OnePlus hat sich ja bekanntlich aus dem europäischen und dem nordamerikanischen Markt zurückgezogen, in China arbeitet der Hersteller aber unverändert am nächsten Flaggschiff. Zum OnePlus 16 hat der Informant Digital Chat Station am 17. August einen neuen Beitrag auf Weibo veröffentlicht, der sich um das verbaute Display dreht.
DCS bezeichnet seinen Beitrag als exklusiv und beschreibt darin ein neues, gemeinsam mit BOE entwickeltes Leuchtmaterial mit der internen Bezeichnung X4. Laut internen Tests, auf die sich der Informant beruft, soll das Material bei nahezu allen Kennwerten vor Samsungs aktuellem M-Serie Leuchtmaterial liegen. Weder OnePlus noch BOE haben diese Angaben bislang offiziell bestätigt, sie sind entsprechend als unbestätigt zu behandeln.
Neues X4 Leuchtmaterial: Vorteile laut DCS ohne konkrete Zahlen
DCS bezeichnet den Hersteller in seinem Beitrag mit dem informellen Kürzel 加加, vermutlich einer verniedlichenden Anspielung auf den chinesischen Markennamen "一加" von OnePlus. Konkrete Messwerte zu Helligkeit, Farbraum oder Kontrast des X4 Materials nennt der Informant in seinem aktuellen Beitrag nicht, die Aussage zur Überlegenheit gegenüber der Samsung M-Serie bleibt damit vage und lässt sich derzeit nicht überprüfen.
BOE zählt neben Samsung Display zu den größten Herstellern von OLED Panels weltweit und beliefert neben OnePlus auch zahlreiche andere chinesische Marken. Samsung's M-Serie Leuchtmaterial kommt dagegen nicht nur in Samsung's eigenen Galaxy Geräten zum Einsatz, sondern wird auch an andere Hersteller lizenziert und gilt in der Branche häufig als Maßstab bei Helligkeit und Farbtreue. Ein Material, das dieses Niveau übertreffen soll, wäre entsprechend bemerkenswert, sofern sich die Angabe später in unabhängigen Messungen bestätigen lässt.
Bereits aus früheren Leaks bekannt und in diesem Post erneut angeführt sind laut DCS eine deutlich geringere Leistungsaufnahme, eine verdoppelte Lebensdauer des Materials sowie besonders schmale, auf allen vier Seiten symmetrische Bildschirmränder. Neu ist die Einschätzung, dass Leuchtmaterial und Schaltungsdesign inzwischen so ausgereift seien, dass die kommende Displaygeneration zusätzliche Funktionen für einen flüssigeren Bildaufbau unterstützen soll. Auch einzelne, laut DCS besonders leistungsstarke Technologien im Performance Bereich sollen im OnePlus 16 zum Einsatz kommen. Details dazu bleibt der Informant schuldig, er beschreibt das Panel lediglich als heimisches Oberklasse Display und kündigt weitere Informationen an.
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Warum das Leuchtmaterial für hohe Bildwiederholraten entscheidend ist
Das Leuchtmaterial eines AMOLED Panels bestimmt maßgeblich, wie viel Strom für eine bestimmte Helligkeit nötig ist und wie schnell die organischen Verbindungen im Dauerbetrieb altern. Klassische LTPO Panels regeln die Bildwiederholrate zwar bereits dynamisch zwischen niedrigen und hohen Werten, im Spielebetrieb springt die Frequenz bei den meisten aktuellen Flaggschiffen aber nur kurzzeitig auf ihr Maximum, während der reguläre Systembetrieb aus Effizienzgründen niedriger ausfällt. Je effizienter das Leuchtmaterial arbeitet, desto eher lässt sich eine hohe Grundfrequenz dauerhaft nutzen, ohne die Akkulaufzeit spürbar zu belasten. Genau hier setzt die Kombination aus neuem Material und laut DCS ebenfalls überarbeitetem Schaltungsdesign an, die dem Informanten zufolge die technische Grundlage für die systemweite Nutzung der hohen Frequenz bildet.
Über den aktuellen Beitrag hinaus reiht sich die Ankündigung in eine Serie früherer DCS Aussagen zum OnePlus 16 Display ein. Diesen zufolge soll das neue BOE Panel eine systemweite Bildwiederholrate von 165Hz ermöglichen, statt die hohe Frequenz wie bislang üblich nur in einzelnen Apps oder Spielszenarien freizuschalten. Bisherige Smartphones mit derart hohen Bildwiederholraten liefen im Alltag meist mit maximal 120Hz und aktivierten die höhere Frequenz nur in dafür freigegebenen Anwendungen. Sollte sich die Angabe bestätigen, würde OnePlus die hohe Rate beim OnePlus 16 durchgängiger nutzen als es bei den meisten aktuellen Flaggschiffen der Fall ist, was sich vor allem beim Scrollen, bei Animationen und außerhalb von Spielen bemerkbar machen dürfte.
Was der Leak über die Strategie von OnePlus verrät
Der Beitrag passt zu dem Bild, das sich seit dem offiziellen Rückzug aus Europa und Nordamerika abzeichnet. Auch wenn die Marke in diesen Regionen keine neuen Geräte mehr einführt, laufen Entwicklung und Vermarktung in China zunächst unverändert weiter. OnePlus hat in den vergangenen Jahren bei mehreren Modellen bereits auf besonders hohe Bildwiederholraten oder schlanke Bezels gesetzt. Dass der Hersteller dieses Profil trotz des Rückzugs aus wichtigen westlichen Märkten offenbar beibehält, deutet darauf hin, dass China erstmal als ausreichend tragfähig für weiterhin ambitionierte Hardware Projekte angesehen wird. So scheint in China erstmal alles beim Alten zu bleiben.
Neben dem Display kursieren bereits seit einiger Zeit weitere, separate Gerüchte zum OnePlus 16, unter anderem zu einem neuen Spitzenprozessor (voraussichtlich der Qualcomm Snapdragon 8 Elite Gen 6 Pro) sowie zu einer im Spielbetrieb noch einmal höheren Bildwiederholrate von bis zu 185Hz und besonders schmalen Bildschirmrändern. Auch diese Angaben sind bislang nicht offiziell bestätigt und sollten entsprechend als Gerücht behandelt werden.
Für Leser in Deutschland und Europa bleibt das OnePlus 16 nach aktuellem Stand ein chinesisches Gerät, das den Weg auf den hiesigen Markt allenfalls über den grauen Import findet. Fraglich ist allerdings weiterhin, ob OnePlus die dafür nötige Unterstützung von Mobilfunkfrequenzen weiterhin bieten wird. Sollte die Frequenzunterstützung bei künftigen Geräten zusammengestrichen werden, wird ein Import uninteressant. Wer ein Importmodell in Erwägung zieht, sollte die weitere Berichterstattung zum OnePlus 16 diesbezüglich genau im Auge behalten.
Quelle(n): Digital Chat Station (Weibo)
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