Oukitel hat mit dem WP500 Ultra ein neues Outdoor-Smartphone vorgestellt, das ab dem 9. Juni 2026 im offiziellen Herstellershop* erhältlich sein soll. Das Gerät richtet sich an Nutzer im gewerblichen Außeneinsatz und kombiniert eine integrierte Wärmebildkamera mit einem physischen Schalter zum Deaktivieren von Kamera, Mikrofon und GPS.
Das auffälligste Merkmal des Oukitel WP500 Ultra ist die Wärmebildkamera auf der Geräterückseite. Sie arbeitet mit einer nativen Auflösung von 640x512 Pixeln, deckt einen Temperaturbereich von -20°C bis 550°C ab und soll laut Hersteller Temperaturunterschiede von weniger als 40 Millikelvin auflösen können. Die Messgenauigkeit wird mit ±2°C beziehungsweise ±2 Prozent angegeben. Per KI-Verarbeitung soll die Darstellung im RGB-Modus auf 1440x1080 Pixel hochskaliert werden. Typische Anwendungsfelder sind Inspektionsaufgaben wie das Aufspüren von Wärmebrücken, die Überprüfung elektrischer Anlagen oder das Erkennen überhitzter Bauteile. Ergänzt wird die Wärmebildkamera durch eine separate 8MP Nachtsichtkamera mit Infrarotbeleuchtung sowie eine 8MP Fusionskamera, die beide Bildsignale überlagert.
Ungewöhnliches Feature: "Privacy Kill Switch"
Ebenfalls ungewöhnlich ist der physische Privacy-Kill-Switch an der Geräteseite. Ein Tastendruck soll Kamera, Mikrofon und GPS-Modul auf Hardware-Ebene vom Rest des Systems trennen. Da dieser Vorgang unabhängig vom Betriebssystem funktioniert, ist er theoretisch auch dann wirksam, wenn die Software manipuliert sein sollte. Für Einsätze in sicherheitsrelevanten Umgebungen kann das durchaus ein sinnvolles Argument sein. Im Alltag dürfte der Nutzen für die meisten Anwender jedoch überschaubar bleiben.
Als Prozessor kommt der Mediatek Dimensity 8300 zum Einsatz, ein im 4nm-Prozess gefertigtes SoC, das seit Ende 2023 auf dem Markt ist. Der Achtkerner besteht aus einem Leistungscluster mit einem ARM Cortex-A715-Kern bei 3,35GHz und drei weiteren Cortex-A715-Kernen bei 3,2GHz sowie vier Cortex-A510-Effizienzkernen mit 2,2GHz. Die GPU ist eine ARM Mali-G615 MP6. Im Antutu-Benchmark kommt das WP500 Ultra auf einen Wert von rund 1,52 Millionen Punkten, was den Chip deutlich in der Mittelklasse verortet. Für die meisten Aufgaben im Außeneinsatz ist das mehr als ausreichend. Wer die aktuellste Prozessorgeneration erwartet, wird hier jedoch nicht fündig werden. Zur Seite stehen dem Chip 12GB LPDDR5-RAM, der sich per virtueller RAM-Funktion auf bis zu 36GB erweitern lässt, sowie 1TB interner UFS 4.0 Speicher. Eine MicroSD Karte mit bis zu 2TB wird ebenfalls unterstützt.
Das 6,78" große FHD+ IPS LCD Panel löst mit 1080x2460 Pixeln auf, arbeitet mit bis zu 120Hz und ist mit Corning Gorilla Glass 5 geschützt. Die Widevine L1 Zertifizierung ermöglicht das Streamen von HD-Inhalten bei Diensten wie Netflix. Die Hauptkamera setzt auf einen 108MP Samsung S5KHM6 Sensor mit f/1.68 Blende und PDAF-Autofokus. Videoaufnahmen sind bis zu 4K bei 30fps möglich. Vorne sitzt ein 32MP Sony IMX616 Sensor mit f/2.2 Blende.
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Robustheit, Akku und Preisgestaltung
Das Oukitel WP500 Ultra ist nach IP68 und IP69K zertifiziert und entspricht dem Militärstandard MIL-STD-810H. Es ist damit gegen Staub, Wassereintritt und mechanische Belastungen ausgelegt. Mit Abmessungen von 177,2 x 82,6 x 22,9mm und einem Gewicht von 414g fällt das Gerät erwartungsgemäß voluminös und schwer aus. Der 10.000mAh Akku unterstützt 45W Schnellladen, laut Hersteller sind 50 Prozent in rund 35 Minuten und eine vollständige Ladung in etwa 135 Minuten möglich. Reverse Charging ist ebenfalls an Bord.
Zur Konnektivität gehören 5G, WiFi 6 (802.11 a/b/g/n/ac/ax), Bluetooth 5.4 und NFC. Die Satellitennavigation unterstützt GPS, GLONASS, BDS und Galileo mit L1 und L5 Frequenzen. Das Betriebssystem ist Android 16 in einer Ausführung nahe an Stock Android mit geringfügigen Erweiterungen und Zusatzwerkzeugen als Apps.
Zum Launch ist das Oukitel WP500 Ultra zu einem Einführungspreis von 644,56 Euro erhältlich*. Der reguläre Listenpreis soll bei 945,37 Euro liegen. Das klingt nach recht viel, denn auch wenn die Ausstattung interessant ist und Alleinstellungsmerkmale aufweist, kann sie nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Prozessor schon deutlich veraltet ist und auch in Sachen Software Support bei einem kleinen Hersteller wie Oukitel nicht viel zu erwarten ist. Bleibt zu hoffen, dass sich die Straßenpreise noch deutlich unterhalb des aktuellen Niveaus einpendeln werden.