Blackview ist vor allem für Outdoor-Smartphones bekannt, baut sein Portfolio aber zunehmend aus. Auch Mini PCs hat der Hersteller seit geraumer Zeit im Sortiment. Mit dem Blackview NEX60 präsentiert das Unternehmen nun einen kompakten Desktop-PC, der sich zwischen klassischem Mini-PC und vollwertigem Tower positioniert. Ab dem 30. März soll das Gerät ausgeliefert werden, Vorbestellungen sind bereits zu einem Preis von rund 705 Euro möglich*.
Format und Ausstattung
Mit Abmessungen von 298x225x95mm und einem Volumen von 6,37 Litern ist der NEX60 zwar deutlich kompakter als ein herkömmlicher Desktop-Tower, fällt aber größer aus als die meisten Mini-PCs auf dem Markt. Blackview selbst bezeichnet ihn als "Mini Tower", was die Einordnung gut trifft. Das Gehäuse besteht aus SGCC-Metallseitenpaneelen und ist ausschließlich in Schwarz erhältlich. Auf der Waage bringt der Rechner knapp 2,65kg auf die Waage, was für ein Metallgehäuse dieser Größe ein solider Wert ist.
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Im Inneren arbeitet der Intel Core Ultra 5 210H, ein Mobilprozessor der 13. Generation mit 8 Kernen, 12 Threads und einer maximalen Turbofrequenz von 4,8GHz bei einer TDP von 45W. Grafisch ist der Rechner auf die integrierte Intel UHD Grafik angewiesen, eine dedizierte GPU ist offenbar nicht vorgesehen. Das schränkt die Einsatzmöglichkeiten für anspruchsvolle Spiele oder GPU-intensive Aufgaben entsprechend ein.
Der Arbeitsspeicher beläuft sich ab Werk auf 16GB DDR4 im Dual Channel Betrieb mit bis zu 3200MT/s. Positiv: Die SODIMMs sind nicht verlötet, lassen sich also tauschen oder auf bis zu 64GB erweitern. Eine Barebone-Option ohne RAM und SSD bietet Blackview nicht an. Als Systemlaufwerk ist eine 512GB M.2 SSD mit PCIe 4.0 x4 Anbindung verbaut, was theoretisch Lesegeschwindigkeiten von bis zu 8GB/s ermöglicht. Zusätzlich ist ein 2,5-Zoll-Schacht für eine weitere SSD vorhanden, der Laufwerke bis zu 4TB aufnehmen kann. Das M.2 Laufwerk lässt sich ebenfalls auf bis zu 4TB erweitern, wobei neben NVMe auch SATA 3.0 unterstützt wird.
Etwas eigenartig ist, dass Blackview nirgendwo die Erweiterbarkeit mittels PCIe Karten erwähnt. Dabei sind auf der Rückseite des Gehäuses zwei Slot Blenden zu erkennen. Sollte der Blackview NEX60 keine PCIe Karten unterstützen, stellt sich die Frage nach dem Sinn des Tower Designs, denn prinzipiell hätte man die Hardware dann auch in einem normalen Mini PC Gehäuse unterbringen können. Hierzu wird es hoffentlich in absehbarer Zeit noch konkrete Details vom Hersteller geben.
Blackview setzt auf einen Aluminiumkühlkörper mit einer Wärmeableitungsfläche von rund 97.000mm² in Kombination mit einem Lüfter, der bis zu 3500 U/min dreht. Im Normalbetrieb soll der Geräuschpegel unter 30dB bleiben, die Gehäusetemperatur unter 35°C. Ob diese Werte unter Last gehalten werden, lässt sich ohne Test nicht abschließend beurteilen.
Anschlüsse und Konnektivität
Die Anschlussausstattung ist ordentlich, wenn auch nicht üppig. Insgesamt stehen 15 Ports zur Verfügung: An der Front befinden sich vier USB-A 2.0 Ports, ein USB-C sowie ein 3,5mm Klinkenanschluss. Die Rückseite bietet zwei weitere USB-A 2.0 Ports, zwei USB-A 3.0 mit 10Gbps, einen zweiten Klinkenanschluss, je einen HDMI 2.0 und DisplayPort 1.4 Ausgang sowie Gigabit-LAN. Beide Videoausgänge unterstützen 4K bei 60Hz, womit zwei 4K Monitore gleichzeitig betrieben werden können. Drahtlos sind Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.2 an Bord.
Anzumerken ist, dass auf den Produktabbildungen auch klar ein VGA-Anschluss auf der Rückseite des Blackview NEX60 zu erkennen ist. Im offiziellen Datenblatt taucht dieser allerdings nicht auf. Interessenten sollten hier auf das finale Gerät achten und ggf. erstmal Testberichte abwarten, da hier aktuell an einigen Stellen nicht ganz klar ist, was man tatsächlich bekommt und was nicht (VGA, PCIe Karten Slots).
Windows 11 Pro ist laut Hersteller übrigens vorinstalliert, der Rechner ist also direkt nach dem Auspacken einsatzbereit. Blackview gewährt drei Jahre Garantie, was für dieses Preissegment ein ordentliches Versprechen ist. Das Netzteil ist fest verbaut, ein externer Block entfällt somit. Wieviel Watt Leistung das interne Netzteil hat, hat Blackview leider vergessen zu erwähnen.
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