Onda V820W Dual-Boot Tablet Review

Onda V820W Dual-Boot Tablet Review

Und wieder gibt es ein Tablet Review hier auf GizChina, diesmal allerdings eine Premiere, denn es handelt sich um das erste Gerät mit Unterstützung für Dual-Boot.

Das Onda V820W ist im Moment das günstigste Dual-Boot Tablet welches der Chinesische Markt zu bieten hat. Ab 113 US Dollar geht es hier mit einer 16GB Variante los und für 129 US Dollar bekommt man ein Modell mit 32GB Speicher. Letztere liegt mir hier übrigens vor. Bei den Betriebssystemen die auf dem Tablet vorinstalliert sind handelt es sich um Windows 8.1 mit Bing inkl. einem kostenlosen Office 365 Abonnement für ein Jahr und Android 4.4.4 KitKat. Die Hardware ist trotz des geringen Preises dank eines Intel BayTrail Z3735F SoCs überraschend potent. Doch wie gut schlägt sich der günstige 8-zöller im Praxiseinsatz? Genau das habe ich mir nun über eine Woche lang für euch angesehen. Ein Dankeschön geht an dieser Stelle schon einmal an Geekbuying, welche blitzschnell ein Sample organisiert haben.

Onda V820W Review: Unboxing

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Das Onda V820W wird im typischen Windows 8.1 Tablet Karton geliefert, welcher natürlich der Größe des Tablets angepasst wurde. Im Endeffekt bedeutet das, dass man es hier mit einer weißen Pappschachtel zu tun hat, welche nach oben hin geöffnet werden kann. An Aufdrucken findet man hier oben eine Abbildung des Tablets inkl. dem obligatorischen „Intel Inside“ Vermerk und einem Onda Branding in der oberen linken Ecke. An den Seiten befinden sich einmal ein Bild einer Seite des Tablets, ein paar QR Codes die zu verschiedenen Onda Seiten führen und nochmal ein Onda Branding sowie verschiedene Barcodes. Auf der Rückseite findet man dann noch einen Sticker mit den Hardwarespezifikationen, welcher allerdings auf Chinesisch gehalten ist, sowie das CE und Grüne Punkt Zeichen.

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Im Inneren befindet sich dann das Tablet in einer Pappschale und in einer Plastiktüte eingewickelt. Dank einer Schaumstoff-Einlage im Deckel ist das Tablet hervorragend gegen Stöße beim Transport geschützt. Das restliche Zubehör befindet sich dann unter der Pappschale. Dazu gehören eine Garantiekarte, eine kurze Anleitung in englischer und chinesischer Sprache, ein QC Zertifikat, ein Micro USB Kabel zur Datenübertragung und zum Aufladen des Geräts sowie ein überraschend kleines 2,5A Ladegerät mit chinesischem Stecker. Was ich persönlich hier vermisse ist ein Adapter für das Netzteil (ja ich weiß, eigentlich sollte man die Dinger eh nicht verwenden). Wer nach einer Schutzfolie sucht, dem sei gesagt, dass hier bereits ab Werk eine auf das Gerät aufgebracht ist.

Onda V820W Review: Design & Verarbeitung

Normalerweise ist man von Onda ja gewöhnt, dass deren Tablets über ein Aluminium Gehäuse verfügen. Dies ist beim Onda V820W leider nicht der Fall, was ich etwas schade finde. Ja, der Preis ist gering, aber andere Hersteller haben schon gezeigt, dass auch im Low-Cost-Bereich ein schicker Alu-Body machbar ist. Hier hätte sich Onda ruhig etwas mehr Mühe geben können. Aber gut, man kann damit leben.

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Auf der Front wirkt das Tablet wie ein klassisches Windows Tab. Ganz in weiß kommt das Gerät hier daher. Die Hauptattraktion ist hier natürlich der 8“ Bildschirm, worüber sich eine Frontkamera und Status LED befinden. Darunter wurde das für Windows Tablets übliche berührungsempfindliche Windows-Logo platziert, welches hier in silberner Farbe gehalten ist. Auffällig sind hier außerdem die relativ dünnen Ränder links und rechts des Bildschirms, welche das Tablet trotz der 8“ recht portabel machen. Da wären wir dann auch schon bei den Abmessungen, welche hier 207 x 122 x 8,9mm betragen. Das Gewicht liegt bei 335g, was ich für ein Tablet ohne Metallgehäuse als relativ viel empfinde.

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Ein Blick um die Seiten des Onda V820W herum enthüllt nicht sonderlich viel. Hier sind auf der rechten Seite eine Lautstärkewippe und ein Ein- / Ausschalter zu finden, auf der Oberseite gibt es den Micro USB Port mit OTG und einen Micro HDMI Anschluss sowie eine 3,5mm Klinkenbuchse, und auf der linken Seite einen Micro SD Kartenslot. Was beim Blick auf die Seiten auffällt ist, dass das Tablet aus drei Lagen zu bestehen scheint. Da wäre zunächst einmal das Displayglas, welches in einen Plastikrahmen eingefasst wurde, dann kommt der eigentliche Body des Geräts und darauf wiederum ist dann die Rückseite „aufgeklebt“, welche man mitsamt dem Rahmen abziehen kann um einen Blick auf die Innereien zu werfen.

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Die Rückseite besteht übrigens aus einer kreisförmig geriffelten Polycarbonat Abdeckung, welche für ausreichen Grip sorgt um das Tablet mit einer Hand zu halten. Leider wirkt diese Riffelung aber gleichzeitig auch als Dreckmagnet. Hier muss man wirklich regelmäßig putzen, um das Tablet einigermaßen ansehnlich zu halten. Hier wäre es vermutlich besser gewesen, wenn Onda auf die Farbe Schwarz gesetzt hätte. Weiterhin befindet sich auf der Rückseite ganz oben ein Kameramodul hinter einer recht breiten Abdeckung, wobei ich hier nicht mit Sicherheit sagen kann, ob es sich nun um Glas oder Kunststoff handelt. Mit Stolz wird hier durch einen Aufdruck verkündet, dass es sich um eine „Digital Camera“ handelt. In der Mitte des Tablets befindet sich dann ein Onda Logo und im unteren Bereich ein Vermerk der Speichergröße, also in meinem Fall 32GB. Hier ist dann auch der Medienlautsprecher angebracht, was ich suboptimal finde, da dieser abgedeckt wird, wenn man das Tablet auf einen Tisch legt.

Von der Verarbeitungsqualität bin ich um ehrlich zu sein diesmal nicht so angetan. Zwar gibt es keine größeren Spalten oder scharfe Kanten, jedoch wirkt das Gerät einfach etwas billig. Zum einen ist es nicht besonders stabil, was dazu führt, dass es bei Druckausübung zu knarzen beginnt und sich relativ einfach durchbiegen lässt, was recht schnell zu einem Bruch des Displayglases führen kann. Klar, man biegt nicht wie verrückt an seinem Tablet herum, aber wenn man es mal aus Versehen dumm belastet, z.B. beim Transport, dann kann das gut und gerne auch mal schief gehen. Zum anderen ist die Glasplatte auf der Front nicht perfekt eingefügt, was zu einem etwas größeren Spalt zwischen Glas und Plastikrahmen auf der linken Seite als auf der rechten Seite führt. Das fällt zwar nur bei ganz genauem Hinsehen auf, sollte aber meiner Meinung nach einfach nicht sein. Was mir ebenfalls missfällt ist der Micro SD Slot. Dieser ist leicht versetzt vom Rahmen in die Abrundung zur Rückseite hin eingebracht, was es sehr schwer macht eine Karte einzusetzen, geschweige denn diese wieder aus dem Gerät zu entfernen. Hier muss man tatsächlich ein Hilfsmittel zur Hand nehmen wenn man gerade sehr kurze Fingernägel hat, was im Sinne der Ergonomie absoluter Schwachsinn ist.

Onda V820W Review: Display

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Wie schon im zuvor getesteten Colorfly G708 kommt auch hier ein Display mit einer Auflösung von 1280 x 800 Pixel zum Einsatz. Die Größe beträgt hier allerdings statt 7" ganze 8". Nun würde man erwarten, dass die Qualität darunter erheblich leidet, da die Pixel ja noch größer sind. Dies ist überraschenderweise nicht der Fall, die Pixel sind sogar noch kleiner. Grund hierfür ist, dass die Pixeldichte des Displays höher ist als dies normal der Fall wäre und die Auflösung per Skalierung auf das Display gezaubert wird, was schnell deutlich wird, wenn man das Display vom Colorfly mit dem des Onda vergleicht. Dies hat leider auch einen großen Nachteil. Während Windows mit der Skalierung gut zurechtkommt und ein scharfes Bild auf das Display zaubert, ist dies bei Android nicht der Fall. Hier wirkt alles etwas verschwommen, wodurch die Benutzung von Android auf dem Tab nicht wirklich Spaß macht. Noch dazu sind die Elemente der Benutzeroberfläche unter Android sehr klein, was Eingaben via Touchscreen zusätzlich erschwert. Hier muss definitiv noch mit einem zukünftigen Software Update nachgebessert werden.

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Ansonsten habe ich am Bildschirm nicht viel auszusetzen. Kontrast und Farbwiedergabe sind hier deutlich besser als beim Colorfly G708, sodass hier auch das Ansehen von Bildern und Filmen viel Spaß macht. Weiterhin ist auch die Helligkeit recht hoch, was der Ablesbarkeit im Freien zugute kommt. Leider handelt es sich auch hier nicht um ein OGS Display, wohl aber um ein IPS Display. Die Blickwinkel sind dementsprechend in Ordnung aber natürlich nicht auf OGS Niveau. Die Schwarzwerte hätten noch ein wenig besser sein können, denn bei höheren Beleuchtungsstufen sieht man einen deutlichen weißen Schleier in großen schwarzen Bereichen, zumindest beim Einsatz des Tablets in Dunkelheit. Gut gefallen hat mir der Touchscreen, welcher zwar nicht die höchste Auflösung bietet, allerdings durch hohe Empfindlichkeit und kaum Eingabeverzögerung punkten kann.

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Onda V820W Review: Hardware & Performance

Das Onda V820W basiert auf einem Intel BayTrail Z3735F SoC, welcher im Moment in zahlreichen Budget Tablets und TV Boxen mit Windows aber auch Android zum Einsatz kommt. Es handelt sich hier bei um einen x86 basierten Quad Core Prozessor der mit 1,33GHz Basistakt und 1,83GHz Maximaltakt arbeitet. Als GPU kommt die Intel HD Graphics der 7. Generation zum Einsatz welche man auch von anderen BayTrail Chips schon kennt. Kombiniert wird der Chip im V820W mit 2GB LPDDR3 RAM und 16GB oder 32GB EMMC Speicher. Dieser ist bei der 32GB Variante die mir hier vorliegt auf 6GB Unified Storage (Apps und Daten auf einer Partition) für Android und 13GB für Windows aufgeteilt, womit ich mich auf den für den Nutzer verfügbaren Speicher beziehe.

Das es sich beim Intel Z3735F um einen Einsteiger Chip handelt, habe ich hier nicht sonderlich viel erwartet was die Leistung betrifft, wurde dann aber eines Besseren belehrt. Standardmäßig startet das Onda V820W bei Auslieferung Windows 8.1. Nach dem ersten Boot wurde hier schon deutlich, dass die Benutzeroberfläche sehr flüssig läuft. Auch das erste Ansurfen von Webseiten verlief sehr flüssig, was sich durchweg so fortsetzte. Das Ansehen von Videos, sei es nun per Flash oder HTML5, verlief problemlos selbst auf 1080p Auflösung. Sogar 4k Videos werden von dem Tablet unter Windows und Android problemlos dargestellt, was vor allem diejenigen erfreuen dürfte, welche das Tablet auch mal als Media Center PC einsetzen möchten.

Interessant ist aber auch die Performance unter Android, denn dies wird das System sein unter dem sich vor allem die mobilen Zocker austoben werden. Was man nicht erwarten würde ist hier Realität: Trotz des geringen Preises ist es möglich High-End-Spiele auf dem Gerät zu spielen. Im Moment gibt es kein Spiel, welches auf dem Tablet ruckeln würde. Das liegt vor allem an der hohen Grafikleistung, denn an dieser mangelt es Androiden ja oft. Die Intel HD Graphics GPU scheint hier deutlich leistungsfähiger als die meisten anderen mobilen Chips zu sein, was vor allem im Manhattan Test in GFXBench deutlich wird, welcher nahezu flüssig auf 19fps läuft. Das schaffen im Moment nur ganz wenige mobile Chips, nicht einmal der Snapdragon 801. Andererseits muss man hier natürlich auch die niedrige Auflösung berücksichtigen. Was mich etwas irritiert ist das Ergebnis im 3DMark Benchmark. Hier gab es eigentlich ein Maxed Out zu bewundern. Seit dem letzten Update von Android ist die Punktzahl allerdings in den Ice Storm Extreme und Ice Storm Benchmarks unrealistisch gering. Lasst euch davon also nicht irritieren.

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Es gibt jedoch auch weniger erfreuliches zu berichten, zumindest was die Benutzung unter Android (ja, schon wieder) angeht. Hier scheint Onda irgendwas mit den CPU Management vergeigt zu haben, denn der Chip läuft nahezu konstant auf den vollen 1,83GHz mit allen Kernen. Klar, das macht sich in der Performance äußerst positiv bemerkbar, nicht jedoch was den Akkuverbrauch und die Abwärme betrifft. Es ist nun nicht so, dass sich der Chip überhitzen würde, aber es wird einfach verdammt unangenehm warm wenn man mal 15 Minuten ein anspruchsvolles Spiel zockt oder auch nur längere Zeit anspruchsvollere Webseiten ansurft. Ich bin ja eigentlich nicht sehr empfindlich was die Abwärme eines Gerätes angeht, und wenn ich da meckere, dann muss da schon ordentlich Hitze entstehen. Unter Windows besteht dieses Problem übrigens nicht. Hier bleibt das Gerät immer angenehm kühl, es sei denn man spielt, doch selbst dann wird es nicht so heiß wie unter Android.

Onda V820W Review: Software

Da wir es hier mit zwei Betriebssystemen zu tun haben, werde ich die einzelnen Systeme auch einzeln ansprechen. Zunächst will ich aber einmal etwas los werden, was mir während der Benutzung aufgefallen ist: Ich brauche kein Dual-Boot! Diese Funktion klang für mich zwar von Beginn an sehr attraktiv, hat sich dann aber als etwas total unnötiges herausgestellt. Klar, das ist meine Meinung, meine Erfahrung und anderen mag es anders ergehen, aber meine Erfahrungen sind es nun einmal, die hier in diesem Review zählen. Für mich klang es zwar verlockend zum Arbeiten Windows zu verwenden und für alles Andere das Android System. Im Endeffekt blieb das Android dann aber außer zu Testzwecken unangetastet. Wenn ich Windows habe, dann verwende ich das auch. Es macht mir persönlich einfach viel mehr Spaß und läuft irgendwie auch flüssiger. Da ich ohnehin nicht ständig am Zocken bin, habe ich es mir irgendwann abgewöhnt das Tablet neu zu starten um ins Android zu kommen und nehme stattdessen für die abendliche Runde Dead Trigger 2 das Smartphone zur Hand. So ein Neustart zu Android dauert halt auch mal knapp eine Minute, und das nervt auf Dauer schon ziemlich. Noch dazu kommt, dass man im Falle des Onda V820W nicht beim Start auswählen kann, welches System man booten möchte. Es wird immer das zuletzt gewählte System gestartet, und erst nachdem dieses hochgefahren ist, kann man dann zu Windows respektive Android wechseln. Mit einem neuen BIOS Update (hier kommt übrigens ein Insyde UEFI Bios zum Einsatz), kam zwar ein Auswahlmenü hinzu, welches aber leider nicht funktioniert. Wählt man hier Android, so wird trotzdem Windows gestartet, wenn dieses das zuvor gestartete System war. Absolut für die Tonne also. Aber was nicht ist kann ja noch werden, denn Onda veröffentlicht hier regelmäßig Updates die sich recht einfach flashen lassen.

Android

Wie auf allen Onda Tablets kommt leider auch auf den Onda V820W dieser unsägliche Onda Android Launcher zum Einsatz. Ich kann dieses Stück Software einfach nicht ab. Das Teil mag ein iPad-ähnliches Nutzererlebnis bereitstellen, scheitert aber daran, dass er total verbugt und instabil ist. Das hat sich seit es den Launcher auf den Android Tabs des Unternehmens in der aktuellen Form gibt nicht geändert, und wird sich wohl auch nicht mehr ändern. Hier ist zunächst einmal angesagt einen neuen Launcher zu installieren. Was mir ebenfalls nicht gefallen hat, ist eine große Anzahl an vorinstallierten China Apps. Dies kann man glücklicherweise ganz schnell deinstallieren, wodurch das Problem kein Großes ist. Lediglich den Clean Master, welchen man auf China Tablets so oft vorinstalliert findet, kann man hier nicht deinstallieren. Da es aber trotzdem die Möglichkeit gibt diesen zu deaktivieren, ist auch das kein großartiges Problem. Viel eher ein Problem ist, dass man Apps nicht auf die SD Karte verschieben kann. Ist der 6GB Speicher voll, dann lässt sich nichts mehr installieren. Das war es aber trotzdem noch nicht mit der Kritik. Die Android Firmware wurde soweit ich das beurteilen kann wirklich sehr halbherzig umgesetzt, was sich nicht nur an der leicht unscharfen Darstellung der Oberfläche äußert. Hinzu kommt noch das Fehlen von Off-Screen Gesten, der Windows Button welcher das Tablet nicht aus dem Standby holt und die Status LED, welche zwar vorhanden ist, jedoch nicht korrekt funktioniert und sich nur durch willkürliches Flackern von Zeit zu Zeit meldet. Auch Probleme mit der Kompatibilität gibt es, denn mein geliebtes Dead Trigger 2 läuft auf dem Tablet nicht sondern stürzt nach dem Start einfach ab. Auch der Lagesensor des Geräts funktioniert nicht immer so wie er soll - allerdings nur unter Android. Nach einem Neustart verliert dieser ab und an seine Kalibrierungsdaten und stimmt dann nicht mehr. In den Einstellungen gibt es aber ein Tool zum Kalibrieren, womit man das Problem schnell behoben hat. Das mag jetzt alles sehr negativ klingen, es soll aber keinesfalls der Eindruck entstehen, dass Android auf dem Tab unbenutzbar wäre, denn dem ist nicht so. Es handelt sich hier um Fehler, welche eben nerven, allerdings allesamt von Onda behoben werden können. Nun liegt es am Hersteller die Fehler zu beseitigen. Zum Abschluss dann noch etwas positives: Unter Android kann man das Onda V820W als Receiver für Intel WiDi verwenden. Hierfür befindet sich eine vorinstallierte App auf dem Gerät. Startet man diese, dann taucht auf z.B. einem Laptop das WiDi unterstützt das Tablet als Bildschirm auf und kann dann als solcher verwendet werden.

Windows

Nunja, was soll man da noch groß sagen. Windows kennt jeder, und jeder weiß wie es laufen soll wenn alles in Ordnung ist. Und das ist hier auch der Fall, denn Windows 8.1 macht auf dem Onda V820W richtig Spaß. Es gibt keine Hänger und die Metro UI bzw. Modern UI fühlt sich auch auf kleineren Tablets so richtig wohl. Die 2GB RAM reichen auf einem 8" Tablet auch völlig aus. Mein Multitasking Szenario bestand meistens aus Word und den Apps Facebook, Skype und Internet Explorer sowie ab und an auch Spotify. Damit kam das Tablet perfekt klar. Besonders überrascht hat mich, wie gut die Windows Bildschirmtastatur auf einem 8" Display kommt. Hier kann man überraschenderweise auch größere Texte schreiben, was unter Android (zumindest für mich) undenkbar ist. Ein Kritikpunkt ist, dass Onda ab Werk keine Skalierung für den Desktop eingestellt hat. Hier muss man in der Systemsteuerung noch nachregeln, denn anderenfalls ist es ohne Maus sehr schwer den Desktop und auch klassische Windows Apps zu bedienen. Mit aktivierter Skalierung (120%) ist das aber kein Problem mehr. Ein wenig eingeschränkt ist man dann aber doch aufgrund des geringen Platzes. Hier laufen mit Sicherheit nicht alle Programme die man auf dem PC installiert hat. Wer z.B. mit der Desktopversion von Photoshop arbeiten möchte, der sollte hier unbedingt einen externen Bildschirm anschließen. Was mich auch gestört hat ist, dass es auch unter Windows Probleme mit dem Windows Button gibt. Schaltet man das Tablet aus, so kann man innerhalb von 10 Sekunden den Lockscreen aufrufen, berührt man den Windows Button. Wartet man aber länger, dann funktioniert er auch hier nicht mehr, genau wie unter Android. Vermutlich muss Onda hier am BIOS noch nachbessern.

Onda V820W Review: Multimedia & Empfang

Ich habe das Thema vorhin schon einmal kurz angerissen. Ja, das Tablet taugt nicht nur als mobile Unterhaltungsmaschine, sondern dank HDMI Anschluss auch als Mediacenter PC fürs Wohnzimmer. Einmal an den Fernseher gehängt und mit einer Airmaus gepaart hat man hier in Verbindung mit XBMC oder einer anderen Software seiner Wahl ein Gerät zur Verfügung, welches nicht nur 1080p Inhalte flüssig abspielt, sondern auch Ultra HD Videos egal ob vom USB Stick, dem internen Speicher oder per Streaming. Hier zeigt sich dann abermals wie gut die Intel SoCs doch sind, selbst im Low-Cost-Bereich. Über die Audioqualität muss man dann auch nicht mehr viele Worte verlieren, denn hier liefern die Intel Chips alle die selbe Lösung, welche sich definitiv auf einem ganz hohen Niveau bewegt. Meine Xiaomi Piston V2.1 Kopfhörer machen mir z.B. an Geräten mit Intel BayTrail SoC immer am meisten Spaß, da sie hier ein für mich perfektes Audioerlebnis entfalten. Am internen Lautsprecher wurde allerdings gespart, was aber auch zu erwarten war. Hier gibt es nur einen Mono-Lautsprecher welcher zwar nicht schlecht klingt, aber auch nicht übermäßig überzeugen kann. Hinzu kommt, dass der Ton recht leise wird, sobald die Öffnung verdeckt wird.

Zum Empfang gibt es im Falle des Onda V820W nicht viel zu sagen, denn hier wird nur WLAN und Bluetooth 4.0 unterstützt. Das WLAN konnte mich diesmal nicht ganz so überzeugen, wenngleich es auch keine große Enttäuschung war. Im selben Stockwerk wie der Router gab es absolut keine Probleme, doch darunter sowie darüber kam es dann in den abseits gelegenen Räumen schnell zum Zusammenbruch der Verbindung. Dieses Ergebnis ist nun kein außergewöhnliches und lässt das Tablet damit im Durchschnitt landen. Bluetooth dagegen hat keine Probleme bereitet. Ich habe die Funktion mit einem Lautsprecher getestet. Nach Verbindung konnte ich mich relativ frei in zwei Räumen bewegen, ohne das die Musik unter Aussetzern zu leiden hatte.

Onda V820W Review: Kamera

Mit 2 Megapixel und 0,3 Megapixel Sensoren befindet sich das Onda V820W hier auf genau dem selben Niveau wie das kürzlich getestete Colorfly G708. Auch hier gibt es keinen LED Blitz und keinen Fokus. Die Kamera ist allerdings nochmal deutlich schlechter. Video Aufnahmen sehen noch einigermaßen ok aus, doch Bilder kann man nur als "Matsch" bezeichnen.

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Onda V820W Review: Akku

Der Akku im Onda V820W soll laut Hersteller 4.000mAh bieten. Das sind 1.000mAh weniger als Teclast für sein X80H angibt. CPU-Z attestiert dem Tablet allerdings 5.000mAh. Ja, diese Angabe wird aus der Software ausgelesen und ist damit in den wenigsten fällen akkurat, gesagt haben wollte ich es dennoch einmal. Ich hatte das Tablet auch einmal kurz geöffnet um zu sehen was auf dem Akku steht, doch leider wurde hier kein mAh-Wert angegeben. Rein von der Größe her könnte es aber durchaus ein 5.000mAh Akku sein. Um welche Kapazität auch immer es sich nun handelt: Für ein Tablet dieser Preisklasse und mit solch einem leistungsfähigen Prozessor wage ich zu behaupten, dass die Akkulaufzeit in Ordnung geht. Im Schnitt hält das Tablet bei mir 5 Stunden Dauereinsatz unter Windows durch. Dieser besteht aus Internet, Emails, Social Media, Office und Spotify. Verwendet man das Gerät nicht durchgehend, dann kommt man mit einer Akkuladung auch locker über den Tag. Hier muss man sich also keine Sorgen machen. Das Aufladen des Akkus mit dem mitgelieferten 2,5A Netzteil dauert rund 1,5 Stunden und geht damit angenehm flott von statten.

Onda V820W Review: Fazit

Das Onda V820W ist das in der 16GB Version im Moment günstigste Dual Boot Tablet welches man in Fernost kaufen kann, hat allerdings noch mit Kinderkrankheiten und Mängeln beim Design zu kämpfen. Wem der Preis tatsächlich das Wichtigste ist und mit den Macken des Geräts leben kann bzw. abwarten kann bis diese behoben werden, der bekommt hier viel Tablet für wenig Geld und ein Gerät, welches mit so ziemlich allem fertig wird was man auf solch einem Winzling eben machen kann. Dabei überzeugt das Onda V820W nicht nur durch eine hohe Performance im Office Betrieb, sondern auch durch seine Talente was Grafikleistung (Spiele) und Videowiedergabe angeht. Wer jedoch viel Wert auf Verarbeitung und Design legt, der sollte sich doch das Teclast X80H genauer ansehen. Dieses bietet für etwas mehr Geld eine Rückseite aus Metall und dürfte damit stabiler sein. Wie es dort mit den Sofftware Bugs aussieht, kann ich mangels Testgerät allerdings nicht beurteilen.

Vielen Dank an Geekbuying für das Onda V820W, wo ihr die 16GB Version für $113 und die 32GB Version für $129 beziehen könnt. Mit dem Gutschein "BAMUZRCC" bekommt ihr noch einmal 10 US Dollar Rabatt.

 

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