Spekulationen rund um Pläne für eine Verschmelzung der Betriebssysteme Chrome OS und Android von Google gibt es schon länger. Jetzt hat ein Google Mitarbeiter erstmals offiziell in einem Interview bestätigt, dass es tatsächlich Pläne gibt, Chrome OS und Android zu einer einheitlichen Plattform verschmelzen zu lassen. Diese Aussage stammt von Sameer Samat, dem Präsidenten des Android-Ökosystems bei Google, der die Pläne in einem Interview mit TechRadar preisgab.
Die Bestätigung erfolgte während eines Gesprächs, bei dem Samat den Interviewer nach seiner Nutzung von Apple-Produkten fragte. In diesem Kontext erklärte der Google-Manager: "Ich habe danach gefragt, weil wir Chrome OS und Android zu einer einzigen Plattform zusammenführen werden, und ich deshalb sehr daran interessiert bin, wie Menschen heutzutage ihre Laptops nutzen und was sie damit erledigen." Diese Aussage markiert einen wichtigen Meilenstein, da sich Google bislang nicht offiziell zu den bereits seit November 2024 kursierenden Gerüchten über eine mögliche Verschmelzung der beiden Betriebssysteme geäußert hatte.
Google plant offenbar nicht die Entwicklung einer völlig neuen Plattform, sondern die Weiterentwicklung von Android, sodass es die Funktionen von Chrome OS vollständig übernehmen kann. Diese Strategie macht aus mehreren Gründen Sinn: Beide Betriebssysteme basieren auf dem Linux-Kernel, haben aber unterschiedliche Architekturen entwickelt. Chrome OS wurde 2011 als webbasiertes System für Chromebooks konzipiert, während Android primär für Smartphones und Tablets entwickelt wurde. Die Verschmelzung soll eine nahtlose Benutzererfahrung über verschiedene Gerätetypen hinweg ermöglichen und Google dabei helfen, ein einheitliches Ökosystem zu schaffen, das mit Apples integrierter Gerätelandschaft konkurrieren kann.
Die Entwicklung in Richtung einer einheitlichen Plattform ist bereits in Android 16 erkennbar. Das neue System wird mit einer künftigen Aktualisierung einen vollwertigen Desktop-Modus mitbringen, welcher verbesserte Fensterverwaltung und optimierte Unterstützung für externe Bildschirme mitbringt. Diese Funktionen deuten darauf hin, dass Android schrittweise für den Einsatz auf größeren Bildschirmen und Desktop-Umgebungen vorbereitet wird. Gleichzeitig hat sich Chrome OS von seiner ursprünglich rein webbasierten Ausrichtung entfernt und unterstützt bereits seit einiger Zeit Android-Apps sowie Linux-Anwendungen innerhalb einer virtuellen Maschine. Diese Entwicklung zeigt, dass beide Systeme bereits eine ähnliche Funktionsbreite erreicht haben.
Die Fusion dürfte weitreichende Konsequenzen haben. Chromebook-Nutzer könnten eventuell von einem deutlich größeren App-Angebot profitieren, während Android-Geräte möglicherweise erweiterte Desktop-Funktionen erhalten. Besonders interessant ist die Frage, wie sich die Verschmelzung auf die Chromebook-Produktlinie auswirken wird. Diese Geräte sind vor allem im Bildungsbereich erfolgreich und könnten durch die tiefere Integration von Android-Apps an Attraktivität gewinnen.
Viele Details der geplanten Fusion bleiben aber noch unklar. Samat machte keine Angaben zum konkreten Zeitplan oder zur technischen Umsetzung. Auch die Auswirkungen auf die Update-Strategie für bestehende Chrome OS Geräte sind noch nicht bekannt. Google wird seine gesamte Entwicklungs- und Vertriebsstrategie anpassen müssen, um die beiden Plattformen erfolgreich zu vereinen. Dabei geht es nicht nur um technische Aspekte, sondern auch um die Positionierung der verschiedenen Gerätekategorien im Markt.
Quellen
TechRadar
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