Was sich seit Monaten in Andeutungen, Personalabbau und strukturellen Veränderungen abgezeichnet hat und zuletzt durch konkrete Änderungen auf der OnePlus Webseite noch stärker unterstrichen wurde, soll nun offiziell werden. Wie WinFuture unter Berufung auf gut informierte Quellen berichtet, bereiten OnePlus und Oppo für diese Woche eine Bekanntgabe vor, die das Ende der Marke OnePlus in Europa und den USA besiegeln soll. Eine öffentliche Stellungnahme steht zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung aber noch aus.
Die Geschichte dieser Entwicklung lässt sich mindestens bis Januar 2026 zurückverfolgen, als Android Headlines erstmals unter Berufung auf aktuelle und frühere Mitarbeiter über eine bevorstehende Einstellung der Marke berichtete. OnePlus wies die Berichte damals zurück, allerdings beschränkte sich das Dementi auf den indischen Markt und kam ausschließlich vom dortigen CEO Robin Liu. Eine globale Stellungnahme blieb aus. Im März folgten erneut Berichte über einen bevorstehenden Rückzug aus Europa und den USA, und spätestens als OnePlus Ende Juni begann, Oppo Geräte prominent im eigenen deutschen Webstore unter dem Motto "Neue Technik, gleiches Gefühl" zu bewerben, war die Richtung schwer zu ignorieren. Auch der Wegfall von "Verkauf und Versand durch Amazon" bei OnePlus Smartphones im deutschen Amazon Marktplatz reihte sich in das Bild ein. Der WinFuture Bericht liefert nun offenbar den letzten Mosaikstein: Laut den Informationen sollen aktuelle Bestände in den kommenden Wochen abverkauft werden, neue Produkte für Europa und die USA sind demnach nicht mehr geplant.
Wer bereits ein OnePlus Gerät besitzt, soll laut den vorliegenden Informationen nicht ohne Unterstützung dastehen. Support und Software Updates sollen demnach bis zum Ende des jeweiligen Produktlebenszyklus weitergeführt werden. Neue Geräte wird es dagegen nicht mehr geben, und die ohnehin schon ausgedünnten Lagerbestände in den europäischen Onlinestores werden nicht mehr aufgefüllt. In Deutschland ist im OnePlus Store zuletzt nur noch das OnePlus 15R gelistet gewesen, Flaggschiffe wie das OnePlus 15 und die Nord Reihe fehlen bereits. In weiteren europäischen Märkten soll das Bild ähnlich aussehen. Die Rolle, die OnePlus in Europa bislang eingenommen hat, soll künftig von Oppo übernommen werden, das seine Präsenz in der Region laut den Berichten weiter ausbauen will.
In Indien und China halten sich OnePlus und Oppo weiterhin bedeckt. Berichten zufolge soll OnePlus dort als vereinfachte Produktlinie unter dem Dach von Oppo fortgeführt werden, mit einem Fokus auf günstigere Geräte statt eigenständig entwickelter Flaggschiffreihen. Hinzu kommt ein weiterer Bericht des indischen Portals Smartprix, dem zufolge OxygenOS als eigenständige Softwareplattform eingestellt werden soll. Künftige OnePlus Geräte würden demnach auf Oppo's ColorOS setzen, womit der letzte verbliebene softwareseitige Unterschied zur Muttermarke entfiele. Diese Information konnte bisher nicht unabhängig verifiziert werden.
Für eingefleischte OnePlus Fans stellt sich damit vor allem eine Frage: Sollte die Marke in China weiterhin Smartphones unter eigenem Namen verkaufen, wäre der graue Import über Händler wie TradingShenzhen grundsätzlich weiterhin eine Option? Entscheidend ist dabei, ob chinesische Modelle künftig noch die für Europa relevanten Mobilfunkfrequenzen unterstützen. In der Vergangenheit haben viele chinesische OnePlus Modelle europäische Bänder abgedeckt, was den Import für technisch versierte Nutzer praktikabel gemacht hat. Sollte OnePlus jedoch auch diesen Aspekt der Produktentwicklung an die rein chinesischen Marktanforderungen anpassen, entfiele diese Option.
Eine Aussage dazu liegt bislang nicht vor. Es lohnt sich, diesen Punkt im Blick zu behalten, sobald künftige Geräte für den chinesischen Markt konkret werden. Es wird wohl davon abhängen, ob OnePlus Importkunden noch aktiv ansprechen möchte oder nicht. Denn prinzipiell gab es bei den chinesischen Modellen, die nicht für einen Europa Launch geplant waren, auch keine entsprechende Frequenzunterstützung. Wenn OnePlus nicht aktiv den Import fördern möchte, dürften die Chancen also schlecht stehen, denn dann werden die Frequenzen mit hoher Wahrscheinlichkeit zusammengestrichen. Dem Hersteller spart das Lizenzkosten.
Quelle(n): Winfuture
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