Unter der T-Serie bringt Xiaomi traditionell günstigere Smartphone-Modelle als Alternative zu den Flaggschiffen auf den Markt, die ebenfalls mit einer in Kooperation mit Leica entwickelten Kamera ausgestattet sind. Dabei entstanden in der Vergangenheit bereits einige interessante Modelle. Mit der aktuellen Xiaomi 17T Serie dürfte Xiaomi jedoch einige Fans der Serie verärgert haben. Die Nachfolgermodelle der Xiaomi 15T Serie erschienen nicht nur deutlich früher als gewohnt (nur wenig mehr als ein halbes Jahr später), sie sind auch abermals deutlich im Preis gestiegen.
In der Praxis wiederholt sich allerdings auch hier das von Xiaomi gewohnte Muster. Bereits wenige Wochen nach dem Launch begannen die Preise zu sinken und rund einen Monat später haben sie sich schon deutlich unterhalb der UVP eingependelt. Im Falle des günstigeren Xiaomi 17T Modells, welches wir nun zum Testen erhalten haben und in den nächsten 7 Tagen im Alltag auf Herz und Nieren prüfen werden, sind das mittlerweile ab etwa 530€ für Neugeräte statt der UVP von ab rund 750€.
In diesem Beitrag schauen wir uns das Xiaomi 17T mal kurz an und klären, was man mit dem Smartphone bekommt und wie die ersten Eindrücke ausfallen. Zudem ordnen wir das Modell im bestehenden Line-up ein und nennen mögliche Alternativen, die wir auch schon getestet haben.
Technische Daten des Xiaomi 17T im Überblick
Bevor wir uns den ersten praktischen Eindrücken zuwenden, lohnt sich ein kurzer Blick auf die wichtigsten technischen Eckdaten des Xiaomi 17T. Das Gehäuse bringt es bei Abmessungen von 157,6 x 75,2 x 8,17mm auf ein Gewicht von 200g und bleibt damit angenehm kompakt für die Einhandbedienung. Für Wasser- und Staubschutz sorgt eine vollständige IP68-Zertifizierung, das matte Finish am Metallrahmen ist von den Vorgängermodellen bekannt. Zur Wahl stehen die Farbvarianten Opal White, Violet, Blue und Black. Unser Testgerät hat die Farbe Violet.
Auf der Front sitzt ein 6,59 Zoll großes AMOLED-Display mit einer Auflösung von 2756x1268 Pixeln und einer Bildwiederholrate von bis zu 120Hz. Die Spitzenhelligkeit gibt Xiaomi mit bis zu 3.500 Nits an, geschützt wird das Panel durch Corning Gorilla Glass 7i. Hinzu kommt die neue Xiaomi Vision Care Technologie, die eine Kombination aus 3840Hz PWM-Dimming und klassischem DC-Dimming nutzt und laut Hersteller eine vierfache Augenschutz-Zertifizierung des TÜV Rheinland erhalten hat.
Angetrieben wird das Xiaomi 17T vom Mediatek Dimensity 8500, gefertigt im 4nm-Verfahren mit einer Taktung von bis zu 3,4GHz, ergänzt durch eine Mali-G720 MC8 GPU und die NPU 880 für KI-Berechnungen. Xiaomi hatte den Prozessor bereits im Poco X8 Pro verbaut. Zur Seite stehen dem Chip 12GB LPDDR5X Arbeitsspeicher mit 9600Mbps Durchsatz sowie wahlweise 256GB oder 512GB UFS 4.1-Speicher, eine microSD-Erweiterung ist nicht vorgesehen. Für die Kühlung sorgt das Xiaomi 3D IceLoop System.
Bei der Kamera setzt Xiaomi weiterhin auf die Zusammenarbeit mit Leica: Die Hauptkamera nutzt einen 50MP Sensor (Light Fusion 800, 1/1.55 Zoll, f/1.7, OIS), erstmals in einem T-Serie Bassmodell ergänzt durch eine echte 5-fach Periskop-Telekamera mit ebenfalls 50MP, f/3.0-Blende, optischer Bildstabilisierung und einem "AI Ultra Zoom" von bis zu 120x. Eine 12MP Ultraweitwinkelkamera (F/2.2, 120 Grad Sichtfeld, fester Fokus) sowie eine 32MP Frontkamera runden das System ab. Videos lassen sich in bis zu 4K mit 60fps und auch mit HDR10+ oder mit LOG-Unterstützung aufzeichnen.
Die Energieversorgung übernimmt ein 6.500mAh Silizium-Kohlenstoff-Akku, der kabelgebunden mit bis zu 67W über HyperCharge geladen werden kann und PPS-kompatibel ist; kabelloses Laden bietet das Xiaomi 17T nicht. Damit ist der Akku gegenüber dem Vorgängermodell deutlich angewachsen. Bei der Konnektivität setzt das Gerät auf Wi-Fi 6E, Bluetooth 6.0 und NFC, als Betriebssystem kommt Xiaomi HyperOS 3 auf Basis von Android 16 mit integrierter HyperAI-Architektur zum Einsatz. Die Update-Garantie liegt bei 4+6 Jahren. Zum Marktstart kostete die 256GB Version zur UVP 749,90€, die 512GB Variante 799,90€ (beide ausschließlich mit 12GB RAM).
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Einordnung des Xiaomi 17T im bestehenden Line-up
Xiaomi bietet derzeit vor allem unter seiner Tochtermarke Poco einige Modelle an, die dem Xiaomi 17T abzüglich des Leica Brandings der Hauptkamera ähneln bzw. dieses preislich unter Druck setzen. Für ein umfassendes Gesamtbild ist es deshalb nötig, das Xiaomi 17T hier einmal einzuordnen.
Mit dem Poco X8 Pro (Testbericht verlinkt) tritt zunächst die preislich aggressivste Alternative an: Es teilt sich nicht nur den 6,59 Zoll Formfaktor mit dem Xiaomi 17T, sondern setzt mit dem Dimensity 8500 "Ultra" auch auf dieselbe Chipset-Basis. Auch Display (1,5K AMOLED, 2756x1268 Pixel, 120Hz, 3.500 Nits, Gorilla Glass 7i) und Akkukapazität von 6.500mAh sind nahezu identisch zum Xiaomi 17T. Beim Laden legt das Poco X8 Pro mit 100W sogar nominell zu. Der entscheidende Unterschied liegt im Kamerasystem: Ohne Leica-Branding und ohne dedizierte Telekamera fällt der optische Funktionsumfang auf dem Papier deutlich ab, zudem ist die Ultraweitwinkelkamera mit 8MP schwächer ausgestattet als beim Xiaomi 17T mit 12MP. Bei einer UVP von 399,90€ und einem mittlerweile auf etwa 290€ gesunkenen Straßenpreis stellt sich dennoch die Frage, wie viel Aufpreis Käufer für Leica-Branding und Telekamera tatsächlich bereit sind zu zahlen.
Das Poco F8 Pro (Testbericht verlinkt) positioniert sich preislich und technisch eine Stufe darüber und wird damit zur spannenderen Alternative. Mit dem Snapdragon 8 Elite kommt hier die Vorgänger-Generation des aktuellen Qualcomm Oberklasse-Chips zum Einsatz, der dem Mittelklasse-orientierten Dimensity 8500 in reiner Rechenleistung deutlich überlegen ist. Auch bei der Hauptkamera nutzt das Poco F8 Pro mit dem Light Fusion 800 Sensor exakt jenen Bildsensor, der auch im Xiaomi 17T verbaut ist, ergänzt um eine zusätzliche 50MP Telekamera mit 60mm Äquivalentbrennweite, wenngleich diese mit f/2.2 und ohne optische Bildstabilisierung nicht an die Leica 5-fach Telekamera des Xiaomi 17T mit ihren 115mm Äquivalentbrennweite heranreicht. Auffällig ist zudem die leicht geringere Display-Auflösung von 2510x1156 Pixeln gegenüber den 2756x1268 Pixeln des Xiaomi 17T. Bei einer UVP von 649,90€ und einem aktuellen Straßenpreis von rund 450€ bleibt das Poco F8 Pro allerdings trotz potentem Prozessor weiterhin günstiger als das Xiaomi 17T und ist somit durchaus eine starke Alternative.
| | Xiaomi 17T | Poco X8 Pro | Poco F8 Pro |
| Display | 6,59" AMOLED, 2756x1268, 120Hz, 3.500 Nits | 6,59" AMOLED, 2756x1268, 120Hz, 3.500 Nits | 6,59" AMOLED, 2510x1156, 120Hz, 3.500 Nits |
| Prozessor | Dimensity 8500 "Ultra" (4nm, bis 3,4GHz) | Dimensity 8500 "Ultra" (4nm, bis 3,4GHz) | Snapdragon 8 Elite (3nm) |
| RAM / Speicher | 12GB + 256/512GB | 8GB/12GB + 256/512GB | 12GB + 256/512GB |
| Akku | 6.500mAh, 67W kabelgebunden | 6.500mAh, 100W HyperCharge | 6.210mAh, 100W HyperCharge |
| Hauptkamera | 50MP Leica (Light Fusion 800, f/1.7, OIS) | 50MP (Sony IMX882, f/1.51, OIS) | 50MP (Light Fusion 800, f/1.88, OIS) |
| Telekamera | 50MP Leica 5x (115mm äquiv., f/3.0, OIS) | N/V | 50MP (60mm äquiv., f/2.2, EIS) |
| Ultraweitwinkel | 12MP, f/2.2 | 8MP, f/2.2 | 8MP, f/2.2 |
| Schutzklasse | IP68 | IP68 | IP68 |
| UVP | ab 749,90€ | ab 399,90€ | ab 649,90€ |
| Straßenpreis | ab ca. 530€ | ab ca. 290€ | ab ca. 450€ |
Xiaomi 17T Lieferumfang & Unboxing
Wie von Xiaomi gewohnt, kommt das Xiaomi 17T in einer schlichten weißen Box ohne Abbildung des Geräts daher. Auf der Verpackung prangt lediglich der silberne Xiaomi 17T Schriftzug, ergänzt um den ebenfalls bei der T-Serie gewohnten Hinweis "Co-Engineered with Leica". Im Inneren liegt das Smartphone in einer schützenden Papierhülle, die werksseitig bereits aufgebrachte Schutzfolie auf dem Display ist ebenfalls direkt vorhanden. Auf ein Netzteil müssen Käufer wie inzwischen üblich verzichten, mitgeliefert wird lediglich ein USB-A auf USB-C Kabel. Wer von der maximalen Ladeleistung von 67W profitieren möchte, muss sich also separat mit einem passenden Netzteil ausstatten. In der Verpackung findet sich eine weitere, separate Box mit dem übrigen Zubehör: Dazu zählen die übliche Dokumentation, das EU-Energielabel, eine SIM-Nadel sowie eine schwarze, flexible Schutzhülle, die direkt für einen gewissen Basisschutz im Alltag sorgt.
Wer sich lieber selbst ein genaueres Bild vom Unboxing machen möchte, findet wie immer das passende Video dazu auf unserem YouTube-Kanal.
Erste Eindrücke vom Xiaomi 17T
Beim ersten Auspacken zeigt sich das Xiaomi 17T in der typischen Designsprache der Serie, die sich auch optisch kaum von den Vorgängern unterscheidet, abgesehen vom leicht veränderten Kamerabuckel. Die Verarbeitung hinterlässt einen sehr guten Eindruck: Das Gerät fühlt sich robust und hochwertig an, wie man es von einem Premium-Smartphone erwartet. Eine echte Verbesserung gegenüber dem Vorgänger ist der Wechsel von Kunststoff- zu einem Metallrahmen, interessanterweise ohne sichtbare Antennenlinien.
Auf der Rückseite bleibt es hingegen bei Kunststoff (konkret GFK) mit mattem Finish, welches sich haptisch ähnlich wie mattes Glas anfühlt. Die Tasten sitzen fest und klappern nicht, lediglich beim Schütteln des Geräts ist ein leichtes Klappern aus dem Kamerabereich zu hören, für eine OIS-Konstruktion jedoch normal und nicht übermäßig ausgeprägt. Etwas weniger überzeugend zeigt sich die Verwindungsfestigkeit: Trotz Metallrahmen gibt das Gehäuse beim Biegen oder Verdrehen relativ schnell nach und knackt dabei hörbar. Da hatte Xiaomi schon stabilere Geräte.
In der Hand liegt das Xiaomi 17T dennoch gut, die Größe ist angenehm und auch wenn das Gewicht spürbar ist, bewegt es sich noch im akzeptablen Rahmen.
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Auch das Display hinterlässt im ersten Eindruck einen guten Eindruck: Die Farbabstimmung wirkt natürlich, weder zu knallig noch zu blass, und der Weißwert liegt grob im Optimalbereich. Die Darstellung ist scharf, auch bei kurzem Betrachtungsabstand sind keine einzelnen Pixel erkennbar, und die Reaktionszeit fällt gut aus. Beim Scrollen durch Textinhalte zeigen sich keine Nachzieheffekte oder Schlierenbildung. Auch die Lesbarkeit im Freien überzeugt. Wer jedoch ein professionelles Farbmanagement mit direktem Zugriff auf RGB-Werte, Gamma oder Kontrast erwartet, wird enttäuscht: Es stehen lediglich vordefinierte Presets und ein Regler für die Farbtemperatur zur Verfügung. Ebenfalls fehlt ein echtes Always-On-Display, stattdessen gibt es nur eine AOD-Funktion mit festem 10-Sekunden-Timeout. Diese Einschränkung kennt man von Xiaomi häufiger, allerdings eher von günstigeren Geräten, zu denen sich das Xiaomi 17T zumindest zur UVP nicht mehr zählen lässt. Der Fingerabdrucksensor im Display arbeitet schnell und zuverlässig, ebenso die Gesichtserkennung.
Bei der Performance zeigt sich der Dimensity 8500 bereits aus dem Poco X8 Pro bekannt gut: Die Alltagsnutzung verläuft flüssig, Animationen und Scrollen laufen praktisch ohne Ruckler oder Hänger, auch anspruchsvollere Spiele laufen flüssig. Zum direkten Vorgänger Xiaomi 15T zeigen sich dabei jedoch nur leichte Unterschiede, die für die meisten Nutzer im Alltag wahrscheinlich kaum wahrnehmbar sein dürften - zumindest nicht ohne direkten Vergleich.
Bei der CPU-Leistung liegen beide Generationen in Benchmarks etwa gleichauf. Bei der GPU Leistung gibt es Unterschiede, jedoch ist das Xiaomi 17T meist unter 10 Prozent schneller. Auffällig sind allerdings zwei Ausreißer: In 3DMark Solar Bay schneidet der Vorgänger (Xiaomi 15T mit Dimensity 8400) um 22 Prozent besser ab, in Steel Nomad Light sogar um 38 Prozent. Möglicherweise ein Treiberproblem, denn das günstigere Poco X8 Pro mit demselben Chipsatz zeigte hier keine vergleichbaren Probleme, konnte sich allerdings gegenüber dem Dimensity 8400 im Xiaomi 15T auch nicht nennenswert absetzen.
An der Kühlung liegt es jedenfalls nicht: Das Xiaomi 17T wird unter Last zwar deutlich warm, zeigt in Throttle-Tests aber kein auffälliges Drosselverhalten. Auch der Speicher schneidet im Benchmark gut ab, mit deutlich über 4GB/s beim sequenziellen Lesen und Schreiben. Das von uns getestete Gerät ist übrigens die Version mit 12GB RAM und 512GB Speicher.
Softwareseitig setzt das Xiaomi 17T auf HyperOS 3 auf Basis von Android 16, inklusive der für Xiaomi üblichen Bloatware. Der Android-Sicherheitspatch ist mit Stand Mai 2026 halbwegs aktuell. Empfang über Mobilfunk und WLAN funktionierte in den ersten Tests problemlos, Bluetooth und GPS wurden noch nicht eingehend getestet. Dual-Nano-SIM wird unterstützt, zusätzlich lässt sich eine eSIM nutzen, die dabei den zweiten SIM-Slot ersetzt. Das Vibrationsfeedback über den Linearvibrator wirkt präzise und kräftig, ohne dabei störende Nebengeräusche zu erzeugen.
Die verbauten Stereo-Lautsprecher (der zweite ist der Telefonhörer) liefern einen brauchbaren aber nicht hervorstechend guten Klang. Es fehlt im Vergleich zum Poco F8 Pro oder Poco X8 Pro an Volumen bzw. Bass. Das Xiaomi 17T klingt also etwas dünner, vor allem bei höherer Lautstärke. Das preislich ähnliche Poco X8 Pro Max mit dediziertem Subwoofer schlägt das Xiaomi 17T natürlich nach Strich und Faden. Die Akkulaufzeit wirkt im ersten Eindruck solide und bewegt sich auf Augenhöhe mit dem Poco X8 Pro. Das ist jedoch wenig überraschend angesichts von praktisch identischem Display, Prozessor und Akku. Genaue Messwerte und Benchmarks stehen für ein abschließendes Fazit aber noch aus.
Zu den Kameras gibt es aktuell auch noch nicht viel zu sagen. Ein paar erste Testaufnahmen zeigen solide Bilder. Der grobe erste Eindruck ist eine ähnliche Kameraleistung zu den günstigeren Vergleichsmodellen mit leichten Vorteilen durch die bessere Tele-Kamera. Auch hier müssen aber noch deutlich mehr Fotos geschossen werden, ehe eine seriöse Einschätzung der Leica-Kamera möglich ist.
Alle weiteren Details und eine ausführlichere Bewertung gibt es dann im vollständigen Testbericht nach rund einer Woche im Alltagseinsatz.
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