Von ChinaMobileMag auf Dienstag, 27. Oktober 2026
Kategorie: Neuheiten

Motorola Moto G47 Power vorgestellt: 7000mAh Akku, 108MP Kamera für 339€

Motorola hat heute das Moto G47 Power auch für Deutschland vorgestellt. Es ist kein Nachfolger des im April vorgestellten Moto G47, sondern eine zusätzliche Variante mit deutlich größerem Akku. Statt 5200mAh sitzt im G47 Power eine Zelle mit 7000mAh, der Nennwert liegt laut Datenblatt bei 6790mAh. Geladen wird mit 30W TurboPower statt 20W. Display, Hauptkamera und Chipsatz übernimmt das Power Modell unverändert vom Basismodell.

In Deutschland nennt Motorola 339 Euro als unverbindliche Preisempfehlung, und zwar für die einzige Ausführung mit 4GB RAM und 128GB Speicher. Die Speicher-Krise lässt mal wieder grüßen. Kaufen lässt sich das Gerät dort noch nicht: Im offiziellen Shop steht statt eines Bestellbuttons bislang nur die Option, sich benachrichtigen zu lassen. Die drei Farbvarianten sind auf der Produktseite bereits hinterlegt, bestellen lässt sich keine davon.

Zur Wahl stehen Pantone Nautical Blue, Pantone Capri und Pantone Impenetrable. Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang, im Karton liegen nur USB-C-Kabel, Anleitungen und SIM-Tool. Angesichts des Mondpreises für ein Smartphone mit 4GB RAM und altem Prozessor ist das ein bodenlose Frechheit.

Prozessor von 2024

Im Inneren arbeitet der Dimensity 6300, den Mediatek bereits im April 2024 vorgestellt hat. Der Chip entsteht bei TSMC im 6nm Verfahren und verteilt seine acht Kerne auf zwei Cluster: zwei Cortex-A76 mit bis zu 2,4GHz und sechs Cortex-A55 mit bis zu 2,0GHz. Für Grafik sorgt eine Mali-G57 MC2, der Speichercontroller unterstützt LPDDR4X bis 2133MHz und UFS 2.2. Im Datenblatt von Motorola steht "Mali-G57 M2C", ein Tippfehler.

In der Chipdatenbank von Notebookcheck erreicht der Dimensity 6300 unter Geekbench 6.7.1 im Schnitt 775 Punkte im Single-Core und 1810 Punkte im Multi-Core-Test. Antutu v10 liegt im Mittel bei 415.779 Punkten. Das Moto G47 mit demselben Chip kommt in derselben Datenbank auf 801 und 1306 Punkte, das Moto G67 auf 777 und 2006. Gegen den Snapdragon 4 Gen 2 liegt der Mediatek Chip bei Antutu rund 3 Prozent zurück, gegen den Dimensity 6400 sind es 8 Prozent, gegenüber dem Helio G99 liegt er mit 3 Prozent vorn.

Die Werte ordnen den Chip im unteren Mittelfeld ein. Für Browser, Messenger und soziale Netze reicht das, aufwendige Spiele laufen auf diesem Niveau nicht flüssig. Auffällig ist der zeitliche Abstand: Motorola verbaut in einem 339 Euro teuren Gerät einen Prozessor, der über zwei Jahre alt ist.

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Display und Gehäuse

Der Bildschirm misst 6,67 Zoll, arbeitet mit LCD Technik (auch das ist für den Preis schwer zu verdauen) und löst mit 1604 x 720 Pixel auf. Die Bildwiederholrate liegt bei 120Hz, die Touch-Abtastrate ebenfalls, im ausgewogenen Modus regelt das Panel zwischen 60 und 120Hz. Im Modus für starke Helligkeit erreicht es bis zu 1050 Nits, die Farbtiefe beträgt nur 8-Bit. Motorola nennt zusätzlich die Water-Touch-Technologie für die Displaybedienung bei Nässe und einen Display Farb-Booster. Geschützt wird die Front von Corning Gorilla Glass 7i, das Display nimmt 89,60 Prozent der Frontfläche ein.

Das Gehäuse misst 166,23 x 76,50 x 8,89mm und wiegt 215g. Die Rückseite besteht aus PMMA, der Rahmen aus Kunststoff. Gegen Wasser ist das Gerät nur nach IP64 geschützt, also gegen Spritzwasser und nicht gegen Untertauchen. Für Stabilität nennt Motorola die Militärnorm MIL-STD-810H und eine Prüfung durch SGS. Im Falltest hielt das Gerät 180 Stürze ohne Defekt durch, was im EU-Label die Fallklasse B ergibt. Die Reparierbarkeit bewertet die EU-Datenbank mit Klasse B und einem Index von 3,38. Motorola gibt 36 Monate freiwillige Herstellergarantie.

Akku und Laden

Der Akku ist das eigentliche Argument des Geräts - zumindest wenn man nach dem Namen geht. Praktisch ist das aber eher weniger der Fall. 7.000mAh sind längst keine Seltenheit mehr und der Trend geht langsam eher darüber hinaus. Da das Moto G47 Power nichtmal besonders dünn gebaut ist, hat man es hier also eher mit Durchschnittskost zu tun.

Motorola nennt eine Laufzeit von bis zu 78 Stunden und 19 Minuten nach dem EU-Messverfahren. Geladen wird kabelgebunden mit 30W TurboPower. Über Reverse Charging gibt das Smartphone bis zu 6W an andere Geräte ab. Nach 1200 Ladezyklen soll die Kapazität noch bei mindestens 80 Prozent liegen, im EU-Energielabel erreicht das Gerät Klasse A. Der Akku ist fest verbaut und nicht vom Nutzer tauschbar.

Kameras

Auf der Rückseite sitzt eine 108MP Hauptkamera mit Blende f/1.7 und einer Pixelgröße von 0,64μm. Die 9-in-1-Pixel-Binning-Technik fasst neun Pixel zu einem zusammen und kommt auf 1,92μm, ausgegeben werden Fotos mit 12MP. Dazu kommen PDAF und ein dreifacher verlustfreier Zoom, digital reicht es bis 10x. Motorola nennt die Kamera die höchstauflösende ihrer Klasse und bezieht sich dabei auf eine eigene Untersuchung zu Smartphones unter 260 Euro in der EMEA Region. Da das Smartphone praktisch teurer ist, erscheint das absurd.

Als zweite Kamera fungiert ein 2MP "Makro Vision" Objektiv mit Blende f/2.4 und Fixfokus, die dritte Position im Kameramodul ist kein Objektiv, sondern ein 2-in-1-Lichtsensor aus Umgebungslichtsensor und Flimmerdetektor. Die Frontkamera löst mit 8MP bei Blende f/2.0 auf und hat ebenfalls Fixfokus. Reichlich wenig für ein Gerät in dieser Preisklasse.

Beim Video bleibt es bei 2K mit 30fps und FHD mit 30 oder 60fps, die Makrokamera nimmt HD mit 30fps auf, Zeitlupe ist in HD mit 120fps möglich. Eine optische Stabilisierung nennt Motorola nicht, angegeben ist ausschließlich elektronische Bildstabilisierung. Angaben zur Größe oder zum Hersteller des 108MP Sensors macht der Hersteller nicht.

Speicher, Software und Ausstattung

Der Arbeitsspeicher ist mit 4GB LPDDR4X sehr knapp bemessen, über RAM Boost lässt er sich auf bis zu 12GB erweitern. Beim Speicher gibt es nur eine Option: 128GB nach UFS 2.2, erweiterbar per MicroSD Karte um bis zu 1TB. Als System läuft Android 16 mit Googles Gemini als Sprachassistent, dazu Circle to Search, die Oberfläche My UX und die Sicherheitspakete ThinkShield for Mobile und Moto Secure.

Bei den Updates nennt Motorola fünf Jahre für Sicherheits-, Fehlerbehebungs- und Funktionsupdates. Die Frist beginnt laut dem EU-Produktdatenblatt in dem Moment, in dem Motorola keine neuen Geräte dieses Modells mehr in den EU-Handel liefert, nicht mit dem Marktstart. Wie viele Android-Versionsupgrades in diesen fünf Jahren enthalten sind, geht aus den Angaben nicht hervor.

Zur Ausstattung gehören Stereolautsprecher mit Dolby Atmos und Hi-Res-Audio, letzteres nur über Kabel, eine 3,5mm Kopfhörerbuchse und zwei Mikrofone. Bei der Konnektivität bietet das Gerät 5G Sub-6GHz mit 15 NR Bändern, Wi-Fi 5 im 2,4 und 5GHz Netz, Bluetooth 5.4 und NFC. Dual-SIM läuft mit zwei Nano-SIM Karten, ein FM-Radio ist ebenfalls vorhanden. Entsperrt wird über einen seitlichen Fingerabdrucksensor oder per Gesichtserkennung.

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Preise und Marktstart

In Deutschland liegt die unverbindliche Preisempfehlung bei 339 Euro für 4GB RAM und 128GB Speicher, andere Konfigurationen gibt es nicht. In Tschechien listet ein Händler dieselbe Ausführung für 6490 Kronen, umgerechnet etwa 265 Euro, was 74 Euro unter dem deutschen Preis liegt. In Großbritannien stehen 299,99 Pfund (358€) auf der Seite des Herstellers.

Preislich ist das alles andere als attraktiv. Das reguläre Moto G47 mit 5200mAh Akku liegt derzeit bei etwa 189 Euro*, für das Power Modell verlangt Motorola also rund 150 Euro mehr. Für 1800mAh zusätzliche Kapazität und 30 statt 20W Ladeleistung ist das ein stolzer Aufpreis. Legt man noch ein paar Euro drauf, bekommt man bei der Konkurrenz z.B. mit dem Xiaomi Poco X8 Pro erheblich mehr fürs Geld*.

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