Nach der offiziellen Vorstellung des Oppo Find X9 Ultra im April hatte das neue Kamera-Flaggschiff von Oppo einige Zeit zum reifen und ist nun bei uns für einen ausführlichen Test eingetroffen. Wir haben wieder die chinesische Version als Importgerät von TradingShenzhen erhalten*, welche erheblich günstiger zu haben ist, als die offizielle EU Version. Das Oppo Find X9 Ultra positioniert sich in der absoluten Premiumklasse mit starkem Kamera-Fokus und tritt gegen die starke Konkurrenz im Android Segment an, die wir bereits im Test hatten.
Die unverbindliche Preisempfehlung für das Oppo Find X9 Ultra liegt in Deutschland bei 1699€, im regulären Handel ist das Gerät aber meist für einen Marktpreis von etwa 1499€ zu finden. Damit ist das Smartphone etwas günstiger als das Vivo X300 Ultra zur unverbindlichen Preisempfehlung in Deutschland und rangiert auf dem exakt gleichen Niveau wie das Xiaomi 17 Ultra zur UVP. Effektiv sind aber auch diese Modelle oftmals unterhalb ihrer UVP zu haben.
Wer beim Kauf sparen möchte und die Begleitumstände eines China Modells nicht scheut, kann wie üblich auf den Direktimport zurückgreifen. Beim Import zeigt sich das Oppo Find X9 Ultra deutlich preiswerter. Der Einstiegspreis für das Modell mit 12GB und 256GB Speicher liegt bei circa 977€ zum Zeitpunkt des Beitrags. Die mit dem deutschen Modell identische Variante mit 12GB RAM und 512GB Speicher schlägt beim Import mit ungefähr 1107€ zu Buche*.
Bei den Farboptionen gibt es auch Unterschiede. Während in China ein weißes Modell zur Verfügung steht, müssen sich Kunden in Deutschland zwischen den Farben Schwarz und Orange entscheiden. Ähnliche Limitierungen zeigen sich beim Speicher. Das Oppo Find X9 Ultra wird hierzulande ausschließlich mit 12GB Arbeitsspeicher und 512GB internem Speicher angeboten. Die noch besser ausgestattete Version mit 16GB RAM und 1TB Speicherplatz* bleibt dem chinesischen Markt vorbehalten.
Für das Oppo Find X9 Ultra ist auch wieder ein "Kamera Kit" verfügbar, welches das Smartphone mit einem Case in eine Art Kompaktkamera verwandelt. Dieses unterstützt Aufstecklinsen und Adapterfilter, bietet dedizierte Auslösetasten und kommt mit Trageschlaufe und Transportcase daher. Beim Import aus China gibt es das Kit als Bundle mit dem 16GB+1TB Modell zu einem stolzen Preis von 1847€*. In Deutschland wird das Kit aktuell gar nicht angeboten - weder als Einzelkauf noch als Bundle.
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Technische Daten des Oppo Find X9 Ultra im Überblick
Beim Blick auf das Datenblatt des Oppo Find X9 Ultra wird schnell klar, dass der Hersteller bei seinem Flaggschiff keine Kompromisse eingehen möchte. Herzstück des Smartphones ist der aktuelle Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 Prozessor. Damit liegt das Smartphone hier gleichauf mit den Ultra-Modellen der Konkurrenz. Das Smartphone nutzt LPDDR5X Arbeitsspeicher und UFS 4.1 Festspeicher. Das Display des Oppo Find X9 Ultra misst üppige 6,82 Zoll. Es handelt sich um ein LTPO AMOLED Panel mit einer sehr hohen Auflösung von 3168x1440 Pixeln. Die Bildwiederholrate passt sich dynamisch im Bereich von 1 bis 144Hz an. Die Spitzenhelligkeit liegt laut Datenblatt bei 3600 Nits für HDR Inhalte ohne Angabe der Fläche. Geschützt wird die Frontseite durch robustes Corning Gorilla Glass Victus 2.
Ein echtes Highlight des Oppo Find X9 Ultra ist die Energieversorgung. Der Hersteller verbaut einen riesigen 7.050mAh Akku, der auf der modernen Silizium Kohlenstoff Technologie basiert und auch in der EU Version verbaut wird. Trotz der enormen Kapazität lässt sich das Smartphone kabelgebunden mit bis zu 100W SuperVOOC wieder rasch aufladen. Auch kabelloses Laden wird mit bis zu 50W AirVOOC unterstützt. Das 100 Watt USB Netzteil liegt beim China-Import bei, in der EU Version leider nicht.
Das Kamerasystem, welches in Kooperation mit Hasselblad entwickelt wurde, besetzt die gesamte obere Hälfte der Rückseite. Das Quad Kamera Setup besteht aus einer 200MP Hauptkamera mit dem großen Sony LYT901 Sensor und optischer Bildstabilisierung (OIS). Flankiert wird diese von einer 50MP Ultraweitwinkelkamera mit dem Sony LYT600 Sensor sowie zwei Telekameras. Für nähere Motive steht eine 200MP Telekamera mit 3-fach optischem Zoom zur Verfügung. Für extrem weite Distanzen verbaut Oppo eine 50MP Periskop Telekamera mit 10-fach optischem Zoom. Die Konkurrenz übertrifft man an dieser Stelle also deutlich. Beide Telekameras sind ebenfalls optisch stabilisiert. Auf der Vorderseite kommt eine 50MP Kamera mit Autofokus für Selfies zum Einsatz.
Abgerundet wird das Gesamtpaket durch moderne Konnektivität wie WiFi 7 und Bluetooth 6.0. Die Importversion bietet problemlosen Zugang zu deutschen Mobilfunknetzen. Neben der IP68 und IP69 Zertifizierung, welche das Smartphone gegen starkes Strahlwasser, Untertauchen und Staub schützt, ist ein schneller Ultraschall Fingerabdrucksensor im Display integriert. Als Betriebssystem ist ab Werk das aktuelle Android 16 mit der hauseigenen Benutzeroberfläche ColorOS 16 vorinstalliert. Die Importversion unterstützt Deutsch als Systemsprache, bietet Google Zertifizierung und kann mit Android Auto umgehen.
Oppo Find X9 Ultra Unboxing & Lieferumfang
Das Oppo Find X9 Ultra wird in einer großen quadratischen Verpackung geliefert, die vollständig in mattem Schwarz gehalten ist. Auf der Oberseite prangt mittig der Modellname in silberner Schrift, während am unteren Rand die Logos von Oppo und dem Kamerapartner Hasselblad platziert sind.
Nach dem Abnehmen des Deckels zeigt sich der ansprechend präsentierte Lieferumfang. In einer zusätzlichen Box befindet sich die Dokumentation und eine flexible Silikonhülle. Das Oppo Find X9 Ultra selbst befindet sich geschützt in einer Papierhülle und trägt ab Werk eine Schutzfolie auf dem Display. Ein klassisches weißes USB-A auf USB-C Kabel und eine SIM Nadel gehören ebenfalls zum standardmäßigen Lieferumfang.
Ein wesentlicher Unterschied zwischen den Vertriebsregionen zeigt sich beim Netzteil. Der chinesischen Import Version liegt ein weißer Ladeadapter bei, der die maximale Ladeleistung von 100W SuperVOOC unterstützt. Hierfür wird für deutsche Steckdosen ein Adapter benötigt. Relevante Import Händler legen diesen in der Regel bei. Wichtig für potenzielle Käufer ist der Vergleich zur offiziellen europäischen Variante: Bei der EU Version des Oppo Find X9 Ultra spart der Hersteller das Netzteil komplett ein. Hier muss dieses separat gekauft werden.
Einen genauen Eindruck vom Lieferumfang könnt ihr euch mit unserem Unboxing Video zum Oppo Find X9 Ultra verschaffen.
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Erste Eindrücke vom Oppo Find X9 Ultra
Für den Test liegt uns das Oppo Find X9 Ultra in der schwarzen Farbvariante vor, die auch unter dem Namen "Earth Explorer Master" geführt wird. Auf der Rückseite setzt der Hersteller auf eine gelungene Kombination aus Metall und zweigeteilten Kunstlederflächen, die dem Smartphone eine hervorragende Griffigkeit verleihen. Zusammen mit dem dezenten Schriftzug von Oppo und dem Hasselblad Branding wirkt das Design äußerst hochwertig und eigenständig. Ein echter Blickfang ist das kreisrunde Kameramodul, dessen Abdeckung durch ein markantes sechseckiges Kameraglas verziert wird. Dies frischt die Optik auf und sorgt für einen hohen Wiedererkennungswert im Alltag. Subjektiv wirkt das Kameramodul trotz der potenten Hardware weniger extrem hervorstehend als beispielsweise beim Vivo X300 Ultra. Nachgemessen wurde hier aber noch nicht.
Die mechanische Stabilität des Gehäuses lässt im ersten Test keine Wünsche offen. Der robuste Metallrahmen vermittelt ein solides Gefühl in der Hand. Auch im klassischen Biegetest zeigt sich das Oppo Find X9 Ultra verwindungssteif und lässt sich selbst unter starkem Kraftaufwand nur minimal biegen. Die seitlichen physischen Tasten sitzen bombenfest im Rahmen und weisen keinerlei störendes Klappern auf. Im Inneren der Kameraoptik ist zwar ein minimales Klappern der beweglichen Linsen wahrnehmbar, dies jedoch nur bei sehr kräftigem Schütteln und in auch dann eher dezent ausgeprägt. Hier schlägt sich das Gerät deutlich besser als z.B. das Xiaomi 17 Ultra, bei dem das mechanische Spiel der Optik bereits beim einfachen Kippen des Smartphones deutlich spür- und hörbar ist. Das lässt vermuten, dass die Kamera des Oppo Find X9 Ultra bei häufiger Vibrationseinwirkung langlebiger ausfallen könnte.
Beim Display deutet vieles darauf hin, dass Oppo hier auf dasselbe Panel wie im Vivo X300 Ultra setzt. Die Abmessungen sind identisch, die schmalen Bildschirmränder ebenfalls und auch die Farbdarstellung und die technischen Eigenschaften wirken identisch. Der Bildschirm überzeugt mit einer exzellenten Farbabstimmung, die sich in den Einstellungen mit Presets je nach Vorliebe sehr natürlich oder etwas lebendiger konfigurieren lässt. Auch der Weißwert ist ab Werk optimal kalibriert. Ein vollwertiges Always-On Display ist mit an Bord und die hohe maximale Helligkeit sorgt dafür, dass Bildschirminhalte selbst unter direktem Sonnenlicht problemlos ablesbar bleiben.
Weniger spektakulär schneiden die Stereo Lautsprecher ab, die sich akustisch ebenfalls auf dem Niveau des Vivo X300 Ultra bewegen. Sie bieten einen soliden Klang für das gehobene Mittelfeld, stellen jedoch kein klangliches Highlight dar. Vor allem bei den Bässen fehlt es dem Sound etwas an Volumen. Keine Auffälligkeiten gab es hingegen beim Empfang. Sowohl im Mobilfunknetz als auch im WLAN zeigte das Smartphone im ersten kurzen Test eine einwandfreie und stabile Verbindung.
Unter der Haube des Oppo Find X9 Ultra arbeitet der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 5 Prozessor, der im ersten Eindruck eine sehr gute Performance aufs Parkett legt. Im Antutu Benchmark knackte das Smartphone sogar die Marke von 4 Millionen Punkten und stellte damit einen neuen Rekordwert für diesen Prozessor in unseren Tests auf. Wie repräsentativ dieser Spitzenwert für die alltägliche Praxis ist, bleibt allerdings abzuwarten. In anderen Benchmarks landete das Find X9 Ultra nämlich eher im Mittelfeld oder schnitt teilweise sogar leicht unterdurchschnittlich ab. Das riecht ehrlich gesagt nach spezifischer Optimierung auf den Antutu Benchmark.
Was außerdem auffällig ist, ist die Abwärme des Smartphones unter hoher Last. Unter andauernder Volllast im Rahmen von anspruchsvollen Stress Tests erwärmt sich das Gehäuse überdurchschnittlich stark. Vor allem der umlaufende Metallrahmen wird dabei so heiß, dass das Anfassen des Smartphones unangenehm wird. Gefühlt lagen hier 50°C an. Eine konkrete Messung wird im Rahmen des ausführlichen Tests noch durchgeführt.
Der erste Eindruck vom Akku ist gut. Trotz der intensiven Beanspruchung durch die Ersteinrichtung, diverse Benchmarks und thermische Stress Tests verzeichnete der große Akku lediglich einen Ladungsverlust von etwa 35%. Das lässt auf eine richtig gute Laufzeit hoffen, wobei natürlich noch offen ist, wie stark sich die Kamera auf den Akkuverbrauch auswirken wird. An dieser Stelle hatten ja bisher alle getesteten Ultra-Modelle der aktuellen Generation Schwächen.
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Da es sich bei unserem Testgerät um die chinesische Version des Oppo Find X9 Ultra handelt, kommt natürlich auch die China Version von ColorOS 16 (Android 16 Basis) zum Einsatz. Hier stellt sich die Frage nach der Nutzbarkeit im europäischen Alltag. Hier gibt es erfreulicherweise Entwarnung, denn die Software lässt sich auch hierzulande weitgehend unproblematisch nutzen. Die deutsche Sprache ist direkt ab Werk in den Systemeinstellungen auswählbar. Der Google Play Store ist zwar nicht vorinstalliert, lässt sich jedoch mit wenigen Klicks über den hauseigenen App Store von Oppo nachrüsten.
Die wichtige Google Zertifizierung ist vorhanden und dank Widevine L1 DRM Unterstützung lassen sich Streaming Inhalte in hoher Auflösung abrufen. Auch die Nutzung von Android Auto im Fahrzeug wird unterstützt. Wie bei Importgeräten aus China üblich, müssen Käufer allerdings auf drei bekannte Funktionen verzichten: Die Unterstützung für Smartwatches mit WearOS Betriebssystem, den Google Standortverlauf sowie die tiefe Systemintegration des KI Assistenten Gemini.
Einen Pluspunkt fährt das Oppo Find X9 Ultra auf Seite der Software noch bei der Update Politik ein. Während bei der Konkurrenz von Vivo die Versorgung weiterhin recht zäh ist (beim X300 Ultra läuft nach wie vor ein veralteter Sicherheitspatch vom Mai), glänzt das Oppo mit einem aktuellen Sicherheitspatch vom Juli.
Zur Leistung der Hasselblad Kamera lässt sich zum aktuellen Zeitpunkt noch keine fundierte Aussage treffen. Aufgrund von derzeit schlechtem Wetter wurden noch keine repräsentativen Testaufnahmen geschossen. Diesen Aspekt werden wir in den kommenden Tagen im Rahmen des Alltagstests intensiver unter die Lupe nehmen. Alles dazu und zu den weiteren Testergebnissen erfahrt ihr dann im Rahmen des ausführlichen Berichts in ein bis zwei Wochen. Bis dahin!