GPD XD Review: Guter Android & Emulator Gaming Handheld

GPD XD Review: Guter Android & Emulator Gaming Handheld

Die Zeit der Spiele Handhelds ist vorbei. Die Sony Playstation Vita verkauft sich bei weitem nicht mehr so gut wie einst die PSP und auch Nintendo hat mit mäßigen Verkaufszahlen im Handheld Bereich zu kämpfen. Der Grund? Smartphones. Egal ob iPhone oder Android Gerät, der Anwender kann auf tausende Spiele zurückgreifen welche sich Teils mindestens auf dem Niveau der klassischen mobilen Spielekonsolen bewegen – und das oft noch kostenlos dank Freemium Modellen.

Doch bedeutet das wirklich, dass das Konzept Spiele Handheld tot ist? Oder setzen Sony und Nintendo am Ende nur auf das falsche Pferd. Gut, diese Frage mag ich nicht beantworten, ich könnte mir aber durchaus vorstellen, dass dem so ist. Warum? Weil ich seit fast einem Monat einen GPD XD mein Eigen nennen darf. Hierbei handelt es sich um eine mobile Spielekonsole im Clamshell Design, welche auf Android basiert.

Der Hersteller kombiniert also das Konzept einer klassischen mobilen Spielekonsole mit der Android Plattform die unglaublich viele Möglichkeiten des mobilen Spielegenusses bietet. Und ob ihr es glaubt oder nicht, das Konzept geht auf, auch wenn man zu Beginn denkt „wer braucht denn sowas?“ Ja, man kann auf einem Smartphone hervorragend zocken, doch es gibt Einschränkungen. Manchmal ist ein klassisches Gamepad einfach besser für bestimmte Spiele und Aufgaben geeignet. Näheres dazu gibt es aber im Review, und damit fangen wir jetzt gleich an!

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https://www.youtube.com/watch?v=V3g4ikc0-PM

Unboxing

Der GPD XD Handheld wird euch in einer Box geliefert die im Booklet Stil aufgebaut ist. Auf der Oberseite des Kartons befindet sich das GPD-Maskottchen (GPD steht übrigens für Game Pad Digital). Klappt man die erste Seite auf, so sieht man eine Abbildung des Handhelds mitsamt einer Beschreibung in Chinesisch. Darunter kommt dann schon das eigentliche Gerät zum Vorschein. Daneben findet man in einem extra Fach noch ein Micro USB Kabel und ein Netzteil. Auch eine Kurzanleitung ist vorhanden, welche aber nur den Aufbau des Geräts beschreibt. Die eigentliche Benutzung wird einem durch ein Video auf dem Gerät erklärt.

https://www.youtube.com/watch?v=nX4KtO3fR1A

Design

Plastik Alarm, aber sowas von. In den Farben dunkelblau oder Schwarz präsentiert sich der GPD XD wirklich komplett in Kunststoff gehüllt. Das einzige Stück Metall das man hier findet ist ein kleines Element mit dem GPD-Logo unter dem Gamepad. Die Verarbeitung ist nicht überaus hochwertig aber auch nicht zum schreien schlecht. Ich würde sie mal mit der Qualität der Gameboys von Nintendo gleichsetzen.

Man spürt Ecken und Kanten, Übergänge zwischen Teilen, doch nichts davon stört so richtig wenn man das Teil in der Hand hält. Stundenlanges Spielen ist also nichts was unbequem werden würde. Was auch nicht ganz optimal ist sind die wackeligen Tasten. Schüttelt man den GPD XD, dann scheppert es an allen Ecken und Enden. Auch das tut dem Spielspaß keinen Abbruch, hinterlässt aber definitiv keinen wertigen Eindruck. Was mir ebenfalls aufgefallen ist ist, dass das Scharnier des Displays nach einer Weile angefangen hat beim Auf- und Zuklappen zu knarzen.

Vom Design her würde ich den GPD XD als zweckmäßig bezeichnen, denn einen Schönheitspreis gewinnt der Hersteller damit eben nicht. Es handelt sich eben um einen Clamshell Handheld im einfachsten Design das man sich nur vorstellen kann, ganz ohne Schnörkel. Am ehesten kann man das Design wohl mit der Open Source Spielekonsole „Pandora“ vergleichen, nur eben ohne Tastatur.

Was ich nicht so ganz verstehe ich, warum GPD den Deckel des GPD XD in leicht glitzernder Hochglanzoptik erscheinen lässt, den Rest des Gehäuses aber aus mattem Kunststoff fertigt. Das passt irgendwie nicht ganz zusammen und ich hätte es bevorzugt, wenn entweder das gesamte Gerät in Hochglanzoptik gehalten wäre oder eben Matt, wobei letzteres die bessere Wahl wäre, denn der Deckel ist ein echter Magnet für Fingerabdrücke, Staub und Kratzer.

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Immerhin: Der restliche Aufbau wirkt durchdacht. Auf der Unterseite hat man rutschfeste Füße angebracht und im aufgeklappten Zustand erkennt man um das Display herum Abstandshalter aus Gummi um das Panel vor Kratzern zu schützen. Das Gamespad ist ebenfalls logisch und recht ergonomisch strukturiert. Schaut euch einfach das Bild an, ich verzichte mal auf weitere Beschreibung. Besonders gut gefällt mir ja die Anbringung der Lautsprecher. Hier gibt es zwei Stück und diese werden nicht durch die Händer verdeckt. Durch die Anbringung auf der Front ertönt hier ein schöner Stereo Klang, welchem manchmal sogar Raum-Effekte entnehmen zu sind.

Die Anschlüsse des GPD XD sind logischerweise auf der Rückseite zwischen den vier Schultertasten zu finden. Hier findet man einen Mini HDMI Port, einen Micro USB Port und einen Anschluss für 3,5mm Kopfhörer. Auf der vorderen Seite ist übrigens auch noch ein Mikrofon angebracht. Was ich persönlich vermisse ist eine Lautstärkekontrolle an einer Seite in Form eines Rads. Hier hat sich GPD für eine Tastenlösung entschieden die in das Gamepad integriert wurde. Finde ich persönlich etwas umständlich zu bedienen.

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Nimmt man den GPD XD das erste Mal in die Hand dann scheint das Gewicht erstmal sehr hoch zu sein. 312g bringt der Handheld auf die Wage, was zwar wieder ein Stück weit das Billig-Feeling ausgleicht, dafür aber den Verdacht erweckt unbequem werden zu können. Die Bedenken sind jedoch völlig unbegründet. Klappt man den Handheld auf, dann verteilt sich das Gewicht sehr schön und man kann wirklich bequem seinem Lieblingsspiel frönen. Zwei Stunden GT Racing 2 am Stück ohne irgendwelche Beschwerden sprechen Bände!

Display

Beim Display setzt GPD beim XD auf ein 5“ IPS OGS Panel mit 1280 x 720 Pixel Auflösung. Ich finde es etwas schade, dass man hier nicht auf ein größeres Display gesetzt hat, denn sowohl nach Oben als auch zu den Seiten hin wäre noch massig Platz. Andererseits würde das aber die Pixeldichte verringern bzw. die Erhöhung der Auflösung notwendig machen, was wiederum zu Lasten der Gaming Performance gehen würde. Vielleicht ist ein 5“ Panel also doch genau das Richtige, gerade auch wegen den Emulator-Games die man hier zocken kann? Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Fakt: GPD bietet auch Modell mit größerem Display an!

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Wie sieht es mit der Qualität aus? Ich bin angetan. Das Panel bietet recht knackige Farben, was teils zu einer Bonbon Optik führt, doch für Spiele ist das zumindest für meinen Geschmack genau richtig. Der Kontrast gefällt mir auch sehr gut und auch die Helligkeit ist hoch genug um im Freien problemlos spielen zu können. Leider gibt es aber keine automatische Regelung, man muss hier also immer selbst Hand anlegen.

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Etwas sorgen habe ich mir zu Beginn um die Oberfläche des Displays gemacht. Hier kommt statt Glas Kunststoff zum Einsatz, vermutlich um die Bruchgefahr zu reduzieren. Das Material ist aber nicht besonders kratzfest, was gerade bei einem Touchscreen schnell problematisch werden kann. Meine Bedenken waren jedoch unbegründet, denn bis jetzt ist der Bildschirm nach wie vor blitzeblank. Man muss halt beim putzen etwas aufpassen, dass man den Staub gründlich entfernt bevor man poliert. Der Touchscreen selbst funktioniert gut und ausreichend präzise ohne jeglichen Input Lag.

Hardware

Gerade wenn es um Spiele geht ist die Hardware wichtig, und hier vor allem die GPU. Der GPD XD ist in dieser Hinsicht sehr gut ausgestattet. Hier kommt der Rockchip RK3288 zum Einsatz. Eigentlich handelt es sich hier um einen Prozessor für Tablets und TV Boxen, doch auch in einem Spiele Handheld macht der Chip eine gute Figur. Es handelt sich um einen Quad-Core Prozessor der auf Cortex A17 Kernen basiert die mit 1,8GHz getaktet sind. Als GPU kommt die vom MT6752 bekannte Mali T760 zum Einsatz, allerdings mit vier Clustern. Damit ist die Grafikleistung des Chips deutlich höher als die des Mediatek Chips. Der Chip ist nicht nur schnell genug für so ziemlich alle Spiele, er packt auch Ultra HD Videos ohne jegliche Ruckler.

Was mich sehr beeindruckt hat ist, wie GPD die Abwärme des Chips in den Griff bekommt. Eigentlich wird der RK3288 ja in Tablets und TV Boxen verbaut. Hier ist reichlich Platz für die Kühlung vorhanden. Beim GPD XD sieht das aber ganz anders aus, denn hier sind die Komponenten auf recht engem Raum verstaut und noch dazu ist die gesamte Platine von Kunststoff umgeben, ohne jegliche Lüftungsöffnungen. Trotzdem überhitzt der Chip selbst nach Stundenlanger Volllast nicht. Die Chiptemperatur steigt selten über 45°C und am Gehäuse ist so gut wie keine Abwärme zu spüren.

Kombiniert wird der Chip mit 2GB LPDDR3 RAM, was auch absolut ausreichend ist, denn auf solch einem Gerät führt man so gut wie kein Multitasking aus und für den reinen Spielspaß reichen die 2GB dicke. Beim internen Speicher kann man sich beim Kauf zwischen 16GB und 32GB entscheiden, wobei das 10 US Dollar Preisunterschied ausmacht. Ich kann allerdings sagen, dass die 16GB Variante locker ausreicht, denn man kann hier bequem per Micro SD Karte aufrüsten.

Der interne Speicher erreicht beim Lesen 154MB/s. Komischerweise zeigt mein Benchmarktool nur 2,68MB/s beim Schreiben an, was aber nicht stimmen kann, denn ich kann Problemlos eine größere Datei innerhalb eines normalen Zeitraums von einer externen Quelle auf den internen Speicher kopieren. Beim Arbeitsspeicher 1759MB/s erreicht.

Was für viele noch wichtig ist zu wissen: Der GPD XD verfügt nicht über ein Bluetooth und GPS Modul. Auf diese Funktionen muss man also verzichten. Dafür wird aber OTG unterstützt, was den Anschluss externer Peripherie an den Micro USB Port erlaubt.

Spezifikationen hin oder her, wie sieht es mit der Performance aus? Hier liegt der GPD XD in etwa auf dem Niveau eines MT6752-basierten Smartphones, sprich irgendwo zwischen dem Snapdragon 800 und dem 801. In Benchmarks ausgedrückt: 2.081 Punkte im Geekbench 3 Multicore Test, 43.466 Punkte in Antutu und 3.412 Punkte im Chrome Benchmark von Vellamo. Wer sich nun fragt warum der Antutu Score gleichauf mit dem MT6752 liegt, wenn doch die GPU stärker ist, den erinnere ich daran, dass der RK3288 auf einer schwächeren 32-Bit Architektur basiert. Somit liegt die reine CPU Leistung also unter dem MT6752, die GPU Leistung allerdings darüber. Im Antutu Benchmark wiegt sich das aber wieder auf und somit schneiden beide Chips in etwa gleich ab.

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Und wie sieht es im realen Einsatz aus? Nun, ich konnte bisher kein Spiel finden das den Chip an seine Grenzen bringt. Selbst aktuelle Grafikkracher wie Dungeon Hunter 5 oder Modern Combat 5 laufen einwandfrei. Wer gerne Emulatoren verwendet wird den Chip auch nicht an seine Grenzen bringen. Nintendo 64, Playstation 1, DreamCast, ja sogar PSP Spiele: All das meistert die Hardware ohne jegliche Schwierigkeiten. GPD hat sich hier also für genau den richtigen Mix entschieden und die Aufgabe somit erfüllt.

Software

Auf einen Android-basierten Gaming Handheld kann man als Hersteller nicht einfach mal eben ein Stock Android draufklatschen und gut ist, so wie das mancher Smartphone Hersteller handhabt. Hätte ich sowas auf dem Gerät vorgefunden, dann wäre das Gerät quasi sofort durchgefallen, denn in diesem Fall würde das Gerät wohl einer Art Bausatz gleichen, aus dem man sich dann erstmal software-seitig seinen Handheld zusammenbasteln darf. Ganz ehrlich, da kann ich dann auch gleich beim Smartphone bleiben.

Hat GPD aber nicht so gemacht, ganz im Gegenteil, man hat sich hier sichtlich Mühe gegeben dem Nutzer sein Spielerleben so einfach wie möglich zu gestalten. Der GPD XD läuft als Basis mit Android 4.4.4, ist damit also nicht ganz auf dem aktuellsten Stand, was aber in diesem Fall absolut nicht schlimm ist. Im Gegenteil, ein gut optimierter Schokoriegel ist performance-technisch noch immer deutlich runder als der Lutscher.

Am Android selbst hat man nicht viel verändert. Das Design ist typisch Stock Android und es gibt auch keine besonderen Funktionen oder Einstellungen. Einen eigenen Launcher gibt es aber, und der ist sowohl für die bequeme Bedienung via Touch Screen als auch für die Kontrolle über das GamePad optimiert. Er basiert auf Kategorien und Kacheln. Hier stehen einem die Punkte „Emulator“, „Game“, „Application“ und „Setting“ zur Verfügung unter welchen sich dann jeweils Funktionen und Apps als Kacheln verstecken. Neu installierte Apps aus dem PlayStore befinden sich standardmäßig unter „Applications“. Durch einen langen Druck mit dem Finger auf die Kachel kann man Spiele dann nach „Game“ verschieben. In der Kategorie „Setting“ findet man die wichtigsten Grundeinstellungen in einer für die GamePad Bedienung aufbereiteten Form. So kann man hier die Zugriffsregeln für Kinder steuern, die Bildschirmhelligkeit ändern, Infos zu System und Speicher abrufen, das GamePad zwischen XBOX360 und PS3 Modus umschalten, sich mit einem WLAN Netzwerk verbinden und eine Videoanleitung zur Verwendung des Geräts ansehen. Es gibt auch einen Shortcut zu den Android Systemeinstellungen.

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Interessant wird es dann in der Emulator Kategorie. Hier bekommt man nochmal Unterkategorien zu Gesicht. Dazu gehören die Kategorien „ARCADE“, „N64“, „SFC“, „DC“ und „PS1“. Hier verstecken sich die zur jeweiligen Plattform gehörenden Games. Kopiert man ein ROM in den internen Speicher in den jeweiligen Pfad, z.B. „/roms/N64“, dann erscheinen diese ROMs in der jeweiligen Kategorie und können mit einem Klick gestartet werden. Verwendet an eine externe SD Karte, so kann man den Pfad auch auf diese umändern und seine ROMs von dort einlesen.

Das Vorhandensein eben dieser Kategorien bedeutet nun aber nicht, dass man nur diese Plattformen emulieren kann, ganz im Gegenteil. In der Unterkategorie „Download“, welche hier ebenfalls zu finden ist, findet man nämlich einen Eintrag mit der Bezeichnung „Happy Chick“. Und genau das ist sowas wie der heilige Gral aller Emulator Fans. Das Tool vereint nämlich zahlreiche Emulatoren und ein Download Center für ROMs, und das auch noch von GPD komplett vorkonfiguriert um das GamePad des GPD XD optimal zu nutzen. Mehr noch, die Emulatoren werden mit einer Community verbunden. So könnt ihr Save Games hochladen oder von anderen beziehen, eure am besten funktionierende Emulator Konfiguration teilen, auf ein Forum zugreifen, und und und... .

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Die Emulatoren die von Happy Chip mitgeliefert werden stellen Unterstützung für zahlreiche Plattformen bereit. Dazu gehören: PlayStation Portable, Nintendo DS, Nintendo64, PlayStation 1, ARCADE / FB Alpha, GameBoy Advance, Super Famicom / SNES, MAME, MD / Genesis, WonderSwan, Famicom / NES, GameBoy Color, GameBoy, Sega DreamCast, ONS, NGP, PCE und MAMEPlus. So, wer da jetzt noch meckert, dem ist nicht mehr zu helfen.

Und das Beste: Für alle diese Plattformen könnt ihr so ziemlich alle Spiele direkt mit einem Klick aus der App herunterladen. Die Legalität des ganzen ist natürlich in Frage zu stellen, denn offiziell darf man die ROMs ja nur laden wenn man das Original besitzt, aber mal ehrlich: einfacher geht es doch nicht, oder? Ihr habt hier mit diesem kleinen Handheld eine enorme Menge an Games zur Verfügung, und alleine diese Funktion macht es in meinen Augen jeden einzelnen Cent wert.

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Emulatoren hin oder her, wie sieht es mit Android Spielen aus? Klar, manche Android Spiele liefern GamePad Unterstützung mit, aber längst nicht alle. Der Großteil der Android Games wird per Touchscreen gesteuert. Wie also spielt man diese auf dem Gerät? Nun, entweder mit dem GamePad oder mit dem Touchscreen, das kommt ganz auf das Spiel an. Der GPD XD liefet nämlich eine Mapping Funktion mit. Man startet dafür einfach das Spiel und drückt dann die Taste mit dem Controller Symbol rechts außen neben dem Power Button. Nun erscheint sofort eine Abbildung des GamePads auf dem Display. Hier kann man nun einzelne Buttons bestimmten Bereichen auf dem Screen zuweisen. Speichert man diese Einstellung, so werden z.B. Bewegungen mit dem Analog Stick als Bewegungen auf dem Touchscreen simuliert. So kann man z.B. Dead Trigger 2 spielen, obwohl das interne GamePad davon nicht korrekt erkannt wird. Das ganze funktioniert auch wirklich sehr gut und die Einstellungen werden individuell für jedes Spiel gespeichert.

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So ganz ohne Kritik kommt der GPD XD dann aber doch nicht weg. Erstens ist es recht umständlich ein Update der Firmware vorzunehmen. Auf ein OTA Feature wurde nämlich verzichtet, und so muss man sich das Paket manuell von der Webseite „www.gpd.hk“ herunterladen. Dies ist auch schon die erste Hürde, denn die aktuelle Firmware wird immer auf Baidu hochgeladen, und so ist hier ein VPN von Nöten, da mit dem meisten deutschen ISPs ein Download kaum möglich ist (zu langsam und bricht oft ab). Immerhin, hat man das Paket einmal auf seinem Rechner geht alles ganz einfach. Man hat hier die freie Wahl zwischen einem klassischen Firmware Flash vom PC aus wie bei anderen Rockchip Geräten, oder aber man zieht sich die Image Datei auf eine Micro SD Karte, setzt diese in den GPD XD ein, und schon fragt einen das System ob man aktualisieren will. Danach wird neu gestartet und die neue ROM geflasht. Etwas umständlich, aber immerhin gibt es Updates.

Der zweite Kritikpunkt ist, dass das GamePad noch nicht mit allen Android Spielen harmoniert die GamePads unterstützen. Speziell bei Gameloft Spielen gibt es hier immer wieder Problem. Zu Beginn war kein Gameloft Spiel per GamePad spielbar, doch seit der neuesten Version funktionieren wenigstens Dungeon Hunter 5 und GT Racing 2. Modern Combat 5 dagegen verweigert weiterhin den Dienst. Auch Real Racing 3 ist nicht spielbar. Hier sollte GPD nochmal nachbessern.

GamePad

Das GamePad ist eine Mischung aus XBOX und PlayStation Controller. Man findet hier typische Bedienelemente eines Spielekontrollers, jedoch in etwas üppigerer Ausführung um der Steuerung von wirklich jedem System gerecht zu werden. Die wichtigsten Bedienelemente sind zwei Analogsticks, ein D-PAD und die gewohnten ABXY Tasten auf denen auch die PlayStation zeichen abgebildet sind (X, Viereck, Dreieck, Kreis). Zudem gibt es im unteren Bereich noch vier Tasten. Diese symbolisieren Start und Select, sowie eine Home und eine Zurücktaste für die Android Navigation. Zwischen den Analogsticks im oberen Bereich findet man 6 weitere Funktionstasten und eine Power Taste. An der hinteren Seite befinden sich dann noch vier Schultertasten.

Das GamePad funktioniert wirklich gut, wobei die Analogsticks zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig sind, da sie recht empfindlich reagieren, der Weg allerdings nicht sonderlich groß ist. Man muss sich hier also daran gewöhnen sehr feine Bewegungen zu vollführen, und erst dann wird das Spielen damit Spaß machen. PSP Spiele dürften das aber schon kennen, denn der Analogstick der PSP ist vom Weg her vergleichbar. Lediglich die Oberfläche ist beim GPD XD deutlich bequemer da größer und gummiert. Etwas unglücklich designt ist das D-PAD. Hier geschieht es oft, dass man z.B. beim Drücken nach Rechts auch gleichzeitig nach Oben oder Unten drückt. Man muss hier also sehr genau darauf achten, das D-PAD gerade zu betätigen. Daran gewöhnt man sich allerdings auch recht schnell und so handelt es sich nicht um einen signifikanten Fehler.

Etwas störend sind die Schultertasten. Betätigt man diese, so ertönt ein deutlich hörbares Klicken. Das stört zwar nicht unbedingt wenn man alleine spielt, könnte aber für Mitmenschen zum Ärgernis werden. Besonders wenn man dazu neigt am Abend noch im Bett zu zocken, könnte das eventuell den Lebenspartner beim einschlafen stören. Hier hätte GPD auf leisere Tasten setzen sollen.

Empfang

Hier gibt es diesmal nicht viel zu berichten denn der GPD XD bringt weder Bluetooth noch GPS noch 3G mit. Das Einzige mit dem man sich hier verbinden kann sind WLAN Netze. Der GPD XD funkt hierbei mit WLAN 802.11b/g/n/ac und das funktioniert auch super. Die Antenne ist gut dimensioniert und so gibt es keinerlei Probleme mit der Reichweite. Auch Hände können den Empfang nicht einschränken, zumindest hatte ich bisher keine Probleme egal wie ich das Gerät gehalten habe.

Audio

Auch bei Spielen ist der Klang wichtig, und auch hier bin ich mit dem GPD XD voll und ganz zufrieden. Die internen Stereo Lautsprecher auf der Front liefern einen klaren Stereo Sound. Auch bei voller Lautstärke verzerren oder kratzen sie nicht. Noch dazu gibt es eine angenehme Tiefe, also eine leichte Basswiedergabe, was den Klang abrundet. Einen Preis räumt der GPD XD damit zwar trotzdem nicht ab, aber schlecht geht definitiv anders.

Wer ein astreines Audioerlebnis haben möchte, der wird ohnehin auf Kopfhörer setzen und auch hier gibt es nichts Negatives zu berichten. Der Anschluss kommt auch mit Kopfhörern klar die über eine Fernbedienung verfügen und liefert einen klaren, gut abgemischten Sound mit angenehmer maximaler Lautstärke.

Ein Mikrofon ist übrigens auch vorhanden. Dieses liefert aber nur einen mittelmäßigen Klang. Mir ist das persönlich allerdings wurscht, denn benötigen tut man es so gut wie nie. Es gibt nur wenige Emulator Spiele in denen ein Mikrofon zum Einsatz kommt, und für Android sind mir da überhaupt keine Spiele bekannt.

Akku

Der GPD XD wird mit einem 6.000mAh Akku beworben. Laut meiner Messung sollen 7.600mAh in das Gerät gehen. Ich wage zu bezweifeln, dass mein Messgerät da derart weit daneben liegt, weshalb ich einfach mal davon ausgehe, dass die Zelle größer ist als beworben wird und sich GPD hier schlechter darstellt als nötig.

Die Laufzeit des Akkus ist absolut astrein. Die Screen-On Zeit bei 50% Displaybeleuchtung beträgt 8 Stunden und 44 Minuten. Ich persönlich Spiele meistens am Abend vor dem Schlafengehen noch eine Runde mit dem GPD XD und komme fast immer mit einer Ladung durch die gesamte Woche. Meistens spiele ich derzeit PSP Spiele und das Android Spiel GT Racing 2, hin und wieder auch mal Pokémon mit dem GBA Emulator. Am Wochenende verwende ich den GPD XD auch gerne mal als Video Player im Bett, da man sich durch das Clamshell Design das ständige in der Hand halten sparen kann.

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Wenn das Teil dann mal an die Steckdose muss, geht das auch ganz schnell. Das mitgelieferte Netzteil liefert 2A Ausgangsstrom und pumpt den Akku binnen 2,5 Stunden auf 100% auf. Der einzige Haken an der Sache ist, dass man den Akku nicht wechseln kann. Bei der langen Laufzeit dürfte er die Lebensdauer des Handhelds aber ohnehin überschreiten, weshalb ich das dem Gerät diesmal nicht ankreiden will.

GPD XD Review: Fazit

Leute, es ist ne Weile her, dass ich so viel Spaß mit einem Gadget hatte. Es ist einfach verdammt praktisch Zugriff auf eine so vielfältige Spieleauswahl zu haben, verpackt in einem handlichen Gerät mit guter integrierter Steuerung. Der GPD XD hat seinen festen Platz neben meinem Bett gefunden und ich nehme ihn auch wenn ich unterwegs bin fast immer als Pausenfüller mit. Netter Nebeneffekt: Der Smartphone Akku hält länger, denn da spiele ich mittlerweile fast gar nicht mehr.

Klar, die Frage ist natürlich, ob man sowas nun wirklich braucht. Die Antwort darauf ist ein Nein. Dennoch, hat man den GPD XD einmal in der Hand, dann möchte man ihn auch nicht mehr hergeben. Hinzu kommt dann auch noch, dass er relativ erschwinglich ist. 140 US Dollar müsst ihr dafür zurzeit auf den Tisch legen, was für meine Begriffe für das Gebotene nicht viel Geld ist. Andererseits bekommt ihr für das gleiche Geld oder gar etwas weniger eine PlayStation Vita. Hier kommt es also darauf an auf was ihr Wert legt. Mainstream oder Außergewöhnlich? Eine aktuelle Plattform oder ganz viele Ältere plus eine Aktuelle in einem Gerät? Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

In diesem Sinne, vielen Dank fürs Lesen und viel Spaß mit dem GPD XD falls ihr nun zuschlagen wollt.

Der GPD XD bei unseren Partnern

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