung. Auch ein direkter Kratztest mit einem Schlüssel auf dem Glas oder beim Herumrutschen mit dem Display auf einem Tisch hat bisher keine Spuren hinterlassen. Die Gleitfähigkeit des Glases ist angenehm und auch die Resistenz gegenüber Abdrücken ist gut. Reinigen lässt sich das Glas in der Regel mit kurzem Drüberwischen mit dem Ärmel.

Was den Touchscreen angeht, erfasst dieser in der Test-App bis zu 9 Finger gleichzeitig. Zur Abtastrate macht der Hersteller keine Angaben. Gefühlt liegt sie etwas aber nicht signifikant unter den teureren Honor Modellen. Bei schnellen Bewegungen ist die Latenz geringfügig höher aber noch in einem ordentlichen Bereich. Schnelles Schreiben auf der On-Screen-Tastatur ist flüssig und ohne "zähes" Schreibgefühl möglich. Allgemein arbeitet der Touchscreen zuverlässig und präzise, auch wenn mal Regentropfen aus dem Display vorhanden sind. Was dem Honor 600 fehlt, ist ein Handschuhmodus.

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Honor 600 Ausstattung

​Prozessor Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4 (4nm)
1x ARM Cortex A720 @2,8GHz
4x ARM Cortex A720 @2,4GHz
3x ARM Cortex A520 @1,8GHz
GPU Adreno 722
RAM8GB  LPDDR5X
Speicher256GB | 512GB
Lesen: 2,09GB/s | Schreiben: 1,91GB/s (seq.)​
Micro SDNein
Fingerabdruck ScannerJa (im Display, optisch)
SensorenUmgebungslicht, Annäherung, Beschleunigung, Lineare Beschleunigung, Kompass, Gyroskop, Rotationsvektor, Magnetometer, Ausrichtung, Gravitation
BesonderheitenUSB-C 2.0, USB OTG, keine Videoausgabe über USB, kein echtes Always-On Display, kein 3,5mm Anschluss, Rotationsvibration, Stereo Lautsprecher, kein UKW Radio, Infrarot Blaster

​Alltags Performance

​Im Honor 600 setzt der Hersteller auf den Snapdragon 7 Gen 4, einen Mittelklasse-Chip der im Mai 2025 auf den Markt kam. Dieser kommt mit zwei Cortex-A720 Clustern mit bis zu 2,8GHz sowie einem Cortex-A520 Cluster mit bis zu 1,8GHz daher. Als GPU dient eine Adreno 722. Das letzte Smartphone mit diesem Chip das wir getestet haben, war das Motorola Edge 70. Performance-technisch liegt das Honor 600 mit dem Chip auf einem ordentlichen Niveau für den regulären Alltagsgebrauch. Die Bedienung ist flüssig, Scrollen durch große Webseiten oder lange Feeds stellt kein Problem dar. Auch beim Multitasking gibt es keine größeren Performance-Probleme. Bei frisch gestarteten Apps gibt es manchmal kleinere Ruckler, was sich aber schnell einpendelt. Insgesamt also ein typisches Performance-Niveau für ein etwas schnelleres Mittelklasse-Smartphone.

Wo das Honor 600 aber schnell an seine Grenzen stößt, ist das Thema Gaming. Für Gelegenheits-Gamer, die auch kein Problem damit haben, die Grafikeinstellungen etwas herunterzuschrauben, ist das Honor 600 sicherlich brauchbar, doch wer größere Ansprüche hat, der wird mit dem Honor 600 nicht glücklich werden. Genshin Impact läuft auf höchsten Grafikeinstellungen nicht mit festen 60fps sondern schwankend zwischen 40 und 60fps. Im Schnitt dürften es wohl um die 50fps sein. Das anspruchsvollere Honkai Star Rail läuft entsprechend schlechter. Immerhin muss man bei längeren Gaming-Sessions keine Angst vor Leistungsverlusten haben. Im Throttle Test zeigt das Honor 600 keine nennenswerten Verluste, weder im CPU Throttling Test noch im GPU Throttling Test.

Benchmark Vergleich: Honor 600 vs. Motorola Edge 70

​Im Benchmark Vergleich mit dem Motorola Edge 70 zeigt sich, dass das Honor 600 nah am Vergleichsgerät liegt, jedoch nicht ganz mithalten kann. Die Tendenz geht in der Mehrzahl der Benchmarks zugunsten des Motorola Edge 70 aus. Oft liegt das Honor 600 zwar nur wenige Prozentpunkte hinter dem Motorola Edge 70 zurück, doch in einigen Benchmarks sind es dann auch mal 5 bis 10% Differenz. Woran das liegt, lässt sich schwer sagen. Zu viel Bedeutung sollte man den Unterschieden aber auch nicht beimessen, denn im Alltagsgebrauch gab es keine nennenswerten spürbaren Unterschiede zwischen den beiden Modellen. Eventuell ist der Unterschied auch einfach der frühen Software des Honor 600 geschuldet, welches wir ja noch vor dem offiziellen Verkaufsstart getestet haben. Künftige Software-Updates könnten hier durchaus noch für Verbesserungen sorgen.

Motorola Edge 70: Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
Honor 600: Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
Antutu (V11)
1.334.393
+0,5%
1.327.457
-0,5%
Geekbench Single Core (V6)
1.339
+4,2%
1.285
-4,0%
Geekbench Multi Core (V6)
4.170
+9,4%
3.812
-8,6%
Geekbench Compute (V6)
4.785
+0,4%
4.768
-0,4%
PCMark Work (3.0)
15.401
+7,9%
14.270
-7,3%
Basemark GPU Medium
11.059
+10,0%
10.055
-9,1%
3DMark Wild Life Unlimited
7.706
+4,0%
7.407
-3,9%
3DMark Wild Life Extreme Unlimited
2.053
+2,4%
2.004
-2,4%
3DMark Steel Nomad Light Unlimited

Benchmark Vergleich: Honor 600 vs. Poco X8 Pro

​Ein weiterer interessanter Vergleich, den man mit dem Honor 600 anstellen kann, ist der mit dem Poco X8 Pro. Letzteres kostet regulär ab 340€ bzw. in Angeboten oft schon unter 300€. Dabei glänzt das Gerät ebenfalls mit einem bis zu 2200 Nits (HBM) hellen AMOLED-Display, dem Mediatek Dimensity 8500 und ansonsten ähnlichen Ausstattungsmerkmalen inklusive Design aus Glas und Metall. Auch bei den Kameras muss sich das Poco gegenüber dem Honor 600 in der Praxis nicht verstecken. Was man hier für erheblich weniger Geld für einen Leistungsunterschied bekommt, ist durchaus beachtlich: Bis zu knapp 80% mehr CPU-Leistung und bis zu 185% mehr GPU-Leistung. Das unterstreicht nochmals deutlich, wie überzogen die Preisgestaltung des Honor 600 ist.

Honor 600: Qualcomm Snapdragon 7 Gen 4
Poco X8 Pro: Mediatek Dimensity 8500
Antutu (V11)
2.086.851
+57,2%
1.327.457
-36,4%
Geekbench Single Core (V6)
1.714
+33,4%
1.285
-25,0%
Geekbench Multi Core (V6)
6.791
+78,1%
3.812
-43,9%
Geekbench Compute (V6)
13.619
+185,6%
4.768
-65,0%
PCMark Work (3.0)
16.193
+5,1%
15.401
-4,9%
Basemark GPU Medium
14.089
+40,1%
10.055
-28,6%
3DMark Wild Life Extreme Unlimited
4.007
+100,0%
2.004
-50,0%
3DMark Steel Nomad Light Unlimited
1.385
+86,2%
744
-46,3%

Speicher, Sensoren & Sonstiges

​Beim Arbeitsspeicher setzt das Honor 600 auf nur 8GB RAM, wobei Honor keine Angaben zur Speichertechnologie macht. Der verbaute Prozessor unterstützt sowohl LPDDR4X als auch LPDDR5X, theoretisch ist also beides möglich. Für heutige Verhältnisse sind 8GB natürlich nicht mehr viel. Die Tendenz geht klar in Richtung 12GB. Unbrauchbar ist das Honor 600 mit 8GB aber nicht. Für die Leistungsklasse sind 8GB im Grunde auch heute noch völlig ausreichend, solange man nicht extrem viele speicherintensive Apps parallel laufen lassen will. Wenn dem so ist, stellt sich aber ohnehin die Frage, ob man bei einem leistungsfähigeren Smartphone nicht besser aufgehoben wäre. Von daher gehen die 8GB schon in Ordnung.

Nicht gegeizt hat Honor hingegen beim internen Festspeicher für Apps und Daten. Dort gibt es neben 256GB auch die Option auf 512GB, wenngleich ohne Aufrüstmöglichkeit per MicroSD-Karte. Um UFS 4.1 Speicher handelt es sich aber nicht, wie die Benchmark Werte um etwa 2GB/s zeigen. Welche Speichergeneration verbaut ist, verrät Honor ebenfalls nicht.

Bei den Sensoren liefert das Honor 600 alles wichtige inklusive Kompass und Gyroskop. Sowohl Kompass als auch Gyroskop haben im Test einwandfrei funktioniert. Die Kartenausrichtung in Google Maps und auch VR-Anwendungen lassen sich problemlos nutzen. Der Fingerabdrucksensor im Display setzt auf eine optische Erfassung des Abdrucks und funktioniert zuverlässig. Die Entsperrgeschwindigkeit ist aber geringfügig langsamer als bei Geräten mit Ultraschall Fingerabdrucksensor. Der Sensor befindet sich leider recht weit unten im Display, was die Bedienung mit einer Hand etwas unbequem macht. Entsperren per Gesichtserkennung ist ebenfalls möglich, setzt aber nur auf die Frontkamera, also keine 3D-Erfassung. Das funktioniert trotzdem recht schnell und zuverlässig, sogar bei Dämmerlicht.

Das Honor 600 bietet leider keinen Linearvibrationsmotor, was in der Preisklasse nicht mehr zeitgemäß ist. Es setzt stattdessen auf einen klassischen Vibrationsmotor mit rotierender Masse. Das Feedback klingt dadurch etwas lauter, weniger hochwertig und wirkt auch weniger präzise, also etwas schwammig. Nicht gespart hat Honor hingegen beim Infrarotblaster, welcher vorhanden ist und sich am oberen Gehäuserand befindet. Der USB-C Port unterstützt USB 2.0 und USB OTG Zubehör. Auf Videoausgabe per USB muss man entsprechend verzichten.

Honor 600 Software

​Variante MagicOS 10 Global / EU Version
Version im Test: ​10.0.0.107(C431E5R201P1H1)
​Android Version Android 16
Sicherheitspatch im Test​: März 2026
Google zertifiziertJa
DRM TechnologienClearKey CDM, Widevine Level 1 DRM
BloatwareJa (App Store, Browser, Social Media, Shopping, Office, Streaming)
Root-ZugriffNein
OTA UpdatesJa (ein Update im Testzeitraum)
Update Garantie: 6 / 6 Jahre
SchadsoftwareKeine Funde
Facebook / Meta Systemdienste vorhanden

​Android Version & Variante

Auf dem Honor 600 läuft Android 16 in Form von MagicOS 10 in der globalen bzw. EU-Version. Das System entspricht weitgehend dem, was man von den aktuellen Honor-Flaggschiffmodellen kennt. Das trifft natürlich auch auf die Optik und die Bedienung zu. MagicOS 10 orientiert sich recht stark am Liquid Glass Design von iOS, wirkt dabei allerdings besser umgesetzt, da die Glaseffekte die Lesbarkeit nicht beeinträchtigen. Wem der gläserne Look nicht gefällt, kann die Intensität der Effekte in den Einstellungen reduzieren. Je nach Einstellung wirken gläserne Elemente dann mehr oder weniger wie Milchglas. Insgesamt präsentiert sich MagicOS 10 wie gewohnt mit umfangreichem Funktionsumfang, dabei aber dennoch guter Struktur, sodass man sich schnell zurechtfindet. Das System wirkt nicht überladen. Die Multitasking Funktionen wie Split-Screen und Floating Window für Apps die per Geste aufgerufen werden können, sind beim Honor 600 ebenfalls vorhanden.

Auch die diversen KI-Funktionen, welche bei Honor Smartphones ja generell recht stark ins System eingebunden sind, sind beim Honor 600 vorhanden und lassen sich weitgehend wie bei den teureren Honor Modellen auch ohne einen Honor Account nutzen. Dazu zählen beispielsweise ein KI Schreibassistent, verschiedene Bild- und Videobearbeitungsfunktionen und einiges mehr. Die KI Features laufen allerdings nicht lokal auf dem Gerät, sondern werden in der Cloud verarbeitet. Wer sie aus Datenschutzgründen nicht nutzen möchte, wird auch nicht dazu gezwungen. Als KI-Assistent ist Google Gemini integriert, mitsamt Sprachsteuerung und Circle to Search.

Im Testzeitraum lief das Honor 600 mit dem Sicherheitspatch vom März 2026. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung des letzten Software Updates war das aktuell. Das Update-Versprechen für das Honor 600 fällt für ein Mittelklasse-Smartphone vorbildlich aus. Ganze 6 Jahre will Honor das Smartphone mit Updates versorgen, was sowohl für große Android Versionen als auch für Sicherheitsupdates gilt. Damit liegt das Honor 600 nur ein Jahr hinter den Flaggschiffen von Honor und über einigen Mitbewerbern, welcher oftmals nur 4 Jahre Android Updates versprechen.

Zertifizierung & DRM

Das Honor 600 ist Google zertifiziert, sodass sich neben allen Google Diensten auch alle Apps von Drittanbietern aus dem Play Store installieren lassen, welche auf die Zertifizierung angewiesen sind. Android Auto Unterstützung ist ebenfalls vorhanden. Widevine L1 DRM ist natürlich auch am Start, sodass hochauflösendes Streaming bei Netflix und Co. möglich ist. Nicht unterstützt wird allerdings Dolby Vision, da die HDR Unterstützung maximal bis HDR10+ reicht.

Bloatware, Schadsoftware & Bugs

​Beim Thema Bloatware zeigt sich das Honor 600 im Vergleich zu den Flaggschiffen von Honor von einer weniger guten Seite. Hier sind deutlich mehr vorinstallierte Apps zu finden. Dazu zählen die üblichen Verdächtigen wie Facebook und andere Social Media Apps, ein hauseigener App Store, Shopping Apps, Office Apps und Streaming Apps. Natürlich kann fast alles davon deinstalliert werden. Lediglich die Facebook bzw. Meta Systemdienste sind fest im System verankert und lassen sich nur deaktivieren. Scans nach Schadsoftware blieben erwartungsgemäß ohne Funde. Gravierende Bugs oder Abstürze sind im Testzeitraum trotz der frühen Softwareversion nicht aufgefallen.

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Honor 600 Konnektivität

​Mobilfunk Keine Angaben (2G, 3G, 4G, 5G)
WLAN WLAN 802.11a/b/g/n/ac/ax (Wi-Fi 6/6E)
BluetoothBluetooth 5.4
NFCJa (mit Google Pay)
​Dual SIMDual Nano SIM
Single eSIM Unterstützung (SIM 2)
PositionsbestimmungGPS, A-GPS, Galileo, GLONASS, BDS

Mobilfunk

​Honor macht leider keine Angaben zur den unterstützten Mobilfunkfrequenzen seiner Smartphones und auch das Honor 600 bildet da keine Ausnahme. Dass die wichtigsten Frequenzen für Deutschland und Europa im Allgemeinen unterstützt werden, ist aber anzunehmen und es gibt auch keine Anhaltspunkte fürs Gegenteil.

Im Testzeitraum hat das Smartphone im o2-Netz überall einen sehr guten Empfang geliefert und kam auch mit schwächer abgedeckten Gebieten oder Gebäuden gut zurecht. Im 5G Speedtest erreichte das Honor 600 im o2-Netz eine Downloadgeschwindigkeit von 346Mbit/s und eine Uploadgeschwindigkeit von 55Mbit/s.

Das Honor 600 unterstützt Dual-SIM mit zwei Nano-SIM-Karten und gleichzeitigem 5G Zugang auf beiden Karten. Alternativ kann auch eSIM genutzt werden, wobei die eSIM im Dual SIM Betrieb die SIM 2 ersetzt.

WLAN, Bluetooth & NFC

​Für den WLAN Zugang unterstützt das Honor 600 Wi-Fi 6(E), also AX-WLAN. Der WLAN Empfang war im Testzeitraum stets sehr gut und auch im am schwächsten abgedeckten Raum des Hauses gab es keine Probleme bei bandbreitenintensiven Anwendungen wie Video-Streaming. Im Speedtest erreicht das Honor 600 direkt neben dem Router eine Downloadgeschwindigkeit von sehr guten 889Mbit/s. Ein Stockwerk tiefer sind es immer noch sehr gute 240Mbit/s. Genutzt wurde für den Test eine Fritz!Box 6660 Cable mit Wi-Fi 6.

Die Bluetooth Unterstützung umfasst die Version 5.4. Auch hier gab es im Testzeitraum keine Probleme mit der Verbindung zu anderen Geräten. Die Audioübertragung blieb auch bei zwei bis drei Räumen Entfernung zum Smartphone ohne Störungen. Zusätzlich unterstützt das Honor 600 noch NFC. Natürlich kann darüber auch Google Pay genutzt werden.

GPS Test

​Im GPS Test erreicht das Honor 600 einen schnellen Fix, wobei die GPS Test App zwischen 40 und 50 eingebundene Satelliten anzeigt. Die SNR lag im Test trotz bedeckten Himmels weit im grünen Bereich mit einem Wert von 40,4. Im Praxistest mit Google Maps und auch beim GPS Tracking gab es keinerlei Probleme. Im GPS Track wurde die Strecke sehr genau aufgezeichnet und auch Wechsel der Straßenseite werden exakt erfasst.

Honor 600 Audio

​Lautsprecher Stereo Lautsprecher
Rahmen unten + oben​
Noise Cancelling Mikrofon Ja (Rahmen oben)
Weitere MerkmaleVoLTE & VoWiFi, Honor Sound (nur Kopfhörer)

Lautsprecher

​Zur Beschallung liefert das Honor 600 Stereo Lautsprecher. Einer sitzt im Rahmen oben, der andere im Rahmen unten. Dadurch entsteht ein sauberer Stereo-Klang und virtueller Raumklang. Beide Lautsprecher verfügen über Öffnungen von identischer Größe und wirken gleichwertig kraftvoll.

Das Honor 600 liefert einen sehr vollen Klang mit hoher Maximallautstärke, ausgewogener Abstimmung und wenig Verzerren, wobei die Bässe kräftig genug ausfallen um auch für etwas Vibration zu sorgen. Die Bassintensität ist nicht so hoch wie bei den Honor Magic Flaggschiffen aber liegt etwas über dem Durchschnitt unter den Mittelklasse-Smartphones. An die Poco F8 Ultra Konkurrenz mit dediziertem Subwoofer kommt das Honor 600 jedoch nicht heran.

Umfangreiche Klangeinstellungen liefert das Honor 600 für die integrierten Lautsprecher nicht. Lediglich für angeschlossene Kopfhörer ist "Honor Sound" verfügbar, wo das Klangbild mit verschiedenen Optionen angepasst werden kann. Einen systemweiten Equalizer sucht man hier allerdings vergeblich.

Sprachqualität (Telefonie)

​An der Telefoniequalität gibt es nichts auszusetzen. Das Honor 600 liefert eine sehr gute Sprachqualität mit klaren Stimmen und wenig Hintergrundgeräuschen. VoLTE und VoWiFi werden unterstützt. VoWiFi muss zuvor in den Einstellungen aktiviert werden. Im Test mit dem o2-Netz hat es dann direkt einwandfrei funktioniert.

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Honor 600 Kamera

​Hauptkamera Haupt: 200MP 1/1.4" f/1.9 23mm OIS AF
Ultrawide & Makro: 12MP f/2.2 EIS AF
Video: 4k30 / FHD60 (Haupt); 4k30 / FHD30 (Haupt & Ultrawide)
Codec: H.264 / H.265 (HEVC)
HDR Video: Keine HDR Unterstützung
​Frontkamera 50MP f/2.0 21mm FF
Video: 4k30 / FHD60
Codec: H.264 / H.265 (HEVC)
HDR Video: Keine HDR Unterstützung
​BlitzDual LED
​Fokus​PDAF + CDAF
​Slow MotionHD240 / FHD120 (mit HSR & Ton)

​200MP Kameras sind in gehobenen Mittelklasse Smartphones in letzter Zeit nach dem ersten Aufkommen und Hyper wieder weitgehend verschwunden. Insofern ist es interessant, dass das Honor 600 mit einer 200MP Hauptkamera ausgestattet ist. Welcher Sensor genau verbaut ist, lässt sich leider nicht in Erfahrung bringen. Auf jeden Fall ersetzt die Kamera mit ihrer hohen Auflösung auch gleich eine dedizierte Tele-Kamera. 2-facher und 4-facher Zoom werden beim Honor 600 rein digital realisiert. Dazu gibt es noch eine 12MP Ultraweitwinkelkamera, erfreulicherweise mit Autofokus. Diese dient auch gleich als Makro-Kamera. Die Frontkamera bietet für die Geräteklasse einen vergleichsweise großen 50MP Sensor, verzichtet jedoch auf Autofokus.

Was das Kamerasystem des Honor 600 in der Praxis zu leisten vermag, schauen wir uns in den folgenden Abschnitten genauer an. Alle Bilder wurden mit aktivem Auto HDR und ohne optionale KI Optimierung aufgenommen.

Hauptcam (Tag, 12MP Standard)

​Die Hauptkamera des Honor 600 enttäuscht trotz des großen 200MP Sensors im 12MP Standard Modus mit Pixel Binning etwas. Sie ist zwar nicht schlecht und liefert meist schöne wenngleich recht gesättigte Farben, doch angesichts des hohen Preises des Smartphones haut sie einen auch nicht vom Hocker. Stellenweise zeigen sich Probleme mit Clipping bei hellen und vor allem weißen Motiven (sonniger Himmel, weiße Blüten). In Innenräumen neigt die Kamera zu einem leichten Bildrauschen und verstärkter Unschärfe in dunklen Bildbereichen.

Zudem leidet das Honor 600 stark unter der allgemein bei allen bisher getesteten Honor Smartphones vorhandenen Detailschwäche, wobei diese hier besonders ausgeprägt in Erscheinung tritt. Nicht nur bei Landschaftsaufnahmen ind er Distanz, sondern auch im näheren Bereich zeigen sich feine Oberflächentexturen bei geringfügigem Einzoomen deutlich verwaschen. Den Bildern mangelt es dadurch etwas an Schärfe und Detailtreue.

Angesichts des Preises und des Umstands, dass wir schon günstigere Smartphones mit kleineren 50MP Kameras im Test hatten, die sich in den Bereichen besser geschlagen haben, darf man hier mehr erwarten. Hier sollte Honor dringend noch an der Software nachbessern, um mehr aus dem Sensor herauszuholen und dem hohen Preis gerecht zu werden.

Hauptcam (200MP Modus)

​Dass die Hauptlinse vom Honor 600 mehr kann, zeigt der 200MP Modus. Hierbei entstehen dann Bilder mit einer Größe zwischen 30 und 100MB, je nach Motiv. Diese zeigen durchgehend eine erheblich bessere Schärfe und Detailtreue. Der Rauchanteil der 200MP Bilder in dunklen Bildbereichen nimmt allerdings logischerweise etwas zu. Interessanterweise verschlechtert sich der Dynamikumfang im 200MP Modus nicht weiter. Tatsächlich fällt er sogar etwas besser aus, denn die genannten Clipping Probleme vom 12MP Standardmodus treten hier nicht auf. Weiße Blüten und ein sonniger Himmel wird mit deutlich besserem Dynamikumfang abgebildet.

Hauptcam (2x Digitalzoom)

​Bei 2-fachem Digitalzoom dürfte im Honor 600 niemand eine dedizierte Telekamera vermissen. An diese Stelle hat Honor die Software gut optimiert und liefert einen Digitalzoom auf dem Niveau eines optischen Zooms ab. Zumindest bei Tageslicht zeigt der Digitalzoom keine nennenswerten Qualitätseinbußen in den Bildern. Im Gegenteil: Viele Motive zeigen mit Digitalzoom eine bessere Schärfe und Detailtreue als ohne Zoom im normalen 12MP Standardmodus.

Das ist ein weiterer Beweis dafür, dass die "matschige" Darstellung im 12MP Standardmodus irgendeine Art von Software Problem sein muss. Erst bei Nachtfotos sackt die Bildqualität mit Digitalzoom dann sehr deutlich ab. Die Aufnahmen wirken dann sehr verwaschen und sind nur noch als Schnappschüsse zu gebrauchen. Oberflächentexturen sind in den Nachtfotos mit Digitalzoom praktisch nicht mehr vorhanden.

Hauptcam (4x Digitalzoom)

​Beim 4-fachen Digitalzoom werden dann deutlichere Einschränkungen sichtbar. Das Honor 600 kann zwar auch hier noch recht gute Bilder liefern, wird aber stärker abhängig von den Lichtverhältnissen und der Distanz zum Motiv. Dämmerlicht führt zu recht weich wirkenden Bildern mit leicht synthetischem Look. Auch größere Distanz führt zu deutlicher Unschärfe. Bis auf mittlere Distanz bei sehr guter Ausleuchtung liefert das Honor 600 mit dem 4-fachen Digitalzoom aber sehr brauchbare Ergebnisse. Dass der 4-fache Digitalzoom bei Nacht komplett versagt, sollte niemanden überraschen, da die Kamera hier ja schon bei 2-fachem Digitalzoom deutlich schwächelt.

Hauptcam (Blitz)

Der Blitz vom Honor 600 besteht aus zwei LEDs. Zunächst das Positive: Der Blitz ist sehr hell und hat eine gute Reichweite. Die Hauptkamera liefert auch eine gute Lichtausbeute, sodass man auch bei größerer Distanz mit Blick auf Schärfe und Rauschverhalten gute Blitzfotos machen kann. Die Ausleuchtung ist dabei recht gleichmäßig und es gibt keine störenden hellen Spots oder gar Überbelichtung im Zentrum.

Deutlich ausbaufähig ist hingegen die Farbwiedergabe. Manchmal neigt der Blitz dazu, die Farben etwas "düster" wirken zu lassen. An der roten Wand unten in den Beispielen sieht man das sehr gut. Hier hat sich ein deutlicher Braunstich eingeschlichen. Verantwortlich dafür ist wohl der Weißabgleich, der mit dem Blitz nicht so gut zurecht kommt. Bei den Testaufnahmen mit weißen Bereichen im Bild sieht man das sehr gut. Auch hier täte dem Honor 600 etwas mehr Softwareoptimierung gut.

Hauptcam (Nachtfotos)

​Bei Nachtfotos im Nachtmodus gibt es am Honor 600 abseits des auch hier vorhandenen weichen Looks bei feinen Strukturen und Oberflächentexturen nichts zu meckern. Die Kamera liefert freihändig mit kurzer Auslösezeit wackelfreie Fotos mit stimmigen Farben und schönem Dynamikumfang. Die Lichtausbeute kann sich sehen lassen und liefert auch bei dunklen Motiven helle Fotos. Im großen und ganzen liegt das Honor 600 hier auf dem gängigen Niveau von gehobenen Mittelklasse-Smartphones mit guten Kameras.

Hauptcam (Langzeitbelichtung)

​Für Langzeitbelichtung könnt ihr den Pro Modus vom Honor 600 nutzen. Dieser bietet auch eine Halbautomatik, sodass man z.B. nur die Belichtungszeit manuell steuern kann und der Rest automatisch angepasst wird. Das hat im Test auch gut funktioniert. Belichten kann man mit maximal 30 Sekunden. Die Lichtausbeute reicht zwar nicht für einen Sternenhimmel, doch leicht angestrahlte Motive kann man in anständiger Qualität einfangen. Im Vergleich zum Nachtmodus liefert Langzeitbelichtung beim Honor 600 bei manchen Motiven etwas schärfere Bilder mit mehr Details. Dafür werden aber dunkle Bildbereiche stärker geschluckt.

Ultrawide-Cam (Tag, 12MP Standard)

​Die Ultraweitwinkel-Kamera im Honor 600 hinterlässt einen gemischten Eindruck. Im Freien liefert sie bei Tageslicht für ein Mittelklasse Smartphone vergleichsweise gute Bilder mit ordentlicher Schärfe und nur wenig Verzerrung oder Unschärfe am Bildrand. Deutlich besser also, als die sonst oft üblichen Ultrawide-Kameras mit festem Fokus und oftmals auch geringerer Auflösung.

Die Kamera zeigt jedoch erhebliche Probleme mit schwierigeren Lichtverhältnissen. Das zeigt sich besonders in Innenräumen, wo die Bilder teils extrem matschig aussehen. Unten in den Beispielfotos seht ihr das deutlich im Treppenhaus an den Wänden. Zudem neigt sie bei Dämmerlicht stark zum Verwackeln, was ihr wiederum am Bild der roten Wand sehen könnt. Da stellt sich dann die Frage, ob das bei einem 600€ Smartphone nicht besser ginge.

Ultrawide-Cam (Nachtfotos)

​Da die Ultraweitwinkelkamera des Honor 600 bereits in Innenräumen schwächelt, überrascht es nicht, dass sie bei Nachtaufnahmen vollständig versagt - auch mit aktiviertem Nachtmodus. Die Ergebnisse sehen nur auf kleinen Bildschirmen brauchbar aus. Sobald man sie auf einem größeren Bildschirm betrachtet, kann man hier nichtmal mehr von Schnappschüssen sprechen. Die Bildqualität ist einfach grauenvoll, komplett vermatscht und mit Artefakten durchzogen. Hier liegt die Kamera sogar unter dem Durchschnitt von Mittelklasse-Smartphones mit typischer 8MP Ultraweitwinkelkamera. In der Preisklasse sind solche Ergebnisse nicht akzeptabel.

Makro Modus

​Durch den Autofokus kann die Ultraweitwinkelkamera des Honor 600 auch für Makroaufnahmen genutzt werden. Der minimale Fokusabstand liegt bei etwa 3 bis 4cm. Damit gelingen durchaus ansprechende Makroaufnahmen, allerdings ist die Bildqualität stark abhängig von der Ausleuchtung, was angesichts der Schwächen der Ultraweitwinkelkamera bei normalen Fotos nicht überrascht. Für schlechter ausgeleuchtete Makroaufnahmen ist es besser, die Hauptkamera mit Digitalzoom zu nutzen, da man dann hochwertigere Makroaufnahmen erhält.

Portrait Modus

​Der Portrait Modus des Honor 600 liefert leider meist Bilder mit deutlich verschlechterter Bildschärfe. Ob das von Honor so gewollt ist, ist fraglich. Vermutlich handelt es sich dabei um ein weiteres Software Problem der Kamera. Der Bokeh Effekt an sich sieht ganz gut aus und verzichtet auf den übertriebenen Einsatz von Lichtkreisen. Bei sehr komplexen Motivumrissen neigt der Portrait Modus allerdings zu Fehlern und kann Elemente des Motivs schlucken.

Frontkamera (12MP)

​Die Frontkamera im Honor 600 ist recht überzeugend. Der 50MP Sensor wird mit Pixel Binning betrieben und liefert so 12MP Bilder. Im Freien bei Tageslicht liefert sie scharfe und detaillierte Selfies mit ausgewogenen, natürlichen Farben und anständigem Weißabgleich. Durch das Pixel Binning ist sie zudem recht lichtstark, sodass der Qualitätsverlust innerhalb von Räumen gering bleibt. Und auch bei Nacht schlägt sich die Frontkamera noch sehr gut, was man in der Preisklasse aber auch erwarten darf. Selbst ohne den Bildschirmblitz, nur mit Straßenbeleuchtung als Lichtquelle, liefert die Frontkamera noch relativ scharfe Bilder. Nimmt man den Bildschirmblitz hinzu, erhöht sich die Schärfe und Detailtreue nochmal eine Ecke.

Videos

​Beim Filmen bietet das Honor 600 maximal 4k Auflösung mit 30fps für die Haupt- und Frontkamera. Die Ultraweitwinkelkamera kann ebenfalls in 4k mit 30fps filmen, jedoch nicht mit 60fps beim Wechsel auf Full HD. Bei der Hauptlinse und Frontkamera sind 60fps in Full HD Auflösung möglich. HDR Unterstützung beim Aufnehmen von Videos fehlt dem Smartphone komplett.

Beim Filmen mit der Hauptlinse entstehen in 4k Auflösung recht gute Videos mit anständiger Schärfe und ordentlichen Farben. Sehr positiv fällt die gute Stabilisierung auf, wobei eine Mischung aus OIS und EIS genutzt wird. Darüber hinaus funktioniert der Autofokus zuverlässig und recht schnell und zeigt auch kein störendes Pumpen. Bei Nacht sind auch noch brauchbare Videos möglich, solange ein paar Kunstlichtquellen vorhanden sind. Die Bildschärfe sinkt etwas und in dunklen Bereichen macht sich etwas Rauschen breit, ansonsten sehen die Videos aber weiterhin gut aus.

Enttäuschend ist hingegen, dass im Full HD Modus mit 60fps die Bildqualtät massiv sinkt. Das lässt sich aber nicht nur mit der geringeren Auflösung erklären, sondern dürfte auch an einer zu geringen Bitrate liegen, da die Videos auch mit kleinem Fenster oder auf einem nativen Full HD Monitor nicht gut aussehen. Die Audioqualität der Videos geht absolut in Ordnung mit klarem, natürlichen Klangbild und guter Erfassung von Naturgeräuschen.

Die Ultraweitwinkelkamera liefert in 4k mit 30fps brauchbare Videos und zeigt ebenfalls eine gute Stabilisierung und einen ruhigen Autofokus. Die Bildschärfe ist allerdings deutlich geringer als bei der Hauptlinse. Farblich sind die Videos gut auf jene der Hauptlinse abgestimmt. Videos bei Nacht sind mit der Ultraweitwinkelkamera nicht zu gebrauchen. Genau wie bei den Fotos ist die Qualität hier absolut unterirdisch.

4k Videos mit der Frontkamera sehen ebenfalls gut aus. Weder an der Bildschärfe noch an den Farben gibt es etwas auszusetzen. Auch hier funktioniert die Stabilisierung mittels EIS sehr gut. Die Bildqualität bleibt innerhalb von Räumen aber auch bei Nacht brauchbar. Einzig die Stabilisierung bekommt bei Nachtvideos Probleme und führt manchmal zu einem eigenartigen Zittern des Bildes.

Für Slow Motion Videos bietet das Honor 600 erfreulicherweise zwei HSR Modi, also Videos mit native Framerate, wobei bei HD Auflösung 240fps und bei Full HD Auflösung 120fps zur Wahl stehen. Die Ergebnisse fallen ganz gut aus und auch eine Tonspur ist vorhanden.

Honor 600 Akku

​Kapazität (Angabe) 6.400mAh
​Kapazität (Gemessen) 6.312mAh
​WechselbarNein
Ladetechnologie80W Honor SuperCharge (USB-C)
Kein Wireless Charging
Kein Netzteil im Lieferumfang

Akkulaufzeit

​Das Honor 600 ist in Deutschland leider mit einem kleineren Akku ausgestattet als außerhalb Europas. Während es dort 7.000mAh gibt, sind es bei uns "nur" 6.400mAh. Wenngleich das immer noch eine ordentliche Akkugröße ist, verliert das Honor 600 damit natürlich ein Merkmal, das es interessant macht und etwas stärker von der Konkurrenz abheben würde.

Was die Laufzeit im Alltag angeht, bewegt sich das Honor 600 im üblichen Bereich von heutigen Mittelklasse-Smartphones mit Akkukapazitäten im mittleren 6.000er Bereich. Zwei Tage Laufzeit sind problemlos drin, auch wenn das Handy mal etwas intensiver genutzt wird. Die AccuBattery Statistik aus dem Alltag ermittelt eine theoretisch maximal erreichbare Screen-On-Time von knapp 16 Stunden. Der PCMark Akku Benchmark liegt etwa eine Stunde unter dem Wert von AccuBattery. Getestet wurde in dem Benchmark bei 50% Bildschirmhelligkeit.

Ladezeit

​Aufladen kann das Honor 600 theoretisch sehr schnell mit bis zu 80 Watt. In der Praxis muss man dazu aber trotz des hohen Preises das Netzteil separat kaufen. Auch unserem Testgerät lag kein Netzteil bei, sodass wir zur konkreten Ladezeit keine Angaben machen können. Das Aufladen mit einem regulären USB-PD Charger mit 65 Watt erreicht nicht die maximale Leistung und dauert entsprechend erheblich länger als es wohl mit dem Original-Netzteil der Fall wäre.

Was die Akkuschutzoptionen angeht, bietet das Honor 600 recht viele Optionen, die man auch von den Honor Flaggschiff-Smartphones kennt. Neben einem klassischen Ladelimit, das auch manuell eingestellt werden kann, gibt es auch eine Option zum Limitieren der Akkukapazität um die Zelle zu schonen. Zudem gibt es einen Modus der das Laden bei 100% beendet und ab 95% wieder startet, damit der Akku nicht permanent auf 100% gehalten wird.

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Honor 600 Test Fazit

Das Honor 600 hätte ein interessantes Smartphone werden können. Hätte der gemunkelte Einstiegspreis von rund 399€ gestimmt, wäre es tatsächlich ein Gerät mit echtem Alleinstellungsfaktor gewesen: Derart schlanke Displayränder sowie extrem hohe Helligkeitswerte von bis zu 8000 Nits im HDR Betrieb wären in diesem Preisbereich unüblich und hätten dem Gerät trotz eines nicht ganz konkurrenzfähigen Prozessors eine klare Daseinsberechtigung verschafft. Selbst 499€ wären dafür noch vertretbar gewesen.

Stattdessen ruft Honor 649,90€ auf, und da wird es schwierig. Denn so schön die Displayränder auch sind und so hell das Panel auch leuchtet: Wer für ein Smartphone über 600€ auf den Tisch legt, erwartet mehr als ein paar "Nice-to-have"-Merkmale, die im Alltag keinen grundlegenden Unterschied machen. Schaut man sich an, was die Konkurrenz im Bereich zwischen 300 und 400€ bietet, dann lässt sich das Honor 600 zum aktuellen Preis nur schwer rechtfertigen.

Für weniger Geld gibt es teils deutlich flottere Chips, mehr RAM und Kameras, die in der Praxis ähnlich oder besser abschneiden. Denn trotz 200MP Sensor und Ultraweitwinkelkamera mit Autofokus bewegt sich das Honor 600 kameratechnisch lediglich im Mittelfeld der Klasse, anstatt sich durch eine bessere Optimierung von der Konkurrenz abzusetzen. Auch die für den Alltag relevante HBM Helligkeit des Displays von 2.200 Nits wird bereits vereinzelt von günstigeren Smartphones erreicht oder nur geringfügig unterboten.

Um zum aufgerufenen Preis empfehlenswert zu sein, hätte das Honor 600 mehr liefern müssen: einen stärkeren Prozessor oder zumindest im Einstieg 512GB Speicher und mehr RAM, eine deutlich besser optimierte Kamera oder bessere Zusatzsensoren und den in Europa beschnittenen Akku in voller Größe mit 7.000mAh. Zum jetzigen Stand kann man das Honor 600 auf jeden Fall nicht empfehlen, wenn einem die Preis-Leistung wichtig ist. Es bleibt also zu hoffen, dass die Straßenpreise schnell erheblich sinken und das Honor 600 dann attraktiver machen.

Wenn ihr den kompletten Test zum Honor 600 noch als Video ansehen wollt, dann schaut euch das Video im ChinaMobileMag YouTube Kanal an.

Vorteile

  • ​Design aus Glas und Metall mit IP68, IP69 und IP69K Zertifizierung 
  • Vergleichsweise kompakt und leicht gebaut, für Mittelklasse extrem schlanke Bezels
  • Insgesamt schönes Display, glänzt für ein Mittelklasse Handy mit extrem hoher Spitzenhelligkeit (8000 Nits) für HDR Inhalte
  • Robustes Frontglas mit guten Gleiteigenschaften, nicht übermäßig anfällig für Abdrücke
  • Guter Touchscreen, hohe Genauigkeit, geringe Latenz
  • Keine größere Abwärme, kein auffälliges Thermal Throttling
  • Keine Schwächen bei den Sensoren, Kompass & Gyroskop vorhanden
  • Schneller, zuverlässiger In-Screen Fingerabdrucksensor, schnelles zuverlässiges Face Unlock
  • USB-C 2.0 Anschluss mit USB OTG Unterstützung, Infrarot Blaster vorhanden
  • Gewohnt umfangreiches, optisch ansprechendes MagicOS 10 auf Android 16 Basis, sehr gute Update Politik (6+6 Jahre)
  • Google Zertifizierung, Widevine L1 DRM
  • Einwandfreier Mobilfunkempfang, Dual Nano SIM, eSIM Support (nur Single eSIM)
  • Keine Auffälligkeiten bei WLAN, Bluetooth, NFC (mit GPay) und GPS
  • Gut klingende Stereo Lautsprecher (Bass deutlich geringer als bei den Flaggschiffen von Honor)
  • Einwandfreie Sprachqualität beim Telefonieren
  • Kameraleistung solide aber auch nicht überragend, vom 200MP Sensor sollte man sich nicht locken lassen
  • Akkulaufzeit im üblichen guten Bereich aktueller Mittelklasse Smartphones

Nachteile

  • ​Recht starkes Kippeln bei Tischnutzung durch ausgeprägten seitlichen Kamerabuckel
  • Zusätzlicher "AI Button" ohne Touch-Zusatzfunktionen (z.B. Kamerazoom)
  • Kein Always-On Display (nur "Sometimes-On")
  • Touchscreen ohne Handschuh-Modus / Glove Mode
  • Prozessor für die Preisklasse hoffnungslos unterdimensioniert
  • Speicher "knapp" bemessen angesichts Preis-Leistung, mehr als 8GB RAM im Einstieg wären angemessen
  • Speichergeschwindigkeit nicht zeitgemäß, nur ca. 2GB/s, mittlerweile sind 3 bis 4GB/s die Regel
  • Keine Linearvibration (rotierender Vibrationsmotor)
  • Zähe Update Frequenz, Anfang Mai '26 noch Sicherheitspatch vom März '26
  • Kein Dolby Vision HDR Support (nur max. HDR10+)
  • Teilweise Optimierungsmangel bei den Kameras
  • Filmt nur in 4k30 - in der Preisklasse unüblich, jedoch durch Chip bedingt
  • Kein Netzteil im Lieferumfang enthalten
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