Chuwi ist bislang vor allem für Mini PCs und preisgünstige Ultrabooks bekannt. In den letzten Jahren gab es aber auch vorsichtige Schritte n den Bereich der Gaming Notebooks. Mit dem GTBook X wagt sich der Hersteller nun an ein weiteres Modell, welches sich eher an Budget Gamer richtet. Für den Antrieb sorgt ein Intel Core 7 230H, der erst im Juni 2026 vorgestellt wurde und damit vergleichsweise aktuell ist. Als Grafikeinheit kommt dagegen eine NVIDIA GeForce RTX 3050 Laptop GPU zum Einsatz, die bereits seit 2021 auf dem Markt ist. Ergänzt wird die Ausstattung durch ein 15,6 Zoll IPS Display mit 144Hz, erweiterbaren Arbeitsspeicher sowie zwei M.2 Steckplätze für zusätzlichen SSD Speicher. Chuwi listet das GTBook X regulär für 1.299€, aktuell ist es im hauseigenen EU Shop im Rahmen einer Aktion für 999€ erhältlich.
Prozessor mit bekanntem Unterbau
Der verbaute Intel Core 7 230H gehört zur Raptor Lake-H Reihe und wurde am 12. Juni 2026 als Refresh vorgestellt. Es handelt sich im Kern um den bereits aus früheren Generationen bekannte Alder Lake-P Chip mit etwas höheren Taktraten. Im kern entspricht der Core 7 230H dem älteren Core i7-13620H. Die integrierte Xe Grafikeinheit ist beim Core 7 230H allerdings deaktiviert, was dem Prozessor offenbar die etwas höheren Taktraten ermöglicht.
Der Chip bietet sechs Performancekerne auf Basis der Golden Cove Architektur sowie vier Effizienzkerne auf Gracemont Basis, in Summe also 10 Kerne und dank Hyper Threading auf den Performancekernen 16 Threads. Laut Datenblatt takten die Performancekerne zwischen 2,5 und 5,2GHz, die Effizienzkerne zwischen 1,8 und 4GHz. Hinzu kommen 24MB Intel Smart Cache sowie 9,5MB L2 Cache. Die TDP liegt bei 45W, im Boost Modus (PL2) sollen laut diesen Angaben bis zu 115W möglich sein, gefertigt wird der Chip im Intel 7 Verfahren (10nm SuperFin).
Die deaktivierte IGPU dürfte sich problematisch auf die Akkulaufzeit auswirken, da die dedizierte NVIDIA GPU nicht deaktiviert werden kann, wenn gerade nur wenig leistungshungrige Aufgaben laufen. Für Anwender, welche auch in einem Gaming Notebook Wert auf eine lange Akkulaufzeit im Office Betrieb legen, ist das Chuwi GTBook X damit nicht optimal.
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Grafikkarte und Kühlung: NVIDIA Ampere statt aktueller Architektur
Für die Grafikausgabe setzt Chuwi komplett auf eine NVIDIA GeForce RTX 3050 Laptop GPU auf Basis des GA107 Chips. Diese GPU wurde bereits im Mai 2021 eingeführt und basiert auf der Ampere Architektur, während aktuelle Einsteiger Grafikkarten in Notebooks inzwischen auf neueren Architekturen laufen. Praktisch bedeutet das unter anderem, dass die RTX 3050 keine Optical Flow Accelerator Hardware besitzt und damit weder DLSS 3 Frame Generation noch Multi Frame Generation unterstützt. Klassisches DLSS zur Auflösungsskalierung steht dagegen zur Verfügung.
Technisch bietet die GPU 2048 CUDA Kerne, 16 Raytracing Kerne der zweiten Generation sowie 64 Tensor Kerne der dritten Generation, dazu 4GB GDDR6 Speicher an einem 128 Bit breiten Speicherbus. Chuwi konfiguriert die GPU mit einer TGP von 80W, per Dynamic Boost sind kurzzeitig bis zu 95W möglich. Damit sollte die Rohleistung in etwa auf dem Niveau einer älteren GeForce GTX 1660 Ti Max-Q liegen, wobei solche Vergleiche stark von der jeweiligen TGP Konfiguration abhängen. Für Full HD Gaming mit mittleren bis hohen Details sollte die Leistung ausreichen, für aufwendige Raytracing Effekte dürfte die Leistung aber eher knapp bemessen sein.
Beim Zusammenspiel von CPU und GPU nennt Chuwi eine dynamische Gesamtsystemleistung von bis zu 140W. Der Prozessor kann bei Einzelbelastung laut Hersteller bis zu 90W ziehen, in Kombination teilen sich beide Komponenten allerdings ein gemeinsames Leistungsbudget von maximal 140W, statt gleichzeitig ihre jeweiligen Einzelmaxima zu erreichen. Für die Kühlung verbaut Chuwi fünf Heatpipes, zwei Lüfter sowie dicht gepackte Kupferlamellen. Über eine eigene Taste lässt sich zwischen drei Energieprofilen wechseln, einem Büromodus, einem ausgeglichenen Modus sowie einem Turbo Modus, der die Lüfter auf Maximaldrehzahl bringt.
Display, Speicher und Anschlüsse
Das 15,6 Zoll große IPS Display löst mit Full HD (1920x1080 Pixel) auf und arbeitet im 16:9 Format mit einer Bildwiederholfrequenz von 144Hz, das Verhältnis von Bildschirm zu Gehäuse gibt Chuwi mit rund 85% an. Beim Arbeitsspeicher nennt das offizielle Chuwi Datenblatt 16GB DDR4 mit 3200MHz im Dual Channel Betrieb, während einige andere Berichte von DDR5 Speicher ausgehen. Dieser Artikel folgt der Angabe aus dem offiziellen Datenblatt. Über zwei SO-DIMM Steckplätze lässt sich der Speicher auf bis zu 64GB (2x32GB) erweitern. Ab Werk verbaut ist zudem eine 512GB PCIe SSD, zwei M.2 2280 Steckplätze mit PCIe 4.0 Anbindung erlauben eine Erweiterung auf bis zu 2TB. Ob die ab Werk verbaute SSD PCIe 4.0 oder nur PCIe 3.0 nutzt, geht aus dem Chuwi Datenblatt nicht hervor.
Bei den Anschlüssen bietet das Chuwi GTBook X einen USB 3.2 Gen2 Anschluss vom Typ C, zwei USB 3.2 Gen 1 Anschlüsse vom Typ A sowie einen weiteren USB 2.0 Typ A Anschluss. Hinzu kommen Gigabit Ethernet, ein Mini DisplayPort 1.4 sowie ein HDMI 2.1 Anschluss, beide mit Unterstützung für 4K bei 120Hz, ein SD Kartenleser für SD, SDHC und SDXC Karten, je eine 3,5mm Buchse für Kopfhörer und Mikrofon sowie ein Kensington Lock Slot. Für Videocalls steht eine 720p Webcam bereit, drahtlos funkt das Notebook über WiFi 6 und Bluetooth 5.2.
Die Tastatur ist RGB hintergrundbeleuchtet, dazu kommt ein großes Touchpad mit Multitouch Gesten Unterstützung. Als Betriebssystem ist Windows 11 Pro vorinstalliert. Der verbaute Akku fasst 46,74Wh (11,4V/4100mAh), was für ein Gaming Notebook mit derart hohen Power Limits doch reichlich wenig ist. Geladen wird über ein 180W Netzteil (20V/9A), wobei unklar bleibt, ob auch über USB-C geladen werden kann. Mit Abmessungen von 360,2x243,5x23mm und einem Gewicht von etwa 2,0kg bleibt das Notebook vergleichsweise kompakt für ein Gaming Gerät dieser Leistungsklasse.
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Chuwi GTBook X: Preis und Einordnung
Chuwi bietet das GTBook X regulär für 1.299€ an, aktuell ist es im hauseigenen EU Shop für 999€ gelistet. Damit positioniert sich das Notebook im Einsteiger bis Mittelklasse Segment für Gaming Notebooks. Die Kombination aus einem vergleichsweise neuen Prozessor und einer bereits mehrere Jahre alten Grafikkarte ist für dieses Preissegment nicht unüblich, dürfte aber im Vergleich zu neueren Grafikarchitekturen mit Frame Generation Unterstützung ein Kompromiss bleiben, den Interessenten bei der Kaufentscheidung berücksichtigen sollten. Erweiterbarer Arbeitsspeicher und zwei freie M.2 Steckplätze sprechen dagegen für eine gewisse Zukunftsfähigkeit der Plattform.
Wirklich günstig ist das Chuwi GTBook X angesichts der sehr alten Grafiklösung und des kleinen Akkus nicht. Angesichts der anhaltend hohen Speicherpreise dürften niedrigere Preise bis auf weiteres aber unrealistisch sein. Unter Berücksichtigung der Marktlage ist der Preis also nicht ganz verkehrt. Mit einem Prozessor mit aktiver IGPU und / oder einem größeren Akku hätte Chuwi das Gesamtpaket jedoch deutlich attraktiver gestalten können, selbst wenn dafür eventuell nochmal ein etwas höherer Preis angesetzt hätte werden müssen.