Xiaomi Redmi 5 Test

Xiaomi Redmi 5

​Mit dem Xiaomi Redmi 5 hat Xiaomi sein Einsteiger Smartphone auf den neuesten Stand gebracht. Das Gerät bietet nun ein größeres Display als zuvor, dafür aber auch ein besseres Verhältnis von Gehäuse zu Display. Zudem gibt es einen neuen Einsteiger Chip von Qualcomm. Was das Gesamtpaket taugt, haben wir in einem einwöchigen Alltagstest für euch überprüft.

Xiaomi Redmi 5
Verpackung & Lieferumfang

​Xiaomi hat sich beim Redmi 5 für eine Verpackung ganz in Rot entschieden, was wir sehr schick finden. Am spärlichen Lieferumfang von Xiaomi Smartphones hat sich jedoch nichts geändert. Neben einer kurzen Einleitung liegen dem Smartphone ein Netzteil und ein Micro USB Daten und Ladekabel bei. Um das Netzteil nutzen zu können, benötigt ihr noch einen Adapter. Immerhin gibt es aber noch ein extra Goodie: Eine transparente und flexible Schutzhülle für die Rückseite des Smartphones.

Xiaomi Redmi 5
Design & Verarbeitung

​Im Redmi 4 Line-Up hat Xiaomi bei fast allen Geräten auf Gehäuse aus Metall gesetzt. Eine Ausnahme bildete lediglich das günstigste Modell. Insofern ist das Redmi 5 Line-Up auf den ersten Blick ein Schritt nach Vorne, da hier im Redmi 5, welches das günstigste Modell darstellt, ebenfalls Metall zum Einsatz kommt. Dennoch erweist sich das im Nachhinein als ein Nachteil, und das hat gleich zwei Gründe.

Der "Grundaufbau" besteht auch beim Xiaomi Redmi 5 aus Kunststoff. Als Grundaufbau versteht sich hier der Rahmen, sowie der obere und untere Teil der Rückseite und vermutlich auch das Chassis. Dieser Teil besteht aus einem Stück Kunststoff. Darauf aufgesetzt wurde eine dünne Platte aus Metall, welche dann den Großteil der Rückseite abdeckt und sich auch ein Stück weit in den Rahmen erstreckt.

Hier hat Xiaomi allerdings nicht sehr genau gearbeitet. Bei unserem Redmi 5 ist die Metallplatte im oberen Bereich offensichtlich nicht richtig befestigt. Das äußert sich in einem deutlichen Klappern wenn man mit dem Finger darauf klopft. Klar, das ist nun nichts, was man im Alltag macht, doch das Klappern meldet sich auch, wenn man das Smartphone auf einen Tisch ablegt. Und das wirkt einfach extrem billig.

Ein weiteres Problem, welches sich durch diese Bauweise in Kombination mit der geringen Dicke von nur 7,5mm ergibt, ist ein Mangel an Stabilität. Das Xiaomi Redmi 5 lässt sich extrem leicht durchbiegen. Somit ist das Smartphone ziemlich anfällig für jegliche Art von Krafteinwirkung. Wer auf sein Smartphone acht gibt, wird damit natürlich keine Probleme haben. Einen faden Beigeschmack hinterlässt das aber trotzdem. Wir alle wissen ja, dass Xiaomi es eigentlich besser kann.

Was die Größe betrifft, ist das Xiaomi Redmi 5 trotz Full View Display nichts für Leute, welche 5" Smartphones bevorzugen. Xiaomi darf also damit rechnen, einige Redmi-Kunden zu verlieren. Die Displaygröße von 5,7" macht sich vor allem in der Höhe des Smartphones bemerkbar. Vergleichen wir das einmal mit dem Vorgänger, dem Redmi 4A. Dieses kam auf eine Höhe von 139,8mm. Beim Redmi 5 messen wir nun 151,5mm. Etwas weniger also, als bei einem durchschnittlichen 5,5" Smartphone. In der Breite ist der Unterschied weniger krass. Hier hatten wir beim Redmi 4A 70,2mm gemessen, beim Redmi 5 sind es 72,8mm. Lediglich in der Gehäusedicke bringt das Redmi 5 mit 7,5mm vs. 8,5mm einen ganzen Millimeter weniger mit. Das Gewicht ist mit 158g um 28g angestiegen, was aber für die Größe immer noch sehr leicht ist.

Gestört hat uns das extrem weit aus dem Gehäuse herausstehende Kameramodul. Zwar ist dadurch die Gefahr relativ gering, dass man beim Suchen des Fingerabdruck Sensors versehentlich das Kameraglas verschmiert, doch wenn das Redmi 5 auf einem Tisch liegt, dann wackelt es beim Bedienen doch sehr deutlich herum. Hinzu kommt, dass derart exponierte Kameramodule auch besonders kratzempfindlich sind.

Xiaomi Redmi 5
Display

​Größe: ​5,7 Zoll
Auflösung:​ ​1440 x 720
Technologie​:​IPS OGS LCD
​Anzahl Berührungspunkte:​10
Gehärtetes Glas:​Gorilla Glass
Anti Fingerabdruck Beschichtung:​Nein

​Mit 5,7 Zoll ist das Display im Xiaomi Redmi 5 deutlich größer als bei den Vorgängern (5 Zoll). Leider hat man sich für ein Display entschieden, welches mit einer Auflösung von lediglich 1440 x 720 Pixeln arbeitet. Ein gravierend schlechtes Bild ergibt sich dadurch natürlich nicht, doch man merkt die Auflösung schon. Das gilt vor allem dann, wenn man zuvor ein Smartphone mit Full HD Auflösung genutzt hat. Bis man sich daran gewöhnt hat, wirkt das Bild beim Xiaomi Redmi 5 etwas unschärfer. Pixel sind, wenn man genau hinsieht, vor allem bei Text zu erkennen. Dies gilt aber nur für einen geringeren Abstand ab ca. 20cm. Beim normalen Abstand im Alltag merkt man das eher nicht. Hier ist eher die erwähnte minimale Unschärfe zu erkennen.

Farblich wirkt das Display relativ zurückhaltend. Die Brillanz, welche man von hochwertigeren Displays kennt, fehlt hier einfach. Auch der Kontrast liegt eher im Mittelfeld. Gerade bei intensivem Sonnenlicht bleicht das Bild deutlich aus und man erkennt, dass das Display auch anfällig für Reflexionen ist. Im Alltag hat das oft dazu geführt, dass wir das Xiaomi Redmi 5 auf voll Helligkeit setzen mussten, falls dies nicht automatisch geschah, um eine problemlose Lesbarkeit zu erzielen. Was die Blickwinkel betrifft, macht das Display einen guten Job. Hier gibt es aus allen Richtungen und auch bei sehr steilen Winkeln keine Auffälligkeiten. Die Helligkeit nimmt dabei nur minimal ab. Unterm Strich ist das Display keineswegs schlecht, erreicht aber nicht das Niveau der Vorgänger.

Durch das 18:9 Panel im Full View Format, füllt das Display einen deutlich größeren Teil der Front aus, als bei den Vorgängern. Der obere Displayrand ist dabei schlanker als der Untere. Schade ist, dass man den Platz nicht für Touch Buttons genutzt hat. Die linken und rechten Bezels könnten noch etwas schlanker ausfallen. So hätte man das Xiaomi Redmi 5 noch etwas kompakter machen können. Typisch für Full View Displays kommt auch das Panel im

Beim Touchscreen setzt man zu unserer Überraschung auf einen 10-Punkt Digitizer. Hier schlägt sich das Redmi 5 wie von Xiaomi gewohnt sehr gut. Beim Tippen reagiert das Panel flott und präzise auf Eingaben, sodass man sich nicht künstlich ausgebremst fühlt. Nur beim Scrollen gibt es eine leichte Eingabeverzögerung, doch das haben wir nicht als störend empfunden. Das Displayglas besteht vermutlich aus Gorilla Glass, wobei nicht bekannt ist, um welche Generation es sich handelt. Tiefe Kratzer und auch Micro-Kratzer sind im Test nicht aufgetreten. Die Gleiteigenschaften sind angenehm. Eine Beschichtung gegen Fingerabdrücke hat man jedoch weggelassen. Abdrücke sieht man so sehr schnell und muss mehr als nur einmal über das Display wischen, um diese wieder los zu werden.

Xiaomi Redmi 5
Hardware & Performance

​Prozessor: ​Snapdragon 450 14nm
8x ARM Cortex A53 @1,8GHz
GPU:​ ​Adreno 506
RAM (Geschwindigkeit):​​2GB / 3GB / 4GB (5,08GB/s)
Speicher (Geschwindigkeit R/W):​​16GB / 32GB (271 / 77MB/s)
Micro SD (Geschwindigkeit R/W):​Ja, Hybrid Slot (63 / 17MB/s)
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Fingerabdruck Scanner:​​Ja (Rückseite)
​Sensoren:​Accelerometer, Magnetometer, Gyroscope, Proximity, Light, Gravity, Linear Acceleration, Step Counter, Significant Motion, Rotation Vector, Geomagnetic Rotation Vector
Besonderheiten:​​Status LED (weiß)
Abmessungen / Gewicht:​151,5 x 72,8 x ​7,5mm
158g

​Der Snapdragon 450 ist ein recht neuer Qualcomm SoC der für Einsteiger Smartphones bzw. die untere Mittelklasse gedacht ist. Der Chip wird mit 14nm gefertigt und bildet das Herz des Xiaomi Redmi 5. Der Prozessor besteht aus 8 ARM Cortex A53 Kernen mit 1,8GHz. Hinzu kommt eine Adreno 506 GPU. Der Prozessor siedelt sich leistungstechnisch über einem Mediatek MT6750T an, wobei vor allem die GPU deutlich leistungsfähiger ist und Vulkan Unterstützung bietet. Im Antutu Benchmark werden so 55.099 Punkte erreicht. Beim Speicher könnt ihr aus zwei Varianten wählen: 2GB RAM und 16GB Speicher sowie 3GB RAM und 32GB Speicher (Update: Seit kurzem gibt es auch eine 4GB RAM Version). Uns liegt die 3GB RAM Version vor und wir empfehlen euch auch diese zu kaufen, denn 2GB RAM führen zu einer deutlich schlechteren Multitasking-Performance. Die 3GB Version reicht noch locker aus um mehrere Apps im Hintergrund zu halten. Ca. 10 Apps werden offen gehalten, ohne dass diese beim Wechsel neu laden. Der RAM hat im Test einen Durchsatz von guten 5GB/s erreicht. Der Speicher ist beim Lesen mit 271MB/s recht flott, beim Schreiben mit nur 77MB/s jedoch arg langsam. Bei der Nutzung einer Micro SD Karte zeigt sich ein ähnliches Bild. Beim Lesen werden gute 63MB/s erreicht, beim Schreiben nur unbefriedigende 17MB/s. Ein weiteres Manko bzgl. der Nutzung von Micro SD Karten ist, dass MIUI weiterhin kein Einbinden der SD Karte als Systemspeicher unterstützt. Gerade in Anbetracht des kleinen internen Speichers ist das eine Enttäuschung, denn so ist die Anzahl an Apps und Spielen die man installieren kann, limitiert. Natürlich kann man da mit Root und verschiedenen Tools nachhelfen, doch das will und kann nicht jeder.

Im Alltag kann das Xiaomi Redmi 5 mit seiner Performance überzeugen. Dafür, wie günstig das Smartphone ist, läuft es verdammt flüssig. Auf Eingaben wird in der Regel sofort reagiert und die Animationen laufen flüssig ab. Auch anspruchsvollere Apps wie Facebook oder ein gut gefüllter Chrome Browser, bringen das Redmi 5 nicht ins Stocken. Im Throttle-Test gab es auch nach längerer Zeit keinen Performance Einbruch, was den subjektiven Eindruck einer äußerst geringen Wärmeentwicklung bestätigt. Wer gerne anspruchsvollere Spiele spielt, wird mit dem Redmi 5 zufrieden sein. Mit Unkilled, Asphalt Xtreme und Oz: Broken Kingdom haben wir drei anspruchsvollere Titel getestet und konnten diese auf höchsten Grafikeinstellungen flüssig spielen. Die hohe Framerate wird dabei auch bei längeren Spiele-Sessions beibehalten.

Bei den Sensoren liefert das Xiaomi Redmi 5 alles was man von Xiaomi gewohnt ist. Ihr bekommt hier die volle Palette an Sensoren geboten. Dazu zählt auch ein Schrittzähler - praktisch für Fitness Apps. Das Gyroskop funktioniert einwandfrei. So lassen sich prinzipiell auch VR Apps nutzen, wobei das wegen der geringen Pixeldichte nicht ganz so viel Spaß macht. Der Kompass funktioniert einwandfrei und richtet bei der Fußgängernavigation die Karte zuverlässig aus. Aussetzer (spontane Abweichungen, selbsttätiges Drehen) gab es im Test keine. Genial gut ist zudem der Fingerabdruck Sensor auf der Rückseite. Man merkt hier schlicht keinen Unterschied zwischen dem Redmi 5 und einem beliebigen teureren Xiaomi Smartphone. Der Sensor ist pfeilschnell und entsperrt das Smartphone stets zuverlässig - auch mit feuchten, aufgeweichten oder schmierigen Fingern. Eine Status LED ist ebenfalls vorhanden. Diese befindet sich rechts über dem Display, leuchtet jedoch nur in weiß auf. Ein Manko ist das Fehlern eines USB Typ-C Anschlusses. Xiaomi setzt weiterhin auf den Micro USB Standard, was uns doch ziemlich enttäuscht hat. Langsam wird es an der Zeit, dass Xiaomi den Typ-C Standard in der gesamten Produktpalette bietet. USB OTG wird unterstützt.

Xiaomi Redmi 5
Software

​Variante: ​MIUI 9.2
​Android Version: ​Android 7.1.2
Sicherheitspatch beim Test: Dezember 2017
Bloatware​:​Ja
Root Zugriff:​​Optional in Developer / Weekly ROM
OTA Updates:​​Ja
Schadsoftware:​​Nein

​Zum Zeitpunkt des Tests gibt es laut Xiaomi Webseite noch keine Global Firmware für das Xiaomi Redmi 5. Laut Gerüchten soll im Februar eine Global Version erscheinen. Dann soll es auch eine Version des Xiaomi Redmi 5 mit Band 20 LTE für Europa geben. Umso überraschter waren wir, dass unser Xiaomi Redmi 5 mit einer Global ROM ausgeliefert wurde. Erst vermuteten wir, dass es sich hier wieder um eine Shop ROM handelt, die von Gearbest aufgespielt wurde. Doch falsch gedacht. Es handelt sich tatsächlich um eine offizielle Xiaomi Global ROM, mit der wir auch den Bootloader entsperren konnten. Eine kurze Recherche brachte auch ans Tageslicht, wo Gearbest diese her hat. Es gab offenbar mal eine von Xiaomi veröffentlichte Global ROM, welche nach kurzer Zeit zurückgezogen / offline genommen wurde. Und genau diese befindet sich auf den Xiaomi Redmi 5 Geräten, die von Gearbest ausgeliefert werden. Wer hätte es gedacht: Da ist es doch glatt mal von Vorteil, dass der Shop oder Zulieferer vorab an den Geräten rumpfuscht. Ob diese "Pre-Release Firmware" später auch OTA Updates bekommt, bleibt abzuwarten. Ein eventueller Wechsel wird jedenfalls dank der Möglichkeit den Bootloader zu entsperren deutlich vereinfacht.

Update: Es steht nun eine offizielle, finale Global ROM zum Download unter en.miui.com zur Verfügung. Aber Achtung: Ein überflashen der Gearbest ROM ohne entsperrten Bootloader und Custom Recovery führt zum Brick! Hier hilft dann nur noch ein Flash im EDL Modus. Um diesen zu starten, muss das Smartphone geöffnet werden und anschließend zwei Testpunkte auf dem Mainboard überbrückt werden. Entsperrt also (falls bei euch möglich) auf jeden Fall erst den Bootloader bevor ihr auf die finale und offizielle ROM wechselt.

Mit der Global Firmware auf dem Xiaomi Redmi 5 habt ihr den Vorteil, dass ihr den Google Play Store nicht manuell installieren müsst. Weiterhin stehen viele verschiedene Sprachen zur Verfügung, darunter auch Deutsch. Im Gegensatz zu den üblichen Shop ROMs, ist die Übersetzung einer offiziellen Global ROM nahezu vollständig und es gibt kaum noch englische Strings. Auch die Bloatware wird durch eine Global ROM reduziert. Bei unserem Xiaomi Redmi 5 waren ab Werk nur wenige chinesische Apps vorinstalliert, welche sich allesamt deinstallieren ließen. Außerdem waren noch die Microsoft Office Apps und WPS Office vorinstalliert. Auch diese konnten wir einfach deinstallieren.

Auch wenn es sich bei der von Gearbest aufgespielten Global ROM nicht um eine frei verfügbare Firmware Version handelt, hatten wir im Alltag nie Probleme. Die Software lief stets rund, flüssig und stabil. Kompatibilitätsprobleme mit Apps (auch Banking, PayPal) gab es keine. Wer Probleme mit Messenger Apps hat und z.B. keine Benachrichtigungen bekommt, der kann in den Akku Einstellungen die Optimierungen deaktivieren. Dann kommen auch neue Nachrichten pünktlich an.

Xiaomi Redmi 5
Empfang & Konnektivität

​Mobilfunk: ​CDMA: 1X BC0, CDMA 2000: BC0
TD-SCDMA: B34/B39
TDD/TD-LTE: B34/38/B39/B40/B41
FDD LTE B1/B3/B5/B7/B8
WLAN:​ ​WLAN 802.11b/g/n
Bluetooth:​​Bluetooth 4.2
NFC:​​Nein
HotKnot:​Nein​
Dual-SIM:​Ja (Dual Nano SIM)​
Positionsbestimmung:​​GPS, A-GPS, GLONASS, BDS

​Im Mobilfunk liefert das Xiaomi Redmi 5 eine Empfangsleistung die besser nicht sein könnte. Im Büro bekommen die meisten Smartphones bei aktiver 3G Verbindung maximal 3 Balken. Beim Redmi 5 dagegen waren es vier. Das merkt man auch bei Nutzung der Datenverbindung, liegt also nicht an einer anderen Darstellung der Signalstärke. Das Redmi 5 zieht also mit teureren Geräten mit. Was leider fehlt ist Band 20 LTE. Auf dem Land hat man also meistens keine LTE Verbindung. Doch wie bereits erwähnt könnte es da im Februar ein neues Modell geben. Wer Band 20 braucht, sollte also mal abwarten, was sich da noch tut.

Etwas schade finden wir, dass das Xiaomi Redmi 5 nur b/g/n-WLAN beherrscht. Man ist hier also auf das 2,4GHz Band beschränkt und muss mit realen Datenraten von um die 47Mbit/s leben. Das ist zwar kein gravierendes Problem, doch bedenkt man, dass die meisten Mediatek-basierten Handsets für 100 bis 150€ mittlerweile a/b/g/n-WLAN beherrschen, hat Xiaomi hier den Anschluss verloren. Prinzipiell hätte man übrigens auch AC-WLAN inklusive MIMO bieten können, denn der Snapdragon 450 bietet dafür Unterstützung. Die Empfangsleistung ist aber sehr gut. Zwischen den Speedtest Ergebnissen neben und einen Stock unter dem Router gibt es keine Abweichung.

In Sachen Bluetooth liefert das Redmi 5 den 4.2 Standard. Im Test konnten wir sämtliches Bluetooth Zubehör ohne Probleme nutzen. Im Reichweitentest mit einem Bluetooth Lautsprecher, konnten wir uns ohne Aussetzer über zwei Räume hinweg bewegen. Darüber hinaus kommen dann erste Aussetzer im Ton und ein Stockwerk weiter sieht es genauso aus. Die Reichweite ist also nur durchschnittlich, was aber kein wirklicher Kritikpunkt ist.

Die GPS Leistung ist beim Xiaomi Redmi 5 gut. Ein Fix kommt recht schnell zustande. Die Signalstärke ist sehr hoch, sodass Gebäude oder Bäume keine negativen Auswirkungen auf die Genauigkeit haben. Dementsprechend schlägt sich das Smartphone beim Tracking und der Navigation sehr gut.

Xiaomi Redmi 5
Sprachqualität & Audio

​Lautsprecher: ​Mono
Noise Cancelling Mikrofon:​ Ja​
Dedizierter Audio DAC:​Nein​
Dedizierter Verstärker:​Nein​

Der interne Monolautsprecher im unteren Rahmen klingt bei geringer Lautstärke langweilig und flach, was sich jedoch ändert, wenn man die Lautstärke hoch dreht. Ab den obersten vier Stufen liefert der Lautsprecher für die Preisklasse und die geringe Gehäusedicke einen überraschend satten Sound ohne zu übersteuern. Die Lautstärke ist auch ziemlich hoch. Hier gibt es also nicht wirklich was zu meckern.

​Der 3,5mm Anschluss, der hier glücklicherweise weiterhin vorhanden ist, liefert ebenfalls einen sehr guten Sound mit hoher Lautstärke ab. Interferenzen treten hier nicht auf. Dank dem System Equalizer von MIUI kann man den Klang an die eigenen Bedürfnisse anpassen und Presets für Xiaomi Kopfhörer auswählen.

Beim Telefonieren liefert das Xiaomi Redmi 5 durchwachsene Ergebnisse ab. In LTE Netzen oder 3G Netzen mit HD Audio Unterstützung ist die Qualität gut, doch im "normalen" Modus klingt das Gesprochene ziemlich dumpf. Auf der Gegenseite ist dann auch ein deutliches Rauschen wahrzunehmen. Zudem fällt auf, dass man Interferenzen vom Mobilfunk in der Ohrmuschel hören kann. Da diese aber nur mit sehr geringer Lautstärke auftreten, stör das nicht wirklich. Das Noise Cancelling Mikrofon leistet gute Dienste.

Xiaomi Redmi 5
Kamera

​Hauptkamera: ​OmniVision OV12A10 12MP f/2.2
Video: Full HD
​Frontkamera: ​OmniVision OV5675 5MP f/2.0
Video: Full HD
​Blitz:​Einzel LED
​Fokus:​PDAF
​Slow Motion:​Nein

In der Hauptkamera vom Xiaomi Redmi 5 kommt ein höherwertiger OmniVision Sensor zum Einsatz. Konkret handelt es sich hier um den OV12A10 mit 12MP und f/2.2 Blende. In der Frontkamera steckt ein OmniVision OV5675 mit 5MP und größerer f/2.0 Blende. Insgesamt haben uns beide Kameras sehr positiv überrascht, da sie für die Preisklasse überdurchschnittlich gute Ergebnisse liefern und gegenüber den Vorgängermodellen nochmals eine Steigerung in der Kameraleistung bieten.

Die Hauptkamera erzeugt bei Tag überaus detaillierte Bilder, welche farblich realistisch und stimmungsvoll wirken. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um Makro-, Nah- oder Landschaftsaufnahmen handelt. Bei Makroaufnahmen entsteht ein sehr schöner Bokeh-Effekt im Hintergrund, welcher den Bildern eine stimmungsvollere Optik verleiht. Auch im HDR Modus entstehen sehr schöne Aufnahmen, wobei man aber auf eine ruhige Hand achten sollte. Wackelt man hier zu stark, leidet die Schärfe. Sehr gut gefallen hat uns, dass das Xiaomi Redmi 5 sofort nach dem Drücken des Auslösers ein Bild speichert. So schnelle Kameras sind in dieser Preisklasse selten. Und auch der Fokus funktioniert sehr zuverlässig und relativ schnell - egal ob manuell oder auto. Ein nerviges Pumpen konnten wir hier nicht feststellen.

Bei Nacht hat uns überrascht, wie viel Licht das Xiaomi Redmi 5 trotz der f/2.2 Blende einfangen kann. Bei völliger Dunkelheit, Schneefall und lediglich Straßenbeleuchtung, sahen die Bilder zwar etwas grisselig und matschig aus, waren jedoch immer noch für Schnappschüsse zu gebrauchen. Befindet man sich in der Innenstadt, wo mehr künstliche Lichtquellen zur Verfügung stehen, sehen die Nachtaufnahmen sogar richtig gut aus. Durch die überraschend lichtstarke Kamera ist sogar der LED Blitz zu gebrauchen. Selbst größere Räume werden hier bei völliger Dunkelheit noch in einer ansehnlichen Qualität abgelichtet. Hier schneidet das Redmi 5 unterm Strich deutlich besser ab als seine Vorgänger, welche bei Nacht kaum noch zu gebrauchen waren.

Pauschal erwartet man bei einer 5MP Kamera keine Wunder, doch das Xiaomi Redmi 5 zeigt mal wieder sehr schön, dass Megapixel nicht alles sind. Die Frontkamera ist nämlich ziemlich gut. Selfie Fans die keine extremen Ansprüche an die Bildqualität haben, werden hier voll und ganz zufrieden sein. Die Bilder zeigen ausreichend Details, wirken nicht matschig und farblich äußerst natürlich. Bei schlechten oder schwierigen Lichtverhältnissen, schlägt sich die Kamera auch noch vergleichsweise gut. Ein Selfie Licht auf der Front ermöglicht sogar noch bei völliger Dunkelheit halbwegs brauchbare Aufnahmen, wobei natürlich die Details merklich sinken und das Bildrauschen deutlich sichtbar wird.

Videos werden von beiden Kameras in Full HD aufgezeichnet, wobei die Hauptkamera auch EIS und CAF unterstützt. Qualitativ liefern beide Kameras für die Preisklasse gute Ergebnisse, an denen wir nichts zu meckern finden. Der Ton stimmt ausnahmsweise ebenfalls - hier hat Xiaomi ja in der Vergangenheit oft gemurkst.

Xiaomi Redmi 5
Akku

​Kapazität (Angabe): ​3.300mAh
​Kapazität (Gemessen): ​ca. 3.250mAh
​Wechselbar:​Nein
Fast Charging:​Ja

​Das Xiaomi Redmi 5 bietet mit 3.300mAh einen kleineren Akku als von den meisten vorigen Redmi Smartphones gewöhnt. Dennoch liefert das Smartphone eine ziemlich gute Laufzeit. Mit einer durchschnittlichen Screen-On Zeit von bis ca. 11 Stunden, bringt das Redmi 5 auch Power User durch den Tag. Bei uns hat eine Ladung im Test meistens zwei Tage gereicht. Das schlechteste Ergebnis war ein Tag bis spät Nachts bei extrem intensiver Nutzung mit viel GPS und Kamera. Zum Aufladen von 20% auf 100% benötigt das Redmi 5 mit dem mitgelieferten Netzteil knapp zwei Stunden. Die ersten 50% sind in unter einer Stunde voll.

Xiaomi Redmi 5
Fazit

​Das Xiaomi Redmi 5 ist insgesamt ein gut gelungenes Budget Smartphone. Zwar ist die Verarbeitung für ein Xiaomi Gerät enttäuschend, doch in Anbetracht der sonst guten Leistung, kann man darüber hinweg sehen. Besonders überrascht hat uns die gute Kameraleistung, die unerwartet gute Performance, sowie die recht lange Akkulaufzeit. Aktuell noch eine Schwäche ist das Fehlen von Band 20 LTE, was aber ohnehin nur diejenigen stören wird, die einen LTE Vertrag haben und viel in ländlichen Gegenden unterwegs sind. Doch hier ist eine Lösung in Sicht, da im Februar eventuell ein Band 20 LTE Modell kommt. Weiterhin wäre eine 64GB Option, oder die Möglichkeit Apps auf die SD Karte zu verschieben sinnvoll gewesen. Unterm Strich können wir das Xiaomi Redmi 5 jedem empfehlen, der für wenig Geld möglichst viel Smartphone bekommen will und dabei Wert auf eine ordentliche Kamera legt. Dabei sollte man allerdings in jedem Fall zum 32GB Modell greifen.

Pro Contra
​+ Guter 10-Punkt Touchscreen ​- Schlechte Verarbeitung und mangelhafte Verwindungsfestigkeit
+​​ Brauchbares Display (nicht perfekt)-​​ Kein Band 20 LTE
+​​ Kratzfestes Displayglas-​​ Nervige und umständliche Prozedur zum Entsperren des Bootloaders
+​​ Status LED-​​ Leichte Interferenzen beim Telefonieren, Sprachqualität nicht ganz optimal
+​​ Performance und Effizienz-​​ Micro SD Slot beim Schreiben sehr langsam
+​​ Schicke Software mit vielen Einstellungsmöglichkeiten, offizielle Global ROM sollte im Februar wieder zur Verfügung stehen-​​ Mit Bordmitteln keine Apps auf SD Karte installierbar
+​​ Pfeilschneller und zuverlässiger Fingerabdruck Sensor
​+ Umfangreiche Sensorausstattung mit Gyroskop, Kompass, Schrittzähler
​+ Guter Empfang in allen Kategorien
​+ Für den Preis sehr gute Kameras
​+ Lange Akkulaufzeit
​+ Ladezeit nicht zu lang
​+ Guter Medienlautsprecher + 3,5mm Kopfhörer Anschluss

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Donnerstag, 21. Juni 2018

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