Yaufey 1200 Lumen Mini LED Projektor Test

Aus China kommen nicht nur günstige Smartphones, sondern auch bezahlbare Projektoren, welche den Filmgenuss auch zu Hause auf die große Leinwand bringen. Mittlerweile werden diese China Projektoren auch auf Amazon angeboten. Mit dem Yaufey 1200 Lumen Mini LED Projektor haben wir solch ein Gerät vom Hersteller zum Testen bekommen. In diesem Testbericht wollen wir euch erzählen, was wir von diesem kompakten Beamer halten. Bei Amazon kostet der Beamer derzeit 85,95€ inkl. Versandkosten. Abgewickelt wird direkt von Amazon.

Der Projektor wurde vom Hersteller für den Test zur Verfügung gestellt, wofür wir uns recht herzlich bedanken möchten.

Yaufey Mini LED Projektor: Technische Daten

Bildtechnik: ​TFT LCD (16,7k Farben)
Lampe: ​LED
​Helligkeit:​1200 Lumen
Lebensdauer:​30.000 Stunden
Auflösung:​800 x 480 Pixel
Optik:​Manueller Fokus, Bild um +-15° neigbar, 1,5 - 4m Abstand, 50 - 130"  Projektionsfläche, Seitenverhältnis 16:10
Eingang:​HDMI, VGA, AV, USB, SD Karte (max. Full HD)
​Ausgang:​USB 5V (z.B. für HDMI Dongles oder Festplatten), 3,5mm Ausgang
Lautsprecher:​Mono
​Stromversorgung:​240V (Kaltgerätekabel), Verbrauch max. 50W
​Größe / Gewicht:​20 x 14,5 x 5,7cm / 930g

Lieferumfang

Der Yaufey 1200 Lumen Mini LED Projektor kommt in einem halbwegs professionell wirkenden Karton daher, in welchem eine ganze Menge Zubehör steckt. Zum Projektor gehört eine Bedienungsanleitung, ein Netzkabel mit deutschem Stecker, ein Netzkabel mit US Stecker, ein HDMI Kabel, ein AV Kabel, ein kleines Stativ und eine Fernbedienung.

Design

Der Yaufey 1200 Lumen Mini LED Projektor kann keineswegs als Schönheit bezeichnet werden. Das Gehäuse macht vielmehr einen zweckmäßigen Eindruck. Das Gerät besteht aus Kunststoff, wobei man die Wahl zwischen Schwarz und Weiß hat. Die Front-Blende ziert eine Linie, welche sich aus mehreren einzelnen Linien in verschiedenen Farben zusammensetzt, sowie ein Yaufey Logo. Der Fokus wird direkt am Objektiv eingestellt, wobei der größere Ring den Fokus verändert und der hintere, kleinere Ring die Neigung des Bildes steuert.

Von vorne betrachtet befinden sich rechts die meisten Eingänge des Projektors. Unter den Eingängen befindet sich der Auslass des Lüfters. Kalte Luft wird sowohl unten als auch hinten am Projektor angesogen. Der Netzeingang befindet sich auf der Rückseite des Projektors, genauso wie der IR Empfänger für die Fernsteuerung. Hier finden wir auch den VGA Eingang und den Lautsprecher der Projektors.

Auf der Oberseite des Projektors befindet sich der Einschalter sowie einige Funktionstasten, welche eine Bedienung ohne die Fernsteuerung zulassen. Eine Status LED zeigt im Standby an, dass der Projektor Strom hat und betriebsbereit ist. Auf der Unterseite befinden sich Standfüße aus Gummi, welche für einen rutschfesten Stand sorgen. Eine kleine Schraube kann herausgedreht werden, um den Projektor nach oben zu neigen. Außerdem gibt es hier ein 1/4" Gewinde, mit dem man den Projektor z.B. auf ein Kamerastativ montieren kann.

Inbetriebnahme

Eine Inbetriebnahme ohne ein ordentliches Stativ oder Deckenhalterung dürfte mit dem Yaufey 1200 Lumen Mini LED Projektor nur in den wenigsten Fällen möglich sein. Die integrierte Schraube zum einstellen der Neigung oder das mitgelieferte Stativ sind einfach zu wacklig um einen ordentlichen Betrieb zu gewährleisten. Für den Test haben wir deshalb einfach ein Kamera Stativ missbraucht. Das bedeutet leider auch, dass Yaufey sich das Mitliefern des Mini-Stativs hätte sparen können. Für den Alltagsgebrauch ist das Teil einfach unzureichend, da der Projektor ständig nach hinten oder vorne kippt.

Hat man die Hürde des Aufstellens einmal hinter sich gebracht, muss man den Beamer nur noch ans Stromnetz anschließen und kann ihn anschließend durch einen einsekündigen Druck auf den Einschalter starten. Der Beamer startet recht schnell und ist nach 5 Sekunden betriebsbereit. Den Eingang wählt man entweder mit den Tasten auf dem Projektor, oder mit der Fernsteuerung.

Und mit der Fernsteuerung kommen wir gleich zum nächsten Kritikpunkt. Diese ist zwar sehr gut verarbeitet und macht somit einen guten Eindruck, funktioniert allerdings nicht wirklich gut. Um den Projektor damit zu steuern, muss man sie in einem Umkreis von 20cm um den Projektor halten. Anderenfalls erfolgt einfach keine Reaktion. Wir dachten zuerst, dass die zwei AAA-Batterien leer sind, was jedoch nicht der Fall war. Somit steht fest, dass man sich auch die Fernsteuerung hätte sparen können. Lösen kann man das Problem übrigens mit einer Universal Fernbedienung. Das Problem liegt also nicht am Empfänger des Projektors, sondern am zu schwachen IR-Blaster der mitgelieferten Fernsteuerung.

Der aktive Eingang wird vom Projektor automatisch erkannt. Will man Dateien von der SD Karte starten, muss man das integrierte Media Center System manuell aufrufen. Dieses funktioniert überraschend gut und unterstützt vor allem bei Videodateien eine enorme Anzahl von Formaten. Sogar .mov Dateien werden - entgegen unseres Hisense Smart TV - vom Yaufey Mini Projektor problemlos abgespielt. Die maximale Auflösung beträgt dabei 1080p.

Bildqualität

Wer dem Marketing-Geschwurbel glaubt und tatsächlich meint, der Yaufey Projektor könnte für lächerliche 83€ 1.200 Lumen Helligkeit mit einer LED Lampe bieten, der wird enttäuscht sein. Tatsächlich verliert der Projektor, wenn man ihn mit dem winzig kleinen Doogee P1 Pico DLP vergleicht. Dieser bietet eine Helligkeit von etwa 70 Lumen und überstrahlt das Bild des Yaufey Projektors auf einer Bilddiagonale von etwa 100" mühelos. Grob geschätzt dürfte die tatsächliche Helligkeit bei 50 - 60 Lumen liegen.

Erwartet man von vorne herein nicht viel, dann ist die Helligkeit des Bildes ok. Es ist aber zwingend erforderlich den Raum bei Tag abzudunkeln - und zwar komplett. Zum Spielen eignet sich der Projektor zumindest bei große Bilddiagonale nicht, da der Kontrast sonst zu schwach ist und man bei schnellem Spielgeschehen Probleme mit der Orientierung bekommt.

Da es sich um einen LCD Projektor handelt, wirkt das Bild recht grobkörnig. Pixel sind sehr deutlich zu erkennen, auch bei größerem Abstand zur Projektionsfläche. Mit einer DLP Einheit hätte man hier ein feineres Bild erzielen können. Die native Auflösung des LCD Panels beträgt 800 x 480 Pixel. Zur Präsentation von Power Point oder Excel Dateien eignet sich der Projektor also nicht. Zum ansehen von Filmen tut er es aber.

Hohe Ansprüche an die Bildqualität darf man dabei aber nicht haben. Die Farben wirken recht ausgewaschen und die Schwarzwerte sind sehr schlecht, woran auch der Kontrast leidet. In den Einstellungen kann man dem etwas entgegenwirken, ein perfektes Bild bekommt man aber nicht hin.

Was uns am meisten stört, ist der Dreck in der Optik. Ab Werk befindet sich eine beängstigende Menge Staub im Inneren auf der Linse. Auf den Spiegeln im Inneren scheinen sich auch Fremdkörper zu befinden. Diese zeigen sich stellenweise auch direkt im Bild als dunkle Schatten. Weiterhin schafft man es nicht, das komplette Bild scharf zu stellen. Egal wie man am Fokus spielt, und den Neigungswinkel verändert - irgend eine Ecke bleibt immer leicht unscharf. Bei Filmen fällt dies zum Glück nur selten auf.

Lautstärke

Im Yaufey Mini Projektor steckt ein großer Lüfter, welcher die Luft einmal durchs Gehäuse und anschließend an einer Doppel-Heatpipe Vorbei wieder nach Außen pustet. Die Ausgangsluft ist richtig heiß - an den aufgedruckten 50W Verbrauch scheint also tatsächlich was dran zu sein. Man fragt sich allerdings, wo die Abwärme herkommt. Der Doogee P1 erzeugt bei etwas höherer Helligkeit deutlich weniger Abwärme und kann sogar ohne Lüfter betrieben werden ohne durchzubrennen.

Und ja, der Lüfter im Yaufey Mini Projektor nervt enorm. Das Teil ist so dermaßen laut, dass der interne Lautsprecher kaum dagegen ankommt. Selbst externe Lautsprecher muss man massiv aufdrehen, bis man das Lüftergeräusch nicht mehr wahr nimmt. Das ist natürlich alles rein subjektive Wahrnehmung, aber auch Leute die so gar nicht lärmempfindlich sind, fühlen sich von dem Geräusch auf Dauer gestört. Man gewöhnt sich daran auch nicht.

Klang

Der interne Lautsprecher im Yaufey Mini Projektor ist eine Zumutung und gehört mit zu den schlechtesten Speakern die unsere Ohren bisher ertragen mussten. Dem Lautsprecher fehlt es komplett an Bass. Ab ca. 40% der Lautstärke entsteht ein äußerst unangenehmes Klirren. Mehr als 60% der Lautstärke sind dann dermaßen unangenehm, dass es in den Ohren schmerzt. Wofür der Projektor einen Equalizer und virtuellen Surround Sound bietet, erschließt sich uns nicht. Der Kopfhörer Ausgang klingt nämlich auch nicht sonderlich berauschend.

Yaufey Mini Projektor: Fazit

Für 83€ will der Yaufey Mini Projektor ganz viel bieten. Der Hersteller nennt sein Produkt sogar den "kosteneffizientesten LED Beamer der Welt". Tatsächlich handelt es sich um einen Billig Beamer mit gan vielen Schwächen. Wer nicht mehr Geld ausgeben kann oder will, der bekommt hier zwar viel geboten, jedoch bei weitem kein perfektes Produkt. Für Film Sessions ohne große Ansprüche ist der Beamer  wohl zu gebrauchen, wirklicher Genuss kommt dabei aber nicht auf. Legt man noch 30 bis 40€ mehr drauf, bekommt man bei Amazon deutlich bessere China Beamer, welche auch heller sind. Wer sich die Aufstockung des Budgets leisten kann, der sollte das also unbedingt tun.

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